Arme

Einige schütteln aus dem Ärmel, wofür andere einen Arm geben würden. Das sollte einen aber nicht entmutigen. Beharrlichkeit und Passion sind nicht zu unterschätzen. Besser man tut etwas mit Begeisterung und lernt alles kennen, was man falsch machen kann, als man tut etwas nur, weil es einem leicht fällt. In einer Tätigkeit auf Anhieb besser zu sein, als der Durchschnitt, kann kurzfristige Bewunderung einbringen. Für einen soliden Lebensweg reicht es nicht.

Erkenntnisse

Man braucht nicht besonders intelligent sein, um etwas zu erreichen. Man sollte sich allerdings einigermaßen selbst einschätzen können. Wer meint, er sei schlauer, als etablierte Ratgeber, bewährte Methoden oder wissenschaftliche Erkenntnisse, gerät nicht nur auf Irrwege, sondern verspielt auch wertvolle Unterstützung. Es ist wahrscheinlicher, grobe Fehler zu machen, als einer der ganz wenigen Schaueren zu sein.

Und gute Ratgeber sind leicht zu finden. Über Finanzen, Führung, Drehbuchschreiben, Ernährung, Dinge-geregelt-kriegen und alles mögliche andere. Man sollte Ratgeber meiden, die alles ganz anders und besser wissen und bei denen alles ganz einfach ist. Für ein solides Grundwissen, nimmt man am besten ein viel gelobtes Standardwerk. 

 

Nichtanfangen

In der Konversation ist das Zuhören der erste Schritt zum Verstehen. Im Verstehen von uns selbst, ist die Aufmerksamkeit der erste Schritt. Wenn wir eine Herausforderung angehen, driften wir gelegentlich unbewusst zu süchtigem oder gewohntem Verhalten.

Doch wenn wir in den schöpferischen Bereich vordringen möchten, in den Bereich, wo die Konzepte aufhören, dann kommt eine unsichtbare Hürde ins Spiel, die kaum zu benennen ist. Wir können sie Widerstand nennen. Dieser Widerstand ist die gläserne Glocke, unter der der Prokrastinast zu sitzen meint. Dieser Widerstand ist das wortlose Nichtanfangen. Er ist der große Antagonist vom Kreieren und Meditieren.

Und der größte Gegner vom Widerstand ist die Erkenntnis, dass er da ist. Wer aufmerksam ist, und ihn als das erkennt, was er ist, kann ihn leicht und schweigend passieren.

Komfort

Was bedeutet es, sein Komfortzone zu verlassen? Es bedeutet nicht, Erdbeeren mit Salz und Senf zu essen, oder zum x-ten Mal zu merken, dass man die Musik von Queen und Die Ärzte nicht leiden kann. Es geht nicht darum, etwas zu tun, oder zu erleben, was einem bekannt ist und nicht liegt.

Wer dem Spruch folgt, seine Komfortzone zu verlassen, der soll die von sich ausgetretenen Pfade verlassen und einen nächsten Schritt ins Unbekannte gehen. Dort soll man nicht sagen, kenn ich nicht, will ich nicht. Sondern sich in Ruhe umschauen und tief genug eintauchen, um es kennen zu lernen.

Glanz

Im Doadejing steht, wenn man vom Dao spricht, und der Narr nicht laut lacht, wurde nicht vom wahren Dao gesprochen.

Es muss nicht immer so dramatisch sein. Aber was auf den ersten Blick nicht nur nicht glänzt, sondern einem erscheint wie unnütz oder Schrott, kann beim zweiten Betrachten erheblich an Wert gewonnen haben. Der Sinn von Dingen und Worten kann in uns reifen.

Was wir nicht verstehen, halten wir im Kurzschluss oft für unbrauchbar. Bevor wir unser finales Urteil abgeben, können wir noch eine Nacht drüber schlafen. Dann betrachten wir die Dinge mit frischem Blick oder gereiftem Verständnis.

Einbrennen

Jeden Tag vertiefen wir unsere Gewohnheiten, die guten und die schlechten. Wer sich ein neues Softskill aneignen möchte, kann sich die gewünschte Fähigkeit in seine ToDo-Liste schreiben. Das ist eine große Hilfe wenn gewohnte Handlungen, so tief verwurzelt sind, dass unser Vorhaben kaum eine Chance zu haben scheint. So sieht man sie immer wieder, wenn man aus der ToDo-Liste wissen will, was man als nächstes zu tun hat.

  • Ich höre in Gesprächen genau zu.
  • Ich gehe Dinge langsam und beharrlich an.
  • Ich bemerke jeden kleinen Erfolg und freue mich darüber.

Im Präsens in der aktiven Ich-Form. Eine Sache zur Zeit. Der Satz brennt sich nach und nach ein. Vielleicht dauert es Monate, bis man sich langsam und beharrlich umgewöhnt. Aber es wird passieren, es ist einfach und es lohnt sich.

 

Chancen

Vieles ist möglich, aber nicht alles. Wer sich anstrengt, kann es wahrscheinlich schaffen, in die Top 10 zu kommen. Mit Beharrlichkeit und einem guten Plan, ist die Top 1 vielleicht Näher, als man denkt. Fast aussichtslos ist es, zu Leonardo DiCaprio und Jennifer Aniston in die Top 0,000001 aufzusteigen.

Die meisten können einen Berg besteigen, aber auf den Mond schafft es keiner. Doch Wege zum Glück gibt es viele. Aber in die Gangbarkeit eines Weges zu einem bestimmen Ziel, müssen wir Person und Umstände mit einbeziehen.

Wind

Wir können immer noch etwas mehr tun, noch mehr wissen, etwas mehr lernen, länger meditieren. Im Guten, wie im Schlechten. Es gibt auch immer noch welche, die noch schlimmer sind, noch skrupelloser, noch mehr Unheil anrichten.

Tugenden und Untugenden sind eine Sache für sich und sie geben uns Werte, Richtung und Erfüllung. Aber es gibt auch ein jenseits davon, das nicht zu unterschätzen ist. Wir können uns treiben lassen, ohne Wert und Ziel. Manchmal könne wir sein, wie ein Blatt im Wind.

Radfahren

Es ist eine Gefahr, mit Büchern eine Illusion des Lernens zu schaffen. Denn das Radfahren lernt man nicht, indem man ein Buch übers Radfahren liest. Was Bücher allerdings können, ist motivieren. Aber den Schritt aus der Theorie in die Praxis muss man tun. Und wenn das Buch als Katalysator funktioniert hat, hat es seinen Sinn erfüllt.