Chancen

Beim Surfen ist es wie im richtigen Leben. Wenn eine Welle kommt, muss man sein Equipment mobil machen und auf ihr reiten. Dann muss man die Balance halten, nicht mehr nach links und rechts schauen, sondern auf dem Weg, der vor einem liegt. Hier ist kein Raum für große Zweifel und Abwege. So geht man mit dem Flow, man wird eins mit der Welle und sie holt das Beste aus einem heraus.

Charakter

Was sind Glaubenssätze, was ist anerzogen, was ist Charakter? Sollen wir uns in dem herausfordern, was wir für uns nicht wollen?

Wir müssen unseren Weg gehen. Das heißt auch, dass wir nicht zu viel Energie dafür verschwenden, versuchen zu sein, wer wir nicht sind. Wer Krieg gegen sich selbst führt, wird verlieren. Wir können uns vortasten, uns ausprobieren und unseren Lebensweg bahnen. Aber wenn sich etwas zu falsch anfühlt, wenn etwas zu viel Energie kostet, dann brauchen wir die Courage, einen Weg zu finden, zufrieden wir selbst zu bleiben.

Teile

Die ganze Zeit ist etwas los. Mal sitzt die Frisur nicht richtig, mal ist ein Knopf der Jacke ab. Mal haben wir Hunger, mal schmerzt der Rücken. Mal machen wir zu selten Sport, mal wissen wir abends nicht, was wir machen sollen. Ein Freund kommt zu spät, ein anderer meldet sich gar nicht. Auch ein glückliches Leben ist gefüllt mit Einzelheiten. Einige würde man sich anderes wünschen, andere nicht.

Und so ist es mit allem. Wir müssen reframen. Wir müssen Herausforderungen und Lösungen sehen. Wir müssen wachsen. Wir müssen Dinge nicht als Teile unseres Lebens betrachten, sondern uns als Teil des Lebens.

Spielraum

Der Verstand ist immer im Ungewissen. Gefühle müssen interpretiert werden. Alles, was in Worten festgemacht werden kann, kann von Worten widerlegt werden. Wir wissen nie, ob aus dem Wahr irgendwann ein Unwahr werden wird. Wir müssen abwägen, wir müssen vertrauen, wir müssen es wagen, uns fallen zu lassen. Diese Ungewissheit eröffnet uns eine Auswahl an Möglichkeiten. Der Spielraum des Nichtwissens macht uns frei.

Jenseits

Wollen wir arm oder reich sein, innovativ oder klassisch. Wollen wir sein, wie wir wirklich sind, oder wie wir gerne sein würden?

Wollen wir hier und da reinschauen, oder Wege weiter und weiter gehen und erleben, wie sie sich entwickeln, wenn wir immer tiefer gehen? Wann ist ein Weg zu Ende gegangen? Ab wann führt er ins Nichts?

Wo lebt man sein Leben richtig? In der Natur, am Quell von Schönheit und Wahrhaftigkeit? In der Stadt, zwischen Ehrgeiz, Kreativität und Aufgeschlossenheit? Wir haben nur ein Leben. Jede Altersstufe durchleben wir nur ein einziges Mal. Wie das Wasser fließt unser Leben. Es gibt keinen Stillstand.

Vielleicht gibt es keine echte und wahre Persönlichkeit. Vielleicht müssen wir uns treiben lassen und die Fahrt genießen. Wahrheit ist jenseits der Person. Im Jetzt sind wir reines Bewusstsein.

Weniger

Das richtige Maß zu finden ist eine Königsdisziplin. Und in vielen Fällen brauchen Dinge weniger Einsatz zur Vollendung, als wir meinen. Zu viel Anstrengung ist kontraproduktiv. Wenn man eine Schraube zu fest dreht, geht das Gewinde kaputt. Überinterpretation verwässert den Sinn. Wenn man Menschen zu viel Aufmerksamkeit schenkt, fühlen sie sich nicht wohl.

Ein Meister braucht einen Anlauf, um ins Schwarze zu treffen. Dann ist seine Arbeit getan.

Reisen

Wir stechen in See mit unseren Vorhaben und Plänen. Tag um Tag, Projekt für Projekt. Irgendwo wollen wir immer hin. Selbst das Bleiben ist eine Reise.

Eine gute Crew und gesetzte Segel sind hilfreich, um voranzukommen. Gutes Essen und gute Unterhaltung sind gut für die Moral. Aber wir müssen flexibel bleiben. Wer weiß, durch was für Gewässer wir müssen, wie das Wetter sein wird und wo wir ankommen – schlussendlich und zwischendurch.

 

Zeit

Wenn gerade nichts dringend ist, kann man all das tun, was sowieso noch getan werden muss. Nichts davon ist Zeitverschwendung. Wir können den Weg des geringsten Widerstands gehen und erledigen, was uns am leichtesten fällt. Vielleicht erfahren wir nebenbei sogar etwas über unsere wahren Präferenzen.

Genauso können wir es machen, wenn wir Geld über haben. Wenn es Dinge gibt, die wir sowieso anschaffen müssen, kaufen wir sie besser heute als morgen. So können wir sie länger benutzen und bekommen auf diese Weise mehr für unser Geld.

Beweise

Die Hoffnung auf Mystik, einen tieferen Sinn unter der Oberfläche, eine letzte Wahrheit, ist unsere Hoffnung auf einen Sinn jenseits vom Jetzt. Wer auf die Suche geht, gelangt an 1000 Orte, die an weitere 1000 Orte führen. Und mehr Sinn, als Worte beschreiben können, kann keine Erklärung bieten.

Wer eine Antwort möchte, sucht besser danach, keine Antwort zu wollen. Besser man sucht vor den Worten. Besser man sucht an der Quelle.

Schlösser

Jeden Tag erneuert sich die Gesellschaft. Das Neue entsteht, das Alte geht. Die Alten verstehen die Welt der Jungen nicht mehr. Die Jungen sehen die Welt durch andere Augen.

Wer keine Welt kennt, ohne Internet und Bluetooth, wird viel Grundlegendes und Wichtiges nicht verstehen. Doch so wichtig und grundlegend dieses Verständnis auch auch sein mag: braucht er dieses Verständnis?

Wer es hat, möchte es nicht hergeben. Und so kann er zufrieden von dannen ziehen, aus einer Welt, in die er nicht mehr hinein gehört. Wer diese Grundlagen nicht hat, erschafft sich andere. Er kann neue Traumschlösser bauen und in seine eigene Welt einziehen.

Etwas

Irgendetwas hören wir immer. Die Nadel auf der Schallplatte. Die Bahn unter der Erde. Das Fiepen in unserem Gehörgang.

Und auf diese Weise können wir immer finden, was wir suchen. Einen Funken Glück oder Sumpf und Unrecht. Wir sollten weder das eine hysterisch erzwingen, noch das andere krampfhaft meiden. Aber das Leben ist endlich und die Vorräte am Beklagenswerten und an Freude sind unendlich. Wir sollten uns überlegen, wann es sich lohnt, unseren Blick auf das Eine oder das Andere zu richten.

Glanz

Im Doadejing steht, wenn man vom Dao spricht, und der Narr nicht laut lacht, wurde nicht vom wahren Dao gesprochen.

Es muss nicht immer so dramatisch sein. Aber was auf den ersten Blick nicht nur nicht glänzt, sondern einem erscheint wie unnütz oder Schrott, kann beim zweiten Betrachten erheblich an Wert gewonnen haben. Der Sinn von Dingen und Worten kann in uns reifen.

Was wir nicht verstehen, halten wir im Kurzschluss oft für unbrauchbar. Bevor wir unser finales Urteil abgeben, können wir noch eine Nacht drüber schlafen. Dann betrachten wir die Dinge mit frischem Blick oder gereiftem Verständnis.

Ungewiss

Ob uns das Mehr oder Weniger, das wir durch das Erreichen unserer Ziele erlangen, Sicherheit und Friede in der Zukunft gegeben haben wird, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. 

Die Zukunft ist ungewiss. Unsere Ziele und die Handlungen, die wir für sie unternehmen, sind eine Sicherung der Zukunft. Aber weniger im materiellen Sinn. Vielmehr geben sie uns das Gefühl, heute und morgen das Richtige zu tun.

Wind

Wir können immer noch etwas mehr tun, noch mehr wissen, etwas mehr lernen, länger meditieren. Im Guten, wie im Schlechten. Es gibt auch immer noch welche, die noch schlimmer sind, noch skrupelloser, noch mehr Unheil anrichten.

Tugenden und Untugenden sind eine Sache für sich und sie geben uns Werte, Richtung und Erfüllung. Aber es gibt auch ein jenseits davon, das nicht zu unterschätzen ist. Wir können uns treiben lassen, ohne Wert und Ziel. Manchmal könne wir sein, wie ein Blatt im Wind.

Erfolg

Mancher Erfolg ist erstmal nichts als ein Traum von einer besseren Zukunft. Man kann sagen, dass Erfolg durch das Erreichen eines Ziels zustande kommt. Aber was ist ein Erfolg wert, wenn er uns nicht nur zum Ziel gebracht hat, sondern auch in die Sucht. Was sind alle Erfolge der letzten Jahre wert, wenn sie uns auch in die Trennung zu unserer Familie gebracht haben. Und auch Geld ist nur soviel wert, wie es uns das Leben verbessern kann.

Wenn jemand Erfolg hat, dann ist etwas Erwartetes aus seinen Taten erfolgt. Mehr ist erstmal nicht passiert. Aber was ist der Erfolg, den wir uns wünschen sollen? Was ist der Erfolg, für den es sich lohnt, erfolgreich zu sein?

Es gibt Erfolge des Moments, der Situation, der Stunde, Tageserfolge, Taskerfolge und Langzeiterfolge. Das Erreichen des Ziels, ist ein Teil des Weges. Es ist nicht der krönende Abschluss! Erfolg ist nichts Großes. 

Erfolg bedeutet, dass ich mich auf dem richtigen Weg fühle. Mit Herausforderungen und guten Momenten und allem, was dazu gehört. Erfolg kann sein, wie schönes Wetter, oder wie eine Belohnung, über die man sich freut.

Unergründliches

Wir müssen die Menschen nicht immer verstehen. Die Menschen haben ihre eigene persönliche Agenda. Manchmal verstehen sie sich selbst nicht. Das ist okay.

Auch wir müssen uns selbst nicht immer verstehen. Manchmal kann man es einfach gut sein lassen und andere und sich selbst des Weges ziehen lassen. Es ist wie es ist. Man ist, wie man ist. Die Welt ist groß und unergründlich. Sie nimmt ihren Lauf und wir sind ein Teil von ihr.

Falsch

Wer meint, die Welt sollte eigentlich anders sein, wer meint, in der falschen Welt zu leben, der kann sich fragen, ob diese richtige Welt, auf die der Anspruch besteht, jemals existiert hat.

Die Welt selbst würde nie sagen, dass jemand in ihr lebt, der falsch ist. Und die Welt hat recht. Sie wird sich weiter drehen. Voller Gesellschaften, Persönlichkeiten und Meinungen. Meinungen über Gerecht und Ungerecht, Richtig und Falsch, Ja oder Nein.

Man muss sich nicht immer fühlen, als könne man es mit der ganzen Welt aufnehmen. Aber wie auch immer man sich fühlt – nur im Notfall sollten wir das Universum, die Welt, die Gesellschaft oder unser Umfeld dafür verantwortlich machen, dass die Dinge nicht so laufen, wie wir es uns vorstellen.

 

 

 

Begründungen

Wahrheiten, die ewig erklärt werden müssen, sind wenigstens verdächtig. Mit vielen Worten kann man alles ins Recht zerren. Verschwörungstheorien, Zahlenmystik und chronische Sorgen leben davon. Aber es sind auch diese Denkkonstrukte, die uns in unseren Gedankenkarussellen weiter und weiter im Kreis oder ins Nirgendwo führen.

Und tatsächlich ist es das berühmte Loslassen, das uns wenigstens kurzzeitig aus diesem Karussell aussteigen lässt. Wiederholtes und bald gewohntes Loslassen holt Menschen aus diesen Gedankenkonstrukten heraus, die sich mit endlosen Worten, Vermutungen, Begründungen und Beweisen am Leben halten möchten.

Lösungspläne

Glaube und Hoffnung sind wichtig, aber Glaube bleibt Glaube, Zukunft bleibt Zukunft.

Lösungspläne sind Schritte ins Ungewisse. Es gibt keine Garantie, Probleme zu lösen. Es gibt eine Investition in die Zukunft. Lösungspläne schenken uns Glauben. Und der Glaube kann unseren Blick auf die helfenden Dinge lenken.

Aber wenn die Zukunft nicht ungewiss wäre, was wäre dann die Welt und unser Leben?

Natur

Jeder ist immer irgendwann und irgendwo im Leben auf der Suche nach Leben. Jeder ist an besonderen Orten unter besonderen Umständen und mit besonderen Sorgen. Sorgen um die Zukunft von uns selbst, unseren Mitmenschen, unseres Landes, der Umwelt und der Welt. Immerhin: ums Universum müssen wir uns keine Sorgen machen.

Aber wir feilen an unseren Gedanken, unserer Haltung, unserem Atem, unserem Empfinden, unserem geistigen und materiellen Konsum, unseren Worten, unseren Handlungen, unserem Input und Output, unserer Planung für gleich, nachher, morgen, die nächsten Wochen, Monate, Jahre und Jahrzehnte und um die Zukunft unserer Kinder und Enkel.

Es ist die Natur des Menschen aufwärts zu streben, wie es die Natur des Wassers ist, abwärts zu fließen. Während wir driften im Universum.

Tiefe

Was will ich wirklich? Ist das, was ich wirklich will das, was mich glücklich macht? Ist das, was ich wirklich will etwas, das mir Frieden schenkt? Ist das, was ich wirklich will eine Herausforderung? Fördert das, was ich wirklich will, mein Wachstum? – Wachstum zu mehr Friede, zu mehr tiefem, wahren Glück? Ist das, was ich meine, was mir Glück und tiefen Frieden bringt, tatsächlich etwas, das mir Frieden und tiefes Glück bringen wird?

Das Leben ist nichts Überschaubares. Wir sind im Fluss des Lebens und haben die Chance den Moment zu genießen. Aber als Wesen in Zeit und Raum müssen wir abwägen, ob der Genuss dieses Moments auf Kosten der zahllosen Momente in der Zukunft geht.

 

Widerstand

Wenn man nicht verrotten möchte, sind Umkehren und Stillstand keine Option. Man braucht eine Richtung und einen konstanten Drang im Fluss zu sein und weiterzukommen. Dann kann man den Weg des geringsten Widerstands gehen.

Wer meint, dass dieser Weg, wie eine endlose Rutsche abwärts sei, der irrt sich. Um den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, muss man in Bewegung sein. Wasser geht erfolgreich den Weg des geringsten Widerstands. Es drückt konstant so lange nach vorn, bis sich schließlich der nächste Weg ergibt. 

Tod

Was auch immer ist, es wird vergehen. Das Erleben des Seins ist der größtmögliche Wert. Das Leben ist reich. Es ist einzig und mystisch, wie ein verlorener Funke im Universum. Jeder Moment im Jetzt ist erfüllt von Sinn. In stetiger Veränderung erleben wir immer neu und aus neuen Perspektiven. 

Anders als der Tod. Im Nichtleben ist Nichts. Nichts verändert sich. Es gibt keinen Wandel. Wenn man das Sein dem Nichtsein gegenüberstellt, ist jeder Moment im Sein erfüllt. Voll Farben, Klängen, Emotionen, Worten und Sinn.

Ausgangspunkte

Wir befinden uns immer wieder auf irgendeinem Weg, den wir in Richtung Glück eingeschlagen haben. Dieses Glück, auf das wir zusteuern, ist das jeweilige Versprechen eines Ziels.

Und das Gefühl zu haben, auf dem richtigen Weg zu sein, ist eine der höchsten Formen von Glück. Das ersehnte Glück selbst interessiert oft nicht mehr, wenn es erreicht ist.

Trotzdem sollten Ziele gute neue Ausgangspunkte erzeugen, die es eher leichter machen, weiterzuziehen, als beschwerlicher.

Zuschauen

Wer meint, verantwortlich dafür zu sein, auf Menschen und Dinge Einfluss zu nehmen, nimmt sich damit unter Umständen Ziele vor, auf die er nicht genug Einfluss hat, um sie zu verwirklichen.

Es ist ein Glücksspiel. Der Thrill ist groß, weil der Ausgang ungewiss ist. Doch kommen wir nicht um das Gefühl herum, zu meinen, wir seien mitverantwortlich, ob wir gesegnet sind, oder verflucht.

Besser, wir betrachten die Dinge, die wir nicht beeinflussen können, als den Fluss des Lebens. Und suchen uns Ziele, deren Verwirklichungen in unserer Hand liegen.

Antworten

Viele Wahrheiten sind nicht in Worte zu fassen. Es kann viel argumenriert werden. Aber die Wahrheit ist jenseits von Gesellschaft, Gesetz und Auslegung.

Der Mensch ist eine Erscheinung im Universum. Er hat kein Hoheitsrecht über die Wirklichkeit. Er kann nur zusehen, wie er in der Unendlichkeit mit sich und seinesgleichen klar kommt. Unsere Wahrheit in Worten bezieht sich immer aufs Soziale, angefangen bei einem selbst.

Aber das Leben findet statt in etwas, das Wahrheit, Weg, Dao oder Gott genannt wird.

Fluss

Wir schauen zu, wie der Fluss fließt. Die Strömung treibt den Wandel. Unaufhörlich fließt der Fluss aus tausenden Quellen in seine Unendlichkeit und nährt und zehrt und zerrt und schiebt und rauscht und plätschert vorbei an den Seelen des Lebens.

Der Fluss ist ein Sinnbild der Ungreifbarkeit des Seins. Wir sind unterwegs in diesem Fluss von Zeit und Materie.

Und wir können jederzeit aus diesem Blickwinkel schauen, auf das, was uns umgibt. Wenn wir innehalten, spüren wir das Sein jenseits von Wort und Sinn.

Computer

Das meiste, was wir konsumieren und benutzen, produzieren wir nicht selbst. Es entsteht aus der Geschichte. Aus dem kollektiven Wissen an dessen Ende eine Umsetzung stattfindet.

 Jemand anders stellt die Früchte bereit. Jemand anders erntet den Weizen. Jemand anders backt das Brot. Und noch jemand anders bereitet zu, was wir schließlich konsumieren.

Aus dem was getan wird, um anderen Menschen das Leben zu erleichtern, entstehen Berufe. Irgendwann und irgendwo sind tausende kleine Schritte gemacht worden, damit wir die Dinge haben, die uns umgeben. Wer oder was es getan hat, ist meist unwichtig. An unserem Ende ist das Ding, das uns umgibt. Bei vielem waren Hilfsmittel wie Werkzeuge, Maschinen und Computer im Spiel.

Wo tritt nun die große Veränderung ein, wenn die sogenannte künstliche Intelligenz ins Spiel kommt. Wir befinden uns noch lange nicht am Ende der Möglichkeiten für menschliche Tätigkeiten. Es geht immer weiter. Der Sinn war immer das Leben und das Leben wird sich immer füllen.

Im Daodejing steht: The Dao is like an empty vessel, which in being used will never be filled up.

Belege

Die vielen Dinge des Lebens: Es ist nicht sinnvoll, sie verstehen zu wollen.  Wer nicht damit beschäftigt ist, zu entstehen, ist damit beschäftig zu vergehen.

Es braucht nicht viele Belege dafür, dass Bob Dylan den Nobelpreis für Literatur verdient hat.

Einer ist der unglaubliche Text, von It’s alright ma, den er mit Anfang 20 geschrieben hat.

But I mean no harm nor put fault
On anyone that lives in a vault
But it’s alright, Ma, if I can’t please him

Miyazaki

Hayao Miyazaki ist in Japan wahrscheinlich jedem ein Begriff. Jeder kennt dort seine Filme. Ich schaue mit meinem Sohn nach und nach seine bekanntesten Filme und staune über seine Dartellung von Mensch, Natur und Mystik. Ich freue mich darauf, die Filme in den nächsten Jahren noch einige Male zu schauen. Heute habe ich Mein Nachbar Totoro gesehen und mich dabei sehr wohl gefühlt. Auch toll Pinzessin Nausicaä, Prinzessin Mononoke, Das wandelnde Schloss und Chihiros Reise ins Zauberland. Ich denke, dass diese Filme für jeden, der gern Filme schaut eine Bereicherung sind.

Weltbühne

Wenn wir eine einigermaßen heile Welt unmittelbar vor Augen haben, wollen wir, dass es so bleibt. Aber Dinge verändern sich. Und so bleibt das Weltgeschehen, wie es ist und immer war.

Die Welt nimmt immer ihren Lauf und es bleibt spannend. Denn endlich gibt es die Weltbühne. Sogar mit mehr Organisationen, Projekten, Menschen und Informationen, als man sich je hätte erträumen können. Massensterben, Völkerwanderungen und verrückte Megaherrscher hat es immer gegeben. Und wir erfahren etwas über die Hintergründe. Und wir erfahren nicht erst davon, wenn es schon zu spät ist. 

Wovon wir heute auch erfahren, sind die Dinge, die besser werden: Weltweite Medizinische Versorgung und Katastrophenhilfe, mehr Gleichberechtigung, geringere Kindersterblichkeit, mehr Schulbildung. Selbst wenn die Blase platzt, wird die Menschheit besser dastehen, als vor 200 Jahren.

 

 

Mengzi

Die Welt ist Wandel. Aber einiges bleibt: immer wollen Menschen ihr Gewissen retten. Um das einigermaßen solide zu tun, muss man feste Werte haben. Schmerz, Sterben, Leiden, Leid zufügen, Schmerz zufügen, nicht den Grundlebensstandard zu haben, den viele andere haben: das ist alles schlecht. Gut ist es, besser zu werden und Frieden zu finden. Mengzi* hatte recht, wenn er sagte: Wie es die Natur des Wassers ist, abwärts zu fließen, ist es die Natur des Menschen aufwärts zu streben.

Doch wenn feste Werte ins Relative gemeißelt werden sollen, braucht die hohe Philosophie mehr Worte, als wahr sein können. Wie viele Worte müssen es mindestens sein und wie viele höchstens, um die Wahrheit zu benennen? Ist es ein Satz oder eine Bibliothek?

Wenn Worte in Spiel kommen, gibt es so viele Wahrheiten, wie Wortkombinationen. Jenseits der Worte gibt es nur eine Wahrheit, aber sie kann nicht genannt werden.

 

*Ein sehr zu empfehlender Wikipediabeitrag

 

Ausschnitte

Die Welt hat jedes Individuum perfekt in sich eingepasst. Jedes Individuum wird umgeben mit Eindrücken und Möglichkeiten und verbindet diese mit seinem Willen.

Den Weltausschnitt, in dem wir uns bewegen, haben wir passgenau auf uns zugeschnitten. Hier und da zwickt es mal. Aber im großen und ganzen passt unser Leben um uns herum so gut wie die Kleidung, die wir tragen. Und wir vertragen es so gut, wie das Essen, das wir essen.

Unser Leben ist das Wechselspiel von Ursache und Wirkung.

Sanft

Die schönsten Symbiosen entstehen aus vereinten Gegensätzen. Das Sanfte gibt dem Kraftvollen eine besondere Legitimation. Das Grobe und das Vollendete erheben sich miteinander. Das Yin und Yang ist nicht nur ein hübsches Zeichen. Die Weisheit des Yin und Yang lehrt uns die Einheit – Erkenntnis statt Urteil.

Geschichte

Wer auf die Welt kommt, hat sich nicht ausgesucht, wer seine Eltern sind, wo auf der Welt er erscheint und denkt nicht darüber nach, wie die ersten persönlichen Handlungen sein sollen. Alles passiert einfach. Das Baby reagiert mit seiner Genetik, die es nicht selbst ausgewählt hat, auf die Einflüsse der Welt. Und so geht es weiter, Tag für Tag.

Was nicht auftauchen wird, ist der Tag, an dem etwas Zusätzliches in die Person eintaucht, oder aus der Person auftaucht, das sagt: So! Jetzt übernehme ich das Ruder. Jetzt treffe ich mal MEINE Entscheidungen. Dieser Gedanke wäre zu jedem Zeitpunkt ein Resultat des Zusammentreffens von Welteinflüssen mit Geschichte und Genetik des Körperlich-Geistigen der sogenannten Person. Was die Person tut, bleibt ein Reagieren auf das, was mit Körper und Geist in Berührung kommt. Es gibt keinen möglichen Moment, in dem sich das ändern kann. Dies macht es der Person unmöglich, einen selbstbestimmten freien Gedanken zu denken. Jeder Gedanke ist ein Resultat der Geschichte.

Der Wille ist frei, aber er ist von der Person nicht frei gewählt. Welche Konsequenz kann man daraus ziehen? Wir müssen uns nicht verbissen anstrengen und kämpfen. Wir machen unser Leben nicht selbst. Wir sind ein Teil des Ganzen und können in die Beobachterrolle gehen uns uns als dieses Ganze wahrnehmen. Das macht dankbar und entspannt. Dies schafft in der Person Raum, dankbarer und entspannter in der Welt zu Handeln.

 

 

Betrieb

Wenn die Mitte verblasst, bietet sie selbst den Angepasstesten keinen Halt mehr. Wenn die Werte der Mitte von Beliebigkeit verwaschen, werden sie instabil und schwach. Deutliche Werte bieten Halt und Richtung. Es soll ja schließlich irgendwo hingehen. Auch die Konservativen möchten nicht auf der Stelle treten, sondern teils den Status Quo festigen, teils zurück dahin, wo sie nie war.

Das, was wir als Falsch verstehen, bietet uns die Möglichkeit, Stellung zu beziehen und unsere Werte zu erhellen und zu erkennen. Es fordert uns auf, unsere Wahrheit zu prüfen, um unsere Argumente zu schärfen.

Wandel ist unaufhaltsam, er besitzt den Zahn der Zeit. Nichts kann ihm widerstehen. Auch wir müssen unsere Werte und Ziele regelmäßig überprüfen und überarbeiten.

Zusammenkünfte

Was man für sich nicht möchte, das sollte man auch für andere nicht fördern. Dass man von sich auf andere schließt, ist erstmal üblich und gesund. Man räumt anderen den gleichen Status und die gleichen Rechte ein, wie sich selbst. Jedoch:

Der eine mag gern süß, der andere nicht. Einer liebt die körperliche Anstrengung. Einige mögen, dass man für sie entscheidet. Einige mögen nicht, wenn man dauernd fragt, ob sie dies oder das nicht wollen.

Die Verschiedenheit der Menschen ermöglicht, dass sich Gesellschaften und Gruppen ausgleichen und ergänzen. Verschiedene Meinungen und Ambivalenzen sind wichtig – innerhalb einer Person, innerhalb einer Gesellschaft und über Grenzen hinweg. Sie geben dem Geist Freiheit und machen die Welt weit und interessant. Das Prinzip von Yin und Yang ermöglicht uns das Annehmen, weil es ein Ablehnen gibt. Und es ermöglicht uns, den erfüllenden Weg von der Ablehnung zum Annehmen zu gehen.

Lost

Es ist Magie, dass Worte Bedeutungen haben. Auf einfache Weise merkt man das, wenn einem auffällt, dass es Sinn in Worten gibt, der sich nicht übersetzen lässt. Der Film mit dem wunderbaren englischen Titel Spirited Away von Hayao Miyazaki heißt auf deutsch Chihiros Reise ins Zauberland (wohl so, wie im japanischen Original).

Wie auch in seinem tollen Film Prinzessin Mononoke schafft Miyazaki auch hier kein Gut und Böse, sondern verschiedene Ausdrücke von Lebens- bzw. Daseinsformen die miteinander bestehen und sich unweigerlich gegenseitig ins Gebiet schwappen. Daraus wird man vielleicht schwerer schlau, als aus den üblichen Storys, die wir sehen. Aber man wird eher wirklich schlau. Es lohnt, sich diese Filme anzuschauen, auch gern mit Kindern.

Grenzen

Wärme regt ab. Kälte regt an. Warm und abgeregt kann der Geist sehr aktiv sein. Man kann halb unbeteiligt beobachten, was die Gedanken zusammentragen. Von Kälte angeregt kann man ruhig und in Frieden sein. Aufmerksam im Moment die Kälte als das spüren, was sie ist, tief atmen und entspannt bleiben. Mit diesem Frieden im Herzen kann man angeregt zur Ruhe kommen.

Die perfekte Energie, die das Yin und Yang beschreibt, ist in vielem, das wir als perfekt empfinden: In der Konsistenz außen hart und innen weich. In der Musik die Kombination von kräftig und sanft. Für die Sinne hebt das Eine das Unwiderstehliche an seinem Gegensatz hervor.

Wer energetisch sein möchte, sollte nicht vergessen auch die Ruhe zu finden. Wer weich und freundlich sein möchte, sollte auch wissen, wie man „Nein“ sagt. Wer gibt, sollte nicht alles Annehmen verweigern. Wer dazu neigt, sich möglichst viele Optionen offen zu halten, sollte sich Rainer Werner Fassbinders häufigen Ausspruch zu Herzen nehmen: Eingrenzungen machen frei.

Komplikationen

Chaos verbreitet sich von selbst, wie Unkraut und Verfall. Alles, was aus mehreren Komponenten zusammengesetzt ist, läuft manchmal nicht ganz rund. Und alles, was etwas leistet, braucht Wartung: jedes Auto oder Fahrrad, jede Maschine, jedes Projekt, jedes Team (auch unser inneres Team).

Wer enttäuscht meint, etwas funktioniert gar nicht, weil hier und da mal was klemmt, hat nicht verstanden, dass alles in Bewegung ist und Pflege und Aufmerksamkeit braucht.

Atem

Der Atem ist das zentrale und immer verfügbare Instrument, um uns in den Moment zu führen, wo das Bewusstsein sich selbst wahrnimmt. Der Atem bringt Sauerstoff in die Lungen und dann wird das Blut mit diesem Sauerstoff gefüllt und das Blut wird durch den Körper gepumpt und versorgt den ganzen Körper mit Sauerstoff.

Durch das Vergehen von Zeit finden lebenserhaltende Prozesse statt. Zeit ist Leben, Vergänglichkeit ist Leben. Das unendliche und unveränderliche Bewusstsein, nimmt sich durch das sich immer Wandelnde wahr.

Perfekt

Kann das Perfekte optimiert werden?

Die Welt steht nicht still. Alles hängt mit anderem zusammen. So wird alles wenigstens von den Veränderungen der unmittelbaren Umgebung verändert. Jede Altersstufe, jede Epoche, jede Gesellschaft, hat ihre Ideale, ihre Wertesysteme, die zwangsläufig überholt werden müssen. Einiges kann perfekt bleiben – für seine Zeit. Nach wie vor perfekt, aber belanglos für die Gegenwart.

Es geht immer weiter!

Sanft 2

Die sanfte Kraft ist unaufhaltsam. Im Daoismus wird die Kraft des Wassers als die höchste Kraft beschrieben. Und es wird die Widerstandsfähigkeit des Nachgiebigen gelobt, des jungen Baums, der Wind und Wetter durch seine Biegsamkeit überlebt. Sobald etwas alt und fest wird, droht es zu brechen. Wer lernt, in den richtigen Momenten nachzugeben, hat damit häufig die Gelegenheit leicht erkauften Friedens und ein Abschwellen des Egos zu erwerben.

Stunden

Jedes Jahr ist anders. Teils eine Variation des Vorjahrs, teils mit ganz neuen Elementen. Jeder Monat ist anders. Jeder Frühlingsanfang ist ein noch größeres Wiedersehen als im Vorjahr. Die Wochen vergehen schnell und was wir konsumieren an Essen, Kultur und Sozialem verändert sich wie die Landschaft, durch die das Wasser eines langen Flusses fließt. Durch den Tag ziehen sich Wachheit und Müdigkeit und Launen und Stimmungen und Reden und hoffentlich etwas Ruhen. Nur der Moment ist eine stehende Grundlage, die sich nie verändert. Er ist die Plattform, die Bühne auf der die Person getrieben wird und treibt.

Rückzug

Der Rückzug ist eine Wunderwaffe. Allein mit dem Sein umgehen zu können ist ein Key-Soft-Skill. Es handelt sich um eine besondere Art des Sich-Treiben-Lassens. Es kann Meditieren, Ausruhen, Spazieren, Schreiben oder Sport sein. Es muss allein sein und den Geschmack des Rückzugs haben. Dann ist es ein Schöpfen an der Quelle des Wertvollsten im Leben.

Menschen

Im Daodejing steht sinngemäß, dass es besser ist, sich selbst zu verstehen, als andere zu durchschauen. Und es stimmt.

Sich selbst zu kennen, zu beeinflussen oder zu ändern sind mächtigere Eigenschaften als die Manipulation anderer. Ramana Maharshi hat gesagt: Wenn einem die Erde zu heiß ist, ist es besser, sich Leder unter die Füsse zu binden, als die ganze Welt mit Leder überziehen zu wollen.

Eine sehr gute Methode, um sich selbst kennen zu lernen, ist es, andere als Spiegel zu benutzen. Wenn man sich über andere ärgert, ist es gut, in sich hineinzuhorchen und sein eigenes Leben zu betrachten: Wo bin ich genauso? Wann mache ich die gleichen Fehler?

Erkenntnis ist ein Schlüssel für eine abgeschlossene Tür zu einer (Auf-)Lösung.

Doppelt

Alles, was ich über Lebenshilfe schreibe, kann man auch geballt und ausführlich bei Tony Robbins oder Brian Tracy finden. Alles zu Dualismus, Daoismus, Advaita und Spiritualität bei z.B. Anthony de Mello.

Worte und Einsichten wachsen im Verstand wie Pflanzen aus der Erde. Bäume, Blüten, Schlingpflanzen, Unkraut, Früchte. Unaufhaltsam entstehen Symbiosen und Variationen.

Pflanzen

Trennung

Person und Bewusstsein sollten getrennt besprochen werden. Die Person existiert nicht ohne Bewusstsein. Ob Bewusstsein ohne Person oder Persönlichkeit möglich ist, weiß ich nicht.
Das Bewusstsein selbst ist unpersönlich. Das Wissen um das zeitlose, unumstößliche Bewusstsein, man kann es auch Dao nennen, verändert die Person. Es bringt sie in den Fluss des Seins. Dieses Wissen löst Spannung und Angst. Es mildert die Bedeutung von Vergangenem und Kommendem – in die Vorstellungen anderer Zeiten schlägt das Emotionen-Pendel ums Jetzt weniger weit aus.

Material

Unsere Welt besteht aus Material. Pflanzen, Metall, Holz und Kunststoff. Aus Farben und Form und Wahrnehmung. Auch die Wahrnehmung ist stofflich. Augen, Ohren, Nervenbahnen und Gehirn sind alle… pflanzlich :-). Vor dem Stofflichen kommt das Bewusstsein. Bewusstsein ist gleich, egal wo es auftaucht. Es kennt weder Wort noch Ort noch Zeit. Es kennt keine Variation. Da Bewusstsein unerschütterlich ist und die Grundlage von allem, ist alles Bewusstsein. Und alles, was darin auftaucht ist eine Variation von sich selbst.

Daodejing 3

Der zweite Vers nach Zählung der alten Ausgaben (vor Mawangdui). Eine gute Erklärung des buddhistischen Alles-ist-Eins. Und Hoppla!: Als logische Konsequenz die Negierung des Freien Willens. So schlicht und so wahr. Eine einfache Erkenntnis mit weitreichender Konsequenz, die weitreichender kaum sein könnte. Wunderbar!

2
Das als schön Erkannte definiert das Häßliche.
Das Gute definiert das Schlechte.
Sein und Nichtsein entstehen gemeinsam.
Wie Schwer und Leicht.
Wie Lang und Kurz.
Wie Hoch und Tief.
Wie Geräusch und Klang.
Wie Vorher und Nachher.

Wer dies erkannt hat, der weiß, dass es kein eigenständiges Handeln gibt.
Er missioniert nicht. Er handelt nach seiner Erkenntnis.
Doch er antwortet, wenn er gefragt wird.
Was er erschafft, hält er nicht für sein persönliches Werk und Eigentum. Er ist nicht stolz.
Er macht einfach weiter mit dem Nächsten und immer kommt Neues.

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