Werkzeug

Wir identifizieren uns mit den Dingen, die wir tun. Deshalb fällt es uns schwer, Dinge aufzugeben, auch wenn sie uns nicht mehr entsprechen. Doch die Fähigkeiten, die wir für dieses Dinge brauchen, nehmen wir mit. Und mit der Zeit setzen wir sie an sinnvolleren Stellen ein.

Die Fähigkeit, die wir zerstörerisch eingesetzt hatten, können wir konstruktiv einsetzen für Aufbau und Wachstum. In Friedenszeiten werden Waffen zu Werkzeugen.

Versuchung

Wer merkt, dass nicht die anderen nervig sind, sondern man selbst schlecht gelaunt ist, ist trotzdem versucht, den anderen die Schuld zu geben. Die reine Erkenntnis ist keine Absicherung gegen eigenes Fehlverhalten. Unsere Stimmungen und Gefühle sind häufig stärker als der gute Wille. Am besten schützen wir uns durch Vorsorge. Wir können Ruhe-, Entspannungs-, Ausgleichsmethoden finden, die uns entsprechen und die uns helfen. Klassiker sind Bewegung, Kreativität, Schreiben, Therapie, Selbsthypnose und Meditation.

Fallhöhe

Wenn einem Dinge schwer fallen, heißt das nicht unbedingt, dass man untalentiert ist. Es kann auch ein Zeichen dafür sein, dass einem Dinge sehr wichtig sind und der persönliche Anspruch hoch ist. Thomas Mann sagte, Schriftsteller seien Menschen, denen das Schreiben besonders schwer fällt.

Und es ist tatsächlich so: wenn der Weg bis zur Zufriedenheit mit dem Ergebnis lang ist, muss man sich lange mit Unvollkommenem beschäftigen. Und wenn der Anspruch hoch ist, ist diese Unvollkommenheit schwer zu ertragen.

Menschen, die einen talentierten Einstieg in Fähigkeiten finden, verpassen leicht wichtige Grundlagen. Vor allem lernen sie weder Beharrlichkeit noch Geduld. Beides Schlüsselfähigkeiten, die für einen hohen Grad des Könnens früher oder später notwendig sind.

Torheiten

Weniger Stress im Job und dafür mehr verdienen. Wir meinen, haben zu wollen, was alle wollen, sei töricht und stehe am Ende niemandem zu. Doch wer weniger Stress im Job möchte, macht vielleicht tatsächlich einen zu stressigen Job.

Ich denke, wenn wir uns etwas wünschen, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass es keine freche Forderung ist, sondern ein berechtigter Wunsch, der uns zusteht.

Klarheit

Wenn wir in einigen Feldern häufig auf Probleme stoßen, können wir die Quelle dafür in uns selbst suchen. Wer dauernd missverstanden wird, drückt sich nicht klar aus. Wer oft in Konflikten steckt, hat wahrscheinlich die echten Konflikte mit sich selbst.  Wenn wir andere dafür verantwortlich machen, wie es uns geht, haben wir keinen sicheren Stand.

Eine sehr gute Grundlage, um mit Menschen gut klar zu kommen ist, mit sich selbst klar zu kommen. Um mit sich gut klar zu kommen, muss man sich kennen lernen. Um sich kennen zu lernen, muss man ab und zu mit sich allein sein. Nicht mit sich und einem Medium, sondern mit sich und seinem Bewusstsein.

Risiko

Wir sollten einen freien Geist haben. Neues ausprobieren und hier und da mit dem Wandel der Zeit gehen. Nicht den nächsten Schritt zu gehen, um Risiken zu vermeiden, ist riskant. Denn Stillstand ist nicht möglich. Es geht auf oder ab im Leben, voran oder zurück. Wenn wir meinen, still zu stehen, beginnen wir in Wirklichkeit zu modern oder zu veröden. Zu Leben bedeutet zu  fließen. Leben ist Wandel. 

Aber unser Umfeld wandelt sich auch und wir können uns in Harmonie mit unserer Umwelt wandeln. Wir müssen nicht wild hin und her hüpfen, von Beziehung zu Beziehung, Land zu Land, von Handy zu Handy.

Definition

Wir tun es in jeder zwischenmenschlichen Zusammenkunft: die Einschätzung von Menschen gehört zum Wichtigsten, was wir tun. Sind sie ehrlich, was ist ihre Ehrlichkeit? Sind sie authentisch, was sind ihre Wurzeln? Was können wir erwarten? Sind sie eine große Bereicherung, wenn wir stark sind und grausam, wenn wir schwach sind? Drehen sie sich um sich selbst, oder mit der Welt? Wollen sie weiterkommen oder jammern? Kommen sie mit sich selbst klar, oder versuchen sie nur mit dem Außen klar zu kommen? Können sie etwas für uns tun, können wir etwas für sie tun, können wir uns gegenseitig helfen? Können wir miteinander die Welt erleben?

Die Welt der Menschen dreht sich um Menschen. Wir können überall über sie erfahren: In Filmen, Büchern, Kunst, Meditation, Reflektion und Kontakten. Wir können Menschen auf ihre niedrigsten Triebe reduzieren oder sie für ihre feinstofflichen Höhenflüge achten.

Wenn wir über Menschen reflektieren, lernen wir dann am meisten über sie, wenn wir versuchen, ihre Beweggründe zu verstehen. Die reine Feststellung ihrer Fehler nützt unserem Wissen über die Menschen nichts.