Rückzug

Es wurde ein Fehler gemacht und nun muss man damit umgehen. Das erste Resultat ist schlechte Laune. Bei schlechter Laune fällt es leichter, gereizt zu sein, Dinge schlecht zu finden und Mißstände zu sehen. Doch die schlechte Laune darf keine Chance bekommen sich zu etablieren. Auf Dauer kostet sie nur Kraft und macht sinnvolles Handeln schwierig.

Die schlechte Laune ist ein Hilfsmittel, um zu erkennen, dass etwas getan werden muss. Die Erkenntnis eines Fehlers sollte sofort die Überlegung auslösen, ob etwas getan werden kann und was zu tun ist.

Lösungsorientiertes Denken wird schnell zur Gewohnheit. Aber man muss es nähren und pflegen. Es gedeiht und wächst nicht von allein.

Fakten

Falsche Aussagen sind leicht gesagt und aufwändig zu widerlegen. Das ist unangenehm, wenn man eine falsche Aussage nicht stehen lassen möchte. Man sollte sich fragen, ob man die Mühe des Versuchs auf sich nimmt, den Fehler aufzuklären.

Es ist kein Resignieren, wenn man die Worte Victors von Strauss Übersetzung des Dao De Jing  beherzigt: Viel Worte meist in nichts verrinnen. Weit besser man bewahrt es Innen.

 

Menschenkenntnis

Wer von sich behauptet, er hätte Menschenkenntnis, ist entweder ein Profi seines Fachs und nur darauf bezieht sich seine Menschenkenntnis. Oder er ist ein blutiger Anfänger.

Wer allgemein von Menschenkenntnis spricht, hat wahrscheinlich wenig Kenntnis von Menschen. Denn das Thema Mensch ist so groß, dass es dafür zahllose Studienfächer gibt.

Wer seine Kenntnis über die Menschen vertiefen möchte, kann die richtigen Fragen stellen: Wie funktioniere ich? Wie funktioniert das Denken? Wie funktioniert Sprache und Text? Wie funktionieren Gefühle? Wie funktionieren Sehen, Hören und Assoziation?

Hilfsmittel, um Antworten zu bekommen sind Schreiben, Meditieren, Lesen von Literatur und Meister seines Faches werden.

Zorn

Gut, Schlecht, Ja, Nein und Vielleicht sind ständige Begleiter. Wir urteilen konstant über unsere Umgebung und Möglichkeiten. Schlechtes erkennen wir häufig erst daran, es erfahren zu haben. Und Gutes können wir häufig nur erkennen, weil wir das Schlechte kennen. Emotionen zeigen uns, was wir möchten und was nicht. Sie geben uns Hinweise, wie viel Energie in etwas stecken sollten.

 

Zuschauen

Wer meint, verantwortlich dafür zu sein, auf Menschen und Dinge Einfluss zu nehmen, nimmt sich damit unter Umständen Ziele vor, auf die er nicht genug Einfluss hat, um sie zu verwirklichen.

Es ist ein Glücksspiel. Der Thrill ist groß, weil der Ausgang ungewiss ist. Doch kommen wir nicht um das Gefühl herum, zu meinen, wir seien mitverantwortlich, ob wir gesegnet sind, oder verflucht.

Besser, wir betrachten die Dinge, die wir nicht beeinflussen können, als den Fluss des Lebens. Und suchen uns Ziele, deren Verwirklichungen in unserer Hand liegen.

Aufmerksamkeit

Onlinemedien, Social Media, und unsere Smartphones haben mit uns mehr Blickkontakt, als reale Personen. Es sind Fässer ohne Boden. Auf diesen Plattformen finden Kämpfe statt um unsere Aufmerksamkeit. Um diese zu erlangen, arbeiten die Kämpfer sich immer dichter an unsere Triebe und Automatismen vor.

Man sollte im Vorhinein aufpassen, nicht das Schlachtfeld zu sein, auf dem diese Kämpfe ausgetragen werden.

Wir brauchen unsere Aufmerksamkeit nicht austricksen zu lassen. Vieles können wir steuern. Wir können gezielte, seriös kuratierte und endliche Informationen aufnehmen aus Zeitungen, Tonträgern und persönlichen Treffen.

Online Medien zu meiden ist eine große Zeit- und Nerveneinsparung. Wir können unsere Aufmerksamkeit für Wertvolles schützen, wenn wir unseren Handy-Bildschirm auf schwarz-weiß einstellen, das Handy nicht auf jeden Spaziergang mitnehmen und im Browser einen Adblocker anstellen.

Kaufen

Kaufen als Stabilisierung des Ich. Kaufen für Lebens-Glück. Verdienen und Kaufen. Kaufen für den Moment, für die Sinne. Kaufen für die Erinnerung. Kaufen um gesund zu bleiben. Kaufen gegen Schmerz. Kaufen für ein gutes Körpergefühl. Kaufen um gut auszusehen. Kaufen für Prestige.

Nichtkaufen als Stabilisierung des Ich. Nichtkaufen für Lebens-Glück. Verdienen und Nichtkaufen . Nichtkaufen für den Moment, für die Sinne. Nichtkaufen für die Erinnerung. Nichtkaufen um gesund zu bleiben. Nichtkaufen gegen Schmerz. Nichtkaufen für ein gutes Körpergefühl. Nichtkaufen um gut auszusehen. Nichtkaufen für Prestige.

Oft ist das Gegenteil genauso wahr und plausibel. Das stimmt auch für Argumente. Dies sollten wir berücksichtigen, wenn es um Recht und Richtigkeit geht. Wenn wir mit uns selbst oder anderen ins Gericht gehen, oder uns von etwas überzeugen wollen. Und jenseits von Argumenten liegt viel Freiheit.