Versuchung

Wer merkt, dass nicht die anderen nervig sind, sondern man selbst schlecht gelaunt ist, ist trotzdem versucht, den anderen die Schuld zu geben. Die reine Erkenntnis ist keine Absicherung gegen eigenes Fehlverhalten. Unsere Stimmungen und Gefühle sind häufig stärker als der gute Wille. Am besten schützen wir uns durch Vorsorge. Wir können Ruhe-, Entspannungs-, Ausgleichsmethoden finden, die uns entsprechen und die uns helfen. Klassiker sind Bewegung, Kreativität, Schreiben, Therapie, Selbsthypnose und Meditation.

Klarheit

Wenn wir in einigen Feldern häufig auf Probleme stoßen, können wir die Quelle dafür in uns selbst suchen. Wer dauernd missverstanden wird, drückt sich nicht klar aus. Wer oft in Konflikten steckt, hat wahrscheinlich die echten Konflikte mit sich selbst.  Wenn wir andere dafür verantwortlich machen, wie es uns geht, haben wir keinen sicheren Stand.

Eine sehr gute Grundlage, um mit Menschen gut klar zu kommen ist, mit sich selbst klar zu kommen. Um mit sich gut klar zu kommen, muss man sich kennen lernen. Um sich kennen zu lernen, muss man ab und zu mit sich allein sein. Nicht mit sich und einem Medium, sondern mit sich und seinem Bewusstsein.

Natur

Jeder ist immer irgendwann und irgendwo im Leben auf der Suche nach Leben. Jeder ist an besonderen Orten unter besonderen Umständen und mit besonderen Sorgen. Sorgen um die Zukunft von uns selbst, unseren Mitmenschen, unseres Landes, der Umwelt und der Welt. Immerhin: ums Universum müssen wir uns keine Sorgen machen.

Aber wir feilen an unseren Gedanken, unserer Haltung, unserem Atem, unserem Empfinden, unserem geistigen und materiellen Konsum, unseren Worten, unseren Handlungen, unserem Input und Output, unserer Planung für gleich, nachher, morgen, die nächsten Wochen, Monate, Jahre und Jahrzehnte und um die Zukunft unserer Kinder und Enkel.

Es ist die Natur des Menschen aufwärts zu streben, wie es die Natur des Wassers ist, abwärts zu fließen. Während wir driften im Universum.

Dinge

Wir leben in einer Gesellschaft des Habens und An-Orten-gewesen-seins, einer Welt des Konsumiert- und Erlebthabens. Es gibt so viele Dinge und Orte! Was will man damit? Wer braucht sie? Wie viele Teller, Schalen, Gläser, Lampen, Teekannen, T-Shirts und Stifte kann ein Mensch brauchen? Durch wie viele Landschaften, Städte, Länder und Kontinente will man gelaufen und gefahren sein?

Wir verlieren uns in Dingen und Erlebnissen. Sie mögen unsere Persönlichkeit prägen. Aber was sagt das über den Wert von Persönlichkeit an sich aus? Im Kern sind wir Bewusstsein, das das Treiben der Welt wahrnimmt.

Desinfizierung

Auch psychische Verletzungen verursachen Wunden. Wenn wir verletzt worden sind (oder uns verletzt haben), müssen wir unsere Wunde pflegen. Wenn wir sie ignorieren, oder sogar weiterhin stark belasten, fügen wir uns Schaden zu.

Wenn wir verletzt worden sind, müssen wir es merken und akzeptieren. Wir müssen die Wunde reinigen, dass kann schmerzhaft sein. Wir müssen die Wunde schützen. Wenn sie stark ist, nicht nur die Wundstelle: der ganze Körper braucht Ruhe. Vielleicht brauchen wir etwas Hilfe.

Psychische Verletzungen können wir spüren. An unserer Haltung, unserem Appetit, daran, ob sich unangenehme Gedanken im Kreis drehen. Wir sind alle verletzbar. Wer es nicht ist, lebt zurückgezogen in einer Rüstung. Auch Thich Nhat Hahn sagt, dass er nach Gesprächen, in denen es um Unfrieden ging, eine Weile in Ruhe herumläuft, um sich wieder zu sammeln. (Peacefull Walking).

Feuer

Ob beim Lernen, Trainieren, dem Aufbau eines Geschäfts oder einer Freundschaft: Eine Starthilfe ist von großem Wert. Aber etwas daraus zu machen, kostet Mühe und Anstrengung, Langeweile und Durchhaltevermögen.

Jegliche Aufbaustrecken bestehen zu großen Teilen aus Plateaus. Diesen langen Strecken, auf denen wir uns mühen und weiterschleppen, ohne vom Gefühl belohnt zu werden, tatsächlich weiter zu kommen.

Wenn ein Funke zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, kann er ein Interessefeuer entfachen. Und angesichts des schnellen Lichts und der schnellen Wärme, die dieses Strohfeuer liefert, sind wir motiviert, aus der nahen Umgebung alles Brennbare zu holen und hineinzuschmeißen.

Mühsamer wird es, die großen Stämme zu holen, die lange brennen. Aber dies ist das Feuer, das uns nachhaltig versorgt, das andere anzieht und die wahre Grundlage bietet, etwas zu erschaffen.

Zucker

Was wird alles getan fürs Wachsein? Wie viel Kaffee und Zucker nehmen wir ein, um präsent, um fit, um wach zu sein?

Und was wird alles getan und eingenommen, um zur Ruhe zu kommen, um zu schlafen!

Wir brauchen einen langen Atem, um eine gewisse Balance unseres Schlaf- Wachrhythmus herzustellen. Und für ein befriedigendes Ergebnis müssen wir manchmal über unseren Tellerrand hinaus schauen. Die besten Methoden zeigen weder unmittelbare Wirkung, noch fallen sie auf Anhieb leicht. So schwer es zu verstehen sein mag: wenn wir weiter machen, wie bisher, werden wir bekommen, was wir auch vorher bekommen haben.