Liebe

In der ZEIT lese ich immer als erstes im Zeitmagazin den Artikel „Frag doch den Therapeuten“. Wolfgang Schmidbauer schreibt dort seine Ansichten zu konkreten Beziehungsproblemen und mir gefällt seine Sicht und seine Beratung sehr. In der aktuellen Zeit hat er seine phänomenale Ansicht zum Thema Liebe geschrieben: […] große Liebe, kleine Liebe, feste Beziehung, Sex ohne Beziehung, Freundschaft mit Sex und manches mehr. Liebe ist Liebe, sie lässt sich nicht durch Definitionen groß oder klein, stark oder schwach, früchtig oder ewig machen. 

 

Gut passend zu meinem gestrigen Blog-Post passt das Zitat aus Tim Ferriss  wöchentlichem Newsletter 5-Bullit-Friday:
“If you wish to improve, be content to appear clueless or stupid in extraneous matters.“
— Epictetus

 

 

 

Tough

Herausforderungen und Gefühle sind Begleiter eines erfüllten Lebens. Wer versucht, große körperliche, emotionale und geistige Anstrengungen konstant so gut es geht zu meiden, ist schlecht gewappnet, wenn es wirklich drauf ankommt.

Wer keine Herausforderungen annimmt, läuft Gefahr, in eine Abwärtsspirale zu geraten. Tatsächlich gibt es keinen Stillstand. Es geht aufwärts oder abwärts.

 

Viel

Wenn einem die Dinge zu viel werden, oder einem gerade über den Kopf wachsen, ist es gut, sich mit der eigenen Verletzbarkeit arrangiert zu haben, um nicht in eine Selbstzweifelpanik zu geraten.

Anders sollte man sich, wenn einem die Dinge nie über den Kopf zu wachsen scheinen fragen, ob man auf Kosten der Höhe seines Schaffens auf die eigene Unverletzbarkeit setzt.

Easy

Take it easy! Enjoy yourself. Das klingt auf englisch leicht und locker. Auf deutsch kann man es kaum sagen, ohne einen ungebetenen Ratschlag und eine überhebliche Empfehlung zu implizieren.

Verschiedene Sprachen funktionieren verschieden. Sie können verschiedene Inhalte transportieren. So ist es auch mit Menschen. Der eine kann Dinge sagen, die völlig anderes wahrgenommen werden, wenn eine andere Person sie sagt.

Wer kein austauschbarer Schauspieler im gesellschaftlichen Diskurs sein möchte, sollte nicht versuchen, andere zu genau zu kopieren. Wichtig ist, dass man seine Wahrhaftigkeit findet: seine persönliche Güte, sein persönliches Mitgefühl, den eigenen Humor, die eigenen Werte und Ziele.

Wer den Mut aufbringt mit den eigenen Verletzbarkeiten zu leben, spart Energie und steigert die Wahrscheinlichkeit ein erfülltes Leben zu führen.

Starr

Manchmal steht man vor einem Berg und schaut hinauf und denkt sich, wie soll ich da bloß hoch kommen? Oder man steht auf einem Berg und schaut hinunter und denkt, hoffentlich falle ich nicht runter. Und Furcht und Trauer erzeugen eine fragile Starre.

In Wirklichkeit gibt es keinen Aufstieg und keinen Fall. Es gibt den nächsten Schritt. Und da sind weder Steilwand noch Abgrund. Und aus der Starre kommt man am besten heraus, indem man (vielleicht vorsichtig) einen Fuß vor den anderen setzt.

Miyazaki

Hayao Miyazaki ist in Japan wahrscheinlich jedem ein Begriff. Jeder kennt dort seine Filme. Ich schaue mit meinem Sohn nach und nach seine bekanntesten Filme und staune über seine Dartellung von Mensch, Natur und Mystik. Ich freue mich darauf, die Filme in den nächsten Jahren noch einige Male zu schauen. Heute habe ich Mein Nachbar Totoro gesehen und mich dabei sehr wohl gefühlt. Auch toll Pinzessin Nausicaä, Prinzessin Mononoke, Das wandelnde Schloss und Chihiros Reise ins Zauberland. Ich denke, dass diese Filme für jeden, der gern Filme schaut eine Bereicherung sind.

Phasen

Wie es Jahreszeiten und Wetterwechsel gibt, sind auch wir okay, vielleicht auf lange Sicht sogar in Höchstform, wenn wir nicht jeden Monat, jede Woche, jeden Tag gleich sind. Es kann Perioden des Schlafs und Zeiten des sehr frühen Aufstehens geben. Phasen des Erforschens und Schaffens und Phasen der Reflektion.

Oft sind wir okay so, wie wir gerade sind, solange wir uns nicht durch Negativität selbst blockieren.

Und natürlich gibt es auch verschiedene Lebensphasen. Ich habe manchmal das Gefühl, dies wird in all den Ratgebern, in denen es um Produktivität geht, vernachlässigt.

Da fand ich es erfrischend, Kevin Kelly im Interview sagen zu hören, das die jungen Leute zwischen 20 und 30 sich nicht schon um Produktivität und Erfolg sorgen sollten. Sie können die Welt und den Rausch, das Leben und ihre persönlichen Interessen erforschen. Danach ist noch Zeit, eine Karriere zu verfolgen.

Verhandlungssachen

Wo Zusammenkunft und Kommunikation sind, ist Geben und Nehmen. Das Geben kann das Nehmen von Gesellschaft sein. Das Nehmen kann das Geben von Anerkennung sein. Überall werden Handel getrieben. Handel ist ein Austausch von Werten, die wir zu bieten haben.   

Es ist gut, wenn man weiß, was der andere will. Der direkte Weg ist oft der Beste. Auch in der Kommunikation. Hinschauen, Zuhören, Nachfragen. Wer es lernt, zu verhandeln, der lernt auch, herauszufinden was der andere wirklich will. Das steigert die Möglichkeit einer Win-Win-Situation.

Kleinkram

Die meisten Dinge, über die wir uns aufregen, sind nicht besonders schlimm. Die Bahn kommt etwas zu spät. Ein Freund kommt zum 5. Mal hintereinander zu spät. Wir standen an der längsten Schlange im Supermarkt und kurz bevor wir dran sind, öffnet eine andere Kasse. Wir bemerken, dass wir 20% mehr bezahlt haben, als jemand anders.

Pema Chödrön sagt in ihrem Vortrag gegen das Ärgern, dass es ein sehr guter Tipp ist, mit genau solchen Kleinigkeiten zu üben, sich nicht zu ärgern: Start with the little things.

Ladehemmungen

Fast immer gibt es viele Lösungen für ein Problem. Manchmal hat man Ladehemmungen. Einem fällt einfach nichts gutes ein. Dann kann man sich fragen, wie jemand anders es tun würde. Jemand den man persönlich oder nicht persönlich kennt. Wie würde diese Person das Problem lösen? So kann man es auch versuchen. Wenn das noch nicht reicht, kann man visualisieren, wie diese Person es tut und sich in einer nächsten Visualisierung an ihre Stelle setzen.

MIQ

Josh Waitzkin empfiehlt die MIQ: Die Most Important Question. Es ist nicht immer einfach, sie herauszufinden und es braucht auf jeden Fall Übung. Natürlich ist es eine der größten Hilfen, für alle Bereiche seines Lebens zu wissen, was gerade das Wichtigste ist. Und was zu tun ist, um seine Ziele zu erreichen.

Die MIQ soll man sich abends stellen, am besten noch bevor man zu Bett geht. Direkt nach dem Aufwachen kehrt man zurück und schaut, was das Unbewusste für Antworten gefunden hat.

Disziplin

Wer seine Ernährung umstellen möchte, wer seinen Körper zu Fittness, Kraft und Dehnbarkeit oder seinen Geist für Ruhe und Freundlichkeit, sein Umbewusstes zur Lösungsorientiertheit entwickeln möchte, braucht Disziplin.

Disziplin braucht Planung, Struktur, Willenskraft und ein Ziel, um die Kraft aufbringen zu können, den flatterhaften Geist zu überwinden und zu beginnen. Denn, wie Ramana Maharshi sagte: Körper und Geist sind von Natur aus träge. Am einfachsten macht man es sich, wenn man mit Disziplin Gewohnheiten schafft.

Weltbühne

Wenn wir eine einigermaßen heile Welt unmittelbar vor Augen haben, wollen wir, dass es so bleibt. Aber Dinge verändern sich. Und so bleibt das Weltgeschehen, wie es ist und immer war.

Die Welt nimmt immer ihren Lauf und es bleibt spannend. Denn endlich gibt es die Weltbühne. Sogar mit mehr Organisationen, Projekten, Menschen und Informationen, als man sich je hätte erträumen können. Massensterben, Völkerwanderungen und verrückte Megaherrscher hat es immer gegeben. Und wir erfahren etwas über die Hintergründe. Und wir erfahren nicht erst davon, wenn es schon zu spät ist. 

Wovon wir heute auch erfahren, sind die Dinge, die besser werden: Weltweite Medizinische Versorgung und Katastrophenhilfe, mehr Gleichberechtigung, geringere Kindersterblichkeit, mehr Schulbildung. Selbst wenn die Blase platzt, wird die Menschheit besser dastehen, als vor 200 Jahren.

 

 

Mengzi

Die Welt ist Wandel. Aber einiges bleibt: immer wollen Menschen ihr Gewissen retten. Um das einigermaßen solide zu tun, muss man feste Werte haben. Schmerz, Sterben, Leiden, Leid zufügen, Schmerz zufügen, nicht den Grundlebensstandard zu haben, den viele andere haben: das ist alles schlecht. Gut ist es, besser zu werden und Frieden zu finden. Mengzi* hatte recht, wenn er sagte: Wie es die Natur des Wassers ist, abwärts zu fließen, ist es die Natur des Menschen aufwärts zu streben.

Doch wenn feste Werte ins Relative gemeißelt werden sollen, braucht die hohe Philosophie mehr Worte, als wahr sein können. Wie viele Worte müssen es mindestens sein und wie viele höchstens, um die Wahrheit zu benennen? Ist es ein Satz oder eine Bibliothek?

Wenn Worte in Spiel kommen, gibt es so viele Wahrheiten, wie Wortkombinationen. Jenseits der Worte gibt es nur eine Wahrheit, aber sie kann nicht genannt werden.

 

*Ein sehr zu empfehlender Wikipediabeitrag

 

Geschäfte

Wenn es um Preisverhandlungen geht und man nicht beharrlich genug ist, kann es passieren, dass man einen höheren Preis zahlt als nötig. Wenn man sich allerdings sehr geschickt anstellt, kann es passieren, dass der andere aus Freundlichkeit und Mitgefühl einen besseren Preis anbietet, als er sich leisten kann.

Wenn man verhandelt, sollte man sich überlegen, mit wem man es zu tun hat und ob man seinen Geschäftspartner lieber unterstützen möchte oder ob er es nicht nötig hat. Am besten, man möchte faire Geschäfte machen, mit Menschen, die das selbe möchten. So entsteht Vertrauen, beidseitiges Wachstum und eine gesunde, lange Geschäftsbeziehung. Es ist ein schönes Gefühl, zusammen am gleichen Strang zu ziehen.

Kontraste

Durstig ist es umso angenehmer etwas zu trinken und hungrig ist ein einfaches Essen eine große Freude. Das ist übrigens einer der unmittelbaren Vorteile des 16/8-Fastens.

Aus Entspannung und Trödelei freudig in eine Schaffensphase zu gleiten ist auch wie ein angenehmes Sich-Fallen-Lassen. Trödelnd eine Menge Wegzuarbeiten kann auch eine besonders effektive Arbeitsweise sein. So wie sanfte Melodien und schnelle Rhythmen sich gegenseitig erheben.

Shopping

Je mehr man hat, umso schwieriger wird das Shopping. Wenn man nichts mehr braucht, muss man lange suchen, bis man etwas gefunden hat, das etwas anderes ersetzen kann.

Ähnlich ist es mit Zielen und werten. Nach 10 Jahren ist das meiste erfüllt und etabliert. Aber das verfeinern, Suchen und ersetzten bleibt ein Teil des Lebens.

Need

In der Drehbuchtheorie hat die Hauptfigur einen sogenannten Dramatic Need. Psychologisch ist dieser geteilt in den Want und den Need. Der Want ist zum Beispiel der Karrieresprung. Der Need (den sie schließlich auch bekommt) die Freiheit, die sie sich davon verspricht. Auto – Reisen. Hübschen Stereotyp – Liebe. Andere Besiegen – eigene Blockaden überwinden.

Wir stecken dauernd zwischen Wants und Needs. Es gibt im Marketing auch den Spruch: Jeder Euro wird dafür ausgebeben, um etwas glücklicher zu werden. Zum Schluss ist der tatsächliche Need immer Innerer Frieden.

Ausschnitte

Die Welt hat jedes Individuum perfekt in sich eingepasst. Jedes Individuum wird umgeben mit Eindrücken und Möglichkeiten und verbindet diese mit seinem Willen.

Den Weltausschnitt, in dem wir uns bewegen, haben wir passgenau auf uns zugeschnitten. Hier und da zwickt es mal. Aber im großen und ganzen passt unser Leben um uns herum so gut wie die Kleidung, die wir tragen. Und wir vertragen es so gut, wie das Essen, das wir essen.

Unser Leben ist das Wechselspiel von Ursache und Wirkung.

Gummistiefel

Kurze Hose und Gummistiefel sind im Allgemeinen wahrscheinlich weniger auffällig als Smoking und Lackschuhe. Und wer sich zwischen dem Einen und dem Andren entscheiden müsste, ist vor eine schwere Wahl gestellt. Durch unangemessenes Auftreten erzeugen wir Erklärungsbedarf. Es kostet Zeit, Vertrauen herzustellen, wenn man unnötig aus der Reihe fällt. Angemessen angepasst ist man, wenn man gesehen wird, ohne grell zu sein.

Verhandlung

Eigentlich geht es ums Zusammensein und nicht darum, unseren Willen zu bekommen. In der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg geht es nicht darum, zu bekommen was man möchte. Es ist keine Verhandlungstechnik. Es geht darum, selbst in Frieden bei sich zu bleiben. Und wenn möglich oder nötig, dem Gegenüber das gleiche zu ermöglichen.

Was wir laufend vergessen ist, dass es uns auf lange Sicht immer darum geht, im Frieden zu sein, mit uns selbst und den anderen. Dafür geben wir unser Geld aus, dafür sind wir sozial, dafür gehen wir zur Arbeit.

Auch im Spiel, geht es ums Spielen und nicht ums Gewinnen. Das Gewinnen ist Mittel zum Zweck, um Spielen zu können. Es geht um die Freude am Spiel, ums Dabeisein, um Interaktion, um Kommunikation.

Finsternis

So sehr wir uns manchmal nach Ruhe sehnen mögen: zu viel des Guten ist unerträglich. In absoluter Stille und farbloser Finsternis, in der Camera Silens erfahren Menschen in kürzester Zeit hochgradiges Unwohlsein. Denn Ruhe bedeutet auch, sich im Gewohnten zu befinden. Auch von sich selbst in Ruhe gelassen zu werden, von Gedanken und Vorstellungen. Weil wir dies intuitiv wissen, führt die vermeintliche Ruhe oft zu mehr Input, durch Bilder, Klänge, Worte und Nahrung, als zu einem reduzierteren und ruhigeren Dasein.

Wer merkt, dass er Input mit Ruhe verwechselt, hat gute Möglichkeiten. Doch vorsicht: auch diese müssen erst zu Gewohnten werden, um das Gefühl der ersehnten Ruhe zu bringen. Spazieren, Sport, Atemübungen, Selbsthypnose, Meditation oder Schreiben.

Strom

Wer sich Informationen beschafft, und diese dann nicht nutz, um zu Handeln hat sich die Zeit vertrieben.

Das Leben ohne Internet ist nicht mehr vorstellbar. Das hat man vor kurzem noch über Audio/Video gesagt. Und vor 150 Jahren war die Welt wie wir sie heute kennen eine Welt mit vielen Analphabeten und ohne Strom. Die Explosion von Wissen hat den Preis der Umweltverschmutzung gekostet. Ich glaube, wir das Wissen wird die Umweltverschmutzung einholen.

Aber wir sollten in möglichst vielen Belangen daran arbeiten, dass aus Wissen Handlungen folgen.

Fountainbleau

Wer direkt am Fels bouldert, muss sich im Gegensatz zum Bouldern in der Halle, mit viel Mühe und häufig langatmig, jeden nächsten Griff, Halt, oder Zug erkämpfen. Selbst wenn man an den Chalk-Spuren sieht, wo die Vorgänger gegriffen haben: man weiß nicht, ob der Versuch, dort zu greifen, richtig war.

Und so ist es oft im Leben. Wir wünschen uns Lehrer oder Ratgeber, die uns den ganzen Weg führen können. Nur leider sind diese nicht zur Stelle, wenn wir sie brauchen. Wir müssen uns jeden nächsten Griff mit viel Einsatz erarbeiten, bis das Top eines kleinen Felsens erreicht ist.

Argumente

Totschlagargumente beenden Gespräche unschön. Sie provozieren ein abruptes und unbefriedigendes Ende eines Gesprächs oder eine Grundsatzdiskussion.

Alles ist relativ!
Das ist Schönrednerei!
Es ist schlecht für die Umwelt!

Das kann natürlich alles stimmen. Aber wenn man ein solches Argument benutzt, sollte man sich erstens sicher sein, dass das Gespräch in einer Sackgasse ist und diese Aussage die einzige Notbremse ist und zweitens, dass es in diesem Fall auch wirklich relevant ist und zutrifft.

Stopp

Manchmal meinen wir, uns sei alles recht. Aber das gilt nur für einen Möglichkeitsraum innerhalb enger Grenzen. Irgendwann wird es jedem zu warm oder kalt, schmerzhaft, langweilig, zynisch, albern, salzig, bitter, scharf oder kitschig. Menschen sind verschieden. Wir dürfen uns zugestehen, dass es uns ab einem gewissen Punkt reicht. Wer meint, er müsste immer noch ein wenig mehr ertragen können, tut sich nicht unbedingt etwas Gutes.

Tricks

Die meisten modernen Optimierungstricks, die zum Beispiel aus den neuesten Erkenntnissen der Ernährungsforschung resultieren sind nette Zusätze im Leben. Es kommt aber nicht der Gamechanger. Man kann es gut an Spitzensportlern sehen. Es gibt Veganer und Pastaliebhaber. Auch Athleten aus der Weltspitze essen mal ein Eis oder trinken einen Energydrink. Der eine ernährt sich so, der andere anders. Keiner stellt fest, dass er seine Leistung um 3% steigert, seit er Bulletproof trinkt, anstatt sein Koffein auf gewohnte Weise zu sich zu nehmen.

Ziele, Trainingspläne, Fokus und Disziplin machen den Spitzensportler aus. Ernährungstricks halten das Gemüt bei Laune.

Chernobyl

In der 5-stündigen HBO-Miniserie Chernobyl* wird die Atomkraftwerk-Katastrophe von 1986 spannend, informativ und unterhaltsam aufgearbeitet.

Sparen an den falschen Stellen und systematische Vertuschung waren die Hauptursachen für dieses Unglück.

Und wie in politischen Systemen, lohnt es sich auch im Individuellen, aufzudecken: an welchen wichtigen Stellen geize ich mit meiner Energie? Wo vertusche ich systematisch?

Finanzielle und gesundheitliche Altersvorsorge? Weiterbildung? Langfristige soziale Kontakte? Umweltbewusstsein? Ethisches Konsumverhalten?

Wenn wir unüberschaubare Systemapparate anklagen, können wir auch bei uns selbst schauen und verstehen.

* Hier ein sehr guter Kommentar.

Überfluss

Überfluss führt auf Dauer zu Unwohlsein. Es ist gut, sich davor zu schützen, wie vor einem Mangel. Wir können uns langsam an ein Mehr gewöhnen und an ein Weniger und uns damit arrangieren. Aber wir können manchmal leichter, manchmal schwieriger herausfinden, ob wir mehr Rückzug oder mehr Sozialkontakt brauchen, mehr Output oder Input, mehr Fokussiertheit oder mehr Treibenlassen.

Wer gerade die richtige Mischung hat, ist im Flow des Lebens. Aber das ist nicht selbstverständlich. Wer fühlt, verweilt, reflektiert – (nicht wer grübelt, zweifelt, und zerredet) – hat gute Chancen, viel in diesem Flow zu sein.

Wege

Wenn man einen Weg das erste Mal geht, erscheint er lang. Wenn man ihn zum zweiten Mal geht, wundert man sich.

Wege, die man kennt, erscheinen kürzer. Beim Lernen ist jeder Handgriff, jeder logische Schritt neu. In der Wiederholung beginnen wir, von Meilenstein zu Meilenstein zu springen. So wird der Weg zielstrebig und unbeschwert.

So ist es sinnvoll, sich auch Wege, die man noch nicht gegangen ist, vorher in Meilensteine zu unterteilen. So bleibt ein Ziel in Reichweite – Meilenstein für Meilenstein.

 

Kampf

Zu Zweifeln ist immer einfach, zu einfach. Zweifel machen Handlungen zäh, sie sind ziehend und zurückhaltend.

Wenn wir wissen, dass wir das Richtige tun, sind wir mutig und stark. Ich vermute, es ist einfach, in den sicheren Tod zu gehen, wenn man damit sein Kind retten kann.

Zu Zweifeln ist einfach. Und zuversichtlich deuten wir diese so wohl überlegten Zweifel viel zu häufig als umsichtig und vorausschauend. Dabei sollten wir viel öfter für jedes Prozent Zuversicht und Überzeugung kämpfen. Nichts gibt uns so viel Kraft, wie die Gewissheit, das Richtige zu tun.

Schön

Ein Klassiker der Totschlagargumente ist die Unterstellung, jemand würde etwas Schönreden. Doch es stimmt: man kann Gegebenheiten aus verschiedenen Blickwinkeln deuten. Häufig ist es sinnvoll, ein Schicksal als Chance zu deuten, oder negative Aussagen mit sinnvollen Vergleichen in Relation zu setzen, um herauszufinden, ob sie wirklich so negativ sind, wie sie dargestellt wurden.

 

Erschöpfung

Schmerz und Erschöpfung können angenehme Erfahrungen sein. Der Schmerz von Muskelkater ist eine Trophäe. Die Erschöpfung nach getaner Leistung ist die gesunde Auflösung eines Spannungsbogens.

Wer sich häufig ausgelaugt fühlt, ohne das Gefühl zu haben, etwas geleistet zu haben, der hat entweder einen Mangel an Vitaminen oder Nährstoffen. Oder es gibt in dessen Leben Anstrengungen, die er nicht bemerkt.

Bindung

Wir sind gebunden. Wir können unseren Blickwinkel ändern, aber wir sind immer in einem Netz von Beziehungen gebunden, aus dem sich und in dem sich unsere Werte abspielen. Wer dies versteht, kann Freiheit finden. Freiheit außerhalb von Verstand und Konvention. Der Haken ist, dass das Loslassen von der Person nicht von der Person getan wird. Wer tut es dann? Ramana Maharshi sagt, wir sollen uns die Frage stellen: Wer bin ich?

Ich denke, die Fragen sollte heißen: Was ist ich? Was ist die Person, wenn es keinen freien Willen gibt.

Prozess

Prozesse in Gang zu setzten und aufrecht zu erhalten ist eine Tätigkeit, die viel Beharrlichkeit braucht. Es ist relativ normal, dass Vorhaben ca. 5x so lange brauchen, wie geplant. Erst recht, wenn mehrere Parteien involviert sind. Dazu kommt, dass man trotz längerer Tätigkeitspausen, in denen man auf Ergebnisse wartet, mental am Ball bleiben muss. Die Zeit hat ihre eigene Vorstellung von sich. Das müssen wir manchmal akzeptieren und einfach weiter machen.

Raum

Von Berlin bin ich schneller in Mumbai als in der Bretagne. In Indien können dann aber die letzten 150 Kilometer 8 Stunden dauern. Wo man mit welchem Verkehrsmittel hin möchte, ist eine Sache. Wie die Grundlage dafür ist, ist eine andere. Ein schnelles Auto nützt nicht viel ohne gute Straßen. Ein Flugzeug nützt nichts ohne Flughafen.

Mit den besten Ideen kommt man nicht weit, wenn man sie nicht verständlich kommunizieren kann. Welche Worte man auf welche Weise an wen richtet, ist häufig ausschlaggebend dafür, wie schnell man mit seinen Vorstellungen und Ideen vorankommt.

Tag

Tag für Tag weitermachen und gucken, was passiert und wie es weiter geht. Genauer gesagt: Gucken was jetzt ist und sich einzugestehen, dass man nicht weiß, wie sich die Dinge entwickeln. Das ist ein gutes Rezept gegen Sorgen. Es gehört etwas Übung dazu, sich nicht davontragen zu lassen und Missgeschicke, Diagnosen oder Verluste mental in einen unendlichen und undenklichen Terror zu steigern. Wer es aber einige Male geschafft hat, ruhig zu bleiben, abzuwarten und in den Moment zu fühlen wird vielleicht das Glück erleben, dass die Wahrheit im Jetzt das Leben deutlich unkomplizierter macht.

Klischees

Eine große Hürde für das Setzen von Zielen und das Definieren von persönlichen Werten, ist die Angst, sich selbst als bürgerliches Klischee zu erkennen.

Zu erkennen, sich einzugestehen, sich zuzugestehen: Ja: ich will Geld, ich will gemocht werden, ich will rechtschaffen und überlegen sein, ich will schön sein, ich will stark sein. 

Und weil es so abgedroschen klingt, gehört viel Mut dazu, es für sich anzuerkennen und auszusprechen. Doch wer diesen Mut nicht aufbringt, muss üben, sich mit weniger abzufinden.

Settings

Was wir sehen, was wir hören und riechen ist ein Teil von uns. So wie die Luft, die in unserem Blut durch unsere Adern fließt, so wie das Gegessene, das zu unserem Körper wird. Der Raum, in dem wir uns bewegen ist ein starker Teil des Jetzt, das wir gerade sind und erleben. Wie der Duft der Linden der momentan die Berliner Straßenzüge bezaubert, gibt es Musikstücke, die die Kraft zu haben scheint, die Seele zu heilen.

Richard James hat einige solche Stücke produziert. Und es gibt Menschen, die sich die Mühe gemacht haben, einige seiner Musikstücke zu verlängern, oder stark zu verlangsamen. Man kann sie leicht auf YouTube finden.

Es lohnt sich sehr, zu dieser Musik zu kochen, aufzuräumen, zu arbeiten, zu fahren, oder andere gewohnte Dinge zu tun.

 

 

Ach

Der Tipp, dass man Ziele haben soll, sagt eigentlich nichts besonders aus. Jeder hat Ziele! Sehr häufig – sehr sehr häufig sind diese Ziele leider nicht gut genug. Sie sind so wie: Einfach nur über die Runden kommen.Sich irgendwie überwinden, etwas bestimmtes zu tun. – Jemandem noch dies oder das sagen.

Dies sind unbewußt getroffene Ziele. Ziele, die nicht mit den eigenen Werten übereinstimmen. Ziele, die nur nach dem nächsten kleinen Schritt – dem nächsten knappen Atemzug verlangen. Ziele, denen es genügt, etwas aus einer schlechten Stimmung heraus mit Ach und Krach zu schaffen.

Häufig sind die Ziele der Menschen sogar Ziele, die sie eigentlich gar nicht wirklich anstreben. Sie entstehen aus einer schlechten Stimmung der Perspektivlosigkeit heraus.

Es ist wichtig aufzuschreiben: Was möchte ich gern? Persönlich, sozial, finanziell, zeitlich, körperlich. Nur eine einziges Ziel reicht erstmal. Ein Ziel, zu dem man zu 51% Ja sagen kann.

Gram

Wie wägt man ab: Ab wann wird das Nein zum Ja, oder das Ja zum Nein?

Ab wann meinen wir, dass das eine sich langfristig besser entwickelt, als das andere? Ab wann wird das Nein, unter Berücksichtigung aller Aspekte, gerechter, als das Ja? Wer entscheidet: Zahl oder Intuition? Oder ist die Intuition zahlenbasiert?

Wo Entscheidungen auf der Kippe stehen, helfen Werte, Prinzipien, Entscheidungsfreudigkeit, Mut und eine Lebensführung des Nichtzurückschauens. Wir können aus falschen Entscheidungen lernen, aber es lohnt nicht, sich zu grämen.

Wer merkt, dass er in gewissen Situationen immer wieder an ähnliche Punkte des Haderns gerät, kann die Gelegenheit nutzen, einen Grundsatzentschluss zu treffen.

Jim Rohn schlägt vor: Wenn du dich zwischen zwei Zahlen entscheiden musst, nimm immer die höhere.*

Ich schlage auch etwas vor: Wenn du nicht weißt, was du trinken sollst, nimm Wasser.

 

*wenn man sich hieran halten möchte, braucht man wahrscheinlich noch verfeinernde Zusatzregeln.

Filme

Wir wünschen uns die leichte und fröhliche Komödie, die uns zu einem angenehmen Abend ohne viel Nachdenken verhilft. Leider lösen diese meist einfach gestrickten Filme häufig Frust und Desillusioniertheit aus. Und wir fühlen uns dumpf.

Dagegen versuchen wir ein ehrliches filmisches Drama zu meiden, das versucht, uns echte Menschen mit echten Gefühlen zu zeigen. Und die Ehrlichkeit, die vermittelt wird, löst einen tieferen Frieden und tiefere Entspannung in uns aus, als eine handvoll vulgärer Scherze gemischt mit Gute-Laune-Songs.

Sammeln

Sammeln muss kein Hinterherlaufen nach etwas sein. Sammeln passiert gern automatisch, wenn wir zu unserem Glück gezwungen werden. Und die wichtigsten Erfahrungen, die wir sammeln, sind häufig diejenigen, die wir vermeiden wollten.

Wenn wir unzufrieden hin- und hergrübeln, dann sammeln wir häufig zwangsweise Kraft. Dass wir uns dabei leer, ausgelaugt und mutlos fühlen, liegt daran, dass wir nicht zufrieden mit unserer Motivation und Leistung sind. Wenn wir uns erlauben würden, uns mehr als Gast und Beobachter unserer Taten zu fühlen, gäbe es die Möglichkeit diese Zustände zu genießen und zu würdigen.

 

 

Selbstcoaching

Wer NLP-Methoden für sich selbst anwenden möchte, vergisst leicht, dass der externe Coach oder Therapeut, der diese Methoden anwenden soll, erst ein Vorgespräch führt. Er muss Vertrauen aufbauen, Probleme und Wünsche kennen und ergründen. Wenn er diese wichtigen und manchmal Zeitaufwendigen Aufgaben erledigt hat, kann er ein NLP-Werkzeug ansetzen.

Wer also für sich selbst Methoden anwenden möchte, die auf das Unbewusste zielen, der muss das selbe tun.

Erst muss Vertrauen aufbaut werden, zwischen den verschiedenen involvierten inneren Perönlichkeiten. Ansonsten wird die richtige Tür zum Unbewussten verschlossen bleiben. Man muss freundlich anklopfen und belegen, dass man weiß, worum es geht und dass man einen guten Plan hat, um Veränderungen vorzunehmen, die weder schmerzhaft sind, noch gefährlich.

Schieben

Wer sich regelmäßig die Frage stellt, was er vor sich herschiebt, wird Antworten bekommen. Was tun, wenn eine Antwort da ist? Wer etwas vor sich herschiebt hat seine Gründe. Und die hält das Unbewusste vor dem bewussten Denken gern sicher verborgen. Es möchte keinen Streit.

Wer etwas ändern möchte, der sollte nicht versuchen, gleich eine perfekte Visualisierung des Gewünschten zu erreichen. Das ist wie der Versuchen, einen großen Baum mit einem einzigen Axtschlag zu fällen. Es geht anders. Man tastet sich heran.

  1. Erst schaut man, womit man es zu tun hat. Man beschreibt den Ist-Zustand schriftlich.
  2. Wenn man sich an die niedergeschriebenen Worte gewöhnt hat und sich okay damit fühlt, dass dies die derzeitige Realität ist, dann kann man langsam Vermutungen von Gründen dazuformulieren.
  3. Wer nun weiß, wie er sich verhält und warum, der kann beginnen, aufzuschreiben, was er tatsächlich gern tun und wie er sich gern dabei fühlen würde. Hier ist es gut, positiv zu formulieren* – zu schreiben, was man möchte und nicht, was man nicht möchte.
  4. Nun kann man noch Worte verändern, die positiver besetzt sind. Zum Beispiel „Streit“ durch „Lösungsgespräch“ ersetzen, oder „Trödeln“ durch „Unbewußt Ressourcen analysieren“.
  5. Nun hat man einen schönen kleinen Schatz an Suggestionssätzen. Diese kann man sich wahlweise:
    • morgendlich oder irgendwann regelmäßig aufschreiben,
    • in der Selbsthypnose aufsagen
    • zu guter Musik im Kopf mitsingen
    • in der Badewanne oder zum Entspannen denken
    • vorm Einschlafen aufsagen

 

*Das alte Thema mit dem Unbewussten und den Verneinungen: Das Unbewußte denkt in Bildern und in Bildern kann es keine negierte Darstellung geben.

Trocknen

Mit der Stimmung ist es wir mit einem Handtuch: Es kann schneller nass werden als trocknen. Aber es wird trocknen. Schneller, wenn es aus der Feuchtigkeit genommen wird. Schneller, wenn es ausgewrungen wird. Schneller in der Sonne als im Schatten. 

Stimmungen sind ansteckend. Wir lassen uns anstecken und wir stecken an. Wo immer möglich sollten wir versuchen, uns mit der richtigen Stimmung zu umgeben. Das ist eine soziale Verantwortung.

Wer am lautesten Lacht ist häufig nicht der Fröhlichste. Wer weint ist vielleicht tiefer im inneren Frieden, als jemand ohne sichtbare Emotion oder einer Ausweichemotion.

Weichheit und Verletzlichkeit sind gute Skills um sich an seine wahren Emotionen – seinen Ausgangspunkt – herantasten zu können.

 

Visualisieren

Wie glaubt man an das, was man visualisiert so, dass das es tatsächlich passiert?

Wie visualisiert man so, dass man tatsächlich glaubt, dass es vielleicht eintreten könnte.

Wie geht man seinen Visualisierungen entgegen, um den eine Gewissheit zu bekommen, dass man auf dem Weg ist?

Wann ist der Moment, in dem man sich einem Ziel gegenüber innerlich verschreibt?

Vorstellungen und Wünsche manifestieren sich in der Zukunft wie Bilder, die gemalt werden. Aus Schichten, Strichen, Farben und von allen Seiten.

Einflüsse

Je entspannter wir sind, desto weiter sind wir mental und körperlich entfernt vom Fluchtinstinkt. Je weiter wir entfernt sind vom Fluchtinstinkt, desto ruhiger können wir werden. In Entspannung kann das Denken zur Ruhe kommen und wir sehen die  Dinge unvoreingenommen. Wenn wir unvoreingenommen sind, weitet sich das Tor zu unseren Ressourcen und wir können kreativ agieren.

Dal

Vor ein paar Monaten war Frau Bothra aus Indien zu Besuch in Berlin. Freundlicher Weise hat sie bei mir zu Hause gekocht. Sie hat mir gezeigt, wie man ein gutes Dal Tadka macht. Ihr Rezept ist wirklich sehr gut und es ist einfach zu machen.

Als ich vor kurzem bei ihr in Indien war, habe ich ihr erzählt, dass ihr Dalrezept hervorragend ist, ich allerdings Zweifel habe, ob ich es immer noch richtig mache, da es jedes Mal etwas anders wird. Sie sagte: Every Dal is different! Und das mit einer Überzeugung einer stolzen indischen Hausfrau. Das war für mich eine große Erleichterung. Und es hat diesem Gericht, die Besonderheit gegeben, dass ich jedes Mal gespannt sein darf, wie es ist.

Wählen

Man kann sich oft aussuchen, mit welcher Art Inhalt man sein Gehirn füttert. Das, was ein erfülltes Leben braucht, ist eine Mischung. Friede, Erkenntnis, Ruhe, Freude, Abwechslung, Tiefe, Witz, Hilfsbereitschaft, und so weiter. Wer nur das Eine will und das Andere zu umgehen versucht, wird Unfrieden spüren. Was wir deutlich weniger brauchen, als wir mutwillig aufnehmen, sind: Grusel, Sorge, Angst, Schadenfreude, Verzweiflung, Neid, etc.

Was für und wie viel Presse konsumierst du? Was für Gespräche führst du? Was für Belletristik und Sachbücher liest du? Mit wem vergleichst du dich?

Sich mit Problemen zu beschäftigen ist nur sinnvoll, wenn man auch handeln möchte und effektiv handelt.

Schmuck

Teurer Schmuck präsentiert Status. Ethnischer Schmuck und Modeschmuck präsentieren Persönlichkeit, Zugehörigkeit und Individualität. Zu was habe ich eine Beziehung, was sind meine Werte, wo fühle ich mich sicher, von wem grenze ich mich ab?

Die meisten wollen etwas wohlhabender aussehen, als sie sind. Denn wer viel hat, könnte viel geben und wird deshalb besser behandelt.

Viele wollen neutral aussehen, weil sie nicht wissen, ob sie arm oder reich sind und weil sie in Ruhe gelassen werden wollen.

Einige wollen verbergen, dass sie wohlhabend sind, weil sie nicht von denen, die ihnen nichts geben können, umworben werden möchten.

Jeder hat Gründe für seine Handlungen. Wer herausfindet, was seinen Taten zugrunde liegt, kann seine Werte, seine Ziele und seine Taten korrigieren und besser aufeinander abstimmen. So wird der Weg unbeschwerlicher und glücklicher.

Wiederholungen

Es gibt vieles, von dem man weiß, dass es richtig ist. Und trotzdem tut man es anders. Sich immer wieder mit dem was man nicht mehr tun möchte, oder was man anfangen möchte, zu konfrontieren ist sinnvoll. Wiederholen hilft. Mit Wiederholungen gehen Perspektivwechsel einher. Vor allem bei sich selbst sollte man dran bleiben: Sich immer wieder die Möglichkeit geben, den Absprung zu finden.

Was Umweltschutzmaßnahmen angeht, scheint mir diese Top 10 von WWF UK besonders plausibel.

Vieles kann man nicht oft genug sagen. Auch zu sich selbst nicht.

 

Sanft

Die schönsten Symbiosen entstehen aus vereinten Gegensätzen. Das Sanfte gibt dem Kraftvollen eine besondere Legitimation. Das Grobe und das Vollendete erheben sich miteinander. Das Yin und Yang ist nicht nur ein hübsches Zeichen. Die Weisheit des Yin und Yang lehrt uns die Einheit – Erkenntnis statt Urteil.

Grusel

Namen, die wir immer komisch fanden, empfinden wir auf einen Schlag als normal, sobald wir jemand sympathischen kennen lernen, der so heißt.

Das Unbekannte ist oft lächerlich, gruseling, anstößig oder verboten. Nähe öffnet Horizonte.

Extrem

Nackt Besuch empfangen? – Warum kleiden wir uns?
Sich rüde verbal erniedrigen lassen? – Ist es uns egal, was andere über uns sagen?
Bei einer Vorstellung als der lauteste Bewunderer auffallen? – Stehen wir zu unseren Gefühlen?

Fürs Theoretische kann es sehr hilfreich sein, Extreme zu bemühen. Ob es darum geht, was man essen mag und was nicht oder generell darum, was man bereit ist zu ertragen: Jeder hat eine Grenze. Niemand isst „alles“ gern. Niemand kommt mit „jedem“ gut aus. In den Weiten des Relativen gibt es Grenzpunkte. Wer diese Grenzpunkte auslotet, kann herausfinden, warum er bestimmte Dinge tut und wie er sie besser tun kann.

 

Bausteine

Hier ein Baustein und da noch einer. Und immer weiter und weiter. Etwas feilen, etwas optimieren, Neues planen, Neues entdecken. Wer so an seinen Zielen arbeitet, hat sein Gewerbe gefunden.

Gibt es größere Ziele, in die man diese Tätigkeit integrieren kann? Mehr Freude, mehr Familie, mehr Geld, freundlichere Kontakte, interessantere Projekte, größere Projekte? Kann es noch erfüllender werden? Weniger auf der Stelle treten, überflüssige Schritte erkennen und weglassen, geschmeidiger und energieeffizienter vorankommen?

Sicher! Go!

Ohne

Ohne ist oft einfacher als mit, wenn man es nicht unbedingt braucht. Allgemeine Antworten wie diese können helfen, weiterzukommen.

Eigentlich wurden die Oblique-Stategies-Decks für kreative musikalische Prozesse entwickelt. Aber auch Schreiben und Unternehmertum sind kreative Prozesse in denen man häufig auf der Suche nach dem nächsten Schritt ist. Die OS-Karten* sind immer wieder eine gute Möglichkeit, um neue Blickwinkel einzunehmen.

 

*Es gibt sie auch als kostenfreie App.

Lotto

Himmel und Erde war einmal. Heute wissen wir, dass Himmel und Erde eins sind. Jetzt heißt es richtig Unendlichkeit und Erde.

Im Bewusstsein sind wir eins mit der Unendlichkeit. Himmel und Erde sind im Unendlichen wegrelativiert. Der Moment ist unendlich, farbenfroh und groß. Wo Zeit ist, ist Verstand und das Mysterium des Seins beginnt. Ob Ich oder Nicht-Ich, Alles oder Eins, mit Gott, Göttern oder ohne: dabei zu sein ist größer und unwahrscheinlicher als ein Lottogewinn.

Knapp

Knapp verpasst. Knapp geschafft. Wie dicht ist das beieinander, wie verschieden das Ergebnis! Knapp kann Leben oder Tod bedeuten. Ganz oder gar nicht. Wer regelmäßig auf knapp spielt, ist ein Spieler. Am Ende hat meist die Bank gewonnen.

Sicher ist der Sichere Weg. Er ist in der Regel zu bevorzugen. Sicher ist der entspannte Weg. Er braucht mehr Vorbereitung, aber nicht unbedingt mehr Energie. Vor allem nicht, um Ziele zu erreichen, die über Meilensteine führen.

Geschichte

Wer auf die Welt kommt, hat sich nicht ausgesucht, wer seine Eltern sind, wo auf der Welt er erscheint und denkt nicht darüber nach, wie die ersten persönlichen Handlungen sein sollen. Alles passiert einfach. Das Baby reagiert mit seiner Genetik, die es nicht selbst ausgewählt hat, auf die Einflüsse der Welt. Und so geht es weiter, Tag für Tag.

Was nicht auftauchen wird, ist der Tag, an dem etwas Zusätzliches in die Person eintaucht, oder aus der Person auftaucht, das sagt: So! Jetzt übernehme ich das Ruder. Jetzt treffe ich mal MEINE Entscheidungen. Dieser Gedanke wäre zu jedem Zeitpunkt ein Resultat des Zusammentreffens von Welteinflüssen mit Geschichte und Genetik des Körperlich-Geistigen der sogenannten Person. Was die Person tut, bleibt ein Reagieren auf das, was mit Körper und Geist in Berührung kommt. Es gibt keinen möglichen Moment, in dem sich das ändern kann. Dies macht es der Person unmöglich, einen selbstbestimmten freien Gedanken zu denken. Jeder Gedanke ist ein Resultat der Geschichte.

Der Wille ist frei, aber er ist von der Person nicht frei gewählt. Welche Konsequenz kann man daraus ziehen? Wir müssen uns nicht verbissen anstrengen und kämpfen. Wir machen unser Leben nicht selbst. Wir sind ein Teil des Ganzen und können in die Beobachterrolle gehen uns uns als dieses Ganze wahrnehmen. Das macht dankbar und entspannt. Dies schafft in der Person Raum, dankbarer und entspannter in der Welt zu Handeln.

 

 

Betrieb

Wenn die Mitte verblasst, bietet sie selbst den Angepasstesten keinen Halt mehr. Wenn die Werte der Mitte von Beliebigkeit verwaschen, werden sie instabil und schwach. Deutliche Werte bieten Halt und Richtung. Es soll ja schließlich irgendwo hingehen. Auch die Konservativen möchten nicht auf der Stelle treten, sondern teils den Status Quo festigen, teils zurück dahin, wo sie nie war.

Das, was wir als Falsch verstehen, bietet uns die Möglichkeit, Stellung zu beziehen und unsere Werte zu erhellen und zu erkennen. Es fordert uns auf, unsere Wahrheit zu prüfen, um unsere Argumente zu schärfen.

Wandel ist unaufhaltsam, er besitzt den Zahn der Zeit. Nichts kann ihm widerstehen. Auch wir müssen unsere Werte und Ziele regelmäßig überprüfen und überarbeiten.

Zusammenkünfte

Was man für sich nicht möchte, das sollte man auch für andere nicht fördern. Dass man von sich auf andere schließt, ist erstmal üblich und gesund. Man räumt anderen den gleichen Status und die gleichen Rechte ein, wie sich selbst. Jedoch:

Der eine mag gern süß, der andere nicht. Einer liebt die körperliche Anstrengung. Einige mögen, dass man für sie entscheidet. Einige mögen nicht, wenn man dauernd fragt, ob sie dies oder das nicht wollen.

Die Verschiedenheit der Menschen ermöglicht, dass sich Gesellschaften und Gruppen ausgleichen und ergänzen. Verschiedene Meinungen und Ambivalenzen sind wichtig – innerhalb einer Person, innerhalb einer Gesellschaft und über Grenzen hinweg. Sie geben dem Geist Freiheit und machen die Welt weit und interessant. Das Prinzip von Yin und Yang ermöglicht uns das Annehmen, weil es ein Ablehnen gibt. Und es ermöglicht uns, den erfüllenden Weg von der Ablehnung zum Annehmen zu gehen.

Yes

Wer Zustimmung möchte, erhöht die Wahrscheinlichkeit, diese zu erhalten, wenn er ein sogenanntes Yes-Set aufbaut. Beim Yes-Set werden erst Fragen gestellt, die sicher mit Ja beantwortet werden, um dann eine Frage zu stellen, auf die es ankommt. Ähnlich funktioniert der Aufbau von Rapport für ein Paceing and Leading: Gemeinsamkeiten etablieren, – „Eins werden“ – um dann leiten und den anderen mitziehen.

Arnold Schwarzenegger ist bekannt für die Verwirklichung seiner großen Ziele. Sicher wurde er in den letzten Jahrzehnten häufig gebeten, Menschen zu Motivieren. Er scheint die Gelegenheit nutzen zu wollen, um die Menschen für mehr zu motivieren, als ihre persönlichen Ziele. In dieser kurzen Motivationsrede nutzt er die Kraft des Yes-Sets als Aufruf für Hilfe und Toleranz.

Lost

Es ist Magie, dass Worte Bedeutungen haben. Auf einfache Weise merkt man das, wenn einem auffällt, dass es Sinn in Worten gibt, der sich nicht übersetzen lässt. Der Film mit dem wunderbaren englischen Titel Spirited Away von Hayao Miyazaki heißt auf deutsch Chihiros Reise ins Zauberland (wohl so, wie im japanischen Original).

Wie auch in seinem tollen Film Prinzessin Mononoke schafft Miyazaki auch hier kein Gut und Böse, sondern verschiedene Ausdrücke von Lebens- bzw. Daseinsformen die miteinander bestehen und sich unweigerlich gegenseitig ins Gebiet schwappen. Daraus wird man vielleicht schwerer schlau, als aus den üblichen Storys, die wir sehen. Aber man wird eher wirklich schlau. Es lohnt, sich diese Filme anzuschauen, auch gern mit Kindern.

Körper

Der Körper ist ein riesiger Apparat. An Außen- und Innenseiten gibt es hunderte und tausende Stellen, die auf verschiedenste Weisen beschädigt sein können. Und bei aktiven Menschen passiert das natürlich auch regelmäßig. Je nachdem, wie stark eine Beschädigung ist, kann sie auch die Psyche beeinflussen.

Die Psyche ist ein sehr komplexes und ein sehr großes, ein regelrecht unfassliches Ding. Dauernd aktiv und am Testen, Fordern, Schachern und ausloten von Grenzen, zieht sie sich leicht größere und kleinere Blessuren zu.

Und eine körperliche Beschädigung kann in den Bereich des Geistigen einschwappen. Umgekehrt natürlich auch: Psyche und Gemüt beeinflussen Muskulatur und Organe.

Aber nicht alles Körperliche ist psychisch und nicht alles Psychische drückt sich auch körperlich aus. Die Aussage, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist steckt ist schlicht falsch. Selbstverständlich die umgekehrten Aussagen genauso. Mit Deutungen, von eigenen und fremden Beeinflussungen von körperlichen und geistigen Unstimmigkeiten sollte man sich so lange zurück halten, bis ein Zusammenhang unübersehbar ist, oder man dringend auf der Suche nach einer Lösung ist.

Grenzen

Wärme regt ab. Kälte regt an. Warm und abgeregt kann der Geist sehr aktiv sein. Man kann halb unbeteiligt beobachten, was die Gedanken zusammentragen. Von Kälte angeregt kann man ruhig und in Frieden sein. Aufmerksam im Moment die Kälte als das spüren, was sie ist, tief atmen und entspannt bleiben. Mit diesem Frieden im Herzen kann man angeregt zur Ruhe kommen.

Die perfekte Energie, die das Yin und Yang beschreibt, ist in vielem, das wir als perfekt empfinden: In der Konsistenz außen hart und innen weich. In der Musik die Kombination von kräftig und sanft. Für die Sinne hebt das Eine das Unwiderstehliche an seinem Gegensatz hervor.

Wer energetisch sein möchte, sollte nicht vergessen auch die Ruhe zu finden. Wer weich und freundlich sein möchte, sollte auch wissen, wie man „Nein“ sagt. Wer gibt, sollte nicht alles Annehmen verweigern. Wer dazu neigt, sich möglichst viele Optionen offen zu halten, sollte sich Rainer Werner Fassbinders häufigen Ausspruch zu Herzen nehmen: Eingrenzungen machen frei.

Biss

Wer sich mit zwei großen Käfern im Bett nicht so wohl fühlt, wie ohne, der braucht sich um seine psychische Gesundheit keine Sorgen machen. Auch wer mit auch nur einer Spinne ungern den Raum teilt, kann noch das bisschen archaisches Abenteuer in seinem Leben genießen.

Ein Problem hat man, wenn man nicht mehr schlafen kann, weil vielleicht eine Spinne im Raum sein könnte. Oder wenn man gesundheitliche Probleme verschleppt, weil man (z.B.) Angst vor Spritzen hat. Sicher: für Menschen, die solch schwere Ängste haben, dass sie gesundheitlichen Verfall einer Änderung im Leben vorziehen, geht es nicht anders als den meisten Rauchern, die nach vielen Jahren des Rauchens nicht von der Sucht loskommen.

Wer ein Problem dieser Größenordnung hat, der sollte es zu seiner absoluten Priorität im Leben machen, damit umzugehen. Es gibt Hilfe! Auch hier können viele Versuche und verschiedene Ansätze nützlich sein. Bücher (auch für Trinker), Freunde, Hypnotherapeuten. Schreiben: über das Thema, Werte aufschreiben, Ziele aufschreiben, gute Gründe aufschreiben, die einen überzeugen.

Fakt

Sehr vieles auf der Welt wird besser. Vor einigen Jahren begannen einige Zeitungen das anzudeuten. Die Einsätze von Politik, NGOs, Unternehmen und Privatleuten lohnen sich,  Armut und Kindersterblichkeit mindern. Ein globaler sozialer Aufstieg findet Seit hunderten Jahren statt.  Und die Aufstiegskurve wird in den letzen 50 Jahren immer steiler.

Wie die Zahlen sind und warum es immer noch weit verbreitet ist, zu glauben, dass alles den Bach runter geht, steht in dem Buch Factfulness von Hans Rosling und seinen Töchtern.

Rosling widerlegt anhand von Zahlen einen weit verbreiteten Konsens. Aber unzählige kleine und unscheinbare Einsätze helfen. Und so ist es auch im Leben: Hier ein Buch, da ein 7-Minute-Training, dort eine Süßigkeit auslassen. Und nach und nach Gewohnheiten ändern. Es summiert sich und zahlt sich aus.

Prozentrechnung 2

Wer 110% gibt, verschwendet wenigstens 10%. Und wer so sein Ziel erreicht, ist am Ende seiner Kräfte.

Bestimmt seine Ziele verfolgen, die Übersicht behalten, immer wieder zur Entspannung zurückkehren – mit Familie, Freunden und allein – und am Ziel noch genug Energie haben, um zu genießen: so tragen die Elemente des Lebens sich gegenseitig. Und mit wenig Kraftaufwand lässt sich viel bewegen.

Tulpen

Wer eine Zwiebel pflanzt, kann ein paar Monate später eine Tulpe ernten. Wer einen Baum möchte, der im Frühjahr strahlt und jährlich eine Ernte abwirft, der braucht mehr Geduld. Ein Baum sieht auch schlechte Jahre, in denen wenig zu ernten ist. Und die Ernte muss beschützt werden, vor Vögeln, Würmern und Läusen. Ein guter Obstbaumschnitt muss erlernt werden. Und natürlich darf man auch das Ernten zum richtigen Zeitpunkt nicht verpassen.

Wer einen Baum pflanzt, der sollte sich nicht beklagen, wenn er ein paar Monate später keine Tulpe ernten kann.

Wachstum

Es ist nicht sinnvoll, einem Baum zu befehlen, schneller zu wachsen. Er wird auch nicht besser gedeihen, indem man ihm vorwirft, wie langsam er wächst.

Und mit uns Menschen ist es sehr ähnlich. Wir können ihnen helfen zu wachsen. Durch ziehen und zerren, schimpfen und erniedrigen werden wir ihr Wachstum nicht fördern. Wir Menschen sind viel mehr Pflanze, als wir meinen.

Dunkel

Wer nicht weiterkommt, der sollte sich nur auf den nächsten Schritt konzentrieren. Er ist wie ein Streichholz der genug Licht ins Dunkel bringt, um sich nicht den Kopf zu stoßen und nicht in einen Abgrund zu stürzen. Schritt für Schritt: das ist im Nachhinein immer der Weg gewesen über den man ans Ziel gekommen ist.

Weise

Körper und Geist sind von Natur aus träge. Das hat Ramana Maharshi gern in seinem Ashram gesagt, wenn er erklärt hat, warum man die Menschen zum Arbeiten anregen muss. Und er hat Recht. Wir müssen Fahrt aufnehmen.

Sri Nisargadatta Maharaj fragt: Was ist los mit den Menschen? Warum wollen sie immer das, was sie nicht haben und nicht das, was sie haben? Und er hat Recht. Es ist doch herrlich, das zu würdigen, was man hat. Vergleichen ist ein Garant für Unzufriedenheit.

Die Betrachtungen der Weisen über die geistigen Herausforderungen des Alltags sind einfach umzusetzen und hilfreich. Häufig stimmen sie mit dem überein, was man von den amerikanischen Motivationsrednern hört. Und andersherum klingen die Lebenstipps von zeitgenössischen Buddhisten wie Auszügen aus einem NLP-Handbuch.

Reframing ist die Technik, Gegebenheiten aus einer sinnvollen Perspektive zu betrachten. Dem Reframing liegt eine tiefe Erkenntnis über die Wahrheit des Geistigen zugrunde.

Konfrontation

Jemandem Recht zu geben, jemanden sein zu lassen, wie er ist, sich still zu distanzieren: das kann für alle Beteiligten die beste Lösung sein. Häufig sind diese Vorgehensweisen der (Nicht-)Kommunikation von Jetzt auf Gleich die am wenigsten anstrengenden: Keine Argumente, keine Auflistung vergangener Vorfälle, keine Verletzungen, keine Gegenschläge, kein Streit, keine Wut, keine Auslotung der hierarchischen Struktur!

Das klingt sehr verführerisch. Es ist aber häufig nicht der Weg, um gemeinsam das bestmögliche Ziel zu erreichen.

Komplikationen

Chaos verbreitet sich von selbst, wie Unkraut und Verfall. Alles, was aus mehreren Komponenten zusammengesetzt ist, läuft manchmal nicht ganz rund. Und alles, was etwas leistet, braucht Wartung: jedes Auto oder Fahrrad, jede Maschine, jedes Projekt, jedes Team (auch unser inneres Team).

Wer enttäuscht meint, etwas funktioniert gar nicht, weil hier und da mal was klemmt, hat nicht verstanden, dass alles in Bewegung ist und Pflege und Aufmerksamkeit braucht.

Laune

Ein gewisser Humor, der nur für einen selbst da ist, gibt Kraft für eine gewinnende Kommunikation im Zwischenmenschlichen. Und diese Kraft sollte man trainieren und nähren wann und wo immer es möglich ist. Man sollte erst sich bei Laune halten und dann sein Umfeld.

Besonders wichtig ist es, seinen Missmut, Vorwurf oder Groll mit dem Katalysator des Verstandes in Verbindung zu bringen, um ihn zu einem konstruktiven Zukunftsplan umzuwandeln, bevor er an die Öffentlichkeit tritt. Man muss sich sehr davor hüten, seinen Ärger spontan und ungefiltert mit seiner Umwelt in Kontakt kommen zu lassen. Und hingegen jede Möglichkeit nutzen, dies nicht zu tun und konstruktive und diplomatische Wege zu finden.

Werkzeug

Organisation ist essentiell. ToDo-Listen, Kanbas-Boards und Mindmaps sind eine große Hilfe, um sich und seine Umschwirrungen zu sortieren. Planen ist eine Aufgabe für sich und sie braucht Zeit. Aber diese Zeit zu investieren lohnt sich! Eine gute Herangehensweise ist es, jeder Planung mindestens eine direkte Handlung folgen zu lassen. Was kann ich jetzt tun, damit schon mal ein Schritt getan ist?

Kostenfrei gibt es zum Beispiel Trello. Ein super Tool für die private Organisation und für die Zusammenarbeit von Teams. Trello war lange Zeit für mich und für mein Team eine große Hilfe. Und eine hervorragende Anleitung, wie man damit arbeiten kann, findet man in dem Klassiker Wie ich die Dinge geregelt kriege von David Allen. Wenn man dieses Buch liest, wird einem auch klar, was für unglaubliche Organisationstools Online-Programme wie Trello sind. Als das Buch geschrieben wurde, konnte man von so etwas noch kaum träumen.

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Baden

Kinder sollen baden, um danach sauber zu sein. Und weil man möchte, dass sie Baden, sind sie häufig schwer in die Wanne zu kriegen. Wenn sie aber erstmal drin sind, finden sie es schön im Wasser und bleiben gern etwas länger. Manchmal sind sie dann schwer wieder aus der Wanne zu kriegen.

Unser denkender Verstand setzt sich bekanntlich aus vielen Persönlichkeiten zusammen. Einige davon sind Kinder. Und viele der Tätigkeiten, die uns gut tun würden, wollen wir erst nicht beginnen, aber wenn wir erstmal drin sind, ist es herrlich.

Es ist gut nicht auf die erstbeste innere Widerrede zu hören. Sondern auch der anderen inneren Persönlichkeit zuzuhören, die sagt: Rein da. Wenn du erstmal drin bist, ist es herrlich!

Allerdings

Wenn ich in Deutschland indisch essen gehe, bin ich immer leicht pikiert, dass das Essen  nicht so gut ist, wie in Indien. Allerdings: wenn es so gut wäre wie in Indien, dann wäre ich auch nicht ganz zufrieden. Es gehört sich doch, dass das Essen dort, wo es ursprünglich herkommt, auch am besten ist. Ich bin in eine Negativzwickmühle getappt. Und nun?

Ich denke, man kann nicht immer Glück haben 🙂

Taub

Häufiges Leben im Betäubungsrausch ist tragisch. Denn Leben bedeutet da zu sein. Je mehr man von seinem Leben mitbekommt, desto besser wird man dem Leben gerecht. Natürlich: wer zu oft im Betäubungsrausch ist, wird nur genau in einem bestimmten Stadium des Rausches das Gefühl haben, richtig da zu sein, und an dem guten Dasein teilzuhaben.

Ob man ein Unternehmen aufbaut oder eine Beziehung, etwas Neues erlernen, oder sich eine essentielle Handlung seines Alltags abgewöhnen möchte: Nach einem mehr oder minder flüchtigen Hoch, muss man durch ein Tal. Wenn dies durchschritten ist, geht es steil bergauf. Go!

Seth Godin* nennt es The Dip.

*(der beste Blog / Newsletter, den ich kenne.)

Meditation

Wahrscheinlich gibt es bessere Methoden, kurzfristig zur Ruhe zu kommen. Möglicherweise führt die Meditation auch weit mehr als 99.9% aller Praktizierenden niemals zu Erleuchtung oder Selbsterkenntnis. Aber es gibt keine andere Praxis, über die man so gut den Strom der Gedanken und ihr Wirken und Trachten kennen lernen kann.

Selbstlos

Ohne die Anderen ist nichts, was es ist. Für die Anderen kleiden wir uns und für die Anderen denken wir uns Argumente aus. Wir bilden uns von den Anderen für die Anderen. Anerkennung und Missgunst bestimmen unsere Gedanken und Taten. Was tun wir nicht alles für Status? Und unser Status ist unsere Position zwischen den Anderen. Immer geht es um das archaische: „Wer hat Vorrechte: wer wird (am besten) ernährt.“ Aber ob wir es wollen oder nicht: Unser Leben ist ein Leben für die Anderen. Sie sind unser Gott.

Und wie einen geliebten Gott, der uns das Leben schenkt – Moment für Moment – sollten wir sie würdigen und ehren.

Persönlichkeiten

Die Stärken von Menschen sind häufig auch ein Grund für ihre persönlichen Schwächen. Das sollte man nicht vergessen, wenn man Kritik übt. Mit vielen Menschen sind wir aufgrund ihrer Stärken in Kontakt. Ein Preis ist, dass wir mit den Schwächen, die aus der Stärke resultieren, lernen sollten umzugehen.

Es gibt viele Situationen, in denen wir profitieren von der Hartnäckigkeit, Freigeistigkeit, Verbohrtheit, Genauigkeit, Spontaneität, Ordnung, Motivation, Akribie, Ernsthaftigkeit, Albernheit und anderen Eigenschaften von Menschen, mit denen wir zu tun haben. Und es ist leicht, sich vorzustellen, wie diese persönlichen Eigenschaften von anderen unsere Nerven und Geduld fordern. Vor allem aber erleichtern und bereichern sie unser Leben.