Gewöhnung

Man gewöhnt sich an alles. Was ist, wenn wir uns an das angenehme und das Schöne gewöhnt haben? Bereichert es dann noch unser Leben? Was ist, wenn sich die Annehmlichkeiten tausendfach über unser ganzes Leben erstrecken? Ist unser Leben dann reich und erfüllt? Wenn wir ernährt sind, wenn wir gut ernährt sind? Wenn wir unterhalten sind, wenn wir gut unterhalten sind? Wenn wir Bildungsmöglichkeiten haben, wenn wir hervorragende Bildungsmöglichkeiten haben? Wenn wir Ziele erreicht haben.

Das Leben spielt sich ab, zwischen gut und schlecht, angenehm und unangenehm, zwischen Gleichgültigkeit und Glück.

Dass Dinge gut sind und angenehm, dass wir uns glücklich fühlen und nicht gleichgültig, ist nicht bedeutend, wenn wir es nicht würdigen.

 

Auswertung

Wenn man ein Material mit hervorragenden Eigenschaften entwickelt, das günstig in der Herstellung ist, sollte man damit kein Billigprodukt herstellen. Dieses hervorragende Material findet eine höhere Würdigung, wenn wir es in einem Top-Produkt anbieten.

Und so sollten wir auch mit unseren besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten umgehen. Selbst wenn sie uns sehr leicht fallen, können sie die Grundlage für eine großartige Persönlichkeit sein. Aufmerksamkeit, Freundlichkeit, Lebensfreude, Genauigkeit, Fleiß: jede dieser Eigenschaften allein kann eine Person scheinen lassen. Wer auch nur eine Tugend verkörpert, kann stolz sein auf seine Persönlichkeit und die positive Energie, die er in die Welt trägt.

 

Fundament

Ein starkes Fundament im Leben besteht aus Werten. Das Leben nach diesen Werten schafft ein gesundes Selbstwertgefühl und das Gefühl von Sicherheit und Stabilität. Sie verhelfen uns zu Prinzipien, nach denen wir handeln können.

Werte zu haben, bedeutet nicht, dass man vier Worte auswendig kennt, die man Werte nennt. Werte funktionieren auch ohne Worte. Sie sind eine Moral, nach der man sich auch richten, ohne die Worte parat zu haben, die sie ausmacht.

Wählen

Wenn die Auswahl zu groß ist, kann es passieren, dass wir uns gar nicht entscheiden. Wer weiß, wer er ist, wer seine Werte und Ziele kennt, hat es leicht. Der Weg ist klar, es muss keine Entscheidung getroffen werden.

Es ist leicht, einem Pfad zu folgen, oder einer Himmelsrichtung. Wenn das Gestrüpp zu dicht ist, wissen wir nicht, wohin wir den nächsten Schritt machen sollen.

Luxus

Verglichen mit dem Leben ist die Kunst unwichtig. Das Leben ist immer zuerst da. Kunst ist ein Zusatz. Manchmal ein notwendiger Ausdruck, ein Ventil, aber immer ein Luxus. Das heißt nicht, dass die Kunst nicht groß ist und wichtig. Aber das Leben selbst ist größer. Es ist am wahrsten, am wahrhaftigsten, am wirklichsten, am stärksten. Wir sollten nicht daran verzweifeln, den zweiten Schritt vor dem ersten gehen zu wollen.

Trophäen

Wir möchten uns Dinge selbst erarbeitet haben. Wir möchten verstehen, warum wir sie haben. Sie sind Trophäen.

Wir stehen Angeboten skeptisch gegenüber, wenn wir sie nicht verstehen. Wir haben Sorge, dass einem Geschenk, das wir angenommen haben, nachträglich ein Preis angeheftet wird. Nachträglich angeheftete Preise muss man zwar nicht bezahlen. Aber wir möchten nichts zu Unrecht angenommen haben.

In Wahrheit geht es uns selten um die Dinge selbst. Es geht weniger um den tollen Geschmack, um die großartige Qualität, um vollendete Schönheit. Der befriedigender Wert von Dingen entsteht durch unsere Verbindung zu ihnen.

Recht

Haben wir Recht, wenn uns Recht gegeben wird, oder wenn wir selbst zu wissen meinen, dass wir im Recht sind? Würden wir vor Gericht bestehen? Und würden wir in 10, 20, 50 Jahren vor Gericht bestehen? 

Wo Worte zu Sinn werden, entstehen Gesetze. Da Menschen ständig die Grenzen ausloten, existiert ein Fluss der Veränderung. Wir schaffen gemeinsame Regeln, die wir konstant anpassen müssen. 

Zum Zusammenleben muss es Grenzen geben, die für alle gleichermaßen gelten. Am besten gibt es Gesetze, die auf gesellschaftlichen Werten und dem Stand der Forschung begründet sind. Doch Auslegung und Philosophie sind untrennbar mit dem Thema Gesetz verbunden.

Unser Sein gründet sich auf Gemeinschaft. Wir müssen dafür manchmal persönliche Ungerechtigkeit und Abstriche zu Gunsten der Gemeinschaft in Kauf nehmen.

 

Clubs

Dauernd fürchten wir uns, negativ beurteilt zu werden. Dumm zu sein, lächerlich zu sein, schwach, oder nicht schön zu sein.

Und was wären das für Leute, die uns so abschätzig aburteilen. Möchten wir wirklich in ihren Club? Oder können wir etwas freier sein? Etwas mehr sein, wie wir wirklich sind und etwas weniger, wie wir meinen, wie die anderen uns sehen sollen?

Schlösser

Jeden Tag erneuert sich die Gesellschaft. Das Neue entsteht, das Alte geht. Die Alten verstehen die Welt der Jungen nicht mehr. Die Jungen sehen die Welt durch andere Augen.

Wer keine Welt kennt, ohne Internet und Bluetooth, wird viel Grundlegendes und Wichtiges nicht verstehen. Doch so wichtig und grundlegend dieses Verständnis auch auch sein mag: braucht er dieses Verständnis?

Wer es hat, möchte es nicht hergeben. Und so kann er zufrieden von dannen ziehen, aus einer Welt, in die er nicht mehr hinein gehört. Wer diese Grundlagen nicht hat, erschafft sich andere. Er kann neue Traumschlösser bauen und in seine eigene Welt einziehen.

Etwas

Irgendetwas hören wir immer. Die Nadel auf der Schallplatte. Die Bahn unter der Erde. Das Fiepen in unserem Gehörgang.

Und auf diese Weise können wir immer finden, was wir suchen. Einen Funken Glück oder Sumpf und Unrecht. Wir sollten weder das eine hysterisch erzwingen, noch das andere krampfhaft meiden. Aber das Leben ist endlich und die Vorräte am Beklagenswerten und an Freude sind unendlich. Wir sollten uns überlegen, wann es sich lohnt, unseren Blick auf das Eine oder das Andere zu richten.

Relativität

Wir mögen Pflanzen, Musik, Informationen, Gespräche, Ruhe und das, womit wir diese Dinge bekommen oder verbessern können. Geld ist ein Universalding. Aber Geld tatsächlich zu einem lukrativen Zweck zu nutzen, ist eine Sache für sich. Wer eine 25-Stunden-Woche arbeitet, braucht sich Ruhe nicht teuer erkaufen. Wer nur 5 Stunden Schlaf bekommt, dem wird sein teures Bett nicht viel nützen. Und wer gestresst ist, für den ist das beste Essen geschmacklos.

Im Materiellen entsteht der Wert von Haben und Nichthaben aus dem Vergleich. Der Wert von Zeit ist weniger relativ.

Gewusel

Überall sehen wir Blicke aus der Welt in die Welt. Wenn wir genau hinschauen, finden wir ein Gewusel von Richtungen und Sinn. 

Es ist gut, zu merken, dass wir ein harmonischer Teil unserer Straße, unserer Stadt und der Welt sind, wo sich etwas Bewusstsein eingefunden hat, das den Blick auf sich selbst richtet.

Dieser Blick nimmt dem Leben das Drama und gibt den kleinsten Kleinigkeiten eine wunderliche aber liebenswerte Bedeutung.

Steppenpflanzen

Menschen sind so verschieden wie Pflanzen. Die einen brauchen Wind und Wetter um stark zu werden. Sie kämpfen darum möglichst hoch zu wachsen, um das meiste Licht abzubekommen. Andere wachsen nur unter dem Schutz großer Bäume. Einige wachsen allein in der Steppe und andere können nur in Symbiosen existieren.

Wenn wir nicht sind, wie die anderen, sind wir nicht falsch. Und in Wirklichkeit wissen wir meist ganz gut, was das Richtige für uns ist. Unsere Nahrung, unser Austauschbedürfnis, unsere Bewegung, unsere Kleidung, unser Stress- und Ruhebedürfnis.

Plätschern

Dinge sind meist nicht das, was sie sind. Sie sind die Bedeutung, die wir ihnen geben. Wir sollten uns mit Dingen umgeben, die für uns positive Bedeutungen haben. Dinge, die unsere Momente erhellen.

Wenn es um Kaufentscheidungen geht, sollten wir uns immer besser für eine Sache entscheiden, die dieses Potential mitbringt, als für viel mäßiges Zeug, das in unserem Leben plätschert.

Luxus

Was haben wir von einem teuren Kunstwerk, das uns nicht gefällt. Was haben wir von einem exklusiven Werkzeug, das wir nicht benutzen.

Bei luxuriösen Dingen geht es um deren Würdigung. Wer viel hat, muss meist mehr bezahlen, um etwas würdigen zu können. Und selbst das ist keine Garantie. Ein einfaches Essen ist deutlich besser, wenn wir hungrig sind, als ein ganz besonderes, wenn wir voll sind.

Es ist okay, schöne Dinge haben zu wollen. Aber wenn wir in unserer heutigen Welt Leiden, weil wir etwas nicht haben, dürfen wir unser Leiden hinterfragen, um uns dann gegebenenfalls selbst zu optimieren.

 

Dunkelheit

Was ist die EINE Sache, die alles einfacher machen würde? Wenn es eine Eigenschaft gäbe, bei der uns ein hervorragender Persönlichkeitsberater helfen würde, was würden wir für uns auswählen?

Diese eine Sache befindet sich auf einer großen Zielscheibe, deren Mittelpunkt sehr klein ist. Aber wer überhaupt nur die Scheibe trifft, bekommt auch schon ein paar Punkte. Wer beginnt, sich diese Frage zu stellen, hat erstmal das Gefühl, im Dunkeln zu stehen. Er muss sich erstmal an die Dunkelheit gewöhnen und weiß noch nichts von einer Zielscheibe.

Aber wir müssen uns die richtigen Fragen Stellen. Über unsere Herausforderungen und Eigenschaften, über unsere Werte und Ziele. Dann können wir beginnen Möglichkeiten zu sehen und die Wege dorthin betreten.

 

Aneignungen

Man kann sich einfache Grundeinstellungen im Leben zueigen machen, die das Leben besser machen. Oder wenigstens gesünder. Wenn einem Sport oder Bewegung angeboten wird, immer mitmachen. Wenn einem Wasser angeboten wird, immer ja sagen.

Und Menschen helfen gern. Wenn einem Hilfe angeboten wird, die einem hilft, sollte man sie immer annehmen, ohne zu zögern. Generell – wenn etwas gut klingt und gut zu sein scheint, einfach ja sagen. In der Regel gibt es keinen doppelten Boden.

 

Orte

Ob wir übers Meer schauen, oder gegen eine Hauswand, ist nicht so wichtig, wie das, was wir an dem Ort tun, von dem aus wir schauen. Das Wo ist nicht so wichtig, wie das Was und das Wie. Die Umgebung sind Farben und Geräusche.

Ob bei der Arbeit, zu Hause auf dem Sofa, in einem Restaurant in Indien, oder in der Bretagne in Frankreich – wir sind mit unserem Verstand immer mit unseren Gedanken. Unsere Umgebung hat sehr kurzfristig und sehr langfristig einen Einfluss auf unsere Gedanken. Doch unser Verstand, die Quelle unseres Fokus, filtert, was wir sehen und hören. 

Unsere Sichtweise ist grundlegender, als unsere Aussicht.

Menschlichkeit

Wer achtlos mit Geld um sich schmeißt, zieht damit Menschen an, denen Geld wichtiger ist, als Freundschaft. Aber bedachte Großzügigkeit ist eine Tugend. Und auch dem Geld gefällt sie, da ist es sehr menschlich. Wer kommt schon gern zu jemanden, der sich an einem festkrallt und eifersüchtig mit niemandem teilen möchte?

Im Geschäftsleben kommt ein gut investierter Euro doppelt zurück. In der Großzügigkeit Glück.

Happy

Etwas nett zu meinen, kann eine Falle sein, mit der man es sich zu einfach macht. Warum sollte man für Menschen Happy Birthday singen, wenn es ihnen nicht angenehm ist? Warum gibt man Menschen Gute Ratschläge, die sie weder hören möchten, noch ausführen werden?

Geht es dabei tatsächlich darum, das Leben der anderen zu verbessern? Oder soll der Gute Wille reichen? Reicht es, dass die anderen wissen, dass wir uns um sie Sorgen und dass wir ihnen eine Freude machen oder helfen möchten?

Der Gute Wille reicht, wenn wir es nicht besser wissen. Wenn uns das Wissen, auf das es ankommt, nicht interessiert, ist es Ignoranz. Dann geht es nicht um den anderen, sondern um uns selbst.

 

Ungewiss

Ob uns das Mehr oder Weniger, das wir durch das Erreichen unserer Ziele erlangen, Sicherheit und Friede in der Zukunft gegeben haben wird, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. 

Die Zukunft ist ungewiss. Unsere Ziele und die Handlungen, die wir für sie unternehmen, sind eine Sicherung der Zukunft. Aber weniger im materiellen Sinn. Vielmehr geben sie uns das Gefühl, heute und morgen das Richtige zu tun.

Hektik

Manchmal wollen wir Aufgaben schnell wegschaffen. Wir können uns überlegen, ob nicht all das, was wirklich getan werden muss, es nicht wert ist, langsam, fokussiert, so sorgfältig wie nötig und mit Ruhe und Bedacht erledigt zu werden.

Wie viel länger dauert es, etwas gründlich, freundlich, aufmerksam und liebevoll zu tun? Wie viel mehr Energie kostet es? Wie langsam macht uns Ruhe und Bedacht? Wie schnell macht uns Hektik?

Wind

Wir können immer noch etwas mehr tun, noch mehr wissen, etwas mehr lernen, länger meditieren. Im Guten, wie im Schlechten. Es gibt auch immer noch welche, die noch schlimmer sind, noch skrupelloser, noch mehr Unheil anrichten.

Tugenden und Untugenden sind eine Sache für sich und sie geben uns Werte, Richtung und Erfüllung. Aber es gibt auch ein jenseits davon, das nicht zu unterschätzen ist. Wir können uns treiben lassen, ohne Wert und Ziel. Manchmal könne wir sein, wie ein Blatt im Wind.

Kurzfristig

Es ist ratsam, Hürden so aus dem Weg zu räumen, dass sie bei der nächsten Gelegenheit nicht wieder im Weg sind. Kurzfristige Lösungen sind mit Vorsicht zu genießen, weil sie wahrscheinlich weitere Angänge brauchen.

Ein guter Leitfaden ist, mit jedem Gegenstand so selten in Berührung zu kommen, wie möglich. Ein Dokument am besten nur ein Mal anfassen. Kein Hin-und-Her-Räumen, keine Halben Sachen, kein WischiWaschi, kein „das muss doch nicht“. Sondern sauber, ordentlich und endgültig.

Wege

Häufig wird die Effizienz als Wort angeklagt, weil damit verbissene Anstrengung assoziiert wird. Aber tatsächlich bedeutet effizient zu sein, Vieles mit verhältnismäßig wenig Einsatz zu schaffen. Vielleicht sogar, wie in dem viel gelobten Zustand des Flow, höchstes Schaffen als Glück zu erleben. Wir sollten uns vor Effizienz nicht fürchten und sie nicht missachten. Im Schaffen ist Effizienz ein gutes Ziel.

 

Haben

Wenn wir in unseren Wohnungen immer ein Zimmer zu wenig haben und unsere monatlich finanziellen Verfügbarkeiten immer noch ein klein wenig höher sein sollten, was ist dann los? Haben wir von vornherein zu klein gedacht, oder sind wir mit dem Materiellen nie ganz zufrieden?

Wer zu dritt in einem Zuhause mit zehn Zimmern lebt, der wird sich wahrscheinlich kein elftes wünschen. Und wer 20.000 Euro im Monat zur Verfügung hat, wird sich weniger ein höheres Gehalt ersehnen, als jemand der 2000 Euro verdient.

Wir können uns Schritt für Schritt hocharbeiten. Aber es ist sinnvoll, sich nicht einzureden, dass wir eigentlich genügsam sind und schon mit ein wenig mehr zufrieden wären, als wir momentan haben.

Besser, wir wissen, was wir wollen. Dann können wir auch abwägen und planen, wo wir bereit sind, Abstriche zu machen und was sie uns wert sind.

Tun

Menschen, die sich über den Verkehr aufregen, sind nicht unbedingt die rücksichtsvollsten Fahrer. Wie Menschen, die sich sensibel über jede verfängliche Äußerungen empören, vielleicht auch sonst enge Toleranzgrenzen verkörpern.

Manche Menschen sind sich in allem absolut sicher. Andere wissen nichts. Aber es ist nicht wichtig, wie sicher sich jemand ist. Wichtig ist, was getan wird. Um einen Schritt hinter die Fassade der Menschen zu schauen, muss man darauf achten, an welchen Taten man sie messen kann.

Übersättigung

In Zeiten dauernder Übersättigung ist es keine schlechte Idee, sich hin und wieder einem Mangel auszusetzen. Dann werden die Dinge des Alltags wertvoll.

Im Angesicht des Todes wird das Leben und was es mitbringt, was es ist. So wie Essen, wenn wir Hunger haben und andere Menschen, wenn wir uns einsam fühlen.

Was den Tod angeht, müssen wir nicht in den Krieg ziehen, oder uns an einen wackligen Abrund stellen. Wir können uns aber vorstellen, wie wir uns den Menschen, die wir lieben, gegenüber gern verhalten hätten, wenn wir sie zum letzen Mal gesehen hätten.

Erfolg

Mancher Erfolg ist erstmal nichts als ein Traum von einer besseren Zukunft. Man kann sagen, dass Erfolg durch das Erreichen eines Ziels zustande kommt. Aber was ist ein Erfolg wert, wenn er uns nicht nur zum Ziel gebracht hat, sondern auch in die Sucht. Was sind alle Erfolge der letzten Jahre wert, wenn sie uns auch in die Trennung zu unserer Familie gebracht haben. Und auch Geld ist nur soviel wert, wie es uns das Leben verbessern kann.

Wenn jemand Erfolg hat, dann ist etwas Erwartetes aus seinen Taten erfolgt. Mehr ist erstmal nicht passiert. Aber was ist der Erfolg, den wir uns wünschen sollen? Was ist der Erfolg, für den es sich lohnt, erfolgreich zu sein?

Es gibt Erfolge des Moments, der Situation, der Stunde, Tageserfolge, Taskerfolge und Langzeiterfolge. Das Erreichen des Ziels, ist ein Teil des Weges. Es ist nicht der krönende Abschluss! Erfolg ist nichts Großes. 

Erfolg bedeutet, dass ich mich auf dem richtigen Weg fühle. Mit Herausforderungen und guten Momenten und allem, was dazu gehört. Erfolg kann sein, wie schönes Wetter, oder wie eine Belohnung, über die man sich freut.

Strahlen

Manche begeben sich gern in die Gesellschaft von Menschen, die sie bewundern. Man kann hoffen, dass ein wenig davon auf einen selbst abfärben könnte. Menschen strahlen ihre Eigenschaften ab. Wer sie haben möchte und offen ist, kann sie aufsaugen.

Wenn man keinen Zugang hat, zu den Menschen, die man bewundert, kann man sie trotzdem bewundern und es wird einem auch Gutes tun. Die Strahlung positiver Eigenschaften kennt weder Grenzen noch Distanz.

Milde

Das Leben ist komplex. Besonders, wenn man mittendrin steckt, weiß man manchmal nicht mehr, wo vorne und hinten ist. Und hier sollten wir von uns selbst auf andere schließen. Jeder, dem man begegnet, hat seine eigenen Kämpfe auszutragen.

Worte sind meist nicht so hart gemeint, wie wir sie verstanden haben. Und wenn doch, muss sich vielleicht jemand durch Abwertung aufwerten. Wir sollten mild sein, und nett.

 

Gewichte

Der kürzeste Weg ist nicht immer der beste. Wir haben ein waches Auge für Erleichterungen und Abkürzungen, doch oft lohnt es, sich Dinge etwas schwerer zu machen.

Produkte im Geschäft aussuchen gehen, anstatt sie sich im Internet zu klicken. Eine Platte kaufen, auflegen und umdrehen, anstatt Musik zu streamen. Lesen, anstatt den Film zu schauen. Essen selbst machen, anstatt liefern zu lassen.

Auf Abkürzungen geht einiges verloren, oft ein Teil der Seele des Weges. Hier und da ist es sinnvoll, Prioritäten zu setzen. Lieber für einiges den längeren Weg gehen. Dafür anderes ganz weglassen.

Sorgen

Wir möchten gesehen werden. Und uns gleichzeitig schützen vor der Einschätzung der anderen. Wir schützen uns, indem wir nur einiges von uns preisgeben. Wir schützen uns, indem wir uns anders darstellen als wir sind. Andere sollen nicht von uns denken, dass wir so sind, wie wir sind und dass wir denken, wie wir denken.

Wir sorgen uns, um die zahllosen Kleinigkeiten in uns und um uns. Wir möchten nicht als zu arm oder reich, zu eitel oder selbstvergessen, nicht als zu wissend oder zu unwissend angesehen werden.

Doch vor welchen Eventualitäten soll man sich schützen? Es kann immer jemand kommen, sich eine Einzelheit heraussuchen und sie als falsch darstellen. Es kann so viel passieren. Um das Leben und die Zukunft zu kontrollieren, brauchen wir mehr Vertrauen, um in Frieden zu leben, als ein Mensch aufbringen kann. 

Wenn wir uns geben, wie wir sind, ist es einfacher, mit den Menschen zusammenzufinden, die zu uns passen. Und es ist deutlich weniger anstrengend.

Versuchung

Wir wollen das Gute für uns, nicht das Schlechte. Doch das Negative bedingt das Positive. Unser Verstand braucht Anhaltspunkte, um zu werten und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Warum denken und reden wir über Negatives? Wir wollen das Negative erkennen und meiden, weil wir uns davor fürchten. Und wir wollen uns abgrenzen und häufig damit sagen, dass wir nicht so sind. Dass wir besser sind und dass unser Anspruch höher ist.

Aber es stimmt auch, dass wir mehr von dem bekommen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Und so lohnt es sich, ab und zu der Versuchung zu widerstehen, uns aufzuwerten, indem wir abwerten. Wir können den Blick auf das Gute und Schöne richten. Auf das, was uns gefällt, darüber sprechen und so Schritt für Schritt positiver werden.

Investition

Wir müssen in uns selbst investieren. Wir sind unsere sicherste Langzeitinvestition. Und wenn die Kurse gefallen sind, müssen wir erst recht nachkaufen. Aber wir selbst sind unter Umständen nicht nur wir selbst persönlich.

Wir sind ein Teil der Gesellschaft. Wenn wir in uns selbst investieren, ist das auch eine Investition in die Gesellschaft. Und wenn wir in die Gesellschaft investieren, ist das eine Investition in uns selbst.

In Partnerschaften sind wir persönlich Teil von etwas Größerem. Spätestens, wenn die persönlichen körperlichen und geistigen Bedürfnisse versorgt sind, sollte man in die Partnerschaft investieren. Vielleicht ist das die bessere Langzeitinvestition.

Auf jeden Fall müssen wir investieren und Mehrwert schaffen. Am Ende sind es immer wir, die profitieren.

Kostenfaktor

Der größte Kostenfaktor ist Pessimismus. Wer nichts anfängt, wird nichts erreichen. Wer sich das Negative ausmahlt, zieht es an. Der Pessimist sieht Probleme statt Lösungen. Er sieht Energieverschwendung statt Chance. Wer daran glaubt, dass etwas entstehen wird, wird etwas erschaffen. Vielleicht nicht genau das, was er geplant hat, aber etwas von positivem Wert.

Das Negative zu sehen ist einfach, es ist aus Evolutionsgründen die menschliche Grundeinstellung. Den Blick fürs Positive muss man sich aktiv erarbeiten.

Aussenwelt

Die Welt da draußen ist groß. Sie hat auf uns mehr Einflüsse zu bieten, als wir annehmen oder abwehren können. Auf alles, was potentiell bei uns ankommen kann, können wir reagieren und uns beeinflussen lassen.

Oder wir können in uns gehen. Auf das reagieren, was uns unmittelbar betrifft und worauf wir Einfluss haben. Hier können wir uns entscheiden, wie wir reagieren möchten. So haben wir die Kontrolle an einem Ausgangspunkt, von dem aus wir wirklich Einfluss nehmen können.

Nähe

Die Wahrheit ist vor den Worten. Vor dem Gesehenen, vor dem Gedachten. Sie ist weder sagbar noch in Form zu fassen. Doch was wir sehen und hören ist wahr. Wir sind Eins mit dem, was wir sehen und hören. Und wir sind Eins mit der Wahrheit. Im Moment gibt es nichts, was nicht die Wahrheit ist. Das macht jeden Moment zu einer Chance. Das macht jeden Moment sinnvoll und echt.

Unsere persönliche Wahrheit ist, was wir für richtig und wahr halten. Unsere Fairness, richtige Aussagen, richtiges Aussehen, die richtige Meinung und der gute Geschmack. Doch dies sind wandelnde persönliche Wahrheiten. Genährt von Werten, Fortschritts- und Rechtsvorstellungen.

Der Verstand darf driften. Er kann den für ihn richtigen Weg finden. Aber das Bewußtsein darf in Verbindung bleiben, mit der großen unveränderlichen Wahrheit, die der Verstand nicht fassen kann.

Perspektive

Zaghaft einen Fuß ins Meer zu stellen und zu schauen, ob es einem nicht doch etwas kühl ist: damit wird man dem Meer nicht gerecht. Es ist gut, sich in die Fluten zu stürzen. Sich aufnehmen zu lassen vom Getöse, frei zu sein und sich treiben zu lassen.

Es ist herrlich, in die Fülle des Neuen einzutauchen. Alles ist besonders, unverbunden und wertfrei. Dinge fügen sich zusammen und wir Blicken mutig in einen Horizont aus Zukunftsperspektive.

Riemann-Thomann

Menschen leben mit Bedürfnissen. Diese zu entdecken, bei uns selbst und anderen, kann eine große Hilfe sein, wenn man einander und sich selbst verstehen möchte. Verständnis ist eine wichtige Hilfe, um mit sich und anderen gut auszukommen.

Eine Hilfe, um Grundbedürfnisse zu verstehen, ist das Riemann-Thomann-Modell. In einem Graphen aus Nähe und Distanz und einem aus Beständigkeit und Abwechslung kann die Persönlichkeit von Personen eingeordnet werden. Wer versteht, dass diese Grundbedürfnisse bei Menschen verschieden sind, kann ihre Handlungen akzeptieren und seine Wertung anpassen.

Lösungspläne

Glaube und Hoffnung sind wichtig, aber Glaube bleibt Glaube, Zukunft bleibt Zukunft.

Lösungspläne sind Schritte ins Ungewisse. Es gibt keine Garantie, Probleme zu lösen. Es gibt eine Investition in die Zukunft. Lösungspläne schenken uns Glauben. Und der Glaube kann unseren Blick auf die helfenden Dinge lenken.

Aber wenn die Zukunft nicht ungewiss wäre, was wäre dann die Welt und unser Leben?

Kaputt

Das Prinzip der Religion ist verehrt und verpönt. Menschen die Möglichkeit zu geben, mit ihren Problemen zu einem Gott zu gehen, der Halt gibt und hilft, ist ein wertvolles Geschenk.

Kaputt gemacht wird es von denen, die anderen vorschreiben möchten, was sie zu tun haben, um dazu zu gehören. Kaputt gemacht wird es von denen, die von anderen verlangen, hundertprozentig auf Linie zu sein.

Es ist nicht einfach, zu leben. Und für viele Menschen ist jede Hilfe wie gottgesandt. Auch wir können aufpassen, dass wir anderen nicht ihre Lebenshilfen und Handlungsansätze zerstören, indem wir darauf bestehen, Recht zu haben.

Leute

Menschen lügen, übertreiben, reden nur von sich, sind faul und gucken zu viel auf ihr Handy. Aber wir sollten sie mögen, wie sie sind. Es gibt die, die zu uns passen, auch wenn sie genau die Fehler haben, die wir an den Pranger stellen. Und es gibt Menschen, die uns ähnlich sind, mit denen wir keine Zeit verbringen.

Es ist schön, sich in sein Menschengestrüpp fallen zu lassen. Es ist schön, Zeit mit Menschen zu verbringen, die anders sind als wir selbst und die uns darin bestätigen, nicht den ersten Stein zu werfen.

Vertrauen

Als Arbeitgeber und Vorgesetzter ist eine der wichtigsten Fähigkeiten das Vertrauen in die Mitarbeiter. Richtungen, Richtwerte und Prinzipien sind wichtig und richtig. Allgemeines Misstrauen, zwanghaftes Überprüfen und blindes Unterstellen sind kontraproduktiv.

Das heißt nicht, dass der alte Leitsatz Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser unwahr ist. Kontrolle kann aber heißen, erst Ergebnisse anzuschauen und danach eine Richtungskorrektur zu überlegen. So wird der Flow des Fertigstellens nicht unterbrochen. Und das nächste Projekt wird mit neuer Motivation und neuem Sinn angegangen.

Geschmack

Wie entscheiden wir uns für etwas? Wie entsteht unser Geschmack? Wer in einen Apfel beißt, der nach Roquefort schmeckt, wird auch als Käseliebhaber kaum diesen besonderen Apfel würdigen. Geschmack ist meist nichts anderes, als der Vergleich mit dem Gewohnten, Gelobten oder Akzeptierten.

Häufig sind Geschmäcker behindernde Prinzipien. Es ist nicht unwichtig zu verstehen, warum wir etwas wie finden. Dieses Verständnis schützt vor teuren Moden, opportunistischen Fehlentscheidungen und unnötigen Einschränkungen.

 

Verarbeitung

Gefühle bestimmen unser Leben. Alles, was wir tun, tun wir, um in irgendeiner Weise ein gutes Gefühl zu haben. Zwietracht zu spüren, ist eine Belastung. Eine Auseinandersetzung aus der Vergangenheit oder in der Zukunft zu spüren, gibt der Vergangenheit oder Zukunft ein Gewicht, das wir in der Gegenwart tragen.

Wie kann man diese Last leichter machen? Muss man stärker werden, oder kann man dieses virtuelle Gewicht aus der anderen Zeit reduzieren?

Wenn man sagt, man solle im Hier und Jetzt sein, dann heißt das nicht, man solle sich durch Ablenkungen in dieses Hier und Jetzt hineinzwingen. Sich in Situationen zu begeben, die extremer sind, als Gedanken und Gefühle, die einem von diesem Hier und Jetzt fernzuhalten scheinen.

Für den wahren Weg ins Hier und Jetzt brauchen wir Ausdauer. Unsere unerbetene Vorstellungswelt dehnt sich aus, oder sie schrumpft. Um ihr langsam aber sicher die Luft auszulassen, können wir Zufriedenheit und Stille suchen. Meditation und Bewegung sind eine Hilfe, um nicht mehr aufwühlenden Input zu bekommen, als wir verarbeiten können.

 

Verschiebung

Unser Körper, Geist und soziales Umfeld begleiten uns unser Leben lang. Und es sind diese wichtigen Dinge, die wir oft zu leicht nehmen, weil sie uns konstant verfügbar erscheinen. Zeit für Sport, Meditation, Familie und alte Freunde wird leichtfertig ersatzlos verschoben. Wir denken, sie kosten nichts, dabei investieren wir zum Schluss unseren Verdienst in genau diese Dinge.

Es sind diese Termin, die wir besser schützen müssen, als unsere wichtigsten Meetings. Termine für Sport, Familie, Freunde und Geist dürfen wir nicht ausfallen lassen, höchstens verschieben.

Lohnendes

Bedrückende Bücher, Filme und Dokumentationen sind mit Vorsicht zu genießen. Sie können uns auf die Stimmung schlagen und unser Weltbild einseitig beeinflussen. Wer damit seine Unzufriedenheit rechtfertigen möchte, kann sich überlegen, ob das ein guter Weg ist, die Welt zu verbessern.

Unzufriedenheit und allgemeine Kritik, ohne reaktiv zu Handeln, sind destruktiv und hemmend. Zweifel, Relativierungen und Pauschalverurteilungen aufgrund eines einzigen Negativbeispiels sind einfach. Einen Blick auf Möglichkeiten und Lösungen zu entwickeln, bedarf Übung und Durchhaltevermögen. Aber es lohnt sich.

Aufwertungen

Die meisten Menschen verbringen einen großen Teil ihrer Lebenszeit bei der Arbeit. Und die tägliche Arbeit hat viele Komponenten, wie Kunden, Kollegen, Geschäftszweig, genaue Tätigkeiten, Gehalt, Arbeitsweg.

Viele sagen, sie möchten eine Arbeit mit Abwechslung. Eine gute Abwechslung schafft man sich, wenn man sich stetig verbessert. Wenn man Prozesse optimiert, effizienter arbeitet, seine Handgriffe, Strategien, Kollegen und Kunden lieben lernt.

Analyse

Wer das Bild einer schönen Landschaft sieht, erzählt sich vielleicht, dass er dort gern wäre. Fern von Alltagsstress und konkreten Problemen. Gern denkt man dabei nicht an die dortige Wasser- und Essens- und Krankenversorgung, an das tatsächliche Klima, an Lärm, Armut oder Transportmöglichkeiten. Der Wunsch, an einem anderen Ort zu sein ist oft unüberlegt und kurzsichtig.

Das Innere zu ordnen und im Äußeren kleine Schritte zu gehen, aber sinnvolle Meilensteine zu passieren, ist nachhaltig und sicher. Sowie handfeste Analyse in wichtigen Entscheidungen besser ist, als auf das Bauchgefühl zu vertrauen.

 

Zusammen

Wir interagieren mit Freunden, Bekannten, Kollegen, Kunden, Fremden, Partnern und Familienmitgliedern. Wir leben in verschiedenen Beziehungen zu Menschen und jonglieren mit Beziehungs-Graustufen und Hierarchien. Alle Beziehungen haben Qualitäten und Reize. Auf unterschiedliche Weisen können wir Inspirationen, Güte, Witz und Liebe erleben.

Wir müssen den Menschen dankbar sein. In unseren Beziehungen zu ihnen erfahren wir unsere Lebendigkeit.

Mode

Das Gesetz von Yin und Yang ist universell. Wer es im Einzelnen finden möchte, muss nicht lang suchen. Wir brauchen Abwechslung: Kleidung, Musik, Alltagssprache, literarische Inhalte und Kulinarik müssen sich konstant verändern. Tabus werden gebrochen und anderes wird zum Unsagbaren.

Vor einigen Jahren, hätte sich kein Mann mit Schnauzbart auf die Straße getraut. Ebenso wenig mit Hosen, die nicht über den Schuhansatz reichen. Und der erste Hochwasserhosenträger wurde nicht als Vorreiter wahrgenommen, sondern als Mensch mit eingelaufener oder ungeschickt gewählter Hose.

Doch Geschmacksveränderungen schleichen voran. Es kommt immer ein Erster, der demonstriert: Seht her, ich mache, was ich will und ich komme damit durch! Und das ist der nächste Anfang vom Ende.

Was Mode angeht ist es sinnlos, seine Wahl nicht ab und zu dem Konsens anzupassen. Aber wenn man, um authentisch zu bleiben, seinen Geschmack ändern muss, warum soll man sich dann überhaupt aufregen, wenn einem etwas nicht gefällt?

Oft regt man sich tatsächlich weniger über schlechten Geschmack auf, als darüber, dass etwas oder jemand sich nicht anpasst und aus der Reihe tanzt.

Therapie

In dieser Zeit, in der wir die Möglichkeit haben, Geist und Körper immer noch ein Stück weiter zu verfeinern, kann es passieren, dass wir damit vom 100sten ins 1000ste geraten. Das kann ein schönes Hobby sein. Aber klar ist, dass frustiert wird, wer meint, er könnte in diesem Weg ein Ziel erreichen.

Gesundheit ist relativ. Grenzen fließen. Selbstzweifel und Ambivalenzen erstrecken sich zwischen Handlungslähmung und großer Verantwortung. Ein erfülltes Leben kann man auch mit chronischen Schmerzen und körperlichen oder geistigen Hindernissen führen.

Ziel kann es aber immer sein, innerhalb der notwendigen sozialen Gemeinschaft, sein eigenes unabhängiges Leben zu leben.

Pool

Das, was wir gerade von uns geben, was wir sagen, wie wir uns bewegen, wie wir uns fühlen, wonach uns gerade ist, denken wir uns nicht spontan aus und tun es dann. Unser Unbewusstes stellt es für uns bereit. Wir nehmen war, was passiert (was wir gerade tun) und identifizieren uns.

Es kann passieren, dass wir mit unseren Handlungen oder Gedanken intervenieren. Aber wer interveniert? Woher kommt der Impuls? Auch aus dem Unbewussten. Aus einem inneren Pool aus Worten, Werten, Bildern und Gefühlen, die sich im Gehirn tummeln, dort miteinander verknüpft und (mehr oder weniger) geordnet sind.

Was uns über den Weg läuft, findet seinen Eingang in diesen Pool und nimmt von da an Einfluss auf das, was unsere Gegenwart bestimmt. Eine besonders gute Möglichkeit, Eingang in diesen Pool zu finden, dort Suggestionen zu platzieren und die richtigen Verknüpfungen zu machen, ist Hypnose.

Versuchung

Wer merkt, dass nicht die anderen nervig sind, sondern man selbst schlecht gelaunt ist, ist trotzdem versucht, den anderen die Schuld zu geben. Die reine Erkenntnis ist keine Absicherung gegen eigenes Fehlverhalten. Unsere Stimmungen und Gefühle sind häufig stärker als der gute Wille. Am besten schützen wir uns durch Vorsorge. Wir können Ruhe-, Entspannungs-, Ausgleichsmethoden finden, die uns entsprechen und die uns helfen. Klassiker sind Bewegung, Kreativität, Schreiben, Therapie, Selbsthypnose und Meditation.

Fallhöhe

Wenn einem Dinge schwer fallen, heißt das nicht unbedingt, dass man untalentiert ist. Es kann auch ein Zeichen dafür sein, dass einem Dinge sehr wichtig sind und der persönliche Anspruch hoch ist. Thomas Mann sagte, Schriftsteller seien Menschen, denen das Schreiben besonders schwer fällt.

Und es ist tatsächlich so: wenn der Weg bis zur Zufriedenheit mit dem Ergebnis lang ist, muss man sich lange mit Unvollkommenem beschäftigen. Und wenn der Anspruch hoch ist, ist diese Unvollkommenheit schwer zu ertragen.

Menschen, die einen talentierten Einstieg in Fähigkeiten finden, verpassen leicht wichtige Grundlagen. Vor allem lernen sie weder Beharrlichkeit noch Geduld. Beides Schlüsselfähigkeiten, die für einen hohen Grad des Könnens früher oder später notwendig sind.

Definition

Wir tun es in jeder zwischenmenschlichen Zusammenkunft: die Einschätzung von Menschen gehört zum Wichtigsten, was wir tun. Sind sie ehrlich, was ist ihre Ehrlichkeit? Sind sie authentisch, was sind ihre Wurzeln? Was können wir erwarten? Sind sie eine große Bereicherung, wenn wir stark sind und grausam, wenn wir schwach sind? Drehen sie sich um sich selbst, oder mit der Welt? Wollen sie weiterkommen oder jammern? Kommen sie mit sich selbst klar, oder versuchen sie nur mit dem Außen klar zu kommen? Können sie etwas für uns tun, können wir etwas für sie tun, können wir uns gegenseitig helfen? Können wir miteinander die Welt erleben?

Die Welt der Menschen dreht sich um Menschen. Wir können überall über sie erfahren: In Filmen, Büchern, Kunst, Meditation, Reflektion und Kontakten. Wir können Menschen auf ihre niedrigsten Triebe reduzieren oder sie für ihre feinstofflichen Höhenflüge achten.

Wenn wir über Menschen reflektieren, lernen wir dann am meisten über sie, wenn wir versuchen, ihre Beweggründe zu verstehen. Die reine Feststellung ihrer Fehler nützt unserem Wissen über die Menschen nichts.

Dienst

Menschen wollen haben, was andere Menschen auch haben wollen. Als grünes Pesto nach Deutschland kam, konnte man es in Feinkostläden bekommen, oder frisch vom Markt. Als es bekannter wurde, konnte man bald auch merkwürdig schmeckende grüne Soßen, die sich Pesto nannten, in herkömmlichen Supermärkten und Discountern kaufen.

Es geht schnell nicht mehr darum, etwas zu haben, das so ist, wie es ist, weil es den Zweck erfüllt, für den es ursprünglich gemacht wurde. Es geht darum zu haben, was andere haben. Das ist so bei vielen Lebensmitteln, Design-Möbeln, Produkten und Kleidung.

Das eigentliche Wort für diesen Mitläufereffekt ist Mode. Man tut etwas, weil andere es auch tun. Und zu diesen andren möchten wir gehören. Negative Folgen der Modehörigkeit sind erhöhte finanzielle Kosten, schlechte Qualität und Anerkennung von Leuten, die denselben Fehler machen.

 

Steine

Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Es ist einfach, andere zu verurteilen. Aber wir können uns auch erst in die Schuhe der anderen Stellen. Wie würden wir handeln, wenn wir sie wären? Aufgewachsen wie sie: in ihrer Gegend, mit ihren Eltern, mit ihren Erfahrungen.

Wie sieht die Welt aus, wenn wir akzeptieren, dass es keinen freien Willen gibt? Was macht das mit unserem Urteil über Individuen?

Es ist okay, Schädliches und Schlechtes als das zu benennen, was es ist. Aber wir sollten uns gut überlegen, ob wir so weit gehen möchten, Personen zu verurteilen.

Natur

Jeder ist immer irgendwann und irgendwo im Leben auf der Suche nach Leben. Jeder ist an besonderen Orten unter besonderen Umständen und mit besonderen Sorgen. Sorgen um die Zukunft von uns selbst, unseren Mitmenschen, unseres Landes, der Umwelt und der Welt. Immerhin: ums Universum müssen wir uns keine Sorgen machen.

Aber wir feilen an unseren Gedanken, unserer Haltung, unserem Atem, unserem Empfinden, unserem geistigen und materiellen Konsum, unseren Worten, unseren Handlungen, unserem Input und Output, unserer Planung für gleich, nachher, morgen, die nächsten Wochen, Monate, Jahre und Jahrzehnte und um die Zukunft unserer Kinder und Enkel.

Es ist die Natur des Menschen aufwärts zu streben, wie es die Natur des Wassers ist, abwärts zu fließen. Während wir driften im Universum.

Genügsamkeiten

Geld ist nicht so schlecht, wie sein Ruf. Es ist so gut, wie die Hände, in denen es ist. Das gleiche gilt für Genügsamkeit. Eine falsche Genügsamkeit kann nagen, bis sie sich zu Verzagtheit und Verzweiflung durchgebissen hat. Eine echte Genügsamkeit bedeutet, dass ein Drang nach Mehr keine persönlichen Ressourcen raubt.

Aber das Leben eines Menschen geht immer in eine Richtung. Und wenn wir uns auf falsche Genügsamkeiten einlassen, schleift unser Antrieb und das Weiterkommen wird zäh.

Dinge

Wir leben in einer Gesellschaft des Habens und An-Orten-gewesen-seins, einer Welt des Konsumiert- und Erlebthabens. Es gibt so viele Dinge und Orte! Was will man damit? Wer braucht sie? Wie viele Teller, Schalen, Gläser, Lampen, Teekannen, T-Shirts und Stifte kann ein Mensch brauchen? Durch wie viele Landschaften, Städte, Länder und Kontinente will man gelaufen und gefahren sein?

Wir verlieren uns in Dingen und Erlebnissen. Sie mögen unsere Persönlichkeit prägen. Aber was sagt das über den Wert von Persönlichkeit an sich aus? Im Kern sind wir Bewusstsein, das das Treiben der Welt wahrnimmt.

Regeln

Es ist weniger schlimm, häufig unaufmerksam und manchmal pampig in einer Beziehung zu sein, als sehr selten schwer brutal. Kleine Fehler zu machen und chronisch Fünfe gerade sein zu lassen, mag uns nicht gerade fördern, aber es führt auch zu keinem Sturzflug mit hartem Aufprall. 

Im Umkehrschluss kann man weit damit kommen, einmal brillant zu sein, und danach weniger falsch zu machen, als richtig.

Tiefe

Was will ich wirklich? Ist das, was ich wirklich will das, was mich glücklich macht? Ist das, was ich wirklich will etwas, das mir Frieden schenkt? Ist das, was ich wirklich will eine Herausforderung? Fördert das, was ich wirklich will, mein Wachstum? – Wachstum zu mehr Friede, zu mehr tiefem, wahren Glück? Ist das, was ich meine, was mir Glück und tiefen Frieden bringt, tatsächlich etwas, das mir Frieden und tiefes Glück bringen wird?

Das Leben ist nichts Überschaubares. Wir sind im Fluss des Lebens und haben die Chance den Moment zu genießen. Aber als Wesen in Zeit und Raum müssen wir abwägen, ob der Genuss dieses Moments auf Kosten der zahllosen Momente in der Zukunft geht.

 

Optimal

Die Uhrzeit können wir von einer Uhr für 10 Euro ablesen, oder von einer für 10.000. Wahrscheinlich ist die 10-Euro-Uhr angenehmer zu tragen. Aber wir wissen auch, wofür die teure Uhr da ist. Etwas weniger offensichtlich ist das bei anderen Gebrauchsgegenständen.

Es ist für den Erfolg und die Lebensqualität der meisten Menschen egal, ob sie einen Computer für 300 oder 3000 Euro, ein Smartphone für 150 oder 1500 Euro benutzen. Es ist für die Gesundheit nicht besser, gekauftes Wasser als Leitungswasser zu trinken. Wenn man schreibt, ist es nicht wichtig, ob mit Schreibmaschine, Computer, mit was für einem Stift oder auf was für Papier. Es ist nicht wichtig, ob man seinen Schreibtisch nach Norden oder Süden, oder an einem Platz mit Meerblick oder ohne Fenster stehen hat. Es ist nicht wichtig, ob man in den Urlaub ans andere Ende der Welt reist, oder ins übernächste Dorf.

Aber dies ist das Spiel, das wir spielen. Wir halten unsere Illusionen aufrecht. Sie geben uns Sinn und Perspektive. Es ist ein Vorteil zu wissen, dass wir uns in einem Spiel mit selbstgemachten Regeln befinden. So können wir gelassen in die Rolle des Beobachters unserer Person treten und die Stille genießen.

Nervensysteme

Was ist der Unterschied, ob man etwas gern tut, was einem Freude bereitet, und einer Sucht, der man nachgeht? Was ist der Unterschied, ob man noch eine Tafel Schokolade isst, oder von einem Computerspiel nicht loskommt? Ist es nicht auch eine Freude, eine Sucht zu befriedigen? Ist es nicht herrlich, süchtig zu sein und zu wissen, was man will und was einem Freude bereitet?

Wäre es nicht wunderbar, eine Sucht zu haben, die einem gut tut? Was ist der Unterschied, zwischen Sucht und Gewohnheit?

Es gibt tiefe und flache Befriedigungen. Tiefere Befriedigungen regen tiefere Gefühle an und bereichern das Leben. Flache Befriedigung dreht sich nur um den Moment. Sie birgt keine Weisheit, keine Einsicht. Sie berücksichtigt weder Individualität noch Persönlichkeit. Sie spricht nur den Trieb an. Schutz, Angst, chemische Sucht, Befriedigung des Nervensystems. Als Faustregel kann man sagen, dass Glück so schnell und so langsam versiegt, wie es gekommen ist.

Figuren

Zu selten passiert es, dass Menschen ihren Standpunkt erklären. Im Film sollen die Figuren Handeln anstatt zu reden. Mit dem dramaturgischen Mittel, dass Figuren sich nicht erklären, um sich anderen verständlich zu machen, werden die zwischenmenschlichen Spannungen im Film künstlich hoch gehalten.

Wir sind glücklicherweise keine Figuren, deren Daseinsberechtigung dadurch entsteht, dass wir in Konflikten leben. Wir dürfen uns unser Recht, uns zu erklären, zunutze machen.

Gemeinschaft

Es ist erstaunlich, wozu eine Person fähig ist, wenn sie es für andere tut. Für andere können wir Herausforderungen annehmen und über uns selbst hinauszuwachsen. Eltern sind für ihre Kinder über Jahre die halbe Nacht wach. Menschen springen über ihren Schatten, um aus ihrem Trott zu kommen und das nötige Geld für ihre Familie zu verdienen. Und im Krieg kämpfen Menschen um Leben und Tod.

Der Mensch ist sozial. Was uns zu Höchstform treibt, sind die anderen und was sie über uns denken.

Es ist gut, wenn man versteht, dass wir ohne die Gemeinschaft Antrieb und Nutzen verlieren. Deshalb ist es wichtig zu prüfen, mit wem wir uns umgeben.

Intelligenz

Eine der großen Ängste der Menschen ist es, reingelegt zu werden, oder um es etwas bedrohlicher auszudrücken: betrogen zu werden. Reingelegt oder betrogen worden ist man, wenn man durch eine Täuschung so handelt, dass es ein vorteilhaftes Ergebnis für den Täuschenden gegenüber dem Getäuschten gibt.

Wir haben Angst, dass jemand nicht das tut, wofür wir ihn verpflichtet sehen. Wir haben Angst, dass wir nicht das Bekommen, was dem Wert entspricht, den wir meinen gegeben zu haben.

Je nachdem, um was es genau geht, steht entweder die Ehre (meist unsere Integrität oder das Ansehen unserer Intelligenz), Geld (es kann auch ein sehr geringer Betrag sein), Zeit oder Fairness auf dem Spiel.

Warum dreht sich soviel darum? Warum ist die Angst so groß? Wir werden übervorteilt und das Leben geht weiter. Und Vor- und Nachteile ändern sich mit der Zeit. Wir können gespannt warten, wann aus unserem kurzfristigen Nachteil ein Vorteil geworden sein wird.

Raum

Wir brauchen Raum, um uns zu bewegen und zu entfalten. Wir müssen uns strecken und dehnen, um unsere Gelenke und Sehnen zu lockern, um ihr körperliches Potential zu gewährleisten und zu erweitern. Wenn wir uns nicht frei bewegen können, wird unser Körper rosten und schmerzen.

Starre Denk- und Wertstrukturen engen uns ein. Tabumaschen dürfen nicht so eng gestrickt sein, dass man häufig Gefahr läuft, sich in ihrem Netz zu verfangen.

Wir brauchen Interesse für Neues, für andere Ansichten, für Unbekanntes und  Kompliziertes.

Geschichten

Deine Geschichte sind deine Worte, deine Gesten, deine Kleidung, dein Umfeld, vielleicht deine Vergangenheit und dein Versprechen. Wenn Geschichten authentisch sind, werden sie geglaubt. Wenn Geschichten gekünstelt sind, schrill und laut, unglaubwürdig oder billig, können sie etwas Zeit vertreiben, sind aber schnell vergessen.

Denn gute Geschichten ziehen uns an und fesseln uns. Wer deine Geschichte glaubt, sie gut findet und darauf vertraut, dass sie gut bleibt, der wird auf deiner Seite sein.

 

Katastrophen

Man kann große Ziele haben. Wenn man aber vom Tsunami überrumpelt wird, oder Beifahrer bei einem schweren Autounfall ist, wird man diese Ziele vielleicht nie erreichen. Wenn der Krieg kommt, werden die Verhältnisse und Möglichkeiten unkenntlich.

Wenn man jedoch vor der Katastrophe Ziele hatte, hat man sich auf einem Weg befunden, der einen erfüllt hat. Man kennt das Konzept von Werten und Zielen. Damit hat man die Grundlage, weiterhin ein Leben voll Drive, Frieden und Dankbarkeit zu leben. Dieses spezielle Gefühl von Sinn ist Teil von einem geworden und es wird einem weiterhin helfen, zu leben.

Gleich

Wer seine Vorgehensweise nicht auf die gegebenen Grundwerte abstimmt, scheitert. Die Grundwerte definieren sich aus dem Kontext.

Links- und Rechtsverkehr funktionieren gleich gut. Ein System ist nicht besser, als das andere. Gegensätzliche Systeme – gleiches Ergebnis. Wenn vereinzelte Verkehrsteilnehmer ein System im anderen ausprobieren, werden sie schlechte Erfahrungen machen. Was aber nicht heißt, dass das System als Ganzes nicht funktionieren kann.

Wichtig ist, dass ein System den Grundwerten entspricht, und zweitens mit Überzeugung und konsequent umgesetzt wird.

Begeisterungsfähigkeit

Wer begeistert ist, weiß, was er will. Mit Begeisterungsfähigkeit ist es leicht, sich in ein Thema zu vertiefen, aufmerksam zu sein und zu lernen. Begeisterungsfähigkeit schafft Ziele, Werte, Motivation und Ambition.

Sie ist das Wundermittel gegen Gleichgültigkeit, Fadheit und zähes Vorankämpfen.

Es gibt keine besseren Wege im Leben, als seinen Begeisterungen zu folgen. Wer dies tut, trainiert auch nebenbei seine Fähigkeit zur Begeisterung.

Strafe

Menschen, die gegen das Gesetz verstoßen, sind wenig von der Höhe der Strafe abgeschreckt. Ausschlaggebender ist der Grad der Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden.

Menschen haben mehr Angst vor Verlust, als Risikobereitschaft für Gewinne.

Wir möchten aus Vorsicht, dass die Dinge bleiben, wie sie sind. Es braucht Courage, zu den großen Gewinnen zu streben. Nein zu sagen zu dem sicheren Weg und ja zu dem einen persönlichen Weg, der kleine Verluste und große Gewinne ermöglicht.

Kompliziert

Es ist unglaublich, wie einfach es ist, das Leben kompliziert zu machen. Zwänge, eigene Auflagen, Nachlässigkeiten, Verkrampfung und starre Ansichten lassen uns aufbrausen, auflehnen und wütend im Kreis tanzen. Sie machen Menschen und Umgebung zu Feinden.

Werte, Gelassenheit und Toleranz öffnen die Tür zum viel gepriesenen Loslassen. Wer den Menschen und den eigenen Werten vertraut, wird gelassen, entspannt und energetisch in die richtige Richtung driften.

Manche

Einige Menschen erkennen durch Verlust was sie haben. Andere vermissen, was sie nicht mehr haben. Erfüllung oder Verbitterung – der eine wird vom einen Überrascht, der andere vom Gegenteil. Wo ist unser Einfluss darauf, was wir unmittelbar erfahren? Wie sichern wir uns ab im Leben, um zu denen gehören, die nicht verbittern?

Auch hier folgen wir Gewohnheiten und auch hier ist es gut, diese im Kleinen zu etablieren. Aus kleinen Missgeschicken die Chancen lesen. Aus kleinen Fehlern die Lehre ziehen. Durch kleine Verluste die Dankbarkeit spüren für das, was ist und war.

Tod

Was auch immer ist, es wird vergehen. Das Erleben des Seins ist der größtmögliche Wert. Das Leben ist reich. Es ist einzig und mystisch, wie ein verlorener Funke im Universum. Jeder Moment im Jetzt ist erfüllt von Sinn. In stetiger Veränderung erleben wir immer neu und aus neuen Perspektiven. 

Anders als der Tod. Im Nichtleben ist Nichts. Nichts verändert sich. Es gibt keinen Wandel. Wenn man das Sein dem Nichtsein gegenüberstellt, ist jeder Moment im Sein erfüllt. Voll Farben, Klängen, Emotionen, Worten und Sinn.

Stabilität

Ein zu großes Spielfeld ist nicht Sinnvoll. Man braucht einen Grund, warum man sich wofür entscheidet. Man braucht Anhaltspunkte. Es gibt so viele Möglichkeiten in Erziehung, Gerechtigkeitssystemen, Wertesystemen und im Denken. Vertrauen in Systeme kann hilfreich sein. Feng Shui, Vatsu, NLP, Placebomedizin, Religionen und Gebete können zu Stabilität und Richtung verhelfen.

Nicht dienen sollten diese Möglichkeiten zu einem vollständigen Eliminieren von Zweifeln. Ganz und gar stimmt es alles nicht und alles hat richtige und hilfreiche Elemente in sich. Wer lebendig bleibt, folgt und prüft und bleibt tolerant für andere Systeme.

Klagen

Wir können klagen und das Leben mühsam finden und die Freunde, die Familie, die Mitarbeiter und die Leute anstrengend, unfreundlich oder wenig verständig finden. Das Wetter, die Medien, die Werbung, die Geräusche, der Dreck und unseren Körper zermürben uns mal kurz und hart, mal langsam aber sicher. Und in wachen Momenten können wir bemerken, dass wir nur einer mehr sind, der nörgelt und sich beklagt.

Aufmerksamkeit

Onlinemedien, Social Media, und unsere Smartphones haben mit uns mehr Blickkontakt, als reale Personen. Es sind Fässer ohne Boden. Auf diesen Plattformen finden Kämpfe statt um unsere Aufmerksamkeit. Um diese zu erlangen, arbeiten die Kämpfer sich immer dichter an unsere Triebe und Automatismen vor.

Man sollte im Vorhinein aufpassen, nicht das Schlachtfeld zu sein, auf dem diese Kämpfe ausgetragen werden.

Wir brauchen unsere Aufmerksamkeit nicht austricksen zu lassen. Vieles können wir steuern. Wir können gezielte, seriös kuratierte und endliche Informationen aufnehmen aus Zeitungen, Tonträgern und persönlichen Treffen.

Online Medien zu meiden ist eine große Zeit- und Nerveneinsparung. Wir können unsere Aufmerksamkeit für Wertvolles schützen, wenn wir unseren Handy-Bildschirm auf schwarz-weiß einstellen, das Handy nicht auf jeden Spaziergang mitnehmen und im Browser einen Adblocker anstellen.

Loslassen 2

Segelsetzen, Driften, Entspannen und Genießen. Wo Werte und Ziele zusammenpassen, gibt es nicht viel zu tun. Die Ziele und die passenden Fragen müssen richtig formuliert sein, dann ist die wichtigste (Nicht-)Handlung das Loslassen. Das Unbewusste macht die Arbeit gern. Werte und Ziele sind der Treibstoff. Und wenn das Unbewusste genug Treibstoff hat, marschiert es los.

Ziele überprüfen, absegnen und driften. Nachjustieren ist immer einfach, viel einfacher als das Segelsetzen. Wenn man den Kopf klar hält, merkt man schnell genug, wenn man droht, vom Kurs abzukommt. 

 

Loslassen

Wenn man im Flow ist, kann man merken, dass man losgelassen hat. Das Losgelassenhaben ist ein eigenartiger Zustand. Es setzt sich zusammen aus Routine, Vertrauen und Hingabe. Man muss vertrauen, dass man selbst und das Umfeld ohne Anstrengung ineinandergreifen.

Wenn man nirgends hingeht, wenn man kein Ziel hat, kann es keinen Flow geben. Flow hat mit Schaffen und mit Richtung zu tun.

Effektivität und Leichtigkeit gehen Hand in Hand, weil das Unbewusst genau weiß, was die richtige Richtung ist und was es zu tun hat. Das Bewusste steht staunend daneben.

 

Teams

Ehrlichkeit ist nicht nur ein wichtiger Wert. Ehrlichkeit sollte man zum Prinzip machen.

Wenn in der Rechnung, die einem gestellt wird, eine Position fehlt, sollte man ohne zu zögern das Richtige tun und darauf hinweisen. Dem Dienstleister steht der Betrag zu. Und auch wenn Einkäufer und Verkäufer oder Kunde und Dienstleister als zwei Parteien betrachtet werden können, handelt es sich doch tatsächlich um Arbeitsteilung. Man arbeitet also im Team zusammen.

Hierzu ein Tipp zu einem beeindruckenden Spielfilm über den Ehrlichen Weg. A most violent year.

Glanz

Einiges bleibt gut. Einiges wird besser. Einiges verliert seinen Glanz. Einiges verliert an Brisanz, um dann zögerlich und stetig an Tiefe zu gewinnen.

Vieles ist kurz höchst begehrenswert und dann schnell totaler Schrott. Vieles will man haben, weil viele es haben. Einiges will man haben, weil es sonst keiner hat.

Die Welt der Dinge, des Geldes, die Welt von Ansehen, Prestige und Ich-Erweiterung ist Alltag.

Gute Nahrungsmittel und gutes Essen erhöhen Moral, Gesundheit und Selbstrespekt.

Literatur, Lyrik und Sachbücher sind immer eine gute Investition. Wissen ist oft nicht in Geld zu messen. Und Sprache ist das grundlegende Gut unseres Verstandes.

Bei Alltagsgegenständen ist das Haltbare dem Modernen vorzuziehen. Küchengeräte, Möbel und Kleidung sollten haltbar und zeitlos sein. Dagegen sind Gimmicks und technischer Kram oft unnütz und teuer.

Einen edlen PC braucht kaum jemand, eine sehr gute Maus ist oft weit sinnvoller. Teure Kopfhörer sind gut für professionelle Audio-Arbeiten, aber Unterwegs braucht man fast nie brillanten Sound. Eine teure Kamera ist für die meisten unnütz. Die Welt quillt über von Fotos. Und Erinnerungen sind mit der Handy-Kamera meist der beste Weg für Nachbearbeitung und Cloudspeicher.

Luxus im allgemeinen ist überflüssig, aber okay, wenn man ihn sich leisten kann.

Götter

Götterreligionen sind sehr praktikabel. Götter symbolisierten Werte und Ethik. Auch wenn die starren Dogmen der Religionen für ein wissenschaftsbasiertes, modernes und tolerantes Leben hinderlich sein können, kann man von den Praktiken der Religionen viel lernen.

Gebete sind ein tiefer, emotionaler und ehrlicher innerer Monolog, der auf Werten basiert, von denen der betende überzeugt ist. Das Anbeten eines Gottes, der für bestimmte Werte steht, ist kraftvoller, als Zettel am Spiegel oder die Abstraktheit der reinen Worte, die diese Werte beschreiben. Auch das materiell Greifbare, das Örtliche, das Gesellschaftliche – die Opfergaben, Tempel, Rituale, sind für das Unbewusste Gold wert.

Auch die Dankbarkeit, die den Werten, die als Götter dargestellt werden, entgegengebracht werden müssen, um überhaupt um etwas bitten zu dürfen, ist psychologisch extrem sinnvoll. Dankbarkeit veredelt das Leben. Sie ist ein tiefes und positives Gefühl, die das Ich mit einem höheren Sinn verbindet.

Wer sich als Nichtreligiöser keine philosophische Struktur baut, die einen Gott der Zerstörung, des Wandels und Wiederaufbaus ersetzt, wird durch die Erkenntnisse der Wissenschaft auf Dauer keine große Freude haben.

Füsse

Beim Gehen auf unebenem Grund kann man nur auf seine Füße achten. Wenn man nur kurz in die Umgebung schaut, kann schnell ein Fehltritt passieren.

Wenn wir die Umwelt sehen und genießen möchten, müssen wir uns bewußt anhalten, uns umschauen. Dann können wir reflektieren, atmen und genießen.

Dieses aktive Innehalten müssen wir tun, wenn wir gerade sehr von unserem Weg eingenommen sind.

Warum mache ich dies hier eigentlich? Inwiefern ist hier auch der Weg das Ziel? Möchte ich gerade wirklich nur Strecke machen? Genieße ich aktiv das, wofür ich mit Zeit, Geld und Aufmerksamkeit bezahle? Reflektiere ich, oder konsumiere ich nur?

Innehalten, Sehen, Hören und Fühlen sind jetzt. Und das Jetzt ist der Kern unseres Seins.

Respekt

Wer sich zurückzieht und meint, sich nur um sich selbst kümmern zu müssen, wird unzufrieden.

Wir möchten etwas beitragen zu der Gemeinschaft. Wir möchten uns unseren festen Platz verdienen. Wir möchten Sicherheit und Gemeinschaft.

Wahrgenommen werden, gehört werden, bekommen, was man will, gleiche oder mehr Rechte haben, als andere: das erfahren wir als Selbstbestätigung und Respekt. Es gibt uns Mut und Kraft. Wir sind intuitiv bereit, sehr viel dafür zu tun.

Es ist meist eine sinnlose Vergeudung von Energie, sich dieser inneren Selbstverständlichkeit entgegen zu stellen.

Okay

Es ist okay, nicht alle und alles und jeden Zustand und jedes Wetter zu mögen. Es ist auch okay, nicht von jedem und allen gemocht zu werden. Es ist okay, von einigen verachtet zu werden. Und es ist okay, von sehr vielen nicht wahrgenommen zu werden.

Hingegen ist es wie ein Wunder, hier und da mit einer Person eine Wellenlänge zu haben. Wenn da jemand ist, der einem auffällt, der einem merkwürdig weniger egal ist.

Es ist besonders, dass Menschen da sind, mit denen man Verbindungen eingeht, zwischen all den Menschen, mit denen man keine eingeht. Wir müssen sie würdigen, wie eine gefundene Nadel im Heuhaufen.