Rechte

Es gibt nichts Schlimmeres, als die eigene Integrität generell in Frage zu stellen. Wer bin ich, dass ich meine, vielleicht Recht zu haben, oder ein Anrecht zu haben? Sicher kann man Fehler, die man an anderen kritisiert, auch bei sich suchen, um Verständnis zu entwickeln.

Aber Taten, Aussagen und das Leben sind immer nur ein Versuch, das Richtige zu tun und zu sagen. Und meist ist es besser, man versucht etwas und macht sich angreifbar, als man bleibt im Vagen und in den Möglichkeiten. Das gibt niemandem halt, weder anderen, noch sich selbst. Besser, man bezieht Stellung und lernt, wenn nötig dazu und bezieht dann eine neue Stellung.

Vergangenes

Wofür hat man sich im Leben schon begeistert? Von merkwürdiger Kleidung, Kinderserien, nächtlichen Tanzveranstaltungen über Musikalisches und Spirituelles bis zu bestimmten Menschen, Familiengründung, Baby- und Kleinkinderziehung, oder auch mittlerweile vollkommen veralteter Technik. Wie viele hunderte Stunden und tausende Worte haben wir in Gesprächen verbracht, mit unseren Kindheitsfreunden, Jugendfreunden und Mittzwanziger Freunden und Bekannten.

Der genaue Inhalt ist austauschbar. Aber die Werte und Prinzipien, die dahinter standen sind universell. Und so kann man seine gegenwärtigen Tätigkeiten auch betrachten. Die genauen Inhalte sind so schnell veraltet, wie die Tageszeitung. Was zählt, sind die Wahrnehmung des Momentes und die Richtungsintention.

 

Manche

Einige Menschen erkennen durch Verlust was sie haben. Andere vermissen, was sie nicht mehr haben. Erfüllung oder Verbitterung – der eine wird vom einen Überrascht, der andere vom Gegenteil. Wo ist unser Einfluss darauf, was wir unmittelbar erfahren? Wie sichern wir uns ab im Leben, um zu denen gehören, die nicht verbittern?

Auch hier folgen wir Gewohnheiten und auch hier ist es gut, diese im Kleinen zu etablieren. Aus kleinen Missgeschicken die Chancen lesen. Aus kleinen Fehlern die Lehre ziehen. Durch kleine Verluste die Dankbarkeit spüren für das, was ist und war.

Warum

Warum mache ich dies hier gerade eigentlich? Diese Frage sollten wir uns viel häufiger stellen. Und wir müssen wissen: Alles, was wir tun, ist immer der Versuch, ein persönliches Bedürfnis zu erfüllen.

Wollen wir das Bedürfnis nach Ruhe mit Lärm erfüllen? Das Bedürfnis nach Anerkennung durch Schimpfen? Das Bedürfnis nach Gesundheit durch zusätzlichen Stress? Das Bedürfnis nach Freude durch Betäubung? Das Bedürfnis zu Helfen durch Egozentrik?

Wenn wir wissen, weshalb wir gerade tun, was wir tun, können wir auch besser feststellen, ob wir einen sinnvollen Weg gewählt haben.

 

Härte

Schriftlich ausgedrückt klingt vieles härter, als es klingt, wenn man es sagt. Deshalb übermittelt man Kritik am besten gesprochen. Eine positive Nuance in der Betonung kann den ganzen Sinn verändern. Aber auch auf schriftlich erfahrene Kritik – und eine nicht eindeutige Bejahung klingt schriftlich oft schon nach Abweisung- reagiert man am besten mündlich oder persönlich. So erfährt man deutlich besser, woran man wirklich ist.

Behauptungen

Fast alles, was man über Lebensführung, über Moral oder Ethik sagt, ist nicht abschließend wahr. Aber man kann sich aussuchen, was man glauben möchte, nach welchen Werten man leben möchte. Man kann den Lebensentwurf fördern, den man gern für sich wahr haben möchte.

Die meisten Dinge kann man von verschiedenen Seiten betrachten und man hat Einfluss darauf, welche Seite man sieht. Wenn man seinen Blick auf die Dinge entwickelt, wird man immer mehr aus dieser Perspektive, die man sich ausgesucht hat, sehen können.

Fragen

Es stimmt ja weder, dass Fragen nichts kostet, noch, dass es keine dummen Fragen gibt. Dafür gibt es umso mehr Standardsprüche, die einfach falsch sind. Anhand von den Fragen, die Menschen stellen, kann man sie gut einschätzen.

Sind sie ehrlich genug um zuzugeben, dass sie etwas nicht wissen? Fragen sie, um nicht selbst denken zu müssen? Fragen sie nochmal nach, weil sie auf ihrer eigenen Antwort nicht vertrauen. Fragen sie aus Verlegenheit?

Es gibt vieles, was man aus Fragen schließen kann. Im Selbstgespräch ist bei Fragen vor allem eins wichtig: Dass man danach fragt, wie man zur Lösung kommt, anstatt auf dem Fehler herumzureiten.