Person und Bewusstsein sollten getrennt besprochen werden. Die Person existiert nicht ohne Bewusstsein. Ob Bewusstsein ohne Person oder Persönlichkeit möglich ist, weiß ich nicht.
Das Bewusstsein selbst ist unpersönlich. Das Wissen um das zeitlose, unumstößliche Bewusstsein, man kann es auch Dao nennen, verändert die Person. Es bringt sie in den Fluss des Seins. Dieses Wissen löst Spannung und Angst. Es mildert die Bedeutung von Vergangenem und Kommendem – in die Vorstellungen anderer Zeiten schlägt das Emotionen-Pendel ums Jetzt weniger weit aus.
Wege
Es gibt viele, meistens sogar sehr viele Wege, die zum Ziel führen. Davon, dass es unendlich viele Weg gibt, die nicht zum Ziel führen, sollte man sich nicht entmutigen lassen. Der Verstand, der ein Ziel anstrebt ist findig.
Jeder hat Ziele. Irgendwann hat sich irgendwas im Verstand als Ziel festgesetzt. Es ist gut, herauszufinden, was das ist. Es gibt Gedanken, die sind einst mit Kraft gedacht worden und haben ihre Spuren hinterlassen. Man muss sich klar sein, ob die Werte, die diese Kraft hervorgebracht haben, noch für einen gelten, oder ob man gegebenenfalls schlauer geworden ist, oder man sich, oder die Welt sich verändert hat.
Material
Unsere Welt besteht aus Material. Pflanzen, Metall, Holz und Kunststoff. Aus Farben und Form und Wahrnehmung. Auch die Wahrnehmung ist stofflich. Augen, Ohren, Nervenbahnen und Gehirn sind alle… pflanzlich :-). Vor dem Stofflichen kommt das Bewusstsein. Bewusstsein ist gleich, egal wo es auftaucht. Es kennt weder Wort noch Ort noch Zeit. Es kennt keine Variation. Da Bewusstsein unerschütterlich ist und die Grundlage von allem, ist alles Bewusstsein. Und alles, was darin auftaucht ist eine Variation von sich selbst.
Kraft
Die Kraft, nicht nur freundlich zu tun, sondern im Herzen freundlich zu bleiben, auch wenn es etwas anstrengend wird. Die Kraft, die Runde zu verlassen, weil man müde ist, obwohl es gerade so nett ist. Die Kraft nein zu sagen, weil man zu erschöpft ist.
Aber auch die Kraft trotzdem weiter zu machen und über den Berg zu kommen. Die Kraft, Dinge mit Würde zu Ende zu bringen.
Abwägen kostet Kraft und man muss es dauernd tun. Jeder durchdachten Handlung geht eine Abwägung voraus. Es lohnt sich, stark zu sein.
Warten
Warten ist brandgefährlich. Doch wie wir es beurteilen hängt stark davon ab, für wie groß wir die Ungerechtigkeit des Wartens halten. In der Warteschleife der Telefongesellschaft, in einer Warteschlange aufs Essen, aufs Bezahlen, auf die verspätete Bahn, auf persönliche Verabredungen, auf das Laden einer Seite im Internet. Eigentlich vergeht immer die gleiche Zeit. Aber wir können mit der Persönlichkeit nicht raus aus Sinn und Verstand. Unsere Vorstellungen bauen unsere Persönlichkeit zusammen. Materielle Dinge sind eigentlich erst Dinge, weil sie virtuelle Dinge sind und das Virtuelle manifestiert sich in Worten, Gefühlen und Sinngebung.
Dieses Wissen veranlasst einen, in anstrengenden Momenten mit dem Bewusstsein zum Atem zu gehen und zu fühlen.
Gedanken
Was als fertig formulierter Gedanke im Verstand ankommt, ist die Spitze des Eisbergs. Der Gedanke entsteht in Verbindung mit dem, was unter der Oberfläche – nicht sichtbar, nicht direkt greifbar – ist. Dies wird das Unbewusste oder das Unterbewusstsein genannt. Es gibt viele Möglichkeiten das Unterbewusstsein zu beeinflussen. Zum Beispiel mit Affirmationen oder bewusstem Priming.
Meinung
Meiner Meinung nach: Wozu meint man denn etwas? Man meint, das Richtige zu vertreten. Viel Meinung ist da, um Auszudrücken, für wen man sich hält. Meinung ist das, was man zum geistigen „Meinem“ macht. Meinung meint Ich. Und Ich meint Du. Und Du und Ich und Meinung ist Kommunikation. Und da ist man wieder Eins. Alles ist eine Variation von sich selbst.

Schmerz
Ich habe einen leichten Kopfschmerz. Nichts Schlimmes, aber ich gönne mir eine Schmerztablette. Eine gelegentliche Schmerztablette hat meines Wissens nach keine Nebenwirkungen.
Ich finde es generell richtig, kleine Unstimmigkeiten aus dem Weg zu räumen, wenn es nicht mehr Nachteile als Vorteile hat. Wenn mir kühl ist, sorge ich für Wärme. Wenn ich durstig bin, trinke ich etwas. Wenn ich einen unbedenklichen Schmerz habe, dann tue ich etwas dafür ihn nicht mehr zu haben.
Moment
Man kann sich entscheiden, etwas zu tun und es dann auch tun. Aber das muss nicht sofort sein. Man kann den richtigen Moment abwarten. Den Moment, wo es plötzlich mühelos geht.
Man kann allerdings üben. Dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein relativ müheloser Moment kommt. Falls dieser richtige Moment nicht kommt, macht man sich etwas Mühe und das wars dann auch gewesen.
Suche und Ziele
In meinem Café um die Ecke steht seit Jahren folgender Spruch: Wenn man etwas Bestimmtes lange genug sucht, findet man bestimmt uach etwas anderes. Und diese Erfahrung hat sicher jeder schon gemacht. (Dass es hier beachtet und in Worte gefasst wurde, gefällt mir sehr).
Und wer etwas Bestimmtes sucht, der sagt sich nicht: Wenn ich nur dieses Bestimmte suche, dann verbaue ich mir wahrscheinlich die Möglichkeit, andere Dinge zu finden!
Mit Zielen ist es auch so. Wer ein Ziel hat, wird auf dem Weg dorthin sicher auch andere Dinge finden. Ein konkretes Ziel gibt einen Wertmaßstab, Richtung, Drive, Motivation, Energie und Sinn.

Barfußschuhe
Seit ich mein erstes Paar im letzten Sommer gekauft habe, lassen sich die Male zählen, die ich andere Schuhe getragen habe. Es ist eine neues Gehgefühl. Besonders bequem finde ich die von Leguano. Aber die von Vivo und Wildlings sind sicher auch top. Optisch sind sie vielleicht gewöhnungsbedürftig. Aber Hoppla: der Blick auf Birkenstocks hat sich in den letzten 20 Jahren auch geändert, wie man letztes Jahr nicht übersehen konnte.
3 Geld-Tipps
Wie viele der Probleme, Lasten oder Unstimmigkeiten im Leben lassen sich durch Geld lösen? Wohnsituation, Beziehung, Urlaub, Sport, Entspannung… Vielleicht lohnt es sich, weniger Energie darauf zu verwenden, ein Problem kreativ zu lösen und statt dessen zu überlegen, wie man nachhaltig mehr Geld verdienen kann. Einfach mehr zu Arbeiten wird hier selten die Lösung sein. 3 Tipps auf Englisch:
Frische
Der Blick auf die Menschen ist alles, was wir haben. Es ist der Blick auf unser Sein. Ich lese im Handbuch der Menschenkenntnis und staune, dass die heutige Welt über die Essenzen des Menschlichen nichts Neues zu berichten haben kann. Was hunderte Jahre vor Chr. geschrieben wurde, macht die frischen bloggerischen Erkenntnisse übers Menschsein eigentlich überflüssig. Allerdings: Der Blick auf die Menschen ist alles, was wir haben.
Literatur
Welche Bücher meinten meine Eltern und Lehrer, sollte man gelesen haben? Was bedeutet das heute für mich? Welche Filme meine ich, sollte mein Sohn gesehen haben? Welche Computerspiele und Serien werden für ihn die Hochkultur darstellen?
Ist Schönberg tatsächlich noch wichtig? Muss man noch wissen, wer Miles Davis war? Sollte man Keith Jarrett und Friedrich Gulda und Glenn Gould kennen? Und werden The Orb und Wolfgang Voigt in 10 Jahren auf einem Level diesen anerkannten Künstlern des 20. Jahrhundets stehen? Oder zersetzt die starke Brandung der Vergänglichkeit heutzutage das scheinbar Bedeutsame schneller denn je? Immer mehr Dinge, Medien, Wissen treiben durch unser Dasein. Und so werden wir von dem stärker werden Strom der Zeit sanft aber sicher in die Gesetze von Vergänglichkeit und Moment gedrängt.
Ja
Mit dem ersten Ja weiterzumachen ist für mich ein guter Tipp gewesen: Wenn etwas als richtige Möglichkeit erscheint Ja sagen und das Thema beenden. Ich bestelle das erste Gericht auf der Speisekarte, auf das ich Lust habe. Nicht ins Vergleichen und Abwägen fallen! Es gibt, um beim Beispiel des Essenbestellens zu bleiben, nicht das eine Gericht, das am besten für mich ist. Und falls ich es doch auf der Karte finden sollte, ist es vielleicht nicht so zubereitet, wie ich gehofft hatte.
In diesem Zusammenhang denke ich auch häufig an diesen freundlichen Vortrag von Derek Sivers.
Wach
Als ich gestern vorm Einschlafen noch schnell einen Blogeintrag für heute früh geschrieben habe, dachte ich mir, dass es doch auch schön wäre, früher dran zu sein mit dem Blogschreiben. Ich bat mein Unbewusstes: Liebes Unbewusste – bitte: ich möchte morgen früh um 6.45 aufwachen, mir den Computer nehmen und einen Blogeintrag schreiben. Bitte hilf mir über Nacht, dann etwas parat zu haben. Ich bin nun also rechtzeitig aufgewacht und siehe hier: es hat geklappt.
Nähe
Wer in eine andere Region reist, zum Beispiel nach China, der denkt, dass sich dort alle kennen und alle das gleiche Wissen über Dinge haben, über die man selbst nichts weiß. Und man versucht, diese Leute zu verstehen – die Schwaben, die Amerikaner, die Chinesen – das ganze Volk! Hoppla! Es ist wirklich so und ganz normal :-).
Wir versuchen unsere Partner, Kinder, Nachbarn, Geschäftspartner, Chefs und Angestellten zu deuten. Um uns selbst zu verstehen wälzen wir Bücher. Man kann viele Seiten schreiben, um sich klar darüber zu werden, was man selbst wirklich will. 40 Therapiestunden, um die eigentlichen eigenen Ängste kennen zu lernen, sind nichts.
In China unterhalten sich Expats darüber, wie sie das ganze chinesische Volk verstehen sollen! Im Prenzlauer Berg gibt es ein Vorurteil über Menschen aus Baden Würtemberg. In Indien sprechen Touristen aus dem Westen über „die Inder“.

Filter
Ich bin so offen wie vielfältig. Ich unterhalte mich gern über alle möglichen Rezepte. Solange sie vegetarisch oder vegan sind. Ich liebe Musik und mein Geschmack ist vielfältig. Aber elektronisch sollte sie schon sein. Einschränkungen machen frei. hat Rainer Werner Fassbinder gesagt.*
Das Entscheiden ist so schwierig, weil es alles, wofür man sich nicht entschieden hat, ausschließt. Prinzipien sind Entscheidungen. Ziele sind Entscheidungen.

*Was er auch gern gesagt hat: Life is so prescious, even right now. Und das ist ein gutes Ziel: Sich aus Prinzip im Zweifelsfall immer für den Moment zu entscheiden.
Gehen
Ins eiskalte Wasser geht man am besten mit Bedacht. Wer aufgeregt hinein rennt, wird schnell wieder draußen sein. Besser, man geht mit tiefem, ruhigem Atem und entspanntem Körper langsam Schritt für Schritt. Und man spürt, dass es geht.
Soll und Haben
Wer sich 100 Dinge aufschreibt, von denen er meint, dass er sie (tun oder lassen) sollte, wird Erstaunliches feststellen.
Ich sollte:
- bei der Arbeit mehr leisten.
- nicht so viel arbeiten
- mehr Sport treiben
- mich nicht überanstrengen
- nicht so viel Süßes essen.
- häufiger mal Fünfe gerade sein lassen.
- freundlicher sein.
- direkter meine Meinung sagen, wenn mir etwas nicht passt.
- nicht immer allen alles durchgehen lassen.
- entspannter mit Leuten sein.
- immer pünktlich sein.
- mich nicht so zwanghaft hetzen.
- nicht so viel auf mein Handy gucken.
- mehr Zeit allein verbringen.
- mich darum kümmern, meine alten Freunde häufiger zu sehen.
Hoppla! Sind so die Solltes in unseren Leben? Warum? Was nützen diese allgegenwärtigen Ambivalenzen? Abzuwägen ist nichts Schlechtes. Doch am besten, man schaut, wo man hin will, sucht den Weg raus und geht hin. Dann muss man nicht bei jeder Abzweigung zweifeln. Ziele helfen. Prinzipien helfen.
Prozentrechnung
Am liebsten trinke ich Wasser, bevorzugt mit Kohlensäure. Aber komisch: Wenn ich besonders durstig bin, habe ich oft Lust auf eine Variation mit Zucker. Das stillt den Durst nicht besser und erhöht auch die Lust am Dusrtlöschen nicht. Da scheint ein Gedanke zu schlummern, der meint, dass ich aus meinem Durst mehr machen sollte.
Die Welt steckt voller Gefahren. Wer mehr als 100% will, zieht ab, was er hinzufügen möchte.

150% Arbeiten? Sorry – 100% minus Freunde und Familie minus Entspannung – Weiterbildung minus ausreichend Schlaf = 50%
190% sportlicher Einsatz? 190% minus 3 Monate Bänderriss = 10%
175% Lebensfreude durch Rausch? 100% minus Nachwehen minus geborgte Freude und Inspiration = 25%
Reframing 3
Reframing geht auch handfest und aktiv. Aufräumen, Umräumen, Ordnen, Musik anmachen, Ohrstöpsel reinmachen, Pläne machen.
Eines der schönsten Reframings hatte ein Freund von mir als chinesisches Sprichwort aufgehängt. Anzhi feifu wurden die Schriftzeichen auf seiner Kalligraphie gesprochen:
Wer weiß, ob es nicht doch Glück war.
Es war Glück! Denn von hier aus weiter entfaltet sich das Leben. Und es ist ein Glück, am Leben zu sein. Wir können nur am Vergleich messen. Und ich habe noch nichts besseres erlebt.
Anrufe von alten Freunden
Wenn man lange nicht gesprochen hat, gibt es viel zu erzählen. Viel zu viel. Was ist wichtig? Wo soll man anfangen, wenn man nur 5 – 15 Minuten telefoniert? Am wichtigsten ist, ob es so insgesamt gut geht. Neuer Job, neues Kind? Job verloren, Partner verloren? Alles, was man sonst anspricht, scheint besonders wichtig zu sein. Deutlich wichtiger, als man es eigentlich selbst empfindet.
Interessant sind die kleinen Dinge: ein Plattentipp und eine Rezeptempfehlung. Aber ein paar Eckdaten braucht man schon, damit man weiß, mit wem man es zu tun hat. Noch ganz der Alte mit Variationen.
Woraus besteht das Leben? Wichtig ist, wann man sich wiedersieht. Freunde will man live erleben.
Ende und Anfang
Wunderbar zum Jahresausklang. Der perfekte Soundtrack zum Jahreseinstieg. Ursprünglich zur Mitte des Jahres erschienen: Seit sieben Monaten online auf Soundcloud. Und mich hat es gerade erst kalt erwischt. Dank RA’s Best Mixes 2018 bin ich wieder im DJ-Metatron-Fieber.
Hoppla! Ein fast dreistündiges Album, das dem Künstler aus den Händen gerissen worden wäre, hätte er es nicht nur umsonst bei Soundcloud angeboten. Nice!
DJ Healer – Planet Lonely. Tatsächlich wäre ich zu jedem Zeitpunkt des Jahres froh über diese Musik gewesen und sie hätte, wie sie es gerade tut, alles andere von den Plattenspielern und Playlists verdrängt.
Universalwissen
Alles ist eine Variation von sich selbst.

Jagen
Ich lese und höre Selfhelptexte. Bücher, Blogs, Newsletter, Hörbücher, Vorträge, Workshops, Audioprogramme, Podcasts. Ich höre Motivationssprecher, NLP-Coaches, Business-Gurus, Geführte Selbsthypnosen, zusammengefasste Bücher auf Blinkist und, falls es noch etwas gibt, das wahrscheinlich auch.
Selfhelp? Klingt, als hätten die Selfhelper ein Problem und wollten sich nun selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen! Meinetwegen. Auch das könnte funktionieren. Und wollen wir nicht durch jedes Stück Musik, durch jeden Text den wir lesen und natürlich, durch jeden Euro, den wir ausgeben etwas mehr Tiefe in unserem Leben, etwas mehr Wahrheit, etwas mehr Glück? Selfhelp ist vielleicht nicht der eleganteste Weg. Aber er ist ehrlich und direkt.
Gerade habe ich in der Leseprobe von Tony Robbins Buch mit dem sympathischen Titel Das Robbins Power Prinzip die folgenden ermunternden Zeilen gelesen:
Der Grund, warum ich mehr als siebenhundert Bücher gelesen, Tonbänder angehört und so viele Seminare besucht habe, ist das Wissen um die Macht einer einzigen wahren Erkenntnis. Vielleicht ist sie auf der nächsten Seite oder im nächsten Kapitel des Buches verborgen.
Gestrüpp
Fast nichts bekommen wir mit von der Welt. Alles was wir hören und sehen abstrahieren wir herunter bis aufs Notwendigste. Für jede Nuance, die wir bemerken, brauchen wir aktive Aufmerksamkeit. Und auch dann können wir es uns nur merken, wenn es sich um eine kleine Abweichung von dem handelt, was wir schon 1000 Mal gesehen haben.
99,9% der Maserungen, Tonzusammenspiele, Romanseiten, Pflanzenzusammenkünfte, Wortgerümpel nehmen wir als herunterabstrahierte Einheit wahr.
Was steckt tatsächlich alles in dieser Welt? Was steckt in den Welten der anderen? Sind wir nur das kleine Bisschen, dem wir uns zuwenden? Es gibt unendlich mehr Möglichkeiten, als der aktive Verstand und das Unbewusste erfassen können. Die Dinge, denen wir uns zuwenden, bestimmen unsere Weltsicht. Oder anders gesagt, wir bestimmen unsere Weltsicht, durch das, auf was wir schauen.
Disziplin 2
Die vielleicht wichtigste Disziplin in der Lebensführung ist Kommunikation. Weil alles Leben sozial ist. Eine der großen Bedrohungen der guten Kommunikation ist Ärger. Gereizte Kommunikation kann nicht gut sein.
Noch wichtiger ist es, Zuzuhören. Sehr schwierig, sehr wichtig. Und wie schafft man das? Ich arbeite noch daran, das herauszufinden. Ich denke, es ist gut, während das Gegenüber spricht, nicht daran zu denken, worauf man selbst hinaus will…. Aber hoppla! Das ist schon eine Technik für Fortgeschrittene.
Was hier so schwierig ist, dass wir in unserer Kommunikation routiniert sind. So sind wir nur all zu leicht verführt, in alte Muster zu verfallen und keine neuen Verhaltensregeln bei uns zu etablieren.
Zwei (nicht einfach zu befolgende) Regeln sind:
- den anderen ausreden lassen
- nicht länger als drei Minuten am Stück sprechen
Das mag trivial erscheinen, aber wenn man diese beiden Punkte gemeistert hat, kann man in den nächsten Stufen weitermachen, die Ärger, Zuhören und gedankliches Vorauseilen beinhalten.
Angst
So gern ich Amazon habe: Ich fürchte es auch. Artikel, warum man Amazon fürchten sollte, wage ich schon gar nicht mehr zu lesen, weil ich Angst habe, danach deprimiert und resignierend weiterleben zu müssen.
Wenn ich nach Alternativen suche, finde ich Utopia.de. Ich kenne jemanden, der aus Prinzip nichts mehr bei Amazon bestellt. Sein Leben funktioniert gut. Ich denke mir gerade, ich mache da mal mit und gucke, wie es läuft.
Vielleicht kann ich dann in zwei Jahren schreiben: Seit zwei Jahren kaufe ich nicht mehr bei Amazon ein. Ich bekomme trotzdem alles, was ich brauche, habe nicht das Gefühl Zeit zu vertrödeln und komischer Weise (oder auch nicht) gebe ich nebenbei auch weniger Geld aus. Ich gehe sogar so weit, alle sechs Monate für einen Monat gar nichts mehr online zu kaufen. Auch das bereitet große Freude und macht mein Leben reicher. Ich überlege mir was ich will und sehe die Welt und Menschen, die wohl durchdacht ein Sortiment zusammenstellen und ihre Geschäfte einrichten.

Disziplin 3
„Schöne Worte sind nicht Wahr. Wahre Worte sind nicht schön.“ An diese Worte aus einer Daodejing-Übersetzung (ich weiß leider gerade nicht welche), hat sich gewissenhaft Brian Tracy gehalten, als er das Folgende in seinem Buch das Maximum-Prinzip schrieb:
Üben Sie täglich und stündlich Selbstdisziplin. Befehlen Sie sich selbst, das Notwendige, Richtige, Wichtige zu tun. Wenn nicht, werden Sie sich mit vergnüglichen Nichtigkeiten beschäftigen. Nur durch Selbstdisziplin wählen und erledigen wir wichtige Aufgaben ohne Rücksicht auf unsere Laune.
Hierzu möchte ich allerdings anfügen, dass Herr Tracy sehr bemüht ist, einem für das harte Bett der Selbstdisziplin mit einer weichen Matratze, Decken und Kissen zur Seite zu stehen.
Mit anderen Worten: Er ist sehr gewillt, einem die Disziplin nicht als ein trauriges Muss zu präsentieren, durch das man sich durchkämpfen muss. Er hilft, indem er die Disziplin mit Werten, Zielen, geistiger und körperlicher Gesundheit und Motivation zu dem gewissen Etwas macht, dass das Leben in jedem Moment lebenswert macht.
Disziplin
Zu spät ins Bett zu kommen ist schlecht. Schlechter kann es sein, so früh einzuschlafen, dass man um Mitternacht herum aufwacht und fürs erste ausgeschlafen ist. Das richtige Maß zu finden ist eine Kunst in allen Bereichen des Lebens.
In Maßen über die Stränge schlagen. Und das gewisse etwas – zu wenig. Auch das sind Königsdisziplinen, mögliche Krönungen des Daseins.
Reframing 2
Was ist Reframing? Viel Stress, den wir uns machen, ist unproduktiv. Es lohnt sich im Streitfall den Blickwinkel des streitenden Gegenübers einzunehmen. Es kann sein, dass man erkennt, dass auch er Recht hat, oder dass auch man selbst nicht ganz richtig liegt. Die meisten Unfälle passieren, wenn beide Unfallteilnehmer sich nicht ganz an die Regeln halten.
Aber natürlich nicht alle. So ist es auch bei Streits. Es kann auch nur einer der Streiter falsch interpretiert haben oder einen Gedankenfehler gemacht haben.
Wenn Stress da ist, dann auch häufig zu Recht. Es reicht nicht, einfach einen anderen Blickwinkel einzunehmen, nur um sich wieder in Frieden zu fühlen. Aber ein anderer Blickwinkel hilft dabei, aus einer Handlungslähmung herauszukommen. Konstruktivität ist ein gutes Ziel.
Horizonte
Man zieht sich einiges zu im Leben. Und man geht auch durch einiges durch. Und beim durchgehen durch Episoden zieht man sich einiges zu. Man geht durch Krankheiten und Schule. Durch schwere Krankheiten und Verletzungen. Und durch Schultage die nur Zwang sind und geistige Diskriminierung. Und man sitzt stundenlang in Wartezimmern und nicht selten, erwartet einen nach langer Wartezeit eine Fehldiagnose. Und man schreibt Klausuren für die es sich nicht gelohnt hatte zu lernen, weil man nichts im Kopf behalten konnte und wartet danach, dass man das Ergebnis bekommt. Und hoppla: Wenn man in der Schulzeit locker im hochdreistelligen Bereich des Fünfenwiederkriegens gewesen ist, also von frühauf gelernt hat, den Kopf oben zu halten, steckt man vielleicht die Botschaft einer schweren chronischen Krankheit, oder eine Krebsdiagnose relativ routiniert weg. Wenn man aufgepasst hat, hat man gelernt, dass es allerwenigstens bis zum nächsten Horizont sowieso noch weitergeht. Und wie es bis dorthin ist, wird sich auch erst noch zeigen. Und wie das Jetzt an sich ist, läßt sich ohnehin nicht in Worte fassen.

Musikhören
Meine Lieblingsplatte zur Zeit ist von Aleksi Perälä: The Colundi Sequence Vol. 2.
Ich höre zur Zeit nur noch diese Platte, wenn ich zu Hause bin. Ich würde sie gern noch mehr hören und noch lauter. Aber ich bin andererseits sehr froh mit dem Gefühl, dass da noch was gehen würde. Dass ich sie irgendwann nochmal richtig hören kann. Und ich möchte sie gleichzeitig nicht zu schnell verbrauchen.
Als ich noch nächtlich ausgegangen bin, konnte ich immer darauf hoffen, einen guten Song irgendwann mal tatsächlich im Club erleben zu dürfen. Als ich noch analoge Musik mit richtigen Intstrumenten gehört habe, konnte ich darauf hoffen, diese Musik eines Tages live zu sehen und zu hören. Irgendwie schwang das mögliche Liveerlebnis als unausgesprochener Sinn des Musikhörens mit.
Das ist vorbei. Jetzt ist die Musik nur noch die Musik, die sie gerade ist….
Aber hoppla! Da ist ja immerhin noch die Option die Anlage mal richtig aufzudrehen und die Musik gemeinsam mit einem Freund zu hören.
Reframing 1
Falls man sich unangenehm gestresst fühlt, kann es gut sein, dass der Stress kein nutzloser Unmut ist. Wahrscheinlich ist, dass es intern kocht, weil sich eine Lösung zusammenbraut.
Mit diesem Wissen, entsteht nicht noch mehr Stress aus dem Unmut darüber, dass man gestresst wurde. Stattdessen sollte dieses Gefühl als eine positive Arbeit des Unbewußten verstanden werden: Es arbeitet gerade an Höherem, und läßt es nicht zu, sich vom aktiven Verstand unterbrechen zu lassen.

Geschichten
Fremdschämen regt mich zum Lachen an. Ich finde es also lustig, wenn ich etwas Peinlichem zuschaue. Hört Hört!! – Aber gleichzeitig kann ich es nicht ertragen. Merkwürdige Ambivalenz. Es macht doch eigentlich Spaß zu lachen.
Und Gewalt, Grusel und Trauer: warum? Weil es schön ist zu sehen, wie Menschen sich befreien. Aber wenn der Held nicht siegt, was dann? Dann ist der Film ein Betrug! Das Drehbuch ist schlecht! Der Autor hat keine Lösung gefunden und es sich leicht gemacht. Menschen zu enttäuschen ist einfach.
Emotionen
Musik ist ein starkes Gegenüber, das uns Menschen auf unterschiedlichste Art und Weise emotional fordert.* Unsere innere Abwehr kann durchlässig, und unangenehme Gefühlsanteile können wahrgenommen und zugelassen werden. Musik kann Schmerzen lindern, Erinnerungen wachrufen, psychische Barrieren überwinden, Kommunikation ermöglichen. Sie wirkt auf allen Ebenen des Gehirns und hat so einen direkten Zugang zu Emotionen. Und jeder ist grundsätzlich musikalisch. Fröhliche Musikstücke verringern die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut.
Musik wird von den Menschen vorintellektuell durch Emotionen interpretiert. Und meistens spielt das intellektuelle Denken eine große Rolle. Mit Musik an Emotionen heranzukommen ist nicht selbstverständlich. Die Musik muss speziell sein, damit sie bei dem Hörer ankommt. Und der Hörer muss in einem besonderen Zustand sein, um sich der Musik zu öffnen. Wenn der Hörer die Musik bewußt wahrnimmt, kann es gut sein, dass sie seine innere Barriere nicht überschreitet. Den Weg zu Emotionen öffnen ist ein überaus subtiler Weg.
Greenpeace
Eben bin ich Greenpeace-Mitglied geworden. Weil eine Frau so freundlich war, sich bei Null Grad auf die Straße zu stellen, um Passanten zu fragen, ob sie Mitglied werden wollen. Es hat sich so gut angefühlt, „ja“ zu sagen und das Gefühl zu haben, das Richtige getan zu haben. Greenpeace – rein Privatmitglieder finanziert – keine Unternehmensspenden. Cool!
Jetzt werde ich für meine kleine Spende das Greenpeace Magazin bekommen (werbefrei) und die Greenpeace Nachrichten, mit Aktionspostkarten zum verschicken. Aber da ich nicht viel Zeit in das Lesen von Zeitschriften stecke, bin ich vor allem froh, mich als Teil dieses Vereins verstehen zu dürfen.
Über das frühe Aufstehen in der Dunkelheit
Einst fiel es mir schwer.
Jetzt nicht mehr.
Ins Auge
Ich will nicht leugnen, dass es passieren kann. Ich habe es aber noch nie erlebt, und sogar von niemandem gehört, dass er oder sie etwas ernstlich ins Auge bekommen hätte. Was ich aber schon oft gehört habe ist, dass etwas auch hätte ins Auge gehen können.
Vor kurzem in Indien ist mir bei einer Feierlichkeit ein Böller gegen die Wange geschossen. Ich weiß nicht, wie viele Ziele es im Raum um den Böller herum gegeben hat. Ich vermute aber, dass sich die Zielezahl im 6 bis 8 stelligen bereich abspielt (ich stand wenigstens 10 Meter entfernt). Ich sah, dass ich leicht blutete und dachte: Gut, dass es nicht ins Auge gegangen ist. Meine kleine blutende Stelle wurde desinfiziert und ein Pflaster draufgeklebt. Ca. 5 Inder haben sich freundlich darum gekümmert. Keiner hat gesagt: You are lucky it didn’t hit the eye!
Zurück in Deutschland hat dies keiner, dem ich davon erzählte, nicht gesagt. Und natürlich ist es gut, dass es nicht das Auge getroffen hat. Aber warum hätte es sollen? Wo, wenn nicht hier muss es heißen: Knapp vorbei ist 100% daneben.
Wenn etwas Unangenehmes passiert, ist es gut, dass nicht etwas Schlimmeres passiert ist. Eher schon ist es Pech, dass es überhaupt passiert ist. Aber da es nun mal ist wie es ist, lohnt es sich nicht, über Pech zu klagen. Und mit weder Pech noch Glück ist es einfach was es ist. Hoppla! Dinge passieren und dann geht es weiter.

Schlaf
Meditation, Selbsthypnose, Ernährung und Lebenseinstellung: alles Dinge, mit denen man sich das Leben etwas einfacher oder viel schwerer machen kann. Doch das größte Potential, die Lebensqualität zu beeinflussen hat der Schlaf. Genügend Schlaf kann Lebensschwierigkeiten abmildern, oder gar nicht erst aufkommen lassen. Zu wenig Schlaf macht traurig und unsicher, was wiederum furchtbare Folgen nach sich ziehen kann. Ausgeschlafen meditiert und ernährt es sich besser, bei Selbsthypnosen schläft man nicht sofort ein und so kann man die schönsten Affirmationen auf sich wirken lassen und sich auf diese Weise eine gesund-positive Lebenseinstellung sichern… mit der es sich dann widerum deutlich besser schlafen lässt. Hoppla!
Wenn es nun gerade nicht so ideal läuft mit solch einer Positivzwickmühle, wie kann man dann eintreten in diesen Strudel des Glücks? All die genannten Techniken sind offene Türen für die meisten. Doch die Wahrheit ist, dass sie sehr vielen Menschen verschlossen scheinen. Irgendwie finden sie keinen Weg hindurch. Meditation, Lebenseinstllung, etc. sind hier nichts weiter als gute Tipps und die sind häufig wie ein ungewolltes Geschenk. Sie sind wie Speiserest und Eiterbeule! (Hallo Richard Wilhelm :-))
Daher hier mein einfacher Rat: Ohrstöpsel. Zum stillen Arbeiten, zum Bahn- und Busfahren, ab und zu zwischendurch und immer zum Schlafen.
(Schlafemoji)
Geburtstag
Am Geburtstag darf man sich etwas wünschen. Seit heute (bei Veröffentlichung gestern) bin ich 45 Jahre alt. Mit 45 ist man erwachsen. Es ist in diesem Altern nicht einfach, nicht ein paar Erkenntnisse aus dem Dasein gezogen zu haben. Eine meiner Erkenntnisse ist, dass Wünsche die Tendenz haben in Erfüllung zu gehen. Wünsche allerdings, die einen selbst betreffen. Für andere kann man sich zwar Dinge wünschen, aber auf deren Erfüllung nimmt man damit wenig Einfluss – zumindest auf lange Sicht.
Es ist okay, sich Dinge für die Zukunft zu wünschen. Wichtiger ist es, den Moment zu würdigen. Und gerade am Geburtstag ist mir das Wunder des Daseins besonders bewußt und ich bin froh, dasein zu dürfen.
Dennoch:
Mit dieser Erkenntnis im Kopf, wäre es doch dumm, sich nichts zu wünschen. Und mein Geburtstag ist doch ein guter Zeitpunkt. Also: was wünsche ich mir? Freude, Friede, Gesundheit, Entspannung, Energie und Liebe. Herzliche Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Vertiefung von bestehenden Freundschaften. Ich wünsche mir auch, dass mein Unternehmen wächst. Dass ich mit angenehmen und erfüllendem Arbeitsaufwand dazu beitrage, das Unternehmen weiter aufzubauen. Ich wünsche mir Entscheidungsfreudigkeit, Tatendrang und eine Prise Genialität. Ich möchte zufrieden mit mir sein, aber motiviert, weiterzugehen. Ich möchte Menschen helfen können, die offen dafür sind und die in Ruhe lassen, die es nicht sind (oder denen ich keine Hilfe zu bieten habe). So. Das sind ein paar gute Sachen. Damit reicht es für heute – auch wenn Geburtstag ist! Wenn mir anderes Gutes einfällt, wünsche ich es mir dann.
Dies ist keine perfekte Zieleliste mit allen Tricks und Kniffen. Aber sie ist viel besser als keine.
10
Und ich werde jetzt wieder von 10 rückwärts zählen und wenn ich bei der 1
angekommen bin, schläft Dein Körper und Dein Geist ist offen für meine
Anregungen. Und du spürst deinen Atem. Und deinen Herzschlag…
Du kannst dich jetzt leichter wohl fühlen und es fällt dir vielleicht stärker auf, wie einfach das ist intensiver bei dir selbst zu sein, um schneller Dinge leichter zu verändern.
10
und Du kannst Dir vorstellen, wie Du auf einer Wiese an einem kleinen Steg stehst.
Ein paar kleine Boote schaukeln sanft auf den in den leichten Wellen.
9
Und wie du die sanfte Abendsonne in Deinem Gesicht genießt und die frische Seeluft
ein- und ausatmest,
8
kannst du die Wimpel an den Masten der Boote hören… und vielleicht auch das
Rufen einer Möwe. Vielleicht hörst du diese Geräusche und hast dabei ein angenehmes Gefühl.
7
Und der Steg lädt dich ein und du gehst auf den Steg.
6
und spürst das Verlangen dich in dieser friedlichen Stimmung dort hinzulegen. Und
du legst dich dort nieder. Und es ist so angenehm die Augen zu schließen und einfach
zu entspannen.
5
Und vor deinem inneren Auge siehst Du eine Maske schweben. Eine Maske, die so viel Ruhe und Frieden ausstrahlt
Und
4
diese Maske ist genau zugeschnitten auf DEIN Gesicht und sanft legt sie sich darauf
nieder und befriedet. Ich weiß nicht, wie lange du dem Gefühl von dieser großen
ENTSPANNtheit widerstehen kannst, JETZT.
3
SCHLAF.
Und du träumst….
Du stehst vor einer alten Holztür. Und du öffnest die Tür und neugierig und
vertrauend wie ein Kind schaust du eine alte, lange, tiefe Treppe hinunter. Licht leuchtet golden. Kerzenlicht weich und klar erhellt die Stufen. Und du fasst ans solide, hölzerne Geländer und gehst die Treppe hinab. Stufe für Stufe tiefer und tiefer und hinab und Stufe für Stufe tiefer. Am Fusse der Treppe gehst du einen kurzen Gang entlang
und gelangst an eine weitere alte Holztür. Und Du fragst Dich vielleicht, was hinter der Tür für Dich sein mag. Du öffnest die Tür und stehst vor einer weitern Blumenwiese in einer friedlichen Landschaft. Und leichte Wolken durchziehen den milden Himmel.
Du weißt, DU BIST AUF DEM RICHTIGEN WEG. Und so schlenderst du sorglos durch die Wiese und genießt dein Leben. Und in der Ferne siehst Du ein Haus. Und Du
weißt, dass dieses Haus nur für dich da ist.
Und ich weiß nicht, wie das Haus aussieht. Vielleicht ist es ein altes Bauernhaus mit Reetdach, oder ein kleines Schloss umrankt von Wein – vielleicht ist es modern, mit großen Glasfronten durch die man in die weite Landschaft schauen kann…
Gemächlich gehst Du auf das Haus zu. Nichts treibt dich. Und je näher Du kommst,
ein desto größerer Frieden macht sich in dir breit.
Werbung
Da der letzte Post nicht richtig gelten kann, hier noch etwas Lustiges. Ich glaube, das Bild mit diesem… Werbespruch?!? ist von einer Kosmetikreklame.

Kunst und Marketing
Mit Kunst kenne ich mich nicht aus. Und Kunst überhaupt mit einer relativen Menge in Verbindung zu bringen, (wie ich es in meinem gestrigen Beitrag getan habe), erscheint mir absurd. Aber dies ist mein Blog. Ich kann hier machen, was ich will!
Der Genuss von Kunst, der Genuss von Natur, von Optik, vom Natürlichen als aktive Handlung im Moment, also jenseits von Gedanken, ist verweilen im Sein. An das Erleben von Genuss kann man von wenigstens zwei Seiten angehen: Einmal gibt es den Genuss von Kunst vor und nach dem Moment: der Genuss ist der Gedanken, die man zur Kunst hat. Als Zweites gibt es den Genuss der Wahrnehmung des Gefühls, das im Verstand von der Kunst dazu verleitet wird, ausgelöst zu werden…
Hoppla: Ich verstehe nicht, was das soll: Malerei, Musik, Literatur, Dichtung. Aber ich mache munter mit. Das erfüllt mein Leben.
PS: Kann ich in meinem Blog machen, was ich will? Kommt natürlich darauf an, was ich will. Und ob es Kunst ist (oder sein soll), oder nicht.
Wieviel Kunst ist okay?
Etwas Kunst ist okay. Aber nicht viel mehr. Kunst in Maßen ist gut fürs Leben und die geistige Gesundheit. Aber zu viel kann gefährlich sein. Es besteht die Gefahr zum Kunst-Spießer zu werden. Oder nur noch das Künstliche zu Schätzen und nicht mehr das Echte, also die wahre und wirkliche Realität, die ja eigentlich die eigentliche Grundlage für die echte Kunst sein sollte. Auch geistige Verfettung ist eine Gefahr. Wenn sich zu viel Farbe, Klang und Hintersinn sammelt, kann es auch passieren, dass diese Masse im Geist zu geistiger Behäbigkeit führt – ganz einfach, weil diese große Masse nur noch schwer in Bewegung kommt. Und dann wird gerade noch mehr und mehr und mehr raufgeschaufelt und der von zu viel Kunst erschwerte Geist wird zu schwer, um sich überhaupt noch eigenständig zu bewegen. Wer Kunst konsumieren möchte, sollte also sehr aufpassen, dass er es nicht übertreibt. Hoppla!
Worte
Wenn man sagt, dass einem die Worte fehlen, hat man damit natürlich schon alles gesagt. Wir können uns nicht entziehen. Jeder ist immer ein Teil des Ganzen. Man kann nicht nicht wählen, sich nicht nicht kleiden. Auch Nichthandeln ist eine Stellungnahme… Hoppla! Nichthandeln, Stellungnahme, Wortefehlen? Hier habe ich zufällig ein Bild zur Hand, das mehr sagt, als 1000 Worte.

Shakespeare
Sehr müde zu sein und keinen Ort oder keine Zeit zum Schlafen zu haben, ist eine vorübergehende geringe Lebensqualität. Milton Erickson revolutionierte die Hypnosetherapie, als Ärzte noch Götter in Weiß waren und keine ratlosen Nervenbündel, die im 5-Minuten-Takt Patienten pauschalversorgen mussten. Wenn Menschen mit Schlafproblemen zu ihm kamen, gab er ihnen Aufgaben. Wer sie befolgte – und da hatte er den Gott-in-Weiß-Vorteil – der wurde zwangsläufig von seinen Schlafproblemen erlöst. Wer mehr erfahren will, dem empfehle ich das Buch Meine Stimme begleitet Sie überall hin. Ich habe es drei Mal gelesen und ich würde es gerne nochmal lesen.
Wer nicht einschlafen kann, der sollte sich vornehmen, in den schlaflosen Stunden den gesamten Shakespeare zu lesen. Wenn man davon nicht zügig einschläft: Hoppla, umso besser!! Dann wird man sehr belesen.
Die Erschaffungen von Win-Win-Situationen sind große Lebensfreuden, und sie machen einen unverwüstlich!
Ich schlafe mittlerweile sehr gut ein. Deshalb kann ich nur vermuten, dass einem die Kenntnis des Shakespearegesamtwerkes lebensqualitative Vorteile beschert.
Alterserscheinung
Ich brauche für vieles etwas länger.
Nach 15 Jahren Schule kann man natürlich sagen, ich hätte früher als andere erkannt, dass es sich auf lange Sicht nicht unbedingt lohnt, sich anzupassen. „Ein krummer Baum wird nicht gefällt“, sagt Laozi. Wenn es so ist, bin ich doch wenigstens häufig ins Wanken geraten. Und ich wünsche niemandem meine schulische Laufbahn.
10 Jahre Uni sind dann auch nicht gerade knapp bemessen, wenn man danach ohne Abschluss und mit über 30 eine Ausbildung beginnt.
Spätestens, als ich ein junger Teenager war, wollte ich gern älter wirken als ich war. Und vielleicht ist das bei den ab 30-jährigen das wahre Zeichen des Junggebliebenseins, dass sie immer noch älter wirken wollen, als sie sind. (Um den umgekehrten Fall unerwähnt zu lassen, ist es hiermit zu spät).
Mir gefällt das Älterwerden. Ich wollte nie auch nur einen Tag zurück. Wenn ich 10 Jahre zurück müsste, würde ich das als eine schreckliche Gemeinheit empfinden. Oder gar nochmal Mitte 20? Hoppla: Bitte bitte bitte nicht!!!
Was ich allerdings gestehen muss: Älter wirken als ich bin, möchte auch ich nicht mehr. Seit einiger Zeit ist es immer gerade gut so, wie es ist. Und diesen Punkt oder dieses Plateau muss jeder, der an der genauen Angemessenheit seines Alters je gezweifelt hat und vom Älterideal zum Jüngerideal gewechselt ist, naturgemäß irgendwann durchlaufen haben. Vielleicht brauche ich hier wieder nur etwas länger als viele andere. Eine Tendenz ist ja schon sichtbar. Und dass wieder eine Zeit kommt, in der ich gerne noch älter wirken würde…. wer weiß?

Papadam – roasted or fried?
Wer in Deutschland in ein indisches Restaurant geht, bekommt häufig ein Papadam als Vorwegsnack. Wenn man Papadam bestellt bekommt man fast immer fritiertes Papadam. Papad ist ein knuspriges dünnes Ding aus Linsenmehl. Manchmal mit Pfeffer im Teig, manchmal mit Kreuzkümmel oder auch plain. Papad ist kein Brot. Es ist eher so etwas wie ein großer Nacho.
Wenn man in Indien nordindisch essen geht, wird das Papad später bestellt. Unter den Vorspeisen in der Karte findet man eigentlich immer auch das Masala Papad. Ein fritiertes Papad belegt mit gehackten rohen Zwiebeln, Tomatenstücken, Knusperkartoffelschnipseln und Koriander. Aber um dieses soll es nicht gehen.
Erst werden Starter bestellt. Dann Curry und Brot: Naan oder Roti. Danach erst Reis und Dal. Und zum Reis Papad, und zwar roasted und nicht frittiert. Wenn man ein Papad frittiert, saugt es sich mit Öl voll und geht auf. Wenn man es röstet, bekommt es Blasen und wird knusprig. Aber für mich das Besondere am Papad ist, dass dieses ganz nette, aber nicht all zu eindrucksvolle Knusperding bei vielen Indern zum Essen höchsterwünscht ist. Wenn es nicht kommt, ist die Enttäuschung groß. Falls es nur frittiertes Papad gibt, nimmt man es etwas enttäuscht hin. Es ist, wie die Enttäuschung, die man hier erlebt, wenn es zur Pasta keinen Parmesan gibt. Auf meine Frage, was es mit der Papadwichtigkeit auf sich hat, kann man mir auch nicht mehr sagen, als das es halt dazugehöre.
Hoppla! Aber so ist es mit vielem.
Daodejing 4
Es gibt viele Übersetzungen des Doadejing. Schon einige aus dem 19. Jahrhundert. Ich glaube, die meisten Verlage haben ihre eigene Übersetzung. Und nicht nur in Deutschland. Übersetzungen ins Englische gibt es natürlich noch viel mehr. Es gibt auch schon einige Vereinfachungen der Übersetzungen. So wie die von Jan Philipp Reemtsma. Auch ich habe mich für das Grundstudium Sinologie wenig erfolgreich mit dem Klassischen Chinesisch abgemüht. Ich gehe aber lieber im Eis baden. Es dauert nicht lang und man weiß, woran man ist. Aus meiner Sicht zwei klare Vorteile gegenüber dem Übersetzen aus dem alten Schriftchinesisch.
Hier das, was ich aus verschiedenen Übersetzungen des abermals advaitischen, also die Nichtdualität beschreibenden, siebten Verses herauslese:
7
Himmel und Erde überdauern.
Sie begreifen sich als Eins mit allem.
Wie sollten sie da vergehen?
So auch der mit Erkenntnis:
Er sieht sein Leben als Teil des Seins.
So wird er von der Strömung getragen.
Er wirft das Gefühl von Persönlichkeit ab.
So verweilt er im Bewusstsein.
Er braucht nichts für eine Persönlichkeit,
daher ist in jedem Moment das Ganze vollendet.

Hören
Schöneberg 6.38 – 6.52
Ein tiefes Grollen von der U-Bahn im Untergrund. Das leise Geräusch aus der Heizung: schnelle Wellen ca. 800Hz. Morgens ist es still. Das helle Klingen in den Ohren – oder im Kopf? Ein Auto in auf der feuchten Straße. Gasgeben und leises helles Rauschen von dem feuchten Belag auf der Straße. Nun ist es wieder Still, bis auf das innere Klingen und die Heizung. Eine ferne Amsel singt ihren wohlklingenden Gesang. Oder ist das nur eine Einbildung?
Das Nichterinnerte
Was sind die Dinge, an die ich mich nicht erinnere? Woran kann ich mich überhaupt erinnern? An ein Lied, das ich heute gehört habe? An eine Zugfahrt oder an das, was ich gelesen habe? Oder an etwas, worüber ich mich unterhalten habe? Natürlich nicht an jedes Wort und an jede Betonung. Weder von dem, was ich gesagt habe, noch an das, was ich gehört habe. Oder wie ist es erst mit der Erinnerung an die Natur, in der ich spazieren gegangen bin! Ich erinnere mich immer nur an winzige Ausschnitte.
Das, was man erinnert, ist im Verhältnis zu dem, was um einen herum passiert und ist, so wenig, dass es in dem Nichterinnerten eine unendliche Auswahl gibt. Je nachdem, wie tief man ins Detail gehen will. Ich kann mich an keinen der Namen erinnern, die ich in den letzten Tagen in der Zeitung gelesen habe. Ich kann mich nicht erinnern, wie viele Artikel ich gelesen habe.
Ist das Erinnern nicht das wirkliche Wunder und das Nichterinnern das ganz Natürliche. Was sind diese verschwindend geringen Dinge, an die man sich zwischen all dem Nichterinnern erinnert? Erinnerungen sind auserwählte Partikel der Vergangenheit. Erinnerte Bilder, Worte, Momente sind Trophäen des Lebens, des Seins.
Entscheidungen
Es gibt einige Entscheidungen des Nicht-mehr-Tuns, zu denen ich mich regelmäßig beglückwünsche. Ich würde soweit gehen zu sagen, dass ich eine gute Handvoll solcher Entscheidungen getroffen habe, an deren Richtigkeit ich nie gezweifelt habe.
Vor fast drei Jahren habe ich mich entschieden, keine Onlinepresse mehr zu lesen. Kein durchscrollen von News aller Art mehr. So kann ich selbst entscheiden, was ich lese. Und wenn ich am Computer arbeite, ist die Versuchung aus der gegenwärtigen Tätigkeit wegzuklicken relativ gering.
Und so passiert es täglich, dass ich mein Smartphone in die Hand nehme, einschalte und einfach nur daraufschaue. Dann ist da nichts, was ich tun könnte und ich lege es wieder weg.
Handschuhe
Es ist kühl geworden. Zu meiner Arbeit fahre ich 35 Minuten mit dem Fahrrad. Seit dem letzten Jahr fahre ich ohne Handschuhe. Die Hände gewöhnen sich daran, mit der Kälte umzugehen. Ich glaube, es bilden sich Kappilaren. Nach fünf Minuten werden die Hände sehr kalt. Dann wird es unangenehm bis schmerzhaft. Tatsächlich wird es vorübergehend so schmerzhaft, dass ich anfangs gedacht habe, es könnten bleibende Schäden entstehen. Dies waren allerdings intuitive Gedanken, denn ich wusste, dass nichts Schlimmes passieren würde. Nach ungefähr 15 Minuten verschwinden der Schmerz und die Steifigkeit der Finger. Dann fühlen die Hände sich gut an. Ich glaube, Hormone fließen in die Hände. Vom einen Moment auf den anderen ist das Handgefühl ganz anders. Hoppla!
Handschuhe finde ich störend. Ich kann damit nicht in die Tasche greifen. Wenn ich sie ausziehen muss, verlege ich sie. Falls die Hände nass sind, komme ich schlecht in die Handschuhe hinein und nur schwer wieder hinaus. Wenn ich Handschuhe benutze, habe ich auch das Gefühl, dass es ohne gar nicht gehen würde. Außerdem frieren mir die Hände mit Handschuhen auch langsam durch, werden aber nicht irgendwann wieder warm.
Die geistige Hingabe, die ich auf diesen Fahrten in die Hände stecke, ist erfüllend. Es hat etwas Meditatives, da die extreme geistige Hinwendung auf das Gefühl in den Händen unumgänglich ist. Ich bin gespannt auf diesen Winter und die Radfahrten. Ohne Handschuhe sind sie für mich ein Abenteuer – Moment für Moment, eine besondere körperliche Erfahrung. Und der Zeitabschnitt in dem die Hände Kalt sind, wird immer kürzer.
Was auch interessant ist: Wenn die Hände kalt werden, spüre ich jede Unstimmigkeit in der Hand. Wie kleine Zerrungen oder Wunden sind, ist es kälter und steifer. Dort scheint die Durchblutung schlechter zu funktionieren.
Daodejing 3
Der zweite Vers nach Zählung der alten Ausgaben (vor Mawangdui). Eine gute Erklärung des buddhistischen Alles-ist-Eins. Und Hoppla!: Als logische Konsequenz die Negierung des Freien Willens. So schlicht und so wahr. Eine einfache Erkenntnis mit weitreichender Konsequenz, die weitreichender kaum sein könnte. Wunderbar!
2
Das als schön Erkannte definiert das Häßliche.
Das Gute definiert das Schlechte.
Sein und Nichtsein entstehen gemeinsam.
Wie Schwer und Leicht.
Wie Lang und Kurz.
Wie Hoch und Tief.
Wie Geräusch und Klang.
Wie Vorher und Nachher.
Wer dies erkannt hat, der weiß, dass es kein eigenständiges Handeln gibt.
Er missioniert nicht. Er handelt nach seiner Erkenntnis.
Doch er antwortet, wenn er gefragt wird.
Was er erschafft, hält er nicht für sein persönliches Werk und Eigentum. Er ist nicht stolz.
Er macht einfach weiter mit dem Nächsten und immer kommt Neues.

Fundstücke 1
Hoppla!?
Rasenmähen kann eine wunderbare Sache sein. Schnipp-Schnapp – Halm ab. Ohne Strom und Benzin, sondern mit einem Handschiebemäher mit Umwälzmessern. Eine körperliche Ertüchtigung unter freiem Himmel, mit sicht- und riechbarem Effekt. Massenweise Halme werden kurzgestuzt und eine reinliche Wiese kann entstehen, eine grüne Ordentlichkeit. Fraglos eine sehr männliche Tätigkeit ist das Mäherschieben. Nicht, weil es etwas Grobes ist. Sondern weil es etwas Körperliches ist, das durch Vitalität schnell ein Ergebniss erkennen läßt. Es ist etwas durchweg anderes, als Staubsaugen. Staubsaugen ist eine weibliche Tätigkeit. In der Wohnung wütet laut und schlecht gelaunt die Hausfrau – im Garten werkt zufrieden der Mann.
Mäh
Rasenmähen kann eine wunderbare Sache sein.
Schnipp-Schnapp – Halm ab.
Ohne Strom und Benzin, zieh ich in den Garten ein,
Umwälzmesser-Wälzung – klack klack.
Eine körperlich Ertüchtigung unter freiem Himmel,
mit sicht- und riechbarem Effekt.
Massenweise Halme wandern an die Bimmel.
Kling Klang – Petrus wird geweckt.
Die männlich Tätigkeit, das Mäherschieben.
Nicht, weils grob – weils körperlich!
Durch echten Schneid schnell ein Ergebniss kriegen.
zack-zack – reinlich-grün und ordentlich.
Ganz anderes als das Staubgesauge,
das keine kraftvolle Stärkung des Leibes.
Der Sauger laut und schlechte Laune unterm Hausfraunauge –
Brumm-brumm – das ist Tätigkeit des Weibes.
Tasche
Ich habe eine neue Businesstasche. Eigentlich ist sie genau wie meine alte Tasche von Victorinox. Aber diese ist aus Vollgummi. Ich habe sie auf einem Sustainable Market in Amsterdam entdeckt und sie hat mir sofort gefallen. Die Produzentin hat mir erzählt, dass ihre Taschen aus alten indischen Truckreifen gemacht werden… Hoppla! !! Wie nice ist das denn? Die Produktion liegt an einer großen indischen Verkehrsstraße mit hohem Truckverkehr.
Ich freue mich darauf, gleich von meiner alten in meine neue Tasche umzupacken. Und schließe mich nebenbei wohlwollend dem neuen Dankbarkeitstrend an.
PS: Und was ich auch noch cool finde: Vegan ist sie auch. Es ärgert mich bei so vielen Taschen aus Stoff oder Taschenmaterial, dass wenigstens der Griff, aus meiner Sicht unnötiger Weise, aus Leder ist.
Future
Hier ist sie drin, die Zukunft. Heißt das, dass sie schon gewesen ist, oder kommt sie bei Gelegenheit raus? Oder wurde diese Zukunft bestellt und nicht abgeholt und wir haben stattdessen eine andere bekommen?
Daodejing 2
„Viel Worte meist in nichts verrinnen;
Weit besser, man bewahrt es innen.“
Diese abschließenden Worte des Verses V der Übersetzung von Victor von Strauß sind natürlich legendär. Und ob die Übersetzung genauso stimmt oder nicht, ist unwichtig. Victor hat das Richtige getan: Diese Zeilen sollten irgendwo an prominenter Stelle geschrieben stehen!
Und wie wahr diese Worte sind! Wie oft hätte ich schon meinen gesprächigen Mund halten sollen und wie eine Figur im Film nur den richtigen knappen Satz im richtigen Moment gesagt!
5
Himmel und Erde sind nicht für den Menschen da.
Die Menschen kommen und gehen.
Der mit Erkenntnis ist nicht für die Menschen da.
Die Menschen kommen und gehen.
Ohne Bewegung gibt es keine Welt.
Es lohnt sich kaum, darüber zu sprechen.
Besser ist es, wortlos bewußt zu sein.
Daodejing 1
Der erste Vers nach Zählung der alten Ausgaben (vor Mawangdui). Die meisten Übersetzungen, die ich kenne lesen sich stellenweise kryptisch. Oder die Wortwahl wirkt altertümlich. Ich möchte die Texte einfach schreiben.
1
Wahrheit und Wirklichkeit lassen sich nicht in Worte fassen.
Und alle Benennungen sind nur Worte.
Bevor irgendetwas ins Sein tritt, ist es im Nichtsein. Damit beginnen die Dinge.
Mit dem Bewußtsein taucht die Welt auf und alles, was sie birgt.
Wer in sein Bewußtsein das Nichtsein einschließt ist in Verbindung mit der Unendlichkeit.
Wer auf die Dinge schaut, schaut auf die Begrenzungen.
Doch es gibt keine Trennung, es gehört beides zusammen.
Gemeinsam ist dies das Nichtsagbare.
Und noch unsagbarer ist, wo das Bewußtsein herkommt.
Hören
5.11.18 Pune
Hupen und Vögel. Motoren und Kühlschrank. Die Hupen und Vögel sind abwechslungsreich und unregelmäßig. Der Kühlschrank ist konstant und beruhigend. Eine warme Frequenz mit angenehmen Schwingungen, ich vermute um die 600 Hz. Die Motoren sind fern. Es ist früh. Ich liege auf meinem Bett im 9. Stock in Pune. In Goa haben wir häufig den vorbeifahrenden Zug gehört – begleitet von den Wellen des Meeres. Dicht aber mild und niemand wusste, wo die Gleise sind. Und Paul Simon singt: Everybody likes to hear the sound of a train in the distance…” Geräusche aus der Ferne sind weich und weit.
Indian Graffiti


