Klischees

Eine große Hürde für das Setzen von Zielen und das Definieren von persönlichen Werten, ist die Angst, sich selbst als bürgerliches Klischee zu erkennen.

Zu erkennen, sich einzugestehen, sich zuzugestehen: Ja: ich will Geld, ich will gemocht werden, ich will rechtschaffen und überlegen sein, ich will schön sein, ich will stark sein. 

Und weil es so abgedroschen klingt, gehört viel Mut dazu, es für sich anzuerkennen und auszusprechen. Doch wer diesen Mut nicht aufbringt, muss üben, sich mit weniger abzufinden.

Settings

Was wir sehen, was wir hören und riechen ist ein Teil von uns. So wie die Luft, die in unserem Blut durch unsere Adern fließt, so wie das Gegessene, das zu unserem Körper wird. Der Raum, in dem wir uns bewegen ist ein starker Teil des Jetzt, das wir gerade sind und erleben. Wie der Duft der Linden der momentan die Berliner Straßenzüge bezaubert, gibt es Musikstücke, die die Kraft zu haben scheint, die Seele zu heilen.

Richard James hat einige solche Stücke produziert. Und es gibt Menschen, die sich die Mühe gemacht haben, einige seiner Musikstücke zu verlängern, oder stark zu verlangsamen. Man kann sie leicht auf YouTube finden.

Es lohnt sich sehr, zu dieser Musik zu kochen, aufzuräumen, zu arbeiten, zu fahren, oder andere gewohnte Dinge zu tun.

 

 

Ach

Der Tipp, dass man Ziele haben soll, sagt eigentlich nichts besonders aus. Jeder hat Ziele! Sehr häufig – sehr sehr häufig sind diese Ziele leider nicht gut genug. Sie sind so wie: Einfach nur über die Runden kommen.Sich irgendwie überwinden, etwas bestimmtes zu tun. – Jemandem noch dies oder das sagen.

Dies sind unbewußt getroffene Ziele. Ziele, die nicht mit den eigenen Werten übereinstimmen. Ziele, die nur nach dem nächsten kleinen Schritt – dem nächsten knappen Atemzug verlangen. Ziele, denen es genügt, etwas aus einer schlechten Stimmung heraus mit Ach und Krach zu schaffen.

Häufig sind die Ziele der Menschen sogar Ziele, die sie eigentlich gar nicht wirklich anstreben. Sie entstehen aus einer schlechten Stimmung der Perspektivlosigkeit heraus.

Es ist wichtig aufzuschreiben: Was möchte ich gern? Persönlich, sozial, finanziell, zeitlich, körperlich. Nur eine einziges Ziel reicht erstmal. Ein Ziel, zu dem man zu 51% Ja sagen kann.

Filme

Wir wünschen uns die leichte und fröhliche Komödie, die uns zu einem angenehmen Abend ohne viel Nachdenken verhilft. Leider lösen diese meist einfach gestrickten Filme häufig Frust und Desillusioniertheit aus. Und wir fühlen uns dumpf.

Dagegen versuchen wir ein ehrliches filmisches Drama zu meiden, das versucht, uns echte Menschen mit echten Gefühlen zu zeigen. Und die Ehrlichkeit, die vermittelt wird, löst einen tieferen Frieden und tiefere Entspannung in uns aus, als eine handvoll vulgärer Scherze gemischt mit Gute-Laune-Songs.

Sammeln

Sammeln muss kein Hinterherlaufen nach etwas sein. Sammeln passiert gern automatisch, wenn wir zu unserem Glück gezwungen werden. Und die wichtigsten Erfahrungen, die wir sammeln, sind häufig diejenigen, die wir vermeiden wollten.

Wenn wir unzufrieden hin- und hergrübeln, dann sammeln wir häufig zwangsweise Kraft. Dass wir uns dabei leer, ausgelaugt und mutlos fühlen, liegt daran, dass wir nicht zufrieden mit unserer Motivation und Leistung sind. Wenn wir uns erlauben würden, uns mehr als Gast und Beobachter unserer Taten zu fühlen, gäbe es die Möglichkeit diese Zustände zu genießen und zu würdigen.

 

 

Schieben

Wer sich regelmäßig die Frage stellt, was er vor sich herschiebt, wird Antworten bekommen. Was tun, wenn eine Antwort da ist? Wer etwas vor sich herschiebt hat seine Gründe. Und die hält das Unbewusste vor dem bewussten Denken gern sicher verborgen. Es möchte keinen Streit.

Wer etwas ändern möchte, der sollte nicht versuchen, gleich eine perfekte Visualisierung des Gewünschten zu erreichen. Das ist wie der Versuchen, einen großen Baum mit einem einzigen Axtschlag zu fällen. Es geht anders. Man tastet sich heran.

  1. Erst schaut man, womit man es zu tun hat. Man beschreibt den Ist-Zustand schriftlich.
  2. Wenn man sich an die niedergeschriebenen Worte gewöhnt hat und sich okay damit fühlt, dass dies die derzeitige Realität ist, dann kann man langsam Vermutungen von Gründen dazuformulieren.
  3. Wer nun weiß, wie er sich verhält und warum, der kann beginnen, aufzuschreiben, was er tatsächlich gern tun und wie er sich gern dabei fühlen würde. Hier ist es gut, positiv zu formulieren* – zu schreiben, was man möchte und nicht, was man nicht möchte.
  4. Nun kann man noch Worte verändern, die positiver besetzt sind. Zum Beispiel „Streit“ durch „Lösungsgespräch“ ersetzen, oder „Trödeln“ durch „Unbewußt Ressourcen analysieren“.
  5. Nun hat man einen schönen kleinen Schatz an Suggestionssätzen. Diese kann man sich wahlweise:
    • morgendlich oder irgendwann regelmäßig aufschreiben,
    • in der Selbsthypnose aufsagen
    • zu guter Musik im Kopf mitsingen
    • in der Badewanne oder zum Entspannen denken
    • vorm Einschlafen aufsagen

 

*Das alte Thema mit dem Unbewussten und den Verneinungen: Das Unbewußte denkt in Bildern und in Bildern kann es keine negierte Darstellung geben.

Trocknen

Mit der Stimmung ist es wir mit einem Handtuch: Es kann schneller nass werden als trocknen. Aber es wird trocknen. Schneller, wenn es aus der Feuchtigkeit genommen wird. Schneller, wenn es ausgewrungen wird. Schneller in der Sonne als im Schatten. 

Stimmungen sind ansteckend. Wir lassen uns anstecken und wir stecken an. Wo immer möglich sollten wir versuchen, uns mit der richtigen Stimmung zu umgeben. Das ist eine soziale Verantwortung.

Wer am lautesten Lacht ist häufig nicht der Fröhlichste. Wer weint ist vielleicht tiefer im inneren Frieden, als jemand ohne sichtbare Emotion oder einer Ausweichemotion.

Weichheit und Verletzlichkeit sind gute Skills um sich an seine wahren Emotionen – seinen Ausgangspunkt – herantasten zu können.

 

Visualisieren

Wie glaubt man an das, was man visualisiert so, dass das es tatsächlich passiert?

Wie visualisiert man so, dass man tatsächlich glaubt, dass es vielleicht eintreten könnte.

Wie geht man seinen Visualisierungen entgegen, um den eine Gewissheit zu bekommen, dass man auf dem Weg ist?

Wann ist der Moment, in dem man sich einem Ziel gegenüber innerlich verschreibt?

Vorstellungen und Wünsche manifestieren sich in der Zukunft wie Bilder, die gemalt werden. Aus Schichten, Strichen, Farben und von allen Seiten.

Einflüsse

Je entspannter wir sind, desto weiter sind wir mental und körperlich entfernt vom Fluchtinstinkt. Je weiter wir entfernt sind vom Fluchtinstinkt, desto ruhiger können wir werden. In Entspannung kann das Denken zur Ruhe kommen und wir sehen die  Dinge unvoreingenommen. Wenn wir unvoreingenommen sind, weitet sich das Tor zu unseren Ressourcen und wir können kreativ agieren.

Dal

Vor ein paar Monaten war Frau Bothra aus Indien zu Besuch in Berlin. Freundlicher Weise hat sie bei mir zu Hause gekocht. Sie hat mir gezeigt, wie man ein gutes Dal Tadka macht. Ihr Rezept ist wirklich sehr gut und es ist einfach zu machen.

Als ich vor kurzem bei ihr in Indien war, habe ich ihr erzählt, dass ihr Dalrezept hervorragend ist, ich allerdings Zweifel habe, ob ich es immer noch richtig mache, da es jedes Mal etwas anders wird. Sie sagte: Every Dal is different! Und das mit einer Überzeugung einer stolzen indischen Hausfrau. Das war für mich eine große Erleichterung. Und es hat diesem Gericht, die Besonderheit gegeben, dass ich jedes Mal gespannt sein darf, wie es ist.

Schmuck

Teurer Schmuck präsentiert Status. Ethnischer Schmuck und Modeschmuck präsentieren Persönlichkeit, Zugehörigkeit und Individualität. Zu was habe ich eine Beziehung, was sind meine Werte, wo fühle ich mich sicher, von wem grenze ich mich ab?

Die meisten wollen etwas wohlhabender aussehen, als sie sind. Denn wer viel hat, könnte viel geben und wird deshalb besser behandelt.

Viele wollen neutral aussehen, weil sie nicht wissen, ob sie arm oder reich sind und weil sie in Ruhe gelassen werden wollen.

Einige wollen verbergen, dass sie wohlhabend sind, weil sie nicht von denen, die ihnen nichts geben können, umworben werden möchten.

Jeder hat Gründe für seine Handlungen. Wer herausfindet, was seinen Taten zugrunde liegt, kann seine Werte, seine Ziele und seine Taten korrigieren und besser aufeinander abstimmen. So wird der Weg unbeschwerlicher und glücklicher.

Wiederholungen

Es gibt vieles, von dem man weiß, dass es richtig ist. Und trotzdem tut man es anders. Sich immer wieder mit dem was man nicht mehr tun möchte, oder was man anfangen möchte, zu konfrontieren ist sinnvoll. Wiederholen hilft. Mit Wiederholungen gehen Perspektivwechsel einher. Vor allem bei sich selbst sollte man dran bleiben: Sich immer wieder die Möglichkeit geben, den Absprung zu finden.

Was Umweltschutzmaßnahmen angeht, scheint mir diese Top 10 von WWF UK besonders plausibel.

Vieles kann man nicht oft genug sagen. Auch zu sich selbst nicht.

 

Grusel

Namen, die wir immer komisch fanden, empfinden wir auf einen Schlag als normal, sobald wir jemand sympathischen kennen lernen, der so heißt.

Das Unbekannte ist oft lächerlich, gruseling, anstößig oder verboten. Nähe öffnet Horizonte.

Extrem

Nackt Besuch empfangen? – Warum kleiden wir uns?
Sich rüde verbal erniedrigen lassen? – Ist es uns egal, was andere über uns sagen?
Bei einer Vorstellung als der lauteste Bewunderer auffallen? – Stehen wir zu unseren Gefühlen?

Fürs Theoretische kann es sehr hilfreich sein, Extreme zu bemühen. Ob es darum geht, was man essen mag und was nicht oder generell darum, was man bereit ist zu ertragen: Jeder hat eine Grenze. Niemand isst „alles“ gern. Niemand kommt mit „jedem“ gut aus. In den Weiten des Relativen gibt es Grenzpunkte. Wer diese Grenzpunkte auslotet, kann herausfinden, warum er bestimmte Dinge tut und wie er sie besser tun kann.

 

Bausteine

Hier ein Baustein und da noch einer. Und immer weiter und weiter. Etwas feilen, etwas optimieren, Neues planen, Neues entdecken. Wer so an seinen Zielen arbeitet, hat sein Gewerbe gefunden.

Gibt es größere Ziele, in die man diese Tätigkeit integrieren kann? Mehr Freude, mehr Familie, mehr Geld, freundlichere Kontakte, interessantere Projekte, größere Projekte? Kann es noch erfüllender werden? Weniger auf der Stelle treten, überflüssige Schritte erkennen und weglassen, geschmeidiger und energieeffizienter vorankommen?

Sicher! Go!

Ohne

Ohne ist oft einfacher als mit, wenn man es nicht unbedingt braucht. Allgemeine Antworten wie diese können helfen, weiterzukommen.

Eigentlich wurden die Oblique-Stategies-Decks für kreative musikalische Prozesse entwickelt. Aber auch Schreiben und Unternehmertum sind kreative Prozesse in denen man häufig auf der Suche nach dem nächsten Schritt ist. Die OS-Karten* sind immer wieder eine gute Möglichkeit, um neue Blickwinkel einzunehmen.

 

*Es gibt sie auch als kostenfreie App.

Knapp

Knapp verpasst. Knapp geschafft. Wie dicht ist das beieinander, wie verschieden das Ergebnis! Knapp kann Leben oder Tod bedeuten. Ganz oder gar nicht. Wer regelmäßig auf knapp spielt, ist ein Spieler. Am Ende hat meist die Bank gewonnen.

Sicher ist der Sichere Weg. Er ist in der Regel zu bevorzugen. Sicher ist der entspannte Weg. Er braucht mehr Vorbereitung, aber nicht unbedingt mehr Energie. Vor allem nicht, um Ziele zu erreichen, die über Meilensteine führen.

Geschichte

Wer auf die Welt kommt, hat sich nicht ausgesucht, wer seine Eltern sind, wo auf der Welt er erscheint und denkt nicht darüber nach, wie die ersten persönlichen Handlungen sein sollen. Alles passiert einfach. Das Baby reagiert mit seiner Genetik, die es nicht selbst ausgewählt hat, auf die Einflüsse der Welt. Und so geht es weiter, Tag für Tag.

Was nicht auftauchen wird, ist der Tag, an dem etwas Zusätzliches in die Person eintaucht, oder aus der Person auftaucht, das sagt: So! Jetzt übernehme ich das Ruder. Jetzt treffe ich mal MEINE Entscheidungen. Dieser Gedanke wäre zu jedem Zeitpunkt ein Resultat des Zusammentreffens von Welteinflüssen mit Geschichte und Genetik des Körperlich-Geistigen der sogenannten Person. Was die Person tut, bleibt ein Reagieren auf das, was mit Körper und Geist in Berührung kommt. Es gibt keinen möglichen Moment, in dem sich das ändern kann. Dies macht es der Person unmöglich, einen selbstbestimmten freien Gedanken zu denken. Jeder Gedanke ist ein Resultat der Geschichte.

Der Wille ist frei, aber er ist von der Person nicht frei gewählt. Welche Konsequenz kann man daraus ziehen? Wir müssen uns nicht verbissen anstrengen und kämpfen. Wir machen unser Leben nicht selbst. Wir sind ein Teil des Ganzen und können in die Beobachterrolle gehen uns uns als dieses Ganze wahrnehmen. Das macht dankbar und entspannt. Dies schafft in der Person Raum, dankbarer und entspannter in der Welt zu Handeln.

 

 

Betrieb

Wenn die Mitte verblasst, bietet sie selbst den Angepasstesten keinen Halt mehr. Wenn die Werte der Mitte von Beliebigkeit verwaschen, werden sie instabil und schwach. Deutliche Werte bieten Halt und Richtung. Es soll ja schließlich irgendwo hingehen. Auch die Konservativen möchten nicht auf der Stelle treten, sondern teils den Status Quo festigen, teils zurück dahin, wo sie nie war.

Das, was wir als Falsch verstehen, bietet uns die Möglichkeit, Stellung zu beziehen und unsere Werte zu erhellen und zu erkennen. Es fordert uns auf, unsere Wahrheit zu prüfen, um unsere Argumente zu schärfen.

Wandel ist unaufhaltsam, er besitzt den Zahn der Zeit. Nichts kann ihm widerstehen. Auch wir müssen unsere Werte und Ziele regelmäßig überprüfen und überarbeiten.

Zusammenkünfte

Was man für sich nicht möchte, das sollte man auch für andere nicht fördern. Dass man von sich auf andere schließt, ist erstmal üblich und gesund. Man räumt anderen den gleichen Status und die gleichen Rechte ein, wie sich selbst. Jedoch:

Der eine mag gern süß, der andere nicht. Einer liebt die körperliche Anstrengung. Einige mögen, dass man für sie entscheidet. Einige mögen nicht, wenn man dauernd fragt, ob sie dies oder das nicht wollen.

Die Verschiedenheit der Menschen ermöglicht, dass sich Gesellschaften und Gruppen ausgleichen und ergänzen. Verschiedene Meinungen und Ambivalenzen sind wichtig – innerhalb einer Person, innerhalb einer Gesellschaft und über Grenzen hinweg. Sie geben dem Geist Freiheit und machen die Welt weit und interessant. Das Prinzip von Yin und Yang ermöglicht uns das Annehmen, weil es ein Ablehnen gibt. Und es ermöglicht uns, den erfüllenden Weg von der Ablehnung zum Annehmen zu gehen.

Lost

Es ist Magie, dass Worte Bedeutungen haben. Auf einfache Weise merkt man das, wenn einem auffällt, dass es Sinn in Worten gibt, der sich nicht übersetzen lässt. Der Film mit dem wunderbaren englischen Titel Spirited Away von Hayao Miyazaki heißt auf deutsch Chihiros Reise ins Zauberland (wohl so, wie im japanischen Original).

Wie auch in seinem tollen Film Prinzessin Mononoke schafft Miyazaki auch hier kein Gut und Böse, sondern verschiedene Ausdrücke von Lebens- bzw. Daseinsformen die miteinander bestehen und sich unweigerlich gegenseitig ins Gebiet schwappen. Daraus wird man vielleicht schwerer schlau, als aus den üblichen Storys, die wir sehen. Aber man wird eher wirklich schlau. Es lohnt, sich diese Filme anzuschauen, auch gern mit Kindern.

Körper

Der Körper ist ein riesiger Apparat. An Außen- und Innenseiten gibt es hunderte und tausende Stellen, die auf verschiedenste Weisen beschädigt sein können. Und bei aktiven Menschen passiert das natürlich auch regelmäßig. Je nachdem, wie stark eine Beschädigung ist, kann sie auch die Psyche beeinflussen.

Die Psyche ist ein sehr komplexes und ein sehr großes, ein regelrecht unfassliches Ding. Dauernd aktiv und am Testen, Fordern, Schachern und ausloten von Grenzen, zieht sie sich leicht größere und kleinere Blessuren zu.

Und eine körperliche Beschädigung kann in den Bereich des Geistigen einschwappen. Umgekehrt natürlich auch: Psyche und Gemüt beeinflussen Muskulatur und Organe.

Aber nicht alles Körperliche ist psychisch und nicht alles Psychische drückt sich auch körperlich aus. Die Aussage, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist steckt ist schlicht falsch. Selbstverständlich die umgekehrten Aussagen genauso. Mit Deutungen, von eigenen und fremden Beeinflussungen von körperlichen und geistigen Unstimmigkeiten sollte man sich so lange zurück halten, bis ein Zusammenhang unübersehbar ist, oder man dringend auf der Suche nach einer Lösung ist.

Grenzen

Wärme regt ab. Kälte regt an. Warm und abgeregt kann der Geist sehr aktiv sein. Man kann halb unbeteiligt beobachten, was die Gedanken zusammentragen. Von Kälte angeregt kann man ruhig und in Frieden sein. Aufmerksam im Moment die Kälte als das spüren, was sie ist, tief atmen und entspannt bleiben. Mit diesem Frieden im Herzen kann man angeregt zur Ruhe kommen.

Die perfekte Energie, die das Yin und Yang beschreibt, ist in vielem, das wir als perfekt empfinden: In der Konsistenz außen hart und innen weich. In der Musik die Kombination von kräftig und sanft. Für die Sinne hebt das Eine das Unwiderstehliche an seinem Gegensatz hervor.

Wer energetisch sein möchte, sollte nicht vergessen auch die Ruhe zu finden. Wer weich und freundlich sein möchte, sollte auch wissen, wie man „Nein“ sagt. Wer gibt, sollte nicht alles Annehmen verweigern. Wer dazu neigt, sich möglichst viele Optionen offen zu halten, sollte sich Rainer Werner Fassbinders häufigen Ausspruch zu Herzen nehmen: Eingrenzungen machen frei.

Fakt

Sehr vieles auf der Welt wird besser. Vor einigen Jahren begannen einige Zeitungen das anzudeuten. Die Einsätze von Politik, NGOs, Unternehmen und Privatleuten lohnen sich,  Armut und Kindersterblichkeit mindern. Ein globaler sozialer Aufstieg findet Seit hunderten Jahren statt.  Und die Aufstiegskurve wird in den letzen 50 Jahren immer steiler.

Wie die Zahlen sind und warum es immer noch weit verbreitet ist, zu glauben, dass alles den Bach runter geht, steht in dem Buch Factfulness von Hans Rosling und seinen Töchtern.

Rosling widerlegt anhand von Zahlen einen weit verbreiteten Konsens. Aber unzählige kleine und unscheinbare Einsätze helfen. Und so ist es auch im Leben: Hier ein Buch, da ein 7-Minute-Training, dort eine Süßigkeit auslassen. Und nach und nach Gewohnheiten ändern. Es summiert sich und zahlt sich aus.

Prozentrechnung 2

Wer 110% gibt, verschwendet wenigstens 10%. Und wer so sein Ziel erreicht, ist am Ende seiner Kräfte.

Bestimmt seine Ziele verfolgen, die Übersicht behalten, immer wieder zur Entspannung zurückkehren – mit Familie, Freunden und allein – und am Ziel noch genug Energie haben, um zu genießen: so tragen die Elemente des Lebens sich gegenseitig. Und mit wenig Kraftaufwand lässt sich viel bewegen.

Tulpen

Wer eine Zwiebel pflanzt, kann ein paar Monate später eine Tulpe ernten. Wer einen Baum möchte, der im Frühjahr strahlt und jährlich eine Ernte abwirft, der braucht mehr Geduld. Ein Baum sieht auch schlechte Jahre, in denen wenig zu ernten ist. Und die Ernte muss beschützt werden, vor Vögeln, Würmern und Läusen. Ein guter Obstbaumschnitt muss erlernt werden. Und natürlich darf man auch das Ernten zum richtigen Zeitpunkt nicht verpassen.

Wer einen Baum pflanzt, der sollte sich nicht beklagen, wenn er ein paar Monate später keine Tulpe ernten kann.

Wachstum

Es ist nicht sinnvoll, einem Baum zu befehlen, schneller zu wachsen. Er wird auch nicht besser gedeihen, indem man ihm vorwirft, wie langsam er wächst.

Und mit uns Menschen ist es sehr ähnlich. Wir können ihnen helfen zu wachsen. Durch ziehen und zerren, schimpfen und erniedrigen werden wir ihr Wachstum nicht fördern. Wir Menschen sind viel mehr Pflanze, als wir meinen.

Weise

Körper und Geist sind von Natur aus träge. Das hat Ramana Maharshi gern in seinem Ashram gesagt, wenn er erklärt hat, warum man die Menschen zum Arbeiten anregen muss. Und er hat Recht. Wir müssen Fahrt aufnehmen.

Sri Nisargadatta Maharaj fragt: Was ist los mit den Menschen? Warum wollen sie immer das, was sie nicht haben und nicht das, was sie haben? Und er hat Recht. Es ist doch herrlich, das zu würdigen, was man hat. Vergleichen ist ein Garant für Unzufriedenheit.

Die Betrachtungen der Weisen über die geistigen Herausforderungen des Alltags sind einfach umzusetzen und hilfreich. Häufig stimmen sie mit dem überein, was man von den amerikanischen Motivationsrednern hört. Und andersherum klingen die Lebenstipps von zeitgenössischen Buddhisten wie Auszügen aus einem NLP-Handbuch.

Reframing ist die Technik, Gegebenheiten aus einer sinnvollen Perspektive zu betrachten. Dem Reframing liegt eine tiefe Erkenntnis über die Wahrheit des Geistigen zugrunde.

Konfrontation

Jemandem Recht zu geben, jemanden sein zu lassen, wie er ist, sich still zu distanzieren: das kann für alle Beteiligten die beste Lösung sein. Häufig sind diese Vorgehensweisen der (Nicht-)Kommunikation von Jetzt auf Gleich die am wenigsten anstrengenden: Keine Argumente, keine Auflistung vergangener Vorfälle, keine Verletzungen, keine Gegenschläge, kein Streit, keine Wut, keine Auslotung der hierarchischen Struktur!

Das klingt sehr verführerisch. Es ist aber häufig nicht der Weg, um gemeinsam das bestmögliche Ziel zu erreichen.

Komplikationen

Chaos verbreitet sich von selbst, wie Unkraut und Verfall. Alles, was aus mehreren Komponenten zusammengesetzt ist, läuft manchmal nicht ganz rund. Und alles, was etwas leistet, braucht Wartung: jedes Auto oder Fahrrad, jede Maschine, jedes Projekt, jedes Team (auch unser inneres Team).

Wer enttäuscht meint, etwas funktioniert gar nicht, weil hier und da mal was klemmt, hat nicht verstanden, dass alles in Bewegung ist und Pflege und Aufmerksamkeit braucht.

Laune

Ein gewisser Humor, der nur für einen selbst da ist, gibt Kraft für eine gewinnende Kommunikation im Zwischenmenschlichen. Und diese Kraft sollte man trainieren und nähren wann und wo immer es möglich ist. Man sollte erst sich bei Laune halten und dann sein Umfeld.

Besonders wichtig ist es, seinen Missmut, Vorwurf oder Groll mit dem Katalysator des Verstandes in Verbindung zu bringen, um ihn zu einem konstruktiven Zukunftsplan umzuwandeln, bevor er an die Öffentlichkeit tritt. Man muss sich sehr davor hüten, seinen Ärger spontan und ungefiltert mit seiner Umwelt in Kontakt kommen zu lassen. Und hingegen jede Möglichkeit nutzen, dies nicht zu tun und konstruktive und diplomatische Wege zu finden.

Baden

Kinder sollen baden, um danach sauber zu sein. Und weil man möchte, dass sie Baden, sind sie häufig schwer in die Wanne zu kriegen. Wenn sie aber erstmal drin sind, finden sie es schön im Wasser und bleiben gern etwas länger. Manchmal sind sie dann schwer wieder aus der Wanne zu kriegen.

Unser denkender Verstand setzt sich bekanntlich aus vielen Persönlichkeiten zusammen. Einige davon sind Kinder. Und viele der Tätigkeiten, die uns gut tun würden, wollen wir erst nicht beginnen, aber wenn wir erstmal drin sind, ist es herrlich.

Es ist gut nicht auf die erstbeste innere Widerrede zu hören. Sondern auch der anderen inneren Persönlichkeit zuzuhören, die sagt: Rein da. Wenn du erstmal drin bist, ist es herrlich!

Allerdings

Wenn ich in Deutschland indisch essen gehe, bin ich immer leicht pikiert, dass das Essen  nicht so gut ist, wie in Indien. Allerdings: wenn es so gut wäre wie in Indien, dann wäre ich auch nicht ganz zufrieden. Es gehört sich doch, dass das Essen dort, wo es ursprünglich herkommt, auch am besten ist. Ich bin in eine Negativzwickmühle getappt. Und nun?

Ich denke, man kann nicht immer Glück haben 🙂

Taub

Häufiges Leben im Betäubungsrausch ist tragisch. Denn Leben bedeutet da zu sein. Je mehr man von seinem Leben mitbekommt, desto besser wird man dem Leben gerecht. Natürlich: wer zu oft im Betäubungsrausch ist, wird nur genau in einem bestimmten Stadium des Rausches das Gefühl haben, richtig da zu sein, und an dem guten Dasein teilzuhaben.

Ob man ein Unternehmen aufbaut oder eine Beziehung, etwas Neues erlernen, oder sich eine essentielle Handlung seines Alltags abgewöhnen möchte: Nach einem mehr oder minder flüchtigen Hoch, muss man durch ein Tal. Wenn dies durchschritten ist, geht es steil bergauf. Go!

Seth Godin* nennt es The Dip.

*(der beste Blog / Newsletter, den ich kenne.)

Meditation

Wahrscheinlich gibt es bessere Methoden, kurzfristig zur Ruhe zu kommen. Möglicherweise führt die Meditation auch weit mehr als 99.9% aller Praktizierenden niemals zu Erleuchtung oder Selbsterkenntnis. Aber es gibt keine andere Praxis, über die man so gut den Strom der Gedanken und ihr Wirken und Trachten kennen lernen kann.

Selbstlos

Ohne die Anderen ist nichts, was es ist. Für die Anderen kleiden wir uns und für die Anderen denken wir uns Argumente aus. Wir bilden uns von den Anderen für die Anderen. Anerkennung und Missgunst bestimmen unsere Gedanken und Taten. Was tun wir nicht alles für Status? Und unser Status ist unsere Position zwischen den Anderen. Immer geht es um das archaische: „Wer hat Vorrechte: wer wird (am besten) ernährt.“ Aber ob wir es wollen oder nicht: Unser Leben ist ein Leben für die Anderen. Sie sind unser Gott.

Und wie einen geliebten Gott, der uns das Leben schenkt – Moment für Moment – sollten wir sie würdigen und ehren.

Persönlichkeiten

Die Stärken von Menschen sind häufig auch ein Grund für ihre persönlichen Schwächen. Das sollte man nicht vergessen, wenn man Kritik übt. Mit vielen Menschen sind wir aufgrund ihrer Stärken in Kontakt. Ein Preis ist, dass wir mit den Schwächen, die aus der Stärke resultieren, lernen sollten umzugehen.

Es gibt viele Situationen, in denen wir profitieren von der Hartnäckigkeit, Freigeistigkeit, Verbohrtheit, Genauigkeit, Spontaneität, Ordnung, Motivation, Akribie, Ernsthaftigkeit, Albernheit und anderen Eigenschaften von Menschen, mit denen wir zu tun haben. Und es ist leicht, sich vorzustellen, wie diese persönlichen Eigenschaften von anderen unsere Nerven und Geduld fordern. Vor allem aber erleichtern und bereichern sie unser Leben.

Inhalte

Es gibt die Möglichkeit ein einzigartiges und erfüllendes Leben zu erleben. 

Einzigartig durch unendliche Kombinationen von Lebensinhalten: Unterkunft, Fortbewegungsmittel, Kleidung – Gefühl, Einstellung, Handlung – Gesundheit, Energie, Vitalität – Lernen, Wissen, Logik.

Erfüllt, wenn die Einzigartigkeit wahrgenommen wird. Unverändert steht das Bewusstsein im Zentrum. Aus dem Bewusstsein entfaltet sich die Wahrnehmung. Sie ist die wahre Bühne der Lebensinhalte.

 

Münzen

Woran messen wir richtig und falsch? Bei Wahrheiten, die nicht mit Zahlen belegt werden können, stimmt meist auch das Gegenteil. Oder die Gegenteile! Denn die Wahrheit ist keine Münze mit zwei Seiten. Je näher man ihr zu kommen scheint, wird sie zu einer Pyramide mit vier Seiten, einem Würfel mit sechs oder mehr Seiten.

Wo Worte im Spiel sind, ist Interpretation. Wo Interpretation ist, sind Blickwinkel. Und die können aus allen Ecken kommen.

Wer weiß, wo er hin will, der weiß aus welchem Winkel er gucken muss.
Und wer in seinen Gedanken festhängt, der kann schauen, wo das Gegenteil auch wahr ist.

Wahnsinn

Ein und dieselbe Handlung kann sehr anders bewertet werden, je nachdem, wer sie ausführt. Was ein 60-jähriger tut, wird anders bewertet, als das, was ein 20-jähriger tut. Auch die selbe Handlung von einem 20-jährigen oder von einem 7-jährigen beurteilen wir sehr verschieden. Keine Wertung ohne Kontext. Wir brauchen Bezugssysteme, um zwischen Brillanz und Wahnsinn unterscheiden zu können. Nichts steht für für sich. Niemand ist ohne Umfeld von Bedeutung. Sich nicht all zu wichtig zu nehmen ist eine Erleichterung.

Ärger

Jedes Vermeiden von Ärger ist eine hervorragende Übung, um bei späteren Ärgernissen, Missgeschicken, dummen Zufällen oder unnötigen Verlusten konstruktiv zu bleiben. Oder wie Thich Nhat Hanh sagt: Wer sich ärgert, trainiert den Ärger. Es einfach mal raus zu lassen ist wie das Nähren einer Sucht.

 

PS: Wer sich noch nie einen Vortrag von Thich Nhat Hanh angehört hat, kann auf den obigen Link klicken und staunen.

Immer

Wohnst du noch oder lebst du schon? war ein genialer Werbeclaim von Ikea. Zwar nervig und pseudophilosophisch, aber unwiderstehlich. Und sofort so kultig geworden, dass es viele erbärmliche Variationskopien in der Werbung gibt.
Und was soll das denn heißen? Was hat das mit Ikea zu tun? Wer über diesen dreisten Claim von Ikea nicht weiter nachdenkt, der zieht den Schnellschluss, dass Ikea für Leben steht. Aber bei Ikea geht es doch eigentlich genau darum, billig und schnell zu wohnen, anstatt ehrlich und wertebasiert zu leben. 

Viel besser gefällt mir der von der Clausthaler-Werbung in den Sprachgebrauch in Umlauf gebrachte Claim: Nicht immer, aber immer öfter. Immer öfter mal ein alkoholfreies Bier trinken. Immer öfter das Richtige tun. Immer öfter freundlich bleiben. Immer öfter die richtigen Wege gehen. Das gefällt mir!

Aufwand

Das Positive zu erhalten ist fast ebenso zeitaufwendig, wie das Schlechte zu bekämpfen. Man tut es allerdings aus einer weit angenehmeren Position heraus. Wohlstand zu erhalten ist mental eine einfachere Aufgabe, als die Gesundheit zu erhalten, weil der Wohlstand quantitativ messbar ist. Aber die Gesundheit ist eine sehr gute Grundlage für alles mögliche Andere, was man erzielen, oder sich erhalten möchte.

Heuschnupfen

Wenn das Wetter schön wird, geht es einigen Leuten schlechter, weil sie Heuschnupfen haben. Wenn diese nun durch die Tage gehen und über das Scheißwetter schimpfen würden, wäre allen klar, dass es eine sehr individuelle Sicht der Dinge ist – eine verständliche Sichtweise, aber nur auf die individuellen Umstände bezogen. Und so kann  man es in den meisten Fällen sehen, wenn Menschen über Dinge schimpfen, die nicht nur sie selbst betreffen.

Intern

Manchmal gibt es keine externe Hilfe. Da muss man selbst sehen, dass man sich von der Stelle bewegt und etwas Strecke macht. Ab und zu muss man schauen, wie man sich aus einer Erstarrung befreit und in Bewegung kommen kann. Dann blühen Lösungen und Perspektiven am Wegesrand, wie Blumen. Wenn wir unserem Internen eine andere Perspektive geben, ändert sich auch das Externe.

Sanft 2

Die sanfte Kraft ist unaufhaltsam. Im Daoismus wird die Kraft des Wassers als die höchste Kraft beschrieben. Und es wird die Widerstandsfähigkeit des Nachgiebigen gelobt, des jungen Baums, der Wind und Wetter durch seine Biegsamkeit überlebt. Sobald etwas alt und fest wird, droht es zu brechen. Wer lernt, in den richtigen Momenten nachzugeben, hat damit häufig die Gelegenheit leicht erkauften Friedens und ein Abschwellen des Egos zu erwerben.

Gegner

Es gibt nicht nur die Flucht nach Vorn. Auch wenn Lebenshilfetipps diese gern stärker betonen, als die Flucht. Unter Umständen ist es ratsam, sich einem übermächtigen Gegner zu ergeben. Und wenn dieser einen Funken Würde besitzt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass er einen in Ruhe lässt, nachdem er bewiesen hat, dass er einen in die Knie zwingen kann.
Wenn er weitergezogen und man wieder in Sicherheit ist, kann man sich auf den nächsten Angriff besser vorbereiten. Oder man kann sich merken, wo die Gefahr lauert. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass man einen anderen, schöneren Weg gehen kann.

Medizin

Ohne die sogenannte Schulmedizin wäre ich nicht mehr am Leben. Den meisten, die in ihrem Leben auch nur einmal ein Antibiotikum nehmen mussten, geht es unter Umständen ähnlich. Die alltägliche Rettung nehmen wir nebenbei entgegen, als wäre sie immer schon da gewesen. Wie wäre es den Tag damit zu beginnen und zu beenden, sich bei der modernen Medizin zu bedanken für den Umstand dank ihrer noch am Leben zu sein Freunden und Familie?

Millionen

Als ich das letzte Mal schriftlich die Frage beantwortet habe, was ich tun würde, wenn ich eine Million Euro bekommen würde, habe ich geschrieben, dass ich mit meiner Frau im Tiergarten spazieren gehen würde. Das haben wir dann bald getan, ohne überraschend eine Million bekommen zu haben. Aber es fühlte sich trotzdem so an.

Wir sind so frei, dass wir die Möglichkeit haben, so vieles zu tun, was wir tun würden, wenn wir alles tun könnten, was wir wollen. Wenn wir uns das klar machen, können wir diese Tätigkeiten mit einem neuen Gefühl von Freiheit erleben.

Freiheit

Wenn man akzeptiert hat, dass es keinen freien Willen gibt, (und damit auch keine separate Persönlichkeit), dann macht das Sich-Entscheiden erst richtig Spaß! Die Person kann das Gefühl von Freiheit und Verantwortung nicht verlassen. Die Person ist frei. Frei von Verantwortung – die sie allerdings höchst selbst tragen muss. Man kann voll dabei sein und die Umstände des Moments betrachten, die Fürs und Widers seiner Abwägungen verfolgen und mit Spannung die Entscheidungen erwarten, die man getroffen haben wird.

Lust

Die Lust nicht in die Schule zu gehen ist für mich unbeschreiblich. Kindern kann und muss man es zumuten. Als Kind ist man hart im Nehmen. Man kennt noch nichts anderes. Außerdem gibt es keine andere Perspektive, keine Alternative.

Es ist aber auch eine große Lust, nicht in anderen misslichen Umständen zu stecken! Thich Nhat Hanh lobt den Umstand, keine Zahnschmerzen zu haben. Es ist schön, wenn man damit gesegnet ist, die geistige Möglichkeit zu haben, sich mit solchen Umdeutungen der erdachten Umstände in den Frieden des Moments zu schleudern, tief und beglückt einzuatmen und zu denken: Danke!

Nuancen

Kleinste Veränderungen oder Variationen führen zu großen Unterschieden. Der Geschmack von Kaffee, auch wenn er immer als Kaffeegeschmack identifizierbar bleibt, setzt sich aus Bohne, Röstgrad, Malgrad, Luftfeuchtigkeit, Brühtemberatur, Brühdruck, Brühdauer und Geschirr zusammen. Und so ist es mit der Wirkung von Koffein: Filterkaffee, Espresso, Mokka, Tee in vielen Nuancen, Koffeintabletten und Energydrinks – die Wirkung von allen Koffeinverbindungen hat eine leicht andere Wirkung.

Es gibt auch sehr viele Arten von Müdigkeit. Die Schläfrige, die Komatische, die Schwache, die Erschöpfte, die Verwirrte, die mit schweren Augen oden mit tränenden Augen.

Wir benutzen ein Wort und wissen, dass es sich um eine Abstraktion handelt. Aber wir können jederzeit eintauchen in eine vielfältige Welt voll feiner und feinster aber hoch interessanter und unterhaltsamer Unterschiede.

Die Nuancen, die unser Gemüt beschäftigen, sind ein bedeutender Teil unserer Persönlichkeit. Und wer die Menschen genau betrachtet findet Leben in unendlichen Facetten.

Bäume

Ich habe mal einen Tipp für Cross-Motorradfahrer gehört, die von ihrer Strecke abgekommen sind und versehentlich in den Wald rasen. Um nicht gegen einen Baum zu fahren, sollen sie nicht auf die Bäume achten, sondern auf die Lücken dazwischen.
Wir sollten dorthin schauen, wo wir hin möchten.

Es heißt, das Unbewusste verstehe keine Verneinungen. Ein Grund, warum Visualisieren ein Hilfsmittel ist, um an seine Ziele zu gelangen ist, dass das Unbewusste empfänglich für Bilder ist. Und man kann kein verneintes Bild denken. Es ist viel einfacher, Lücke zu denken und die Lücke zu sehen und durch die Lücke zu fahren, als Nicht-gegen-den-Baum zu denken, und nicht gegen den Baum zu fahren.

Scheuklappen

Vieles, was wir essen belastet den Körper. Vieles, was wir tun, belastet die Umwelt. Vieles, was wir nicht lernen, hätte uns das Leben erleichtert. Viele Menschen, die wir nicht treffen, hätten unser Leben bereichert.

Wer nicht auf seinem Weg bleibt, wird sein Ziel nicht erreichen. Er wird zwischen zusammenhangslosen Inhalten umherirren und Sinn suchen.

Bei Zweifeln hilft eine einfache Maxime: Einiges fokussieren, vieles ignorieren.

Pflanzen

Ich habe mir gerade erzählen lassen, dass die Menschen in Finnland im Winter, wenn es nicht mehr hell wird, kaum mehr sprechen.

Wenn es im Frühling hell und warm wird, dann blühen die Menschen auf. Sie sind nämlich sehr pflanzlich.

Wir brauchen uns nicht einbilden, dass nur unsere Gedanken unsere Gefühle steuern. Aber wir können uns warm anziehen, wenn es kalt ist. Wir können es hell machen, wenn es meist dunkel ist. Wir können unseren Verstand nutzen, um unsere Gefühle und unsere Einstellung zu beeinflussen.

Zonen

Welche Tiefs bringen einen in die nötige Tiefe, in der wir neue Erkenntnisse finden können? Wichtige Fortschritte machen wir häufig außerhalb unserer Komfortzone. Außerhalb unserer Komfortzone sind wir in Unsicherheit und Ambivalenz. Die Zone des Nichtkomforts ist ein meist selten betretenes Gebiet. Wenn wir uns entwickeln, also verändern möchten, müssen wir dieses Gebiet erforschen. Und wir müssen lernen zu unterscheiden, ob wir mutlos, verzagt und unscharf deprimiert sind, oder ob wir uns gerade in Wirklichkeit mutig auf von uns unerforschten Wegen befinden.

Ein guter Indikator ist, ob wir gerade alles und jeden skeptisch betrachten, oder ob wir verzagt sind und zurück in die Geborgenheit und Sicherheit des Altbekannten möchten.

Wunden

Wenn einem ein Messer im Fuß steckt, braucht man sich nicht zu fragen, ob man sich nicht eigentlich gut fühlen sollte. Es ist okay anzuerkennen, dass man in eine Lage geraten ist, in der man sich mit etwas Schmerz und Bewegungseinschränkung abfinden muss. Ebenso ist es auf psychischer Ebene. Es gibt auch im Geiste so etwas wie Muskelkater, Schürfwunden, Verspannungen und Verletzungen, die Heilungszeit benötigen. Wenn einen etwas erwischt hat, ist es ratsam, sich Erholungszeit zu genehmigen.

 

Gegenüber

Solange kein verbaler oder tätlicher Angriff vorliegt, ist Unfreundlichkeit eine Frechheit. Nicht nur im Servicebereich, sondern immer und überall. Man muss niemands Freund sein. Man muss auch nicht zuvorkommend sein. Freundlichkeit ist ein Zeichen von Respekt. Nicht nur für das unmittelbare Gegenüber, auch für das allgemeine Zusammenleben.

Skiurlaub

Wie entstehen und vergehen Dinge?

Vor 20 Jahren begann mit der Fernsehserie Sopranos eine neue Ära des qualitativ hochwertigen Fernsehens. In den frühen 2000ern wurden die neuen Serien gelobt, als die neue Literatur. Noch zehn Jahre später sind wir nun bei einem leicht angestumpften Netflix-Einerlei gelandet, das wieder stark an das alte Fernsehen erinnert… und HBO präsentiert uns ein zur Soap verwaschenes Game of Thrones. Es gibt wieder Raum für positive Innovation!

Nachdem in den 90ern Pesto als eine Spezialität aus Italien an italienischen Marktständen in Deutschland erhältlich und schnell bekannt wurde, haben grüne Gemische mit schwer definierbarem Geschmack ihren festen Platz in jedem Supermarkt.

Und wie konnte der Ski-Urlaub jemals so populär werden, dass jeder meint, er müsse das mal mitgemacht haben? Ich vermute, der Ski-Urlaub kommt aus einer Zeit, als Fliegen noch teuer war und man eine gute Idee brauchte, wie man zwei Wochen Urlaub in der Kälte halbwegs sinnvoll verbringen kann.

Vieles erregt Aufmerksamkeit, weil es gut ist. Sobald es für alle gemacht wird, mischt es sich als unüberprüft Gutes ins Alltagseinerlei der Mitläufer. Diese Dinge gehen nicht von selbst wieder weg, weil sie nicht gut sind. Sie trödeln erst langsam davon, wenn sie von anderem vermilderten Einerlei verdrängt werden.

Da das Mäßige den Schuss nicht hört und schnell wieder geht, sobald seine Scheinhaftigkeit entlarvt ist, sollte man die Ohren und Augen offen halten und sich stets fragen: Ist das wirklich gut? Will ich das wirklich auch haben? Oder gibt es wirklich Gutes, das nur darauf wartet von mir entdeckt und gewürdigt zu werden.

Erziehung

Mein Sohn sagt, er wisse nicht, was eine Gute Erziehung sei. Aber wahrscheinlich will er nur in Ruhe weiter auf dem Handy spielen. Ich denke, es ist schon mal eine ganz gute Erziehung, das entspannt so hinzunehmen. Man muss auch Kinder (wenigstens in Maßen) machen lassen, was sie ganz besonders gern tun… Solange es mit Konfuzius erstem Gesetz harmoniert: Was du nicht möchtest, was gegen dich getan wird, das tu auch nicht gegen andere.

Wenn man von sich selbst weiß, was man besonders gern tut, dann sollte man es sich auch ab und zu machen lassen. (Auch hier gilt selbstverständlich Konfuzius erstes Gesetz – sogar noch erweitert, dass man auch seinem eigenen Körper nicht antun sollte, was man auch anderen nicht antun würde).

 

Neigungen

Der Weise Ramana Maharshi hat gesagt: Körper und Geist neigen von Natur aus zur Trägheit.

Zig Ziglar hat berühmter Weise gesagt: Das Reinhalten des Denkens hält nicht lange vor. Es ist wie mit dem Duschen: Man macht es nicht einmal gründlich und das reicht dann für die nächsten zehn Jahre. Wir sollten es am besten jeden Tag tun.

Mein Freund Tim sagt: Wenn man keinen Alkohol mehr trinkt, wird man süchtig danach, wie gut man sich fühlt, wenn man nicht getrunken hat.

Wenn man die Möglichkeit hat, (sich oder andere) zu ziehen, zu schieben, anzufeuern, zu bejubeln – die natürliche Trägheit einzudämmen, den Geist zu reinigen und süchtig nach dem Reinen und Positiven zu machen, dann sollte man sie nutzen.

Menschen

Menschen lernen, kommunizieren und bilden wachsende Gesellschaften. Das empfinde ich als Wunder.

Und wenn man bedenkt, wie kompliziert es ist, zu Leben, zu Überleben, sich im Leben und einer sozialen Struktur zurechtzufinden, dann ist es noch ein umso größeres Wunder, wie gut diese Welt funktioniert.

Wasser

Ein paar Mal, während der Entwicklung unserer Firma, haben wir Personen getroffen, von denen wir vermutet haben, dass sie mehr Erfahrung mit Firmenentstehung haben, als wir. Dann haben wir uns vorher zusammengesetzt und all unsere Fragen aufgeschrieben. Wir gingen davon aus, dass diese Person auf jede unserer Fragen eine Antwort hat. Meist waren diese Gespräche befriedigend, aber selten haben wir Antworten auf auch nur einen Bruchteil unserer Fragen bekommen.

Vor kurzem hat mir ein Freund, der seit über zehn Jahren als Professor arbeitet und sich mit gut gebildeten Menschen aus aller Welt unterhält eine interessante Einsicht erzählt. Er sagte: Wenn ich Eins aus diesen Treffen gelernt habe, dann dass alle nur mit Wasser kochen.

Seth Godin formuliert dafür besonders schön ein Fazit. In einem seiner Blogposts sagt er sinngemäß: Die Lösung nach der du so angestrengt suchst, liegt genau vor dir! Es ist nur so: Sie braucht erheblich mehr Arbeit, mehr Einsatz und mehr Durchhaltevermögen, als du gehofft hast.

Magie

Offene Weit- Nichts von Heilig. Es gibt keine effektive Zahlenmystik, kein magisches Voodoo. Es gibt die Macht des Verstandes. Es gibt aber keine Wahrheit hinter der Wahrheit.

Es gab magische Kunsttücke, genannt Siddhis, mit denen indische Gurus ihre Glaubwürdigkeit unterstützten. Sehr schön beschrieben in dem Buch Yogis von Paul Brunton. Auf seiner ausführlichen Suche nach den Weisheiten Indiens in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, gerieht er schließlich an Ramana Maharshi, der ihm trocken mitteilte, dass das größte und einzig brauchbare Siddhi das Verweilen im Moment sei.

Werkzeug

Der denkende Verstand besteht aus Worten. Die Sinne sind Auslöser für unmittelbare Handlungen und Gefühle. Doch in der Reflexion und in der Planung zum Glück kann nur das Werkzeug Wort zum Einsatz kommen. Deshalb müssen wir an unseren Worten feilen, unsere Worte planen und kontrollieren. Bewusste Werte, Ziele, Affirmationen können uns zu dem machen, was wir sein möchten.

Etwas

Nur etwas mehr! Das ist es, was fast jeder will. Und theoretisch hat fast jeder damit recht. In seinem sehr sympathischen Buch The only investment guide you’ll ever need, schreibt Andrew Tobias auch genau das. Es ist das Etwas Mehr, das Freude macht und das Leben frisch hält.

Allerdings: Wenn wir das stetige Etwas Mehr wollen, sollten wir uns langfristig das Viel Viel Mehr wünschen und als Ziel setzen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir auf der Stelle treten, deutlich geringer. Denn für dieses Etwas Mehr, ist der Wille, es zu bekommen, auf Dauer deutlich schwerer zu mobilisieren und aufrecht zu erhalten.

Erleben

Es gibt unterschiedliche Lebensqualitäten. Worin sich diese begründen ist ambivalent. Einerseits ist Lebensqualität nicht in dem zu finden, was die Werbung verspricht. Andererseits wollen am Ende doch alle das gleiche – nämlich Lebensglück.

Was Lebensqualität ausmacht, ist mehr im Empfinden als im Empfundenen begründet: wichtiger ist, als wie gut wir ein Essen empfinden, als wie gut es tatsächlich auf einer messbaren Skala ist.

Und was nützt uns die gesündeste Ernährung, wenn unsere Gesundheit uns nicht darin unterstützt ein glückliches Leben zu führen. Es ist dann also doch kompliziert.

Hierzu passt eine Bemerkung, die ich gerade bei Brian Tracy über Aristoteles gelesen habe:
Der griechische Denker [Aristosteles] beginnt mit der Beobachtung, dass der Wunsch nach Glück so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner der Menschen ist, und
schließt daraus, die Beantwortung der Frage, wie man glücklich
wird, sei Aufgabe der Philosophie.

Ausgedacht

Ich habe sehr gern die Motivations-Tapes von Zig Ziglar gehört. Damals, als seine Hörseminare erschienen sind, haben sie wahrscheinlich 10 – 20 Kassetten gefüllt.

Was mir nach einigen Stunden hören allerdings äußerst unangenehm auffiel, war dass Zig Homosexualität als durch den Glauben an Gott heilbar besprochen hat.
Ich habe mich gefragt, ob dies nun all das Gute und Gütige und Helfende, das er sagt zunichte macht.

Hilfreich reframed hat mir das Seth Godin. Seth erzählt gern, dass er damals wieder und wieder die Zig-Ziglar-Tapes im Auto gehört hat, bis sie durchgeleiert waren. Und wenn er nun seine Bücher und CDs empfiehlt, sagt er, dass Zig Ziglar nach wie vor eine große Hilfe sein kann, auch wenn einige seiner Ansichten extremely outdated seien.

Auch ich empfehle das Hören und Lesen von Motivationssprechern, die mitreißen und Mut machen. Sie helfen gegen Grübeln und Zweifel, sie motivieren, machen dankbar und geben dem Hörer eine positive Einstellung.

 

PS: Natürlich kann und sollte man damit viele Faux-Pas nicht rechtfertigen. Ich denke aber, dass Herr Ziglar nach bestem Wissen und Gewissen gesprochen hat und einfach nur helfen wollte.

Einrichtung

Wenn man es  irgendwie einrichten kann, ist es aus produktiver Sicht sinnvoll, sich ab und zu treiben zu lassen. Scheinbar ziellos mal hier, mal dort herumzustöbern, etwas anfangen und nach ein paar Minuten wieder bleibenlassen, oder mit alten Freunden telefonieren ohne daran zu denken, was man noch zu tun hat.

Und wenn man das Sichtreibenlassen richtig professionell angehen möchte, dann sollte es nicht am Wochenende stattfinden, wo Hardcoreentspannen ohnehin eine der Hauptpflichten des Zielstrebigen ist!

Sich Treibenlassen und Rumtüdeln macht sorglos, frisch und jugendlich. Wohl dosiert ist es das Tüpfelchen auf dem i des Produktivitätsoptimierers.

Pronoia

Falsches Denken ist gefährlich. Denn jeder Gedanke hat den Drang sich zu verwirklichen.

Richtiges Denken ist zuträglich. Wer merkt, dass er sich sorgt, sollte sich überlegen, ob die gegensätzlich positive Entwicklung zur Sorge vielleicht sogar wahrscheinlicher ist.

Gedanken entstehen automatisch. Wenn wir uns ihrer bewusst werden, haben wir eine Chance. Denn man kann sein Denken erziehen: wer sich überlegt, was alles schief laufen könnte, sollte sich überlegen, was alles gut gehen kann und sich auch einreden, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass es passiert.

Jeder Gedanke hat den Drang sich zu verwirklichen. Gedanken verwirklichen Dinge! Und dass Gedanken so mächtig sind, sollte man sich zunutze machen.

 

Zwang

Dinge unter Zwang zu tun ist furchtbar. Der Fluchtinstinkt dominiert die Aufmerksamkeit. Das macht die Tätigkeit, zu der man gezwungen ist umso schwieriger zu erfüllen und die Fluchtinstinkt wächst. Ein Teufelskreis.

Um in diesen nicht hineinzugeraten, richten wir uns die Dinge, die wir tun müssen, am besten so angenehm ein wie möglich. Was auch immer hilft. Ein bequemer Schreibtischstuhl, Arbeitsmaterialien, die Spaß machen, Arbeitskleidung, deren Qualität wir schätzen.

Wenn man sein Leben selbst bestimmen kann, lohnt es sich, sich zu bemühen nicht in Situationen zu kommen, in denen man gezwungen werden kann, etwas zu tun, das einem zuwider ist. Und dafür lohnt es sich, seine Ziele zu kennen. Dann weiß man, dass man nicht in einem sinnlosen Zwang gefangen ist, sondern an der Verwirklichung von etwas arbeitet, das es sich zu erarbeiten lohnt.

 

Handeln

Wie man auch immer zu dem Thema Lebensoptimierung stehen mag: Es gibt in letzter Konsequenz keine Handlungen, die nicht dazu da wären, das Leben (ob kurz- oder langfristig) zu verbessern.

Dies sollte man bei seinen täglichen Handlungen bedenken. So kann man allein durch die Anerkennung der Tatsache, dass in jeder Handlung das Ziel einer Lebensverbesserung steckt, mit minimalem Aufwand viel erreichen.

Essen, sich kleiden, kommunizieren: Um Vieles im Leben kommen wir nicht drumrum.

 

 

König

Noise ist eine abstrakte psychedelische Musik. In der Zeit, in der ich mich mit Noise beschäftigt habe, fand ich keinen besseren Noise-Künstler als Merzbow.

Merzbow ist der Künstlername von Masami Akita. Oder wie er selbst es ausdrückt: Merzbow is the Vegan Straight Edge Noise-Projekt from Masami Akita.

Noise ist wie ein Frequenzwellenbad. Der Lärm kann den eigenen Gedankenlärm ausstellen – so wie Wellen die Spuren im Sand klarspülen. Ob Noise radikal ist, oder ein Statement, oder was das überhaupt ist, kann jeder für sich entscheiden.

Zwei besonders gute, reine Noise-Soloalben von Merzbow: 1930 und Sphere, sind auf John Zorns Label Tzadik erschienen. Eine wunderbare Zusammenarbeit ist die Dubfusion Merzdub mit Jamie Saft. Wer sich mit einem dieser Alben in die Wellen stürzt, kann neue klangliche Weiten erleben.

Stufen

Was für den Fleischesser sein Fleisch ist, ist für den Vegetarier seine Milch. Was für den Vegetarier seine Milch ist, ist für den Veganer sein Flug in den Urlaub. Was für den Fernurlaubsfreund sein Flug ist, ist für den Nichtflieger sein iPhone. Und so geht es weiter. Bevor wir andere anklagen, können wir uns überlegen, wo wir selbst genauso sind. Es bringt nichts, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Tiefe Gewohnheiten oder Belange zu ändern ist unter Umständen eine große Hürde. Wer es häufig schafft, diese Hürden ab und zu zu überwinden kann sich beglückwünschen, anstatt sich über andere zu beklagen.

Rennen

Nach großen Runs habe ich tiefe Tiefs erlebt. Und nach Tiefzeiten unerwartete Runs. Mit den Runs bin ich etwas vorsichtiger geworden, weil die Tiefs nicht angenehm sind. Tiefs finde ich nicht mehr so dramatisch, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass ich sie als ein Tanken von Energie deuten kann.

Wenn ich es einrichten kann, bemühe ich mich um Beständigkeit. Schritt für Schritt und ohne Hast Weitergehen bringt einen auf Dauer am sichersten voran.

Sucht

Wenn man etwas in seinem Leben haben möchte, das weder schädlich ist, noch viel Zeit in Anspruch nimmt, handelt es sich nicht um Sucht. Wenn Zigaretten überall verfügbar wären, nicht schädlich, nichts kosten und niemanden stören würden, dann wäre das Rauchen höchstens eine Macke oder ein Tick. So, wie Kaugummi kauen.

Ein wichtiges Charakteristikum von Sucht ist die Zeit, die sie in Anspruch nimmt. Sucht soll eine Negative und unnötige Abhängigkeit beschreiben. Süchtig ist auch, wer Negatives in Kauf nimmt, um eine eigentlich nutzlose Befriedigung oder eine Betäubung zu erlangen. Die Befriedigung liegt in nichts anderem mehr, als in dem Ernähren der Sucht.

Wer eine angewöhnte Verhaltensweise ändern möchte (z.B. eine Sucht), der kann sich helfen, indem er diese nicht einfach versucht wegzulassen, sondern durch etwas anderes ersetzt. Es ist okay, eine Sucht erstmal durch eine Macke oder einen Tick zu ersetzen. Aber man kann auch eine nutzlose Befriedigung durch eine nützliche Befriedigung ersetzen. Gewohnheiten lassen sich ändern, wenn man es bewusst und zielstrebig angeht.

Style

Dass die meisten Dinge nicht das sind, was sie eigentlich sind, sondern das, was wir uns von ihnen versprechen, ist klar und keine tiefe philosophische Weisheit. Aber doch sollte man über diese Erkenntnis regelmäßig reflektieren. Style ist sozial. Wer soll was über mich denken? Was will ich mir über mich erzählen? Mit wem will ich ähnlich sein, mit wem verschieden?

Ist mein Style angepasst, weil ich mir andere Verschiedenheiten rausnehmen möchte? Möchte ich stark oder sensibel aussehen? Warum?

Wer seine Werte kennt, kann ihnen seine Kleidung anpassen. Wer seine Ziele kennt auch. Wer sich nicht sicher ist, über seine Werte und Ziele, kann sich anhand seiner Kleidung besser kennen lernen. 

Mindset

Es ist schwierig Menschen zu belehren, die selbst gerade belehren möchten. Leicht landet man in einem Gestrüpp aus Rechthabereien. Es ist auch schwierig, sich mit Menschen zu streiten, die sich häufig streiten. Denn diese Menschen sind streitgeübt und Streit ist ihnen zu einer Gewohnheit geworden. So, wie vielen Menschen das Sich-Sorgen zur Gewohnheit geworden ist.

Von Orten, wo die Belehrer und Streiter sind, hält man sich am besten fern. Es gibt genügend Platz für Win-Win um nicht ins Lose-Lose geraten zu müssen.

Menschen

Im Daodejing steht sinngemäß, dass es besser ist, sich selbst zu verstehen, als andere zu durchschauen. Und es stimmt.

Sich selbst zu kennen, zu beeinflussen oder zu ändern sind mächtigere Eigenschaften als die Manipulation anderer. Ramana Maharshi hat gesagt: Wenn einem die Erde zu heiß ist, ist es besser, sich Leder unter die Füsse zu binden, als die ganze Welt mit Leder überziehen zu wollen.

Eine sehr gute Methode, um sich selbst kennen zu lernen, ist es, andere als Spiegel zu benutzen. Wenn man sich über andere ärgert, ist es gut, in sich hineinzuhorchen und sein eigenes Leben zu betrachten: Wo bin ich genauso? Wann mache ich die gleichen Fehler?

Erkenntnis ist ein Schlüssel für eine abgeschlossene Tür zu einer (Auf-)Lösung.

Positivzwickmühle

Manche Praxis wirkt einem so bescheuert oder gewollt, dass man erst einen Effekt merken muss, um sie vor sich selbst selbstbewusst zu rechtfertigen:

Ajahn Brahm wurde von seinem Lehrer Ajahn Chah empfohlen, morgens 20 Mal in den Spiegel zu lächeln. Als ich dieses Lächeln vorm Spiegel die ersten Male ausprobiert habe, war es mir vor mir selbst peinlich. Auch wenn ich es mit vollen 20 Mal nur ein Mal gemacht habe, weiß ich mittlerweile, dass es ein effektives Priming ist, morgens den Lächel- den Freudereflex zu aktivieren.

Falls es nicht klappt, ist es wenigstens eine gute Übung, über den eigenen Schatten zu springen. Und das zu beherrschen ist mindestens so hilfreich, wie positiv in den Tag zu starten. Also eine Positivzwickmühle. Es ist wie mit Affirmationen in Selbsthypnose: Falls die Affirmation nichts bringen sollte, ist die Entspannung der Trance trotzdem eine äußerst angenehm verbrachte Zeit!

30-Zone Berlin

  • leise
  • sicher
  • entspannt
  • geschmeidig
  • fahrradfreundlich

 

  • weniger Schilder
  • übersichtlich

 

  • schöneres Stadtbild
  • besseres Stadtimmage
  • fußgängerfreundlich
  • raserunfreundlich
  • umweltfreundlich

 

Im eigenen Leben ist man nicht auf die irrationalen Entscheidungen anderer angewiesen. Jeder kann gemäß seiner Werte Entscheidungen für sein Leben treffen, die:

  • vereinfachen
  • effektiver machen
  • entspannen
  • froh machen
  • frei machen
  • fit machen
  • freundlich machen
  • dynamisch machen
  • gesund machen
  • persönlichen Erfolg verwirklichen
  • erfüllen

 

Tricks

Gern wird behauptet, dass man durch Meditation weniger Schlaf brauche. Die Wahrheit ist, dass Menschen, die meinen, dass sie mit ihrem zu wenigen Schlaf auskommen sollten, durch Meditation lernen können, genug zu Schlafen, weil sie gesündere Prioritäten im Leben setzten.

Am Ende wollen alle glücklich sein. Doch pauschal mit Glück zu werben ist selbst für Werbung nicht glaubwürdig genug. Also muss man als Werber etwas anbieten, von dem die Leute glauben, dass es sie glücklich machen würde. Wenn das Glück nun durch den beworbenen Artikel von etwas anderem kommt, wird es den Beglückten nicht stören.

Werbung bedient sich Tricks, um die Barrieren des Verstandes zu überwinden. Darf man billige Tricks anwenden, um für das Gute zu werben? Oder anders ausgedrückt: Darf man lügen, um jemanden in eine positive Falle zu locken? Wenn man jemanden damit das Leben rettet, ja. Wenn man jemanden damit zum Leben erweckt, auch! Wenn man Menschen nur Geld und Verstand aus der Tasche ziehen will, nicht.

Milton

Eines der Bücher, die ich häufig gelesen habe, ist Jeffrey Zeigs Mitschrift eines Seminars von Milton H. Erickson. Das Buch hat den sehr schönen Titel Meine Stimme begleitet Sie überall hin. Es gibt einzigartig interessante Einsichten über die Heilungsmöglichkeiten der medizinischen Hypnose und in die echte Menschenkenntnis und Kreativität Ericksons. Allein die Lebensgeschichte Ericksons, die in der Einführung erzählt wird, ist wie ein Wunder. Und seine Weisheit ist fernab von allem Religiösen, Mode-Psychologischen, von NLPlerischer Alleswisserei und theoretischer Philosophie.

Dieses Buch ist voll von wahren Heilungsgeschichten. Es ist eingängig, lehrsam und herzerwärmend erhebend. Wenn ich regelmäßig Bücher an Freunde verschenken würde, wäre dies wahrscheinlich der Titel, den ich am häufigsten verschenkt hätte. Ich werde es noch ein paar Mal lesen. Wer es sich bestellt und die ersten Seiten liest, wird schnell wissen, was ich meine.

Urteile

Wenn man es mit einer Person zu tun hat, (mit einer anderen, oder der eigenen), ist es häufig hilfreich, daran zu denken, wie diese Person ein Baby war und ein Kind und eine Jugendliche. Diese Person hat viele unvermeidliche Stufen und Erfahrungen hinter sich, die ihr vom Leben meist ungebeten präsentiert wurden.

Wer dies ausprobiert, wird merken, dass das eigene spontane Urteil über den Anderen nur ein Spiegel der eigenen Wünsche und momentanen Bedürfnisse ist.

 

Eine andere sehr hilfreiche Vorstellung gegenüber Menschen ist, sich über sie vorzustellen, wie sie sich aus einem inneren Selbstverständnis heraus, liebenswürdig, umsichtig und zuvorkommend anderen gegenüber verhalten.

Diese Visualisierung ist einfach. Wer sich so etwas über die nächsten fünf bis zehn fremden Menschen vorstellt, wird Erstaunliches feststellen.

Kraft

Die Kraft, nicht nur freundlich zu tun, sondern im Herzen freundlich zu bleiben, auch wenn es etwas anstrengend wird. Die Kraft, die Runde zu verlassen, weil man müde ist, obwohl es gerade so nett ist. Die Kraft nein zu sagen, weil man zu erschöpft ist.
Aber auch die Kraft trotzdem weiter zu machen und über den Berg zu kommen. Die Kraft, Dinge mit Würde zu Ende zu bringen.

Abwägen kostet Kraft und man muss es dauernd tun. Jeder durchdachten Handlung geht eine Abwägung voraus. Es lohnt sich, stark zu sein.

Geschichten

Fremdschämen regt mich zum Lachen an. Ich finde es also lustig, wenn ich etwas Peinlichem zuschaue. Hört Hört!! – Aber gleichzeitig kann ich es nicht ertragen. Merkwürdige Ambivalenz. Es macht doch eigentlich Spaß zu lachen.
Und Gewalt, Grusel und Trauer: warum? Weil es schön ist zu sehen, wie Menschen sich befreien. Aber wenn der Held nicht siegt, was dann? Dann ist der Film ein Betrug! Das Drehbuch ist schlecht! Der Autor hat keine Lösung gefunden und es sich leicht gemacht. Menschen zu enttäuschen ist einfach.

Das Nichterinnerte

Was sind die Dinge, an die ich mich nicht erinnere? Woran kann ich mich überhaupt erinnern? An ein Lied, das ich heute gehört habe? An eine Zugfahrt oder an das, was ich gelesen habe? Oder an etwas, worüber ich mich unterhalten habe? Natürlich nicht an jedes Wort und an jede Betonung. Weder von dem, was ich gesagt habe, noch an das, was ich gehört habe. Oder wie ist es erst mit der Erinnerung an die Natur, in der ich spazieren gegangen bin! Ich erinnere mich immer nur an winzige Ausschnitte.
Das, was man erinnert, ist im Verhältnis zu dem, was um einen herum passiert und ist, so wenig, dass es in dem Nichterinnerten eine unendliche Auswahl gibt. Je nachdem, wie tief man ins Detail gehen will. Ich kann mich an keinen der Namen erinnern, die ich in den letzten Tagen in der Zeitung gelesen habe. Ich kann mich nicht erinnern, wie viele Artikel ich gelesen habe.
Ist das Erinnern nicht das wirkliche Wunder und das Nichterinnern das ganz Natürliche. Was sind diese verschwindend geringen Dinge, an die man sich zwischen all dem Nichterinnern erinnert? Erinnerungen sind auserwählte Partikel der Vergangenheit. Erinnerte Bilder, Worte, Momente sind Trophäen des Lebens, des Seins.