Reklame

Jeder weiß, dass Zigaretten und Alkohol weder besser schmecken, als anderes, was der Markt zu bieten hat, noch dass sie auf Dauer entspannter oder fröhlicher machen.

Man sollte es sich nicht bieten lassen, ein Spielball der Suchtindustrie zu sein. Als man jung und dumm war, konnte sie einem die teure Illusion von Freiheit und Freude andrehen. Spätestens wenn man merkt, dass man mit Geld, Gesundheit und Zeit dafür zahlt, süchtig zu sein, sollte man sich Verbündete suchen, die einem helfen, dieses Spiel nicht mehr mitzuspielen.

90

Ganz oder gar nicht. Das kann leicht zum unproduktiven Motto werden. Es ist gut, keine absolute Konsequenz zu fordern. Weder von sich selbst, noch von anderen. Es ist gut, sich etwas Raum zu lassen. Mit 90% kommt man oft weiter, als mit 100, weil man auf deutlich weniger Widerstände stößt. Wenn es sich nicht um eine Sucht handelt, bedeuten diese 10% Nachlässigkeit 10-fachen Frieden.

100% sind schwer durchzuhalten. Von denen, die 100% von sich fordern, ist die Alternative oft nicht 90 oder 80 oder 70% sondern 30% oder 0. Wer sich vornimmt, etwas zu tun, kann bedenken, dass das Ganz viel schwieriger ist, als das fast Ganz.

Man kann in verschiedenen Tempos und von verschiedenen Wegen aus ins Ziel gehen.

Intentionstricks

Wovor fürchten wir uns konkret, wenn wir wichtige Entscheidungen oder Handlungen vor uns herschieben? Wird es lange dauern und nervig sein? Oder wird es Konsequenzen geben?

Häufig werden wir ausgetrickst von unserer Intention. Und unser intuitives Verständnis lässt sich leicht auf den Holzweg führen.

Es lohnt sich, den Sinn und den Hintergrund unserer Handlungen zu prüfen und zu analysieren, um die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Klagen

Wir können klagen und das Leben mühsam finden und die Freunde, die Familie, die Mitarbeiter und die Leute anstrengend, unfreundlich oder wenig verständig finden. Das Wetter, die Medien, die Werbung, die Geräusche, der Dreck und unseren Körper zermürben uns mal kurz und hart, mal langsam aber sicher. Und in wachen Momenten können wir bemerken, dass wir nur einer mehr sind, der nörgelt und sich beklagt.

Rückzug

Es wurde ein Fehler gemacht und nun muss man damit umgehen. Das erste Resultat ist schlechte Laune. Bei schlechter Laune fällt es leichter, gereizt zu sein, Dinge schlecht zu finden und Mißstände zu sehen. Doch die schlechte Laune darf keine Chance bekommen sich zu etablieren. Auf Dauer kostet sie nur Kraft und macht sinnvolles Handeln schwierig.

Die schlechte Laune ist ein Hilfsmittel, um zu erkennen, dass etwas getan werden muss. Die Erkenntnis eines Fehlers sollte sofort die Überlegung auslösen, ob etwas getan werden kann und was zu tun ist.

Lösungsorientiertes Denken wird schnell zur Gewohnheit. Aber man muss es nähren und pflegen. Es gedeiht und wächst nicht von allein.

Fakten

Falsche Aussagen sind leicht gesagt und aufwändig zu widerlegen. Das ist unangenehm, wenn man eine falsche Aussage nicht stehen lassen möchte. Man sollte sich fragen, ob man die Mühe des Versuchs auf sich nimmt, den Fehler aufzuklären.

Es ist kein Resignieren, wenn man die Worte Victors von Strauss Übersetzung des Dao De Jing  beherzigt: Viel Worte meist in nichts verrinnen. Weit besser man bewahrt es Innen.

 

Menschenkenntnis

Wer von sich behauptet, er hätte Menschenkenntnis, ist entweder ein Profi seines Fachs und nur darauf bezieht sich seine Menschenkenntnis. Oder er ist ein blutiger Anfänger.

Wer allgemein von Menschenkenntnis spricht, hat wahrscheinlich wenig Kenntnis von Menschen. Denn das Thema Mensch ist so groß, dass es dafür zahllose Studienfächer gibt.

Wer seine Kenntnis über die Menschen vertiefen möchte, kann die richtigen Fragen stellen: Wie funktioniere ich? Wie funktioniert das Denken? Wie funktioniert Sprache und Text? Wie funktionieren Gefühle? Wie funktionieren Sehen, Hören und Assoziation?

Hilfsmittel, um Antworten zu bekommen sind Schreiben, Meditieren, Lesen von Literatur und Meister seines Faches werden.

Zorn

Gut, Schlecht, Ja, Nein und Vielleicht sind ständige Begleiter. Wir urteilen konstant über unsere Umgebung und Möglichkeiten. Schlechtes erkennen wir häufig erst daran, es erfahren zu haben. Und Gutes können wir häufig nur erkennen, weil wir das Schlechte kennen. Emotionen zeigen uns, was wir möchten und was nicht. Sie geben uns Hinweise, wie viel Energie wir in etwas stecken sollten.

 

Zuschauen

Wer meint, verantwortlich dafür zu sein, auf Menschen und Dinge Einfluss zu nehmen, nimmt sich damit unter Umständen Ziele vor, auf die er nicht genug Einfluss hat, um sie zu verwirklichen.

Es ist ein Glücksspiel. Der Thrill ist groß, weil der Ausgang ungewiss ist. Doch kommen wir nicht um das Gefühl herum, zu meinen, wir seien mitverantwortlich, ob wir gesegnet sind, oder verflucht.

Besser, wir betrachten die Dinge, die wir nicht beeinflussen können, als den Fluss des Lebens. Und suchen uns Ziele, deren Verwirklichungen in unserer Hand liegen.

Aufmerksamkeit

Onlinemedien, Social Media, und unsere Smartphones haben mit uns mehr Blickkontakt, als reale Personen. Es sind Fässer ohne Boden. Auf diesen Plattformen finden Kämpfe statt um unsere Aufmerksamkeit. Um diese zu erlangen, arbeiten die Kämpfer sich immer dichter an unsere Triebe und Automatismen vor.

Man sollte im Vorhinein aufpassen, nicht das Schlachtfeld zu sein, auf dem diese Kämpfe ausgetragen werden.

Wir brauchen unsere Aufmerksamkeit nicht austricksen zu lassen. Vieles können wir steuern. Wir können gezielte, seriös kuratierte und endliche Informationen aufnehmen aus Zeitungen, Tonträgern und persönlichen Treffen.

Online Medien zu meiden ist eine große Zeit- und Nerveneinsparung. Wir können unsere Aufmerksamkeit für Wertvolles schützen, wenn wir unseren Handy-Bildschirm auf schwarz-weiß einstellen, das Handy nicht auf jeden Spaziergang mitnehmen und im Browser einen Adblocker anstellen.

Kaufen

Kaufen als Stabilisierung des Ich. Kaufen für Lebens-Glück. Verdienen und Kaufen. Kaufen für den Moment, für die Sinne. Kaufen für die Erinnerung. Kaufen um gesund zu bleiben. Kaufen gegen Schmerz. Kaufen für ein gutes Körpergefühl. Kaufen um gut auszusehen. Kaufen für Prestige.

Nichtkaufen als Stabilisierung des Ich. Nichtkaufen für Lebens-Glück. Verdienen und Nichtkaufen . Nichtkaufen für den Moment, für die Sinne. Nichtkaufen für die Erinnerung. Nichtkaufen um gesund zu bleiben. Nichtkaufen gegen Schmerz. Nichtkaufen für ein gutes Körpergefühl. Nichtkaufen um gut auszusehen. Nichtkaufen für Prestige.

Oft ist das Gegenteil genauso wahr und plausibel. Das stimmt auch für Argumente. Dies sollten wir berücksichtigen, wenn es um Recht und Richtigkeit geht. Wenn wir mit uns selbst oder anderen ins Gericht gehen, oder uns von etwas überzeugen wollen. Und jenseits von Argumenten liegt viel Freiheit.

Rechnungen

Wir können uns vieles wünschen und es auch bekommen. Vielleicht bekommen wir es sogar auf einem silbernen Tablett serviert. Wir müssen nur zugreifen.

Aber wir müssen dafür bezahlen. Und besser wir zahlen unsere Rechnungen im Voraus. Wir müssen uns anstrengen, wir müssen arbeiten, wir müssen bereit sein, die Extrarunde zu drehen. Wir müssen bereit sein, Kompromisse zu machen.

Und wenn wir es mit unseren Wünschen ernst meinen, dann ist das alles nichts Unangenehmes. Denn es geht sich gut und zufrieden auf einem Weg, von dem man weiß, dass es der richtige ist.

Reihenfolge

Gedanken und Gefühle beeinflussen sich gegenseitig. Wer lösungsorientiert denkt, wird weniger unangenehme Gefühle haben. Wer sich gut und entspannt fühlt hat wenig negativierende Gedanken.

Man sollte sich nicht täuschen lassen. Sorgen sind eine Mischung aus Einstellung und Gefühl. Und wenn sie zur Gewohnheit geworden sind, suchen sie Inhalt. Sorgen gehen vom Schlimmsten aus. Sie verdrängen rationales Denken.

Die Annahme, Sorgen würden verschwinden, wenn man sich absichert, ist falsch.

Wer merkt, dass er sich häufig über Dinge sorgt, auf die er keinen Einfluss hat, oder die bei etwas tieferem Nachdenken irrational sind, kann den folgenden Satz als Antwort auf die Sorge sagen.

Ich glaube an den bestmöglichen Ausgang jeder Situation, in der ich mich befinde.

Umgebung

Stimmungen und Gefühle haben die Tendenz, sich auszubreiten. Unzufriedenheit des Einen dient nicht der Zufriedenheit des Anderen. Das mag manchmal für beruflichen oder sportlichen Erfolg stimmen und für Gewinne und Verluste. Jedoch nicht für Glück und Zufriedenheit.

Den sanften Pfad auf den Wolken des Glücks betritt, wer von zufriedenen Menschen umgeben ist. Das hat man nicht vollständig in der Hand, aber man kann die Zufriedenheit anderer beeinflussen.

Schlauheit

Man weiß ein paar Dinge. Wenn man ehrlich ist, sind das meiste von diesen Dingen, die man weiß, Vermutungen, Glauben und Interpretationen.

Doch neben diesen paar Dingen, die man sein Wissen nennt, weiß man ein endloses mögliches Wissen nicht.

In Relation zu dieser unendlichen Weite des Nichtwissens, ist unser aller tatsächliches Wissen verschwindend gering!

Wir brauchen uns nichts einbilden auf unsere paar Schlauheiten, mit denen wir uns durchs Leben zu manövrieren meinen.

Etwas Demut ist gesund. Um uns gut zu fühlen brauchen wir uns nicht zu vergleichen.

Teams

Ehrlichkeit ist nicht nur ein wichtiger Wert. Ehrlichkeit sollte man zum Prinzip machen.

Wenn in der Rechnung, die einem gestellt wird, eine Position fehlt, sollte man ohne zu zögern das Richtige tun und darauf hinweisen. Dem Dienstleister steht der Betrag zu. Und auch wenn Einkäufer und Verkäufer oder Kunde und Dienstleister als zwei Parteien betrachtet werden können, handelt es sich doch tatsächlich um Arbeitsteilung. Man arbeitet also im Team zusammen.

Hierzu ein Tipp zu einem beeindruckenden Spielfilm über den Ehrlichen Weg. A most violent year.

Unendlichkeit

Auch wenn es kein Leben nach dem Tod gibt, ist es uns wichtig, wie es weitergeht, wenn wir nicht mehr da sind. Für die sich definierende Person hat das Jetzt keine Relevanz. Dort existiert sie nicht. Die Person nährt sich aus der Unendlichkeit: dem unendlichen Weg ihrer Herkunft und dem unendlichen Weg in die Zukunft. Diese Ausdehnung der Person in beide Richtungen der Zeit ist eine Sache von unbeschreiblicher Größe und Identifikation mit der Unendlichkeit.

Hunger

Immer satt zu sein macht stumpf. Hungrig schmeckt das Essen besonders gut. Auch Essen, dass sonst nicht den höchsten Ansprüchen genügen würde, ist überaus befriedigend.

Hunger kann ein grosser Helfer sein. Enthaltsamkeit holt den Geist aus der Reserve. Hungrig ist man bereit, Neues auszuprobieren und das Andere zu schätzen. Und besonders würdigen wir Dinge oder Gerichte, die uns einst aus der Not geholfen haben.

So dient Urlaub der Arbeit. Das Fasten dem Essen. Das Schweigen dem Ausdruck und dem Miteinander. Das Luftanhalten der Sauerstoffversorgung und dem Hormon- und Säurehaushalt.

Und dass die Meditation einfache und verschobene Gedanken interessant, dringlich, fast unwiederstehlich macht, und uns selbst in den antriebslosesten Zeiten nach Handeln gieren lässt, kann jeder, der noch nie meditiert hat, in weniger als 5 Minuten des stillen Sitzens am eigenen Leib erfahren.

Götter

Götterreligionen sind sehr praktikabel. Götter symbolisierten Werte und Ethik. Auch wenn die starren Dogmen der Religionen für ein wissenschaftsbasiertes, modernes und tolerantes Leben hinderlich sein können, kann man von den Praktiken der Religionen viel lernen.

Gebete sind ein tiefer, emotionaler und ehrlicher innerer Monolog, der auf Werten basiert, von denen der betende überzeugt ist. Das Anbeten eines Gottes, der für bestimmte Werte steht, ist kraftvoller, als Zettel am Spiegel oder die Abstraktheit der reinen Worte, die diese Werte beschreiben. Auch das materiell Greifbare, das Örtliche, das Gesellschaftliche – die Opfergaben, Tempel, Rituale, sind für das Unbewusste Gold wert.

Auch die Dankbarkeit, die den Werten, die als Götter dargestellt werden, entgegengebracht werden müssen, um überhaupt um etwas bitten zu dürfen, ist psychologisch extrem sinnvoll. Dankbarkeit veredelt das Leben. Sie ist ein tiefes und positives Gefühl, die das Ich mit einem höheren Sinn verbindet.

Wer sich als Nichtreligiöser keine philosophische Struktur baut, die einen Gott der Zerstörung, des Wandels und Wiederaufbaus ersetzt, wird durch die Erkenntnisse der Wissenschaft auf Dauer keine große Freude haben.

Trikots

Wer mit aufs Spielfeld will, muss sich ein passendes Trikot anziehen.

Wer einen Kredit möchte, erhöht die Wahrscheinlichkeit ihn zu bekommen, wenn er äußerlich zeigt, dass er das Vertrauen wert ist. Wer Teil einer Gemeinschaft sein möchte, der sollte zeigen, dass er bis zu einem gewissen Grad bereit ist, sich anzupassen.

Um unsere Individualität leben zu können, kann es helfen, sich anzupassen.

Perfekt

Wenn zu perfekt, lieber Gott böse.

Und es stimmt. Denn es geht immer noch besser, weiter und feiner. Je perfekter etwas ist, desto deutlicher wird der kleinste Makel. Das ist kein Aufruf zu Schludrigkeit und Nachlässigkeit.

Es sollte als Aufruf zu genau definierten Zielen verstanden werden. Besser, so gut wie möglich, oder perfekt sind relative Werte und damit für Zielsetzung nicht sinnvoll.

Wir müssen aufpassen, dass unsere Ziele praktikabel, effizient und endlich sind. Sonst kommen wir vom Hundertsten ins Tausendste und erreichen nie das Ziel.

Respekt

Wer sich zurückzieht und meint, sich nur um sich selbst kümmern zu müssen, wird unzufrieden.

Wir möchten etwas beitragen zu der Gemeinschaft. Wir möchten uns unseren festen Platz verdienen. Wir möchten Sicherheit und Gemeinschaft.

Wahrgenommen werden, gehört werden, bekommen, was man will, gleiche oder mehr Rechte haben, als andere: das erfahren wir als Selbstbestätigung und Respekt. Es gibt uns Mut und Kraft. Wir sind intuitiv bereit, sehr viel dafür zu tun.

Es ist meist eine sinnlose Vergeudung von Energie, sich dieser inneren Selbstverständlichkeit entgegen zu stellen.

Okay

Es ist okay, nicht alle und alles und jeden Zustand und jedes Wetter zu mögen. Es ist auch okay, nicht von jedem und allen gemocht zu werden. Es ist okay, von einigen verachtet zu werden. Und es ist okay, von sehr vielen nicht wahrgenommen zu werden.

Hingegen ist es wie ein Wunder, hier und da mit einer Person eine Wellenlänge zu haben. Wenn da jemand ist, der einem auffällt, der einem merkwürdig weniger egal ist.

Es ist besonders, dass Menschen da sind, mit denen man Verbindungen eingeht, zwischen all den Menschen, mit denen man keine eingeht. Wir müssen sie würdigen, wie eine gefundene Nadel im Heuhaufen.

Schmerz

So vergeht der Schmerz langsam. Tag für Tag, Woche für Woche. Erst kann man die Finger wieder bewegen. Dann langsam die Hand auf und ab. Erst kann man etwas ganz Leichtes halten, bald eine Türklinke drücken. Dann kann man sich schon wieder aufstützen und man wird nur in Extremsituationen erinnert, dass überhaupt etwas war.

Und genauso lernt man etwas. Erst merkt man nur, dass gar nichts geht. Und bald weiß man nicht mehr, was man daran nicht können könnte. So kann man das Können als Normalzustand in der Zukunft betrachten, den man wiedererlangen wird, wenn etwas Zeit und nach und nach vergehendes Unwohlsein verstrichen sind.

Teilnehmer

Es lohnt sich, in Menschen grundsätzlich die besten Intentionen zu vermuten. Selbstverständlich anderen den Vortritt zu lassen und unter Menschen so umsichtig zu sein, als würde man in derselben Mannschaft spielen.

Wer dies tut, zum Beispiel im Straßenverkehr oder beim Einkaufen, wird eine freundliche Welt erleben, in dem das Miteinander eine große Bereicherung ist.

Auch mit Fremden in unpersönlichen Situationen können wir Freundlichkeit genießen – die unseres Gegenübers und unsere eigene.

Schokolade

In Indien ist Schokolade lange nicht so beliebt, wie in Deutschland. Das liegt daran, dass der Geschmack von Schokolade sich in einer bestimmten Temperaturspanne besonders gut entfaltet. Zu kühl ist der Geschmack stumpf. Zu warm ist die Konsistenz unbefriedigend weich.

Was wir gern haben, entwickelt sich aus unserer Umgebung, unseren Vergleichen und Gewohnheiten. Unsere Objektivitäten entstehen aus unseren einzigartigen Entwicklungen. So gibt es für jeden viele Entwicklungsnuancen. So explodiert die Welt des Seins in alle Richtungen und schafft sich alle erdenklichen Wahrheiten. Wir haben das Glück ein Teilchen darin zu sein.

Berufung

Supporter, Leader, Visionäre, Tüftler, Gerechtigkeitsfans, Haarspalter, Expressionisten, Follower, Zeichner, Unangepasste.

Tüftelnde Gerechtigkeitsfans, Unangepasste Leader, Zeichnende Follower, Expressionistische Haarspalter.

Tüftelnde Gerechtigkeitsfans mit einer Vision, Haarspaltende Leader, die einem Trend folgen.

Es gibt viele Variablen mit unendlichen Kombinationsmöglichkeiten. Mit etwas Ambition setzten sich die richtigen Bausteine zusammen, und bilden die Grundlage für eine Berufung.

Schwimmen

Gelassen bleiben, und abwarten ist häufig eine gute Lösung. Nicht abwarten und sinken, sondern abwarten und schwimmen. Panisch schreien und strampel ist Energieverschwendung. Ruhig bleiben und eine Lösung suchen ist ein guter Weg. Schlechte Laune zu bekommen nützt nie. Sie soll Ernsthaftigkeit und Fokus bringen, aber die schlechte Laune raubt Energie und macht aus einer kniffligen Situation eine tatsächlich schlechte Situation.

Gelassen bleiben und schwimmen, anstatt schlecht gelaunt gestresst zu sein, ist erlernbar. Man kann einen Schritt zurücktreten und sich neu ausrichten. Vielleicht kann man beim ersten Mal nur einen Schritt zurück treten. Beim zweiten Mal schon 2%, (also fast unmerklich), entspannen. Irgendwann kann man sich überlegen, ob die schlechte Laune jetzt irgendetwas nützt, oder ob man einfach den nächsten logischen Schritt geht.

Zwecke

Erfolg in Schule, Studium und Beruf sind ein netter Zeitvertreib. Man kann top sein in der Schule, immer Zweien und Einsen im Zeugnis haben. Medizin oder Jura studieren, Oberarzt oder Richter werden, und trotzdem süchtig, verloren und perspektivlos. Über ein Jahrzehnt Erfolg in Schule und Studium ebnen nicht den Weg in ein erfüllendes Leben!

Man kann reich werden und es verändert sich nicht viel. Man arbeitet, isst, liest, schaut abends bewegte Medien und geht schlafen. Kleidung, Urlaube, Transportmittel und Freunde sind teurer, erfüllen aber ihre Zwecke nicht besser als zuvor.

Offenheit, sein Umfeld sehen, hören und achten, Hilfsbereitschaft und Selbstbewusstsein sind ein weit sichererer Weg zu Glück, Frieden und Erfüllung als Leistung und Anpassung.

Input

Wir leben zwischen den Polen. Anstrengung und Ruhe, Input und Output, Aufregung und Kontemplation, Anspannung und Entspannung.

Nahrung, soziale Bindung, Information waren jahrtausendelang Mangelware. Für die meisten Lebewesen, die es in der Evolution bis heute geschafft haben, war es nicht einfach, genug zu bekommen, um zu überleben. Daher sind wir tendenziell nicht auf ein Weniger oder einen Ausgleich, sondern auf ein Mehr ausgelegt. 

Offensichtlich hat sich die Lage geändert. Die Lebensbedingungen für Körper, Geist und Umwelt unterliegen nun den Bedingungen des Überflusses. Plötzlich müssen wir ein aktives Innehalten provozieren, anstatt nach dem Mehr zu suchen.

Wir müssen unseren Input aktiv kuratieren: Sinnvolles von Junk trennen, uns aktiv darum kümmern, diesem Input eine Chance zu geben, sinken zu können und seine Wirkung zu entfalten.

Instanzen

Gute Jugendmusik ist erst dann richtig gut, wenn sie von den Erwachsenen ganz objektiv als aller unterste Kanone eingeschätzt wird. So erging es Jazz und Techno, Rock und Rap. Die bahnbrechendsten Erfindungen, wie Auto, Computer, Internet, Email und SMS wurden anfangs als weitgehend nutzlos eingeschätzt. Bob Dylans electric band wurde ein Jahr lang auf der Bühne ausgebuht.

Ein Nein, ein Urteil, die Meinung anderer bedeutet in vielen Fällen in zweiter Instanz ihr Gegenteil.

Oder mit dem Daodejing ausgedrückt: Wenn der Narr nicht laut lacht, ist es nicht der wahre Weg.

Lächeln

Man kann lächeln, ohne sich zu freuen. Sowie man Schokolade essen kann, ohne sie zu genießen. Wir halten das folgende Glück für selbstverständlich, aber das ist es nicht. Und es kommt auch nicht, wenn wir mehr und mehr und mehr essen. Den Funken müssen wir manchmal selbst zünden, sonst wird das Feuer nicht entfacht.

Wir können Gefühle in unserm Körper steuern. Durch Körperhaltung, Atem, Mimik, Gedanken und Bilder.

Es ist gut, freudig zu lächeln. Wer lächelt, freut sich eher über die Dinge, die ihn umgeben und den Zustand, in dem er sich befindet. Und wer lächelt, kann sich fragen, wie Glück sich anfühlt. Und wenn man lächelt, ist es leicht, Glück zu fühlen.

Vorsicht

Mit schlechter Stimmung muss man sehr aufpassen. Wenn man nicht peinlich darauf achtet, sie bei sich zu halten, springt sie in alle Richtungen über und potenziert sich.

Eine gefährliche schlechte Laune ist leicht erkennbar. Wenn man nicht nur von den unmittelbaren Gegebenheiten genervt ist, sondern von allem, das man sich vorstellt, handelt es sich um einen klaren Fall. Dann sollte man Ruhe bewahren und sich zurückziehen, wenn es geht. Falls das nicht möglich ist, kann man versuchen, über seinen verschrobenen Verstand zu schmunzeln. (Vielleicht hat man auch einfach nur Hunger).

Ultimum

Jede Wahrnehmung ist einzig. Jeder Moment ist einzig. Manchmal können wir zurück zum Ausgangspunkt. Aber es wird dort nie mehr genau so sein, wie es war. Die Umstände haben sich verändert und wir selbst haben uns verändert. Wir können Gesagtes nicht ungesagt machen. Das Jetzt ist immer das ultimative Sein. Ein einziges Mal wahrgenommen in den Weiten von Zeit und Universum.

Augen

Häufig beurteilen wir Dinge danach, wie wir denken, wie sie auf andere wirken. Wir sehen sie durch die Augen von unserer Vorstellung einer anderen Person oder Personengruppe. So kann uns ein Film, ein Buch, ein Kleidungsstück, ein Musikstil nicht gefallen, weil wir meinen, er oder es sei nicht intelligent (aus einer geborgten Sicht, mit der wir uns identifizieren wollen). Auf der unkritischen Gefühlsebene aber finden wir Gefallen. Umgekehrt können wir uns (aus dem gleichen Grund) für etwas öffnen, das uns spontan nicht gefällt.

Wer sich diese Erkenntnis aktiv zu Nutze macht, kann sinnvoll reframen. Wer diesen Prozess nicht erkennt, ist seinen Vorurteilen und Mindgames ausgeliefert.

Intentionen

Unsere Aufregungen über Andere entstehen aus unseren Interpretationen ihrer Handlungen. Aus diesen Interpretationen schließen wir die Intention des Anderen, über den wir uns ärgern. Oder wir ärgern uns von vornherein über das, was es bei uns auslöst, ohne zu bedenken, was eigentlich gemeint war. Wir fühlen uns unterbrochen, unsere eigentlichen Beweggründe fühlen wir missverstanden, oder wir fühlen uns, ganz allgemein formuliert, nicht respektiert.

Bevor wir uns in eine Aufregung hineinsteigern, können wir uns zum einen fragen, ob wir die Intention, über die wir uns aufregen, ganz sicher richtig interpretiert haben. Zum anderen können wir uns fragen, warum es in uns Aufregung auslöst. Dies kann zu einfachen Lösungen für große Aufregungen führen.

Kaputt

Nichts funktioniert immer. Alles braucht Wartung, Pflege und Reparatur. Beziehungen, Maschinen, Systeme. Die Erwartung, dass man beim ersten oder zweiten Anlauf genau das Bekommt, was man erwartet, ist stark bedroht enttäuscht zu werden.

Es ist gut, zu wissen was man will. Dann weiß man, dass es sich lohnt zu warten, zu pflegen, zu reparieren und so oft zu versuchen bis es klappt.

Sicherheit

Was soll einem passieren, wenn man aus Gewohnheit in allem Möglichkeiten sieht? Hinter jedem Ende ein Anfang. Nach jedem Fall eine Lehre. In jeder Ermüdung ein Ausruhen oder eine Arbeit des Unbewussten.

Wer den Blickwinkel ändern kann, der kann sich immer in eine Stellung bringen, aus deren Perspektive es einen Weg gibt, den es sich lohnt zu gehen.

Gratifikation

Bevor Menschen etwas tun, ist die Motivation für die Handlung meist extrinsisch. Ich tue es, weil ich etwas dafür bekomme (Geld, Gesundheit, Anerkennung).

Während Menschen etwas tun, ist die Motivation weiterzumachen intrinsisch. Ich tue es, weil es mir Spaß macht. Aus der intrinsischen Motivation entstehen auf Dauer bessere Resultate und höhere Zufriedenheit.

Wir sollten uns nicht von der Belohnung führen lassen, sondern von der Freude am Tun. Sonst ist die Wahrscheinlichkeit zu Scheitern hoch. Fast schlimmer, wenn wir nicht scheitern und weitermachen. Dann stürzen wir uns täglich erneut für eine Gratifikation von Außen in die Unzufriedenheit.

Neugier

Das Leben ist voll Überraschungen. Vieles, was passiert, ist im Vorfeld unvorstellbar. 

Träume und Wünsche zu haben ist nicht selbstverständlich. Man kann sich wünschen, Träume zu haben auf deren Verwirklichung man neugierig ist.

Was ist die Essenz, auf die es ankommt? Was sind die Meilensteine? Wie kann man an die Verwirklichung rangehen? Was fehlt noch – woher wird kommen was fehlt? Es ist spannend zu beobachten, wie das Leben sich entfaltet und was erfüllt wird und was nicht.

Es ist schön, Wünsche und Träume zu haben. Es ist schön, neugierig zu sein, zu erfahren, wie es ist, etwas zu haben, an einem Ort oder mit jemandem zu sein.

 

Vergleiche

Zu einem guten Selbstbewußtsein gehört, sich an seinen Schwächen nicht zu stören und anderen neidlos zuzugestehen, in etwas besser zu sein, als man selbst. Wer sich das nicht zugesteht, der wird kein Glück und Frieden finden.

Besser man schaut auf die eigenen Ziele und auf den nächsten Schritt. Und besser, man gönnt sich ab und zu etwas Zeit in Meditation, jenseits von Wert und Person und Gesellschaft.

Wahn

Überlastung ist der falsche Weg. Unsere Zeit, Kraft und Emotionale Energie verteilen wir sinnvoll Ausgewogen auf unsere Lebensbereiche – sehr grob unterteilt in Arbeit und alles Andere. Und in jedem Bereich sollte es eine gesunde Sättigung geben. Wenn sich Sportwahn, Putzwahn, Arbeitswahn, Gesundheitswahn, Verlangen nach täglichem Rausch oder ein anderes Fass ohne Boden öffnet, dann muss das zwar nicht das ganze Lebensbereiche-System zerstören. Aber der Wahn frisst die Ressourcen.

Wir brauchen ständig Ressourcen für all das Unvorhergesehene. Krankheiten, Freunde in Schwierigkeiten, ein Kollege ist ausgefallen.

Wer keine Ressourcen hat, hat flache Wurzeln. Er steht nicht fest. Er ist schnell vom Sattel geworfen. Deshalb ist es wichtig zu bemerken, ob wir einen Bereich haben, der unsere Ressourcen frisst. Das kann Zeit, Kraft oder Emotionale Energie sein, oder alle drei. In solch einem Bereich muss man sehen, wie er dort einen Punkt macht und die nötige Entspannung für Kraftreserven zurück in sein Leben bekommt.

Brüche

Häufig schließt die eine Option, eine andere aus. Der Rausch schließt ein langzeitig nüchternes Leben aus. Möglicherweise bricht eine nichtssagende Rauscherfahrung einen wichtigen inneren Prozess im entscheidenden Moment ab. So wie ein Seitensprung in einer Beziehung lang gewachsenes Vertrauen und ein Selbstverständnis der Zusammengehörigkeit brechen kann.

Lebenszeit ist begrenzt. Ein langer Prozess kann wertvoller sein, als Erlebnisse und Kicks.

Versuche

Es gibt einen Weg. Es gibt die Nuance, die Halt gibt und zum nächsten Halt führt. Versuche und neue Versuche sind die Eintrittskarte zum nächsten Schritt. Ein Nagel, der mit einem Schlag eingehauen ist, gibt keinen Halt.

Ein echtes Problem, an dem man wachsen kann, muss von verschiedenen Seiten betrachtet werden und die Vorstellung, dass es nicht zu lösen ist, muss herausgefordert werden.

Zu leicht vergessen wir, dass die Wiederholung der selben Tätigkeit unser Können vertieft und uns (dann doch viel schneller, als wir dachten) zum Erfolg führt.

Klang

Klang wirkt auf uns. Wahrscheinlich mehr als wir denken. Ruhe ist für unseren Geist eine besondere Wohltat. Das Schallwellengewirr, dem die Eremiten schon seit Jahrtausenden entkommen möchten, hat sich heute hundertfach potenziert.

Unseren vielen so subtilen, wie unberechenbaren Gefühlsregungen liegen minimale Einflüsse zugrunde. Natürlich auch direkte Wahrnehmungen von Sinn aus Wort und Darstellung. Aber winzige und offenbare Geruchs- und Geräuschwahrnehmungen spielen in dem feinstofflichen Gefühlspalast unserer Wahrnehmung eine große Rolle. Vieles, was sich schließlich zum benannten Gefühl zusammensetzt, entsteht aus vielen Einflüssen, die jenseits sind von gut und schlecht, von Gedanke und Wort.

In der menschlichen Evolution waren die meisten Klänge unserer modernen Welt nicht vorhanden. Fast alles, was wir hören ist evolutionär noch brandneu.

Wir fühlen uns wohl mit Rauschen von Wellen, Wind und Regen. Tierlaute haben für unsere Intuition Bedeutungen, die wir gedanklich kaum noch nachvollziehen können. Und der fröhliche Gesang von Vögeln schenkt unserem Gemüt einen Frieden, den Menschen seit den Anfängen ihrer Entwicklung verspüren.

Es ist gut für unser Gemüt, schöne und sanfte Klänge zu hören. Und es ist schön wenig zu hören. Moderne Ohrstöpsel sind ein große Hilfe. Und es gibt weit mehr Gelegenheiten als man gemeinhin denken mag, um mit ihnen das Leben zu bereichern.

Harmonie

Unser Lebensinhalt, unsere erreichten und erdachten Ziele, sind organisch. Sie wachsen und entstehen. Karrieren, Beziehungen, Freundschaften, Finanzen, Muskeln und Denkstrukturen wachsen. Wie Pflanzen brauchen sie ein Fundament, Wasser und Licht.

Einiges braucht Pflege und Zuwendung. Anderes wächst stetig und stabil wie ein Baum. Einiges kann geerntet anderes betrachtet werden.

Wie in einem Garten stehen die Dinge, die unser Leben füllen, in Beziehung zueinander. Wenn sie auf harmonisierenden Werten gründen, stehen sie in Symbiose zueinander. Wenn nicht, eifern sie um die bestehenden Ressourcen.

 

Computer

Das meiste, was wir konsumieren und benutzen, produzieren wir nicht selbst. Es entsteht aus der Geschichte. Aus dem kollektiven Wissen an dessen Ende eine Umsetzung stattfindet.

 Jemand anders stellt die Früchte bereit. Jemand anders erntet den Weizen. Jemand anders backt das Brot. Und noch jemand anders bereitet zu, was wir schließlich konsumieren.

Aus dem was getan wird, um anderen Menschen das Leben zu erleichtern, entstehen Berufe. Irgendwann und irgendwo sind tausende kleine Schritte gemacht worden, damit wir die Dinge haben, die uns umgeben. Wer oder was es getan hat, ist meist unwichtig. An unserem Ende ist das Ding, das uns umgibt. Bei vielem waren Hilfsmittel wie Werkzeuge, Maschinen und Computer im Spiel.

Wo tritt nun die große Veränderung ein, wenn die sogenannte künstliche Intelligenz ins Spiel kommt. Wir befinden uns noch lange nicht am Ende der Möglichkeiten für menschliche Tätigkeiten. Es geht immer weiter. Der Sinn war immer das Leben und das Leben wird sich immer füllen.

Im Daodejing steht: The Dao is like an empty vessel, which in being used will never be filled up.

Schuhe

Unsere Vorstellung von dem wer wir sind und was wir wollen ist ausgeprägter, als wir meinen. Wenn wir meinen, unsere Wahl wäre beliebig, täuschen wir uns meist. Es wurden nur im Vorfeld schon viele Einschränkungen und Richtungen vorgegeben. Und eine grobe Vorauswahl ist auch schon getroffen.

Die Wahl von Schuhen ist etwas Besonderes, weil wir viele Möglichkeiten gleichzeitig sehen. Und aus 200 Paaren sind 199 unmöglich. Wenn wir Glück haben, ist ein paar dabei, das uns gefällt.

Falls es den gewünschten Schuh in unserer Größe nicht gibt, müssen wir weitersuchen.

Einbahnstraße

Die meisten werden nie erfahren, wie es sich anfühlt, alles verloren zu haben. Keine Unterkunft, keine Freunde, kein Geld, kein Job, keine Perspektive, keine Hintertür. Und auf Probe kann man es nicht erleben. Wahrscheinlich ist es eine weit interessantere und tiefere Erfahrung, als umschwirrt von tollen Freunden und glücklicher Familie jenseits aller Geldsorgen zu leben.

Aber auch wenn es romantisch klingt: niemand möchte dorthin. Wir befinden uns in einer Einbahnstraße. Wir möchten leben. Wachsen, Verbinden, Sprechen, Essen, Lieben, Helfen. Das ist unsere Natur.

Soulfood

Vieles von dem, was wir tun, tun wir intuitiv. Woher kommt die Intuition? Sie kommt aus unserem persönlichen Unbewussten, woher auch sonst.

Woher kommt das Unbewusste? Aus Werten, Gewohnheiten, Selbstgesprächen, Erinnerungen, Visualisierungen, Gelesenem, Gesehenem, Gehörtem und Gesagtem.

Das, womit wir uns heute füttern, ist morgen unsere Intuition.

Jammern

Um Hilfe zu bitten ist ein Lösungsansatz, Jammern ist eine Lebenseinstellung. Deshalb: wer jammert, dem wird nicht geholfen. Und wer sich beklagt, bei dem werden Fehler gesucht.

Vielleicht ist das nicht fair. Aber so funktioniert unsere intuitive Logik. Diese Ansicht ist tief in unsere Gene geschrieben. Man sollte also aufpassen. Jammern kann zur Droge werden. Es gibt vor zu helfen und etwas Erleichterung zu verschaffen, verursacht aber auf längere Sicht eine versiechen der möglichen Lösungsquellen.

Fallen

Der Mensch kommt auf die Welt, mit der Angst abzustürzen. Und die Angst vor Absturz weitet sich vom physischen Fallen zum sozialen und finanziellen Fallen. Morgen beruflich oder finanziell schlechter dastehen als heute, davor haben die Furchtlosesten Angst. Wir definieren uns durch den Status, in dem wir uns zu Hause fühlen und die Dinge, die wir als unser eigen verstehen.

Und so sehr wir wissen, dass dies mehr Leiden als Freude verursacht, hält der Verstand daran fest. Für den Verstand geht es um den Sinn seines Lebens und die Richtung seines Strebens.

Die beste Medizin, die den Boden dieser Angst marode macht und nicht die Leber kaputt macht, ist Meditation.

Gewinngarantie

Zahlen und nichts erhalten ist ein schlechter Tausch. Besser man sucht sich Positivzwickmühlen:

Wer sein Unbewusstes bittet, nach einem Schlaf eine Frage zu beantworten, hat immerhin schon mal eine gute Frage gestellt.

Wer eine Selbsthypnose mit einer Lösungssuche macht, hat die Entspannung der Selbsthypnose.

Wer zum Wettkampf geht und nicht gewinnt, hat die Bewegung.

Wer macht, was er will und (noch) keinen Erfolg hat, ist frei.

 

Stau

Kleine und große Renovierungen, Anschaffungen, Papierkram, etc: heimlich und konstant schleichen sich Dinge ins Leben, die man nicht gern machen möchte. Sie sind nicht dringend, man hat keine Lust sie zu machen und in Gedankengängen, die mit ihnen zu tun haben, tauchen Worte auf wie eigentlich, sollte und nicht jetzt. Irgendwann entsteht ein Stau. Um zu wissen, womit man es zu tun hat, lohnt es sich, eine Liste mit diesen unscheinbaren Begleitern zu erstellen. Keine ToDo-Liste. Erstmal kann man einfach nur aufschreiben, was gerade alles liegen geblieben ist. So stellt sich immerhin schon mal heraus, dass diese Liste endlich ist.

Wo diese Liste nun schon mal existiert, ist es sicher ab und zu ein gutes Gefühl, eine der Dinge zu erledigen. Das kann erfüllender sein, als Ruhe und Suggestion und schafft neue Leichtigkeit.

 

Genuss

Gegenwind, Kälte, Wetter, Schlaglöcher und kleine Missgeschicke. Um zwei Dinge kommen wir im Leben nicht drumrum. Um die Welt und um uns selbst. Und wer die Welt verändern will, fängt am besten bei sich selbst an.

Wenn die Dinge gerade nicht so sind, wie wir sie uns wünschen, lohnt es sich häufig nicht, zu klagen. Weit besser ist, sich bei so vielen kleinen Gelegenheiten den magischen Satz zu sagen: Das muss man genießen!

Dieser Satz wirkt wie eine Zauberformel. Man kann damit kleine Ärgernisse in kleine Freuden verwandeln. Gelegenheiten es auszuprobieren, gibt es genug.

Verantwortung

Wir sind nicht nur eine Person. Unsere Handlungen wachsen über uns hinaus und potenzieren sich. Als Trinker kommen Freunde und Bekannte, wenn sie Lust haben, zu trinken. Der Trinker trinkt noch mehr und stabilisiert nebenher eine Kultur des Trinkens. Er öffnet die Tür, gibt Richtung und Möglichkeit und Beeinflusst die Möglichkeiten, der Menschen um sich herum. Er stärkt die Alkoholindustrie und jede Industrie möchte Wachsen. Der Nichttrinker schafft eine Kultur des Nichttrinkens.

Um einen Vegetarier herum werden andere Menschen auch zu Vegetariern. Ohne, dass er etwas dafür tun muss. Menschen wollen haben, was andere Menschen auch haben. Menschen tun, was andere Menschen auch tun. Und die Menschen schauen dorthin, wo etwas aus Überzeugung getan wird. Sie lieben es, dorthin zu schauen, wo jemand Stellung bezieht und dann Ja oder Nein zu sagen.

Alles will wachsen. Jeder Gedanke hat den Drang, sich zu verwirklichen. Handlungen, Einstellungen, Stimmungen ziehen Kreise. So bewegen wir Dinge. So sind wir verantwortlich im Kleinen.

Hypnose

Der erste Teil der Hypnose ist der Übergang in den Zustand der Trance. Dieser Übergang wird Induktion genannt. Techniken sind Countdown, Countup, Autogenes Training, Focussing, Punktuelle Konzentrationen und viele andere fertige Induktionssysteme und Kombinationen. In Trance fühlt die Person vornehmlich ein tiefes Gefühl von Frieden. Erst hinter diesem Gefühl fließt der Gedankenstrom. Aber das Friedensgefühl, nimmt den wichtigsten Teil des Bewusstseins ein.

Im zweiten Teil können Vergangenheit, Zukunft und Jetzt (Ansichten und Einstellungen) modelliert werden. Eine tiefe Entspannung und das Gefühl von großem Glück können eintreten. Werte und die Beziehung zu Zielen können gestärkt werden. Lösungen können sich wie aus dem Nichts manifestieren.

Dies alles funktioniert nicht jedesmal und sofort. Aber sie bietet eine sehr gute Chance, signifikante Aspekte des Lebens auf angenehme Weise zum Besseren zu ändern. Die Hypnose ist ein Wunderwerkzeug.

Neid

Wer andere beneidet, verspürt ein persönliches Defizit, mit dem der Beneidete nichts zu tun hat. Die Aussage des Neids ist: Ich habe nicht genug, weil ein anderer mehr hat. Für viele Menschen hängt Lebensglück zu stark damit zusammen, mit wem sie sich gerade vergleichen.

Wie wir unsere persönliche Lage bewerten ist von unserem Umfeld abhängig. Es gibt kaum ein Entrinnen. Aber wir können dankbar sein, anstatt uns unglücklichzuvergleichen. Wir können uns Vergleichen, um uns erhaben zu fühlen, oder um uns anzuspornen und auf unseren nächsten Schritt schauen.

Biographie

Der Trick mancher Filme ist es, erst den spektakulären Ausgang der Geschichte zu erzählen,um dann mit dem Anfang der Geschichte zu beginnen. Drei Wochen vorher.

So funktionieren auch Biographien von großen Persönlichkeiten. Die ödeste Kindheit wird spannend, wenn man weiß, dass sie Teil einer steilen Karriere ist.

Was passiert mit deinem Jetzt, wenn du es in Perspektive zu deinem erlangten Ziel setzt?

Nachgeben

Unsere positiven Gewohnheiten und funktionierenden Abläufe sind keine universellen Pflichten. Wenn es sich um keine gefährliche Sucht* handelt, kann ein Nachgeben aus der alltäglichen Routine auszubrechen, eine große Bereicherung sein. Bestenfalls hören wir dabei auf einen dringenden Rat des Unbewussten.

Vielleicht kommt einer unserer Werte zu kurz. Oder das Unbewusste braucht einen großen Teil unserer Energie für einen Durchbruch.

*Rausch- oder Betäubungsmittel, oder Handlungen zum direkten Nachteil anderer, wie körperliche oder verbale Gewalt

Fehler

Wer die Angst vor Fehlern, die uns in der Schule beigebracht wurde, nicht überwindet, wird seinen Sicherheitsradius nicht verlassen.

Wer sich nicht traut, Fehler zu machen, wird kaum in unbekannte Gefilde vordringen, und so Dinge auf neue Weise denken, sagen, entwickeln.

Die Person muss im Wandel bleiben. Sich immer neu erfinden, in die Unsicherheit gehen. So bleibt sie lebendig und frisch.

Missstände

Brian Tracy sagt, man soll Mehrwert schaffen. Egal, ob er einem gerade direkt zugute kommt, oder nicht. Generell soll man es sich zur Angewohnheit machen, Orte in einem besseren Zustand zu verlassen, als man sie vorgefunden hat. Hier einen Schnipsel aufheben, dort ein wenig säubern. Mehrwert schaffen.

Es ist erstmal ungewohnt, wird aber schnell zur Gewohnheit und hebt die Stimmung, wenn man es aus Prinzip und mit Freude tut.

Kommunikation 4

Das Unbewußte ist ein großer Helfer. Es lässt uns vorselektiert Dinge sehen, hören und Zusammenhänge wahrnehmen. Das Unbewußte möchte das verwirklichen, was es für wahr hält. Und es kann nicht unterscheiden, zwischen erdachten Bildern und tatsächlich gesehenen Bildern. Das Unbewußte glaubt die Gedanken, die wir denken und die Worte, die wir schreiben. Es glaubt die Worte, die wir uns sagen und die Visualisierungen, die wir uns vorstellen. Was soll dein Unbewußtes für dich verwirklichen? Was kannst du dir dafür sagen? Was kannst du visualisieren? Was kannst du optisch ganz real in dein Blickfeld stellen, das dein Unbewußtes inspiriert?

Denn die Kommunikation mit dem Unbewußten ist so real, wie jede andere Kommunikation auch. Wie du in den Wald hineinrufst, so ruft es hinaus.

Dylan

Es gibt für die Person weder ein endgültiges Ziel noch Stillstand. Im Scorsese-Netflix-Bob-Dylan-Film Rolling Thunder Revue, sagt Dylan wie nebenbei:

Das Leben ist nicht da, um sich selbst zu finden. Das Leben ist da, um sich selbst zu erfinden.

Suche nicht, wer du bist! Überlege, wer und was du sein willst und mache dich auf den Weg dorthin. Denn die Selbstfindung ist von Zeit unabhängig. Das erfinden der Person ist der Prozess, an dem die Person in Welt und Zeit interessiert ist.

Liebe

In der ZEIT lese ich immer als erstes im Zeitmagazin den Artikel „Frag doch den Therapeuten“. Wolfgang Schmidbauer schreibt dort seine Ansichten zu konkreten Beziehungsproblemen und mir gefällt seine Sicht und seine Beratung sehr. In der aktuellen Zeit hat er seine phänomenale Ansicht zum Thema Liebe geschrieben: […] große Liebe, kleine Liebe, feste Beziehung, Sex ohne Beziehung, Freundschaft mit Sex und manches mehr. Liebe ist Liebe, sie lässt sich nicht durch Definitionen groß oder klein, stark oder schwach, früchtig oder ewig machen. 

 

Gut passend zu meinem gestrigen Blog-Post passt das Zitat aus Tim Ferriss  wöchentlichem Newsletter 5-Bullit-Friday:
“If you wish to improve, be content to appear clueless or stupid in extraneous matters.“
— Epictetus

 

 

 

Tough

Herausforderungen und Gefühle sind Begleiter eines erfüllten Lebens. Wer versucht, große körperliche, emotionale und geistige Anstrengungen konstant so gut es geht zu meiden, ist schlecht gewappnet, wenn es wirklich drauf ankommt.

Wer keine Herausforderungen annimmt, läuft Gefahr, in eine Abwärtsspirale zu geraten. Tatsächlich gibt es keinen Stillstand. Es geht aufwärts oder abwärts.

 

Viel

Wenn einem die Dinge zu viel werden, oder einem gerade über den Kopf wachsen, ist es gut, sich mit der eigenen Verletzbarkeit arrangiert zu haben, um nicht in eine Selbstzweifelpanik zu geraten.

Anders sollte man sich, wenn einem die Dinge nie über den Kopf zu wachsen scheinen fragen, ob man auf Kosten der Höhe seines Schaffens auf die eigene Unverletzbarkeit setzt.

Easy

Take it easy! Enjoy yourself. Das klingt auf englisch leicht und locker. Auf deutsch kann man es kaum sagen, ohne einen ungebetenen Ratschlag und eine überhebliche Empfehlung zu implizieren.

Verschiedene Sprachen funktionieren verschieden. Sie können verschiedene Inhalte transportieren. So ist es auch mit Menschen. Der eine kann Dinge sagen, die völlig anderes wahrgenommen werden, wenn eine andere Person sie sagt.

Wer kein austauschbarer Schauspieler im gesellschaftlichen Diskurs sein möchte, sollte nicht versuchen, andere zu genau zu kopieren. Wichtig ist, dass man seine Wahrhaftigkeit findet: seine persönliche Güte, sein persönliches Mitgefühl, den eigenen Humor, die eigenen Werte und Ziele.

Wer den Mut aufbringt mit den eigenen Verletzbarkeiten zu leben, spart Energie und steigert die Wahrscheinlichkeit ein erfülltes Leben zu führen.

Starr

Manchmal steht man vor einem Berg und schaut hinauf und denkt sich, wie soll ich da bloß hoch kommen? Oder man steht auf einem Berg und schaut hinunter und denkt, hoffentlich falle ich nicht runter. Und Furcht und Trauer erzeugen eine fragile Starre.

In Wirklichkeit gibt es keinen Aufstieg und keinen Fall. Es gibt den nächsten Schritt. Und da sind weder Steilwand noch Abgrund. Und aus der Starre kommt man am besten heraus, indem man (vielleicht vorsichtig) einen Fuß vor den anderen setzt.

Phasen

Wie es Jahreszeiten und Wetterwechsel gibt, sind auch wir okay, vielleicht auf lange Sicht sogar in Höchstform, wenn wir nicht jeden Monat, jede Woche, jeden Tag gleich sind. Es kann Perioden des Schlafs und Zeiten des sehr frühen Aufstehens geben. Phasen des Erforschens und Schaffens und Phasen der Reflektion.

Oft sind wir okay so, wie wir gerade sind, solange wir uns nicht durch Negativität selbst blockieren.

Und natürlich gibt es auch verschiedene Lebensphasen. Ich habe manchmal das Gefühl, dies wird in all den Ratgebern, in denen es um Produktivität geht, vernachlässigt.

Da fand ich es erfrischend, Kevin Kelly im Interview sagen zu hören, das die jungen Leute zwischen 20 und 30 sich nicht schon um Produktivität und Erfolg sorgen sollten. Sie können die Welt und den Rausch, das Leben und ihre persönlichen Interessen erforschen. Danach ist noch Zeit, eine Karriere zu verfolgen.

Verhandlungssachen

Wo Zusammenkunft und Kommunikation sind, ist Geben und Nehmen. Das Geben kann das Nehmen von Gesellschaft sein. Das Nehmen kann das Geben von Anerkennung sein. Überall werden Handel getrieben. Handel ist ein Austausch von Werten, die wir zu bieten haben.   

Es ist gut, wenn man weiß, was der andere will. Der direkte Weg ist oft der Beste. Auch in der Kommunikation. Hinschauen, Zuhören, Nachfragen. Wer es lernt, zu verhandeln, der lernt auch, herauszufinden was der andere wirklich will. Das steigert die Möglichkeit einer Win-Win-Situation.

Kleinkram

Die meisten Dinge, über die wir uns aufregen, sind nicht besonders schlimm. Die Bahn kommt etwas zu spät. Ein Freund kommt zum 5. Mal hintereinander zu spät. Wir standen an der längsten Schlange im Supermarkt und kurz bevor wir dran sind, öffnet eine andere Kasse. Wir bemerken, dass wir 20% mehr bezahlt haben, als jemand anders.

Pema Chödrön sagt in ihrem Vortrag gegen das Ärgern, dass es ein sehr guter Tipp ist, mit genau solchen Kleinigkeiten zu üben, sich nicht zu ärgern: Start with the little things.

Ladehemmungen

Fast immer gibt es viele Lösungen für ein Problem. Manchmal hat man Ladehemmungen. Einem fällt einfach nichts gutes ein. Dann kann man sich fragen, wie jemand anders es tun würde. Jemand den man persönlich oder nicht persönlich kennt. Wie würde diese Person das Problem lösen? So kann man es auch versuchen. Wenn das noch nicht reicht, kann man visualisieren, wie diese Person es tut und sich in einer nächsten Visualisierung an ihre Stelle setzen.

Weltbühne

Wenn wir eine einigermaßen heile Welt unmittelbar vor Augen haben, wollen wir, dass es so bleibt. Aber Dinge verändern sich. Und so bleibt das Weltgeschehen, wie es ist und immer war.

Die Welt nimmt immer ihren Lauf und es bleibt spannend. Denn endlich gibt es die Weltbühne. Sogar mit mehr Organisationen, Projekten, Menschen und Informationen, als man sich je hätte erträumen können. Massensterben, Völkerwanderungen und verrückte Megaherrscher hat es immer gegeben. Und wir erfahren etwas über die Hintergründe. Und wir erfahren nicht erst davon, wenn es schon zu spät ist. 

Wovon wir heute auch erfahren, sind die Dinge, die besser werden: Weltweite Medizinische Versorgung und Katastrophenhilfe, mehr Gleichberechtigung, geringere Kindersterblichkeit, mehr Schulbildung. Selbst wenn die Blase platzt, wird die Menschheit besser dastehen, als vor 200 Jahren.

 

 

Geschäfte

Wenn es um Preisverhandlungen geht und man nicht beharrlich genug ist, kann es passieren, dass man einen höheren Preis zahlt als nötig. Wenn man sich allerdings sehr geschickt anstellt, kann es passieren, dass der andere aus Freundlichkeit und Mitgefühl einen besseren Preis anbietet, als er sich leisten kann.

Wenn man verhandelt, sollte man sich überlegen, mit wem man es zu tun hat und ob man seinen Geschäftspartner lieber unterstützen möchte oder ob er es nicht nötig hat. Am besten, man möchte faire Geschäfte machen, mit Menschen, die das selbe möchten. So entsteht Vertrauen, beidseitiges Wachstum und eine gesunde, lange Geschäftsbeziehung. Es ist ein schönes Gefühl, zusammen am gleichen Strang zu ziehen.

Kontraste

Durstig ist es umso angenehmer etwas zu trinken und hungrig ist ein einfaches Essen eine große Freude. Das ist übrigens einer der unmittelbaren Vorteile des 16/8-Fastens.

Aus Entspannung und Trödelei freudig in eine Schaffensphase zu gleiten ist auch wie ein angenehmes Sich-Fallen-Lassen. Trödelnd eine Menge Wegzuarbeiten kann auch eine besonders effektive Arbeitsweise sein. So wie sanfte Melodien und schnelle Rhythmen sich gegenseitig erheben.

Need

In der Drehbuchtheorie hat die Hauptfigur einen sogenannten Dramatic Need. Psychologisch ist dieser geteilt in den Want und den Need. Der Want ist zum Beispiel der Karrieresprung. Der Need (den sie schließlich auch bekommt) die Freiheit, die sie sich davon verspricht. Auto – Reisen. Hübschen Stereotyp – Liebe. Andere Besiegen – eigene Blockaden überwinden.

Wir stecken dauernd zwischen Wants und Needs. Es gibt im Marketing auch den Spruch: Jeder Euro wird dafür ausgebeben, um etwas glücklicher zu werden. Zum Schluss ist der tatsächliche Need immer Innerer Frieden.

Ausschnitte

Die Welt hat jedes Individuum perfekt in sich eingepasst. Jedes Individuum wird umgeben mit Eindrücken und Möglichkeiten und verbindet diese mit seinem Willen.

Den Weltausschnitt, in dem wir uns bewegen, haben wir passgenau auf uns zugeschnitten. Hier und da zwickt es mal. Aber im großen und ganzen passt unser Leben um uns herum so gut wie die Kleidung, die wir tragen. Und wir vertragen es so gut, wie das Essen, das wir essen.

Unser Leben ist das Wechselspiel von Ursache und Wirkung.

Verhandlung

Eigentlich geht es ums Zusammensein und nicht darum, unseren Willen zu bekommen. In der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg geht es nicht darum, zu bekommen was man möchte. Es ist keine Verhandlungstechnik. Es geht darum, selbst in Frieden bei sich zu bleiben. Und wenn möglich oder nötig, dem Gegenüber das gleiche zu ermöglichen.

Was wir laufend vergessen ist, dass es uns auf lange Sicht immer darum geht, im Frieden zu sein, mit uns selbst und den anderen. Dafür geben wir unser Geld aus, dafür sind wir sozial, dafür gehen wir zur Arbeit.

Auch im Spiel, geht es ums Spielen und nicht ums Gewinnen. Das Gewinnen ist Mittel zum Zweck, um Spielen zu können. Es geht um die Freude am Spiel, ums Dabeisein, um Interaktion, um Kommunikation.

Finsternis

So sehr wir uns manchmal nach Ruhe sehnen mögen: zu viel des Guten ist unerträglich. In absoluter Stille und farbloser Finsternis, in der Camera Silens erfahren Menschen in kürzester Zeit hochgradiges Unwohlsein. Denn Ruhe bedeutet auch, sich im Gewohnten zu befinden. Auch von sich selbst in Ruhe gelassen zu werden, von Gedanken und Vorstellungen. Weil wir dies intuitiv wissen, führt die vermeintliche Ruhe oft zu mehr Input, durch Bilder, Klänge, Worte und Nahrung, als zu einem reduzierteren und ruhigeren Dasein.

Wer merkt, dass er Input mit Ruhe verwechselt, hat gute Möglichkeiten. Doch vorsicht: auch diese müssen erst zu Gewohnten werden, um das Gefühl der ersehnten Ruhe zu bringen. Spazieren, Sport, Atemübungen, Selbsthypnose, Meditation oder Schreiben.

Strom

Wer sich Informationen beschafft, und diese dann nicht nutz, um zu Handeln hat sich die Zeit vertrieben.

Das Leben ohne Internet ist nicht mehr vorstellbar. Das hat man vor kurzem noch über Audio/Video gesagt. Und vor 150 Jahren war die Welt wie wir sie heute kennen eine Welt mit vielen Analphabeten und ohne Strom. Die Explosion von Wissen hat den Preis der Umweltverschmutzung gekostet. Ich glaube, wir das Wissen wird die Umweltverschmutzung einholen.

Aber wir sollten in möglichst vielen Belangen daran arbeiten, dass aus Wissen Handlungen folgen.

Fountainbleau

Wer direkt am Fels bouldert, muss sich im Gegensatz zum Bouldern in der Halle, mit viel Mühe und häufig langatmig, jeden nächsten Griff, Halt, oder Zug erkämpfen. Selbst wenn man an den Chalk-Spuren sieht, wo die Vorgänger gegriffen haben: man weiß nicht, ob der Versuch, dort zu greifen, richtig war.

Und so ist es oft im Leben. Wir wünschen uns Lehrer oder Ratgeber, die uns den ganzen Weg führen können. Nur leider sind diese nicht zur Stelle, wenn wir sie brauchen. Wir müssen uns jeden nächsten Griff mit viel Einsatz erarbeiten, bis das Top eines kleinen Felsens erreicht ist.

Argumente

Totschlagargumente beenden Gespräche unschön. Sie provozieren ein abruptes und unbefriedigendes Ende eines Gesprächs oder eine Grundsatzdiskussion.

Alles ist relativ!
Das ist Schönrednerei!
Es ist schlecht für die Umwelt!

Das kann natürlich alles stimmen. Aber wenn man ein solches Argument benutzt, sollte man sich erstens sicher sein, dass das Gespräch in einer Sackgasse ist und diese Aussage die einzige Notbremse ist und zweitens, dass es in diesem Fall auch wirklich relevant ist und zutrifft.

Stopp

Manchmal meinen wir, uns sei alles recht. Aber das gilt nur für einen Möglichkeitsraum innerhalb enger Grenzen. Irgendwann wird es jedem zu warm oder kalt, schmerzhaft, langweilig, zynisch, albern, salzig, bitter, scharf oder kitschig. Menschen sind verschieden. Wir dürfen uns zugestehen, dass es uns ab einem gewissen Punkt reicht. Wer meint, er müsste immer noch ein wenig mehr ertragen können, tut sich nicht unbedingt etwas Gutes.

Tricks

Die meisten modernen Optimierungstricks, die zum Beispiel aus den neuesten Erkenntnissen der Ernährungsforschung resultieren sind nette Zusätze im Leben. Es kommt aber nicht der Gamechanger. Man kann es gut an Spitzensportlern sehen. Es gibt Veganer und Pastaliebhaber. Auch Athleten aus der Weltspitze essen mal ein Eis oder trinken einen Energydrink. Der eine ernährt sich so, der andere anders. Keiner stellt fest, dass er seine Leistung um 3% steigert, seit er Bulletproof trinkt, anstatt sein Koffein auf gewohnte Weise zu sich zu nehmen.

Ziele, Trainingspläne, Fokus und Disziplin machen den Spitzensportler aus. Ernährungstricks halten das Gemüt bei Laune.

Chernobyl

In der 5-stündigen HBO-Miniserie Chernobyl* wird die Atomkraftwerk-Katastrophe von 1986 spannend, informativ und unterhaltsam aufgearbeitet.

Sparen an den falschen Stellen und systematische Vertuschung waren die Hauptursachen für dieses Unglück.

Und wie in politischen Systemen, lohnt es sich auch im Individuellen, aufzudecken: an welchen wichtigen Stellen geize ich mit meiner Energie? Wo vertusche ich systematisch?

Finanzielle und gesundheitliche Altersvorsorge? Weiterbildung? Langfristige soziale Kontakte? Umweltbewusstsein? Ethisches Konsumverhalten?

Wenn wir unüberschaubare Systemapparate anklagen, können wir auch bei uns selbst schauen und verstehen.

* Hier ein sehr guter Kommentar.

Wege

Wenn man einen Weg das erste Mal geht, erscheint er lang. Wenn man ihn zum zweiten Mal geht, wundert man sich.

Wege, die man kennt, erscheinen kürzer. Beim Lernen ist jeder Handgriff, jeder logische Schritt neu. In der Wiederholung beginnen wir, von Meilenstein zu Meilenstein zu springen. So wird der Weg zielstrebig und unbeschwert.

So ist es sinnvoll, sich auch Wege, die man noch nicht gegangen ist, vorher in Meilensteine zu unterteilen. So bleibt ein Ziel in Reichweite – Meilenstein für Meilenstein.

 

Kampf

Zu Zweifeln ist immer einfach, zu einfach. Zweifel machen Handlungen zäh, sie sind ziehend und zurückhaltend.

Wenn wir wissen, dass wir das Richtige tun, sind wir mutig und stark. Ich vermute, es ist einfach, in den sicheren Tod zu gehen, wenn man damit sein Kind retten kann.

Zu Zweifeln ist einfach. Und zuversichtlich deuten wir diese so wohl überlegten Zweifel viel zu häufig als umsichtig und vorausschauend. Dabei sollten wir viel öfter für jedes Prozent Zuversicht und Überzeugung kämpfen. Nichts gibt uns so viel Kraft, wie die Gewissheit, das Richtige zu tun.

Schön

Ein Klassiker der Totschlagargumente ist die Unterstellung, jemand würde etwas Schönreden. Doch es stimmt: man kann Gegebenheiten aus verschiedenen Blickwinkeln deuten. Häufig ist es sinnvoll, ein Schicksal als Chance zu deuten, oder negative Aussagen mit sinnvollen Vergleichen in Relation zu setzen, um herauszufinden, ob sie wirklich so negativ sind, wie sie dargestellt wurden.

 

Erschöpfung

Schmerz und Erschöpfung können angenehme Erfahrungen sein. Der Schmerz von Muskelkater ist eine Trophäe. Die Erschöpfung nach getaner Leistung ist die gesunde Auflösung eines Spannungsbogens.

Wer sich häufig ausgelaugt fühlt, ohne das Gefühl zu haben, etwas geleistet zu haben, der hat entweder einen Mangel an Vitaminen oder Nährstoffen. Oder es gibt in dessen Leben Anstrengungen, die er nicht bemerkt.

Prozess

Prozesse in Gang zu setzten und aufrecht zu erhalten ist eine Tätigkeit, die viel Beharrlichkeit braucht. Es ist relativ normal, dass Vorhaben ca. 5x so lange brauchen, wie geplant. Erst recht, wenn mehrere Parteien involviert sind. Dazu kommt, dass man trotz längerer Tätigkeitspausen, in denen man auf Ergebnisse wartet, mental am Ball bleiben muss. Die Zeit hat ihre eigene Vorstellung von sich. Das müssen wir manchmal akzeptieren und einfach weiter machen.

Tag

Tag für Tag weitermachen und gucken, was passiert und wie es weiter geht. Genauer gesagt: Gucken was jetzt ist und sich einzugestehen, dass man nicht weiß, wie sich die Dinge entwickeln. Das ist ein gutes Rezept gegen Sorgen. Es gehört etwas Übung dazu, sich nicht davontragen zu lassen und Missgeschicke, Diagnosen oder Verluste mental in einen unendlichen und undenklichen Terror zu steigern. Wer es aber einige Male geschafft hat, ruhig zu bleiben, abzuwarten und in den Moment zu fühlen wird vielleicht das Glück erleben, dass die Wahrheit im Jetzt das Leben deutlich unkomplizierter macht.