Komfortzonen

Musik hören, die nicht die gewohnten Wohlfühl-Trigger anspricht. Mit Menschen sprechen, bei denen man nicht gleich versteht, was sie meinen. Geschmäcker schmecken, die nicht auf Anhieb schmecken. Oder sich in eine Stille hervorwagen, die unser Verstand nicht versteht:

Wer Neues erleben möchte, wer sein Leben erweitern möchte, wer die Freude des Anderen fühlen will, der muss die gewohnten Wege verlassen.

Riemann-Thomann

Menschen leben mit Bedürfnissen. Diese zu entdecken, bei uns selbst und anderen, kann eine große Hilfe sein, wenn man einander und sich selbst verstehen möchte. Verständnis ist eine wichtige Hilfe, um mit sich und anderen gut auszukommen.

Eine Hilfe, um Grundbedürfnisse zu verstehen, ist das Riemann-Thomann-Modell. In einem Graphen aus Nähe und Distanz und einem aus Beständigkeit und Abwechslung kann die Persönlichkeit von Personen eingeordnet werden. Wer versteht, dass diese Grundbedürfnisse bei Menschen verschieden sind, kann ihre Handlungen akzeptieren und seine Wertung anpassen.

Lösungspläne

Glaube und Hoffnung sind wichtig, aber Glaube bleibt Glaube, Zukunft bleibt Zukunft.

Lösungspläne sind Schritte ins Ungewisse. Es gibt keine Garantie, Probleme zu lösen. Es gibt eine Investition in die Zukunft. Lösungspläne schenken uns Glauben. Und der Glaube kann unseren Blick auf die helfenden Dinge lenken.

Aber wenn die Zukunft nicht ungewiss wäre, was wäre dann die Welt und unser Leben?

Wandlung

Es gibt, keine Garantie, dass wir dort ankommen, wo wir hinwollten. Sicherer ist, wer mit dem Moment im Reinen ist. Und ein Weg mit der richtigen Richtungsintention ist Teil einer guten Grundlage, um mit dem Moment im Reinen zu sein. Aber die Welt verändert sich stetig und wir mit ihr. Deshalb sollten wir unsere Ziele ab und zu mit der jetzigen Situation und unserer Einstellung abgleichen.

Auf diese Weise können wir uns in Bezug auf unsere Ziele auf einen angemessenen Spannungslevel bringen. Vielleicht haben wir alles getan und müssen warten, um den nächsten Schritt zu tun.

Vielleicht haben wir unser Ziel auch näher gewähnt, als es ist. Wer von Hamburg nach Berlin möchte, wird die Strecke nicht in einer halben Stunde zurücklegen. Egal, was er sich vorgenommen hat.

Wenn uns auffällt, dass der Weg länger ist, als gedacht, müssen wir unsere Zeitlinie verschieben, damit wir mit frischem Mut den nächsten Schritt gehen können.

Kaputt

Das Prinzip der Religion ist verehrt und verpönt. Menschen die Möglichkeit zu geben, mit ihren Problemen zu einem Gott zu gehen, der Halt gibt und hilft, ist ein wertvolles Geschenk.

Kaputt gemacht wird es von denen, die anderen vorschreiben möchten, was sie zu tun haben, um dazu zu gehören. Kaputt gemacht wird es von denen, die von anderen verlangen, hundertprozentig auf Linie zu sein.

Es ist nicht einfach, zu leben. Und für viele Menschen ist jede Hilfe wie gottgesandt. Auch wir können aufpassen, dass wir anderen nicht ihre Lebenshilfen und Handlungsansätze zerstören, indem wir darauf bestehen, Recht zu haben.

Leute

Menschen lügen, übertreiben, reden nur von sich, sind faul und gucken zu viel auf ihr Handy. Aber wir sollten sie mögen, wie sie sind. Es gibt die, die zu uns passen, auch wenn sie genau die Fehler haben, die wir an den Pranger stellen. Und es gibt Menschen, die uns ähnlich sind, mit denen wir keine Zeit verbringen.

Es ist schön, sich in sein Menschengestrüpp fallen zu lassen. Es ist schön, Zeit mit Menschen zu verbringen, die anders sind als wir selbst und die uns darin bestätigen, nicht den ersten Stein zu werfen.

Elan

Vielleicht bist du ein großer Schriftsteller, Liebender, Helfender, Unternehmer, Lehrling, Maler, Friedenstifter, oder was auch immer man sein wollen könnte.

Wenn wir etwas beginnen, brauchen wir keine brennende Begeisterung, aber wir brauchen eine Idee, die uns einleuchtet. Wir brauchen einen Funken.

Wenn keine intrinsische Motivation da ist, wenn kein Funke ein kleines Feuer entfacht, dann werden wir kaum sinnvoll etwas schöpfen und entstehen lassen. Wenn es für uns keinen zündenden Funken gibt, sind wir auf einem trüben Pfad.

Wenn in uns keine Funken sprühen, dann müssen wir die Feuersteine aneinander schlagen. Wir müssen die Augen öffnen, in Bewegung kommen, interagieren. Vielleicht sind wir eine Dampfwalze, die schwer in Bewegung zu bekommen ist. Aber wenn sie sich erstmal bewegt, bewirkt sie Großes.

 

Besessen

Schlechte Laune ist eine Sauerei. Sie hat viele dunkle Seiten: sie ist unangenehm, destruktiv, feindlich, mutlos, unfreundlich, pessimistisch, gewaltbereit, erniedrigend und unkonstruktiv. Wenn uns die schlechte Laune anhaftet, sind wir besessen, wie von einem Dämon. Er ergreift Besitz von uns und lässt uns nicht klar denken.

Wir müssen erkennen, wenn der Dämon in uns steckt und ihn abschütteln. Schlafen, rennen, duschen, putzen, aufräumen, hyperventilieren, oder was auch immer. Alles ist erlaubt, bis auf Betäubung und Destruktivität.

Vertrauen

Als Arbeitgeber und Vorgesetzter ist eine der wichtigsten Fähigkeiten das Vertrauen in die Mitarbeiter. Richtungen, Richtwerte und Prinzipien sind wichtig und richtig. Allgemeines Misstrauen, zwanghaftes Überprüfen und blindes Unterstellen sind kontraproduktiv.

Das heißt nicht, dass der alte Leitsatz Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser unwahr ist. Kontrolle kann aber heißen, erst Ergebnisse anzuschauen und danach eine Richtungskorrektur zu überlegen. So wird der Flow des Fertigstellens nicht unterbrochen. Und das nächste Projekt wird mit neuer Motivation und neuem Sinn angegangen.

Unsichtbares

Wie viel von dem was ist, ist in unserem Wahrnehmungshorizont? Wenn wir ein neues Wort lernen, hören wir es plötzlich immer wieder. Wenn wir uns für etwas interessieren, beginnen wir es überall zu sehen. Was unsichtbar war, wird sichtbar. Wir wecken unseren Blick.

Was sehen wir alles nicht, was hören wir nicht? Was spüren wir nicht? Es ist weit mehr um uns herum, wenn wir aufmersam werden und uns öffnen: mehr Möglichkeiten, mehr Informationen, mehr wertvolle Reize und Freuden für die Sinne.

Bogenschießen

Ob im Bogenschießen, dem Zubereiten von Tee, oder dem Schälen und Essen einer Mandarine: wir können jede Einzelheit in unserem Leben zur Perfektion bringen und darin Erfüllung finden. Und wer eine Tätigkeit mit voller Hingabe tun kann, kann dieses Prinzip auch auf andere Handlungen anwenden.

Und auf diesem Weg zeigt sich, dass der berühmte Satz Der Weg ist das Ziel. zum besten Ziel führt.

Geschmack

Wie entscheiden wir uns für etwas? Wie entsteht unser Geschmack? Wer in einen Apfel beißt, der nach Roquefort schmeckt, wird auch als Käseliebhaber kaum diesen besonderen Apfel würdigen. Geschmack ist meist nichts anderes, als der Vergleich mit dem Gewohnten, Gelobten oder Akzeptierten.

Häufig sind Geschmäcker behindernde Prinzipien. Es ist nicht unwichtig zu verstehen, warum wir etwas wie finden. Dieses Verständnis schützt vor teuren Moden, opportunistischen Fehlentscheidungen und unnötigen Einschränkungen.

 

Verschiebung

Unser Körper, Geist und soziales Umfeld begleiten uns unser Leben lang. Und es sind diese wichtigen Dinge, die wir oft zu leicht nehmen, weil sie uns konstant verfügbar erscheinen. Zeit für Sport, Meditation, Familie und alte Freunde wird leichtfertig ersatzlos verschoben. Wir denken, sie kosten nichts, dabei investieren wir zum Schluss unseren Verdienst in genau diese Dinge.

Es sind diese Termin, die wir besser schützen müssen, als unsere wichtigsten Meetings. Termine für Sport, Familie, Freunde und Geist dürfen wir nicht ausfallen lassen, höchstens verschieben.

Lohnendes

Bedrückende Bücher, Filme und Dokumentationen sind mit Vorsicht zu genießen. Sie können uns auf die Stimmung schlagen und unser Weltbild einseitig beeinflussen. Wer damit seine Unzufriedenheit rechtfertigen möchte, kann sich überlegen, ob das ein guter Weg ist, die Welt zu verbessern.

Unzufriedenheit und allgemeine Kritik, ohne reaktiv zu Handeln, sind destruktiv und hemmend. Zweifel, Relativierungen und Pauschalverurteilungen aufgrund eines einzigen Negativbeispiels sind einfach. Einen Blick auf Möglichkeiten und Lösungen zu entwickeln, bedarf Übung und Durchhaltevermögen. Aber es lohnt sich.

Bauchgefühle

Spontan auf sein Bauchgefühl kann man sich verlassen, wenn man am Roulette-Tisch steht, oder sich für andere Zufälligkeiten entscheiden muss. Wenn es aber um fundierte Entscheidungen geht, kann das Bauchgefühl trügerisch sein. Dann hat man es vielleicht mit dem Reptilienhirn zu tun, das gern alles beim Alten und Vertrauten belassen möchte, oder unbedacht etwas wagen oder sich hervortun möchte, weil es sich langweilt.

Bewusst Aufgaben an das Unbewusste abzugeben, ist eine aktive Tätigkeit. Und man sollte abwägen, wann man es tut. Tolle Ideen und richtige Entscheidungen fallen nicht vom Himmel. Wenn man sich auf sein Bauchgefühl verlassen möchte, sollte es Ressourcen geben, mit denen der Bauch arbeiten kann.

Tiefpunkte

Es gibt keine Erfolgsgarantie. Es gibt Ziele, die nicht erreicht werden. Beharrlichkeit und Zuversicht können zu Dickköpfigkeit und Leugnung werden. Ein sturer Glaube an Etwas ist schlecht, wenn wir keine Anhaltspunkte für einen schließlichen Erfolg haben.

Es lohnt nicht, gegen eine Wand zu rennen. Wer durchs Meer schwimmen will, wird ertrinken. Verschwendung wird durch noch mehr Verschwendung nicht zur lohnenden Investition. Es lohnt sich nicht, gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen.

Es gibt einen Tiefpunkt in Erfolgskurven. Und es bedarf eines gewissen Feingefühls, um zu erkennen, ob wir im Teil eines Endes stecken, oder im Anfang von etwas Großem.

Doch wer sich Unmögliches vornimmt und an der Verwirklichung hängt, kann immer noch Autor werden und in Wirklichkeit nicht verwirklichbare Pläne literarisch verwirklichen.

Versuche

Wer im Trüben fischt, macht Avantgarde. Wer für die Menschen da sein und Erfolg haben möchte, der kann eine Revolution in Gang bringen. Wer ein neues Produkt machen möchte, muss ausprobieren. Wenn klar wäre, dass ein Produkt erfolgreich sein wird, wäre es schon am Markt. Wer Verschiedenes versucht, hat vielleicht Erfolg.

Bob Dylan, der größte Neuerer der populären Musik des 20. Jahrhunderts,  hat vieles versucht. Manchmal hat er einen allgemeinen Nerv getroffen, meistens nicht.

Wer etwas herstellen oder eine Leistung anbieten möchte, sollte sich überlegen: Wie könnte das, was ich mache so funktionieren, dass es verstanden und gemocht wird? Wie kann ich etwas so machen, dass es vielen Menschen den größtmöglichen Nutzen bringen kann?

Mir haben diese Gedanken geholfen, ein am Markt erfolgreiches Produkt zu entwickeln.

Herzen

Es ist gesund und lebensbejahend, andere Menschen zu bewundern. Dass alle nur mit Wasser kochen, bedeutet nicht, dass alle klein und dumm sind. Viel wird beobachtet und gesprochen über die versteckten Schwächen, Unzulänglichkeiten und Unsicherheiten der Menschen. Dies sollte aber nicht pauschalisiert werden und sich in den allgemeinen Blick auf die Menschen einschleichen.

Aber es gibt viele Menschen ohne geheime Süchte und Ängste. Es gibt viele Menschen, die tatsächlich glücklich sind. Es gibt freundliche und großherzige Menschen, die friedlich und freudig durchs Leben gehen.

Aufwertungen

Die meisten Menschen verbringen einen großen Teil ihrer Lebenszeit bei der Arbeit. Und die tägliche Arbeit hat viele Komponenten, wie Kunden, Kollegen, Geschäftszweig, genaue Tätigkeiten, Gehalt, Arbeitsweg.

Viele sagen, sie möchten eine Arbeit mit Abwechslung. Eine gute Abwechslung schafft man sich, wenn man sich stetig verbessert. Wenn man Prozesse optimiert, effizienter arbeitet, seine Handgriffe, Strategien, Kollegen und Kunden lieben lernt.

Meistens

Zum ersten Mal, manchmal, meistens, immer. Wenn wir etwas zum ersten Mal besser machen, als zuvor, ist das ein großer Schritt. Ein Tag ohne Schimpfen und Zanken, einen Morgen gute Laune, eine Woche vier Mal kalt duschen, einen Monat jedes Wochenende joggen. Drei Mal im Monat Tagebuch schreiben. Jedes einzelne Mal hat ein Gewicht und weist unser Leben in eine Richtung.

 

Analyse

Wer das Bild einer schönen Landschaft sieht, erzählt sich vielleicht, dass er dort gern wäre. Fern von Alltagsstress und konkreten Problemen. Gern denkt man dabei nicht an die dortige Wasser- und Essens- und Krankenversorgung, an das tatsächliche Klima, an Lärm, Armut oder Transportmöglichkeiten. Der Wunsch, an einem anderen Ort zu sein ist oft unüberlegt und kurzsichtig.

Das Innere zu ordnen und im Äußeren kleine Schritte zu gehen, aber sinnvolle Meilensteine zu passieren, ist nachhaltig und sicher. Sowie handfeste Analyse in wichtigen Entscheidungen besser ist, als auf das Bauchgefühl zu vertrauen.

 

Komplexität

Es ist nicht fair, eine Gruppe für den Fehler eines Einzelnen zu bestrafen. Man sollte auch die Gesamtheit seines Lebens nicht wegen eines unangenehmen Aspektes in Frage stellen. Wer wegen eines Schreckens weg läuft, läuft auch vor allem davon, was funktioniert. Vor allem Komfortablen, Stabilen und Vertrauten.

Eine Stellschraube kann das ganze System verbessern. Das große Ganze hingegen wird keine Feinheiten optimieren.

Offensichtliches

Was falsch ist und was richtig, kann in vielen Fällen nicht abschließend geklärt werden. Auch auf dem falschen Weg kommt man ans Ziel, wenn man bereit ist, einen Umweg in Kauf zu nehmen.

Und wer sehr intelligent ist, kann sich und andere davon überzeugen, dass Falsches richtig ist. Hier stellt sich die Frage, ob es nicht schlauer wäre, etwas dümmer zu sein und von vornherein an das Richtige geglaubt zu haben.

Für das Offensichtliche ist eine klare Sicht besser, als das intelligente Erspinnen von logischen Konstrukten.

Zusammen

Wir interagieren mit Freunden, Bekannten, Kollegen, Kunden, Fremden, Partnern und Familienmitgliedern. Wir leben in verschiedenen Beziehungen zu Menschen und jonglieren mit Beziehungs-Graustufen und Hierarchien. Alle Beziehungen haben Qualitäten und Reize. Auf unterschiedliche Weisen können wir Inspirationen, Güte, Witz und Liebe erleben.

Wir müssen den Menschen dankbar sein. In unseren Beziehungen zu ihnen erfahren wir unsere Lebendigkeit.

Stufen

Nicht zu verstehen ist ein guter Anfang. Besonders, wenn es um neue Inhalte geht. Wir können über ein Thema, mit dem wir uns nicht auskennen, 50, 100 oder 200 Seiten lesen, ohne zu verstehen, was genau gesagt werden soll. Wir füttern unseren Verstand mit dem Vokabular und der Logik. Und wir müssen den Informationen etwas Zeit geben, einzusickern.

Wenn es um das Verständnis neuer Inhalte geht, fangen wir häufig auf der untersten Stufe eines Plateaus an. Aber das erklimmen der ersten Stufe kommt bestimmt.

Mode

Das Gesetz von Yin und Yang ist universell. Wer es im Einzelnen finden möchte, muss nicht lang suchen. Wir brauchen Abwechslung: Kleidung, Musik, Alltagssprache, literarische Inhalte und Kulinarik müssen sich konstant verändern. Tabus werden gebrochen und anderes wird zum Unsagbaren.

Vor einigen Jahren, hätte sich kein Mann mit Schnauzbart auf die Straße getraut. Ebenso wenig mit Hosen, die nicht über den Schuhansatz reichen. Und der erste Hochwasserhosenträger wurde nicht als Vorreiter wahrgenommen, sondern als Mensch mit eingelaufener oder ungeschickt gewählter Hose.

Doch Geschmacksveränderungen schleichen voran. Es kommt immer ein Erster, der demonstriert: Seht her, ich mache, was ich will und ich komme damit durch! Und das ist der nächste Anfang vom Ende.

Was Mode angeht ist es sinnlos, seine Wahl nicht ab und zu dem Konsens anzupassen. Aber wenn man, um authentisch zu bleiben, seinen Geschmack ändern muss, warum soll man sich dann überhaupt aufregen, wenn einem etwas nicht gefällt?

Oft regt man sich tatsächlich weniger über schlechten Geschmack auf, als darüber, dass etwas oder jemand sich nicht anpasst und aus der Reihe tanzt.

Therapie

In dieser Zeit, in der wir die Möglichkeit haben, Geist und Körper immer noch ein Stück weiter zu verfeinern, kann es passieren, dass wir damit vom 100sten ins 1000ste geraten. Das kann ein schönes Hobby sein. Aber klar ist, dass frustiert wird, wer meint, er könnte in diesem Weg ein Ziel erreichen.

Gesundheit ist relativ. Grenzen fließen. Selbstzweifel und Ambivalenzen erstrecken sich zwischen Handlungslähmung und großer Verantwortung. Ein erfülltes Leben kann man auch mit chronischen Schmerzen und körperlichen oder geistigen Hindernissen führen.

Ziel kann es aber immer sein, innerhalb der notwendigen sozialen Gemeinschaft, sein eigenes unabhängiges Leben zu leben.

Pool

Das, was wir gerade von uns geben, was wir sagen, wie wir uns bewegen, wie wir uns fühlen, wonach uns gerade ist, denken wir uns nicht spontan aus und tun es dann. Unser Unbewusstes stellt es für uns bereit. Wir nehmen war, was passiert (was wir gerade tun) und identifizieren uns.

Es kann passieren, dass wir mit unseren Handlungen oder Gedanken intervenieren. Aber wer interveniert? Woher kommt der Impuls? Auch aus dem Unbewussten. Aus einem inneren Pool aus Worten, Werten, Bildern und Gefühlen, die sich im Gehirn tummeln, dort miteinander verknüpft und (mehr oder weniger) geordnet sind.

Was uns über den Weg läuft, findet seinen Eingang in diesen Pool und nimmt von da an Einfluss auf das, was unsere Gegenwart bestimmt. Eine besonders gute Möglichkeit, Eingang in diesen Pool zu finden, dort Suggestionen zu platzieren und die richtigen Verknüpfungen zu machen, ist Hypnose.

Werkzeug

Wir identifizieren uns mit den Dingen, die wir tun. Deshalb fällt es uns schwer, Dinge aufzugeben, auch wenn sie uns nicht mehr entsprechen. Doch die Fähigkeiten, die wir für dieses Dinge brauchen, nehmen wir mit. Und mit der Zeit setzen wir sie an sinnvolleren Stellen ein.

Die Fähigkeit, die wir zerstörerisch eingesetzt hatten, können wir konstruktiv einsetzen für Aufbau und Wachstum. In Friedenszeiten werden Waffen zu Werkzeugen.

Energieaufwand

Jeder Aufwand von Energie ist die Überwindung von Widerstand. Je kleiner wir unseren inneren Widerstand machen, desto geringere Hürden müssen wir überwinden. Daher ist es sehr ratsam, an große Aufgaben strategisch heranzugehen. Im Herzen das Ziel, vor Augen den kleinstmöglichen nächsten Schritt. 

Psychologische Tricks, die sich die Werbung zunutze macht, können wir uns auch zunutze machen, um für uns selbst unsere eigenen Ziele zu bewerben. Reframen, Emotionalisieren, den Zugang einfach machen, uns süchtig machen, schöne und kraftvolle Worte benutzen und ein Call to Action.

 

Fallhöhe

Wenn einem Dinge schwer fallen, heißt das nicht unbedingt, dass man untalentiert ist. Es kann auch ein Zeichen dafür sein, dass einem Dinge sehr wichtig sind und der persönliche Anspruch hoch ist. Thomas Mann sagte, Schriftsteller seien Menschen, denen das Schreiben besonders schwer fällt.

Und es ist tatsächlich so: wenn der Weg bis zur Zufriedenheit mit dem Ergebnis lang ist, muss man sich lange mit Unvollkommenem beschäftigen. Und wenn der Anspruch hoch ist, ist diese Unvollkommenheit schwer zu ertragen.

Menschen, die einen talentierten Einstieg in Fähigkeiten finden, verpassen leicht wichtige Grundlagen. Vor allem lernen sie weder Beharrlichkeit noch Geduld. Beides Schlüsselfähigkeiten, die für einen hohen Grad des Könnens früher oder später notwendig sind.

Torheiten

Weniger Stress im Job und dafür mehr verdienen. Wir meinen, haben zu wollen, was alle wollen, sei töricht und stehe am Ende niemandem zu. Doch wer weniger Stress im Job möchte, macht vielleicht tatsächlich einen zu stressigen Job.

Ich denke, wenn wir uns etwas wünschen, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass es keine freche Forderung ist, sondern ein berechtigter Wunsch, der uns zusteht.

Zwangsstörungen

Ich habe gerade einen Podcast mit den Illusionisten Penn Jillette gehört. Er schreibt jeden Tag 500 bis 1000 Worte Tagebuch. Er schreibt Zusammenfassungen aller Bücher, die er gelesen hat und aller Gespräche, die er geführt hat. Mir imponiert das erstmal. Meine Frau sagt lapidar, er habe offenbar eine Zwangsstörung. Vielleicht hat sie recht. Vielleicht kann man guten Gewissens ein Buch ein Buch und ein Gespräch ein Gespräch sein lassen und weiter ziehen.

Ich mache es mir leichter als Penn. Zur Zeit höre ich Hörbücher ohne aktiv zuzuhören. Ich habe gelesen, dass sich Sachinhalte sogar besonders gut einprägen, wenn man nicht aktiv zuhört. Ich finde es gut, Sachbücher zu lesen und danach die Kapitel nochmal kreuz und quer als Hörbuch zu hören.

Wir handeln aus dem Unbewussten. Es reicht, wenn wir Informationen nur an das Unbewusste weiter geben und den aktiven Verstand seines Weges ziehen lassen.

Fassade

Wer das Vertrauen eines intelligenten Menschen gewinnen möchte, tut sich keinen Gefallen, so zu tun, als ob er alles im Griff hätte, keine Unsicherheiten und nichts, was man nicht allein schaffen könnte. Wenn zu viel Aufwand in eine makellose Fassade gesteckt wird, entsteht der Verdacht, dass mit dem Innen etwas nicht stimmt.

Vertrauen bekommt, wer sich verletzbar macht, wer zeigt, dass er seine Schwachstellen kennt, wer weiß, dass das persönliche Glück nicht vollkommen getrennt ist vom sozialen Umfeld.

Schluckauf

Ein Schluckauf verschwindet, wenn man sich erschrickt. Jeglicher Ehekrach verfliegt mit der Nachricht, dass das Kind im Krankenhaus ist. Von einem vernünftigen Schreck verschwindet fast alles: Schmerz und Grübeleien, Erstarrung, Missgunst und Ego. 

Wir können diese Macht der starken Impulse für uns nutzen. Aber nicht, um vor unserem Leben davon zu laufen. Denn wenn die kleinen Sorgen des Alltags vom Billigfernsehen (heute Instagram) überrauscht werden, entsteht langsam aber sicher ein Alltagssorgenstau. 

Aber wenn wir durch Urinstinkte überheftig reagieren , wenn wir uns im Negativen verheddert haben oder wenn die Angst, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt erstarren lässt, können wir uns bewusst Impulse geben, die uns wieder auf den Boden der Tatsache zurückholen. Mit einer kalten Dusche bis man friert, mit Kopfstand, damit ins Schwitzen zu geraten, mit etwas Bitterem oder Scharfem. 

Dienst

Menschen wollen haben, was andere Menschen auch haben wollen. Als grünes Pesto nach Deutschland kam, konnte man es in Feinkostläden bekommen, oder frisch vom Markt. Als es bekannter wurde, konnte man bald auch merkwürdig schmeckende grüne Soßen, die sich Pesto nannten, in herkömmlichen Supermärkten und Discountern kaufen.

Es geht schnell nicht mehr darum, etwas zu haben, das so ist, wie es ist, weil es den Zweck erfüllt, für den es ursprünglich gemacht wurde. Es geht darum zu haben, was andere haben. Das ist so bei vielen Lebensmitteln, Design-Möbeln, Produkten und Kleidung.

Das eigentliche Wort für diesen Mitläufereffekt ist Mode. Man tut etwas, weil andere es auch tun. Und zu diesen andren möchten wir gehören. Negative Folgen der Modehörigkeit sind erhöhte finanzielle Kosten, schlechte Qualität und Anerkennung von Leuten, die denselben Fehler machen.

 

Steine

Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Es ist einfach, andere zu verurteilen. Aber wir können uns auch erst in die Schuhe der anderen Stellen. Wie würden wir handeln, wenn wir sie wären? Aufgewachsen wie sie: in ihrer Gegend, mit ihren Eltern, mit ihren Erfahrungen.

Wie sieht die Welt aus, wenn wir akzeptieren, dass es keinen freien Willen gibt? Was macht das mit unserem Urteil über Individuen?

Es ist okay, Schädliches und Schlechtes als das zu benennen, was es ist. Aber wir sollten uns gut überlegen, ob wir so weit gehen möchten, Personen zu verurteilen.

Stiche

Mit der Verbreitung schlechter Stimmung können wir andere zum Handeln motivieren. Doch Maulen, Sticheln und offener Ärger sind keine konstruktiven Lösungsansätze. Eine lösungsorientierte Handlung ist aktiv, nicht passiv aggressiv gegen andere oder, (nicht zu vergessen!), sich selbst.

Man sollte positiv bleiben und Auslöser von Unmut konstruktiv ansprechen. So wird man Dinge nachhaltig ändern und eine emotional positivere Zukunft erleben.

 

Natur

Jeder ist immer irgendwann und irgendwo im Leben auf der Suche nach Leben. Jeder ist an besonderen Orten unter besonderen Umständen und mit besonderen Sorgen. Sorgen um die Zukunft von uns selbst, unseren Mitmenschen, unseres Landes, der Umwelt und der Welt. Immerhin: ums Universum müssen wir uns keine Sorgen machen.

Aber wir feilen an unseren Gedanken, unserer Haltung, unserem Atem, unserem Empfinden, unserem geistigen und materiellen Konsum, unseren Worten, unseren Handlungen, unserem Input und Output, unserer Planung für gleich, nachher, morgen, die nächsten Wochen, Monate, Jahre und Jahrzehnte und um die Zukunft unserer Kinder und Enkel.

Es ist die Natur des Menschen aufwärts zu streben, wie es die Natur des Wassers ist, abwärts zu fließen. Während wir driften im Universum.

Genügsamkeiten

Geld ist nicht so schlecht, wie sein Ruf. Es ist so gut, wie die Hände, in denen es ist. Das gleiche gilt für Genügsamkeit. Eine falsche Genügsamkeit kann nagen, bis sie sich zu Verzagtheit und Verzweiflung durchgebissen hat. Eine echte Genügsamkeit bedeutet, dass ein Drang nach Mehr keine persönlichen Ressourcen raubt.

Aber das Leben eines Menschen geht immer in eine Richtung. Und wenn wir uns auf falsche Genügsamkeiten einlassen, schleift unser Antrieb und das Weiterkommen wird zäh.

Kleiden

Die Wahrscheinlichkeit, dass man wird, was man sich wünscht, steigt wenn man sich schon vorher dafür gehalten hat. Und wir meinen zu sein, wen wir im Spiegel sehen.

Beim Kleiden kann es darum gehen, gepflegt und wohlhabend zu wirken, oder verwegen und stark. In beiden Fällen schützt die Kleidung nicht nur vor Wind und Wetter. Wer wollen wir sein? Was sollen die anderen denken? Für wen wollen wir uns halten?

Persist

Werte, Ziele, Interesse, Anfangen und Motivation: Alles wichtig und machbar, aber ohne Beständigkeit und Zusammenhang meist unnütz. Hierfür müssen wir Professionalität entwickeln. Das bedeutet, auch dann weiter zu machen, wenn es uns schwer fällt. Auch Profis fühlen Trägheit, Mutlosigkeit und Uninspiriertheit. Und gerade für die Kreativen, die niemand um ihre Arbeit gebeten hat, scheint es manchmal unwiderstehlich, vor diesen Widerständen zu  verweilen. Aber wer sich als Profi versteht, sieht den Sinn seiner Tätigkeit und findet einen Weg, die Barrieren zu überwinden.

Dinge

Wir leben in einer Gesellschaft des Habens und An-Orten-gewesen-seins, einer Welt des Konsumiert- und Erlebthabens. Es gibt so viele Dinge und Orte! Was will man damit? Wer braucht sie? Wie viele Teller, Schalen, Gläser, Lampen, Teekannen, T-Shirts und Stifte kann ein Mensch brauchen? Durch wie viele Landschaften, Städte, Länder und Kontinente will man gelaufen und gefahren sein?

Wir verlieren uns in Dingen und Erlebnissen. Sie mögen unsere Persönlichkeit prägen. Aber was sagt das über den Wert von Persönlichkeit an sich aus? Im Kern sind wir Bewusstsein, das das Treiben der Welt wahrnimmt.

Lehrgeld

Wer nicht hören kann, muss fühlen. Das hieß einst tatsächlich „wer nicht gehorcht, wird geschlagen“. Und auf die ein oder andere Weise muss jeder sein Lehrgeld bezahlen. Entweder, indem er Zeit ins Lernen investiert, oder indem er teure Fehler macht. Ich denke, eine Mischung ist nicht schlecht. Es passiert, dass man die Theorie eigentlich kennt. Wenn man es dann trotzdem falsch gemacht hat, weiß man schneller, was schief gelaufen ist und kann im nächsten Anlauf einen Schritt wachsamer sein und sein Wissen konsequenter anwenden. Wer nicht bereit ist, Lehrgeld zu zahlen, wird keine nennenswerten Gewinne machen.

Tiefe

Was will ich wirklich? Ist das, was ich wirklich will das, was mich glücklich macht? Ist das, was ich wirklich will etwas, das mir Frieden schenkt? Ist das, was ich wirklich will eine Herausforderung? Fördert das, was ich wirklich will, mein Wachstum? – Wachstum zu mehr Friede, zu mehr tiefem, wahren Glück? Ist das, was ich meine, was mir Glück und tiefen Frieden bringt, tatsächlich etwas, das mir Frieden und tiefes Glück bringen wird?

Das Leben ist nichts Überschaubares. Wir sind im Fluss des Lebens und haben die Chance den Moment zu genießen. Aber als Wesen in Zeit und Raum müssen wir abwägen, ob der Genuss dieses Moments auf Kosten der zahllosen Momente in der Zukunft geht.

 

Optimal

Die Uhrzeit können wir von einer Uhr für 10 Euro ablesen, oder von einer für 10.000. Wahrscheinlich ist die 10-Euro-Uhr angenehmer zu tragen. Aber wir wissen auch, wofür die teure Uhr da ist. Etwas weniger offensichtlich ist das bei anderen Gebrauchsgegenständen.

Es ist für den Erfolg und die Lebensqualität der meisten Menschen egal, ob sie einen Computer für 300 oder 3000 Euro, ein Smartphone für 150 oder 1500 Euro benutzen. Es ist für die Gesundheit nicht besser, gekauftes Wasser als Leitungswasser zu trinken. Wenn man schreibt, ist es nicht wichtig, ob mit Schreibmaschine, Computer, mit was für einem Stift oder auf was für Papier. Es ist nicht wichtig, ob man seinen Schreibtisch nach Norden oder Süden, oder an einem Platz mit Meerblick oder ohne Fenster stehen hat. Es ist nicht wichtig, ob man in den Urlaub ans andere Ende der Welt reist, oder ins übernächste Dorf.

Aber dies ist das Spiel, das wir spielen. Wir halten unsere Illusionen aufrecht. Sie geben uns Sinn und Perspektive. Es ist ein Vorteil zu wissen, dass wir uns in einem Spiel mit selbstgemachten Regeln befinden. So können wir gelassen in die Rolle des Beobachters unserer Person treten und die Stille genießen.

Nervensysteme

Was ist der Unterschied, ob man etwas gern tut, was einem Freude bereitet, und einer Sucht, der man nachgeht? Was ist der Unterschied, ob man noch eine Tafel Schokolade isst, oder von einem Computerspiel nicht loskommt? Ist es nicht auch eine Freude, eine Sucht zu befriedigen? Ist es nicht herrlich, süchtig zu sein und zu wissen, was man will und was einem Freude bereitet?

Wäre es nicht wunderbar, eine Sucht zu haben, die einem gut tut? Was ist der Unterschied, zwischen Sucht und Gewohnheit?

Es gibt tiefe und flache Befriedigungen. Tiefere Befriedigungen regen tiefere Gefühle an und bereichern das Leben. Flache Befriedigung dreht sich nur um den Moment. Sie birgt keine Weisheit, keine Einsicht. Sie berücksichtigt weder Individualität noch Persönlichkeit. Sie spricht nur den Trieb an. Schutz, Angst, chemische Sucht, Befriedigung des Nervensystems. Als Faustregel kann man sagen, dass Glück so schnell und so langsam versiegt, wie es gekommen ist.

Desinfizierung

Auch psychische Verletzungen verursachen Wunden. Wenn wir verletzt worden sind (oder uns verletzt haben), müssen wir unsere Wunde pflegen. Wenn wir sie ignorieren, oder sogar weiterhin stark belasten, fügen wir uns Schaden zu.

Wenn wir verletzt worden sind, müssen wir es merken und akzeptieren. Wir müssen die Wunde reinigen, das kann schmerzhaft sein. Wir müssen die Wunde schützen. Wenn die Wunde tief ist, nicht nur die Wundstelle: der ganze Körper braucht Ruhe. Vielleicht brauchen wir Hilfe.

Psychische Verletzungen können wir spüren. An unserer Haltung, unserem Appetit, daran, ob sich unangenehme Gedanken im Kreis drehen. Wir sind alle verletzbar. Wer es nicht ist, lebt zurückgezogen in einer Rüstung. Auch Thich Nhat Hahn sagt, dass er nach Gesprächen, in denen es um Unfrieden ging, eine Weile in Ruhe herumläuft, um sich wieder zu sammeln. (Peacefull Walking).

Geschenke

Man bildet sich gern ein, das Internet wäre eine Geschenkebox, wie ein Adventskalender. Man denkt, man könne sich unendlich viele kleine Freudenmomente herausholen.

Es ist aber eher so, dass das Internet ein großer Fachmarkt ist. Wenn man nicht weiß, was man genau möchte, streift man ewig durch die Gänge. Im Internet wird man nebenbei von allen Seiten mit schön verpacktem Müll beworfen. Wer nicht aufpasst, fängt an, alles mögliche auszupacken und vergeudet seine Zeit.

Widerstand

Wenn man nicht verrotten möchte, sind Umkehren und Stillstand keine Option. Man braucht eine Richtung und einen konstanten Drang im Fluss zu sein und weiterzukommen. Dann kann man den Weg des geringsten Widerstands gehen.

Wer meint, dass dieser Weg, wie eine endlose Rutsche abwärts sei, der irrt sich. Um den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, muss man in Bewegung sein. Wasser geht erfolgreich den Weg des geringsten Widerstands. Es drückt konstant so lange nach vorn, bis sich schließlich der nächste Weg ergibt. 

Feuer

Ob beim Lernen, Trainieren, dem Aufbau eines Geschäfts oder einer Freundschaft: Eine Starthilfe ist von großem Wert. Aber etwas daraus zu machen, kostet Mühe und Anstrengung, Langeweile und Durchhaltevermögen.

Jegliche Aufbaustrecken bestehen zu großen Teilen aus Plateaus. Diesen langen Strecken, auf denen wir uns mühen und weiterschleppen, ohne vom Gefühl belohnt zu werden, tatsächlich weiter zu kommen.

Wenn ein Funke zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, kann er ein Interessefeuer entfachen. Und angesichts des schnellen Lichts und der schnellen Wärme, die dieses Strohfeuer liefert, sind wir motiviert, aus der nahen Umgebung alles Brennbare zu holen und hineinzuschmeißen.

Mühsamer wird es, die großen Stämme zu holen, die lange brennen. Aber dies ist das Feuer, das uns nachhaltig versorgt, das andere anzieht und die wahre Grundlage bietet, etwas zu erschaffen.

Gemeinschaft

Es ist erstaunlich, wozu eine Person fähig ist, wenn sie es für andere tut. Für andere können wir Herausforderungen annehmen und über uns selbst hinauszuwachsen. Eltern sind für ihre Kinder über Jahre die halbe Nacht wach. Menschen springen über ihren Schatten, um aus ihrem Trott zu kommen und das nötige Geld für ihre Familie zu verdienen. Und im Krieg kämpfen Menschen um Leben und Tod.

Der Mensch ist sozial. Was uns zu Höchstform treibt, sind die anderen und was sie über uns denken.

Es ist gut, wenn man versteht, dass wir ohne die Gemeinschaft Antrieb und Nutzen verlieren. Deshalb ist es wichtig zu prüfen, mit wem wir uns umgeben.

Schleier

Der Verstand springt hin und her. Er liebt es, sich an seinem Bauch- an seinem Körpergefühl zu orientieren. Dieses Gefühl ist allerdings von Urinstinkten geprägt, die unseren tatsächlichen Gegebenheiten gegenüber oft nicht zuträglich sind. Deshalb ist es gut, sich Dinge aufzuschreiben. Ganz davon abgesehen, dass ToDo-Listen gut sind, weil man in ihnen gut Prioritäten setzen kann und sich nicht in Unwichtigem verfriemelt.

Hervorragend ist auch eine ausführliche Liste mit Dingen, die man tun kann, wenn man sich gern besser fühlen würde. Dort kann vieles Stehen, was man einfach und immer tun kann. Dass in dieser Liste nicht stehen sollte, einen Cocktail trinken, oder Schlechte Stimmung verbreiten, versteht sich von selbst. Aber Dinge, wie Duschen, Aufräumen, 2 Minuten hüpfen, sich Dehnen, Musik hören und vieles andere ist gut. Diese vielen kleinen Dinge kann man tun, um sich von dunklen, schweren Schleiern zu befreien, auch mehrere hintereinander. Gut ist eine Liste mit mindestens 50 Ideen.

Sucht

Kaffee, Whisky, Tabak, Marihuana oder Opium sind auf Anhieb nicht wohlschmeckend. Fast niemand hat sich für eines dieser Mittel begeistert, weil er den Geschmack von je her unwiderstehlich findet. Aber wo die Wirkung überzeugt und Sucht einsetzt, werden wir auch bald Erfüllung im Geschmack finden. Wie man seinen Kaffee oder Tee trinkt, was für Zigaretten oder Bier man trinkt, sind normale Gesprächsthemen.

Vielleicht sprechen wir so viel über die Geschmacksnuancen von Suchtmitteln, weil wir uns mit diesen Geschmäckern langsam angefreundet und sie lieben gelernt haben.

Das gilt allerdings auch für Tätigkeiten, Lebensmittel und persönliche Beziehungen, die nicht süchtig machen. Wir beginnen uns einfach mehr und mehr für die Dinge zu interessieren, mit denen wir Zeit verbringen. Wir nehmen sie immer intensiver wahr und bauen unsere Welt um unsere unmittelbare Umgebung herum auf.

Der Mensch ist extrem anpassungsfähig und auf unendlich viele Weisen zufrieden zu stellen. Je nachdem, wo wir hineinwachsen, können wir mit den unterschiedlichsten Ernährungen, in verschiedenen Gesellschaftsformen und extremen Klimazonen glücklich sein. Wir lassen uns auf das ein, was Sicherheit gibt, was ernährt, was ein Gefühl von Glück und Leichtigkeit vermittelt.

Altern

Wie alt soll man werden? In welchem Alter soll man an Krankheit sterben? Mit wie vielen Zähnen soll man kauen? Wie viel Schmerz ist nicht okay? Wie wenig Schmerz ist nicht okay, um noch das echte Leben zu erfahren?

Leben ist Erfahren. Jeder Schmerz birgt Erfahrung. Jede Lebensphase, jedes Alter bringt neue Blicke auf die Welt. Jeder Altersabschnitt ist ein neues Leben.

Doch man sollte mit dem Wunsch alt zu werden nicht sein Jetzt verbauen. Man sollte nicht krampfhaft festhalten und erstarren. Man sollte nicht seine Jugend erhalten, sondern den Wandel.

Smartphones

Effektivität ist nur sinnvoll, wenn sie irgendwo hin führt. Man kann Abkürzungen gehen, Optimierungs-Apps benutzen, das neueste Smartphone und den besten Laptop anschaffen. Doch das Streben nach Effektivität kann zum Ersatz des Zieleverwirklichens werden. Woran man arbeitet ist wichtiger, als wie oder mit welchem Werkzeug man an etwas arbeitet.

 

Ertragen

Wenn die Zeit langsam vergeht, vergeht auch oft der Grund, etwas zu tun, was die Zeit schneller vergehen lässt. Im Flow ist nichts zu merken, von Vergehen oder Stillstand. Das Ego steht beiseite und wir sehen den Fluss vorüberziehen. Es gibt Flow im Arbeiten, aber auch Flow im Entspannen, im Treiben lassen und im Ertragen.

Entwicklung

Fähigkeiten entwickeln sich langsam, sprunghaft, gegenseitig und zum Teil undurchschaubar über Jahrzehnte. Manche Menschen werden zu komplexen Persönlichkeiten. Viele Individuen sind wie eine eigene Spezies.

Die Entwicklung des Menschen ist einzigartig. 15, 20 oder 30 Jahre ist ein Mensch am Leben, bis er anfängt, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Alle anderen Säugetiere haben weniger Zeit. Dafür kann man als Mensch dann natürlich mehr als rennen, verstecken, auflauern und zubeißen. Vor allem kann der Mensch innehalten, beobachten und begreifen, dass es nichts weniger als erstaunlich ist, was er im Leben erlebt.

 

Intelligenz

Eine der großen Ängste der Menschen ist es, reingelegt zu werden, oder um es etwas bedrohlicher auszudrücken: betrogen zu werden. Reingelegt oder betrogen worden ist man, wenn man durch eine Täuschung so handelt, dass es ein vorteilhaftes Ergebnis für den Täuschenden gegenüber dem Getäuschten gibt.

Wir haben Angst, dass jemand nicht das tut, wofür wir ihn verpflichtet sehen. Wir haben Angst, dass wir nicht das Bekommen, was dem Wert entspricht, den wir meinen gegeben zu haben.

Je nachdem, um was es genau geht, steht entweder die Ehre (meist unsere Integrität oder das Ansehen unserer Intelligenz), Geld (es kann auch ein sehr geringer Betrag sein), Zeit oder Fairness auf dem Spiel.

Warum dreht sich soviel darum? Warum ist die Angst so groß? Wir werden übervorteilt und das Leben geht weiter. Und Vor- und Nachteile ändern sich mit der Zeit. Wir können gespannt warten, wann aus unserem kurzfristigen Nachteil ein Vorteil geworden sein wird.

Spielen

Wer meint, etwas zu verlieren zu haben, wird im Leben weniger Risiko eingehen. Wenn Nahrung, Fortpflanzung und soziale Sicherheit da sind, wird oft krampfhaft versucht am Status Quo festzuhalten.

Materielles nicht zu hoch zu schätzen, ist eine Lebenseinstellung, die es einem ermöglicht, mehr Geld, mehr Dinge, mehr Mehr zu bekommen. Und vielleicht ist es ein unfaires Paradox, dass man es zum Teil um so eher bekommt, je gleichgültiger es einem ist.

Raum

Wir brauchen Raum, um uns zu bewegen und zu entfalten. Wir müssen uns strecken und dehnen, um unsere Gelenke und Sehnen zu lockern, um ihr körperliches Potential zu gewährleisten und zu erweitern. Wenn wir uns nicht frei bewegen können, wird unser Körper rosten und schmerzen.

Starre Denk- und Wertstrukturen engen uns ein. Tabumaschen dürfen nicht so eng gestrickt sein, dass man häufig Gefahr läuft, sich in ihrem Netz zu verfangen.

Wir brauchen Interesse für Neues, für andere Ansichten, für Unbekanntes und  Kompliziertes.

Gleich

Wer seine Vorgehensweise nicht auf die gegebenen Grundwerte abstimmt, scheitert. Die Grundwerte definieren sich aus dem Kontext.

Links- und Rechtsverkehr funktionieren gleich gut. Ein System ist nicht besser, als das andere. Gegensätzliche Systeme – gleiches Ergebnis. Wenn vereinzelte Verkehrsteilnehmer ein System im anderen ausprobieren, werden sie schlechte Erfahrungen machen. Was aber nicht heißt, dass das System als Ganzes nicht funktionieren kann.

Wichtig ist, dass ein System den Grundwerten entspricht, und zweitens mit Überzeugung und konsequent umgesetzt wird.

Reparatur

Luftpumpen, die die Luft aus Reifen lassen. Schraubenzieher, die den Schraubenkopf zerstören. Gurus, die verwirren. Medizin, die den Körper vergiftet. Ärzte, die krank machen. Gewürze die das Essen ungenießbar machen. All dies gibt es.

Fehler passieren. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass nichts Schlechtes auf der Welt getan wird, ohne dass das Gute gemeint ist. Und vor allem sollte man nicht vergessen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine Luftpumpe einen Reifen aufpumpt, weit größer ist, als dass sie das Gegenteil tut. Wer sagt, er zögere vorm Schrauben, Würzen, Suchen nach Wahrheit oder vor Arztbesuchen, läuft Gefahr, stecken zu bleiben. Wer konstant weitermacht, hat Missgeschicke und Fehler schnell behoben.

 

Sicht

Alles, was von einer Person berichtet wird, ist nur eine Version der vergangenen Wirklichkeit, wie diese Person sie aufgenommen hat und nun erinnert. Erstmal ist es nur die persönliche Wahrheit der berichtenden Person. Sie kann die Wahrheit einer zuhörenden Person beeinflussen. Aber damit nimmt nur eine vorübergehende Wahrheit Einfluss auf eine andere vorübergehende Wahrheit.

Die Wahrheiten sind Teil der vorübergehenden Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist immer im Wandel, immer vergangen und daher nicht zu greifen. Für uns besteht sie aus sich wandelnden und vergehenden Wahrheiten.

Begeisterungsfähigkeit

Wer begeistert ist, weiß, was er will. Mit Begeisterungsfähigkeit ist es leicht, sich in ein Thema zu vertiefen, aufmerksam zu sein und zu lernen. Begeisterungsfähigkeit schafft Ziele, Werte, Motivation und Ambition.

Sie ist das Wundermittel gegen Gleichgültigkeit, Fadheit und zähes Vorankämpfen.

Es gibt keine besseren Wege im Leben, als seinen Begeisterungen zu folgen. Wer dies tut, trainiert auch nebenbei seine Fähigkeit zur Begeisterung.

Nutzen

Der Ausdruck von Reichtum impliziert: Wer mir schadet, tut sich keinen Gefallen. Ich habe Macht. Wer mir hilft, könnte reich belohnt werden. Denn was für dich viel ist, ist für mich wenig.

Bei teurem Schmuck war immer klar, dass es um Prestige geht. Selbst bei einer sehr teuren Uhr brauchte man nicht sagen, dass sie besonders genau geht. Sie ist offensichtlich ein Statussymbol. 

In unserer Zeit des Understatements, wird Prestige gern mit Optimierung, Nutzen und Sinn kaschiert. Teure Smartphones und Laptops sind die neuen teuren Uhren und Schmuck. Schwere Autos werden durch ihre vermeintlich höhere Sicherheit gerechtfertigt. Und Markennamen dienen häufig als Beweis für den Wert von Konsumgütern. 

Wir können nicht umhin, mit unserem Auftreten und unserem Besitz für andere etwas auszudrücken. Und es ist okay, vertrauensvoll und charismatisch auftreten zu wollen. Wir machen anderen und uns selbst das Leben dadurch leichter und angenehmer. Wir können uns aber klar darüber sein, welches Bedürfnis wir wir mit unseren Anschaffungen tatsächlich befriedigen möchten.

 

Strafe

Menschen, die gegen das Gesetz verstoßen, sind wenig von der Höhe der Strafe abgeschreckt. Ausschlaggebender ist der Grad der Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden.

Menschen haben mehr Angst vor Verlust, als Risikobereitschaft für Gewinne.

Wir möchten aus Vorsicht, dass die Dinge bleiben, wie sie sind. Es braucht Courage, zu den großen Gewinnen zu streben. Nein zu sagen zu dem sicheren Weg und ja zu dem einen persönlichen Weg, der kleine Verluste und große Gewinne ermöglicht.

Zucker

Was wird alles getan fürs Wachsein? Wie viel Kaffee und Zucker nehmen wir ein, um präsent, um fit, um wach zu sein?

Und was wird alles getan und eingenommen, um zur Ruhe zu kommen, um zu schlafen!

Wir brauchen einen langen Atem, um eine gewisse Balance unseres Schlaf- Wachrhythmus herzustellen. Und für ein befriedigendes Ergebnis müssen wir manchmal über unseren Tellerrand hinaus schauen. Die besten Methoden zeigen weder unmittelbare Wirkung, noch fallen sie auf Anhieb leicht. So schwer es zu verstehen sein mag: wenn wir weiter machen, wie bisher, werden wir bekommen, was wir auch vorher bekommen haben.

Rollen

Wenn wir hinausgehen und mit Leuten sprechen, treten wir in verschiedene Rollen. Der Alte, der Erwachsene, der Unbekannte, der Freund des Freundes, der Lehrende oder der Lernende. Der Anfänger, Unterwürfige, der Bestimmende, der Unnahbare, der Dumme, der Verehrte.

Wir bieten uns selbst und anderen diese Rollen von uns an. Und es ist das Einfachste, die Rolle zu übernehmen, die wir schon oft übernommen haben. Viel anstrengender ist es, jemand zu sein, der man noch nie oder erst selten gewesen ist. Wir haben neue Gefühle, eine neue Stimme, eine neue Haltung.

Wenn wir uns entwickeln möchten, sollten wir nicht versuchen, starr an alten Ich-Mustern festzuhalten um neue Aufgaben zu übernehmen. Wir müssen bereit sein, neue Rollen zu übernehmen.

Erfüllung

Ziele definieren den Sinn der Handlungen, die zu ihnen in Verbindung stehen. Und wir sind praktisch verrückt danach, allem und jeder Kleinigkeit einen Sinn zu geben. Wenn es keinen Sinn zu geben scheint, erfinden wir so viele Sinnmöglichkeiten, bis wir mit einer zufrieden sind.

Handlungen, die nur einem sehr kurzfristigen und vorübergehenden Ziel dienen, lassen uns mit einem leeren Gefühl zurück. Handlungen in Bezug auf Ziele, die man tatsächlich erreichen möchte, fühlen sich erfüllend an.

Rechte

Es gibt nichts Schlimmeres, als die eigene Integrität generell in Frage zu stellen. Wer bin ich, dass ich meine, vielleicht Recht zu haben, oder ein Anrecht zu haben? Sicher kann man Fehler, die man an anderen kritisiert, auch bei sich suchen, um Verständnis zu entwickeln.

Aber Taten, Aussagen und das Leben sind immer nur ein Versuch, das Richtige zu tun und zu sagen. Und meist ist es besser, man versucht etwas und macht sich angreifbar, als man bleibt im Vagen und in den Möglichkeiten. Das gibt niemandem halt, weder anderen, noch sich selbst. Besser, man bezieht Stellung und lernt, wenn nötig dazu und bezieht dann eine neue Stellung.

Vergangenes

Wofür hat man sich im Leben schon begeistert? Von merkwürdiger Kleidung, Kinderserien, nächtlichen Tanzveranstaltungen über Musikalisches und Spirituelles bis zu bestimmten Menschen, Familiengründung, Baby- und Kleinkinderziehung, oder auch mittlerweile vollkommen veralteter Technik. Wie viele hunderte Stunden und tausende Worte haben wir in Gesprächen verbracht, mit unseren Kindheitsfreunden, Jugendfreunden und Mittzwanziger Freunden und Bekannten.

Der genaue Inhalt ist austauschbar. Aber die Werte und Prinzipien, die dahinter standen sind universell. Und so kann man seine gegenwärtigen Tätigkeiten auch betrachten. Die genauen Inhalte sind so schnell veraltet, wie die Tageszeitung. Was zählt, sind die Wahrnehmung des Momentes und die Richtungsintention.

 

Tiere

Es gibt frohe und glückliche Momente für jeden, ebenso Momente der Trauer, Unsicherheit und Sorge.

Doch wenn es bei Menschen um ein allgemeines Froher und Zufriedener geht, geht es um Qualitäts- und Quantitätsfragen.

Man kann sich gerade über Wasser halten und wenn man zur nächsten Sandbank kommt, sagen: Geht doch! Alles klar, ich bin zufrieden. Doch ein echter, tiefer Friede entwickelt sich. Er breitet sich langsam aus, wenn er genährt wird und sickert nach und nach in die Tiefe der Person. Doch bevor das passieren kann, tastet er sich langsam heran, wie ein wildes Tier und ist genau so schnell wieder verschwunden, wenn er verschreckt oder misstrauisch wird.

Angst

Der Mut ist ein Teil der Angst. Weil Mut als Gegenpol der Angst entsteht. Ohne Angst kein Mut. Wer sich mehr Mut wünscht, nährt daher die Angst. Wer sich bewaffnet nährt die Konfrontation.

Tatsächlich steht unserer angeborenen Angst nicht der Mut, sondern die Arglosigkeit gegenüber. Also besser man würde sich mehr Arglosigkeit wünschen. Mit mehr Gelassenheit kann man nüchtern großen Aufgaben entgegentreten.

Kompliziert

Es ist unglaublich, wie einfach es ist, das Leben kompliziert zu machen. Zwänge, eigene Auflagen, Nachlässigkeiten, Verkrampfung und starre Ansichten lassen uns aufbrausen, auflehnen und wütend im Kreis tanzen. Sie machen Menschen und Umgebung zu Feinden.

Werte, Gelassenheit und Toleranz öffnen die Tür zum viel gepriesenen Loslassen. Wer den Menschen und den eigenen Werten vertraut, wird gelassen, entspannt und energetisch in die richtige Richtung driften.

Manche

Einige Menschen erkennen durch Verlust was sie haben. Andere vermissen, was sie nicht mehr haben. Erfüllung oder Verbitterung – der eine wird vom einen Überrascht, der andere vom Gegenteil. Wo ist unser Einfluss darauf, was wir unmittelbar erfahren? Wie sichern wir uns ab im Leben, um zu denen gehören, die nicht verbittern?

Auch hier folgen wir Gewohnheiten und auch hier ist es gut, diese im Kleinen zu etablieren. Aus kleinen Missgeschicken die Chancen lesen. Aus kleinen Fehlern die Lehre ziehen. Durch kleine Verluste die Dankbarkeit spüren für das, was ist und war.

Warum

Warum mache ich dies hier gerade eigentlich? Diese Frage sollten wir uns viel häufiger stellen. Und wir müssen wissen: Alles, was wir tun, ist immer der Versuch, ein persönliches Bedürfnis zu erfüllen.

Wollen wir das Bedürfnis nach Ruhe mit Lärm erfüllen? Das Bedürfnis nach Anerkennung durch Schimpfen? Das Bedürfnis nach Gesundheit durch zusätzlichen Stress? Das Bedürfnis nach Freude durch Betäubung? Das Bedürfnis zu Helfen durch Egozentrik?

Wenn wir wissen, weshalb wir gerade tun, was wir tun, können wir auch besser feststellen, ob wir einen sinnvollen Weg gewählt haben.

 

Härte

Schriftlich ausgedrückt klingt vieles härter, als es klingt, wenn man es sagt. Deshalb übermittelt man Kritik am besten gesprochen. Eine positive Nuance in der Betonung kann den ganzen Sinn verändern. Aber auch auf schriftlich erfahrene Kritik – und eine nicht eindeutige Bejahung klingt schriftlich oft schon nach Abweisung- reagiert man am besten mündlich oder persönlich. So erfährt man deutlich besser, woran man wirklich ist.

Teilen

Wer ein Sofa möchte, braucht nicht zu wissen, wie man den Sofastoff webt. Wer telefonieren möchte, braucht nicht zu verstehen, wie ein Telefon funktioniert. Wer sich bewegen möchte, braucht nicht wissen, wie die Muskeln funktionierten.

Wir müssen wissen, welche Fähigkeiten wir brauchen, um unseren Unterhalt zu verdienen. Das ist Arbeitsteilung. Wir können guten Gewissens einen Großteil des möglichen Wissens ignorieren. Wenn wir Kapazität haben, können wir uns aussuchen, ob wir Kunst, Technik, Philosophen oder Handwerke verstehen möchten.

Tod

Was auch immer ist, es wird vergehen. Das Erleben des Seins ist der größtmögliche Wert. Das Leben ist reich. Es ist einzig und mystisch, wie ein verlorener Funke im Universum. Jeder Moment im Jetzt ist erfüllt von Sinn. In stetiger Veränderung erleben wir immer neu und aus neuen Perspektiven. 

Anders als der Tod. Im Nichtleben ist Nichts. Nichts verändert sich. Es gibt keinen Wandel. Wenn man das Sein dem Nichtsein gegenüberstellt, ist jeder Moment im Sein erfüllt. Voll Farben, Klängen, Emotionen, Worten und Sinn.

Ausgangspunkte

Wir befinden uns immer wieder auf irgendeinem Weg, den wir in Richtung Glück eingeschlagen haben. Dieses Glück, auf das wir zusteuern, ist das jeweilige Versprechen eines Ziels.

Und das Gefühl zu haben, auf dem richtigen Weg zu sein, ist eine der höchsten Formen von Glück. Das ersehnte Glück selbst interessiert oft nicht mehr, wenn es erreicht ist.

Trotzdem sollten Ziele gute neue Ausgangspunkte erzeugen, die es eher leichter machen, weiterzuziehen, als beschwerlicher.

Behauptungen

Fast alles, was man über Lebensführung, über Moral oder Ethik sagt, ist nicht abschließend wahr. Aber man kann sich aussuchen, was man glauben möchte, nach welchen Werten man leben möchte. Man kann den Lebensentwurf fördern, den man gern für sich wahr haben möchte.

Die meisten Dinge kann man von verschiedenen Seiten betrachten und man hat Einfluss darauf, welche Seite man sieht. Wenn man seinen Blick auf die Dinge entwickelt, wird man immer mehr aus dieser Perspektive, die man sich ausgesucht hat, sehen können.

Ausschnitte

Manches will man nicht tun. Doch erstmal angefangen, hat man Freude und fühlt sich frei. Tatsächlich sind es nur ein paar kleine Momente, die man nicht mag. Vielleicht Warten, Schuheanziehen, Langeweile – kleine Moment der Anstrengung und des Widerstands.

Viele Dinge, die Stunden dauern, vermeiden wir wegen einigen Minuten der Anstrengung. Es lohnt sich zu hinterfragen, warum man einiges nicht tun möchte. Manchmal ist es sinnvoll, sich aufzuschreiben, wie viele Minuten potentielle Freude etwas verspricht und wie viel Zeit des Widerstands überwunden werden müssen.

Fragen

Es stimmt ja weder, dass Fragen nichts kostet, noch, dass es keine dummen Fragen gibt. Dafür gibt es umso mehr Standardsprüche, die einfach falsch sind. Anhand von den Fragen, die Menschen stellen, kann man sie gut einschätzen.

Sind sie ehrlich genug um zuzugeben, dass sie etwas nicht wissen? Fragen sie, um nicht selbst denken zu müssen? Fragen sie nochmal nach, weil sie auf ihrer eigenen Antwort nicht vertrauen. Fragen sie aus Verlegenheit?

Es gibt vieles, was man aus Fragen schließen kann. Im Selbstgespräch ist bei Fragen vor allem eins wichtig: Dass man danach fragt, wie man zur Lösung kommt, anstatt auf dem Fehler herumzureiten.

Bass

Bei der Musik von Nebenan stört hauptsächlich der Bass. Aber die Bitte, den Bass abzudrehen, ist der Bitte ähnlich, das Salz aus dem Essen zu nehmen.

Bei Menschen ist es häufig nicht anders. Die Schwächen einer Person sind häufig mit ihren positiven Seiten verbunden. Wenn wir das Schrille, das Vorlaute, das Unangemessene dämpfen, kann das leicht auf Kosten der Kreativität, des eigenwilligen Charisma und der Freiheit gehen.

Effizienz

Zu Zeiten der Indusrtialisierung hieß Effizienz für den Arbeitgeber mehr Auszubeuten, für den Angestellten oder Arbeiter, mehr ausgebeutet zu werden. Schneller, härter und länger Arbeiten.

Heute steht mehr Effizienz für mehr Motivation, mehr Tiefe, mehr Know-How und dafür, ressourcenschonender zum Ziel zu kommen. Effizienz macht Freude am Schaffen. Und Freude am Schaffen ist der Kern der Motivation.

Mammuth

Was ist die Angst zu scheitern? Angst, Zeit zu verlieren? Angst, dass andere oder wir selbst uns lächerlich finden? Haben wir nur diesen einen Versuch und der darf nicht misslingen? Haben wir Angst zu enttäuschen? Oder haben wir eine undefinierbare Urangst*, die uns zu absurden Ausreden verleitet? Auf jeden Fall haben wir am Ende immer Angst, uns unwohl zu fühlen.

Was wir paradoxerweise nicht berücksichtigen, ist dass wir durch Angst Zeit verlieren. Dass wir und andere unsere Angst lächerlich finden. Dass Dinge, die wir aus Angst nicht beginnen, zwangläufig misslingen. Dass wir enttäuschen, wenn wir uns nicht trauen.

Diese Angst sitzt tief. Und es ist klar, dass wir sie nicht einfach wegwischen können. Aber es ist auch klar, dass sie so eine essentielle Rolle in unseren Leben spielt, dass es sich lohnt, Zeit zu investieren und sich unsere Ängste eine nach der anderen vorzuknöpfen.

*Es lohnt sich, etwas zu scrollen und ein paar der Mammuth-Cartoons anzuschauen.

Stabilität

Ein zu großes Spielfeld ist nicht Sinnvoll. Man braucht einen Grund, warum man sich wofür entscheidet. Man braucht Anhaltspunkte. Es gibt so viele Möglichkeiten in Erziehung, Gerechtigkeitssystemen, Wertesystemen und im Denken. Vertrauen in Systeme kann hilfreich sein. Feng Shui, Vatsu, NLP, Placebomedizin, Religionen und Gebete können zu Stabilität und Richtung verhelfen.

Nicht dienen sollten diese Möglichkeiten zu einem vollständigen Eliminieren von Zweifeln. Ganz und gar stimmt es alles nicht und alles hat richtige und hilfreiche Elemente in sich. Wer lebendig bleibt, folgt und prüft und bleibt tolerant für andere Systeme.