Brüche

Häufig schließt die eine Option, eine andere aus. Der Rausch schließt ein langzeitig nüchternes Leben aus. Möglicherweise bricht eine nichtssagende Rauscherfahrung einen wichtigen inneren Prozess im entscheidenden Moment ab. So wie ein Seitensprung in einer Beziehung lang gewachsenes Vertrauen und ein Selbstverständnis der Zusammengehörigkeit brechen kann.

Lebenszeit ist begrenzt. Ein langer Prozess kann wertvoller sein, als Erlebnisse und Kicks.

Harmonie

Unser Lebensinhalt, unsere erreichten und erdachten Ziele, sind organisch. Sie wachsen und entstehen. Karrieren, Beziehungen, Freundschaften, Finanzen, Muskeln und Denkstrukturen wachsen. Wie Pflanzen brauchen sie ein Fundament, Wasser und Licht.

Einiges braucht Pflege und Zuwendung. Anderes wächst stetig und stabil wie ein Baum. Einiges kann geerntet anderes betrachtet werden.

Wie in einem Garten stehen die Dinge, die unser Leben füllen, in Beziehung zueinander. Wenn sie auf harmonisierenden Werten gründen, stehen sie in Symbiose zueinander. Wenn nicht, eifern sie um die bestehenden Ressourcen.

 

Einbahnstraße

Die meisten werden nie erfahren, wie es sich anfühlt, alles verloren zu haben. Keine Unterkunft, keine Freunde, kein Geld, kein Job, keine Perspektive, keine Hintertür. Und auf Probe kann man es nicht erleben. Wahrscheinlich ist es eine weit interessantere und tiefere Erfahrung, als umschwirrt von tollen Freunden und glücklicher Familie jenseits aller Geldsorgen zu leben.

Aber auch wenn es romantisch klingt: niemand möchte dorthin. Wir befinden uns in einer Einbahnstraße. Wir möchten leben. Wachsen, Verbinden, Sprechen, Essen, Lieben, Helfen. Das ist unsere Natur.

Fallen

Der Mensch kommt auf die Welt, mit der Angst abzustürzen. Und die Angst vor Absturz weitet sich vom physischen Fallen zum sozialen und finanziellen Fallen. Morgen beruflich oder finanziell schlechter dastehen als heute, davor haben die Furchtlosesten Angst. Wir definieren uns durch den Status, in dem wir uns zu Hause fühlen und die Dinge, die wir als unser eigen verstehen.

Und so sehr wir wissen, dass dies mehr Leiden als Freude verursacht, hält der Verstand daran fest. Für den Verstand geht es um den Sinn seines Lebens und die Richtung seines Strebens.

Die beste Medizin, die den Boden dieser Angst marode macht und nicht die Leber kaputt macht, ist Meditation.

Stau

Kleine und große Renovierungen, Anschaffungen, Papierkram, etc: heimlich und konstant schleichen sich Dinge ins Leben, die man nicht gern machen möchte. Sie sind nicht dringend, man hat keine Lust sie zu machen und in Gedankengängen, die mit ihnen zu tun haben, tauchen Worte auf wie eigentlich, sollte und nicht jetzt. Irgendwann entsteht ein Stau. Um zu wissen, womit man es zu tun hat, lohnt es sich, eine Liste mit diesen unscheinbaren Begleitern zu erstellen. Keine ToDo-Liste. Erstmal kann man einfach nur aufschreiben, was gerade alles liegen geblieben ist. So stellt sich immerhin schon mal heraus, dass diese Liste endlich ist.

Wo diese Liste nun schon mal existiert, ist es sicher ab und zu ein gutes Gefühl, eine der Dinge zu erledigen. Das kann erfüllender sein, als Ruhe und Suggestion und schafft neue Leichtigkeit.

 

Schreiben

Schreiben für sich selbst ist ein wertvoller Baustein im Leben. So wichtig, wie Ernährung, soziale und örtliches Umfeld, Denken, Meditieren, Selbsthypnose und Bewegung. Das Manifestieren von Worten – schwarz auf weiß führt zum Erkennen und ordnen von Worten.Tagebuch, Morgenseiten, Blog, Erfolgsjournal, MIQ, ToDo-Listen, Reflektionen, Planungen, Werte, Gedichte, Wortsammlungen, Bücher, Dialoge – es gibt viele Schreibansätze und alle sind gut.

Wir bestehen aus Gedanken. Gedanken bestehen aus Worten. Schreiben gibt uns Zugang zu unseren Worten und so gibt das Schreiben uns die Möglichkeit uns zu erkennen und uns bewusst dahin zu verändern, wo wir uns haben wollen.

Verantwortung

Wir sind nicht nur eine Person. Unsere Handlungen wachsen über uns hinaus und potenzieren sich. Als Trinker kommen Freunde und Bekannte, wenn sie Lust haben, zu trinken. Der Trinker trinkt noch mehr und stabilisiert nebenher eine Kultur des Trinkens. Er öffnet die Tür, gibt Richtung und Möglichkeit und Beeinflusst die Möglichkeiten, der Menschen um sich herum. Er stärkt die Alkoholindustrie und jede Industrie möchte Wachsen. Der Nichttrinker schafft eine Kultur des Nichttrinkens.

Um einen Vegetarier herum werden andere Menschen auch zu Vegetariern. Ohne, dass er etwas dafür tun muss. Menschen wollen haben, was andere Menschen auch haben. Menschen tun, was andere Menschen auch tun. Und die Menschen schauen dorthin, wo etwas aus Überzeugung getan wird. Sie lieben es, dorthin zu schauen, wo jemand Stellung bezieht und dann Ja oder Nein zu sagen.

Alles will wachsen. Jeder Gedanke hat den Drang, sich zu verwirklichen. Handlungen, Einstellungen, Stimmungen ziehen Kreise. So bewegen wir Dinge. So sind wir verantwortlich im Kleinen.

Neid

Wer andere beneidet, verspürt ein persönliches Defizit, mit dem der Beneidete nichts zu tun hat. Die Aussage des Neids ist: Ich habe nicht genug, weil ein anderer mehr hat. Für viele Menschen hängt Lebensglück zu stark damit zusammen, mit wem sie sich gerade vergleichen.

Wie wir unsere persönliche Lage bewerten ist von unserem Umfeld abhängig. Es gibt kaum ein Entrinnen. Aber wir können dankbar sein, anstatt uns unglücklichzuvergleichen. Wir können uns Vergleichen, um uns erhaben zu fühlen, oder um uns anzuspornen und auf unseren nächsten Schritt schauen.

Belege

Die vielen Dinge des Lebens: Es ist nicht sinnvoll, sie verstehen zu wollen.  Wer nicht damit beschäftigt ist, zu entstehen, ist damit beschäftig zu vergehen.

Es braucht nicht viele Belege dafür, dass Bob Dylan den Nobelpreis für Literatur verdient hat.

Einer ist der unglaubliche Text, von It’s alright ma, den er mit Anfang 20 geschrieben hat.

But I mean no harm nor put fault
On anyone that lives in a vault
But it’s alright, Ma, if I can’t please him

Nachgeben

Unsere positiven Gewohnheiten und funktionierenden Abläufe sind keine universellen Pflichten. Wenn es sich um keine gefährliche Sucht* handelt, kann ein Nachgeben aus der alltäglichen Routine auszubrechen, eine große Bereicherung sein. Bestenfalls hören wir dabei auf einen dringenden Rat des Unbewussten.

Vielleicht kommt einer unserer Werte zu kurz. Oder das Unbewusste braucht einen großen Teil unserer Energie für einen Durchbruch.

*Rausch- oder Betäubungsmittel, oder Handlungen zum direkten Nachteil anderer, wie körperliche oder verbale Gewalt

Fehler

Wer die Angst vor Fehlern, die uns in der Schule beigebracht wurde, nicht überwindet, wird seinen Sicherheitsradius nicht verlassen.

Wer sich nicht traut, Fehler zu machen, wird kaum in unbekannte Gefilde vordringen, und so Dinge auf neue Weise denken, sagen, entwickeln.

Die Person muss im Wandel bleiben. Sich immer neu erfinden, in die Unsicherheit gehen. So bleibt sie lebendig und frisch.

Missstände

Brian Tracy sagt, man soll Mehrwert schaffen. Egal, ob er einem gerade direkt zugute kommt, oder nicht. Generell soll man es sich zur Angewohnheit machen, Orte in einem besseren Zustand zu verlassen, als man sie vorgefunden hat. Hier einen Schnipsel aufheben, dort ein wenig säubern. Mehrwert schaffen.

Es ist erstmal ungewohnt, wird aber schnell zur Gewohnheit und hebt die Stimmung, wenn man es aus Prinzip und mit Freude tut.

Dylan

Es gibt für die Person weder ein endgültiges Ziel noch Stillstand. Im Scorsese-Netflix-Bob-Dylan-Film Rolling Thunder Revue, sagt Dylan wie nebenbei:

Das Leben ist nicht da, um sich selbst zu finden. Das Leben ist da, um sich selbst zu erfinden.

Suche nicht, wer du bist! Überlege, wer und was du sein willst und mache dich auf den Weg dorthin. Denn die Selbstfindung ist von Zeit unabhängig. Das erfinden der Person ist der Prozess, an dem die Person in Welt und Zeit interessiert ist.

Liebe

In der ZEIT lese ich immer als erstes im Zeitmagazin den Artikel „Frag doch den Therapeuten“. Wolfgang Schmidbauer schreibt dort seine Ansichten zu konkreten Beziehungsproblemen und mir gefällt seine Sicht und seine Beratung sehr. In der aktuellen Zeit hat er seine phänomenale Ansicht zum Thema Liebe geschrieben: […] große Liebe, kleine Liebe, feste Beziehung, Sex ohne Beziehung, Freundschaft mit Sex und manches mehr. Liebe ist Liebe, sie lässt sich nicht durch Definitionen groß oder klein, stark oder schwach, früchtig oder ewig machen. 

 

Gut passend zu meinem gestrigen Blog-Post passt das Zitat aus Tim Ferriss  wöchentlichem Newsletter 5-Bullit-Friday:
“If you wish to improve, be content to appear clueless or stupid in extraneous matters.“
— Epictetus

 

 

 

Tough

Herausforderungen und Gefühle sind Begleiter eines erfüllten Lebens. Wer versucht, große körperliche, emotionale und geistige Anstrengungen konstant so gut es geht zu meiden, ist schlecht gewappnet, wenn es wirklich drauf ankommt.

Wer keine Herausforderungen annimmt, läuft Gefahr, in eine Abwärtsspirale zu geraten. Tatsächlich gibt es keinen Stillstand. Es geht aufwärts oder abwärts.

 

Viel

Wenn einem die Dinge zu viel werden, oder einem gerade über den Kopf wachsen, ist es gut, sich mit der eigenen Verletzbarkeit arrangiert zu haben, um nicht in eine Selbstzweifelpanik zu geraten.

Anders sollte man sich, wenn einem die Dinge nie über den Kopf zu wachsen scheinen fragen, ob man auf Kosten der Höhe seines Schaffens auf die eigene Unverletzbarkeit setzt.

Easy

Take it easy! Enjoy yourself. Das klingt auf englisch leicht und locker. Auf deutsch kann man es kaum sagen, ohne einen ungebetenen Ratschlag und eine überhebliche Empfehlung zu implizieren.

Verschiedene Sprachen funktionieren verschieden. Sie können verschiedene Inhalte transportieren. So ist es auch mit Menschen. Der eine kann Dinge sagen, die völlig anderes wahrgenommen werden, wenn eine andere Person sie sagt.

Wer kein austauschbarer Schauspieler im gesellschaftlichen Diskurs sein möchte, sollte nicht versuchen, andere zu genau zu kopieren. Wichtig ist, dass man seine Wahrhaftigkeit findet: seine persönliche Güte, sein persönliches Mitgefühl, den eigenen Humor, die eigenen Werte und Ziele.

Wer den Mut aufbringt mit den eigenen Verletzbarkeiten zu leben, spart Energie und steigert die Wahrscheinlichkeit ein erfülltes Leben zu führen.

Starr

Manchmal steht man vor einem Berg und schaut hinauf und denkt sich, wie soll ich da bloß hoch kommen? Oder man steht auf einem Berg und schaut hinunter und denkt, hoffentlich falle ich nicht runter. Und Furcht und Trauer erzeugen eine fragile Starre.

In Wirklichkeit gibt es keinen Aufstieg und keinen Fall. Es gibt den nächsten Schritt. Und da sind weder Steilwand noch Abgrund. Und aus der Starre kommt man am besten heraus, indem man (vielleicht vorsichtig) einen Fuß vor den anderen setzt.

Phasen

Wie es Jahreszeiten und Wetterwechsel gibt, sind auch wir okay, vielleicht auf lange Sicht sogar in Höchstform, wenn wir nicht jeden Monat, jede Woche, jeden Tag gleich sind. Es kann Perioden des Schlafs und Zeiten des sehr frühen Aufstehens geben. Phasen des Erforschens und Schaffens und Phasen der Reflektion.

Oft sind wir okay so, wie wir gerade sind, solange wir uns nicht durch Negativität selbst blockieren.

Und natürlich gibt es auch verschiedene Lebensphasen. Ich habe manchmal das Gefühl, dies wird in all den Ratgebern, in denen es um Produktivität geht, vernachlässigt.

Da fand ich es erfrischend, Kevin Kelly im Interview sagen zu hören, das die jungen Leute zwischen 20 und 30 sich nicht schon um Produktivität und Erfolg sorgen sollten. Sie können die Welt und den Rausch, das Leben und ihre persönlichen Interessen erforschen. Danach ist noch Zeit, eine Karriere zu verfolgen.

Kleinkram

Die meisten Dinge, über die wir uns aufregen, sind nicht besonders schlimm. Die Bahn kommt etwas zu spät. Ein Freund kommt zum 5. Mal hintereinander zu spät. Wir standen an der längsten Schlange im Supermarkt und kurz bevor wir dran sind, öffnet eine andere Kasse. Wir bemerken, dass wir 20% mehr bezahlt haben, als jemand anders.

Pema Chödrön sagt in ihrem Vortrag gegen das Ärgern, dass es ein sehr guter Tipp ist, mit genau solchen Kleinigkeiten zu üben, sich nicht zu ärgern: Start with the little things.

MIQ

Josh Waitzkin empfiehlt die MIQ: Die Most Important Question. Es ist nicht immer einfach, sie herauszufinden und es braucht auf jeden Fall Übung. Natürlich ist es eine der größten Hilfen, für alle Bereiche seines Lebens zu wissen, was gerade das Wichtigste ist. Und was zu tun ist, um seine Ziele zu erreichen.

Die MIQ soll man sich abends stellen, am besten noch bevor man zu Bett geht. Direkt nach dem Aufwachen kehrt man zurück und schaut, was das Unbewusste für Antworten gefunden hat.

Disziplin

Wer seine Ernährung umstellen möchte, wer seinen Körper zu Fittness, Kraft und Dehnbarkeit oder seinen Geist für Ruhe und Freundlichkeit, sein Umbewusstes zur Lösungsorientiertheit entwickeln möchte, braucht Disziplin.

Disziplin braucht Planung, Struktur, Willenskraft und ein Ziel, um die Kraft aufbringen zu können, den flatterhaften Geist zu überwinden und zu beginnen. Denn, wie Ramana Maharshi sagte: Körper und Geist sind von Natur aus träge. Am einfachsten macht man es sich, wenn man mit Disziplin Gewohnheiten schafft.

Kontraste

Durstig ist es umso angenehmer etwas zu trinken und hungrig ist ein einfaches Essen eine große Freude. Das ist übrigens einer der unmittelbaren Vorteile des 16/8-Fastens.

Aus Entspannung und Trödelei freudig in eine Schaffensphase zu gleiten ist auch wie ein angenehmes Sich-Fallen-Lassen. Trödelnd eine Menge Wegzuarbeiten kann auch eine besonders effektive Arbeitsweise sein. So wie sanfte Melodien und schnelle Rhythmen sich gegenseitig erheben.

Need

In der Drehbuchtheorie hat die Hauptfigur einen sogenannten Dramatic Need. Psychologisch ist dieser geteilt in den Want und den Need. Der Want ist zum Beispiel der Karrieresprung. Der Need (den sie schließlich auch bekommt) die Freiheit, die sie sich davon verspricht. Auto – Reisen. Hübschen Stereotyp – Liebe. Andere Besiegen – eigene Blockaden überwinden.

Wir stecken dauernd zwischen Wants und Needs. Es gibt im Marketing auch den Spruch: Jeder Euro wird dafür ausgebeben, um etwas glücklicher zu werden. Zum Schluss ist der tatsächliche Need immer Innerer Frieden.

Verhandlung

Eigentlich geht es ums Zusammensein und nicht darum, unseren Willen zu bekommen. In der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg geht es nicht darum, zu bekommen was man möchte. Es ist keine Verhandlungstechnik. Es geht darum, selbst in Frieden bei sich zu bleiben. Und wenn möglich oder nötig, dem Gegenüber das gleiche zu ermöglichen.

Was wir laufend vergessen ist, dass es uns auf lange Sicht immer darum geht, im Frieden zu sein, mit uns selbst und den anderen. Dafür geben wir unser Geld aus, dafür sind wir sozial, dafür gehen wir zur Arbeit.

Auch im Spiel, geht es ums Spielen und nicht ums Gewinnen. Das Gewinnen ist Mittel zum Zweck, um Spielen zu können. Es geht um die Freude am Spiel, ums Dabeisein, um Interaktion, um Kommunikation.

Finsternis

So sehr wir uns manchmal nach Ruhe sehnen mögen: zu viel des Guten ist unerträglich. In absoluter Stille und farbloser Finsternis, in der Camera Silens erfahren Menschen in kürzester Zeit hochgradiges Unwohlsein. Denn Ruhe bedeutet auch, sich im Gewohnten zu befinden. Auch von sich selbst in Ruhe gelassen zu werden, von Gedanken und Vorstellungen. Weil wir dies intuitiv wissen, führt die vermeintliche Ruhe oft zu mehr Input, durch Bilder, Klänge, Worte und Nahrung, als zu einem reduzierteren und ruhigeren Dasein.

Wer merkt, dass er Input mit Ruhe verwechselt, hat gute Möglichkeiten. Doch vorsicht: auch diese müssen erst zu Gewohnten werden, um das Gefühl der ersehnten Ruhe zu bringen. Spazieren, Sport, Atemübungen, Selbsthypnose, Meditation oder Schreiben.

Strom

Wer sich Informationen beschafft, und diese dann nicht nutz, um zu Handeln hat sich die Zeit vertrieben.

Das Leben ohne Internet ist nicht mehr vorstellbar. Das hat man vor kurzem noch über Audio/Video gesagt. Und vor 150 Jahren war die Welt wie wir sie heute kennen eine Welt mit vielen Analphabeten und ohne Strom. Die Explosion von Wissen hat den Preis der Umweltverschmutzung gekostet. Ich glaube, wir das Wissen wird die Umweltverschmutzung einholen.

Aber wir sollten in möglichst vielen Belangen daran arbeiten, dass aus Wissen Handlungen folgen.

Stopp

Manchmal meinen wir, uns sei alles recht. Aber das gilt nur für einen Möglichkeitsraum innerhalb enger Grenzen. Irgendwann wird es jedem zu warm oder kalt, schmerzhaft, langweilig, zynisch, albern, salzig, bitter, scharf oder kitschig. Menschen sind verschieden. Wir dürfen uns zugestehen, dass es uns ab einem gewissen Punkt reicht. Wer meint, er müsste immer noch ein wenig mehr ertragen können, tut sich nicht unbedingt etwas Gutes.

Tricks

Die meisten modernen Optimierungstricks, die zum Beispiel aus den neuesten Erkenntnissen der Ernährungsforschung resultieren sind nette Zusätze im Leben. Es kommt aber nicht der Gamechanger. Man kann es gut an Spitzensportlern sehen. Es gibt Veganer und Pastaliebhaber. Auch Athleten aus der Weltspitze essen mal ein Eis oder trinken einen Energydrink. Der eine ernährt sich so, der andere anders. Keiner stellt fest, dass er seine Leistung um 3% steigert, seit er Bulletproof trinkt, anstatt sein Koffein auf gewohnte Weise zu sich zu nehmen.

Ziele, Trainingspläne, Fokus und Disziplin machen den Spitzensportler aus. Ernährungstricks halten das Gemüt bei Laune.

Chernobyl

In der 5-stündigen HBO-Miniserie Chernobyl* wird die Atomkraftwerk-Katastrophe von 1986 spannend, informativ und unterhaltsam aufgearbeitet.

Sparen an den falschen Stellen und systematische Vertuschung waren die Hauptursachen für dieses Unglück.

Und wie in politischen Systemen, lohnt es sich auch im Individuellen, aufzudecken: an welchen wichtigen Stellen geize ich mit meiner Energie? Wo vertusche ich systematisch?

Finanzielle und gesundheitliche Altersvorsorge? Weiterbildung? Langfristige soziale Kontakte? Umweltbewusstsein? Ethisches Konsumverhalten?

Wenn wir unüberschaubare Systemapparate anklagen, können wir auch bei uns selbst schauen und verstehen.

* Hier ein sehr guter Kommentar.

Überfluss

Überfluss führt auf Dauer zu Unwohlsein. Es ist gut, sich davor zu schützen, wie vor einem Mangel. Wir können uns langsam an ein Mehr gewöhnen und an ein Weniger und uns damit arrangieren. Aber wir können manchmal leichter, manchmal schwieriger herausfinden, ob wir mehr Rückzug oder mehr Sozialkontakt brauchen, mehr Output oder Input, mehr Fokussiertheit oder mehr Treibenlassen.

Wer gerade die richtige Mischung hat, ist im Flow des Lebens. Aber das ist nicht selbstverständlich. Wer fühlt, verweilt, reflektiert – (nicht wer grübelt, zweifelt, und zerredet) – hat gute Chancen, viel in diesem Flow zu sein.

Tag

Tag für Tag weitermachen und gucken, was passiert und wie es weiter geht. Genauer gesagt: Gucken was jetzt ist und sich einzugestehen, dass man nicht weiß, wie sich die Dinge entwickeln. Das ist ein gutes Rezept gegen Sorgen. Es gehört etwas Übung dazu, sich nicht davontragen zu lassen und Missgeschicke, Diagnosen oder Verluste mental in einen unendlichen und undenklichen Terror zu steigern. Wer es aber einige Male geschafft hat, ruhig zu bleiben, abzuwarten und in den Moment zu fühlen wird vielleicht das Glück erleben, dass die Wahrheit im Jetzt das Leben deutlich unkomplizierter macht.

Klischees

Eine große Hürde für das Setzen von Zielen und das Definieren von persönlichen Werten, ist die Angst, sich selbst als bürgerliches Klischee zu erkennen.

Zu erkennen, sich einzugestehen, sich zuzugestehen: Ja: ich will Geld, ich will gemocht werden, ich will rechtschaffen und überlegen sein, ich will schön sein, ich will stark sein. 

Und weil es so abgedroschen klingt, gehört viel Mut dazu, es für sich anzuerkennen und auszusprechen. Doch wer diesen Mut nicht aufbringt, muss üben, sich mit weniger abzufinden.

Ach

Der Tipp, dass man Ziele haben soll, sagt eigentlich nichts besonders aus. Jeder hat Ziele! Sehr häufig – sehr sehr häufig sind diese Ziele leider nicht gut genug. Sie sind so wie: Einfach nur über die Runden kommen.Sich irgendwie überwinden, etwas bestimmtes zu tun. – Jemandem noch dies oder das sagen.

Dies sind unbewußt getroffene Ziele. Ziele, die nicht mit den eigenen Werten übereinstimmen. Ziele, die nur nach dem nächsten kleinen Schritt – dem nächsten knappen Atemzug verlangen. Ziele, denen es genügt, etwas aus einer schlechten Stimmung heraus mit Ach und Krach zu schaffen.

Häufig sind die Ziele der Menschen sogar Ziele, die sie eigentlich gar nicht wirklich anstreben. Sie entstehen aus einer schlechten Stimmung der Perspektivlosigkeit heraus.

Es ist wichtig aufzuschreiben: Was möchte ich gern? Persönlich, sozial, finanziell, zeitlich, körperlich. Nur eine einziges Ziel reicht erstmal. Ein Ziel, zu dem man zu 51% Ja sagen kann.

Gram

Wie wägt man ab: Ab wann wird das Nein zum Ja, oder das Ja zum Nein?

Ab wann meinen wir, dass das eine sich langfristig besser entwickelt, als das andere? Ab wann wird das Nein, unter Berücksichtigung aller Aspekte, gerechter, als das Ja? Wer entscheidet: Zahl oder Intuition? Oder ist die Intuition zahlenbasiert?

Wo Entscheidungen auf der Kippe stehen, helfen Werte, Prinzipien, Entscheidungsfreudigkeit, Mut und eine Lebensführung des Nichtzurückschauens. Wir können aus falschen Entscheidungen lernen, aber es lohnt nicht, sich zu grämen.

Wer merkt, dass er in gewissen Situationen immer wieder an ähnliche Punkte des Haderns gerät, kann die Gelegenheit nutzen, einen Grundsatzentschluss zu treffen.

Jim Rohn schlägt vor: Wenn du dich zwischen zwei Zahlen entscheiden musst, nimm immer die höhere.*

Ich schlage auch etwas vor: Wenn du nicht weißt, was du trinken sollst, nimm Wasser.

 

*wenn man sich hieran halten möchte, braucht man wahrscheinlich noch verfeinernde Zusatzregeln.

Sammeln

Sammeln muss kein Hinterherlaufen nach etwas sein. Sammeln passiert gern automatisch, wenn wir zu unserem Glück gezwungen werden. Und die wichtigsten Erfahrungen, die wir sammeln, sind häufig diejenigen, die wir vermeiden wollten.

Wenn wir unzufrieden hin- und hergrübeln, dann sammeln wir häufig zwangsweise Kraft. Dass wir uns dabei leer, ausgelaugt und mutlos fühlen, liegt daran, dass wir nicht zufrieden mit unserer Motivation und Leistung sind. Wenn wir uns erlauben würden, uns mehr als Gast und Beobachter unserer Taten zu fühlen, gäbe es die Möglichkeit diese Zustände zu genießen und zu würdigen.

 

 

Wählen

Man kann sich oft aussuchen, mit welcher Art Inhalt man sein Gehirn füttert. Das, was ein erfülltes Leben braucht, ist eine Mischung. Friede, Erkenntnis, Ruhe, Freude, Abwechslung, Tiefe, Witz, Hilfsbereitschaft, und so weiter. Wer nur das Eine will und das Andere zu umgehen versucht, wird Unfrieden spüren. Was wir deutlich weniger brauchen, als wir mutwillig aufnehmen, sind: Grusel, Sorge, Angst, Schadenfreude, Verzweiflung, Neid, etc.

Was für und wie viel Presse konsumierst du? Was für Gespräche führst du? Was für Belletristik und Sachbücher liest du? Mit wem vergleichst du dich?

Sich mit Problemen zu beschäftigen ist nur sinnvoll, wenn man auch handeln möchte und effektiv handelt.

Schmuck

Teurer Schmuck präsentiert Status. Ethnischer Schmuck und Modeschmuck präsentieren Persönlichkeit, Zugehörigkeit und Individualität. Zu was habe ich eine Beziehung, was sind meine Werte, wo fühle ich mich sicher, von wem grenze ich mich ab?

Die meisten wollen etwas wohlhabender aussehen, als sie sind. Denn wer viel hat, könnte viel geben und wird deshalb besser behandelt.

Viele wollen neutral aussehen, weil sie nicht wissen, ob sie arm oder reich sind und weil sie in Ruhe gelassen werden wollen.

Einige wollen verbergen, dass sie wohlhabend sind, weil sie nicht von denen, die ihnen nichts geben können, umworben werden möchten.

Jeder hat Gründe für seine Handlungen. Wer herausfindet, was seinen Taten zugrunde liegt, kann seine Werte, seine Ziele und seine Taten korrigieren und besser aufeinander abstimmen. So wird der Weg unbeschwerlicher und glücklicher.

Wiederholungen

Es gibt vieles, von dem man weiß, dass es richtig ist. Und trotzdem tut man es anders. Sich immer wieder mit dem was man nicht mehr tun möchte, oder was man anfangen möchte, zu konfrontieren ist sinnvoll. Wiederholen hilft. Mit Wiederholungen gehen Perspektivwechsel einher. Vor allem bei sich selbst sollte man dran bleiben: Sich immer wieder die Möglichkeit geben, den Absprung zu finden.

Was Umweltschutzmaßnahmen angeht, scheint mir diese Top 10 von WWF UK besonders plausibel.

Vieles kann man nicht oft genug sagen. Auch zu sich selbst nicht.

 

Extrem

Nackt Besuch empfangen? – Warum kleiden wir uns?
Sich rüde verbal erniedrigen lassen? – Ist es uns egal, was andere über uns sagen?
Bei einer Vorstellung als der lauteste Bewunderer auffallen? – Stehen wir zu unseren Gefühlen?

Fürs Theoretische kann es sehr hilfreich sein, Extreme zu bemühen. Ob es darum geht, was man essen mag und was nicht oder generell darum, was man bereit ist zu ertragen: Jeder hat eine Grenze. Niemand isst „alles“ gern. Niemand kommt mit „jedem“ gut aus. In den Weiten des Relativen gibt es Grenzpunkte. Wer diese Grenzpunkte auslotet, kann herausfinden, warum er bestimmte Dinge tut und wie er sie besser tun kann.

 

Knapp

Knapp verpasst. Knapp geschafft. Wie dicht ist das beieinander, wie verschieden das Ergebnis! Knapp kann Leben oder Tod bedeuten. Ganz oder gar nicht. Wer regelmäßig auf knapp spielt, ist ein Spieler. Am Ende hat meist die Bank gewonnen.

Sicher ist der Sichere Weg. Er ist in der Regel zu bevorzugen. Sicher ist der entspannte Weg. Er braucht mehr Vorbereitung, aber nicht unbedingt mehr Energie. Vor allem nicht, um Ziele zu erreichen, die über Meilensteine führen.

Grenzen

Wärme regt ab. Kälte regt an. Warm und abgeregt kann der Geist sehr aktiv sein. Man kann halb unbeteiligt beobachten, was die Gedanken zusammentragen. Von Kälte angeregt kann man ruhig und in Frieden sein. Aufmerksam im Moment die Kälte als das spüren, was sie ist, tief atmen und entspannt bleiben. Mit diesem Frieden im Herzen kann man angeregt zur Ruhe kommen.

Die perfekte Energie, die das Yin und Yang beschreibt, ist in vielem, das wir als perfekt empfinden: In der Konsistenz außen hart und innen weich. In der Musik die Kombination von kräftig und sanft. Für die Sinne hebt das Eine das Unwiderstehliche an seinem Gegensatz hervor.

Wer energetisch sein möchte, sollte nicht vergessen auch die Ruhe zu finden. Wer weich und freundlich sein möchte, sollte auch wissen, wie man „Nein“ sagt. Wer gibt, sollte nicht alles Annehmen verweigern. Wer dazu neigt, sich möglichst viele Optionen offen zu halten, sollte sich Rainer Werner Fassbinders häufigen Ausspruch zu Herzen nehmen: Eingrenzungen machen frei.

Biss

Wer sich mit zwei großen Käfern im Bett nicht so wohl fühlt, wie ohne, der braucht sich um seine psychische Gesundheit keine Sorgen machen. Auch wer mit auch nur einer Spinne ungern den Raum teilt, kann noch das bisschen archaisches Abenteuer in seinem Leben genießen.

Ein Problem hat man, wenn man nicht mehr schlafen kann, weil vielleicht eine Spinne im Raum sein könnte. Oder wenn man gesundheitliche Probleme verschleppt, weil man (z.B.) Angst vor Spritzen hat. Sicher: für Menschen, die solch schwere Ängste haben, dass sie gesundheitlichen Verfall einer Änderung im Leben vorziehen, geht es nicht anders als den meisten Rauchern, die nach vielen Jahren des Rauchens nicht von der Sucht loskommen.

Wer ein Problem dieser Größenordnung hat, der sollte es zu seiner absoluten Priorität im Leben machen, damit umzugehen. Es gibt Hilfe! Auch hier können viele Versuche und verschiedene Ansätze nützlich sein. Bücher (auch für Trinker), Freunde, Hypnotherapeuten. Schreiben: über das Thema, Werte aufschreiben, Ziele aufschreiben, gute Gründe aufschreiben, die einen überzeugen.

Fakt

Sehr vieles auf der Welt wird besser. Vor einigen Jahren begannen einige Zeitungen das anzudeuten. Die Einsätze von Politik, NGOs, Unternehmen und Privatleuten lohnen sich,  Armut und Kindersterblichkeit mindern. Ein globaler sozialer Aufstieg findet Seit hunderten Jahren statt.  Und die Aufstiegskurve wird in den letzen 50 Jahren immer steiler.

Wie die Zahlen sind und warum es immer noch weit verbreitet ist, zu glauben, dass alles den Bach runter geht, steht in dem Buch Factfulness von Hans Rosling und seinen Töchtern.

Rosling widerlegt anhand von Zahlen einen weit verbreiteten Konsens. Aber unzählige kleine und unscheinbare Einsätze helfen. Und so ist es auch im Leben: Hier ein Buch, da ein 7-Minute-Training, dort eine Süßigkeit auslassen. Und nach und nach Gewohnheiten ändern. Es summiert sich und zahlt sich aus.

Prozentrechnung 2

Wer 110% gibt, verschwendet wenigstens 10%. Und wer so sein Ziel erreicht, ist am Ende seiner Kräfte.

Bestimmt seine Ziele verfolgen, die Übersicht behalten, immer wieder zur Entspannung zurückkehren – mit Familie, Freunden und allein – und am Ziel noch genug Energie haben, um zu genießen: so tragen die Elemente des Lebens sich gegenseitig. Und mit wenig Kraftaufwand lässt sich viel bewegen.

Weise

Körper und Geist sind von Natur aus träge. Das hat Ramana Maharshi gern in seinem Ashram gesagt, wenn er erklärt hat, warum man die Menschen zum Arbeiten anregen muss. Und er hat Recht. Wir müssen Fahrt aufnehmen.

Sri Nisargadatta Maharaj fragt: Was ist los mit den Menschen? Warum wollen sie immer das, was sie nicht haben und nicht das, was sie haben? Und er hat Recht. Es ist doch herrlich, das zu würdigen, was man hat. Vergleichen ist ein Garant für Unzufriedenheit.

Die Betrachtungen der Weisen über die geistigen Herausforderungen des Alltags sind einfach umzusetzen und hilfreich. Häufig stimmen sie mit dem überein, was man von den amerikanischen Motivationsrednern hört. Und andersherum klingen die Lebenstipps von zeitgenössischen Buddhisten wie Auszügen aus einem NLP-Handbuch.

Reframing ist die Technik, Gegebenheiten aus einer sinnvollen Perspektive zu betrachten. Dem Reframing liegt eine tiefe Erkenntnis über die Wahrheit des Geistigen zugrunde.

Konfrontation

Jemandem Recht zu geben, jemanden sein zu lassen, wie er ist, sich still zu distanzieren: das kann für alle Beteiligten die beste Lösung sein. Häufig sind diese Vorgehensweisen der (Nicht-)Kommunikation von Jetzt auf Gleich die am wenigsten anstrengenden: Keine Argumente, keine Auflistung vergangener Vorfälle, keine Verletzungen, keine Gegenschläge, kein Streit, keine Wut, keine Auslotung der hierarchischen Struktur!

Das klingt sehr verführerisch. Es ist aber häufig nicht der Weg, um gemeinsam das bestmögliche Ziel zu erreichen.

Laune

Ein gewisser Humor, der nur für einen selbst da ist, gibt Kraft für eine gewinnende Kommunikation im Zwischenmenschlichen. Und diese Kraft sollte man trainieren und nähren wann und wo immer es möglich ist. Man sollte erst sich bei Laune halten und dann sein Umfeld.

Besonders wichtig ist es, seinen Missmut, Vorwurf oder Groll mit dem Katalysator des Verstandes in Verbindung zu bringen, um ihn zu einem konstruktiven Zukunftsplan umzuwandeln, bevor er an die Öffentlichkeit tritt. Man muss sich sehr davor hüten, seinen Ärger spontan und ungefiltert mit seiner Umwelt in Kontakt kommen zu lassen. Und hingegen jede Möglichkeit nutzen, dies nicht zu tun und konstruktive und diplomatische Wege zu finden.

Taub

Häufiges Leben im Betäubungsrausch ist tragisch. Denn Leben bedeutet da zu sein. Je mehr man von seinem Leben mitbekommt, desto besser wird man dem Leben gerecht. Natürlich: wer zu oft im Betäubungsrausch ist, wird nur genau in einem bestimmten Stadium des Rausches das Gefühl haben, richtig da zu sein, und an dem guten Dasein teilzuhaben.

Ob man ein Unternehmen aufbaut oder eine Beziehung, etwas Neues erlernen, oder sich eine essentielle Handlung seines Alltags abgewöhnen möchte: Nach einem mehr oder minder flüchtigen Hoch, muss man durch ein Tal. Wenn dies durchschritten ist, geht es steil bergauf. Go!

Seth Godin* nennt es The Dip.

*(der beste Blog / Newsletter, den ich kenne.)

Selbstlos

Ohne die Anderen ist nichts, was es ist. Für die Anderen kleiden wir uns und für die Anderen denken wir uns Argumente aus. Wir bilden uns von den Anderen für die Anderen. Anerkennung und Missgunst bestimmen unsere Gedanken und Taten. Was tun wir nicht alles für Status? Und unser Status ist unsere Position zwischen den Anderen. Immer geht es um das archaische: „Wer hat Vorrechte: wer wird (am besten) ernährt.“ Aber ob wir es wollen oder nicht: Unser Leben ist ein Leben für die Anderen. Sie sind unser Gott.

Und wie einen geliebten Gott, der uns das Leben schenkt – Moment für Moment – sollten wir sie würdigen und ehren.

Inhalte

Es gibt die Möglichkeit ein einzigartiges und erfüllendes Leben zu erleben. 

Einzigartig durch unendliche Kombinationen von Lebensinhalten: Unterkunft, Fortbewegungsmittel, Kleidung – Gefühl, Einstellung, Handlung – Gesundheit, Energie, Vitalität – Lernen, Wissen, Logik.

Erfüllt, wenn die Einzigartigkeit wahrgenommen wird. Unverändert steht das Bewusstsein im Zentrum. Aus dem Bewusstsein entfaltet sich die Wahrnehmung. Sie ist die wahre Bühne der Lebensinhalte.

 

Immer

Wohnst du noch oder lebst du schon? war ein genialer Werbeclaim von Ikea. Zwar nervig und pseudophilosophisch, aber unwiderstehlich. Und sofort so kultig geworden, dass es viele erbärmliche Variationskopien in der Werbung gibt.
Und was soll das denn heißen? Was hat das mit Ikea zu tun? Wer über diesen dreisten Claim von Ikea nicht weiter nachdenkt, der zieht den Schnellschluss, dass Ikea für Leben steht. Aber bei Ikea geht es doch eigentlich genau darum, billig und schnell zu wohnen, anstatt ehrlich und wertebasiert zu leben. 

Viel besser gefällt mir der von der Clausthaler-Werbung in den Sprachgebrauch in Umlauf gebrachte Claim: Nicht immer, aber immer öfter. Immer öfter mal ein alkoholfreies Bier trinken. Immer öfter das Richtige tun. Immer öfter freundlich bleiben. Immer öfter die richtigen Wege gehen. Das gefällt mir!

Aufwand

Das Positive zu erhalten ist fast ebenso zeitaufwendig, wie das Schlechte zu bekämpfen. Man tut es allerdings aus einer weit angenehmeren Position heraus. Wohlstand zu erhalten ist mental eine einfachere Aufgabe, als die Gesundheit zu erhalten, weil der Wohlstand quantitativ messbar ist. Aber die Gesundheit ist eine sehr gute Grundlage für alles mögliche Andere, was man erzielen, oder sich erhalten möchte.

Intern

Manchmal gibt es keine externe Hilfe. Da muss man selbst sehen, dass man sich von der Stelle bewegt und etwas Strecke macht. Ab und zu muss man schauen, wie man sich aus einer Erstarrung befreit und in Bewegung kommen kann. Dann blühen Lösungen und Perspektiven am Wegesrand, wie Blumen. Wenn wir unserem Internen eine andere Perspektive geben, ändert sich auch das Externe.

Sanft 2

Die sanfte Kraft ist unaufhaltsam. Im Daoismus wird die Kraft des Wassers als die höchste Kraft beschrieben. Und es wird die Widerstandsfähigkeit des Nachgiebigen gelobt, des jungen Baums, der Wind und Wetter durch seine Biegsamkeit überlebt. Sobald etwas alt und fest wird, droht es zu brechen. Wer lernt, in den richtigen Momenten nachzugeben, hat damit häufig die Gelegenheit leicht erkauften Friedens und ein Abschwellen des Egos zu erwerben.

Gegner

Es gibt nicht nur die Flucht nach Vorn. Auch wenn Lebenshilfetipps diese gern stärker betonen, als die Flucht. Unter Umständen ist es ratsam, sich einem übermächtigen Gegner zu ergeben. Und wenn dieser einen Funken Würde besitzt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass er einen in Ruhe lässt, nachdem er bewiesen hat, dass er einen in die Knie zwingen kann.
Wenn er weitergezogen und man wieder in Sicherheit ist, kann man sich auf den nächsten Angriff besser vorbereiten. Oder man kann sich merken, wo die Gefahr lauert. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass man einen anderen, schöneren Weg gehen kann.

Lust

Die Lust nicht in die Schule zu gehen ist für mich unbeschreiblich. Kindern kann und muss man es zumuten. Als Kind ist man hart im Nehmen. Man kennt noch nichts anderes. Außerdem gibt es keine andere Perspektive, keine Alternative.

Es ist aber auch eine große Lust, nicht in anderen misslichen Umständen zu stecken! Thich Nhat Hanh lobt den Umstand, keine Zahnschmerzen zu haben. Es ist schön, wenn man damit gesegnet ist, die geistige Möglichkeit zu haben, sich mit solchen Umdeutungen der erdachten Umstände in den Frieden des Moments zu schleudern, tief und beglückt einzuatmen und zu denken: Danke!

Scheuklappen

Vieles, was wir essen belastet den Körper. Vieles, was wir tun, belastet die Umwelt. Vieles, was wir nicht lernen, hätte uns das Leben erleichtert. Viele Menschen, die wir nicht treffen, hätten unser Leben bereichert.

Wer nicht auf seinem Weg bleibt, wird sein Ziel nicht erreichen. Er wird zwischen zusammenhangslosen Inhalten umherirren und Sinn suchen.

Bei Zweifeln hilft eine einfache Maxime: Einiges fokussieren, vieles ignorieren.

Pflanzen

Ich habe mir gerade erzählen lassen, dass die Menschen in Finnland im Winter, wenn es nicht mehr hell wird, kaum mehr sprechen.

Wenn es im Frühling hell und warm wird, dann blühen die Menschen auf. Sie sind nämlich sehr pflanzlich.

Wir brauchen uns nicht einbilden, dass nur unsere Gedanken unsere Gefühle steuern. Aber wir können uns warm anziehen, wenn es kalt ist. Wir können es hell machen, wenn es meist dunkel ist. Wir können unseren Verstand nutzen, um unsere Gefühle und unsere Einstellung zu beeinflussen.

Zonen

Welche Tiefs bringen einen in die nötige Tiefe, in der wir neue Erkenntnisse finden können? Wichtige Fortschritte machen wir häufig außerhalb unserer Komfortzone. Außerhalb unserer Komfortzone sind wir in Unsicherheit und Ambivalenz. Die Zone des Nichtkomforts ist ein meist selten betretenes Gebiet. Wenn wir uns entwickeln, also verändern möchten, müssen wir dieses Gebiet erforschen. Und wir müssen lernen zu unterscheiden, ob wir mutlos, verzagt und unscharf deprimiert sind, oder ob wir uns gerade in Wirklichkeit mutig auf von uns unerforschten Wegen befinden.

Ein guter Indikator ist, ob wir gerade alles und jeden skeptisch betrachten, oder ob wir verzagt sind und zurück in die Geborgenheit und Sicherheit des Altbekannten möchten.

Gegenüber

Solange kein verbaler oder tätlicher Angriff vorliegt, ist Unfreundlichkeit eine Frechheit. Nicht nur im Servicebereich, sondern immer und überall. Man muss niemands Freund sein. Man muss auch nicht zuvorkommend sein. Freundlichkeit ist ein Zeichen von Respekt. Nicht nur für das unmittelbare Gegenüber, auch für das allgemeine Zusammenleben.

Situationen

Wenn man sich in emotional belasteten Situationen gern anders verhalten würde, kann man Visualisieren, wie man sich in diesen Situationen anders verhält. Es ist allerdings eine große Herausforderung, sich dabei nicht von seinen Emotionen davontragen zu lassen und auf diese Weise gedanklich immer wieder in derselben unangenehmen Situation zu enden*.

Ein ausgezeichneter Trick ist es, sich den gewünschten Verlauf der Situation aufzuschreiben. Und dann die Visualisierung nach Anleitung durchzugehen. So oft, bis man sie kann. Das mag alles in allem 15 Minuten dauern, ist aber ein weitaus effektiverer Vorgang, als sich hilflos zu bemühen, sich eine Situation vorzustellen, in der man von seinen Gefühlen die immer gleichen Bilder und Gedanken serviert bekommt.

 

*Genau aus diesem Grund möchte man sich übrigens häufig nicht mit seinen Defiziten oder Situationen, die einem bevorstehen beschäftigen.

Skiurlaub

Wie entstehen und vergehen Dinge?

Vor 20 Jahren begann mit der Fernsehserie Sopranos eine neue Ära des qualitativ hochwertigen Fernsehens. In den frühen 2000ern wurden die neuen Serien gelobt, als die neue Literatur. Noch zehn Jahre später sind wir nun bei einem leicht angestumpften Netflix-Einerlei gelandet, das wieder stark an das alte Fernsehen erinnert… und HBO präsentiert uns ein zur Soap verwaschenes Game of Thrones. Es gibt wieder Raum für positive Innovation!

Nachdem in den 90ern Pesto als eine Spezialität aus Italien an italienischen Marktständen in Deutschland erhältlich und schnell bekannt wurde, haben grüne Gemische mit schwer definierbarem Geschmack ihren festen Platz in jedem Supermarkt.

Und wie konnte der Ski-Urlaub jemals so populär werden, dass jeder meint, er müsse das mal mitgemacht haben? Ich vermute, der Ski-Urlaub kommt aus einer Zeit, als Fliegen noch teuer war und man eine gute Idee brauchte, wie man zwei Wochen Urlaub in der Kälte halbwegs sinnvoll verbringen kann.

Vieles erregt Aufmerksamkeit, weil es gut ist. Sobald es für alle gemacht wird, mischt es sich als unüberprüft Gutes ins Alltagseinerlei der Mitläufer. Diese Dinge gehen nicht von selbst wieder weg, weil sie nicht gut sind. Sie trödeln erst langsam davon, wenn sie von anderem vermilderten Einerlei verdrängt werden.

Da das Mäßige den Schuss nicht hört und schnell wieder geht, sobald seine Scheinhaftigkeit entlarvt ist, sollte man die Ohren und Augen offen halten und sich stets fragen: Ist das wirklich gut? Will ich das wirklich auch haben? Oder gibt es wirklich Gutes, das nur darauf wartet von mir entdeckt und gewürdigt zu werden.

Erziehung

Mein Sohn sagt, er wisse nicht, was eine Gute Erziehung sei. Aber wahrscheinlich will er nur in Ruhe weiter auf dem Handy spielen. Ich denke, es ist schon mal eine ganz gute Erziehung, das entspannt so hinzunehmen. Man muss auch Kinder (wenigstens in Maßen) machen lassen, was sie ganz besonders gern tun… Solange es mit Konfuzius erstem Gesetz harmoniert: Was du nicht möchtest, was gegen dich getan wird, das tu auch nicht gegen andere.

Wenn man von sich selbst weiß, was man besonders gern tut, dann sollte man es sich auch ab und zu machen lassen. (Auch hier gilt selbstverständlich Konfuzius erstes Gesetz – sogar noch erweitert, dass man auch seinem eigenen Körper nicht antun sollte, was man auch anderen nicht antun würde).

 

Neigungen

Der Weise Ramana Maharshi hat gesagt: Körper und Geist neigen von Natur aus zur Trägheit.

Zig Ziglar hat berühmter Weise gesagt: Das Reinhalten des Denkens hält nicht lange vor. Es ist wie mit dem Duschen: Man macht es nicht einmal gründlich und das reicht dann für die nächsten zehn Jahre. Wir sollten es am besten jeden Tag tun.

Mein Freund Tim sagt: Wenn man keinen Alkohol mehr trinkt, wird man süchtig danach, wie gut man sich fühlt, wenn man nicht getrunken hat.

Wenn man die Möglichkeit hat, (sich oder andere) zu ziehen, zu schieben, anzufeuern, zu bejubeln – die natürliche Trägheit einzudämmen, den Geist zu reinigen und süchtig nach dem Reinen und Positiven zu machen, dann sollte man sie nutzen.

Spezialisten

Man kann fachkundiger Vertreter für die radikale Form einer Religion, eines alternativen Heilverfahrens oder eines ausgeklügelten Wirtschaftskonzeptes sein: wenn die Grundannahmen nicht wahr sind, ist der Rest des Wissens Blendwerk. Wie ein Palast auf Sumpf erbaut. Die Einrichtung mag gemütlich und feudal sein, es mag glitzern und funkeln und alle Freunde sind begeistert. Trotzdem ist der langfristig beste Weg, dort nicht einzuziehen.

Spontan

Gestern sagte ich zu meiner Frau: Ich überlege, ob ich meine Atemübungen machen soll. Sie sagte: Auf jeden Fall. Im Zweifel immer machen!

Und so ist es mit vielem: Laufen gehen? – Ja. Zum Yoga? – Ja. Möchtest du ein Glas Wasser? – Ja! Soll ich meditieren? – Ja. Mit einem alten Freund ins Konzert? – Ja. Aufräumen? – Ja. Mit dem Rad, statt mit dem Auto? Ja.

Komplizierter wird es, wenn man wieder nicht zum Meditieren kommt, wenn man mit der Freundin in ein Konzert gehen könnte. Dann bleibt man am besten bei seinem Plan.

Es ist gut, es sich zur Gewohnheit zu machen, das zu tun, was man sich vorgenommen hat.

Zählen

Es geht immer weiter. Pausen und Innehalten kommen nicht von selbst. Man muss sie aktiv einleiten. Sonst fühlen sie sich an, wie Langeweile und machen rastlos.

Wenn man eigentlich gerade Ruhe hat und merkt, dass der Verstand keine Pause macht, hilft Zählen. Halbwegs im Takt mit dem Atem. Tief Einatmen, Ausatmen 3, 2, 1, 0. Ich spüre meinen Körper 1. Ich bin entspannt und ruhig. Ab jetzt bringt mich jeder Gedanke tiefer in die Ruhe. 2. Ich bin entspannt und ruhig und wenn ich bis 10 gezählt habe, bin ich in einer angenehmen Trance, die mir neuen inneren Raum gibt und mich nachhaltig befriedet. 3. Ich bin ruhig und spüre das Glück und den Frieden in dem mein Leben stattfindet….

Der Inhalt dieser Selbsthypnosen kommt (nach etwas Übung) wie von selbst. Das ist nicht schwierig. Die mal kleinere, mal größere Hürde ist es, „1“ zu sagen.

Rückzug

Der Rückzug ist eine Wunderwaffe. Allein mit dem Sein umgehen zu können ist ein Key-Soft-Skill. Es handelt sich um eine besondere Art des Sich-Treiben-Lassens. Es kann Meditieren, Ausruhen, Spazieren, Schreiben oder Sport sein. Es muss allein sein und den Geschmack des Rückzugs haben. Dann ist es ein Schöpfen an der Quelle des Wertvollsten im Leben.

Werkzeug

Der denkende Verstand besteht aus Worten. Die Sinne sind Auslöser für unmittelbare Handlungen und Gefühle. Doch in der Reflexion und in der Planung zum Glück kann nur das Werkzeug Wort zum Einsatz kommen. Deshalb müssen wir an unseren Worten feilen, unsere Worte planen und kontrollieren. Bewusste Werte, Ziele, Affirmationen können uns zu dem machen, was wir sein möchten.

Etwas

Nur etwas mehr! Das ist es, was fast jeder will. Und theoretisch hat fast jeder damit recht. In seinem sehr sympathischen Buch The only investment guide you’ll ever need, schreibt Andrew Tobias auch genau das. Es ist das Etwas Mehr, das Freude macht und das Leben frisch hält.

Allerdings: Wenn wir das stetige Etwas Mehr wollen, sollten wir uns langfristig das Viel Viel Mehr wünschen und als Ziel setzen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir auf der Stelle treten, deutlich geringer. Denn für dieses Etwas Mehr, ist der Wille, es zu bekommen, auf Dauer deutlich schwerer zu mobilisieren und aufrecht zu erhalten.

Erleben

Es gibt unterschiedliche Lebensqualitäten. Worin sich diese begründen ist ambivalent. Einerseits ist Lebensqualität nicht in dem zu finden, was die Werbung verspricht. Andererseits wollen am Ende doch alle das gleiche – nämlich Lebensglück.

Was Lebensqualität ausmacht, ist mehr im Empfinden als im Empfundenen begründet: wichtiger ist, als wie gut wir ein Essen empfinden, als wie gut es tatsächlich auf einer messbaren Skala ist.

Und was nützt uns die gesündeste Ernährung, wenn unsere Gesundheit uns nicht darin unterstützt ein glückliches Leben zu führen. Es ist dann also doch kompliziert.

Hierzu passt eine Bemerkung, die ich gerade bei Brian Tracy über Aristoteles gelesen habe:
Der griechische Denker [Aristosteles] beginnt mit der Beobachtung, dass der Wunsch nach Glück so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner der Menschen ist, und
schließt daraus, die Beantwortung der Frage, wie man glücklich
wird, sei Aufgabe der Philosophie.

Einrichtung

Wenn man es  irgendwie einrichten kann, ist es aus produktiver Sicht sinnvoll, sich ab und zu treiben zu lassen. Scheinbar ziellos mal hier, mal dort herumzustöbern, etwas anfangen und nach ein paar Minuten wieder bleibenlassen, oder mit alten Freunden telefonieren ohne daran zu denken, was man noch zu tun hat.

Und wenn man das Sichtreibenlassen richtig professionell angehen möchte, dann sollte es nicht am Wochenende stattfinden, wo Hardcoreentspannen ohnehin eine der Hauptpflichten des Zielstrebigen ist!

Sich Treibenlassen und Rumtüdeln macht sorglos, frisch und jugendlich. Wohl dosiert ist es das Tüpfelchen auf dem i des Produktivitätsoptimierers.

Richard Bandler

Wer sich Tim Ferriss anguckt oder Wim Hoff, der weiß, dass Lebensweisheiten, Lifehacks, Eisbäder und extralanges Luftanhalten nicht gegen Haarverlust helfen. Das heißt aber nicht, dass dies alles nicht für vieles andere gut und hilfreich ist.

Etwas wundersamer ist es mit Richard Bandler, einem der Begründer von NLP. Bandler und Grinder haben die Verfahren von drei als besonders erfolgreich geltenden Therapeuten zusammengetragen, zu mini Einzelverfahren extrahiert und NLP genannt.

Wenn ich Bandler in aufgezeichneten Workshops gesehen habe, habe ich ihn als sehr unangenehmen Typen erlebt. Er hat keine linguistischen Tricks benutzt, um Menschen von seinen Verfahren zu überzeugen. Kritiker hat er sogar beschimpft und grob gesagt, sie sollten besser das Seminar verlassen und nicht seine Zeit stehlen, wenn sie noch nicht so weit seien zu kapieren, dass das was er sagt stimmt.

Wer das Herz auf der Strecke lässt, wird von seinem Wissen nicht profitieren. Herz ist wichtiger als Wissen.

 

Pronoia

Falsches Denken ist gefährlich. Denn jeder Gedanke hat den Drang sich zu verwirklichen.

Richtiges Denken ist zuträglich. Wer merkt, dass er sich sorgt, sollte sich überlegen, ob die gegensätzlich positive Entwicklung zur Sorge vielleicht sogar wahrscheinlicher ist.

Gedanken entstehen automatisch. Wenn wir uns ihrer bewusst werden, haben wir eine Chance. Denn man kann sein Denken erziehen: wer sich überlegt, was alles schief laufen könnte, sollte sich überlegen, was alles gut gehen kann und sich auch einreden, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass es passiert.

Jeder Gedanke hat den Drang sich zu verwirklichen. Gedanken verwirklichen Dinge! Und dass Gedanken so mächtig sind, sollte man sich zunutze machen.

 

Streit

Streit funktioniert in emotionalen Potenzen. Wenn ein Thema sich nicht rasend hochschaukeln würde, in ein Aggressions-Richtig-Falsch-Gemisch, würde es sich nicht um einen Streit handeln, sondern um ein Gespräch oder höchstens eine Diskussion.

Streit kann in Gedanken mit sich selbst, oder ausgesprochen mit anderen stattfinden.

Falls das Streitthema sich wiederholt, sollte man sich weigern, sich auf einen erneuten Streit zu dem Thema einzulassen. Lieber sollte man ein Lösungskonzept entwerfen.

Falls das Streitthema sich nicht wiederholt, sondern nur das Streiten dann stimmt etwas anders nicht. Es kann Stress sein, Unzufriedenheit oder die Angewohnheit zu Streiten. Dann muss mindestens eine der Personen Frieden mit oder in sich selbst machen.

Zwang

Dinge unter Zwang zu tun ist furchtbar. Der Fluchtinstinkt dominiert die Aufmerksamkeit. Das macht die Tätigkeit, zu der man gezwungen ist umso schwieriger zu erfüllen und die Fluchtinstinkt wächst. Ein Teufelskreis.

Um in diesen nicht hineinzugeraten, richten wir uns die Dinge, die wir tun müssen, am besten so angenehm ein wie möglich. Was auch immer hilft. Ein bequemer Schreibtischstuhl, Arbeitsmaterialien, die Spaß machen, Arbeitskleidung, deren Qualität wir schätzen.

Wenn man sein Leben selbst bestimmen kann, lohnt es sich, sich zu bemühen nicht in Situationen zu kommen, in denen man gezwungen werden kann, etwas zu tun, das einem zuwider ist. Und dafür lohnt es sich, seine Ziele zu kennen. Dann weiß man, dass man nicht in einem sinnlosen Zwang gefangen ist, sondern an der Verwirklichung von etwas arbeitet, das es sich zu erarbeiten lohnt.

 

Mut

Vertrauen ist einer der wichtigsten Bausteine der Lebensführung. Vertrauen zu finden und sich Vertrauen zu erarbeiten sind Prozesse.

Vertrauen in die Dinge, die man tut. Vertrauen in sich selbst. Vertrauen ins Leben. Vertrauen in das, was man als gut erkennt. Vertrauen, dass das Gute gut ist und man es (wenigstens) ausprobieren sollte.

 

Lärm

Wenn man im Restaurant sitzt und bestellt hat, weil das Kind schon so hungrig ist und von den Aussenrestaurants links und rechts dudelt versetzt Musik. Dann geht die wöchentliche Gesangszeremonie vom Tempel hinter dem Restaurant los und am Strand vor dem Nebenrestaurant wird zu der Vorstellung eines Feuerspuckers geklöppelt. Das Essen kommt mit zu wenigen Tellern für alle und keiner mag das Essen so recht. Was ist dann? Dann mosert man etwas rum, zieht sich zurück und isst das nächste Mal wo anders.

Manchmal hilft kein Reframing. Wenn etwas nicht passt, dann kann es das Beste sein, die Lektion zu nehmen.

Das erinnert mich an die berühmte Antwort eines Meisters an seinen Schüler, der fragte, was er machen soll, weil er sich vom Lärm der Werkstatt unter ihm täglich beim Meditieren gestört fühle: Umziehen.

Handeln

Wie man auch immer zu dem Thema Lebensoptimierung stehen mag: Es gibt in letzter Konsequenz keine Handlungen, die nicht dazu da wären, das Leben (ob kurz- oder langfristig) zu verbessern.

Dies sollte man bei seinen täglichen Handlungen bedenken. So kann man allein durch die Anerkennung der Tatsache, dass in jeder Handlung das Ziel einer Lebensverbesserung steckt, mit minimalem Aufwand viel erreichen.

Essen, sich kleiden, kommunizieren: Um Vieles im Leben kommen wir nicht drumrum.

 

 

Vornahmen

Es ist gut, während des Nachtschlafs sein Unbewusstes gezielt zu beschäftigen. Sonst langweilt es sich und beschert nervige Träume. Besonders gern hat das Unbewusste gute Fragen. Wenn man sie vorm Einschlafen stellt, darf man auf eine baldige Antwort hoffen. Ich habe mich zu dem Thema schon einmal leicht im Spaß geäußert, so dass man es sogar ironisch deuten konnte. Aber tatsächlich ist es mir damit sehr ernst. Vor dem Einschlafen auf die richtige Weise zu denken ist eine nicht zu unterschätzende Lebenshilfe. Verknüpft mit der Technik die richtigen Fragen zu stellen, ist es magisch!

Umwälzen

Es ist schön, mit Freunden eine gute Zeit zu verbringen. Wenn es Schwierigkeiten gibt, oder Probleme, kann man darüber sprechen. Man kann sich beratschlagen. Man kann herausfinden, ob man richtig handelt oder nicht. Man kann auch erzählen zum Reflektieren. Man kann zuhören und verstehen, warum es dem anderen geht, wie es ihm geht und gemeinsam warten, dass die Zeit vergeht, weil manchmal Zeit die Lösung ist.

Aber wie ist es mit dem Problemewälzen als Selbstzweck?

Wer viel Zeit damit verbringt, jemandem seine Probleme darzulegen, der sollte Lösungsansätze annehmen und ausprobieren. Ansonsten vergeudet er die wertvolle Zeit und Energie seines Gegenübers.

Schreiben

Schreiben ist schön. Aber viele Dinge werden besser besprochen als geschrieben. Das wird klar, wenn man das Kommentar-Hin-und-Her aus den (sogenannt) Sozialen Medien oder generell Kommentare im Internet liest.

Kommunikation besteht aus Körperhaltung, Intonation, Worten, Geräuschen, Schweigen und Blicken. Und selbst mit Information aus all diesen Ebenen ist es häufig noch ein Kunstwerk, die richtige Aussage gedeutet zu haben.

WHM

Nachdem ich das Interview von Tim Ferriss mit Wim Hof gehört habe, habe ich diese Techniken ausprobiert. Ich habe damit gerechnet, dass Unglaubliches passiert: Zustände, die ich mir nicht vorstellen kann und vielleicht sogar grundlegend Lebensveränderndes. So ist es, wie es auf den ersten Blick erscheint, nicht gekommen. Aber was heißt schon lebensverändernd? Vor ca. 1,5 Jahren habe ich einen 10 Wochen Wim-Hoff-Audio-Video-Workshop gemacht und kann das Folgende mit Sicherheit sagen:

  • Seitdem bin ich bis auf wenige leichte Erkältungen (kein Husten) nicht mehr krank geworden, auch wenn es alle um mich herum erwischt hat.
  • Ich bin mehrfach 5 bis 10 Minuten in zum Teil eisbedeckten oder eiskaltem Wasser geschwommen. Das ist jedesmal ein großes Erlebnis und erweitert den Horizont, wozu man in der Lage ist.
  • Ich habe ausgeatmet bis 3,5 Minuten die Luft angehalten, eingeatmet bis 5 Minuten. Zwei Mal habe ich erlebt, wie ich auf diese Weise einen Grippe- oder Fieberanflug abgewendet habe.
  • Ich habe einige (allerdings schnell vergängliche) geistig-körperliche Zustände erlebt, die sehr angenehm waren.

WHM braucht (genau wie Meditation, Sport, Selbsthypnose, Weiterbildung, Affirmation) Zeit. Und man muss sich überlegen, wie viel Zeit man wofür aufwenden möchte. Die Methode besteht aus drei Komponenten: Stretching, Atemübungen, Kälte. Stretching mache ich beim Yoga und vor und nach dem Sport. Kalt duschen tue ich meist, wenn ich dusche, aber nicht mehr gezielt mindestens fünf Minuten am Tag. Diesen Winter hatte ich ehrlich gesagt auch manchmal keine Lust, nach einer langen kalten Dusche noch stundenlang leicht nachzufrieren. Die Atemübungen habe ich schon relativ schnell leicht verkürzt. In den letzten Monaten mache ich sie wieder etwas ausfühlicher (ca. 20 – 25min), aber nur ein bis zwei Mal pro Woche. Allerdings auf jeden Fall, wenn Infekte im Umlauf sind.

Da ich diese Methode nun schon relativ lange praktiziere, hätte ich noch einiges dazu zu erzählen. Theoretisch hätte ich auch Lust, sie zu vertiefen, ich habe aber zum Einen keine Lust, an einem Workshop teilzunehmen und zum Zweiten möchte ich auch nicht noch mehr Zeit in etwas investieren, von dem ich nicht weiß, ob es mir einen größeren Nutzen bringen würde als meine derzeitige Praxis. Ich möchte kein WHM-Profi oder Ausbilder werden. Mir reicht es, den gesundheitlichen Effekt der regelmäßigen Kälte und der Atemübungen zu erhalten. Die Zeit, die ich nicht in WHM investiere, möchte ich lieber in Meditation, Reflektion, Weiterbildung und Sport stecken.

Ich empfehle aber jedem, diese Technik auszuprobieren. Wenigstens ist (auch schon das kurze) Kaltduschen von hohem gesundheitlichen Nutzen. Aber auch die Wissenschaft, die hinter den Atemübungen steckt ist erstaunlich.

Sucht

Wenn man etwas in seinem Leben haben möchte, das weder schädlich ist, noch viel Zeit in Anspruch nimmt, handelt es sich nicht um Sucht. Wenn Zigaretten überall verfügbar wären, nicht schädlich, nichts kosten und niemanden stören würden, dann wäre das Rauchen höchstens eine Macke oder ein Tick. So, wie Kaugummi kauen.

Ein wichtiges Charakteristikum von Sucht ist die Zeit, die sie in Anspruch nimmt. Sucht soll eine Negative und unnötige Abhängigkeit beschreiben. Süchtig ist auch, wer Negatives in Kauf nimmt, um eine eigentlich nutzlose Befriedigung oder eine Betäubung zu erlangen. Die Befriedigung liegt in nichts anderem mehr, als in dem Ernähren der Sucht.

Wer eine angewöhnte Verhaltensweise ändern möchte (z.B. eine Sucht), der kann sich helfen, indem er diese nicht einfach versucht wegzulassen, sondern durch etwas anderes ersetzt. Es ist okay, eine Sucht erstmal durch eine Macke oder einen Tick zu ersetzen. Aber man kann auch eine nutzlose Befriedigung durch eine nützliche Befriedigung ersetzen. Gewohnheiten lassen sich ändern, wenn man es bewusst und zielstrebig angeht.

Style

Dass die meisten Dinge nicht das sind, was sie eigentlich sind, sondern das, was wir uns von ihnen versprechen, ist klar und keine tiefe philosophische Weisheit. Aber doch sollte man über diese Erkenntnis regelmäßig reflektieren. Style ist sozial. Wer soll was über mich denken? Was will ich mir über mich erzählen? Mit wem will ich ähnlich sein, mit wem verschieden?

Ist mein Style angepasst, weil ich mir andere Verschiedenheiten rausnehmen möchte? Möchte ich stark oder sensibel aussehen? Warum?

Wer seine Werte kennt, kann ihnen seine Kleidung anpassen. Wer seine Ziele kennt auch. Wer sich nicht sicher ist, über seine Werte und Ziele, kann sich anhand seiner Kleidung besser kennen lernen. 

Mindset

Es ist schwierig Menschen zu belehren, die selbst gerade belehren möchten. Leicht landet man in einem Gestrüpp aus Rechthabereien. Es ist auch schwierig, sich mit Menschen zu streiten, die sich häufig streiten. Denn diese Menschen sind streitgeübt und Streit ist ihnen zu einer Gewohnheit geworden. So, wie vielen Menschen das Sich-Sorgen zur Gewohnheit geworden ist.

Von Orten, wo die Belehrer und Streiter sind, hält man sich am besten fern. Es gibt genügend Platz für Win-Win um nicht ins Lose-Lose geraten zu müssen.

Menschen

Im Daodejing steht sinngemäß, dass es besser ist, sich selbst zu verstehen, als andere zu durchschauen. Und es stimmt.

Sich selbst zu kennen, zu beeinflussen oder zu ändern sind mächtigere Eigenschaften als die Manipulation anderer. Ramana Maharshi hat gesagt: Wenn einem die Erde zu heiß ist, ist es besser, sich Leder unter die Füsse zu binden, als die ganze Welt mit Leder überziehen zu wollen.

Eine sehr gute Methode, um sich selbst kennen zu lernen, ist es, andere als Spiegel zu benutzen. Wenn man sich über andere ärgert, ist es gut, in sich hineinzuhorchen und sein eigenes Leben zu betrachten: Wo bin ich genauso? Wann mache ich die gleichen Fehler?

Erkenntnis ist ein Schlüssel für eine abgeschlossene Tür zu einer (Auf-)Lösung.

Anders

Wer weitermacht, das zu tun, was er bisher getan hat, wird weiterhin bekommen, was er bisher bekommen hat. Das klingt auf deutsch etwas sperrig, ist in der amerikanischen Selbsthilfeliteratur aber ein zu Recht viel zitierter Satz. Und, wie viele andere einfache Leitsätze, ist er es wert, verinnerlicht zu werden.

Wer seit Jahren sein Kind beschimpft, dass es gewisse Dinge anders tun soll, sich aber seit Jahren nichts ändert, tut genau dies.

Wer seit Jahren versucht, mit Diäten abzunehmen, es aber nicht schafft, sollte sich überlegen, ob er eine andere Herangehensweise verfolgen soll.

Wenn eine Technik nicht funktioniert, sollte man sich von ihr trennen! Auch wenn sie einem als einleuchtend und deshalb wirksam erscheint.

Wenn das eigene Leben ausbaufähig erscheint, kann man vieles ändern. Seine Arbeitsweise, seine Ernährung, seine Kommunikation, seinen Schlaf-Wach-Rhythmus, seine Gewohnheiten. Dinge auszuprobieren ist gut. Man erfährt die besten Herangehensweisen und das Leben bleibt interessant.

Die äußeren Umstände des Lebens werden sich nicht ändern, wenn man nicht bereit ist, sich selbst zu ändern.

 

Positivzwickmühle

Manche Praxis wirkt einem so bescheuert oder gewollt, dass man erst einen Effekt merken muss, um sie vor sich selbst selbstbewusst zu rechtfertigen:

Ajahn Brahm wurde von seinem Lehrer Ajahn Chah empfohlen, morgens 20 Mal in den Spiegel zu lächeln. Als ich dieses Lächeln vorm Spiegel die ersten Male ausprobiert habe, war es mir vor mir selbst peinlich. Auch wenn ich es mit vollen 20 Mal nur ein Mal gemacht habe, weiß ich mittlerweile, dass es ein effektives Priming ist, morgens den Lächel- den Freudereflex zu aktivieren.

Falls es nicht klappt, ist es wenigstens eine gute Übung, über den eigenen Schatten zu springen. Und das zu beherrschen ist mindestens so hilfreich, wie positiv in den Tag zu starten. Also eine Positivzwickmühle. Es ist wie mit Affirmationen in Selbsthypnose: Falls die Affirmation nichts bringen sollte, ist die Entspannung der Trance trotzdem eine äußerst angenehm verbrachte Zeit!