Verhandlungssachen

Wo Zusammenkunft und Kommunikation sind, ist Geben und Nehmen. Das Geben kann das Nehmen von Gesellschaft sein. Das Nehmen kann das Geben von Anerkennung sein. Überall werden Handel getrieben. Handel ist ein Austausch von Werten, die wir zu bieten haben.   

Es ist gut, wenn man weiß, was der andere will. Der direkte Weg ist oft der Beste. Auch in der Kommunikation. Hinschauen, Zuhören, Nachfragen. Wer es lernt, zu verhandeln, der lernt auch, herauszufinden was der andere wirklich will. Das steigert die Möglichkeit einer Win-Win-Situation.

MIQ

Josh Waitzkin empfiehlt die MIQ: Die Most Important Question. Es ist nicht immer einfach, sie herauszufinden und es braucht auf jeden Fall Übung. Natürlich ist es eine der größten Hilfen, für alle Bereiche seines Lebens zu wissen, was gerade das Wichtigste ist. Und was zu tun ist, um seine Ziele zu erreichen.

Die MIQ soll man sich abends stellen, am besten noch bevor man zu Bett geht. Direkt nach dem Aufwachen kehrt man zurück und schaut, was das Unbewusste für Antworten gefunden hat.

Disziplin

Wer seine Ernährung umstellen möchte, wer seinen Körper zu Fittness, Kraft und Dehnbarkeit oder seinen Geist für Ruhe und Freundlichkeit, sein Umbewusstes zur Lösungsorientiertheit entwickeln möchte, braucht Disziplin.

Disziplin braucht Planung, Struktur, Willenskraft und ein Ziel, um die Kraft aufbringen zu können, den flatterhaften Geist zu überwinden und zu beginnen. Denn, wie Ramana Maharshi sagte: Körper und Geist sind von Natur aus träge. Am einfachsten macht man es sich, wenn man mit Disziplin Gewohnheiten schafft.

Geschäfte

Wenn es um Preisverhandlungen geht und man nicht beharrlich genug ist, kann es passieren, dass man einen höheren Preis zahlt als nötig. Wenn man sich allerdings sehr geschickt anstellt, kann es passieren, dass der andere aus Freundlichkeit und Mitgefühl einen besseren Preis anbietet, als er sich leisten kann.

Wenn man verhandelt, sollte man sich überlegen, mit wem man es zu tun hat und ob man seinen Geschäftspartner lieber unterstützen möchte oder ob er es nicht nötig hat. Am besten, man möchte faire Geschäfte machen, mit Menschen, die das selbe möchten. So entsteht Vertrauen, beidseitiges Wachstum und eine gesunde, lange Geschäftsbeziehung. Es ist ein schönes Gefühl, zusammen am gleichen Strang zu ziehen.

Gummistiefel

Kurze Hose und Gummistiefel sind im Allgemeinen wahrscheinlich weniger auffällig als Smoking und Lackschuhe. Und wer sich zwischen dem Einen und dem Andren entscheiden müsste, ist vor eine schwere Wahl gestellt. Durch unangemessenes Auftreten erzeugen wir Erklärungsbedarf. Es kostet Zeit, Vertrauen herzustellen, wenn man unnötig aus der Reihe fällt. Angemessen angepasst ist man, wenn man gesehen wird, ohne grell zu sein.

Verhandlung

Eigentlich geht es ums Zusammensein und nicht darum, unseren Willen zu bekommen. In der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg geht es nicht darum, zu bekommen was man möchte. Es ist keine Verhandlungstechnik. Es geht darum, selbst in Frieden bei sich zu bleiben. Und wenn möglich oder nötig, dem Gegenüber das gleiche zu ermöglichen.

Was wir laufend vergessen ist, dass es uns auf lange Sicht immer darum geht, im Frieden zu sein, mit uns selbst und den anderen. Dafür geben wir unser Geld aus, dafür sind wir sozial, dafür gehen wir zur Arbeit.

Auch im Spiel, geht es ums Spielen und nicht ums Gewinnen. Das Gewinnen ist Mittel zum Zweck, um Spielen zu können. Es geht um die Freude am Spiel, ums Dabeisein, um Interaktion, um Kommunikation.

Argumente

Totschlagargumente beenden Gespräche unschön. Sie provozieren ein abruptes und unbefriedigendes Ende eines Gesprächs oder eine Grundsatzdiskussion.

Alles ist relativ!
Das ist Schönrednerei!
Es ist schlecht für die Umwelt!

Das kann natürlich alles stimmen. Aber wenn man ein solches Argument benutzt, sollte man sich erstens sicher sein, dass das Gespräch in einer Sackgasse ist und diese Aussage die einzige Notbremse ist und zweitens, dass es in diesem Fall auch wirklich relevant ist und zutrifft.

Überfluss

Überfluss führt auf Dauer zu Unwohlsein. Es ist gut, sich davor zu schützen, wie vor einem Mangel. Wir können uns langsam an ein Mehr gewöhnen und an ein Weniger und uns damit arrangieren. Aber wir können manchmal leichter, manchmal schwieriger herausfinden, ob wir mehr Rückzug oder mehr Sozialkontakt brauchen, mehr Output oder Input, mehr Fokussiertheit oder mehr Treibenlassen.

Wer gerade die richtige Mischung hat, ist im Flow des Lebens. Aber das ist nicht selbstverständlich. Wer fühlt, verweilt, reflektiert – (nicht wer grübelt, zweifelt, und zerredet) – hat gute Chancen, viel in diesem Flow zu sein.

Kampf

Zu Zweifeln ist immer einfach, zu einfach. Zweifel machen Handlungen zäh, sie sind ziehend und zurückhaltend.

Wenn wir wissen, dass wir das Richtige tun, sind wir mutig und stark. Ich vermute, es ist einfach, in den sicheren Tod zu gehen, wenn man damit sein Kind retten kann.

Zu Zweifeln ist einfach. Und zuversichtlich deuten wir diese so wohl überlegten Zweifel viel zu häufig als umsichtig und vorausschauend. Dabei sollten wir viel öfter für jedes Prozent Zuversicht und Überzeugung kämpfen. Nichts gibt uns so viel Kraft, wie die Gewissheit, das Richtige zu tun.

Schön

Ein Klassiker der Totschlagargumente ist die Unterstellung, jemand würde etwas Schönreden. Doch es stimmt: man kann Gegebenheiten aus verschiedenen Blickwinkeln deuten. Häufig ist es sinnvoll, ein Schicksal als Chance zu deuten, oder negative Aussagen mit sinnvollen Vergleichen in Relation zu setzen, um herauszufinden, ob sie wirklich so negativ sind, wie sie dargestellt wurden.

 

Bindung

Wir sind gebunden. Wir können unseren Blickwinkel ändern, aber wir sind immer in einem Netz von Beziehungen gebunden, aus dem sich und in dem sich unsere Werte abspielen. Wer dies versteht, kann Freiheit finden. Freiheit außerhalb von Verstand und Konvention. Der Haken ist, dass das Loslassen von der Person nicht von der Person getan wird. Wer tut es dann? Ramana Maharshi sagt, wir sollen uns die Frage stellen: Wer bin ich?

Ich denke, die Fragen sollte heißen: Was ist ich? Was ist die Person, wenn es keinen freien Willen gibt.

Raum

Von Berlin bin ich schneller in Mumbai als in der Bretagne. In Indien können dann aber die letzten 150 Kilometer 8 Stunden dauern. Wo man mit welchem Verkehrsmittel hin möchte, ist eine Sache. Wie die Grundlage dafür ist, ist eine andere. Ein schnelles Auto nützt nicht viel ohne gute Straßen. Ein Flugzeug nützt nichts ohne Flughafen.

Mit den besten Ideen kommt man nicht weit, wenn man sie nicht verständlich kommunizieren kann. Welche Worte man auf welche Weise an wen richtet, ist häufig ausschlaggebend dafür, wie schnell man mit seinen Vorstellungen und Ideen vorankommt.

Sammeln

Sammeln muss kein Hinterherlaufen nach etwas sein. Sammeln passiert gern automatisch, wenn wir zu unserem Glück gezwungen werden. Und die wichtigsten Erfahrungen, die wir sammeln, sind häufig diejenigen, die wir vermeiden wollten.

Wenn wir unzufrieden hin- und hergrübeln, dann sammeln wir häufig zwangsweise Kraft. Dass wir uns dabei leer, ausgelaugt und mutlos fühlen, liegt daran, dass wir nicht zufrieden mit unserer Motivation und Leistung sind. Wenn wir uns erlauben würden, uns mehr als Gast und Beobachter unserer Taten zu fühlen, gäbe es die Möglichkeit diese Zustände zu genießen und zu würdigen.

 

 

Schieben

Wer sich regelmäßig die Frage stellt, was er vor sich herschiebt, wird Antworten bekommen. Was tun, wenn eine Antwort da ist? Wer etwas vor sich herschiebt hat seine Gründe. Und die hält das Unbewusste vor dem bewussten Denken gern sicher verborgen. Es möchte keinen Streit.

Wer etwas ändern möchte, der sollte nicht versuchen, gleich eine perfekte Visualisierung des Gewünschten zu erreichen. Das ist wie der Versuchen, einen großen Baum mit einem einzigen Axtschlag zu fällen. Es geht anders. Man tastet sich heran.

  1. Erst schaut man, womit man es zu tun hat. Man beschreibt den Ist-Zustand schriftlich.
  2. Wenn man sich an die niedergeschriebenen Worte gewöhnt hat und sich okay damit fühlt, dass dies die derzeitige Realität ist, dann kann man langsam Vermutungen von Gründen dazuformulieren.
  3. Wer nun weiß, wie er sich verhält und warum, der kann beginnen, aufzuschreiben, was er tatsächlich gern tun und wie er sich gern dabei fühlen würde. Hier ist es gut, positiv zu formulieren* – zu schreiben, was man möchte und nicht, was man nicht möchte.
  4. Nun kann man noch Worte verändern, die positiver besetzt sind. Zum Beispiel „Streit“ durch „Lösungsgespräch“ ersetzen, oder „Trödeln“ durch „Unbewußt Ressourcen analysieren“.
  5. Nun hat man einen schönen kleinen Schatz an Suggestionssätzen. Diese kann man sich wahlweise:
    • morgendlich oder irgendwann regelmäßig aufschreiben,
    • in der Selbsthypnose aufsagen
    • zu guter Musik im Kopf mitsingen
    • in der Badewanne oder zum Entspannen denken
    • vorm Einschlafen aufsagen

 

*Das alte Thema mit dem Unbewussten und den Verneinungen: Das Unbewußte denkt in Bildern und in Bildern kann es keine negierte Darstellung geben.

Wiederholungen

Es gibt vieles, von dem man weiß, dass es richtig ist. Und trotzdem tut man es anders. Sich immer wieder mit dem was man nicht mehr tun möchte, oder was man anfangen möchte, zu konfrontieren ist sinnvoll. Wiederholen hilft. Mit Wiederholungen gehen Perspektivwechsel einher. Vor allem bei sich selbst sollte man dran bleiben: Sich immer wieder die Möglichkeit geben, den Absprung zu finden.

Was Umweltschutzmaßnahmen angeht, scheint mir diese Top 10 von WWF UK besonders plausibel.

Vieles kann man nicht oft genug sagen. Auch zu sich selbst nicht.

 

Zusammenkünfte

Was man für sich nicht möchte, das sollte man auch für andere nicht fördern. Dass man von sich auf andere schließt, ist erstmal üblich und gesund. Man räumt anderen den gleichen Status und die gleichen Rechte ein, wie sich selbst. Jedoch:

Der eine mag gern süß, der andere nicht. Einer liebt die körperliche Anstrengung. Einige mögen, dass man für sie entscheidet. Einige mögen nicht, wenn man dauernd fragt, ob sie dies oder das nicht wollen.

Die Verschiedenheit der Menschen ermöglicht, dass sich Gesellschaften und Gruppen ausgleichen und ergänzen. Verschiedene Meinungen und Ambivalenzen sind wichtig – innerhalb einer Person, innerhalb einer Gesellschaft und über Grenzen hinweg. Sie geben dem Geist Freiheit und machen die Welt weit und interessant. Das Prinzip von Yin und Yang ermöglicht uns das Annehmen, weil es ein Ablehnen gibt. Und es ermöglicht uns, den erfüllenden Weg von der Ablehnung zum Annehmen zu gehen.

Yes

Wer Zustimmung möchte, erhöht die Wahrscheinlichkeit, diese zu erhalten, wenn er ein sogenanntes Yes-Set aufbaut. Beim Yes-Set werden erst Fragen gestellt, die sicher mit Ja beantwortet werden, um dann eine Frage zu stellen, auf die es ankommt. Ähnlich funktioniert der Aufbau von Rapport für ein Paceing and Leading: Gemeinsamkeiten etablieren, – „Eins werden“ – um dann leiten und den anderen mitziehen.

Arnold Schwarzenegger ist bekannt für die Verwirklichung seiner großen Ziele. Sicher wurde er in den letzten Jahrzehnten häufig gebeten, Menschen zu Motivieren. Er scheint die Gelegenheit nutzen zu wollen, um die Menschen für mehr zu motivieren, als ihre persönlichen Ziele. In dieser kurzen Motivationsrede nutzt er die Kraft des Yes-Sets als Aufruf für Hilfe und Toleranz.

Lost

Es ist Magie, dass Worte Bedeutungen haben. Auf einfache Weise merkt man das, wenn einem auffällt, dass es Sinn in Worten gibt, der sich nicht übersetzen lässt. Der Film mit dem wunderbaren englischen Titel Spirited Away von Hayao Miyazaki heißt auf deutsch Chihiros Reise ins Zauberland (wohl so, wie im japanischen Original).

Wie auch in seinem tollen Film Prinzessin Mononoke schafft Miyazaki auch hier kein Gut und Böse, sondern verschiedene Ausdrücke von Lebens- bzw. Daseinsformen die miteinander bestehen und sich unweigerlich gegenseitig ins Gebiet schwappen. Daraus wird man vielleicht schwerer schlau, als aus den üblichen Storys, die wir sehen. Aber man wird eher wirklich schlau. Es lohnt, sich diese Filme anzuschauen, auch gern mit Kindern.

Körper

Der Körper ist ein riesiger Apparat. An Außen- und Innenseiten gibt es hunderte und tausende Stellen, die auf verschiedenste Weisen beschädigt sein können. Und bei aktiven Menschen passiert das natürlich auch regelmäßig. Je nachdem, wie stark eine Beschädigung ist, kann sie auch die Psyche beeinflussen.

Die Psyche ist ein sehr komplexes und ein sehr großes, ein regelrecht unfassliches Ding. Dauernd aktiv und am Testen, Fordern, Schachern und ausloten von Grenzen, zieht sie sich leicht größere und kleinere Blessuren zu.

Und eine körperliche Beschädigung kann in den Bereich des Geistigen einschwappen. Umgekehrt natürlich auch: Psyche und Gemüt beeinflussen Muskulatur und Organe.

Aber nicht alles Körperliche ist psychisch und nicht alles Psychische drückt sich auch körperlich aus. Die Aussage, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist steckt ist schlicht falsch. Selbstverständlich die umgekehrten Aussagen genauso. Mit Deutungen, von eigenen und fremden Beeinflussungen von körperlichen und geistigen Unstimmigkeiten sollte man sich so lange zurück halten, bis ein Zusammenhang unübersehbar ist, oder man dringend auf der Suche nach einer Lösung ist.

Wachstum

Es ist nicht sinnvoll, einem Baum zu befehlen, schneller zu wachsen. Er wird auch nicht besser gedeihen, indem man ihm vorwirft, wie langsam er wächst.

Und mit uns Menschen ist es sehr ähnlich. Wir können ihnen helfen zu wachsen. Durch ziehen und zerren, schimpfen und erniedrigen werden wir ihr Wachstum nicht fördern. Wir Menschen sind viel mehr Pflanze, als wir meinen.

Geschichten

Fremdschämen regt mich zum Lachen an. Ich finde es also lustig, wenn ich etwas Peinlichem zuschaue. Hört Hört!! – Aber gleichzeitig kann ich es nicht ertragen. Merkwürdige Ambivalenz. Es macht doch eigentlich Spaß zu lachen.
Und Gewalt, Grusel und Trauer: warum? Weil es schön ist zu sehen, wie Menschen sich befreien. Aber wenn der Held nicht siegt, was dann? Dann ist der Film ein Betrug! Das Drehbuch ist schlecht! Der Autor hat keine Lösung gefunden und es sich leicht gemacht. Menschen zu enttäuschen ist einfach.