Jenseits

Wollen wir arm oder reich sein, innovativ oder klassisch. Wollen wir sein, wie wir wirklich sind, oder wie wir gerne sein würden?

Wollen wir hier und da reinschauen, oder Wege weiter und weiter gehen und erleben, wie sie sich entwickeln, wenn wir immer tiefer gehen? Wann ist ein Weg zu Ende gegangen? Ab wann führt er ins Nichts?

Wo lebt man sein Leben richtig? In der Natur, am Quell von Schönheit und Wahrhaftigkeit? In der Stadt, zwischen Ehrgeiz, Kreativität und Aufgeschlossenheit? Wir haben nur ein Leben. Jede Altersstufe durchleben wir nur ein einziges Mal. Wie das Wasser fließt unser Leben. Es gibt keinen Stillstand.

Vielleicht gibt es keine echte und wahre Persönlichkeit. Vielleicht müssen wir uns treiben lassen und die Fahrt genießen. Wahrheit ist jenseits der Person. Im Jetzt sind wir reines Bewusstsein.

Zukunftsangst

Wir müssen für Unterkunft, Nahrung und Nachwuchs sorgen. Das ist der Sinn des Menschenlebens. Wir müssen immer für die Zukunft planen. Wir müssen unsere Zeit planen, Vorbereitungen und Verabredungen treffen.

Aber diese Planung für das Leben ist das Leben jetzt. Es ist weder Sorge, noch Zukunftsangst. Denken findet statt, es schöpft aus der Vergangenheit und richtet sich auf die Zukunft. Im punktgenauen Jetzt ist nichts, woran sich der Geist halten könnte. Aber der Geist hangelt sich hin und her zwischen war und wird.

Sorgen und Ängste sind keine Pläne, keine Vorsorge, nichts Fertiggedachtes. Angst und Sorge sind nicht generell nutzlos und schlecht. Aber wenn sie auftauchen müssen sie zügig zu konkreten Handlungen führen oder verworfen werden.

Arme

Einige schütteln aus dem Ärmel, wofür andere einen Arm geben würden. Das sollte einen aber nicht entmutigen. Beharrlichkeit und Passion sind nicht zu unterschätzen. Besser man tut etwas mit Begeisterung und lernt alles kennen, was man falsch machen kann, als man tut etwas nur, weil es einem leicht fällt. In einer Tätigkeit auf Anhieb besser zu sein, als der Durchschnitt, kann kurzfristige Bewunderung einbringen. Für einen soliden Lebensweg reicht es nicht.

Gewöhnung

Man gewöhnt sich an alles. Was ist, wenn wir uns an das angenehme und das Schöne gewöhnt haben? Bereichert es dann noch unser Leben? Was ist, wenn sich die Annehmlichkeiten tausendfach über unser ganzes Leben erstrecken? Ist unser Leben dann reich und erfüllt? Wenn wir ernährt sind, wenn wir gut ernährt sind? Wenn wir unterhalten sind, wenn wir gut unterhalten sind? Wenn wir Bildungsmöglichkeiten haben, wenn wir hervorragende Bildungsmöglichkeiten haben? Wenn wir Ziele erreicht haben.

Das Leben spielt sich ab, zwischen gut und schlecht, angenehm und unangenehm, zwischen Gleichgültigkeit und Glück.

Dass Dinge gut sind und angenehm, dass wir uns glücklich fühlen und nicht gleichgültig, ist nicht bedeutend, wenn wir es nicht würdigen.

 

Weniger

Das richtige Maß zu finden ist eine Königsdisziplin. Und in vielen Fällen brauchen Dinge weniger Einsatz zur Vollendung, als wir meinen. Zu viel Anstrengung ist kontraproduktiv. Wenn man eine Schraube zu fest dreht, geht das Gewinde kaputt. Überinterpretation verwässert den Sinn. Wenn man Menschen zu viel Aufmerksamkeit schenkt, fühlen sie sich nicht wohl.

Ein Meister braucht einen Anlauf, um ins Schwarze zu treffen. Dann ist seine Arbeit getan.

Wählen

Wenn die Auswahl zu groß ist, kann es passieren, dass wir uns gar nicht entscheiden. Wer weiß, wer er ist, wer seine Werte und Ziele kennt, hat es leicht. Der Weg ist klar, es muss keine Entscheidung getroffen werden.

Es ist leicht, einem Pfad zu folgen, oder einer Himmelsrichtung. Wenn das Gestrüpp zu dicht ist, wissen wir nicht, wohin wir den nächsten Schritt machen sollen.

Reisen

Wir stechen in See mit unseren Vorhaben und Plänen. Tag um Tag, Projekt für Projekt. Irgendwo wollen wir immer hin. Selbst das Bleiben ist eine Reise.

Eine gute Crew und gesetzte Segel sind hilfreich, um voranzukommen. Gutes Essen und gute Unterhaltung sind gut für die Moral. Aber wir müssen flexibel bleiben. Wer weiß, durch was für Gewässer wir müssen, wie das Wetter sein wird und wo wir ankommen – schlussendlich und zwischendurch.

 

Zeit

Wenn gerade nichts dringend ist, kann man all das tun, was sowieso noch getan werden muss. Nichts davon ist Zeitverschwendung. Wir können den Weg des geringsten Widerstands gehen und erledigen, was uns am leichtesten fällt. Vielleicht erfahren wir nebenbei sogar etwas über unsere wahren Präferenzen.

Genauso können wir es machen, wenn wir Geld über haben. Wenn es Dinge gibt, die wir sowieso anschaffen müssen, kaufen wir sie besser heute als morgen. So können wir sie länger benutzen und bekommen auf diese Weise mehr für unser Geld.

Vergehen

Fast alles vergeht – ohne Wenn und Aber. Paradoxer Weise bleibt das, wovor wir flüchten möchten. Es folgt uns, als würden wir nicht davon laufen, sondern hinterher. Es verfolgt uns, wie eine Wespe, die wir durch Hin- und Herwedeln mit der Hand vertreiben möchten.

Gefühle vergehen, wenn wir sie nicht betäuben. Widrige Umstände vergehen, wenn wir uns nicht verrückt machen. Schwierige Aufgaben vergehen, wenn wir ihnen entgegentreten.

Verbrennen

Wenn es wirklich drauf ankommt, kann das Meiste ins Feuer geschmissen und verbrannt werden. Für die einfachste Ebene kann passend gemacht werden, was nicht passt.

Wer nicht ins Muster der gesellschaftlichen Forderungen passt, muss sich um so mehr anstrengen, um es dann doch nicht zu schaffen. Und jeder kennt einen Teil in sich, für den das zutrifft. Wer auf den polierten Wegen nicht durchgelassen wird, die im Angebot sind, muss seinen eigenen Weg finden.

Oder wie es im Daodejing heißt: Ein krummer Baum wird nicht gefällt.

Mehr

Wenn man nicht weiß, wo man sich befindet, ist es gut, erstmal eine Tür zu öffnen und hinaus zu schauen. Dann kann man sich überlegen, was es da Draußen für einen geben könnte. Man deutet, was man sieht, überlegt sich, was dort noch sein könnte und macht man sich einen Plan. Dann geht man los und guckt nach, was wirklich da draußen ist.

Und man findet viel mehr, als man sich je hätte vorstellen können.

Lenken

Ich wünschte sollten wir uns nicht sagen. Wenn man sich etwas wünscht, dann sollte man es auch sagen. Wer sich etwas wünschte, der würde sich etwas nur unter bestimmen Umständen wünschen. Wir müssen wissen, dass wir tatsächlich viele Wünsche frei haben.

Unsere Gedanken sind automatisch Gebete an unser Unbewusstes. Und das Unbewusste zieht mehr Strippen, als wir vielleicht meinen. Deshalb sollten wir uns überlegen, was wir denken wollen. Wir sollten uns überlegen, welche unserer Gedanken uns in die richtige Richtung lenken und welche in die falsche.

 

 

Trophäen

Wir möchten uns Dinge selbst erarbeitet haben. Wir möchten verstehen, warum wir sie haben. Sie sind Trophäen.

Wir stehen Angeboten skeptisch gegenüber, wenn wir sie nicht verstehen. Wir haben Sorge, dass einem Geschenk, das wir angenommen haben, nachträglich ein Preis angeheftet wird. Nachträglich angeheftete Preise muss man zwar nicht bezahlen. Aber wir möchten nichts zu Unrecht angenommen haben.

In Wahrheit geht es uns selten um die Dinge selbst. Es geht weniger um den tollen Geschmack, um die großartige Qualität, um vollendete Schönheit. Der befriedigender Wert von Dingen entsteht durch unsere Verbindung zu ihnen.

Routine

Wir müssen uns nicht in die enge Kiste der genauen Regeln quetschen. Wer die Regeln kennt, kann sie brechen. Wir können Dinge so tun, wie sie uns angenehm sind. Wir müssen nicht immer an einem genauen Tag für eine genaue Zeit in einem bestimmten Tempo joggen gehen, nur um unser Ideal zu erfüllen. Auch zur Meditation brauchen wir nicht auf präziseste Weise und auf den Punkt 30 Minuten sitzen.

Wir können ab und zu fühlen, was wir wirklich wollen, wie wir uns wohl fühlen. Wir müssen nicht um 6 Uhr aufstehen, um unsere Morgenroutine perfekt zu erfüllen. Wir können aufwachen, wenn wir aufwachen und gucken, was wir morgens eigentlich tun wollen. Vielleicht brauchen wir nur minimale Veränderungen, um Dinge so umzugestalten, dass wir uns wohl fühlen, anstatt gestresst.

Es ist allerdings sinnvoll, sich diesem gewissen Stress eine Zeitlang auszusetzen, um eine Tätigkeit zur Gewohnheit oder Routine werden zu lassen.

Kreisverkehr

Es gibt keine Sicherheit. Selbst Weisheit ist nichts, worauf man sich ausruhen kann. Wie wir uns regelmäßig frisch, sauber und fit halten, müssen wir auch konstant das Fundament dieses Gemisches aus Ein- und Aussicht stabil halten.

Es zur Gewohnheit werden zu lassen, immer mit der gleichen Tour durchzukommen, ist verlockend. Doch wer nicht im Kreis gehen möchte, muss sich wenigstens ab und zu ins Ungewisse vorwagen.

Gegenteil

Wo kommt man an, wenn man alle Laster abgelegt hat, sich immer frisch fühlt und voll Zuversicht den nächsten Meilenstein vor Augen hat?

Oder sollte man sich fragen, wo man ist, wenn das Gegenteil der Fall ist? Wie man sich fühlt, wenn man krank ist? Wie man sich fühlt, wenn man abgekämpft ist und nicht sicher, ob man die Ziellinie passieren wird? Wie geht es einem im Streit? Wie geht uns, wenn wir uns unzulänglich und missverstanden fühlt?

Es gibt Orte, an denen wir sein möchten und es gibt Orte, die wir meiden. Sicher: überall kann man etwas Unmut finden, überall einen Funken Glück. Aber selbst wenn wir meinen, dass alle Wege bergab führen, wenn wir die Spitze erreicht haben, sollten wir uns im Klaren sein, dass dies kein Grund ist, dort zu bleiben, wo wir uns unwohl fühlen.

Geheimnisse

Wer nicht ehrlich mit sich ist, hat es schwer, sich zu ändern. Ein einflussreicher Teil in uns möchte, dass wir bleiben, wo wir sind. Er stiftet uns zu einer Logik an, die es uns erschwert, uns von Schädlichem zu lösen und weiter zu kommen.

Wenn wir unsere Defizite im Geheimen als Tugenden betrachten, schaffen wir eine Ambivalenzwaage auf der wir uns in der Mitte zwischen Ja und Nein einpendeln.

Dem süßen Laster erliegen. Uns hilflos geben und demütig schwächer sein, als das harte Leben. Mehr Zusagen, als wir liefern können, weil wir nicht kurzfristig enttäuschen möchte. Oder Namen nicht erinnern, weil wir Wichtiges zu tun haben. Schusselligkeit als unterschwelliges Zeichen, mit Wichtigem beschäftigt zu sein.

Besser fragt man sich ehrlich, was man will und was man nicht will und schafft die Ambivalenz ab. So muss man nicht so tun, als würde man etwas wollen. Und man muss nicht daran arbeiten, etwas zu erreichen, was man nicht will.

Beweise

Die Hoffnung auf Mystik, einen tieferen Sinn unter der Oberfläche, eine letzte Wahrheit, ist unsere Hoffnung auf einen Sinn jenseits vom Jetzt. Wer auf die Suche geht, gelangt an 1000 Orte, die an weitere 1000 Orte führen. Und mehr Sinn, als Worte beschreiben können, kann keine Erklärung bieten.

Wer eine Antwort möchte, sucht besser danach, keine Antwort zu wollen. Besser man sucht vor den Worten. Besser man sucht an der Quelle.

Etwas

Irgendetwas hören wir immer. Die Nadel auf der Schallplatte. Die Bahn unter der Erde. Das Fiepen in unserem Gehörgang.

Und auf diese Weise können wir immer finden, was wir suchen. Einen Funken Glück oder Sumpf und Unrecht. Wir sollten weder das eine hysterisch erzwingen, noch das andere krampfhaft meiden. Aber das Leben ist endlich und die Vorräte am Beklagenswerten und an Freude sind unendlich. Wir sollten uns überlegen, wann es sich lohnt, unseren Blick auf das Eine oder das Andere zu richten.

Erkenntnisse

Man braucht nicht besonders intelligent sein, um etwas zu erreichen. Man sollte sich allerdings einigermaßen selbst einschätzen können. Wer meint, er sei schlauer, als etablierte Ratgeber, bewährte Methoden oder wissenschaftliche Erkenntnisse, gerät nicht nur auf Irrwege, sondern verspielt auch wertvolle Unterstützung. Es ist wahrscheinlicher, grobe Fehler zu machen, als einer der ganz wenigen Schaueren zu sein.

Und gute Ratgeber sind leicht zu finden. Über Finanzen, Führung, Drehbuchschreiben, Ernährung, Dinge-geregelt-kriegen und alles mögliche andere. Man sollte Ratgeber meiden, die alles ganz anders und besser wissen und bei denen alles ganz einfach ist. Für ein solides Grundwissen, nimmt man am besten ein viel gelobtes Standardwerk. 

 

Nichtanfangen

In der Konversation ist das Zuhören der erste Schritt zum Verstehen. Im Verstehen von uns selbst, ist die Aufmerksamkeit der erste Schritt. Wenn wir eine Herausforderung angehen, driften wir gelegentlich unbewusst zu süchtigem oder gewohntem Verhalten.

Doch wenn wir in den schöpferischen Bereich vordringen möchten, in den Bereich, wo die Konzepte aufhören, dann kommt eine unsichtbare Hürde ins Spiel, die kaum zu benennen ist. Wir können sie Widerstand nennen. Dieser Widerstand ist die gläserne Glocke, unter der der Prokrastinast zu sitzen meint. Dieser Widerstand ist das wortlose Nichtanfangen. Er ist der große Antagonist vom Kreieren und Meditieren.

Und der größte Gegner vom Widerstand ist die Erkenntnis, dass er da ist. Wer aufmerksam ist, und ihn als das erkennt, was er ist, kann ihn leicht und schweigend passieren.

Fährten

Authentisch zu sein muss nicht heißen, auf der Stelle zu treten. Wir können uns bewusst dazu entscheiden, unseren Zustand zu ändern. So zu tun als ob, kann uns auf die richtige Fährte führen.

Auch wenn wir uns gerade schwach fühlen, können wir uns aufraffen. Wenn wir in Schwung gekommen sind, sind wir ausgewechselt. Das gilt genauso für unsere körperliche, wie unsere psychische Verfassung. Haltung, Mimik, Bewegung können unseren gegenwärtigen Zustand umkrempeln.  Der Wille zum Glück trägt das Glück schon in sich.

Steppenpflanzen

Menschen sind so verschieden wie Pflanzen. Die einen brauchen Wind und Wetter um stark zu werden. Sie kämpfen darum möglichst hoch zu wachsen, um das meiste Licht abzubekommen. Andere wachsen nur unter dem Schutz großer Bäume. Einige wachsen allein in der Steppe und andere können nur in Symbiosen existieren.

Wenn wir nicht sind, wie die anderen, sind wir nicht falsch. Und in Wirklichkeit wissen wir meist ganz gut, was das Richtige für uns ist. Unsere Nahrung, unser Austauschbedürfnis, unsere Bewegung, unsere Kleidung, unser Stress- und Ruhebedürfnis.

Dunkelheit

Was ist die EINE Sache, die alles einfacher machen würde? Wenn es eine Eigenschaft gäbe, bei der uns ein hervorragender Persönlichkeitsberater helfen würde, was würden wir für uns auswählen?

Diese eine Sache befindet sich auf einer großen Zielscheibe, deren Mittelpunkt sehr klein ist. Aber wer überhaupt nur die Scheibe trifft, bekommt auch schon ein paar Punkte. Wer beginnt, sich diese Frage zu stellen, hat erstmal das Gefühl, im Dunkeln zu stehen. Er muss sich erstmal an die Dunkelheit gewöhnen und weiß noch nichts von einer Zielscheibe.

Aber wir müssen uns die richtigen Fragen Stellen. Über unsere Herausforderungen und Eigenschaften, über unsere Werte und Ziele. Dann können wir beginnen Möglichkeiten zu sehen und die Wege dorthin betreten.

 

Systeme

In uns selbst, oder anderen komplexen Zusammenkünften: wenn wir etwas ändern möchten, müssen wir häufig akzeptieren, dass das gewünschte Ergebnis, viele kleine Schritte erfordert. Deshalb lohnt es sich, Meilensteine zu setzen.

Und nicht nur das. Meist haben wir es nicht nur mit einer einzelnen Stellschraube zu tun, sondern mit einem System. In diesen Systemen ist eine Sache mit einer anderen verbunden. Und all diese Verbindungen lösen sich immer wieder gegenseitig aus.

Um das Systems zu ändern, ist es eine große Hilfe, sich nur einen kleinen aber zentralen Aspekt des Systems herauszugreifen, bei dem man tatsächlich eine Chance hat, ihn konsequent zu verändern. Wenn das funktioniert, kann im Rest des Systems eine Veränderung stattfinden.

Einbrennen

Jeden Tag vertiefen wir unsere Gewohnheiten, die guten und die schlechten. Wer sich ein neues Softskill aneignen möchte, kann sich die gewünschte Fähigkeit in seine ToDo-Liste schreiben. Das ist eine große Hilfe wenn gewohnte Handlungen, so tief verwurzelt sind, dass unser Vorhaben kaum eine Chance zu haben scheint. So sieht man sie immer wieder, wenn man aus der ToDo-Liste wissen will, was man als nächstes zu tun hat.

  • Ich höre in Gesprächen genau zu.
  • Ich gehe Dinge langsam und beharrlich an.
  • Ich bemerke jeden kleinen Erfolg und freue mich darüber.

Im Präsens in der aktiven Ich-Form. Eine Sache zur Zeit. Der Satz brennt sich nach und nach ein. Vielleicht dauert es Monate, bis man sich langsam und beharrlich umgewöhnt. Aber es wird passieren, es ist einfach und es lohnt sich.

 

Mauern

Wer einen Durchbruch will, muss etwas einzureißen haben. Es gibt Mauern, die alt sind und bröckeln und irgendwann in sich zusammenfallen. Wahrscheinlicher kommt man aber durch die Mauer, wenn man aktiv daran arbeitet.

Und es kann gut sein, dass man man nicht durch die Mauer schauen kann, bis der letzte entscheidende Schlag getan ist.

Ungewiss

Ob uns das Mehr oder Weniger, das wir durch das Erreichen unserer Ziele erlangen, Sicherheit und Friede in der Zukunft gegeben haben wird, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. 

Die Zukunft ist ungewiss. Unsere Ziele und die Handlungen, die wir für sie unternehmen, sind eine Sicherung der Zukunft. Aber weniger im materiellen Sinn. Vielmehr geben sie uns das Gefühl, heute und morgen das Richtige zu tun.

Hektik

Manchmal wollen wir Aufgaben schnell wegschaffen. Wir können uns überlegen, ob nicht all das, was wirklich getan werden muss, es nicht wert ist, langsam, fokussiert, so sorgfältig wie nötig und mit Ruhe und Bedacht erledigt zu werden.

Wie viel länger dauert es, etwas gründlich, freundlich, aufmerksam und liebevoll zu tun? Wie viel mehr Energie kostet es? Wie langsam macht uns Ruhe und Bedacht? Wie schnell macht uns Hektik?

Chancen

Vieles ist möglich, aber nicht alles. Wer sich anstrengt, kann es wahrscheinlich schaffen, in die Top 10 zu kommen. Mit Beharrlichkeit und einem guten Plan, ist die Top 1 vielleicht Näher, als man denkt. Fast aussichtslos ist es, zu Leonardo DiCaprio und Jennifer Aniston in die Top 0,000001 aufzusteigen.

Die meisten können einen Berg besteigen, aber auf den Mond schafft es keiner. Doch Wege zum Glück gibt es viele. Aber in die Gangbarkeit eines Weges zu einem bestimmen Ziel, müssen wir Person und Umstände mit einbeziehen.

Work

Wer 6 Tage die Woche von 7.00 bis 21.00 arbeitet, wird nie fertig. Als Lösungsweg wird das Pareto-Prinzip gepriesen, auch genannt die 80/20-Regel. Das klingt erstmal sehr bedeutsam. Und tatsächlich kann man darüber ganze Kapitel in Büchern oder sogar ein ganzes Buch lesen. Aber so besonders ist es auch wieder nicht. Das Pareto-Prinzip besagt, dass Dinge unterschiedlichen Einfluss haben, unterschiedlich wichtig sind.

Mit anderen Worten: Man soll Prioritäten setzen. Der Blick fürs Wesentliche ist eine der größten Hilfen, wenn es um eine gesunde Mischung aus Erfolg und Entspannung geht.

Es lohnt sich, innezuhalten und sich zu fragen: Worum geht es hier wirklich? Was ist das Sinnvollste, das ich dafür tun kann?

Wind

Wir können immer noch etwas mehr tun, noch mehr wissen, etwas mehr lernen, länger meditieren. Im Guten, wie im Schlechten. Es gibt auch immer noch welche, die noch schlimmer sind, noch skrupelloser, noch mehr Unheil anrichten.

Tugenden und Untugenden sind eine Sache für sich und sie geben uns Werte, Richtung und Erfüllung. Aber es gibt auch ein jenseits davon, das nicht zu unterschätzen ist. Wir können uns treiben lassen, ohne Wert und Ziel. Manchmal könne wir sein, wie ein Blatt im Wind.

Kurzfristig

Es ist ratsam, Hürden so aus dem Weg zu räumen, dass sie bei der nächsten Gelegenheit nicht wieder im Weg sind. Kurzfristige Lösungen sind mit Vorsicht zu genießen, weil sie wahrscheinlich weitere Angänge brauchen.

Ein guter Leitfaden ist, mit jedem Gegenstand so selten in Berührung zu kommen, wie möglich. Ein Dokument am besten nur ein Mal anfassen. Kein Hin-und-Her-Räumen, keine Halben Sachen, kein WischiWaschi, kein „das muss doch nicht“. Sondern sauber, ordentlich und endgültig.

Wege

Häufig wird die Effizienz als Wort angeklagt, weil damit verbissene Anstrengung assoziiert wird. Aber tatsächlich bedeutet effizient zu sein, Vieles mit verhältnismäßig wenig Einsatz zu schaffen. Vielleicht sogar, wie in dem viel gelobten Zustand des Flow, höchstes Schaffen als Glück zu erleben. Wir sollten uns vor Effizienz nicht fürchten und sie nicht missachten. Im Schaffen ist Effizienz ein gutes Ziel.

 

Gewinne

Unsere Handlungen sind von unserem Willen bestimmt und von den Strategien, ihn zu bekommen. Nur meist wollen wir nicht nur eine Sache und das Jetzt erscheint immer dringlicher als das Morgen.

Wenn wir Ziele haben, dann wollen wir etwas, das wir nicht unmittelbar haben können. Was dem Verwirklichen dieser Ziele im Wege steht, ist das, was wir unmittelbar wollen, weil wir es jetzt haben könnten. Abwechslung und kurzfristige Belohnungen führen uns in Versuchung. Ebenso die Vermeidung von kurzfristigen Unannehmlichkeiten.

Bevor wir etwas unternehmen, können wir uns fragen: Was will ich jetzt und was will ich wirklich? So können wir unsere Langzeitziele ins Jetzt holen und ihnen eine größere Dringlichkeit verleihen, als der kurzfristigen Befriedigung von Trieben.

 

Haben

Wenn wir in unseren Wohnungen immer ein Zimmer zu wenig haben und unsere monatlich finanziellen Verfügbarkeiten immer noch ein klein wenig höher sein sollten, was ist dann los? Haben wir von vornherein zu klein gedacht, oder sind wir mit dem Materiellen nie ganz zufrieden?

Wer zu dritt in einem Zuhause mit zehn Zimmern lebt, der wird sich wahrscheinlich kein elftes wünschen. Und wer 20.000 Euro im Monat zur Verfügung hat, wird sich weniger ein höheres Gehalt ersehnen, als jemand der 2000 Euro verdient.

Wir können uns Schritt für Schritt hocharbeiten. Aber es ist sinnvoll, sich nicht einzureden, dass wir eigentlich genügsam sind und schon mit ein wenig mehr zufrieden wären, als wir momentan haben.

Besser, wir wissen, was wir wollen. Dann können wir auch abwägen und planen, wo wir bereit sind, Abstriche zu machen und was sie uns wert sind.

Fristen

Langfristige Ziele bringen uns Ruhe und Gelassenheit. Sie geben uns eine Richtung vor. Wenn wir planen, wo wir hin möchten, sind kleine Hürden wie einzelne Schritte. Wer einen langen Weg geht, zählt nicht jeden Schritt. Das Gehen passiert von selbst, während die Umgebung an einem vorüber zieht. Wir nehmen sie nicht mehr als große Herausforderungen wahr. Wir ziehen auf lange Sicht beharrlich voran. 

Wenn wir eine Pause brauchen, ruhen wir uns aus. Wir wissen, dass wir uns nicht verausgaben müssen. Wenn wir heute mehr Energie verbrauchen, haben wir morgen weniger.

Es lohnt sich, von einem schönen Ziel zu träumen und loszugehen.

 

Durchbrüche

Hier und da gibt es Lösungen für Aufgaben, die wir zu bewältigen haben. Doch es gibt auch größere, persönlichere, allgemeingültigere Lösungen.

Wir können erkennen, dass wir gewisse Hürden nicht überwinden müssen und eigentlich nie überwinden mussten. Wir können merken, dass wir Dinge weglassen können, die wir nicht tun brauchen. Dinge, die uns unter Druck gesetzt haben, die Zeit gekostet haben und die uns nicht mehr helfen. Dinge, die wir schon lange mit uns rumschleppen und uns das Leben schwer machen. Sie fallen wie eine unsichtbare Last von uns ab.

Wir können ein unbestimmtes Verlangen haben. Vielleicht ein Verlangen nach einer Art von Durchbruch. Ein Durchbruch kann uns die Augen öffnen.

Und auch, wenn es nicht alle Probleme für den Rest unseres Lebens löst: wir können eine neue Perspektive einnehmen. Wir fühlen uns frei und leicht. Und das Leben bleibt interessant und neu.

Erfolg

Mancher Erfolg ist erstmal nichts als ein Traum von einer besseren Zukunft. Man kann sagen, dass Erfolg durch das Erreichen eines Ziels zustande kommt. Aber was ist ein Erfolg wert, wenn er uns nicht nur zum Ziel gebracht hat, sondern auch in die Sucht. Was sind alle Erfolge der letzten Jahre wert, wenn sie uns auch in die Trennung zu unserer Familie gebracht haben. Und auch Geld ist nur soviel wert, wie es uns das Leben verbessern kann.

Wenn jemand Erfolg hat, dann ist etwas Erwartetes aus seinen Taten erfolgt. Mehr ist erstmal nicht passiert. Aber was ist der Erfolg, den wir uns wünschen sollen? Was ist der Erfolg, für den es sich lohnt, erfolgreich zu sein?

Es gibt Erfolge des Moments, der Situation, der Stunde, Tageserfolge, Taskerfolge und Langzeiterfolge. Das Erreichen des Ziels, ist ein Teil des Weges. Es ist nicht der krönende Abschluss! Erfolg ist nichts Großes. 

Erfolg bedeutet, dass ich mich auf dem richtigen Weg fühle. Mit Herausforderungen und guten Momenten und allem, was dazu gehört. Erfolg kann sein, wie schönes Wetter, oder wie eine Belohnung, über die man sich freut.

Strahlen

Manche begeben sich gern in die Gesellschaft von Menschen, die sie bewundern. Man kann hoffen, dass ein wenig davon auf einen selbst abfärben könnte. Menschen strahlen ihre Eigenschaften ab. Wer sie haben möchte und offen ist, kann sie aufsaugen.

Wenn man keinen Zugang hat, zu den Menschen, die man bewundert, kann man sie trotzdem bewundern und es wird einem auch Gutes tun. Die Strahlung positiver Eigenschaften kennt weder Grenzen noch Distanz.

Langsam

Es ist okay, wenn man zügig und konsequent vieles wegschaffen kann. Aber der Rhythmus widerspricht einer gesunden Herzfrequenz und einem ruhigen Gemüt. Das benötigte Durchatmen kann zum Fall in Grübeleien und Mutlosigkeit werden. Den Hang zum Zaghaften und Negativen legt man anders ab.

Wer es sich zu eigen macht, Dinge langsam und beharrlich anzugehen, hat ein hervorragendes Fundament für zuträgliche Eigenschaften. Zuversicht kann gehalten werden und wachsen. Und ein langer Atem macht selbstbewusst. Wer sich vorstellt, dass er sein Ziel irgendwann erreichen wird, dem können Rückschläge nicht viel anhaben.

Gewichte

Der kürzeste Weg ist nicht immer der beste. Wir haben ein waches Auge für Erleichterungen und Abkürzungen, doch oft lohnt es, sich Dinge etwas schwerer zu machen.

Produkte im Geschäft aussuchen gehen, anstatt sie sich im Internet zu klicken. Eine Platte kaufen, auflegen und umdrehen, anstatt Musik zu streamen. Lesen, anstatt den Film zu schauen. Essen selbst machen, anstatt liefern zu lassen.

Auf Abkürzungen geht einiges verloren, oft ein Teil der Seele des Weges. Hier und da ist es sinnvoll, Prioritäten zu setzen. Lieber für einiges den längeren Weg gehen. Dafür anderes ganz weglassen.

Leidensfähigkeit

Es ist hilfreich, etwas Leidensfähigkeit mitzubringen, wenn man ein Ziel erreichen möchte. Das Paradox ist, dass mit der Fähigkeit zu Leiden oder der Akzeptanz des Leidens das Leiden selbst unwahrscheinlicher wird.

Verständnis hilft gegen viele Arten der Unzufriedenheit. Und wenn wir die härteren Strecken als Abschnitte unseres Weges verstehen, können wir sie leichter hinnehmen.

Wichtigkeiten

Ist es wichtiger, Ziele zu haben und zu verfolgen, oder ist es wichtiger, im Moment zu leben?

Es kann klingen, als wären Ziele eine Sache der Zukunft und würden dem Leben im Moment widersprechen. Aber im Moment zu leben, oder möglichst viel im Hier und Jetzt zu sein, ist auch ein Ziel.

Wir haben automatisch viele Ziele: körperliche, geistige und materielle. Ziele für die nächsten Momente und Langzeitziele. Wo ein Gedankenstrom fließt ist Zeit und wo Zeit ist, sind auch Ziele. Die Frage ist, wer sie kontrolliert.

Versuchung

Wir wollen das Gute für uns, nicht das Schlechte. Doch das Negative bedingt das Positive. Unser Verstand braucht Anhaltspunkte, um zu werten und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Warum denken und reden wir über Negatives? Wir wollen das Negative erkennen und meiden, weil wir uns davor fürchten. Und wir wollen uns abgrenzen und häufig damit sagen, dass wir nicht so sind. Dass wir besser sind und dass unser Anspruch höher ist.

Aber es stimmt auch, dass wir mehr von dem bekommen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Und so lohnt es sich, ab und zu der Versuchung zu widerstehen, uns aufzuwerten, indem wir abwerten. Wir können den Blick auf das Gute und Schöne richten. Auf das, was uns gefällt, darüber sprechen und so Schritt für Schritt positiver werden.

Kostenfaktor

Der größte Kostenfaktor ist Pessimismus. Wer nichts anfängt, wird nichts erreichen. Wer sich das Negative ausmahlt, zieht es an. Der Pessimist sieht Probleme statt Lösungen. Er sieht Energieverschwendung statt Chance. Wer daran glaubt, dass etwas entstehen wird, wird etwas erschaffen. Vielleicht nicht genau das, was er geplant hat, aber etwas von positivem Wert.

Das Negative zu sehen ist einfach, es ist aus Evolutionsgründen die menschliche Grundeinstellung. Den Blick fürs Positive muss man sich aktiv erarbeiten.

Radfahren

Es ist eine Gefahr, mit Büchern eine Illusion des Lernens zu schaffen. Denn das Radfahren lernt man nicht, indem man ein Buch übers Radfahren liest. Was Bücher allerdings können, ist motivieren. Aber den Schritt aus der Theorie in die Praxis muss man tun. Und wenn das Buch als Katalysator funktioniert hat, hat es seinen Sinn erfüllt. 

Lösungspläne

Glaube und Hoffnung sind wichtig, aber Glaube bleibt Glaube, Zukunft bleibt Zukunft.

Lösungspläne sind Schritte ins Ungewisse. Es gibt keine Garantie, Probleme zu lösen. Es gibt eine Investition in die Zukunft. Lösungspläne schenken uns Glauben. Und der Glaube kann unseren Blick auf die helfenden Dinge lenken.

Aber wenn die Zukunft nicht ungewiss wäre, was wäre dann die Welt und unser Leben?

Wandlung

Es gibt, keine Garantie, dass wir dort ankommen, wo wir hinwollten. Sicherer ist, wer mit dem Moment im Reinen ist. Und ein Weg mit der richtigen Richtungsintention ist Teil einer guten Grundlage, um mit dem Moment im Reinen zu sein. Aber die Welt verändert sich stetig und wir mit ihr. Deshalb sollten wir unsere Ziele ab und zu mit der jetzigen Situation und unserer Einstellung abgleichen.

Auf diese Weise können wir uns in Bezug auf unsere Ziele auf einen angemessenen Spannungslevel bringen. Vielleicht haben wir alles getan und müssen warten, um den nächsten Schritt zu tun.

Vielleicht haben wir unser Ziel auch näher gewähnt, als es ist. Wer von Hamburg nach Berlin möchte, wird die Strecke nicht in einer halben Stunde zurücklegen. Egal, was er sich vorgenommen hat.

Wenn uns auffällt, dass der Weg länger ist, als gedacht, müssen wir unsere Zeitlinie verschieben, damit wir mit frischem Mut den nächsten Schritt gehen können.

Elan

Vielleicht bist du ein großer Schriftsteller, Liebender, Helfender, Unternehmer, Lehrling, Maler, Friedenstifter, oder was auch immer man sein wollen könnte.

Wenn wir etwas beginnen, brauchen wir keine brennende Begeisterung, aber wir brauchen eine Idee, die uns einleuchtet. Wir brauchen einen Funken.

Wenn keine intrinsische Motivation da ist, wenn kein Funke ein kleines Feuer entfacht, dann werden wir kaum sinnvoll etwas schöpfen und entstehen lassen. Wenn es für uns keinen zündenden Funken gibt, sind wir auf einem trüben Pfad.

Wenn in uns keine Funken sprühen, dann müssen wir die Feuersteine aneinander schlagen. Wir müssen die Augen öffnen, in Bewegung kommen, interagieren. Vielleicht sind wir eine Dampfwalze, die schwer in Bewegung zu bekommen ist. Aber wenn sie sich erstmal bewegt, bewirkt sie Großes.

 

Stützräder

Hilfen helfen nicht immer. Hilfen helfen, wenn sie Schwung bringen. Stützräder waren eine gute Hilfe, um Radfahren zu lernen. Eine deutlich bessere Lernhilfe ist das Laufrad. Wenn genug Schwung erreicht wird, kommt das Gleichgewicht von selbst. Außerdem kommt man auch gut voran, wenn man das Gleichgewicht noch nicht halten kann.

Wer etwas erlernen möchte, sollte sich dieses Wissen zunutze machen. Schwung ist die größte Hilfe, um aus einem Anfang einen Erfolgsweg zu machen. Es ist gut, sich Anfänge für Schwieriges leicht zu machen.

Unsichtbares

Wie viel von dem was ist, ist in unserem Wahrnehmungshorizont? Wenn wir ein neues Wort lernen, hören wir es plötzlich immer wieder. Wenn wir uns für etwas interessieren, beginnen wir es überall zu sehen. Was unsichtbar war, wird sichtbar. Wir wecken unseren Blick.

Was sehen wir alles nicht, was hören wir nicht? Was spüren wir nicht? Es ist weit mehr um uns herum, wenn wir aufmersam werden und uns öffnen: mehr Möglichkeiten, mehr Informationen, mehr wertvolle Reize und Freuden für die Sinne.

Bogenschießen

Ob im Bogenschießen, dem Zubereiten von Tee, oder dem Schälen und Essen einer Mandarine: wir können jede Einzelheit in unserem Leben zur Perfektion bringen und darin Erfüllung finden. Und wer eine Tätigkeit mit voller Hingabe tun kann, kann dieses Prinzip auch auf andere Handlungen anwenden.

Und auf diesem Weg zeigt sich, dass der berühmte Satz Der Weg ist das Ziel. zum besten Ziel führt.

Geben

Gern hören wir auf, bevor wir überhaupt angefangen haben. Wir haben Furcht, schon im Ansatz zu scheitern. Wir möchten nicht unfähig vor uns selbst und anderen wirken. Wir möchten keine Kraft verschwenden für Dinge, die wir nicht schaffen. Wir möchten nicht aussehen, als würden wir uns überschätzen. Wir möchten uns nicht lächerlich machen.

Es gehört Mut und Zuversicht dazu, sich Mühe zu geben. Es gehört der Wille dazu, sich anzustrengen und Anstrengung zu ertragen. Wenn wir wissen, wo wir hin möchten, müssen wir das Risiko eingehen, hilflos und lächerlich zu wirken.

Tiefpunkte

Es gibt keine Erfolgsgarantie. Es gibt Ziele, die nicht erreicht werden. Beharrlichkeit und Zuversicht können zu Dickköpfigkeit und Leugnung werden. Ein sturer Glaube an Etwas ist schlecht, wenn wir keine Anhaltspunkte für einen schließlichen Erfolg haben.

Es lohnt nicht, gegen eine Wand zu rennen. Wer durchs Meer schwimmen will, wird ertrinken. Verschwendung wird durch noch mehr Verschwendung nicht zur lohnenden Investition. Es lohnt sich nicht, gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen.

Es gibt einen Tiefpunkt in Erfolgskurven. Und es bedarf eines gewissen Feingefühls, um zu erkennen, ob wir im Teil eines Endes stecken, oder im Anfang von etwas Großem.

Doch wer sich Unmögliches vornimmt und an der Verwirklichung hängt, kann immer noch Autor werden und in Wirklichkeit nicht verwirklichbare Pläne literarisch verwirklichen.

Versuche

Wer im Trüben fischt, macht Avantgarde. Wer für die Menschen da sein und Erfolg haben möchte, der kann eine Revolution in Gang bringen. Wer ein neues Produkt machen möchte, muss ausprobieren. Wenn klar wäre, dass ein Produkt erfolgreich sein wird, wäre es schon am Markt. Wer Verschiedenes versucht, hat vielleicht Erfolg.

Bob Dylan, der größte Neuerer der populären Musik des 20. Jahrhunderts,  hat vieles versucht. Manchmal hat er einen allgemeinen Nerv getroffen, meistens nicht.

Wer etwas herstellen oder eine Leistung anbieten möchte, sollte sich überlegen: Wie könnte das, was ich mache so funktionieren, dass es verstanden und gemocht wird? Wie kann ich etwas so machen, dass es vielen Menschen den größtmöglichen Nutzen bringen kann?

Mir haben diese Gedanken geholfen, ein am Markt erfolgreiches Produkt zu entwickeln.

Aufwertungen

Die meisten Menschen verbringen einen großen Teil ihrer Lebenszeit bei der Arbeit. Und die tägliche Arbeit hat viele Komponenten, wie Kunden, Kollegen, Geschäftszweig, genaue Tätigkeiten, Gehalt, Arbeitsweg.

Viele sagen, sie möchten eine Arbeit mit Abwechslung. Eine gute Abwechslung schafft man sich, wenn man sich stetig verbessert. Wenn man Prozesse optimiert, effizienter arbeitet, seine Handgriffe, Strategien, Kollegen und Kunden lieben lernt.

Meistens

Zum ersten Mal, manchmal, meistens, immer. Wenn wir etwas zum ersten Mal besser machen, als zuvor, ist das ein großer Schritt. Ein Tag ohne Schimpfen und Zanken, einen Morgen gute Laune, eine Woche vier Mal kalt duschen, einen Monat jedes Wochenende joggen. Drei Mal im Monat Tagebuch schreiben. Jedes einzelne Mal hat ein Gewicht und weist unser Leben in eine Richtung.

 

Stufen

Nicht zu verstehen ist ein guter Anfang. Besonders, wenn es um neue Inhalte geht. Wir können über ein Thema, mit dem wir uns nicht auskennen, 50, 100 oder 200 Seiten lesen, ohne zu verstehen, was genau gesagt werden soll. Wir füttern unseren Verstand mit dem Vokabular und der Logik. Und wir müssen den Informationen etwas Zeit geben, einzusickern.

Wenn es um das Verständnis neuer Inhalte geht, fangen wir häufig auf der untersten Stufe eines Plateaus an. Aber das erklimmen der ersten Stufe kommt bestimmt.

Therapie

In dieser Zeit, in der wir die Möglichkeit haben, Geist und Körper immer noch ein Stück weiter zu verfeinern, kann es passieren, dass wir damit vom 100sten ins 1000ste geraten. Das kann ein schönes Hobby sein. Aber klar ist, dass frustiert wird, wer meint, er könnte in diesem Weg ein Ziel erreichen.

Gesundheit ist relativ. Grenzen fließen. Selbstzweifel und Ambivalenzen erstrecken sich zwischen Handlungslähmung und großer Verantwortung. Ein erfülltes Leben kann man auch mit chronischen Schmerzen und körperlichen oder geistigen Hindernissen führen.

Ziel kann es aber immer sein, innerhalb der notwendigen sozialen Gemeinschaft, sein eigenes unabhängiges Leben zu leben.

Pool

Das, was wir gerade von uns geben, was wir sagen, wie wir uns bewegen, wie wir uns fühlen, wonach uns gerade ist, denken wir uns nicht spontan aus und tun es dann. Unser Unbewusstes stellt es für uns bereit. Wir nehmen war, was passiert (was wir gerade tun) und identifizieren uns.

Es kann passieren, dass wir mit unseren Handlungen oder Gedanken intervenieren. Aber wer interveniert? Woher kommt der Impuls? Auch aus dem Unbewussten. Aus einem inneren Pool aus Worten, Werten, Bildern und Gefühlen, die sich im Gehirn tummeln, dort miteinander verknüpft und (mehr oder weniger) geordnet sind.

Was uns über den Weg läuft, findet seinen Eingang in diesen Pool und nimmt von da an Einfluss auf das, was unsere Gegenwart bestimmt. Eine besonders gute Möglichkeit, Eingang in diesen Pool zu finden, dort Suggestionen zu platzieren und die richtigen Verknüpfungen zu machen, ist Hypnose.

Werkzeug

Wir identifizieren uns mit den Dingen, die wir tun. Deshalb fällt es uns schwer, Dinge aufzugeben, auch wenn sie uns nicht mehr entsprechen. Doch die Fähigkeiten, die wir für dieses Dinge brauchen, nehmen wir mit. Und mit der Zeit setzen wir sie an sinnvolleren Stellen ein.

Die Fähigkeit, die wir zerstörerisch eingesetzt hatten, können wir konstruktiv einsetzen für Aufbau und Wachstum. In Friedenszeiten werden Waffen zu Werkzeugen.

Energieaufwand

Jeder Aufwand von Energie ist die Überwindung von Widerstand. Je kleiner wir unseren inneren Widerstand machen, desto geringere Hürden müssen wir überwinden. Daher ist es sehr ratsam, an große Aufgaben strategisch heranzugehen. Im Herzen das Ziel, vor Augen den kleinstmöglichen nächsten Schritt. 

Psychologische Tricks, die sich die Werbung zunutze macht, können wir uns auch zunutze machen, um für uns selbst unsere eigenen Ziele zu bewerben. Reframen, Emotionalisieren, den Zugang einfach machen, uns süchtig machen, schöne und kraftvolle Worte benutzen und ein Call to Action.

 

Fallhöhe

Wenn einem Dinge schwer fallen, heißt das nicht unbedingt, dass man untalentiert ist. Es kann auch ein Zeichen dafür sein, dass einem Dinge sehr wichtig sind und der persönliche Anspruch hoch ist. Thomas Mann sagte, Schriftsteller seien Menschen, denen das Schreiben besonders schwer fällt.

Und es ist tatsächlich so: wenn der Weg bis zur Zufriedenheit mit dem Ergebnis lang ist, muss man sich lange mit Unvollkommenem beschäftigen. Und wenn der Anspruch hoch ist, ist diese Unvollkommenheit schwer zu ertragen.

Menschen, die einen talentierten Einstieg in Fähigkeiten finden, verpassen leicht wichtige Grundlagen. Vor allem lernen sie weder Beharrlichkeit noch Geduld. Beides Schlüsselfähigkeiten, die für einen hohen Grad des Könnens früher oder später notwendig sind.

Literatur

Ziele sind erstmal Theorie. Aber unsere Ziele bieten einen fruchtbaren Boden für alles, was uns unseren Zielen näher bringt. Wenn man etwas in der Theorie gelernt hat, fallen die vielen Feinheiten, die einem in der Praxis begegnen, auf einen fruchtbaren Boden. Deshalb lohnt es sich, Ziele zu haben und sich dann weiterzubilden, über Themen, die man vielleicht aktiv noch nicht tun muss.

Da wir konstant mit Menschen und Sprache zu tun haben, lohnt es sich übrigens immer, Literatur und Lyrik zu lesen. Dort treffen wir auf die beste geschriebene Sprache (es sei denn, wir geraten an eine schlechte Übersetzung) und tiefe Einsichten über das Wesen der Menschen.

Torheiten

Weniger Stress im Job und dafür mehr verdienen. Wir meinen, haben zu wollen, was alle wollen, sei töricht und stehe am Ende niemandem zu. Doch wer weniger Stress im Job möchte, macht vielleicht tatsächlich einen zu stressigen Job.

Ich denke, wenn wir uns etwas wünschen, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass es keine freche Forderung ist, sondern ein berechtigter Wunsch, der uns zusteht.

Genügsamkeiten

Geld ist nicht so schlecht, wie sein Ruf. Es ist so gut, wie die Hände, in denen es ist. Das gleiche gilt für Genügsamkeit. Eine falsche Genügsamkeit kann nagen, bis sie sich zu Verzagtheit und Verzweiflung durchgebissen hat. Eine echte Genügsamkeit bedeutet, dass ein Drang nach Mehr keine persönlichen Ressourcen raubt.

Aber das Leben eines Menschen geht immer in eine Richtung. Und wenn wir uns auf falsche Genügsamkeiten einlassen, schleift unser Antrieb und das Weiterkommen wird zäh.

Kleiden

Die Wahrscheinlichkeit, dass man wird, was man sich wünscht, steigt wenn man sich schon vorher dafür gehalten hat. Und wir meinen zu sein, wen wir im Spiegel sehen.

Beim Kleiden kann es darum gehen, gepflegt und wohlhabend zu wirken, oder verwegen und stark. In beiden Fällen schützt die Kleidung nicht nur vor Wind und Wetter. Wer wollen wir sein? Was sollen die anderen denken? Für wen wollen wir uns halten?

Persist

Werte, Ziele, Interesse, Anfangen und Motivation: Alles wichtig und machbar, aber ohne Beständigkeit und Zusammenhang meist unnütz. Hierfür müssen wir Professionalität entwickeln. Das bedeutet, auch dann weiter zu machen, wenn es uns schwer fällt. Auch Profis fühlen Trägheit, Mutlosigkeit und Uninspiriertheit. Und gerade für die Kreativen, die niemand um ihre Arbeit gebeten hat, scheint es manchmal unwiderstehlich, vor diesen Widerständen zu  verweilen. Aber wer sich als Profi versteht, sieht den Sinn seiner Tätigkeit und findet einen Weg, die Barrieren zu überwinden.

Regeln

Es ist weniger schlimm, häufig unaufmerksam und manchmal pampig in einer Beziehung zu sein, als sehr selten schwer brutal. Kleine Fehler zu machen und chronisch Fünfe gerade sein zu lassen, mag uns nicht gerade fördern, aber es führt auch zu keinem Sturzflug mit hartem Aufprall. 

Im Umkehrschluss kann man weit damit kommen, einmal brillant zu sein, und danach weniger falsch zu machen, als richtig.

Lehrgeld

Wer nicht hören kann, muss fühlen. Das hieß einst tatsächlich „wer nicht gehorcht, wird geschlagen“. Und auf die ein oder andere Weise muss jeder sein Lehrgeld bezahlen. Entweder, indem er Zeit ins Lernen investiert, oder indem er teure Fehler macht. Ich denke, eine Mischung ist nicht schlecht. Es passiert, dass man die Theorie eigentlich kennt. Wenn man es dann trotzdem falsch gemacht hat, weiß man schneller, was schief gelaufen ist und kann im nächsten Anlauf einen Schritt wachsamer sein und sein Wissen konsequenter anwenden. Wer nicht bereit ist, Lehrgeld zu zahlen, wird keine nennenswerten Gewinne machen.

Tiefe

Was will ich wirklich? Ist das, was ich wirklich will das, was mich glücklich macht? Ist das, was ich wirklich will etwas, das mir Frieden schenkt? Ist das, was ich wirklich will eine Herausforderung? Fördert das, was ich wirklich will, mein Wachstum? – Wachstum zu mehr Friede, zu mehr tiefem, wahren Glück? Ist das, was ich meine, was mir Glück und tiefen Frieden bringt, tatsächlich etwas, das mir Frieden und tiefes Glück bringen wird?

Das Leben ist nichts Überschaubares. Wir sind im Fluss des Lebens und haben die Chance den Moment zu genießen. Aber als Wesen in Zeit und Raum müssen wir abwägen, ob der Genuss dieses Moments auf Kosten der zahllosen Momente in der Zukunft geht.

 

Optimal

Die Uhrzeit können wir von einer Uhr für 10 Euro ablesen, oder von einer für 10.000. Wahrscheinlich ist die 10-Euro-Uhr angenehmer zu tragen. Aber wir wissen auch, wofür die teure Uhr da ist. Etwas weniger offensichtlich ist das bei anderen Gebrauchsgegenständen.

Es ist für den Erfolg und die Lebensqualität der meisten Menschen egal, ob sie einen Computer für 300 oder 3000 Euro, ein Smartphone für 150 oder 1500 Euro benutzen. Es ist für die Gesundheit nicht besser, gekauftes Wasser als Leitungswasser zu trinken. Wenn man schreibt, ist es nicht wichtig, ob mit Schreibmaschine, Computer, mit was für einem Stift oder auf was für Papier. Es ist nicht wichtig, ob man seinen Schreibtisch nach Norden oder Süden, oder an einem Platz mit Meerblick oder ohne Fenster stehen hat. Es ist nicht wichtig, ob man in den Urlaub ans andere Ende der Welt reist, oder ins übernächste Dorf.

Aber dies ist das Spiel, das wir spielen. Wir halten unsere Illusionen aufrecht. Sie geben uns Sinn und Perspektive. Es ist ein Vorteil zu wissen, dass wir uns in einem Spiel mit selbstgemachten Regeln befinden. So können wir gelassen in die Rolle des Beobachters unserer Person treten und die Stille genießen.

Nervensysteme

Was ist der Unterschied, ob man etwas gern tut, was einem Freude bereitet, und einer Sucht, der man nachgeht? Was ist der Unterschied, ob man noch eine Tafel Schokolade isst, oder von einem Computerspiel nicht loskommt? Ist es nicht auch eine Freude, eine Sucht zu befriedigen? Ist es nicht herrlich, süchtig zu sein und zu wissen, was man will und was einem Freude bereitet?

Wäre es nicht wunderbar, eine Sucht zu haben, die einem gut tut? Was ist der Unterschied, zwischen Sucht und Gewohnheit?

Es gibt tiefe und flache Befriedigungen. Tiefere Befriedigungen regen tiefere Gefühle an und bereichern das Leben. Flache Befriedigung dreht sich nur um den Moment. Sie birgt keine Weisheit, keine Einsicht. Sie berücksichtigt weder Individualität noch Persönlichkeit. Sie spricht nur den Trieb an. Schutz, Angst, chemische Sucht, Befriedigung des Nervensystems. Als Faustregel kann man sagen, dass Glück so schnell und so langsam versiegt, wie es gekommen ist.

Desinfizierung

Auch psychische Verletzungen verursachen Wunden. Wenn wir verletzt worden sind (oder uns verletzt haben), müssen wir unsere Wunde pflegen. Wenn wir sie ignorieren, oder sogar weiterhin stark belasten, fügen wir uns Schaden zu.

Wenn wir verletzt worden sind, müssen wir es merken und akzeptieren. Wir müssen die Wunde reinigen, das kann schmerzhaft sein. Wir müssen die Wunde schützen. Wenn die Wunde tief ist, nicht nur die Wundstelle: der ganze Körper braucht Ruhe. Vielleicht brauchen wir Hilfe.

Psychische Verletzungen können wir spüren. An unserer Haltung, unserem Appetit, daran, ob sich unangenehme Gedanken im Kreis drehen. Wir sind alle verletzbar. Wer es nicht ist, lebt zurückgezogen in einer Rüstung. Auch Thich Nhat Hahn sagt, dass er nach Gesprächen, in denen es um Unfrieden ging, eine Weile in Ruhe herumläuft, um sich wieder zu sammeln. (Peacefull Walking).

Widerstand

Wenn man nicht verrotten möchte, sind Umkehren und Stillstand keine Option. Man braucht eine Richtung und einen konstanten Drang im Fluss zu sein und weiterzukommen. Dann kann man den Weg des geringsten Widerstands gehen.

Wer meint, dass dieser Weg, wie eine endlose Rutsche abwärts sei, der irrt sich. Um den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, muss man in Bewegung sein. Wasser geht erfolgreich den Weg des geringsten Widerstands. Es drückt konstant so lange nach vorn, bis sich schließlich der nächste Weg ergibt. 

Feuer

Ob beim Lernen, Trainieren, dem Aufbau eines Geschäfts oder einer Freundschaft: Eine Starthilfe ist von großem Wert. Aber etwas daraus zu machen, kostet Mühe und Anstrengung, Langeweile und Durchhaltevermögen.

Jegliche Aufbaustrecken bestehen zu großen Teilen aus Plateaus. Diesen langen Strecken, auf denen wir uns mühen und weiterschleppen, ohne vom Gefühl belohnt zu werden, tatsächlich weiter zu kommen.

Wenn ein Funke zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, kann er ein Interessefeuer entfachen. Und angesichts des schnellen Lichts und der schnellen Wärme, die dieses Strohfeuer liefert, sind wir motiviert, aus der nahen Umgebung alles Brennbare zu holen und hineinzuschmeißen.

Mühsamer wird es, die großen Stämme zu holen, die lange brennen. Aber dies ist das Feuer, das uns nachhaltig versorgt, das andere anzieht und die wahre Grundlage bietet, etwas zu erschaffen.

Pause

Nach einer Anstrengungsperiode ohne echte Pausen, wird man innerlich wie leer. Die Kraft, die nötig ist, eine Aussage zu Ende zu bringen, oder sich für Gedanken, Systeme oder Erkenntnisse zu begeistern, ist erschöpft. Wenn Kraft und Quelle und diese Bestimmtheit, die man braucht, um sich zu melden und das Wort zu erheben, schlafen, braucht man eine Pause.

Gemeinschaft

Es ist erstaunlich, wozu eine Person fähig ist, wenn sie es für andere tut. Für andere können wir Herausforderungen annehmen und über uns selbst hinauszuwachsen. Eltern sind für ihre Kinder über Jahre die halbe Nacht wach. Menschen springen über ihren Schatten, um aus ihrem Trott zu kommen und das nötige Geld für ihre Familie zu verdienen. Und im Krieg kämpfen Menschen um Leben und Tod.

Der Mensch ist sozial. Was uns zu Höchstform treibt, sind die anderen und was sie über uns denken.

Es ist gut, wenn man versteht, dass wir ohne die Gemeinschaft Antrieb und Nutzen verlieren. Deshalb ist es wichtig zu prüfen, mit wem wir uns umgeben.

Rechercheur

Das Unbewusste ist unser privater Recherche-Assistent. Wenn wir wissen, was wir wollen, können wir fragen, wie wir es erreichen können. Schriftlich und gedanklich. Einzeln oder wieder- und  wiederholt.

Die richtigen Fragen muss man sich erarbeiten. Sie sollten so konkret wie möglich sein und nur eigene Handlungsmöglichkeiten betreffen.

Aber es gibt auch viele einfache Fragen verschiedener Ausrichtungen, die auch so weiterhelfen: Wie werde ich reich? Wie werde ich so freundlich, dass ich es leicht mit Fremden habe? Wer bin ich? Was will ich wirklich? Wo bin ich glücklich? Wann bin ich glücklich? Was fällt mir leicht und tut mir gut? Was kann ich tun, damit es mir gut geht und ich mich wohl fühle?

Smartphones

Effektivität ist nur sinnvoll, wenn sie irgendwo hin führt. Man kann Abkürzungen gehen, Optimierungs-Apps benutzen, das neueste Smartphone und den besten Laptop anschaffen. Doch das Streben nach Effektivität kann zum Ersatz des Zieleverwirklichens werden. Woran man arbeitet ist wichtiger, als wie oder mit welchem Werkzeug man an etwas arbeitet.

 

Spielen

Wer meint, etwas zu verlieren zu haben, wird im Leben weniger Risiko eingehen. Wenn Nahrung, Fortpflanzung und soziale Sicherheit da sind, wird oft krampfhaft versucht am Status Quo festzuhalten.

Materielles nicht zu hoch zu schätzen, ist eine Lebenseinstellung, die es einem ermöglicht, mehr Geld, mehr Dinge, mehr Mehr zu bekommen. Und vielleicht ist es ein unfaires Paradox, dass man es zum Teil um so eher bekommt, je gleichgültiger es einem ist.

Katastrophen

Man kann große Ziele haben. Wenn man aber vom Tsunami überrumpelt wird, oder Beifahrer bei einem schweren Autounfall ist, wird man diese Ziele vielleicht nie erreichen. Wenn der Krieg kommt, werden die Verhältnisse und Möglichkeiten unkenntlich.

Wenn man jedoch vor der Katastrophe Ziele hatte, hat man sich auf einem Weg befunden, der einen erfüllt hat. Man kennt das Konzept von Werten und Zielen. Damit hat man die Grundlage, weiterhin ein Leben voll Drive, Frieden und Dankbarkeit zu leben. Dieses spezielle Gefühl von Sinn ist Teil von einem geworden und es wird einem weiterhin helfen, zu leben.

Gleich

Wer seine Vorgehensweise nicht auf die gegebenen Grundwerte abstimmt, scheitert. Die Grundwerte definieren sich aus dem Kontext.

Links- und Rechtsverkehr funktionieren gleich gut. Ein System ist nicht besser, als das andere. Gegensätzliche Systeme – gleiches Ergebnis. Wenn vereinzelte Verkehrsteilnehmer ein System im anderen ausprobieren, werden sie schlechte Erfahrungen machen. Was aber nicht heißt, dass das System als Ganzes nicht funktionieren kann.

Wichtig ist, dass ein System den Grundwerten entspricht, und zweitens mit Überzeugung und konsequent umgesetzt wird.

Begeisterungsfähigkeit

Wer begeistert ist, weiß, was er will. Mit Begeisterungsfähigkeit ist es leicht, sich in ein Thema zu vertiefen, aufmerksam zu sein und zu lernen. Begeisterungsfähigkeit schafft Ziele, Werte, Motivation und Ambition.

Sie ist das Wundermittel gegen Gleichgültigkeit, Fadheit und zähes Vorankämpfen.

Es gibt keine besseren Wege im Leben, als seinen Begeisterungen zu folgen. Wer dies tut, trainiert auch nebenbei seine Fähigkeit zur Begeisterung.

Nutzen

Der Ausdruck von Reichtum impliziert: Wer mir schadet, tut sich keinen Gefallen. Ich habe Macht. Wer mir hilft, könnte reich belohnt werden. Denn was für dich viel ist, ist für mich wenig.

Bei teurem Schmuck war immer klar, dass es um Prestige geht. Selbst bei einer sehr teuren Uhr brauchte man nicht sagen, dass sie besonders genau geht. Sie ist offensichtlich ein Statussymbol. 

In unserer Zeit des Understatements, wird Prestige gern mit Optimierung, Nutzen und Sinn kaschiert. Teure Smartphones und Laptops sind die neuen teuren Uhren und Schmuck. Schwere Autos werden durch ihre vermeintlich höhere Sicherheit gerechtfertigt. Und Markennamen dienen häufig als Beweis für den Wert von Konsumgütern. 

Wir können nicht umhin, mit unserem Auftreten und unserem Besitz für andere etwas auszudrücken. Und es ist okay, vertrauensvoll und charismatisch auftreten zu wollen. Wir machen anderen und uns selbst das Leben dadurch leichter und angenehmer. Wir können uns aber klar darüber sein, welches Bedürfnis wir wir mit unseren Anschaffungen tatsächlich befriedigen möchten.

 

Strafe

Menschen, die gegen das Gesetz verstoßen, sind wenig von der Höhe der Strafe abgeschreckt. Ausschlaggebender ist der Grad der Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden.

Menschen haben mehr Angst vor Verlust, als Risikobereitschaft für Gewinne.

Wir möchten aus Vorsicht, dass die Dinge bleiben, wie sie sind. Es braucht Courage, zu den großen Gewinnen zu streben. Nein zu sagen zu dem sicheren Weg und ja zu dem einen persönlichen Weg, der kleine Verluste und große Gewinne ermöglicht.