Erfolg

Wie auch Glück, ist  Erfolg nicht statisch. Erfolg definiert sich durch Erreichtes. Erfolg ist das, was erfolgt ist, aus Gegebenheiten und Tätigkeiten. Aber Gegebenheiten und Tätigkeiten sind in ständigem Wandel. Erreichtes wechselt seine Bedeutung. Erfolg ist also mehr ein Streben, als ein erreichter Zustand, oder gar Dauerzustand. So macht uns wertedefiniertes Handeln im Leben erfolgreicher, als das Erreichen von Zielen.

Denken

Was wir denken und was ist, ist oft sehr verschieden. Wen wir kritisch bedenken, ist oft angenehm und aufmerksam, wenn er schließlich vor uns sitzt. Was wir als sehr erfüllend erwarten, erfahren wir als ein unbefriedigendes Fass ohne Boden. Oder was wir in der Meditation uns als höchst dringlich ausdenken, ist eine fade Handlung, die ausgeführt werden könnte, oder auch nicht.

Oft lohnt es sich, sein Denken mit dem tatsächlichen Erlebnis zu konfrontieren und so die Wahrheit zu erfahren.

Täglich

Gott straft kleine Sünden nicht sofort. Aber steter Tropfen höhlt den Stein. Körper und Geist entwickeln sich über unsere gesamte Lebensspanne. Kleine Mühen und Erleichterungen die wir in unser tägliches Leben integrieren offenbaren Kosten und Nutzen zum Teil erst ein halbes Leben später.

Wer mit dem Rauchen beginnt, denkt erstmal nicht daran, dass es ihn wahrscheinlich mehr als 10 Lebensjahre kosten wird, wenn er nicht aufhört. Und dass es Nerven, Zeit und Geld kostet zu rauchen und davon wieder los zu kommen. Auf Dauer wird der Stoffwechsel und das Immunsystem schlechter. Es wird anstrengender, etwas für den Körper zu tun, wie Sport oder Yoga. Um sich etwas Entspannung, Frieden und Glück zwischendurch zu verschaffen, werden eher Abkürzungen genommen mit Alkohol, Rausch, Essen.

Rost setzt nicht von heute auf morgen an. Vom Rauchen bemerken wir keine unmittelbaren Folgen. Und so ist es auch mit vielen guten Dingen, die wir für uns tun können: Ernährung, Dehnübungen, Bewegung, Entpannungs- oder Atemübungen, Schreiben oder Meditation. Wie man beim Rauchen nur die kurze Befriedigung der Zigarette spürt, bemerkt man bei dem, was man für sich tun kann, nur den kurzen Aufwand.

Aber wie es beim Rauchen nach 20 Jahren immer schwieriger wird, aufzuhören, obwohl chronischer Husten beginnt und einem ein konstanter Aschenbechergeruch anhaftet, verschaffen uns andere Angewohnheiten ein angenehmes Körpergefühl, ein Leben, über das wir eine angenehme Übersicht habe und einen inneren Frieden, den wir gern täglich auf Neue vertiefen.

Dialoge

In der Kommunikation sollten wir keinen Unterschied machen, zwischen uns selbst und den anderen. Kommuikationstechniken sind Gewohnheiten. So wie wir konstant zu uns selbst sprechen, reden wir auch mit anderen. Und wie wir mit anderen reden, ähnelt auch unserem inneren Dialog.

Drücken wir uns klar und verständlich aus? Wird verstanden, was wir sagen? Sagen wir etwas anderes, als wir meinen? Schimpfen wir oder loben wir? Möchten wir überzeugen, oder befehlen? Muss ein konstantes Für und Wider, Bestätigen oder Widersprechen da sein, oder können wir auch still sein? Hören wir zu, oder beten wir ständig unsere Glaubenssätze herunter?

Respekt gegen andere ist ein guter Ausgangspunkt. Und dieser Andere sind wir häufig selbst. 

Fragen

Fragen kostet nichts. Heißt es. Doch das Risiko ist da, dass der Preis hoch ist. Fragen verraten, was wir wollen, wer wir zu sein meinen, was wir von jemandem erwarten. Fragen setzen Reputation, Selbstwert und Beziehungen aufs Spiel und öffnen Tür und Tor für Abweisung und Enttäuschung.

Sprachen sind durchsetzt von falschen Behauptungen. Und die Frage ist ein zu wichtiges Kommunikationsmittel, um die Chance, die sie bietet, leichtfertig zu vergeuden. Aber nicht zu Fragen hat auch seinen Preis.

Der Wert von Fragen ist hoch, doch häufig lohnt es, den Preis zu zahlen.

Schreiten

Um Großes zu bewirken, braucht es oft keinen großen Schritt, sondern einen entscheidenden kleinen. Ja sagen, oder Nein. Kontakt aufnehmen, eine Nummer anrufen, oder eine E-Mail abschicken. Wer etwas anbietet oder herstellt, muss es dem Markt präsentieren, bis er ein klares Ja oder Nein als Antwort bekommen hat. Je weiter wir gekommen sind, desto wichtiger wird der entscheidende nächste kleine Schritt.

Poesie

Wenn wir das Gefühl haben, von der Wahrheit erwischt zu werden, ist es das wahre Leben. Dies sind die Memente, in denen wir den Wert des Seins spüren, ohne etwas benennen zu müssen.

Wenn ich mich zwischen Bob Dylan und Tony Robbins entscheiden müsste, würde ich mich für Bob Dylan entscheiden. Der Wert des Lebens ist nicht Technik, sondern Poesie. Nicht Erfolg, Selbstbewusstsein, Ethik und Moral, sondern Worte und Klänge, die die Gegenwart zerlegen und uns die Trauer, das Glück und die Sehnsucht schenken, die uns das Spektrum des Lebens so eigentümlich erklären, dass unsere Unvollkommenheiten in den Untiefen der Gefühle zu Stärken werden.

Meer

Ich war schon oft am Meer, nichts besonderes ist passiert. Wenn ich ans Meer komme, dann empfinde ich nichts besonderes.

Wenn ich zu einer anderen Zeit gelebt hätte, wenn ich ein halbes Leben davon gehört hätte, dass es ein Meer geben soll und ich mich irgendwann auf den Weg gemacht hätte um es zu finden und lang gereist wäre, bis ich schließlich an der Küste stehen würde und mit eigenen Augen über die Weite des Wasser schauen würde. Dann würde es mein Leben verändern und mich zu einem neuen Menschen machen.

Wie oft ist schon unser Leben verändert worden, wie oft sind wir schon ein neuer Mensche geworden, ohne überhaupt etwas davon gemerkt zu haben?

Bedürfnisse

Wenn Grübeln und Zweifeln abschaltet sind, bezeichnen wir das oft leichtfertig als Glück. Aber zu häufig passiert es, dass Spaß mit Glück verwechselt wird. Im Vergleich ist Spaß oft nichts anderes, als ein Schmerzmittel. Wir zahlen einen hohen Preis, um den Schmerz nicht zu spüren und vergessen dabei, nach der Ursache des Unwohlseins zu schauen.

Wer nach Glück sucht, muss seine wahren Bedürfnisse erforschen und erfüllen.

Drohen

Indirekt sagen wir oft, dass wenn die Dinge nicht so und so gemacht werden, wie wir es gern hätten, werden wir sehr schlecht gelaunt sein. Mit schlechter Laune zu drohen ist ein übles Verfahren. Wie begründet ist unser Anspruch, unseren Willen zu bekommen. Wie fair ist es, die Stimmung negativ zu beeinflussen?

Wenn es geht, sollten wir unsere Laune aus dem Spiel lassen. Das ist besser für uns selbst und fair den gegenüber anderen.

Umdenken

Hannah Arendt sagt, kein Mensche hat das Recht zu gehorchen. Wir können die Verantwortung für unser Handeln nicht abgeben. Wenn unsere Gedanken uns anleiten, Dinge zu tun, die uns selbst, oder anderen schaden, reicht es nicht, zu sagen, dass man halt nicht widerstehen könne. Wir sind nicht machtlos, wenn wir nicht wollen. Wir können einen Schritt zurücktreten und uns überlegen, wie wir unsere Gedanken in eine andere Richtung lenken können.

Reframing ist ein Tool, dass es sich lohnt zu erlernen, wie lesen, schreiben und kochen.

Distanz

Wir müssen bedenken, dass sich ein erfülltes Leben aus vielen Komponenten zusammen setzt. Wer täglich läuft, tut etwas für die Gesundheit. Und hoffentlich auch etwas für geistigen Ausgleich. Aber das Laufen kann auch ein Ausgleich sein, für Schuldgefühle und schlechtes Gewissen. Es kann sich auch um ein Weglaufen handeln.

Selbstbetrug kann gut getarnt sein, als Arbeit, Sport, Spaß und Freiheit.

Prominente

Van Gogh hat gesagt, dass zwei Blumen, die man zusammen stellt, immer gut aussehen. Gerhard Richter sagte und veranschaulichte, dass alle Farben zuusammenpassen. In Woody Allens Film Whatever Works zeigt er, dass auch die Liebe ihren eigenen Weg geht, und dass es etwas anderes ist, was passt und was funktioniert. Wer die Wahrheit hinter diesen prominenten Einsichten verinnerlicht, hat mehr Optionen und hat es leichter, Lösung außerhalb von Moden und Mainstream zu finden.

Augen

Man kann in den Handlungen der Verkehrsteilnehmer versuchen, von besten Intentionen auszugehen. Menschen haben ihre Gefühle oft nicht unter Kontrolle. Sie sind gestresst, ängstlich oder in Not. Oder sie waren freundlich und aufmerksam und hatten es noch gar nicht bemerkt. Der Straßenverkehr ist eine gute Gelegenheit, zu üben, dass Positive zu sehen.

Im Verkehr entspannt und freundlich zu bleiben ist die halbe Miete. Andere vorlassen, sich bedanken, auch, wenn man sowieso Vorfahrt hatte. Sich unter Verkehrsteilnehmern von Herzen und freundschaftlich in die Augen zu schauen, kann Menschen aus dem Stress des Straßenverkehrs in ein herzliches Miteinander holen.

Biotope

Es nützt nicht viel zu sagen, dieser oder jene würden nur Mist bauen. Man geht besser davon aus, dass der Mist, den sie gebaut haben ein Nebenprodukt ist, von vielem, das gut gemeint oder sogar gut war.

Besser sieht man zu, dass man selbst blüht und dass das direkte Umfeld blüht und gedeiht. Positives schafft positive Energie, Negatives schafft negative Energie. You get more of what you focus on. Wir können das Zentrum eines Biotops sein, das sich langsam aber sicher ausweitet.

Trojaner

Der Verstand will irgendwelchen Kram. Geld, Ansehen, Macht, Potenz. Auch wenn unserem Intellekt klar ist, dass Gemeinschaft, Spiritualität und Genügsamkeit der wahre Weg zu einem erfüllten Leben sind, hat man ein leichteres Spiel, wenn der Verstand an Bord ist.

Der Verstand spielt mit Nehmen und Geben. Wenn wir ihm sagen, wenn du freundlich bist und dich in Genügsamkeit übst, dann mache ich dich reich und schön, beginnt er sich dafür zu interessieren, was man zu sagen hat.

Kälte

Tagestemperaturen über 30 Grad öffnen die Tür, zur Kaltduschenangewöhnung. Die Ansicht, dass kaltes Duschen gesund ist, ist in Fachkreisen weit verbreitet. Der Körper lernt mit Kälte umzugehen. Das Kapillarsystem weitet sich aus, so wird der Körper auf Dauer besser mit Nährstoffen versorgt. Man kann sich angewöhnen sich für Dinge zu überwinden, die man genießen kann und die gut tun.

Und je länger man kalt duscht, desto länge bleibt man auch bei Hitze kühl und erfrischt. (Wenn man 10 Minuten kalt duscht, kann einem auch bei über 30 Grad die Hitze für fast eine Stunde nichts anhaben.)

Boxenstopp

Wer erstmal keine Lust hat auf Output, braucht vielleicht noch mehr Input. Und wer viel schafft, braucht Wartung, Regeneration und regelmäßige Boxenstopps. Wer meint, er könnte immer auf der Überholspur bleiben, braucht sich nicht wundern, wenn ihm auf freier Strecke der Treibstoff ausgeht.

Und vielleicht brauchen unsere alltäglichen Tätigkeiten deutlich mehr Energie, als wir bemerken. Wenn uns auffällt, dass wir uns oft gestresst fühlen, unruhig oder unzufrieden, kann mehr gezielte Ruhe helfen.

Profession

Jeder hat schon häufig bemerkt, dass die Dinge erst beginnen kompliziert zu werden, wenn man eintaucht und ein etwas Verständnis gewonnen hat. Wer etwas schaffen und verändern möchte, hat genug mit den Dingen zu tun, mit denen er sich auskennt und für die er gebraucht wird. Bevor wir uns aufreiben und empört Schlüsse aus unserem Halbwissen ziehen, ist es oft besser, Profis ihre Arbeit machen zu lassen. Wir können die Welt am besten an den Stellschrauben verändern, für die wir das richtige Werkzeug haben.

Herkunft

Man kann Menschen beschreiben, indem man Bezug nimmt auf ihre Gestalt. Die Große, der kleine Dicke, die mit den abrasierten Haaren, der asiatsisch anmutende Junge. Man sollte die Fähigkeiten und Defiite von Menschen aber nicht pauschal Gruppen zuordnen. Männer, Frauen, Politiker, Taxifahrerinnen, Homosexuelle.

Menschen sind verschieden. Und selbst wenn man den Gruppen grob gewisse Eigenschaften zuordnen kann, sind die spezifischen Eigenschaften innerhalb der Gruppen weit größer, als sie zwischen den Gruppen ähnlich sein können.

Deckung

Von einer Wortattacke tragen wir Verletzungen davon. Es lohnt sich nicht, viel an der Wunde herumzufummeln. Sie muss heilen. Was wir machen können, ist uns fürs den nächsten Angriff besser vorzubereiten.

Beim Boxen sind die K.O.-Schläge meist unerwartete Treffer. Aber im Kampf können wir die Deckung oben halten. Wir wollen aber nicht immer die Deckung oben halten, sondern offen sein.

Wenn wir wissen, wer wir sind, haben wir einen festeren Stand. Eine Wortattacke, die absurd ist, wird uns weniger verletzen, als etwas, dass irgendwie war sein könnte. Wenn wir unser Gegenüber als offiziell verrückt anerkennen, haben dessen Worte kaum Gewicht.

Um ansonsten nichts Unerwartetes einzufangen, ist es gut, sich mit Menschen zu umgeben, denen man vertraut. Und wenn wir nicht wissen, was in unserem E-Mail-Postfach landet, können wir das Postfach nur zu einer Zeit checken, die es uns erlaubt, die Deckung oben zu haben.

Gewitter

Eine Wolke am Himmel bedeutet nicht, dass ein Gewitter aufzieht. Wir brauchen uns nicht zu sorgen und die Regenjacke rausholen.

Auch spitze Bemerkungen und unterschwellige Kritik kann man meist übergehen. Sie sind nicht als Attacke gemeint. In der Regel steht kein fieser Plan dahinter, sondern eine Stimmung, eine Unbedarftheit oder eine vorübergehende Gereiztheit.

Wir brauchen nicht auf der Lauer zu liegen und davon ausgehen, dass sich jede leicht bissige Aussage tatsächlich auf uns bezieht. Es sollen auch die Beziehungen am längsten halten, in denen nicht alles analysiert, klar gestellt und ausdiskutiert wird, sondern kleine Seitenhiebe einfach ignoriert werden.

Trash

Was heute gut ist, ist morgen Trash. Das sehen wir in der Mode und in den Ernährungsgewohnheiten. Das sehen wir in der Medizin, im Völkerrecht und in der Digitalisierung. Die Mühlen malen schnell. Und mit der Wahrheit, dem Recht und Unrecht, dem Richtig und Falsch scheint es nicht weit her zu sein. Wahrscheinlich schauen Kinder verächtlich auf unsere ausgefeilten Erziehungsmethoden zurück und können sich nur wundern, was ihnen angetan wurde.

Aber was passiert ist richtig fürs Jetzt. Und das neue Richtig wird davon bestimmt, welcher Wandel sich durchsetzt. Wir sollten nicht zu überzeugt von unserem Richtig sein. Nicht zu entsetzt von dem Richtig der Anderen. Menschen kommen aus verschiedenen Zeiten und von verschiedenen Orten. Und aus Sicht der Anderen trifft das auch auf uns zu.

Weiter

Wo viel Müll ist, fällt noch etwas mehr Müll nicht auf. Wo es rein ist und übersichtlich, sticht jede Kleinigkeit ins Auge. Ein Schönheitskönig ist wahrscheinlich auch als Schönheitskönig viel mit seiner Schönheit beschäftigt und feilt an jeder Kleinigkeit. Eine buddhistische Meisterin meditiert nicht weniger, als eine Anfängerin.

Wir tendieren dazu, uns weiter in das zu vertiefen, was schon da ist. Wir verfolgen unseren Weg. Und wir sind immer auf einem Weg. Man kann dem folgen, das man will. Was soll mehr werden, was weniger?

Rest

Was von der Vergangenheit übrig bleibt, ist die Gegenwart. Wenn die Gegenwart auf Kosten der Zukunft geht, ist es dies, was in der Zukunft für uns übrig bleibt. Was wollen wir für unser zukünftiges Ich tun? Was wollen wir ihm zumuten? Was wird es uns danken? Was macht sein Leben schwerer, was macht das Leben unseres zukünftigen Ichs leichter?

Die Rechnung kommt. Wir können bestimmen, ob wir Schuldner sind, oder Empfänger.

Verrücktes

Wenn man ständig arbeitet, wie ein Verrückter, kommt einiges Verrücktes dabei heraus. Besser man geht die Dinge langsam und beharrlich an und arbeitet mit Ruhe und Bedacht. So hat das Unbewusste Raum, sich einzubringen und die Welt um einen herum unterstützt einen lieber, wenn sie einen nicht nur gestresst und ausgelaugt sieht. Auf diese Weise arbeitet man aus einer tieferen Energie heraus und das ganze Leben kann in Flow geraten.

Charakter

Was sind Glaubenssätze, was ist anerzogen, was ist Charakter? Sollen wir uns in dem herausfordern, was wir für uns nicht wollen?

Wir müssen unseren Weg gehen. Das heißt auch, dass wir nicht zu viel Energie dafür verschwenden, versuchen zu sein, wer wir nicht sind. Wer Krieg gegen sich selbst führt, wird verlieren. Wir können uns vortasten, uns ausprobieren und unseren Lebensweg bahnen. Aber wenn sich etwas zu falsch anfühlt, wenn etwas zu viel Energie kostet, dann brauchen wir die Courage, einen Weg zu finden, zufrieden wir selbst zu bleiben.

Bezeichnungen

Wer in China im Restaurant sagt, er esse weder Fisch noch Fleisch, kann sich nicht sicher sein, rein vegetarisches Essen zu bekommen. Wer von sich allerdings sagt, dass er Buddhist ist, bekommt tatsächlich vegetarisches Essen.

Es ist gut, zu erkennen, wenn man spezielle Eigenschaften hat. Und wenn man ihnen einen Namen gibt, bekommt man Verständnis und kann sich guten Gewissens nach ihnen verhalten. Dazu gehören sexuelle Ausrichtungen, Introvertiert- und Extrovertiertheit und vieles mehr. Man sollte nicht verpassen, sich auf die richtige Weise zu erklären, dann bekommt man keine guten Tipps, wie man sich verändern kann und man hat es leichter. 

Blau

Wenn wir einen dummen Kommentar bekommen, brauchen wir nicht schlagfertig sein. Besser wir überhören Unterton und Anspielung, bleiben locker, friedlich und froh.

Kurze Dummheiten passieren uns allen täglich. Wenn nicht verbal im Dialog, doch wenigstens gedanklich. Wenn wir ihnen keine tiefere Bedeutung beimessen, verpuffen sie wie eine leichte Wolke im Blau des Himmels.

Status

Wer fragt, führt das Gespräch. Aber es ist meist nicht wichtig, sein Gegenüber im Gespräch zu leiten und so die Führungshoheit im Gespräch zu besitzen. Ein Dialog ist erfüllend, wenn er gegenseitig und auf Augenhöhe stattfindet. Man muss etwas geben und auch bereit sein, etwas zu nehmen.

Aber oft ist nicht wichtig, überhaupt ein Gespräch zu führen. Anstatt noch ein Gespräch über den heutigen Trump- oder Coronastatus, – oder Essensmoral und Ernährungsgewohnheiten zu führen, kann man besser gemeinsam schweigen. Wenigstens für fünf Minuten.

Teile

Die ganze Zeit ist etwas los. Mal sitzt die Frisur nicht richtig, mal ist ein Knopf der Jacke ab. Mal haben wir Hunger, mal schmerzt der Rücken. Mal machen wir zu selten Sport, mal wissen wir abends nicht, was wir machen sollen. Ein Freund kommt zu spät, ein anderer meldet sich gar nicht. Auch ein glückliches Leben ist gefüllt mit Einzelheiten. Einige würde man sich anderes wünschen, andere nicht.

Und so ist es mit allem. Wir müssen reframen. Wir müssen Herausforderungen und Lösungen sehen. Wir müssen wachsen. Wir müssen Dinge nicht als Teile unseres Lebens betrachten, sondern uns als Teil des Lebens.

Einfach

Manchmal sind wir zu faul, um uns kleine Barrieren, aus dem Weg zu räumen. Das ist kurzsichtig. Etwas ordentlich zu machen ist häufig nicht aufwändiger, als es schlusig zu machen. Es geht nur darum, eine Gewohnheit zu ändern.

Die schnellen Antworten sind: Das geht doch auch so. Das muss doch nicht. Das ist mir gerade zu anstrengend.

Kleine Dinge nicht tun, die später trotzdem gemacht werden müssen. CDs. und Schallplatten zurück in die Hüllen tun. Vom Rucksack die Bügel über beide Schultern legen. 10-Finger-Blind-Tippen lernen. Das Bett machen. Unterlagen ordentlich wegsortieren.

Dinge ordentlich zu tun oder sie zu optimieren, ist eine Gewohnheit. Es können die kleinen Freuden des Alltags sein. Wir können darauf achten, wo wir uns Dinge mit einem Handgriff eine längere lästige

Messwerte

Beim persönlichen Sport, geht es nicht darum, gegen andere zu gewinnen. Es geht nicht darum, sich fertig zu machen, enttäuscht von sich zu sein und zu verkrampfen.

Sport ist ein körperlicher Ausgleich, ein Spielen für Erwachsene, ein Erleben von Körper und Verstand, ein Wettkampf mit sich selbst, ein Richtmaß der eigenen körperlichen Verfassung, ein Weg, seine Grenzen auszuloten, eine Möglichkeit, Freude darin zu erleben, besser zu werden, eine Wartung des Organismus, ein Weg, länger jung zu bleiben, eine soziale Zusammenkunft, ein immer neues Erleben der gleichen Disziplin, eine gute Tätigkeit beim Musikhören, eine Möglichkeit, Disziplin zu lernen, eine Möglichkeit, abzuschalten, etwas, das uns besser schlafen lässt, etwas, das uns begeistern und kann, etwas, wonach wir entspannen können, etwas, das wir im Urlaub machen können, und wofür wir Urlaub machen können.

Wir sollten einige unserer sportlichen Möglichkeiten nutzen und sie aktiv in unseren Alltag integrieren.

Verschiedenes

Wir sollten das Beste aus unseren Möglichkeiten machen. Und manchmal sind unsere Möglichkeiten beschränkt durch unsere geistige Verfassung.

Wenn wir nicht zufriedenstellend tun können, was wir gerade machen, weil wir uns nicht konzentrieren können, dann sollten wir kurz innehalten und einen Zeitplan machen. Wenn wir den Drang nach zu viel Verschiedenem haben, dann können wir planen, wie wir in der Zeit, die uns zur Verfügung steht, alles ein bisschen machen. Das ist effektiver und befriedigender, als eine Sache beständig, aber nur mir halber Aufmerksamkeit zu tun. Und wenn wir die Dinge verknappen und nur deren Essenz machen, dann haben wir sogar Prioritäten gesetzt und unseren Blick fürs Wesentliche geschärft.

Überforderung

In vielen Situationen belastet uns das Spezielle mehr, als es uns dient. Unserem Verstand tut Ruhe häufig besser, als Auswahl und Begeisterung. Das Einfache oder das Reduzierte, ist oft die angemessene Lösung. Wir können würdigen, was wir bekommen und sind dankbar. So können wir uns auf das konzentrieren, was uns gerade wirklich wichtig ist.

Es ist gut, das Weniger häufiger in Betracht zu ziehen, als das Mehr.

 

Weisheit

Derselbe Rat hat je nachdem, von wem er kommt, verschiedene Wirkung. Einen Rat nehmen wir grundlegend anders wahr, wenn wir ihn auf einer Postkarte lesen, oder ihn von einem anerkannten Coach oder einem klassischen Weisen gesagt bekommen.

Wir müssen aufpassen, mit wem wir uns umgeben. Wenn wir uns mit Sprüche-Postkarten umgeben, werden wir auf der Stelle treten. Wenn wir uns mit Menschen umgeben, die wir achten und verehren, kommen die Weisheiten an.

Spielraum

Der Verstand ist immer im Ungewissen. Gefühle müssen interpretiert werden. Alles, was in Worten festgemacht werden kann, kann von Worten widerlegt werden. Wir wissen nie, ob aus dem Wahr irgendwann ein Unwahr werden wird. Wir müssen abwägen, wir müssen vertrauen, wir müssen es wagen, uns fallen zu lassen. Diese Ungewissheit eröffnet uns eine Auswahl an Möglichkeiten. Der Spielraum des Nichtwissens macht uns frei.

Jenseits

Wollen wir arm oder reich sein, innovativ oder klassisch. Wollen wir sein, wie wir wirklich sind, oder wie wir gerne sein würden?

Wollen wir hier und da reinschauen, oder Wege weiter und weiter gehen und erleben, wie sie sich entwickeln, wenn wir immer tiefer gehen? Wann ist ein Weg zu Ende gegangen? Ab wann führt er ins Nichts?

Wo lebt man sein Leben richtig? In der Natur, am Quell von Schönheit und Wahrhaftigkeit? In der Stadt, zwischen Ehrgeiz, Kreativität und Aufgeschlossenheit? Wir haben nur ein Leben. Jede Altersstufe durchleben wir nur ein einziges Mal. Wie das Wasser fließt unser Leben. Es gibt keinen Stillstand.

Vielleicht gibt es keine echte und wahre Persönlichkeit. Vielleicht müssen wir uns treiben lassen und die Fahrt genießen. Wahrheit ist jenseits der Person. Im Jetzt sind wir reines Bewusstsein.

Gewöhnung

Man gewöhnt sich an alles. Was ist, wenn wir uns an das angenehme und das Schöne gewöhnt haben? Bereichert es dann noch unser Leben? Was ist, wenn sich die Annehmlichkeiten tausendfach über unser ganzes Leben erstrecken? Ist unser Leben dann reich und erfüllt? Wenn wir ernährt sind, wenn wir gut ernährt sind? Wenn wir unterhalten sind, wenn wir gut unterhalten sind? Wenn wir Bildungsmöglichkeiten haben, wenn wir hervorragende Bildungsmöglichkeiten haben? Wenn wir Ziele erreicht haben.

Das Leben spielt sich ab, zwischen gut und schlecht, angenehm und unangenehm, zwischen Gleichgültigkeit und Glück.

Dass Dinge gut sind und angenehm, dass wir uns glücklich fühlen und nicht gleichgültig, ist nicht bedeutend, wenn wir es nicht würdigen.

 

Meinen

Ein Tagebuch ist ein guter Therapeut. Man kann alles erzählen. Was es auch ist. Man kann es einfach mal ausgesprochen haben und merken, wie es sich anfühlt. Wollte man etwas einfach mal gesagt haben, oder meint man etwas wirklich? Möchte man nur etwas nörgeln oder dreht sich etwas im Kreis? Es gibt schriftlich gute Möglichkeiten, Weg zu finden. Vom Problem zur Lösung, vom Negativen zum Positiven, vom Meinen zur Wahrheit.

Auswertung

Wenn man ein Material mit hervorragenden Eigenschaften entwickelt, das günstig in der Herstellung ist, sollte man damit kein Billigprodukt herstellen. Dieses hervorragende Material findet eine höhere Würdigung, wenn wir es in einem Top-Produkt anbieten.

Und so sollten wir auch mit unseren besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten umgehen. Selbst wenn sie uns sehr leicht fallen, können sie die Grundlage für eine großartige Persönlichkeit sein. Aufmerksamkeit, Freundlichkeit, Lebensfreude, Genauigkeit, Fleiß: jede dieser Eigenschaften allein kann eine Person scheinen lassen. Wer auch nur eine Tugend verkörpert, kann stolz sein auf seine Persönlichkeit und die positive Energie, die er in die Welt trägt.

 

Weniger

Das richtige Maß zu finden ist eine Königsdisziplin. Und in vielen Fällen brauchen Dinge weniger Einsatz zur Vollendung, als wir meinen. Zu viel Anstrengung ist kontraproduktiv. Wenn man eine Schraube zu fest dreht, geht das Gewinde kaputt. Überinterpretation verwässert den Sinn. Wenn man Menschen zu viel Aufmerksamkeit schenkt, fühlen sie sich nicht wohl.

Ein Meister braucht einen Anlauf, um ins Schwarze zu treffen. Dann ist seine Arbeit getan.

Reisen

Wir stechen in See mit unseren Vorhaben und Plänen. Tag um Tag, Projekt für Projekt. Irgendwo wollen wir immer hin. Selbst das Bleiben ist eine Reise.

Eine gute Crew und gesetzte Segel sind hilfreich, um voranzukommen. Gutes Essen und gute Unterhaltung sind gut für die Moral. Aber wir müssen flexibel bleiben. Wer weiß, durch was für Gewässer wir müssen, wie das Wetter sein wird und wo wir ankommen – schlussendlich und zwischendurch.

 

Verbrennen

Wenn es wirklich drauf ankommt, kann das Meiste ins Feuer geschmissen und verbrannt werden. Für die einfachste Ebene kann passend gemacht werden, was nicht passt.

Wer nicht ins Muster der gesellschaftlichen Forderungen passt, muss sich um so mehr anstrengen, um es dann doch nicht zu schaffen. Und jeder kennt einen Teil in sich, für den das zutrifft. Wer auf den polierten Wegen nicht durchgelassen wird, die im Angebot sind, muss seinen eigenen Weg finden.

Oder wie es im Daodejing heißt: Ein krummer Baum wird nicht gefällt.

Trophäen

Wir möchten uns Dinge selbst erarbeitet haben. Wir möchten verstehen, warum wir sie haben. Sie sind Trophäen.

Wir stehen Angeboten skeptisch gegenüber, wenn wir sie nicht verstehen. Wir haben Sorge, dass einem Geschenk, das wir angenommen haben, nachträglich ein Preis angeheftet wird. Nachträglich angeheftete Preise muss man zwar nicht bezahlen. Aber wir möchten nichts zu Unrecht angenommen haben.

In Wahrheit geht es uns selten um die Dinge selbst. Es geht weniger um den tollen Geschmack, um die großartige Qualität, um vollendete Schönheit. Der befriedigender Wert von Dingen entsteht durch unsere Verbindung zu ihnen.

Routine

Wir müssen uns nicht in die enge Kiste der genauen Regeln quetschen. Wer die Regeln kennt, kann sie brechen. Wir können Dinge so tun, wie sie uns angenehm sind. Wir müssen nicht immer an einem genauen Tag für eine genaue Zeit in einem bestimmten Tempo joggen gehen, nur um unser Ideal zu erfüllen. Auch zur Meditation brauchen wir nicht auf präziseste Weise und auf den Punkt 30 Minuten sitzen.

Wir können ab und zu fühlen, was wir wirklich wollen, wie wir uns wohl fühlen. Wir müssen nicht um 6 Uhr aufstehen, um unsere Morgenroutine perfekt zu erfüllen. Wir können aufwachen, wenn wir aufwachen und gucken, was wir morgens eigentlich tun wollen. Vielleicht brauchen wir nur minimale Veränderungen, um Dinge so umzugestalten, dass wir uns wohl fühlen, anstatt gestresst.

Es ist allerdings sinnvoll, sich diesem gewissen Stress eine Zeitlang auszusetzen, um eine Tätigkeit zur Gewohnheit oder Routine werden zu lassen.

Gegenteil

Wo kommt man an, wenn man alle Laster abgelegt hat, sich immer frisch fühlt und voll Zuversicht den nächsten Meilenstein vor Augen hat?

Oder sollte man sich fragen, wo man ist, wenn das Gegenteil der Fall ist? Wie man sich fühlt, wenn man krank ist? Wie man sich fühlt, wenn man abgekämpft ist und nicht sicher, ob man die Ziellinie passieren wird? Wie geht es einem im Streit? Wie geht uns, wenn wir uns unzulänglich und missverstanden fühlt?

Es gibt Orte, an denen wir sein möchten und es gibt Orte, die wir meiden. Sicher: überall kann man etwas Unmut finden, überall einen Funken Glück. Aber selbst wenn wir meinen, dass alle Wege bergab führen, wenn wir die Spitze erreicht haben, sollten wir uns im Klaren sein, dass dies kein Grund ist, dort zu bleiben, wo wir uns unwohl fühlen.

Geheimnisse

Wer nicht ehrlich mit sich ist, hat es schwer, sich zu ändern. Ein einflussreicher Teil in uns möchte, dass wir bleiben, wo wir sind. Er stiftet uns zu einer Logik an, die es uns erschwert, uns von Schädlichem zu lösen und weiter zu kommen.

Wenn wir unsere Defizite im Geheimen als Tugenden betrachten, schaffen wir eine Ambivalenzwaage auf der wir uns in der Mitte zwischen Ja und Nein einpendeln.

Dem süßen Laster erliegen. Uns hilflos geben und demütig schwächer sein, als das harte Leben. Mehr Zusagen, als wir liefern können, weil wir nicht kurzfristig enttäuschen möchte. Oder Namen nicht erinnern, weil wir Wichtiges zu tun haben. Schusselligkeit als unterschwelliges Zeichen, mit Wichtigem beschäftigt zu sein.

Besser fragt man sich ehrlich, was man will und was man nicht will und schafft die Ambivalenz ab. So muss man nicht so tun, als würde man etwas wollen. Und man muss nicht daran arbeiten, etwas zu erreichen, was man nicht will.

Beweise

Die Hoffnung auf Mystik, einen tieferen Sinn unter der Oberfläche, eine letzte Wahrheit, ist unsere Hoffnung auf einen Sinn jenseits vom Jetzt. Wer auf die Suche geht, gelangt an 1000 Orte, die an weitere 1000 Orte führen. Und mehr Sinn, als Worte beschreiben können, kann keine Erklärung bieten.

Wer eine Antwort möchte, sucht besser danach, keine Antwort zu wollen. Besser man sucht vor den Worten. Besser man sucht an der Quelle.

Schlösser

Jeden Tag erneuert sich die Gesellschaft. Das Neue entsteht, das Alte geht. Die Alten verstehen die Welt der Jungen nicht mehr. Die Jungen sehen die Welt durch andere Augen.

Wer keine Welt kennt, ohne Internet und Bluetooth, wird viel Grundlegendes und Wichtiges nicht verstehen. Doch so wichtig und grundlegend dieses Verständnis auch auch sein mag: braucht er dieses Verständnis?

Wer es hat, möchte es nicht hergeben. Und so kann er zufrieden von dannen ziehen, aus einer Welt, in die er nicht mehr hinein gehört. Wer diese Grundlagen nicht hat, erschafft sich andere. Er kann neue Traumschlösser bauen und in seine eigene Welt einziehen.

Etwas

Irgendetwas hören wir immer. Die Nadel auf der Schallplatte. Die Bahn unter der Erde. Das Fiepen in unserem Gehörgang.

Und auf diese Weise können wir immer finden, was wir suchen. Einen Funken Glück oder Sumpf und Unrecht. Wir sollten weder das eine hysterisch erzwingen, noch das andere krampfhaft meiden. Aber das Leben ist endlich und die Vorräte am Beklagenswerten und an Freude sind unendlich. Wir sollten uns überlegen, wann es sich lohnt, unseren Blick auf das Eine oder das Andere zu richten.

Relativität

Wir mögen Pflanzen, Musik, Informationen, Gespräche, Ruhe und das, womit wir diese Dinge bekommen oder verbessern können. Geld ist ein Universalding. Aber Geld tatsächlich zu einem lukrativen Zweck zu nutzen, ist eine Sache für sich. Wer eine 25-Stunden-Woche arbeitet, braucht sich Ruhe nicht teuer erkaufen. Wer nur 5 Stunden Schlaf bekommt, dem wird sein teures Bett nicht viel nützen. Und wer gestresst ist, für den ist das beste Essen geschmacklos.

Im Materiellen entsteht der Wert von Haben und Nichthaben aus dem Vergleich. Der Wert von Zeit ist weniger relativ.

Gewusel

Überall sehen wir Blicke aus der Welt in die Welt. Wenn wir genau hinschauen, finden wir ein Gewusel von Richtungen und Sinn. 

Es ist gut, zu merken, dass wir ein harmonischer Teil unserer Straße, unserer Stadt und der Welt sind, wo sich etwas Bewusstsein eingefunden hat, das den Blick auf sich selbst richtet.

Dieser Blick nimmt dem Leben das Drama und gibt den kleinsten Kleinigkeiten eine wunderliche aber liebenswerte Bedeutung.

Nichtanfangen

In der Konversation ist das Zuhören der erste Schritt zum Verstehen. Im Verstehen von uns selbst, ist die Aufmerksamkeit der erste Schritt. Wenn wir eine Herausforderung angehen, driften wir gelegentlich unbewusst zu süchtigem oder gewohntem Verhalten.

Doch wenn wir in den schöpferischen Bereich vordringen möchten, in den Bereich, wo die Konzepte aufhören, dann kommt eine unsichtbare Hürde ins Spiel, die kaum zu benennen ist. Wir können sie Widerstand nennen. Dieser Widerstand ist die gläserne Glocke, unter der der Prokrastinast zu sitzen meint. Dieser Widerstand ist das wortlose Nichtanfangen. Er ist der große Antagonist vom Kreieren und Meditieren.

Und der größte Gegner vom Widerstand ist die Erkenntnis, dass er da ist. Wer aufmerksam ist, und ihn als das erkennt, was er ist, kann ihn leicht und schweigend passieren.

Komfort

Was bedeutet es, sein Komfortzone zu verlassen? Es bedeutet nicht, Erdbeeren mit Salz und Senf zu essen, oder zum x-ten Mal zu merken, dass man die Musik von Queen und Die Ärzte nicht leiden kann. Es geht nicht darum, etwas zu tun, oder zu erleben, was einem bekannt ist und nicht liegt.

Wer dem Spruch folgt, seine Komfortzone zu verlassen, der soll die von sich ausgetretenen Pfade verlassen und einen nächsten Schritt ins Unbekannte gehen. Dort soll man nicht sagen, kenn ich nicht, will ich nicht. Sondern sich in Ruhe umschauen und tief genug eintauchen, um es kennen zu lernen.

Steppenpflanzen

Menschen sind so verschieden wie Pflanzen. Die einen brauchen Wind und Wetter um stark zu werden. Sie kämpfen darum möglichst hoch zu wachsen, um das meiste Licht abzubekommen. Andere wachsen nur unter dem Schutz großer Bäume. Einige wachsen allein in der Steppe und andere können nur in Symbiosen existieren.

Wenn wir nicht sind, wie die anderen, sind wir nicht falsch. Und in Wirklichkeit wissen wir meist ganz gut, was das Richtige für uns ist. Unsere Nahrung, unser Austauschbedürfnis, unsere Bewegung, unsere Kleidung, unser Stress- und Ruhebedürfnis.

Luxus

Was haben wir von einem teuren Kunstwerk, das uns nicht gefällt. Was haben wir von einem exklusiven Werkzeug, das wir nicht benutzen.

Bei luxuriösen Dingen geht es um deren Würdigung. Wer viel hat, muss meist mehr bezahlen, um etwas würdigen zu können. Und selbst das ist keine Garantie. Ein einfaches Essen ist deutlich besser, wenn wir hungrig sind, als ein ganz besonderes, wenn wir voll sind.

Es ist okay, schöne Dinge haben zu wollen. Aber wenn wir in unserer heutigen Welt Leiden, weil wir etwas nicht haben, dürfen wir unser Leiden hinterfragen, um uns dann gegebenenfalls selbst zu optimieren.

 

Aneignungen

Man kann sich einfache Grundeinstellungen im Leben zueigen machen, die das Leben besser machen. Oder wenigstens gesünder. Wenn einem Sport oder Bewegung angeboten wird, immer mitmachen. Wenn einem Wasser angeboten wird, immer ja sagen.

Und Menschen helfen gern. Wenn einem Hilfe angeboten wird, die einem hilft, sollte man sie immer annehmen, ohne zu zögern. Generell – wenn etwas gut klingt und gut zu sein scheint, einfach ja sagen. In der Regel gibt es keinen doppelten Boden.

 

Sorge

Wer sich sorgt, erwartet das Negative. Wozu sollte man das machen? Wer handeln möchte, kann es tun. Aber besorgt umherlaufen, ist schlechter als schlechtes Wetter. Entweder beachten wir dabei den Missstand nicht, der im Moment tatsächlich Handlung braucht. Oder wir missachten einen tatsächlich guten Moment, um uns etwas Schlechtes vorzustellen, das vielleicht in der Zukunft passieren könnte.

Orte

Ob wir übers Meer schauen, oder gegen eine Hauswand, ist nicht so wichtig, wie das, was wir an dem Ort tun, von dem aus wir schauen. Das Wo ist nicht so wichtig, wie das Was und das Wie. Die Umgebung sind Farben und Geräusche.

Ob bei der Arbeit, zu Hause auf dem Sofa, in einem Restaurant in Indien, oder in der Bretagne in Frankreich – wir sind mit unserem Verstand immer mit unseren Gedanken. Unsere Umgebung hat sehr kurzfristig und sehr langfristig einen Einfluss auf unsere Gedanken. Doch unser Verstand, die Quelle unseres Fokus, filtert, was wir sehen und hören. 

Unsere Sichtweise ist grundlegender, als unsere Aussicht.

Menschlichkeit

Wer achtlos mit Geld um sich schmeißt, zieht damit Menschen an, denen Geld wichtiger ist, als Freundschaft. Aber bedachte Großzügigkeit ist eine Tugend. Und auch dem Geld gefällt sie, da ist es sehr menschlich. Wer kommt schon gern zu jemanden, der sich an einem festkrallt und eifersüchtig mit niemandem teilen möchte?

Im Geschäftsleben kommt ein gut investierter Euro doppelt zurück. In der Großzügigkeit Glück.

Entgegnungen

Die Sorge ist eine Furcht vor dem negativen Ausgang eines Ereignisses in der Zukunft. Wir können der Sorge Vertrauen entgegensetzen. Vertrauen, dass sich die Dinge früher oder später immer wieder zum Guten wenden werden. Vertrauen, dass viele der Momente, die unser wahres Glück bedeuten, immer da sein werden. Vertrauen, dass die Zukunft gut wird. Vertrauen, dass das Jetzt gut ist.

Happy

Etwas nett zu meinen, kann eine Falle sein, mit der man es sich zu einfach macht. Warum sollte man für Menschen Happy Birthday singen, wenn es ihnen nicht angenehm ist? Warum gibt man Menschen Gute Ratschläge, die sie weder hören möchten, noch ausführen werden?

Geht es dabei tatsächlich darum, das Leben der anderen zu verbessern? Oder soll der Gute Wille reichen? Reicht es, dass die anderen wissen, dass wir uns um sie Sorgen und dass wir ihnen eine Freude machen oder helfen möchten?

Der Gute Wille reicht, wenn wir es nicht besser wissen. Wenn uns das Wissen, auf das es ankommt, nicht interessiert, ist es Ignoranz. Dann geht es nicht um den anderen, sondern um uns selbst.

 

Mauern

Wer einen Durchbruch will, muss etwas einzureißen haben. Es gibt Mauern, die alt sind und bröckeln und irgendwann in sich zusammenfallen. Wahrscheinlicher kommt man aber durch die Mauer, wenn man aktiv daran arbeitet.

Und es kann gut sein, dass man man nicht durch die Mauer schauen kann, bis der letzte entscheidende Schlag getan ist.

Angst

Es gibt eine gefühlte Angst vor Dingen, die direkt vor einem liegen. Es sind Ängste, die kaum definieren werden können. Wir wissen, wovor wir Angst haben, aber nicht warum.

Wenn wir Angst haben, vor einer Gruppe zu sprechen, dann ist das keine konkrete Angst, ausgelacht zu werden, sonder eine Urangst. Diese Arten von Ängsten sind unter Menschen verschieden stark veranlagt. Es sind angeborene Eigenschaften wie Introvertiertheit und Extrovertiertheit, wie der Augenabstand, Körpergröße und Haarfarbe.

Es gibt Hunde mit ruhigem Gemüt, Hunde, die viel bellen, Hunde, die gern spielen. Das liegt  nicht an ihrer Erziehung. Es ist Teil des genetisch angeborenen Charakters.

Vielleicht finden wir einen Weg, mit unserer Angst umzugehen und friedlich mit ihr zu leben. Vielleicht verändern wir uns und brauchen die Angst nicht mehr.

Auf jeden Fall sollten wir uns nicht dafür anklagen und verurteilen. Wir sollten nicht verzagen und erstarren, aber wir dürfen sanft und freundlich mit uns selbst sein.

 

Hektik

Manchmal wollen wir Aufgaben schnell wegschaffen. Wir können uns überlegen, ob nicht all das, was wirklich getan werden muss, es nicht wert ist, langsam, fokussiert, so sorgfältig wie nötig und mit Ruhe und Bedacht erledigt zu werden.

Wie viel länger dauert es, etwas gründlich, freundlich, aufmerksam und liebevoll zu tun? Wie viel mehr Energie kostet es? Wie langsam macht uns Ruhe und Bedacht? Wie schnell macht uns Hektik?

Wind

Wir können immer noch etwas mehr tun, noch mehr wissen, etwas mehr lernen, länger meditieren. Im Guten, wie im Schlechten. Es gibt auch immer noch welche, die noch schlimmer sind, noch skrupelloser, noch mehr Unheil anrichten.

Tugenden und Untugenden sind eine Sache für sich und sie geben uns Werte, Richtung und Erfüllung. Aber es gibt auch ein jenseits davon, das nicht zu unterschätzen ist. Wir können uns treiben lassen, ohne Wert und Ziel. Manchmal könne wir sein, wie ein Blatt im Wind.

Besenholen

Dinge laufen nicht hundertprozentig glatt. Wenn etwas schief geht, dann ist das Teil des Vorgangs. Wenn ein Glas runterfällt, man eine Ausfahrt auf der Autobahn verpasst, wenn ein Paket zu spät ankommt, dann ist das kein Grund zu Ärger und Aufregung.

Das hin und wieder etwas Extrazeit anfällt, sollten wir im Moment des Unfalls Rückwirkend in unsere Planung mit Aufnehmen. Wenn die Dinge auf diese Weise nach Plan laufen, gehört das Besenholen beim ausräumen der Spülmaschine zum Vorgang dazu, wie das Besteck einsortieren. Und wir können locker und entspannt bleiben.

Dazugehörigkeit

Beziehungen, in denen nicht jede Aussage auf die Goldwaage gelegt werden, sind glücklicher und halten länger. In der Kommunikation geht es nicht nur darum, was gesagt wird, sondern mehr noch um das, was gehört, überhört und was wie deutet wird. Als Hilfsversuch oder Kritik, als Abwertung oder Motivation? Nach den Worten oder dem Tonfall?

Aussagen so zu drehen, dass man sie gegen sich auswertet, ist einfach. Viel leichter hat man es, wenn man hier und da verfängliche Spitzen überhört. Falls jemand tatsächlich etwas wenig Konstruktives sagt, gehören immer noch zwei dazu, um einen Streit daraus zu machen.

Wege

Häufig wird die Effizienz als Wort angeklagt, weil damit verbissene Anstrengung assoziiert wird. Aber tatsächlich bedeutet effizient zu sein, Vieles mit verhältnismäßig wenig Einsatz zu schaffen. Vielleicht sogar, wie in dem viel gelobten Zustand des Flow, höchstes Schaffen als Glück zu erleben. Wir sollten uns vor Effizienz nicht fürchten und sie nicht missachten. Im Schaffen ist Effizienz ein gutes Ziel.

 

Gewinne

Unsere Handlungen sind von unserem Willen bestimmt und von den Strategien, ihn zu bekommen. Nur meist wollen wir nicht nur eine Sache und das Jetzt erscheint immer dringlicher als das Morgen.

Wenn wir Ziele haben, dann wollen wir etwas, das wir nicht unmittelbar haben können. Was dem Verwirklichen dieser Ziele im Wege steht, ist das, was wir unmittelbar wollen, weil wir es jetzt haben könnten. Abwechslung und kurzfristige Belohnungen führen uns in Versuchung. Ebenso die Vermeidung von kurzfristigen Unannehmlichkeiten.

Bevor wir etwas unternehmen, können wir uns fragen: Was will ich jetzt und was will ich wirklich? So können wir unsere Langzeitziele ins Jetzt holen und ihnen eine größere Dringlichkeit verleihen, als der kurzfristigen Befriedigung von Trieben.

 

Tun

Menschen, die sich über den Verkehr aufregen, sind nicht unbedingt die rücksichtsvollsten Fahrer. Wie Menschen, die sich sensibel über jede verfängliche Äußerungen empören, vielleicht auch sonst enge Toleranzgrenzen verkörpern.

Manche Menschen sind sich in allem absolut sicher. Andere wissen nichts. Aber es ist nicht wichtig, wie sicher sich jemand ist. Wichtig ist, was getan wird. Um einen Schritt hinter die Fassade der Menschen zu schauen, muss man darauf achten, an welchen Taten man sie messen kann.

Übersättigung

In Zeiten dauernder Übersättigung ist es keine schlechte Idee, sich hin und wieder einem Mangel auszusetzen. Dann werden die Dinge des Alltags wertvoll.

Im Angesicht des Todes wird das Leben und was es mitbringt, was es ist. So wie Essen, wenn wir Hunger haben und andere Menschen, wenn wir uns einsam fühlen.

Was den Tod angeht, müssen wir nicht in den Krieg ziehen, oder uns an einen wackligen Abrund stellen. Wir können uns aber vorstellen, wie wir uns den Menschen, die wir lieben, gegenüber gern verhalten hätten, wenn wir sie zum letzen Mal gesehen hätten.

Erfolg

Mancher Erfolg ist erstmal nichts als ein Traum von einer besseren Zukunft. Man kann sagen, dass Erfolg durch das Erreichen eines Ziels zustande kommt. Aber was ist ein Erfolg wert, wenn er uns nicht nur zum Ziel gebracht hat, sondern auch in die Sucht. Was sind alle Erfolge der letzten Jahre wert, wenn sie uns auch in die Trennung zu unserer Familie gebracht haben. Und auch Geld ist nur soviel wert, wie es uns das Leben verbessern kann.

Wenn jemand Erfolg hat, dann ist etwas Erwartetes aus seinen Taten erfolgt. Mehr ist erstmal nicht passiert. Aber was ist der Erfolg, den wir uns wünschen sollen? Was ist der Erfolg, für den es sich lohnt, erfolgreich zu sein?

Es gibt Erfolge des Moments, der Situation, der Stunde, Tageserfolge, Taskerfolge und Langzeiterfolge. Das Erreichen des Ziels, ist ein Teil des Weges. Es ist nicht der krönende Abschluss! Erfolg ist nichts Großes. 

Erfolg bedeutet, dass ich mich auf dem richtigen Weg fühle. Mit Herausforderungen und guten Momenten und allem, was dazu gehört. Erfolg kann sein, wie schönes Wetter, oder wie eine Belohnung, über die man sich freut.

Milde

Das Leben ist komplex. Besonders, wenn man mittendrin steckt, weiß man manchmal nicht mehr, wo vorne und hinten ist. Und hier sollten wir von uns selbst auf andere schließen. Jeder, dem man begegnet, hat seine eigenen Kämpfe auszutragen.

Worte sind meist nicht so hart gemeint, wie wir sie verstanden haben. Und wenn doch, muss sich vielleicht jemand durch Abwertung aufwerten. Wir sollten mild sein, und nett.

 

Unergründliches

Wir müssen die Menschen nicht immer verstehen. Die Menschen haben ihre eigene persönliche Agenda. Manchmal verstehen sie sich selbst nicht. Das ist okay.

Auch wir müssen uns selbst nicht immer verstehen. Manchmal kann man es einfach gut sein lassen und andere und sich selbst des Weges ziehen lassen. Es ist wie es ist. Man ist, wie man ist. Die Welt ist groß und unergründlich. Sie nimmt ihren Lauf und wir sind ein Teil von ihr.

Falsch

Wer meint, die Welt sollte eigentlich anders sein, wer meint, in der falschen Welt zu leben, der kann sich fragen, ob diese richtige Welt, auf die der Anspruch besteht, jemals existiert hat.

Die Welt selbst würde nie sagen, dass jemand in ihr lebt, der falsch ist. Und die Welt hat recht. Sie wird sich weiter drehen. Voller Gesellschaften, Persönlichkeiten und Meinungen. Meinungen über Gerecht und Ungerecht, Richtig und Falsch, Ja oder Nein.

Man muss sich nicht immer fühlen, als könne man es mit der ganzen Welt aufnehmen. Aber wie auch immer man sich fühlt – nur im Notfall sollten wir das Universum, die Welt, die Gesellschaft oder unser Umfeld dafür verantwortlich machen, dass die Dinge nicht so laufen, wie wir es uns vorstellen.

 

 

 

Gewichte

Der kürzeste Weg ist nicht immer der beste. Wir haben ein waches Auge für Erleichterungen und Abkürzungen, doch oft lohnt es, sich Dinge etwas schwerer zu machen.

Produkte im Geschäft aussuchen gehen, anstatt sie sich im Internet zu klicken. Eine Platte kaufen, auflegen und umdrehen, anstatt Musik zu streamen. Lesen, anstatt den Film zu schauen. Essen selbst machen, anstatt liefern zu lassen.

Auf Abkürzungen geht einiges verloren, oft ein Teil der Seele des Weges. Hier und da ist es sinnvoll, Prioritäten zu setzen. Lieber für einiges den längeren Weg gehen. Dafür anderes ganz weglassen.

Bellen

Wer von einem Hund angebellt wird, wäre dumm, wenn er wütend zurückbellt. Dabei kommt es nicht darauf an, ob es sich um ein kurzes hysterisches Kläffen handelt, oder den Versuch, einen nicht vorhandenen Status zu etablieren. Es ist egal, ob das Bellen bedrohlich ist, oder nur nervig – wir nehmen es meist nicht persönlich. Der Hund bellt, wir ziehen emotional weiter, ohne ihm große Bedeutung beizumessen. Es ist nur ein Hund.

Missmutige Kommentare von Menschen, sind meist nichts anderes, als das Bellen eines Hundes. Die genauen Worte haben keine Bedeutung. Sie sind nur Ausdruck der Tonlage, in der dieser Mensch bellt. Als genau das sollten wir uns Worte übersetzen, die uns unnötig verletzt haben. Vielleicht wollten sie nur gerade nicht gestreichelt werden.

Leidensfähigkeit

Es ist hilfreich, etwas Leidensfähigkeit mitzubringen, wenn man ein Ziel erreichen möchte. Das Paradox ist, dass mit der Fähigkeit zu Leiden oder der Akzeptanz des Leidens das Leiden selbst unwahrscheinlicher wird.

Verständnis hilft gegen viele Arten der Unzufriedenheit. Und wenn wir die härteren Strecken als Abschnitte unseres Weges verstehen, können wir sie leichter hinnehmen.

Wichtigkeiten

Ist es wichtiger, Ziele zu haben und zu verfolgen, oder ist es wichtiger, im Moment zu leben?

Es kann klingen, als wären Ziele eine Sache der Zukunft und würden dem Leben im Moment widersprechen. Aber im Moment zu leben, oder möglichst viel im Hier und Jetzt zu sein, ist auch ein Ziel.

Wir haben automatisch viele Ziele: körperliche, geistige und materielle. Ziele für die nächsten Momente und Langzeitziele. Wo ein Gedankenstrom fließt ist Zeit und wo Zeit ist, sind auch Ziele. Die Frage ist, wer sie kontrolliert.

Investition

Wir müssen in uns selbst investieren. Wir sind unsere sicherste Langzeitinvestition. Und wenn die Kurse gefallen sind, müssen wir erst recht nachkaufen. Aber wir selbst sind unter Umständen nicht nur wir selbst persönlich.

Wir sind ein Teil der Gesellschaft. Wenn wir in uns selbst investieren, ist das auch eine Investition in die Gesellschaft. Und wenn wir in die Gesellschaft investieren, ist das eine Investition in uns selbst.

In Partnerschaften sind wir persönlich Teil von etwas Größerem. Spätestens, wenn die persönlichen körperlichen und geistigen Bedürfnisse versorgt sind, sollte man in die Partnerschaft investieren. Vielleicht ist das die bessere Langzeitinvestition.

Auf jeden Fall müssen wir investieren und Mehrwert schaffen. Am Ende sind es immer wir, die profitieren.

Kostenfaktor

Der größte Kostenfaktor ist Pessimismus. Wer nichts anfängt, wird nichts erreichen. Wer sich das Negative ausmahlt, zieht es an. Der Pessimist sieht Probleme statt Lösungen. Er sieht Energieverschwendung statt Chance. Wer daran glaubt, dass etwas entstehen wird, wird etwas erschaffen. Vielleicht nicht genau das, was er geplant hat, aber etwas von positivem Wert.

Das Negative zu sehen ist einfach, es ist aus Evolutionsgründen die menschliche Grundeinstellung. Den Blick fürs Positive muss man sich aktiv erarbeiten.

Begründungen

Wahrheiten, die ewig erklärt werden müssen, sind wenigstens verdächtig. Mit vielen Worten kann man alles ins Recht zerren. Verschwörungstheorien, Zahlenmystik und chronische Sorgen leben davon. Aber es sind auch diese Denkkonstrukte, die uns in unseren Gedankenkarussellen weiter und weiter im Kreis oder ins Nirgendwo führen.

Und tatsächlich ist es das berühmte Loslassen, das uns wenigstens kurzzeitig aus diesem Karussell aussteigen lässt. Wiederholtes und bald gewohntes Loslassen holt Menschen aus diesen Gedankenkonstrukten heraus, die sich mit endlosen Worten, Vermutungen, Begründungen und Beweisen am Leben halten möchten.

Aussenwelt

Die Welt da draußen ist groß. Sie hat auf uns mehr Einflüsse zu bieten, als wir annehmen oder abwehren können. Auf alles, was potentiell bei uns ankommen kann, können wir reagieren und uns beeinflussen lassen.

Oder wir können in uns gehen. Auf das reagieren, was uns unmittelbar betrifft und worauf wir Einfluss haben. Hier können wir uns entscheiden, wie wir reagieren möchten. So haben wir die Kontrolle an einem Ausgangspunkt, von dem aus wir wirklich Einfluss nehmen können.

Perspektive

Zaghaft einen Fuß ins Meer zu stellen und zu schauen, ob es einem nicht doch etwas kühl ist: damit wird man dem Meer nicht gerecht. Es ist gut, sich in die Fluten zu stürzen. Sich aufnehmen zu lassen vom Getöse, frei zu sein und sich treiben zu lassen.

Es ist herrlich, in die Fülle des Neuen einzutauchen. Alles ist besonders, unverbunden und wertfrei. Dinge fügen sich zusammen und wir Blicken mutig in einen Horizont aus Zukunftsperspektive.