Verhandlung

Eigentlich geht es ums Zusammensein und nicht darum, unseren Willen zu bekommen. In der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg geht es nicht darum, zu bekommen was man möchte. Es ist keine Verhandlungstechnik. Es geht darum, selbst in Frieden bei sich zu bleiben. Und wenn möglich oder nötig, dem Gegenüber das gleiche zu ermöglichen.

Was wir laufend vergessen ist, dass es uns auf lange Sicht immer darum geht, im Frieden zu sein, mit uns selbst und den anderen. Dafür geben wir unser Geld aus, dafür sind wir sozial, dafür gehen wir zur Arbeit.

Auch im Spiel, geht es ums Spielen und nicht ums Gewinnen. Das Gewinnen ist Mittel zum Zweck, um Spielen zu können. Es geht um die Freude am Spiel, ums Dabeisein, um Interaktion, um Kommunikation.

Finsternis

So sehr wir uns manchmal nach Ruhe sehnen mögen: zu viel des Guten ist unerträglich. In absoluter Stille und farbloser Finsternis, in der Camera Silens erfahren Menschen in kürzester Zeit hochgradiges Unwohlsein. Denn Ruhe bedeutet auch, sich im Gewohnten zu befinden. Auch von sich selbst in Ruhe gelassen zu werden, von Gedanken und Vorstellungen. Weil wir dies intuitiv wissen, führt die vermeintliche Ruhe oft zu mehr Input, durch Bilder, Klänge, Worte und Nahrung, als zu einem reduzierteren und ruhigeren Dasein.

Wer merkt, dass er Input mit Ruhe verwechselt, hat gute Möglichkeiten. Doch vorsicht: auch diese müssen erst zu Gewohnten werden, um das Gefühl der ersehnten Ruhe zu bringen. Spazieren, Sport, Atemübungen, Selbsthypnose, Meditation oder Schreiben.

Strom

Wer sich Informationen beschafft, und diese dann nicht nutz, um zu Handeln hat sich die Zeit vertrieben.

Das Leben ohne Internet ist nicht mehr vorstellbar. Das hat man vor kurzem noch über Audio/Video gesagt. Und vor 150 Jahren war die Welt wie wir sie heute kennen eine Welt mit vielen Analphabeten und ohne Strom. Die Explosion von Wissen hat den Preis der Umweltverschmutzung gekostet. Ich glaube, wir das Wissen wird die Umweltverschmutzung einholen.

Aber wir sollten in möglichst vielen Belangen daran arbeiten, dass aus Wissen Handlungen folgen.

Fountainbleau

Wer direkt am Fels bouldert, muss sich im Gegensatz zum Bouldern in der Halle, mit viel Mühe und häufig langatmig, jeden nächsten Griff, Halt, oder Zug erkämpfen. Selbst wenn man an den Chalk-Spuren sieht, wo die Vorgänger gegriffen haben: man weiß nicht, ob der Versuch, dort zu greifen, richtig war.

Und so ist es oft im Leben. Wir wünschen uns Lehrer oder Ratgeber, die uns den ganzen Weg führen können. Nur leider sind diese nicht zur Stelle, wenn wir sie brauchen. Wir müssen uns jeden nächsten Griff mit viel Einsatz erarbeiten, bis das Top eines kleinen Felsens erreicht ist.

Argumente

Totschlagargumente beenden Gespräche unschön.Sie provozieren ein abruptes und unbefriedigendes Ende eines Gesprächs oder eine Grundsatzdiskussion.

Alles ist relativ!
Das ist Schönrednerei!
Es ist schlecht für die Umwelt!

Das kann natürlich alles stimmen. Aber wenn man ein solches Argument benutzt, sollte man sich erstens sicher sein, dass das Gespräch in einer Sackgasse ist und diese Aussage die einzige Notbremse ist und zweitens, dass es in diesem Fall auch wirklich relevant ist und zutrifft.