Nutzen

Der Ausdruck von Reichtum impliziert: Wer mir schadet, tut sich keinen Gefallen. Ich habe Macht. Wer mir hilft, könnte reich belohnt werden. Denn was für dich viel ist, ist für mich wenig.

Bei teurem Schmuck war immer klar, dass es um Prestige geht. Selbst bei einer sehr teuren Uhr brauchte man nicht sagen, dass sie besonders genau geht. Sie ist offensichtlich ein Statussymbol. 

In unserer Zeit des Understatements, wird Prestige gern mit Optimierung, Nutzen und Sinn kaschiert. Teure Smartphones und Laptops sind die neuen teuren Uhren und Schmuck. Schwere Autos werden durch ihre vermeintlich höhere Sicherheit gerechtfertigt. Und Markennamen dienen häufig als Beweis für den Wert von Konsumgütern. 

Wir können nicht umhin, mit unserem Auftreten und unserem Besitz für andere etwas auszudrücken. Und es ist okay, vertrauensvoll und charismatisch auftreten zu wollen. Wir machen anderen und uns selbst das Leben dadurch leichter und angenehmer. Wir können uns aber klar darüber sein, welches Bedürfnis wir wir mit unseren Anschaffungen tatsächlich befriedigen möchten.

 

Rollen

Wenn wir hinausgehen und mit Leuten sprechen, treten wir in verschiedene Rollen. Der Alte, der Erwachsene, der Unbekannte, der Freund des Freundes, der Lehrende oder der Lernende. Der Anfänger, Unterwürfige, der Bestimmende, der Unnahbare, der Dumme, der Verehrte.

Wir bieten uns selbst und anderen diese Rollen von uns an. Und es ist das Einfachste, die Rolle zu übernehmen, die wir schon oft übernommen haben. Viel anstrengender ist es, jemand zu sein, der man noch nie oder erst selten gewesen ist. Wir haben neue Gefühle, eine neue Stimme, eine neue Haltung.

Wenn wir uns entwickeln möchten, sollten wir nicht versuchen, starr an alten Ich-Mustern festzuhalten um neue Aufgaben zu übernehmen. Wir müssen bereit sein, neue Rollen zu übernehmen.

Rechte

Es gibt nichts Schlimmeres, als die eigene Integrität generell in Frage zu stellen. Wer bin ich, dass ich meine, vielleicht Recht zu haben, oder ein Anrecht zu haben? Sicher kann man Fehler, die man an anderen kritisiert, auch bei sich suchen, um Verständnis zu entwickeln.

Aber Taten, Aussagen und das Leben sind immer nur ein Versuch, das Richtige zu tun und zu sagen. Und meist ist es besser, man versucht etwas und macht sich angreifbar, als man bleibt im Vagen und in den Möglichkeiten. Das gibt niemandem halt, weder anderen, noch sich selbst. Besser, man bezieht Stellung und lernt, wenn nötig dazu und bezieht dann eine neue Stellung.

Vergangenes

Wofür hat man sich im Leben schon begeistert? Von merkwürdiger Kleidung, Kinderserien, nächtlichen Tanzveranstaltungen über Musikalisches und Spirituelles bis zu bestimmten Menschen, Familiengründung, Baby- und Kleinkinderziehung, oder auch mittlerweile vollkommen veralteter Technik. Wie viele hunderte Stunden und tausende Worte haben wir in Gesprächen verbracht, mit unseren Kindheitsfreunden, Jugendfreunden und Mittzwanziger Freunden und Bekannten.

Der genaue Inhalt ist austauschbar. Aber die Werte und Prinzipien, die dahinter standen sind universell. Und so kann man seine gegenwärtigen Tätigkeiten auch betrachten. Die genauen Inhalte sind so schnell veraltet, wie die Tageszeitung. Was zählt, sind die Wahrnehmung des Momentes und die Richtungsintention.

 

Manche

Einige Menschen erkennen durch Verlust was sie haben. Andere vermissen, was sie nicht mehr haben. Erfüllung oder Verbitterung – der eine wird vom einen Überrascht, der andere vom Gegenteil. Wo ist unser Einfluss darauf, was wir unmittelbar erfahren? Wie sichern wir uns ab im Leben, um zu denen gehören, die nicht verbittern?

Auch hier folgen wir Gewohnheiten und auch hier ist es gut, diese im Kleinen zu etablieren. Aus kleinen Missgeschicken die Chancen lesen. Aus kleinen Fehlern die Lehre ziehen. Durch kleine Verluste die Dankbarkeit spüren für das, was ist und war.

Warum

Warum mache ich dies hier gerade eigentlich? Diese Frage sollten wir uns viel häufiger stellen. Und wir müssen wissen: Alles, was wir tun, ist immer der Versuch, ein persönliches Bedürfnis zu erfüllen.

Wollen wir das Bedürfnis nach Ruhe mit Lärm erfüllen? Das Bedürfnis nach Anerkennung durch Schimpfen? Das Bedürfnis nach Gesundheit durch zusätzlichen Stress? Das Bedürfnis nach Freude durch Betäubung? Das Bedürfnis zu Helfen durch Egozentrik?

Wenn wir wissen, weshalb wir gerade tun, was wir tun, können wir auch besser feststellen, ob wir einen sinnvollen Weg gewählt haben.

 

Härte

Schriftlich ausgedrückt klingt vieles härter, als es klingt, wenn man es sagt. Deshalb übermittelt man Kritik am besten gesprochen. Eine positive Nuance in der Betonung kann den ganzen Sinn verändern. Aber auch auf schriftlich erfahrene Kritik – und eine nicht eindeutige Bejahung klingt schriftlich oft schon nach Abweisung- reagiert man am besten mündlich oder persönlich. So erfährt man deutlich besser, woran man wirklich ist.

Behauptungen

Fast alles, was man über Lebensführung, über Moral oder Ethik sagt, ist nicht abschließend wahr. Aber man kann sich aussuchen, was man glauben möchte, nach welchen Werten man leben möchte. Man kann den Lebensentwurf fördern, den man gern für sich wahr haben möchte.

Die meisten Dinge kann man von verschiedenen Seiten betrachten und man hat Einfluss darauf, welche Seite man sieht. Wenn man seinen Blick auf die Dinge entwickelt, wird man immer mehr aus dieser Perspektive, die man sich ausgesucht hat, sehen können.

Fragen

Es stimmt ja weder, dass Fragen nichts kostet, noch, dass es keine dummen Fragen gibt. Dafür gibt es umso mehr Standardsprüche, die einfach falsch sind. Anhand von den Fragen, die Menschen stellen, kann man sie gut einschätzen.

Sind sie ehrlich genug um zuzugeben, dass sie etwas nicht wissen? Fragen sie, um nicht selbst denken zu müssen? Fragen sie nochmal nach, weil sie auf ihrer eigenen Antwort nicht vertrauen. Fragen sie aus Verlegenheit?

Es gibt vieles, was man aus Fragen schließen kann. Im Selbstgespräch ist bei Fragen vor allem eins wichtig: Dass man danach fragt, wie man zur Lösung kommt, anstatt auf dem Fehler herumzureiten.

Bass

Bei der Musik von Nebenan stört hauptsächlich der Bass. Aber die Bitte, den Bass abzudrehen, ist der Bitte ähnlich, das Salz aus dem Essen zu nehmen.

Bei Menschen ist es häufig nicht anders. Die Schwächen einer Person sind häufig mit ihren positiven Seiten verbunden. Wenn wir das Schrille, das Vorlaute, das Unangemessene dämpfen, kann das leicht auf Kosten der Kreativität, des eigenwilligen Charisma und der Freiheit gehen.

Mammuth

Was ist die Angst zu scheitern? Angst, Zeit zu verlieren? Angst, dass andere oder wir selbst uns lächerlich finden? Haben wir nur diesen einen Versuch und der darf nicht misslingen? Haben wir Angst zu enttäuschen? Oder haben wir eine undefinierbare Urangst*, die uns zu absurden Ausreden verleitet? Auf jeden Fall haben wir am Ende immer Angst, uns unwohl zu fühlen.

Was wir paradoxerweise nicht berücksichtigen, ist dass wir durch Angst Zeit verlieren. Dass wir und andere unsere Angst lächerlich finden. Dass Dinge, die wir aus Angst nicht beginnen, zwangläufig misslingen. Dass wir enttäuschen, wenn wir uns nicht trauen.

Diese Angst sitzt tief. Und es ist klar, dass wir sie nicht einfach wegwischen können. Aber es ist auch klar, dass sie so eine essentielle Rolle in unseren Leben spielt, dass es sich lohnt, Zeit zu investieren und sich unsere Ängste eine nach der anderen vorzuknöpfen.

*Es lohnt sich, etwas zu scrollen und ein paar der Mammuth-Cartoons anzuschauen.

Intentionstricks

Wovor fürchten wir uns konkret, wenn wir wichtige Entscheidungen oder Handlungen vor uns herschieben? Wird es lange dauern und nervig sein? Oder wird es Konsequenzen geben?

Häufig werden wir ausgetrickst von unserer Intention. Und unser intuitives Verständnis lässt sich leicht auf den Holzweg führen.

Es lohnt sich, den Sinn und den Hintergrund unserer Handlungen zu prüfen und zu analysieren, um die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Klagen

Wir können klagen und das Leben mühsam finden und die Freunde, die Familie, die Mitarbeiter und die Leute anstrengend, unfreundlich oder wenig verständig finden. Das Wetter, die Medien, die Werbung, die Geräusche, der Dreck und unseren Körper zermürben uns mal kurz und hart, mal langsam aber sicher. Und in wachen Momenten können wir bemerken, dass wir nur einer mehr sind, der nörgelt und sich beklagt.

Rückzug

Es wurde ein Fehler gemacht und nun muss man damit umgehen. Das erste Resultat ist schlechte Laune. Bei schlechter Laune fällt es leichter, gereizt zu sein, Dinge schlecht zu finden und Mißstände zu sehen. Doch die schlechte Laune darf keine Chance bekommen sich zu etablieren. Auf Dauer kostet sie nur Kraft und macht sinnvolles Handeln schwierig.

Die schlechte Laune ist ein Hilfsmittel, um zu erkennen, dass etwas getan werden muss. Die Erkenntnis eines Fehlers sollte sofort die Überlegung auslösen, ob etwas getan werden kann und was zu tun ist.

Lösungsorientiertes Denken wird schnell zur Gewohnheit. Aber man muss es nähren und pflegen. Es gedeiht und wächst nicht von allein.

Fakten

Falsche Aussagen sind leicht gesagt und aufwändig zu widerlegen. Das ist unangenehm, wenn man eine falsche Aussage nicht stehen lassen möchte. Man sollte sich fragen, ob man die Mühe des Versuchs auf sich nimmt, den Fehler aufzuklären.

Es ist kein Resignieren, wenn man die Worte Victors von Strauss Übersetzung des Dao De Jing  beherzigt: Viel Worte meist in nichts verrinnen. Weit besser man bewahrt es Innen.

 

Ist

Man kann jeden Tag gute Tipps lesen, über Reframing, Meditation, Lebenseinstellungs- und Atmungstipps. Und selbst wenn man nichts davon umsetzt, profitiert man.

Man beschäftigt sich mit lösungsorientiertem Denken, man gibt seinem Geist positiven Input, man bekräftigt was man bereits für richtig hält. Jedoch einen kleinen, gravierenden, aber leicht zu korrigierenden Fehler kann man machen.

Man sollte nicht denken: Okay! Alles wird gut. Diese Suggestion ist nicht hilfreich, weil sie sich auf die Zukunft bezieht. Und die Zukunft bleibt die Zukunft.

Sprachliche Feinheiten sind wichtig. Positives Denken muss man im Präsenz formulieren! Alles ist gut.

Menschenkenntnis

Wer von sich behauptet, er hätte Menschenkenntnis, ist entweder ein Profi seines Fachs und nur darauf bezieht sich seine Menschenkenntnis. Oder er ist ein blutiger Anfänger.

Wer allgemein von Menschenkenntnis spricht, hat wahrscheinlich wenig Kenntnis von Menschen. Denn das Thema Mensch ist so groß, dass es dafür zahllose Studienfächer gibt.

Wer seine Kenntnis über die Menschen vertiefen möchte, kann die richtigen Fragen stellen: Wie funktioniere ich? Wie funktioniert das Denken? Wie funktioniert Sprache und Text? Wie funktionieren Gefühle? Wie funktionieren Sehen, Hören und Assoziation?

Hilfsmittel, um Antworten zu bekommen sind Schreiben, Meditieren, Lesen von Literatur und Meister seines Faches werden.

Bloggen

Wer täglich für einen Blog schreibt, hat ein Messsystem für seine Verfassung. Wie ist die Zeiteinteilung? Wie erschöpft ist man? Was geht noch, wenn man erschöpft ist? Wann ist man besonders schöpferisch: morgens, abends, unterwegs, im Urlaub oder eher in einer normalen Arbeitswoche oder am Wochenende?

Man kann merken, wenn Input fehlt oder Kraft. Wenn keine Kraft ist für Standpunkte, Stellungnahmen oder konkrete Aussagen, dann braucht man wahrscheinlich etwas Ruhe, damit sich die inneren Ressourcen regenerieren können.

Zorn

Gut, Schlecht, Ja, Nein und Vielleicht sind ständige Begleiter. Wir urteilen konstant über unsere Umgebung und Möglichkeiten. Schlechtes erkennen wir häufig erst daran, es erfahren zu haben. Und Gutes können wir häufig nur erkennen, weil wir das Schlechte kennen. Emotionen zeigen uns, was wir möchten und was nicht. Sie geben uns Hinweise, wie viel Energie wir in etwas stecken sollten.

 

Zuschauen

Wer meint, verantwortlich dafür zu sein, auf Menschen und Dinge Einfluss zu nehmen, nimmt sich damit unter Umständen Ziele vor, auf die er nicht genug Einfluss hat, um sie zu verwirklichen.

Es ist ein Glücksspiel. Der Thrill ist groß, weil der Ausgang ungewiss ist. Doch kommen wir nicht um das Gefühl herum, zu meinen, wir seien mitverantwortlich, ob wir gesegnet sind, oder verflucht.

Besser, wir betrachten die Dinge, die wir nicht beeinflussen können, als den Fluss des Lebens. Und suchen uns Ziele, deren Verwirklichungen in unserer Hand liegen.

Aufmerksamkeit

Onlinemedien, Social Media, und unsere Smartphones haben mit uns mehr Blickkontakt, als reale Personen. Es sind Fässer ohne Boden. Auf diesen Plattformen finden Kämpfe statt um unsere Aufmerksamkeit. Um diese zu erlangen, arbeiten die Kämpfer sich immer dichter an unsere Triebe und Automatismen vor.

Man sollte im Vorhinein aufpassen, nicht das Schlachtfeld zu sein, auf dem diese Kämpfe ausgetragen werden.

Wir brauchen unsere Aufmerksamkeit nicht austricksen zu lassen. Vieles können wir steuern. Wir können gezielte, seriös kuratierte und endliche Informationen aufnehmen aus Zeitungen, Tonträgern und persönlichen Treffen.

Online Medien zu meiden ist eine große Zeit- und Nerveneinsparung. Wir können unsere Aufmerksamkeit für Wertvolles schützen, wenn wir unseren Handy-Bildschirm auf schwarz-weiß einstellen, das Handy nicht auf jeden Spaziergang mitnehmen und im Browser einen Adblocker anstellen.

Kaufen

Kaufen als Stabilisierung des Ich. Kaufen für Lebens-Glück. Verdienen und Kaufen. Kaufen für den Moment, für die Sinne. Kaufen für die Erinnerung. Kaufen um gesund zu bleiben. Kaufen gegen Schmerz. Kaufen für ein gutes Körpergefühl. Kaufen um gut auszusehen. Kaufen für Prestige.

Nichtkaufen als Stabilisierung des Ich. Nichtkaufen für Lebens-Glück. Verdienen und Nichtkaufen . Nichtkaufen für den Moment, für die Sinne. Nichtkaufen für die Erinnerung. Nichtkaufen um gesund zu bleiben. Nichtkaufen gegen Schmerz. Nichtkaufen für ein gutes Körpergefühl. Nichtkaufen um gut auszusehen. Nichtkaufen für Prestige.

Oft ist das Gegenteil genauso wahr und plausibel. Das stimmt auch für Argumente. Dies sollten wir berücksichtigen, wenn es um Recht und Richtigkeit geht. Wenn wir mit uns selbst oder anderen ins Gericht gehen, oder uns von etwas überzeugen wollen. Und jenseits von Argumenten liegt viel Freiheit.

Mindmaps

Eine Mindmap ist oft eine gute Option, um sich Übersicht zu verschaffen. Denn hier muss das Schreiben nicht linear sein. Und in unserem Kopf sind die Gedanken auch nicht linear, sondern in Themenbereichen.

Im Mittelpunkt können wir aufschreiben, worum es geht. Drumherum schreiben wir die Themen, die uns dazu einfallen und deren Verbindungen.

Mindmaps sind ideal für Zukunftsplanung, Werteübersichten, Projektplanung und Urlaubsplanung. Sie sind aber auch gut, um sich eine Übersicht zu verschaffen über Beziehungen, Gefühle, Gelerntes und zu Lernendes. Häufig übersehen ist, dass Mindmaps sich auch hervorragend zum Mitschreiben eignen.

Mindmaps bieten auch eine gute Plattform, um gemeinsam zu arbeiten.

Der Vorteil an Mindmap-Software ist, dass man Zweige und Topics nachträglich an den passenden Ort verschieben kann.

Reihenfolge

Gedanken und Gefühle beeinflussen sich gegenseitig. Wer lösungsorientiert denkt, wird weniger unangenehme Gefühle haben. Wer sich gut und entspannt fühlt hat wenig negativierende Gedanken.

Man sollte sich nicht täuschen lassen. Sorgen sind eine Mischung aus Einstellung und Gefühl. Und wenn sie zur Gewohnheit geworden sind, suchen sie Inhalt. Sorgen gehen vom Schlimmsten aus. Sie verdrängen rationales Denken.

Die Annahme, Sorgen würden verschwinden, wenn man sich absichert, ist falsch.

Wer merkt, dass er sich häufig über Dinge sorgt, auf die er keinen Einfluss hat, oder die bei etwas tieferem Nachdenken irrational sind, kann den folgenden Satz als Antwort auf die Sorge sagen.

Ich glaube an den bestmöglichen Ausgang jeder Situation, in der ich mich befinde.

Umgebung

Stimmungen und Gefühle haben die Tendenz, sich auszubreiten. Unzufriedenheit des Einen dient nicht der Zufriedenheit des Anderen. Das mag manchmal für beruflichen oder sportlichen Erfolg stimmen und für Gewinne und Verluste. Jedoch nicht für Glück und Zufriedenheit.

Den sanften Pfad auf den Wolken des Glücks betritt, wer von zufriedenen Menschen umgeben ist. Das hat man nicht vollständig in der Hand, aber man kann die Zufriedenheit anderer beeinflussen.

Schlauheit

Man weiß ein paar Dinge. Wenn man ehrlich ist, sind das meiste von diesen Dingen, die man weiß, Vermutungen, Glauben und Interpretationen.

Doch neben diesen paar Dingen, die man sein Wissen nennt, weiß man ein endloses mögliches Wissen nicht.

In Relation zu dieser unendlichen Weite des Nichtwissens, ist unser aller tatsächliches Wissen verschwindend gering!

Wir brauchen uns nichts einbilden auf unsere paar Schlauheiten, mit denen wir uns durchs Leben zu manövrieren meinen.

Etwas Demut ist gesund. Um uns gut zu fühlen brauchen wir uns nicht zu vergleichen.

Sofort

Ideen, Geistesblitze, wichtige Erinnerungen, Inspirationen und ToDos muss man sich sofort aufschreiben. Gedanken sind immer auf der Durchreise und haben es eilig weiter zu kommen. Gern denken wir: Dies ist ein Guter! Der bleibt.

Falsch gedacht. Man muss gute Gedanken sofort festhalten: Unterwegs, im Gespräch, bei der Arbeit, beim Schlafen, Hören oder Fernsehen.

Ins Memo- oder Notizen-Widget, als Mail an sich selbst, in die ToDo-Liste, ins Mindmap, auf einen Zettel oder Post-it , in ein Notizheft, ins Trello oder Evernote.

Gute Gedanken sind wertvoll. Und auch wenn man meint, es kämen genug brauchbare vorbei – hier entsteht Qualität durch Quantität.

Teams

Ehrlichkeit ist nicht nur ein wichtiger Wert. Ehrlichkeit sollte man zum Prinzip machen.

Wenn in der Rechnung, die einem gestellt wird, eine Position fehlt, sollte man ohne zu zögern das Richtige tun und darauf hinweisen. Dem Dienstleister steht der Betrag zu. Und auch wenn Einkäufer und Verkäufer oder Kunde und Dienstleister als zwei Parteien betrachtet werden können, handelt es sich doch tatsächlich um Arbeitsteilung. Man arbeitet also im Team zusammen.

Hierzu ein Tipp zu einem beeindruckenden Spielfilm über den Ehrlichen Weg. A most violent year.

Glanz

Einiges bleibt gut. Einiges wird besser. Einiges verliert seinen Glanz. Einiges verliert an Brisanz, um dann zögerlich und stetig an Tiefe zu gewinnen.

Vieles ist kurz höchst begehrenswert und dann schnell totaler Schrott. Vieles will man haben, weil viele es haben. Einiges will man haben, weil es sonst keiner hat.

Die Welt der Dinge, des Geldes, die Welt von Ansehen, Prestige und Ich-Erweiterung ist Alltag.

Gute Nahrungsmittel und gutes Essen erhöhen Moral, Gesundheit und Selbstrespekt.

Literatur, Lyrik und Sachbücher sind immer eine gute Investition. Wissen ist oft nicht in Geld zu messen. Und Sprache ist das grundlegende Gut unseres Verstandes.

Bei Alltagsgegenständen ist das Haltbare dem Modernen vorzuziehen. Küchengeräte, Möbel und Kleidung sollten haltbar und zeitlos sein. Dagegen sind Gimmicks und technischer Kram oft unnütz und teuer.

Einen edlen PC braucht kaum jemand, eine sehr gute Maus ist oft weit sinnvoller. Teure Kopfhörer sind gut für professionelle Audio-Arbeiten, aber Unterwegs braucht man fast nie brillanten Sound. Eine teure Kamera ist für die meisten unnütz. Die Welt quillt über von Fotos. Und Erinnerungen sind mit der Handy-Kamera meist der beste Weg für Nachbearbeitung und Cloudspeicher.

Luxus im allgemeinen ist überflüssig, aber okay, wenn man ihn sich leisten kann.

Hunger

Immer satt zu sein macht stumpf. Hungrig schmeckt das Essen besonders gut. Auch Essen, dass sonst nicht den höchsten Ansprüchen genügen würde, ist überaus befriedigend.

Hunger kann ein grosser Helfer sein. Enthaltsamkeit holt den Geist aus der Reserve. Hungrig ist man bereit, Neues auszuprobieren und das Andere zu schätzen. Und besonders würdigen wir Dinge oder Gerichte, die uns einst aus der Not geholfen haben.

So dient Urlaub der Arbeit. Das Fasten dem Essen. Das Schweigen dem Ausdruck und dem Miteinander. Das Luftanhalten der Sauerstoffversorgung und dem Hormon- und Säurehaushalt.

Und dass die Meditation einfache und verschobene Gedanken interessant, dringlich, fast unwiederstehlich macht, und uns selbst in den antriebslosesten Zeiten nach Handeln gieren lässt, kann jeder, der noch nie meditiert hat, in weniger als 5 Minuten des stillen Sitzens am eigenen Leib erfahren.

Götter

Götterreligionen sind sehr praktikabel. Götter symbolisierten Werte und Ethik. Auch wenn die starren Dogmen der Religionen für ein wissenschaftsbasiertes, modernes und tolerantes Leben hinderlich sein können, kann man von den Praktiken der Religionen viel lernen.

Gebete sind ein tiefer, emotionaler und ehrlicher innerer Monolog, der auf Werten basiert, von denen der betende überzeugt ist. Das Anbeten eines Gottes, der für bestimmte Werte steht, ist kraftvoller, als Zettel am Spiegel oder die Abstraktheit der reinen Worte, die diese Werte beschreiben. Auch das materiell Greifbare, das Örtliche, das Gesellschaftliche – die Opfergaben, Tempel, Rituale, sind für das Unbewusste Gold wert.

Auch die Dankbarkeit, die den Werten, die als Götter dargestellt werden, entgegengebracht werden müssen, um überhaupt um etwas bitten zu dürfen, ist psychologisch extrem sinnvoll. Dankbarkeit veredelt das Leben. Sie ist ein tiefes und positives Gefühl, die das Ich mit einem höheren Sinn verbindet.

Wer sich als Nichtreligiöser keine philosophische Struktur baut, die einen Gott der Zerstörung, des Wandels und Wiederaufbaus ersetzt, wird durch die Erkenntnisse der Wissenschaft auf Dauer keine große Freude haben.

Trikots

Wer mit aufs Spielfeld will, muss sich ein passendes Trikot anziehen.

Wer einen Kredit möchte, erhöht die Wahrscheinlichkeit ihn zu bekommen, wenn er äußerlich zeigt, dass er das Vertrauen wert ist. Wer Teil einer Gemeinschaft sein möchte, der sollte zeigen, dass er bis zu einem gewissen Grad bereit ist, sich anzupassen.

Um unsere Individualität leben zu können, kann es helfen, sich anzupassen.

Morgens

Wenn möglich, sollte man versuchen, ohne Wecker aufzuwachen. Dann kann sich das Unbewusste den besten Moment aussuchen.

Häufig ist nach dem Aufwachen der Kopf leer. Diese Zeit kann man nutzen, um sich für den Tag zu primen. Besser man sagt sich einige uninspirierte aber positive Sätze, als diese wichtigen ersten Worte des Tages dem Zufall oder dem morgendlich zaghaften Gemüt zu überlassen.

Perfekt

Wenn zu perfekt, lieber Gott böse.

Und es stimmt. Denn es geht immer noch besser, weiter und feiner. Je perfekter etwas ist, desto deutlicher wird der kleinste Makel. Das ist kein Aufruf zu Schludrigkeit und Nachlässigkeit.

Es sollte als Aufruf zu genau definierten Zielen verstanden werden. Besser, so gut wie möglich, oder perfekt sind relative Werte und damit für Zielsetzung nicht sinnvoll.

Wir müssen aufpassen, dass unsere Ziele praktikabel, effizient und endlich sind. Sonst kommen wir vom Hundertsten ins Tausendste und erreichen nie das Ziel.

Okay

Es ist okay, nicht alle und alles und jeden Zustand und jedes Wetter zu mögen. Es ist auch okay, nicht von jedem und allen gemocht zu werden. Es ist okay, von einigen verachtet zu werden. Und es ist okay, von sehr vielen nicht wahrgenommen zu werden.

Hingegen ist es wie ein Wunder, hier und da mit einer Person eine Wellenlänge zu haben. Wenn da jemand ist, der einem auffällt, der einem merkwürdig weniger egal ist.

Es ist besonders, dass Menschen da sind, mit denen man Verbindungen eingeht, zwischen all den Menschen, mit denen man keine eingeht. Wir müssen sie würdigen, wie eine gefundene Nadel im Heuhaufen.

Teilnehmer

Es lohnt sich, in Menschen grundsätzlich die besten Intentionen zu vermuten. Selbstverständlich anderen den Vortritt zu lassen und unter Menschen so umsichtig zu sein, als würde man in derselben Mannschaft spielen.

Wer dies tut, zum Beispiel im Straßenverkehr oder beim Einkaufen, wird eine freundliche Welt erleben, in dem das Miteinander eine große Bereicherung ist.

Auch mit Fremden in unpersönlichen Situationen können wir Freundlichkeit genießen – die unseres Gegenübers und unsere eigene.

Zuhören

Der wichtigste Tipp Peter Druckers ist: Erst zuhören, dann reden.

Wer diesen Rat nicht befolgt, dreht sich um sich selbst. Wer zuhört, lernt etwas über die Menschen. Wer nicht zuhört, weiß nicht, mit wem er es zu tun hat. Wer zuhört weiß, ob er jemandem nochmal zuhören soll oder ob weiterer Kontakt besser gemieden werden sollte.

Und wer schweigen kann, lernt auch über sich selbst und die Welt. Er hört sein Denken und die Welt in der er lebt.

Schwimmen

Gelassen bleiben, und abwarten ist häufig eine gute Lösung. Nicht abwarten und sinken, sondern abwarten und schwimmen. Panisch schreien und strampel ist Energieverschwendung. Ruhig bleiben und eine Lösung suchen ist ein guter Weg. Schlechte Laune zu bekommen nützt nie. Sie soll Ernsthaftigkeit und Fokus bringen, aber die schlechte Laune raubt Energie und macht aus einer kniffligen Situation eine tatsächlich schlechte Situation.

Gelassen bleiben und schwimmen, anstatt schlecht gelaunt gestresst zu sein, ist erlernbar. Man kann einen Schritt zurücktreten und sich neu ausrichten. Vielleicht kann man beim ersten Mal nur einen Schritt zurück treten. Beim zweiten Mal schon 2%, (also fast unmerklich), entspannen. Irgendwann kann man sich überlegen, ob die schlechte Laune jetzt irgendetwas nützt, oder ob man einfach den nächsten logischen Schritt geht.

Instanzen

Gute Jugendmusik ist erst dann richtig gut, wenn sie von den Erwachsenen ganz objektiv als aller unterste Kanone eingeschätzt wird. So erging es Jazz und Techno, Rock und Rap. Die bahnbrechendsten Erfindungen, wie Auto, Computer, Internet, Email und SMS wurden anfangs als weitgehend nutzlos eingeschätzt. Bob Dylans electric band wurde ein Jahr lang auf der Bühne ausgebuht.

Ein Nein, ein Urteil, die Meinung anderer bedeutet in vielen Fällen in zweiter Instanz ihr Gegenteil.

Oder mit dem Daodejing ausgedrückt: Wenn der Narr nicht laut lacht, ist es nicht der wahre Weg.

Vorsicht

Mit schlechter Stimmung muss man sehr aufpassen. Wenn man nicht peinlich darauf achtet, sie bei sich zu halten, springt sie in alle Richtungen über und potenziert sich.

Eine gefährliche schlechte Laune ist leicht erkennbar. Wenn man nicht nur von den unmittelbaren Gegebenheiten genervt ist, sondern von allem, das man sich vorstellt, handelt es sich um einen klaren Fall. Dann sollte man Ruhe bewahren und sich zurückziehen, wenn es geht. Falls das nicht möglich ist, kann man versuchen, über seinen verschrobenen Verstand zu schmunzeln. (Vielleicht hat man auch einfach nur Hunger).

Diversität

Jeder hat seinen Part. Der eine nimmt Essen mit. Der andere liest die Karte und einer überlegt sich, wo es hingehen soll. Eine Einigkeit über Werte und Ziele ist vom Individuum über kleine bis zu den größten Gruppen der solideste Antrieb. Doch Teams brauchen unterschiedlich ausgerichtete Menschen. Menschen müssen verschieden sein. Dort, wo sich nur gleiche zusammenfinden, wird keine befriedigende Arbeitsteilung stattfinden.

Wie in der Natur ist wahrscheinlich eine große Diversität hilfreich für eine gesunde und stabile Gesellschaft.

Intentionen

Unsere Aufregungen über Andere entstehen aus unseren Interpretationen ihrer Handlungen. Aus diesen Interpretationen schließen wir die Intention des Anderen, über den wir uns ärgern. Oder wir ärgern uns von vornherein über das, was es bei uns auslöst, ohne zu bedenken, was eigentlich gemeint war. Wir fühlen uns unterbrochen, unsere eigentlichen Beweggründe fühlen wir missverstanden, oder wir fühlen uns, ganz allgemein formuliert, nicht respektiert.

Bevor wir uns in eine Aufregung hineinsteigern, können wir uns zum einen fragen, ob wir die Intention, über die wir uns aufregen, ganz sicher richtig interpretiert haben. Zum anderen können wir uns fragen, warum es in uns Aufregung auslöst. Dies kann zu einfachen Lösungen für große Aufregungen führen.

Wunderwaffen

Wenn wir fahrig, überlaufen oder lebensratlos sind, hilft fast immer eine der 2 Königsdiziplinen der Lebensführung: Schreiben und Meditation.

Ich vermute, die Wunderfrau Doris Dörrie würde mit mir übereinstimmen.

Ihr tolles neues Buch ist eine spezielle Hilfe, die die Freude und Leichtigkeit des Schreibens einem auf eine Weise nahebringt, die einen die Mühelosigkeit des Schreibprozesses schon beim Lesen spüren läßt. Und das Lesen weckt eine ungeheure Neugier, was man sich selbst schriftlich zu bieten hat.

Täglich

Was ist der Tipp, den man für den Tag braucht?
Es sind die vielen, kleinen, wiederholten Tipps, die das Denken, das selbstverständlich in einem fließen soll, beeinflussen. Es sind die Anstöße, die helfen, die Gewohnheiten von Streit, Racheplänen und Missgunst abzulegen. Es sind die kleinen Aussagen, die unser Denken dazu bewegen zu sagen: Das stimmt, die den Blick und die Gefühlsgewohnheiten ändern. Es heißt, wenn man etwas vermitteln möchte, ist es hilfreich, es auf viele verschiedene Weisen zu sagen.

Anhalten

Wer spricht ist bei sich und seinem Ausdruck, bei den paar Worten, die die Wirklichkeit beschreiben sollen.

Wer innehält und hört, taucht in die Welt. Wer in die tiefe taucht, dem wird die Luft knapp. Und so ist der Einsatz der gedachten Worte, die das Schnappen nach Luft des Verstandes. Aber Worteanhalten kann man noch besser üben, als Luftanhalten. In die Welt hören ist eine gute Möglichkeit.

Und vielleicht werden die paar Gedanken, die die Wahrheit beschreiben sollen mit der Zeit tiefer und wahrer.

Einbahnstraße

Die meisten werden nie erfahren, wie es sich anfühlt, alles verloren zu haben. Keine Unterkunft, keine Freunde, kein Geld, kein Job, keine Perspektive, keine Hintertür. Und auf Probe kann man es nicht erleben. Wahrscheinlich ist es eine weit interessantere und tiefere Erfahrung, als umschwirrt von tollen Freunden und glücklicher Familie jenseits aller Geldsorgen zu leben.

Aber auch wenn es romantisch klingt: niemand möchte dorthin. Wir befinden uns in einer Einbahnstraße. Wir möchten leben. Wachsen, Verbinden, Sprechen, Essen, Lieben, Helfen. Das ist unsere Natur.

Soulfood

Vieles von dem, was wir tun, tun wir intuitiv. Woher kommt die Intuition? Sie kommt aus unserem persönlichen Unbewussten, woher auch sonst.

Woher kommt das Unbewusste? Aus Werten, Gewohnheiten, Selbstgesprächen, Erinnerungen, Visualisierungen, Gelesenem, Gesehenem, Gehörtem und Gesagtem.

Das, womit wir uns heute füttern, ist morgen unsere Intuition.

Jammern

Um Hilfe zu bitten ist ein Lösungsansatz, Jammern ist eine Lebenseinstellung. Deshalb: wer jammert, dem wird nicht geholfen. Und wer sich beklagt, bei dem werden Fehler gesucht.

Vielleicht ist das nicht fair. Aber so funktioniert unsere intuitive Logik. Diese Ansicht ist tief in unsere Gene geschrieben. Man sollte also aufpassen. Jammern kann zur Droge werden. Es gibt vor zu helfen und etwas Erleichterung zu verschaffen, verursacht aber auf längere Sicht eine versiechen der möglichen Lösungsquellen.

Gewinngarantie

Zahlen und nichts erhalten ist ein schlechter Tausch. Besser man sucht sich Positivzwickmühlen:

Wer sein Unbewusstes bittet, nach einem Schlaf eine Frage zu beantworten, hat immerhin schon mal eine gute Frage gestellt.

Wer eine Selbsthypnose mit einer Lösungssuche macht, hat die Entspannung der Selbsthypnose.

Wer zum Wettkampf geht und nicht gewinnt, hat die Bewegung.

Wer macht, was er will und (noch) keinen Erfolg hat, ist frei.

 

Blicke

Der Blick fürs Wesentliche ist die Königin der Effektivitätstools.

Worum geht es: Entspannung, Motivation, Effektivität, Lernen, Energie, Ernährung, Fun, Gemeinsamkeit?

Worum geht es beim: Kleiden, Kommunizieren, Erholen, Kochen, Arbeiten, Hygiene, Ordnen, Musikhören, Filmegucken und Lesen?

Was ist das Wesentliche im Leben? Welche Werte möchte man in der Erziehung vermitteln, in der Mitarbeiterführung, für sein eigenes Unbewusstes?

Die Frage, was das Wesentliche ist, funktioniert vom Kleinsten bis zum Größten und sie schärft den Blick für alle Bereiche des Lebens.

Schreiben

Schreiben für sich selbst ist ein wertvoller Baustein im Leben. So wichtig, wie Ernährung, soziale und örtliches Umfeld, Denken, Meditieren, Selbsthypnose und Bewegung. Das Manifestieren von Worten – schwarz auf weiß führt zum Erkennen und ordnen von Worten.Tagebuch, Morgenseiten, Blog, Erfolgsjournal, MIQ, ToDo-Listen, Reflektionen, Planungen, Werte, Gedichte, Wortsammlungen, Bücher, Dialoge – es gibt viele Schreibansätze und alle sind gut.

Wir bestehen aus Gedanken. Gedanken bestehen aus Worten. Schreiben gibt uns Zugang zu unseren Worten und so gibt das Schreiben uns die Möglichkeit uns zu erkennen und uns bewusst dahin zu verändern, wo wir uns haben wollen.

Genuss

Gegenwind, Kälte, Wetter, Schlaglöcher und kleine Missgeschicke. Um zwei Dinge kommen wir im Leben nicht drumrum. Um die Welt und um uns selbst. Und wer die Welt verändern will, fängt am besten bei sich selbst an.

Wenn die Dinge gerade nicht so sind, wie wir sie uns wünschen, lohnt es sich häufig nicht, zu klagen. Weit besser ist, sich bei so vielen kleinen Gelegenheiten den magischen Satz zu sagen: Das muss man genießen!

Dieser Satz wirkt wie eine Zauberformel. Man kann damit kleine Ärgernisse in kleine Freuden verwandeln. Gelegenheiten es auszuprobieren, gibt es genug.

Verantwortung

Wir sind nicht nur eine Person. Unsere Handlungen wachsen über uns hinaus und potenzieren sich. Als Trinker kommen Freunde und Bekannte, wenn sie Lust haben, zu trinken. Der Trinker trinkt noch mehr und stabilisiert nebenher eine Kultur des Trinkens. Er öffnet die Tür, gibt Richtung und Möglichkeit und Beeinflusst die Möglichkeiten, der Menschen um sich herum. Er stärkt die Alkoholindustrie und jede Industrie möchte Wachsen. Der Nichttrinker schafft eine Kultur des Nichttrinkens.

Um einen Vegetarier herum werden andere Menschen auch zu Vegetariern. Ohne, dass er etwas dafür tun muss. Menschen wollen haben, was andere Menschen auch haben. Menschen tun, was andere Menschen auch tun. Und die Menschen schauen dorthin, wo etwas aus Überzeugung getan wird. Sie lieben es, dorthin zu schauen, wo jemand Stellung bezieht und dann Ja oder Nein zu sagen.

Alles will wachsen. Jeder Gedanke hat den Drang, sich zu verwirklichen. Handlungen, Einstellungen, Stimmungen ziehen Kreise. So bewegen wir Dinge. So sind wir verantwortlich im Kleinen.

Fehler

Wer die Angst vor Fehlern, die uns in der Schule beigebracht wurde, nicht überwindet, wird seinen Sicherheitsradius nicht verlassen.

Wer sich nicht traut, Fehler zu machen, wird kaum in unbekannte Gefilde vordringen, und so Dinge auf neue Weise denken, sagen, entwickeln.

Die Person muss im Wandel bleiben. Sich immer neu erfinden, in die Unsicherheit gehen. So bleibt sie lebendig und frisch.

Kommunikation 4

Das Unbewußte ist ein großer Helfer. Es lässt uns vorselektiert Dinge sehen, hören und Zusammenhänge wahrnehmen. Das Unbewußte möchte das verwirklichen, was es für wahr hält. Und es kann nicht unterscheiden, zwischen erdachten Bildern und tatsächlich gesehenen Bildern. Das Unbewußte glaubt die Gedanken, die wir denken und die Worte, die wir schreiben. Es glaubt die Worte, die wir uns sagen und die Visualisierungen, die wir uns vorstellen. Was soll dein Unbewußtes für dich verwirklichen? Was kannst du dir dafür sagen? Was kannst du visualisieren? Was kannst du optisch ganz real in dein Blickfeld stellen, das dein Unbewußtes inspiriert?

Denn die Kommunikation mit dem Unbewußten ist so real, wie jede andere Kommunikation auch. Wie du in den Wald hineinrufst, so ruft es hinaus.

Easy

Take it easy! Enjoy yourself. Das klingt auf englisch leicht und locker. Auf deutsch kann man es kaum sagen, ohne einen ungebetenen Ratschlag und eine überhebliche Empfehlung zu implizieren.

Verschiedene Sprachen funktionieren verschieden. Sie können verschiedene Inhalte transportieren. So ist es auch mit Menschen. Der eine kann Dinge sagen, die völlig anderes wahrgenommen werden, wenn eine andere Person sie sagt.

Wer kein austauschbarer Schauspieler im gesellschaftlichen Diskurs sein möchte, sollte nicht versuchen, andere zu genau zu kopieren. Wichtig ist, dass man seine Wahrhaftigkeit findet: seine persönliche Güte, sein persönliches Mitgefühl, den eigenen Humor, die eigenen Werte und Ziele.

Wer den Mut aufbringt mit den eigenen Verletzbarkeiten zu leben, spart Energie und steigert die Wahrscheinlichkeit ein erfülltes Leben zu führen.

Verhandlungssachen

Wo Zusammenkunft und Kommunikation sind, ist Geben und Nehmen. Das Geben kann das Nehmen von Gesellschaft sein. Das Nehmen kann das Geben von Anerkennung sein. Überall werden Handel getrieben. Handel ist ein Austausch von Werten, die wir zu bieten haben.   

Es ist gut, wenn man weiß, was der andere will. Der direkte Weg ist oft der Beste. Auch in der Kommunikation. Hinschauen, Zuhören, Nachfragen. Wer es lernt, zu verhandeln, der lernt auch, herauszufinden was der andere wirklich will. Das steigert die Möglichkeit einer Win-Win-Situation.

MIQ

Josh Waitzkin empfiehlt die MIQ: Die Most Important Question. Es ist nicht immer einfach, sie herauszufinden und es braucht auf jeden Fall Übung. Natürlich ist es eine der größten Hilfen, für alle Bereiche seines Lebens zu wissen, was gerade das Wichtigste ist. Und was zu tun ist, um seine Ziele zu erreichen.

Die MIQ soll man sich abends stellen, am besten noch bevor man zu Bett geht. Direkt nach dem Aufwachen kehrt man zurück und schaut, was das Unbewusste für Antworten gefunden hat.

Disziplin

Wer seine Ernährung umstellen möchte, wer seinen Körper zu Fittness, Kraft und Dehnbarkeit oder seinen Geist für Ruhe und Freundlichkeit, sein Umbewusstes zur Lösungsorientiertheit entwickeln möchte, braucht Disziplin.

Disziplin braucht Planung, Struktur, Willenskraft und ein Ziel, um die Kraft aufbringen zu können, den flatterhaften Geist zu überwinden und zu beginnen. Denn, wie Ramana Maharshi sagte: Körper und Geist sind von Natur aus träge. Am einfachsten macht man es sich, wenn man mit Disziplin Gewohnheiten schafft.

Geschäfte

Wenn es um Preisverhandlungen geht und man nicht beharrlich genug ist, kann es passieren, dass man einen höheren Preis zahlt als nötig. Wenn man sich allerdings sehr geschickt anstellt, kann es passieren, dass der andere aus Freundlichkeit und Mitgefühl einen besseren Preis anbietet, als er sich leisten kann.

Wenn man verhandelt, sollte man sich überlegen, mit wem man es zu tun hat und ob man seinen Geschäftspartner lieber unterstützen möchte oder ob er es nicht nötig hat. Am besten, man möchte faire Geschäfte machen, mit Menschen, die das selbe möchten. So entsteht Vertrauen, beidseitiges Wachstum und eine gesunde, lange Geschäftsbeziehung. Es ist ein schönes Gefühl, zusammen am gleichen Strang zu ziehen.

Gummistiefel

Kurze Hose und Gummistiefel sind im Allgemeinen wahrscheinlich weniger auffällig als Smoking und Lackschuhe. Und wer sich zwischen dem Einen und dem Andren entscheiden müsste, ist vor eine schwere Wahl gestellt. Durch unangemessenes Auftreten erzeugen wir Erklärungsbedarf. Es kostet Zeit, Vertrauen herzustellen, wenn man unnötig aus der Reihe fällt. Angemessen angepasst ist man, wenn man gesehen wird, ohne grell zu sein.

Verhandlung

Eigentlich geht es ums Zusammensein und nicht darum, unseren Willen zu bekommen. In der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg geht es nicht darum, zu bekommen was man möchte. Es ist keine Verhandlungstechnik. Es geht darum, selbst in Frieden bei sich zu bleiben. Und wenn möglich oder nötig, dem Gegenüber das gleiche zu ermöglichen.

Was wir laufend vergessen ist, dass es uns auf lange Sicht immer darum geht, im Frieden zu sein, mit uns selbst und den anderen. Dafür geben wir unser Geld aus, dafür sind wir sozial, dafür gehen wir zur Arbeit.

Auch im Spiel, geht es ums Spielen und nicht ums Gewinnen. Das Gewinnen ist Mittel zum Zweck, um Spielen zu können. Es geht um die Freude am Spiel, ums Dabeisein, um Interaktion, um Kommunikation.

Argumente

Totschlagargumente beenden Gespräche unschön. Sie provozieren ein abruptes und unbefriedigendes Ende eines Gesprächs oder eine Grundsatzdiskussion.

Alles ist relativ!
Das ist Schönrednerei!
Es ist schlecht für die Umwelt!

Das kann natürlich alles stimmen. Aber wenn man ein solches Argument benutzt, sollte man sich erstens sicher sein, dass das Gespräch in einer Sackgasse ist und diese Aussage die einzige Notbremse ist und zweitens, dass es in diesem Fall auch wirklich relevant ist und zutrifft.

Überfluss

Überfluss führt auf Dauer zu Unwohlsein. Es ist gut, sich davor zu schützen, wie vor einem Mangel. Wir können uns langsam an ein Mehr gewöhnen und an ein Weniger und uns damit arrangieren. Aber wir können manchmal leichter, manchmal schwieriger herausfinden, ob wir mehr Rückzug oder mehr Sozialkontakt brauchen, mehr Output oder Input, mehr Fokussiertheit oder mehr Treibenlassen.

Wer gerade die richtige Mischung hat, ist im Flow des Lebens. Aber das ist nicht selbstverständlich. Wer fühlt, verweilt, reflektiert – (nicht wer grübelt, zweifelt, und zerredet) – hat gute Chancen, viel in diesem Flow zu sein.

Kampf

Zu Zweifeln ist immer einfach, zu einfach. Zweifel machen Handlungen zäh, sie sind ziehend und zurückhaltend.

Wenn wir wissen, dass wir das Richtige tun, sind wir mutig und stark. Ich vermute, es ist einfach, in den sicheren Tod zu gehen, wenn man damit sein Kind retten kann.

Zu Zweifeln ist einfach. Und zuversichtlich deuten wir diese so wohl überlegten Zweifel viel zu häufig als umsichtig und vorausschauend. Dabei sollten wir viel öfter für jedes Prozent Zuversicht und Überzeugung kämpfen. Nichts gibt uns so viel Kraft, wie die Gewissheit, das Richtige zu tun.

Schön

Ein Klassiker der Totschlagargumente ist die Unterstellung, jemand würde etwas Schönreden. Doch es stimmt: man kann Gegebenheiten aus verschiedenen Blickwinkeln deuten. Häufig ist es sinnvoll, ein Schicksal als Chance zu deuten, oder negative Aussagen mit sinnvollen Vergleichen in Relation zu setzen, um herauszufinden, ob sie wirklich so negativ sind, wie sie dargestellt wurden.

 

Bindung

Wir sind gebunden. Wir können unseren Blickwinkel ändern, aber wir sind immer in einem Netz von Beziehungen gebunden, aus dem sich und in dem sich unsere Werte abspielen. Wer dies versteht, kann Freiheit finden. Freiheit außerhalb von Verstand und Konvention. Der Haken ist, dass das Loslassen von der Person nicht von der Person getan wird. Wer tut es dann? Ramana Maharshi sagt, wir sollen uns die Frage stellen: Wer bin ich?

Ich denke, die Fragen sollte heißen: Was ist ich? Was ist die Person, wenn es keinen freien Willen gibt.

Raum

Von Berlin bin ich schneller in Mumbai als in der Bretagne. In Indien können dann aber die letzten 150 Kilometer 8 Stunden dauern. Wo man mit welchem Verkehrsmittel hin möchte, ist eine Sache. Wie die Grundlage dafür ist, ist eine andere. Ein schnelles Auto nützt nicht viel ohne gute Straßen. Ein Flugzeug nützt nichts ohne Flughafen.

Mit den besten Ideen kommt man nicht weit, wenn man sie nicht verständlich kommunizieren kann. Welche Worte man auf welche Weise an wen richtet, ist häufig ausschlaggebend dafür, wie schnell man mit seinen Vorstellungen und Ideen vorankommt.

Sammeln

Sammeln muss kein Hinterherlaufen nach etwas sein. Sammeln passiert gern automatisch, wenn wir zu unserem Glück gezwungen werden. Und die wichtigsten Erfahrungen, die wir sammeln, sind häufig diejenigen, die wir vermeiden wollten.

Wenn wir unzufrieden hin- und hergrübeln, dann sammeln wir häufig zwangsweise Kraft. Dass wir uns dabei leer, ausgelaugt und mutlos fühlen, liegt daran, dass wir nicht zufrieden mit unserer Motivation und Leistung sind. Wenn wir uns erlauben würden, uns mehr als Gast und Beobachter unserer Taten zu fühlen, gäbe es die Möglichkeit diese Zustände zu genießen und zu würdigen.

 

 

Schieben

Wer sich regelmäßig die Frage stellt, was er vor sich herschiebt, wird Antworten bekommen. Was tun, wenn eine Antwort da ist? Wer etwas vor sich herschiebt hat seine Gründe. Und die hält das Unbewusste vor dem bewussten Denken gern sicher verborgen. Es möchte keinen Streit.

Wer etwas ändern möchte, der sollte nicht versuchen, gleich eine perfekte Visualisierung des Gewünschten zu erreichen. Das ist wie der Versuchen, einen großen Baum mit einem einzigen Axtschlag zu fällen. Es geht anders. Man tastet sich heran.

  1. Erst schaut man, womit man es zu tun hat. Man beschreibt den Ist-Zustand schriftlich.
  2. Wenn man sich an die niedergeschriebenen Worte gewöhnt hat und sich okay damit fühlt, dass dies die derzeitige Realität ist, dann kann man langsam Vermutungen von Gründen dazuformulieren.
  3. Wer nun weiß, wie er sich verhält und warum, der kann beginnen, aufzuschreiben, was er tatsächlich gern tun und wie er sich gern dabei fühlen würde. Hier ist es gut, positiv zu formulieren* – zu schreiben, was man möchte und nicht, was man nicht möchte.
  4. Nun kann man noch Worte verändern, die positiver besetzt sind. Zum Beispiel „Streit“ durch „Lösungsgespräch“ ersetzen, oder „Trödeln“ durch „Unbewußt Ressourcen analysieren“.
  5. Nun hat man einen schönen kleinen Schatz an Suggestionssätzen. Diese kann man sich wahlweise:
    • morgendlich oder irgendwann regelmäßig aufschreiben,
    • in der Selbsthypnose aufsagen
    • zu guter Musik im Kopf mitsingen
    • in der Badewanne oder zum Entspannen denken
    • vorm Einschlafen aufsagen

 

*Das alte Thema mit dem Unbewussten und den Verneinungen: Das Unbewußte denkt in Bildern und in Bildern kann es keine negierte Darstellung geben.

Wiederholungen

Es gibt vieles, von dem man weiß, dass es richtig ist. Und trotzdem tut man es anders. Sich immer wieder mit dem was man nicht mehr tun möchte, oder was man anfangen möchte, zu konfrontieren ist sinnvoll. Wiederholen hilft. Mit Wiederholungen gehen Perspektivwechsel einher. Vor allem bei sich selbst sollte man dran bleiben: Sich immer wieder die Möglichkeit geben, den Absprung zu finden.

Was Umweltschutzmaßnahmen angeht, scheint mir diese Top 10 von WWF UK besonders plausibel.

Vieles kann man nicht oft genug sagen. Auch zu sich selbst nicht.

 

Zusammenkünfte

Was man für sich nicht möchte, das sollte man auch für andere nicht fördern. Dass man von sich auf andere schließt, ist erstmal üblich und gesund. Man räumt anderen den gleichen Status und die gleichen Rechte ein, wie sich selbst. Jedoch:

Der eine mag gern süß, der andere nicht. Einer liebt die körperliche Anstrengung. Einige mögen, dass man für sie entscheidet. Einige mögen nicht, wenn man dauernd fragt, ob sie dies oder das nicht wollen.

Die Verschiedenheit der Menschen ermöglicht, dass sich Gesellschaften und Gruppen ausgleichen und ergänzen. Verschiedene Meinungen und Ambivalenzen sind wichtig – innerhalb einer Person, innerhalb einer Gesellschaft und über Grenzen hinweg. Sie geben dem Geist Freiheit und machen die Welt weit und interessant. Das Prinzip von Yin und Yang ermöglicht uns das Annehmen, weil es ein Ablehnen gibt. Und es ermöglicht uns, den erfüllenden Weg von der Ablehnung zum Annehmen zu gehen.

Yes

Wer Zustimmung möchte, erhöht die Wahrscheinlichkeit, diese zu erhalten, wenn er ein sogenanntes Yes-Set aufbaut. Beim Yes-Set werden erst Fragen gestellt, die sicher mit Ja beantwortet werden, um dann eine Frage zu stellen, auf die es ankommt. Ähnlich funktioniert der Aufbau von Rapport für ein Paceing and Leading: Gemeinsamkeiten etablieren, – „Eins werden“ – um dann leiten und den anderen mitziehen.

Arnold Schwarzenegger ist bekannt für die Verwirklichung seiner großen Ziele. Sicher wurde er in den letzten Jahrzehnten häufig gebeten, Menschen zu Motivieren. Er scheint die Gelegenheit nutzen zu wollen, um die Menschen für mehr zu motivieren, als ihre persönlichen Ziele. In dieser kurzen Motivationsrede nutzt er die Kraft des Yes-Sets als Aufruf für Hilfe und Toleranz.

Lost

Es ist Magie, dass Worte Bedeutungen haben. Auf einfache Weise merkt man das, wenn einem auffällt, dass es Sinn in Worten gibt, der sich nicht übersetzen lässt. Der Film mit dem wunderbaren englischen Titel Spirited Away von Hayao Miyazaki heißt auf deutsch Chihiros Reise ins Zauberland (wohl so, wie im japanischen Original).

Wie auch in seinem tollen Film Prinzessin Mononoke schafft Miyazaki auch hier kein Gut und Böse, sondern verschiedene Ausdrücke von Lebens- bzw. Daseinsformen die miteinander bestehen und sich unweigerlich gegenseitig ins Gebiet schwappen. Daraus wird man vielleicht schwerer schlau, als aus den üblichen Storys, die wir sehen. Aber man wird eher wirklich schlau. Es lohnt, sich diese Filme anzuschauen, auch gern mit Kindern.

Körper

Der Körper ist ein riesiger Apparat. An Außen- und Innenseiten gibt es hunderte und tausende Stellen, die auf verschiedenste Weisen beschädigt sein können. Und bei aktiven Menschen passiert das natürlich auch regelmäßig. Je nachdem, wie stark eine Beschädigung ist, kann sie auch die Psyche beeinflussen.

Die Psyche ist ein sehr komplexes und ein sehr großes, ein regelrecht unfassliches Ding. Dauernd aktiv und am Testen, Fordern, Schachern und ausloten von Grenzen, zieht sie sich leicht größere und kleinere Blessuren zu.

Und eine körperliche Beschädigung kann in den Bereich des Geistigen einschwappen. Umgekehrt natürlich auch: Psyche und Gemüt beeinflussen Muskulatur und Organe.

Aber nicht alles Körperliche ist psychisch und nicht alles Psychische drückt sich auch körperlich aus. Die Aussage, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist steckt ist schlicht falsch. Selbstverständlich die umgekehrten Aussagen genauso. Mit Deutungen, von eigenen und fremden Beeinflussungen von körperlichen und geistigen Unstimmigkeiten sollte man sich so lange zurück halten, bis ein Zusammenhang unübersehbar ist, oder man dringend auf der Suche nach einer Lösung ist.

Wachstum

Es ist nicht sinnvoll, einem Baum zu befehlen, schneller zu wachsen. Er wird auch nicht besser gedeihen, indem man ihm vorwirft, wie langsam er wächst.

Und mit uns Menschen ist es sehr ähnlich. Wir können ihnen helfen zu wachsen. Durch ziehen und zerren, schimpfen und erniedrigen werden wir ihr Wachstum nicht fördern. Wir Menschen sind viel mehr Pflanze, als wir meinen.

Geschichten

Fremdschämen regt mich zum Lachen an. Ich finde es also lustig, wenn ich etwas Peinlichem zuschaue. Hört Hört!! – Aber gleichzeitig kann ich es nicht ertragen. Merkwürdige Ambivalenz. Es macht doch eigentlich Spaß zu lachen.
Und Gewalt, Grusel und Trauer: warum? Weil es schön ist zu sehen, wie Menschen sich befreien. Aber wenn der Held nicht siegt, was dann? Dann ist der Film ein Betrug! Das Drehbuch ist schlecht! Der Autor hat keine Lösung gefunden und es sich leicht gemacht. Menschen zu enttäuschen ist einfach.