Lösungspläne

Glaube und Hoffnung sind wichtig, aber Glaube bleibt Glaube, Zukunft bleibt Zukunft.

Lösungspläne sind Schritte ins Ungewisse. Es gibt keine Garantie, Probleme zu lösen. Es gibt eine Investition in die Zukunft. Lösungspläne schenken uns Glauben. Und der Glaube kann unseren Blick auf die helfenden Dinge lenken.

Aber wenn die Zukunft nicht ungewiss wäre, was wäre dann die Welt und unser Leben?

Wandlung

Es gibt, keine Garantie, dass wir dort ankommen, wo wir hinwollten. Sicherer ist, wer mit dem Moment im Reinen ist. Und ein Weg mit der richtigen Richtungsintention ist Teil einer guten Grundlage, um mit dem Moment im Reinen zu sein. Aber die Welt verändert sich stetig und wir mit ihr. Deshalb sollten wir unsere Ziele ab und zu mit der jetzigen Situation und unserer Einstellung abgleichen.

Auf diese Weise können wir uns in Bezug auf unsere Ziele auf einen angemessenen Spannungslevel bringen. Vielleicht haben wir alles getan und müssen warten, um den nächsten Schritt zu tun.

Vielleicht haben wir unser Ziel auch näher gewähnt, als es ist. Wer von Hamburg nach Berlin möchte, wird die Strecke nicht in einer halben Stunde zurücklegen. Egal, was er sich vorgenommen hat.

Wenn uns auffällt, dass der Weg länger ist, als gedacht, müssen wir unsere Zeitlinie verschieben, damit wir mit frischem Mut den nächsten Schritt gehen können.

Illusionen

Das Jetzt ist eine andere Dimension. Weil Denken in Zeit passiert, ist es nie das, was wir Denken. Denn ein Gedankengang ist ein zeitlicher Prozess. Daher sind das Gewesene und das Kommende Illusionen des Geistes.

In jedem Moment nehmen wir nur einen sehr begrenzten Teil von dem wahr, was um uns herum ist. Dadurch, das wir diesen Ausschnitt wahrnehmen und benennen, deuten wir ihn. Mit der Zeit ändert sich die Deutung und damit unsere Wahrheit. Dich die eine wahre Wahrheit ist unveränderlich.

Im Za-Zen wird das, was meist als Meditieren bezeichnet wird, Sitzen genannt. Denn was man tut, ist zu Sitzen und die Aufmerksamkeit immer wieder zurückzulenken auf den Atem, oder auf das, was vor den Worten ist. Mehr muss nicht getan werden. Was entsteht, ist Meditation.

Mischung

Mixing Colours heißt das neue Album von Brian Eno. Dieses Album ist stark gefärbt von seinem Bruder Roger Eno. Und Roger ist es wahrscheinlich, der dieser Musik die Leichtigkeit und Zugänglichkeit schenkt.

Das Album präsentiert viele Titel atmosphärischer Klaviermusik. Ambiente ohne Pop und Naivität, ohne ziellos verschwommene Drones und düsterem Rauschen. Klang, der freundlich einlädt, auf ihm zu driften, oder ihm in die Tiefe zu folgen.

Kaputt

Das Prinzip der Religion ist verehrt und verpönt. Menschen die Möglichkeit zu geben, mit ihren Problemen zu einem Gott zu gehen, der Halt gibt und hilft, ist ein wertvolles Geschenk.

Kaputt gemacht wird es von denen, die anderen vorschreiben möchten, was sie zu tun haben, um dazu zu gehören. Kaputt gemacht wird es von denen, die von anderen verlangen, hundertprozentig auf Linie zu sein.

Es ist nicht einfach, zu leben. Und für viele Menschen ist jede Hilfe wie gottgesandt. Auch wir können aufpassen, dass wir anderen nicht ihre Lebenshilfen und Handlungsansätze zerstören, indem wir darauf bestehen, Recht zu haben.

Leute

Menschen lügen, übertreiben, reden nur von sich, sind faul und gucken zu viel auf ihr Handy. Aber wir sollten sie mögen, wie sie sind. Es gibt die, die zu uns passen, auch wenn sie genau die Fehler haben, die wir an den Pranger stellen. Und es gibt Menschen, die uns ähnlich sind, mit denen wir keine Zeit verbringen.

Es ist schön, sich in sein Menschengestrüpp fallen zu lassen. Es ist schön, Zeit mit Menschen zu verbringen, die anders sind als wir selbst und die uns darin bestätigen, nicht den ersten Stein zu werfen.

Elan

Vielleicht bist du ein großer Schriftsteller, Liebender, Helfender, Unternehmer, Lehrling, Maler, Friedenstifter, oder was auch immer man sein wollen könnte.

Wenn wir etwas beginnen, brauchen wir keine brennende Begeisterung, aber wir brauchen eine Idee, die uns einleuchtet. Wir brauchen einen Funken.

Wenn keine intrinsische Motivation da ist, wenn kein Funke ein kleines Feuer entfacht, dann werden wir kaum sinnvoll etwas schöpfen und entstehen lassen. Wenn es für uns keinen zündenden Funken gibt, sind wir auf einem trüben Pfad.

Wenn in uns keine Funken sprühen, dann müssen wir die Feuersteine aneinander schlagen. Wir müssen die Augen öffnen, in Bewegung kommen, interagieren. Vielleicht sind wir eine Dampfwalze, die schwer in Bewegung zu bekommen ist. Aber wenn sie sich erstmal bewegt, bewirkt sie Großes.

 

Ordnung

Menschen reagieren auf Menschen. Ob wir wollen oder nicht, wir rufen Reaktionen hervor. Wenn wir schlecht gelaunt sind, ist es im Zweifel eine gute Entscheidung, sich zu verstellen. Denn die Welt ordnet sich selbst. Und Genervtheit zieht Nervigkeit an. Und so kann sich eine schlechte Stimmung schnell hochpotenzieren.

Stützräder

Hilfen helfen nicht immer. Hilfen helfen, wenn sie Schwung bringen. Stützräder waren eine gute Hilfe, um Radfahren zu lernen. Eine deutlich bessere Lernhilfe ist das Laufrad. Wenn genug Schwung erreicht wird, kommt das Gleichgewicht von selbst. Außerdem kommt man auch gut voran, wenn man das Gleichgewicht noch nicht halten kann.

Wer etwas erlernen möchte, sollte sich dieses Wissen zunutze machen. Schwung ist die größte Hilfe, um aus einem Anfang einen Erfolgsweg zu machen. Es ist gut, sich Anfänge für Schwieriges leicht zu machen.

Besessen

Schlechte Laune ist eine Sauerei. Sie hat viele dunkle Seiten: sie ist unangenehm, destruktiv, feindlich, mutlos, unfreundlich, pessimistisch, gewaltbereit, erniedrigend und unkonstruktiv. Wenn uns die schlechte Laune anhaftet, sind wir besessen, wie von einem Dämon. Er ergreift Besitz von uns und lässt uns nicht klar denken.

Wir müssen erkennen, wenn der Dämon in uns steckt und ihn abschütteln. Schlafen, rennen, duschen, putzen, aufräumen, hyperventilieren, oder was auch immer. Alles ist erlaubt, bis auf Betäubung und Destruktivität.

Vertrauen

Als Arbeitgeber und Vorgesetzter ist eine der wichtigsten Fähigkeiten das Vertrauen in die Mitarbeiter. Richtungen, Richtwerte und Prinzipien sind wichtig und richtig. Allgemeines Misstrauen, zwanghaftes Überprüfen und blindes Unterstellen sind kontraproduktiv.

Das heißt nicht, dass der alte Leitsatz Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser unwahr ist. Kontrolle kann aber heißen, erst Ergebnisse anzuschauen und danach eine Richtungskorrektur zu überlegen. So wird der Flow des Fertigstellens nicht unterbrochen. Und das nächste Projekt wird mit neuer Motivation und neuem Sinn angegangen.

Unsichtbares

Wie viel von dem was ist, ist in unserem Wahrnehmungshorizont? Wenn wir ein neues Wort lernen, hören wir es plötzlich immer wieder. Wenn wir uns für etwas interessieren, beginnen wir es überall zu sehen. Was unsichtbar war, wird sichtbar. Wir wecken unseren Blick.

Was sehen wir alles nicht, was hören wir nicht? Was spüren wir nicht? Es ist weit mehr um uns herum, wenn wir aufmersam werden und uns öffnen: mehr Möglichkeiten, mehr Informationen, mehr wertvolle Reize und Freuden für die Sinne.

Bogenschießen

Ob im Bogenschießen, dem Zubereiten von Tee, oder dem Schälen und Essen einer Mandarine: wir können jede Einzelheit in unserem Leben zur Perfektion bringen und darin Erfüllung finden. Und wer eine Tätigkeit mit voller Hingabe tun kann, kann dieses Prinzip auch auf andere Handlungen anwenden.

Und auf diesem Weg zeigt sich, dass der berühmte Satz Der Weg ist das Ziel. zum besten Ziel führt.

Geschmack

Wie entscheiden wir uns für etwas? Wie entsteht unser Geschmack? Wer in einen Apfel beißt, der nach Roquefort schmeckt, wird auch als Käseliebhaber kaum diesen besonderen Apfel würdigen. Geschmack ist meist nichts anderes, als der Vergleich mit dem Gewohnten, Gelobten oder Akzeptierten.

Häufig sind Geschmäcker behindernde Prinzipien. Es ist nicht unwichtig zu verstehen, warum wir etwas wie finden. Dieses Verständnis schützt vor teuren Moden, opportunistischen Fehlentscheidungen und unnötigen Einschränkungen.

 

Verarbeitung

Gefühle bestimmen unser Leben. Alles, was wir tun, tun wir, um in irgendeiner Weise ein gutes Gefühl zu haben. Zwietracht zu spüren, ist eine Belastung. Eine Auseinandersetzung aus der Vergangenheit oder in der Zukunft zu spüren, gibt der Vergangenheit oder Zukunft ein Gewicht, das wir in der Gegenwart tragen.

Wie kann man diese Last leichter machen? Muss man stärker werden, oder kann man dieses virtuelle Gewicht aus der anderen Zeit reduzieren?

Wenn man sagt, man solle im Hier und Jetzt sein, dann heißt das nicht, man solle sich durch Ablenkungen in dieses Hier und Jetzt hineinzwingen. Sich in Situationen zu begeben, die extremer sind, als Gedanken und Gefühle, die einem von diesem Hier und Jetzt fernzuhalten scheinen.

Für den wahren Weg ins Hier und Jetzt brauchen wir Ausdauer. Unsere unerbetene Vorstellungswelt dehnt sich aus, oder sie schrumpft. Um ihr langsam aber sicher die Luft auszulassen, können wir Zufriedenheit und Stille suchen. Meditation und Bewegung sind eine Hilfe, um nicht mehr aufwühlenden Input zu bekommen, als wir verarbeiten können.

 

Verschiebung

Unser Körper, Geist und soziales Umfeld begleiten uns unser Leben lang. Und es sind diese wichtigen Dinge, die wir oft zu leicht nehmen, weil sie uns konstant verfügbar erscheinen. Zeit für Sport, Meditation, Familie und alte Freunde wird leichtfertig ersatzlos verschoben. Wir denken, sie kosten nichts, dabei investieren wir zum Schluss unseren Verdienst in genau diese Dinge.

Es sind diese Termin, die wir besser schützen müssen, als unsere wichtigsten Meetings. Termine für Sport, Familie, Freunde und Geist dürfen wir nicht ausfallen lassen, höchstens verschieben.

Lohnendes

Bedrückende Bücher, Filme und Dokumentationen sind mit Vorsicht zu genießen. Sie können uns auf die Stimmung schlagen und unser Weltbild einseitig beeinflussen. Wer damit seine Unzufriedenheit rechtfertigen möchte, kann sich überlegen, ob das ein guter Weg ist, die Welt zu verbessern.

Unzufriedenheit und allgemeine Kritik, ohne reaktiv zu Handeln, sind destruktiv und hemmend. Zweifel, Relativierungen und Pauschalverurteilungen aufgrund eines einzigen Negativbeispiels sind einfach. Einen Blick auf Möglichkeiten und Lösungen zu entwickeln, bedarf Übung und Durchhaltevermögen. Aber es lohnt sich.

Geben

Gern hören wir auf, bevor wir überhaupt angefangen haben. Wir haben Furcht, schon im Ansatz zu scheitern. Wir möchten nicht unfähig vor uns selbst und anderen wirken. Wir möchten keine Kraft verschwenden für Dinge, die wir nicht schaffen. Wir möchten nicht aussehen, als würden wir uns überschätzen. Wir möchten uns nicht lächerlich machen.

Es gehört Mut und Zuversicht dazu, sich Mühe zu geben. Es gehört der Wille dazu, sich anzustrengen und Anstrengung zu ertragen. Wenn wir wissen, wo wir hin möchten, müssen wir das Risiko eingehen, hilflos und lächerlich zu wirken.

Bauchgefühle

Spontan auf sein Bauchgefühl kann man sich verlassen, wenn man am Roulette-Tisch steht, oder sich für andere Zufälligkeiten entscheiden muss. Wenn es aber um fundierte Entscheidungen geht, kann das Bauchgefühl trügerisch sein. Dann hat man es vielleicht mit dem Reptilienhirn zu tun, das gern alles beim Alten und Vertrauten belassen möchte, oder unbedacht etwas wagen oder sich hervortun möchte, weil es sich langweilt.

Bewusst Aufgaben an das Unbewusste abzugeben, ist eine aktive Tätigkeit. Und man sollte abwägen, wann man es tut. Tolle Ideen und richtige Entscheidungen fallen nicht vom Himmel. Wenn man sich auf sein Bauchgefühl verlassen möchte, sollte es Ressourcen geben, mit denen der Bauch arbeiten kann.

Tiefpunkte

Es gibt keine Erfolgsgarantie. Es gibt Ziele, die nicht erreicht werden. Beharrlichkeit und Zuversicht können zu Dickköpfigkeit und Leugnung werden. Ein sturer Glaube an Etwas ist schlecht, wenn wir keine Anhaltspunkte für einen schließlichen Erfolg haben.

Es lohnt nicht, gegen eine Wand zu rennen. Wer durchs Meer schwimmen will, wird ertrinken. Verschwendung wird durch noch mehr Verschwendung nicht zur lohnenden Investition. Es lohnt sich nicht, gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen.

Es gibt einen Tiefpunkt in Erfolgskurven. Und es bedarf eines gewissen Feingefühls, um zu erkennen, ob wir im Teil eines Endes stecken, oder im Anfang von etwas Großem.

Doch wer sich Unmögliches vornimmt und an der Verwirklichung hängt, kann immer noch Autor werden und in Wirklichkeit nicht verwirklichbare Pläne literarisch verwirklichen.

Versuche

Wer im Trüben fischt, macht Avantgarde. Wer für die Menschen da sein und Erfolg haben möchte, der kann eine Revolution in Gang bringen. Wer ein neues Produkt machen möchte, muss ausprobieren. Wenn klar wäre, dass ein Produkt erfolgreich sein wird, wäre es schon am Markt. Wer Verschiedenes versucht, hat vielleicht Erfolg.

Bob Dylan, der größte Neuerer der populären Musik des 20. Jahrhunderts,  hat vieles versucht. Manchmal hat er einen allgemeinen Nerv getroffen, meistens nicht.

Wer etwas herstellen oder eine Leistung anbieten möchte, sollte sich überlegen: Wie könnte das, was ich mache so funktionieren, dass es verstanden und gemocht wird? Wie kann ich etwas so machen, dass es vielen Menschen den größtmöglichen Nutzen bringen kann?

Mir haben diese Gedanken geholfen, ein am Markt erfolgreiches Produkt zu entwickeln.

Herzen

Es ist gesund und lebensbejahend, andere Menschen zu bewundern. Dass alle nur mit Wasser kochen, bedeutet nicht, dass alle klein und dumm sind. Viel wird beobachtet und gesprochen über die versteckten Schwächen, Unzulänglichkeiten und Unsicherheiten der Menschen. Dies sollte aber nicht pauschalisiert werden und sich in den allgemeinen Blick auf die Menschen einschleichen.

Aber es gibt viele Menschen ohne geheime Süchte und Ängste. Es gibt viele Menschen, die tatsächlich glücklich sind. Es gibt freundliche und großherzige Menschen, die friedlich und freudig durchs Leben gehen.

Aufwertungen

Die meisten Menschen verbringen einen großen Teil ihrer Lebenszeit bei der Arbeit. Und die tägliche Arbeit hat viele Komponenten, wie Kunden, Kollegen, Geschäftszweig, genaue Tätigkeiten, Gehalt, Arbeitsweg.

Viele sagen, sie möchten eine Arbeit mit Abwechslung. Eine gute Abwechslung schafft man sich, wenn man sich stetig verbessert. Wenn man Prozesse optimiert, effizienter arbeitet, seine Handgriffe, Strategien, Kollegen und Kunden lieben lernt.

Meistens

Zum ersten Mal, manchmal, meistens, immer. Wenn wir etwas zum ersten Mal besser machen, als zuvor, ist das ein großer Schritt. Ein Tag ohne Schimpfen und Zanken, einen Morgen gute Laune, eine Woche vier Mal kalt duschen, einen Monat jedes Wochenende joggen. Drei Mal im Monat Tagebuch schreiben. Jedes einzelne Mal hat ein Gewicht und weist unser Leben in eine Richtung.

 

Analyse

Wer das Bild einer schönen Landschaft sieht, erzählt sich vielleicht, dass er dort gern wäre. Fern von Alltagsstress und konkreten Problemen. Gern denkt man dabei nicht an die dortige Wasser- und Essens- und Krankenversorgung, an das tatsächliche Klima, an Lärm, Armut oder Transportmöglichkeiten. Der Wunsch, an einem anderen Ort zu sein ist oft unüberlegt und kurzsichtig.

Das Innere zu ordnen und im Äußeren kleine Schritte zu gehen, aber sinnvolle Meilensteine zu passieren, ist nachhaltig und sicher. Sowie handfeste Analyse in wichtigen Entscheidungen besser ist, als auf das Bauchgefühl zu vertrauen.

 

Komplexität

Es ist nicht fair, eine Gruppe für den Fehler eines Einzelnen zu bestrafen. Man sollte auch die Gesamtheit seines Lebens nicht wegen eines unangenehmen Aspektes in Frage stellen. Wer wegen eines Schreckens weg läuft, läuft auch vor allem davon, was funktioniert. Vor allem Komfortablen, Stabilen und Vertrauten.

Eine Stellschraube kann das ganze System verbessern. Das große Ganze hingegen wird keine Feinheiten optimieren.

Straßenverkehr

Selten sind wir in einem so komplexen Interaktionsgefüge, wie im Straßenverkehr. Hier passiert es besonders leicht, dass wir unsere Aufmerksamkeit nur auf das Richten, was wir für falsch halten. Dabei herrscht gerade im Straßenverkehr eine große Harmonie, ein großes funktionierendes Gemeinsam.

Menschen halten Abstand und achten aufeinander. Sie sind gemeinsam eine bestehende Ordnung. Oft fehlt uns die Würdigung und Dankbarkeit für dieses aufmerksame Miteinander.

Wenn wir unsere Stimmung heben möchten, ist das gemeinsame Treiben in Verkehrsmitteln eine gute Gelegenheit. Wir können sehen, was die anderen gut machen und uns darüber freuen. Wir können das Gefühl haben, miteinander zu fahren und uns die Straßen zu teilen. Auch hier ist dieses Erleben deutlich einfacher, wenn wir den ersten Schritt machen. Also selbstlos darauf zu achten, dass die anderen Verkehrsteilnehmer es besonders gut haben.

Bestätigung

Wir machen uns Hypothesen in Form von Vorannahmen und Vorurteilen zu nutze. Das Vorurteil hat einen schlechten Ruf. Und zurecht, denn ein faires Urteil kann erst im Nachhinein gefällt werden. Eine Annahme hingegen muss noch überprüft werden.

Mit Erfahrung und mit mehr oder minder ausgefeilter Logik bauen wir Konzepte und Theorien. Jedoch ist auch eine Theorie eine Schablone für den zukünftigen Verlauf von Dingen. Und sobald man eine Theorie benutzt, sucht man nach ihrer Bestätigung.

Dies lässt sich schwer umgehen. So funktioniert unser Verstand. Aber es ist gut zu wissen, dass es oft sinnvoll ist, mit einem freien Geist nochmal erneut an Dinge heranzugehen.

Offensichtliches

Was falsch ist und was richtig, kann in vielen Fällen nicht abschließend geklärt werden. Auch auf dem falschen Weg kommt man ans Ziel, wenn man bereit ist, einen Umweg in Kauf zu nehmen.

Und wer sehr intelligent ist, kann sich und andere davon überzeugen, dass Falsches richtig ist. Hier stellt sich die Frage, ob es nicht schlauer wäre, etwas dümmer zu sein und von vornherein an das Richtige geglaubt zu haben.

Für das Offensichtliche ist eine klare Sicht besser, als das intelligente Erspinnen von logischen Konstrukten.

Zusammen

Wir interagieren mit Freunden, Bekannten, Kollegen, Kunden, Fremden, Partnern und Familienmitgliedern. Wir leben in verschiedenen Beziehungen zu Menschen und jonglieren mit Beziehungs-Graustufen und Hierarchien. Alle Beziehungen haben Qualitäten und Reize. Auf unterschiedliche Weisen können wir Inspirationen, Güte, Witz und Liebe erleben.

Wir müssen den Menschen dankbar sein. In unseren Beziehungen zu ihnen erfahren wir unsere Lebendigkeit.

Stufen

Nicht zu verstehen ist ein guter Anfang. Besonders, wenn es um neue Inhalte geht. Wir können über ein Thema, mit dem wir uns nicht auskennen, 50, 100 oder 200 Seiten lesen, ohne zu verstehen, was genau gesagt werden soll. Wir füttern unseren Verstand mit dem Vokabular und der Logik. Und wir müssen den Informationen etwas Zeit geben, einzusickern.

Wenn es um das Verständnis neuer Inhalte geht, fangen wir häufig auf der untersten Stufe eines Plateaus an. Aber das erklimmen der ersten Stufe kommt bestimmt.

Pragmatik

Wenn wir unser Leben vereinfachen möchten, brauchen wir einen pragmatischen Ansatz. Veränderungen zu fördern hat Vorrang vor der Klärung der Vergangenheit oder dem Verständnis der Bedeutung von Symptomen.

Wenn wir immer wieder in ähnliche Probleme geraten, sollten wir versuchen zu erkennen, welche Muster sich dahinter verbergen. Wer zum Beispiel häufig zu spät kommt, kann herausfinden, ob es an einem Denkfehler in seiner Zeitberechnung liegt und sich für jeden Termin einen genauen Zeitplan notieren: Wie lange brauche ich zum Aufbruch mit Trinken, Badezimmer, Anziehen, Schlüssel suchen? Wie lang ist der Weg mit allen Wartezeiten, Zwischenstopps, Wartezeiten und vielleicht Parkplatzsuche? Wie lange brauche ich für die Reststrecke?

Wie es dazu gekommen ist, dass sich irgendwann ein Denkfehler zu einem Muster entwickelt hat, ist nicht wichtig. Hilfreich ist es, den Fehler zu beheben und eine neue Handlungs- oder Denkweise zu etablieren.

Mode

Das Gesetz von Yin und Yang ist universell. Wer es im Einzelnen finden möchte, muss nicht lang suchen. Wir brauchen Abwechslung: Kleidung, Musik, Alltagssprache, literarische Inhalte und Kulinarik müssen sich konstant verändern. Tabus werden gebrochen und anderes wird zum Unsagbaren.

Vor einigen Jahren, hätte sich kein Mann mit Schnauzbart auf die Straße getraut. Ebenso wenig mit Hosen, die nicht über den Schuhansatz reichen. Und der erste Hochwasserhosenträger wurde nicht als Vorreiter wahrgenommen, sondern als Mensch mit eingelaufener oder ungeschickt gewählter Hose.

Doch Geschmacksveränderungen schleichen voran. Es kommt immer ein Erster, der demonstriert: Seht her, ich mache, was ich will und ich komme damit durch! Und das ist der nächste Anfang vom Ende.

Was Mode angeht ist es sinnlos, seine Wahl nicht ab und zu dem Konsens anzupassen. Aber wenn man, um authentisch zu bleiben, seinen Geschmack ändern muss, warum soll man sich dann überhaupt aufregen, wenn einem etwas nicht gefällt?

Oft regt man sich tatsächlich weniger über schlechten Geschmack auf, als darüber, dass etwas oder jemand sich nicht anpasst und aus der Reihe tanzt.

Therapie

In dieser Zeit, in der wir die Möglichkeit haben, Geist und Körper immer noch ein Stück weiter zu verfeinern, kann es passieren, dass wir damit vom 100sten ins 1000ste geraten. Das kann ein schönes Hobby sein. Aber klar ist, dass frustiert wird, wer meint, er könnte in diesem Weg ein Ziel erreichen.

Gesundheit ist relativ. Grenzen fließen. Selbstzweifel und Ambivalenzen erstrecken sich zwischen Handlungslähmung und großer Verantwortung. Ein erfülltes Leben kann man auch mit chronischen Schmerzen und körperlichen oder geistigen Hindernissen führen.

Ziel kann es aber immer sein, innerhalb der notwendigen sozialen Gemeinschaft, sein eigenes unabhängiges Leben zu leben.

Pool

Das, was wir gerade von uns geben, was wir sagen, wie wir uns bewegen, wie wir uns fühlen, wonach uns gerade ist, denken wir uns nicht spontan aus und tun es dann. Unser Unbewusstes stellt es für uns bereit. Wir nehmen war, was passiert (was wir gerade tun) und identifizieren uns.

Es kann passieren, dass wir mit unseren Handlungen oder Gedanken intervenieren. Aber wer interveniert? Woher kommt der Impuls? Auch aus dem Unbewussten. Aus einem inneren Pool aus Worten, Werten, Bildern und Gefühlen, die sich im Gehirn tummeln, dort miteinander verknüpft und (mehr oder weniger) geordnet sind.

Was uns über den Weg läuft, findet seinen Eingang in diesen Pool und nimmt von da an Einfluss auf das, was unsere Gegenwart bestimmt. Eine besonders gute Möglichkeit, Eingang in diesen Pool zu finden, dort Suggestionen zu platzieren und die richtigen Verknüpfungen zu machen, ist Hypnose.

Werkzeug

Wir identifizieren uns mit den Dingen, die wir tun. Deshalb fällt es uns schwer, Dinge aufzugeben, auch wenn sie uns nicht mehr entsprechen. Doch die Fähigkeiten, die wir für dieses Dinge brauchen, nehmen wir mit. Und mit der Zeit setzen wir sie an sinnvolleren Stellen ein.

Die Fähigkeit, die wir zerstörerisch eingesetzt hatten, können wir konstruktiv einsetzen für Aufbau und Wachstum. In Friedenszeiten werden Waffen zu Werkzeugen.

Energieaufwand

Jeder Aufwand von Energie ist die Überwindung von Widerstand. Je kleiner wir unseren inneren Widerstand machen, desto geringere Hürden müssen wir überwinden. Daher ist es sehr ratsam, an große Aufgaben strategisch heranzugehen. Im Herzen das Ziel, vor Augen den kleinstmöglichen nächsten Schritt. 

Psychologische Tricks, die sich die Werbung zunutze macht, können wir uns auch zunutze machen, um für uns selbst unsere eigenen Ziele zu bewerben. Reframen, Emotionalisieren, den Zugang einfach machen, uns süchtig machen, schöne und kraftvolle Worte benutzen und ein Call to Action.

 

Versuchung

Wer merkt, dass nicht die anderen nervig sind, sondern man selbst schlecht gelaunt ist, ist trotzdem versucht, den anderen die Schuld zu geben. Die reine Erkenntnis ist keine Absicherung gegen eigenes Fehlverhalten. Unsere Stimmungen und Gefühle sind häufig stärker als der gute Wille. Am besten schützen wir uns durch Vorsorge. Wir können Ruhe-, Entspannungs-, Ausgleichsmethoden finden, die uns entsprechen und die uns helfen. Klassiker sind Bewegung, Kreativität, Schreiben, Therapie, Selbsthypnose und Meditation.

Fallhöhe

Wenn einem Dinge schwer fallen, heißt das nicht unbedingt, dass man untalentiert ist. Es kann auch ein Zeichen dafür sein, dass einem Dinge sehr wichtig sind und der persönliche Anspruch hoch ist. Thomas Mann sagte, Schriftsteller seien Menschen, denen das Schreiben besonders schwer fällt.

Und es ist tatsächlich so: wenn der Weg bis zur Zufriedenheit mit dem Ergebnis lang ist, muss man sich lange mit Unvollkommenem beschäftigen. Und wenn der Anspruch hoch ist, ist diese Unvollkommenheit schwer zu ertragen.

Menschen, die einen talentierten Einstieg in Fähigkeiten finden, verpassen leicht wichtige Grundlagen. Vor allem lernen sie weder Beharrlichkeit noch Geduld. Beides Schlüsselfähigkeiten, die für einen hohen Grad des Könnens früher oder später notwendig sind.

Literatur

Ziele sind erstmal Theorie. Aber unsere Ziele bieten einen fruchtbaren Boden für alles, was uns unseren Zielen näher bringt. Wenn man etwas in der Theorie gelernt hat, fallen die vielen Feinheiten, die einem in der Praxis begegnen, auf einen fruchtbaren Boden. Deshalb lohnt es sich, Ziele zu haben und sich dann weiterzubilden, über Themen, die man vielleicht aktiv noch nicht tun muss.

Da wir konstant mit Menschen und Sprache zu tun haben, lohnt es sich übrigens immer, Literatur und Lyrik zu lesen. Dort treffen wir auf die beste geschriebene Sprache (es sei denn, wir geraten an eine schlechte Übersetzung) und tiefe Einsichten über das Wesen der Menschen.

Torheiten

Weniger Stress im Job und dafür mehr verdienen. Wir meinen, haben zu wollen, was alle wollen, sei töricht und stehe am Ende niemandem zu. Doch wer weniger Stress im Job möchte, macht vielleicht tatsächlich einen zu stressigen Job.

Ich denke, wenn wir uns etwas wünschen, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass es keine freche Forderung ist, sondern ein berechtigter Wunsch, der uns zusteht.

Kritik

Wenn man kritisiert wird, hört man sich am besten an, was los ist. Wichtig ist dann, dass man Schuld offen eingesteht. Wer Klagen über eigene Fehler übergeht, relativiert oder beschwichtigt, gibt dem Kläger nicht die Gewissheit, gehört worden zu sein. So kann dieser das Thema nicht abschließen. Vielleicht reitet er auf der Kritik herum, in der Hoffnung eine Einsicht zu hören. Wenn es schlecht läuft, versucht er später seinen Punkt mit Sticheleien zu machen. Falls alle Versuche der Kritik eingestellt werden, hat man unter Umständen eine wahre Bezugsperson weniger.

 

Zwangsstörungen

Ich habe gerade einen Podcast mit den Illusionisten Penn Jillette gehört. Er schreibt jeden Tag 500 bis 1000 Worte Tagebuch. Er schreibt Zusammenfassungen aller Bücher, die er gelesen hat und aller Gespräche, die er geführt hat. Mir imponiert das erstmal. Meine Frau sagt lapidar, er habe offenbar eine Zwangsstörung. Vielleicht hat sie recht. Vielleicht kann man guten Gewissens ein Buch ein Buch und ein Gespräch ein Gespräch sein lassen und weiter ziehen.

Ich mache es mir leichter als Penn. Zur Zeit höre ich Hörbücher ohne aktiv zuzuhören. Ich habe gelesen, dass sich Sachinhalte sogar besonders gut einprägen, wenn man nicht aktiv zuhört. Ich finde es gut, Sachbücher zu lesen und danach die Kapitel nochmal kreuz und quer als Hörbuch zu hören.

Wir handeln aus dem Unbewussten. Es reicht, wenn wir Informationen nur an das Unbewusste weiter geben und den aktiven Verstand seines Weges ziehen lassen.

Fassade

Wer das Vertrauen eines intelligenten Menschen gewinnen möchte, tut sich keinen Gefallen, so zu tun, als ob er alles im Griff hätte, keine Unsicherheiten und nichts, was man nicht allein schaffen könnte. Wenn zu viel Aufwand in eine makellose Fassade gesteckt wird, entsteht der Verdacht, dass mit dem Innen etwas nicht stimmt.

Vertrauen bekommt, wer sich verletzbar macht, wer zeigt, dass er seine Schwachstellen kennt, wer weiß, dass das persönliche Glück nicht vollkommen getrennt ist vom sozialen Umfeld.

Klarheit

Wenn wir in einigen Feldern häufig auf Probleme stoßen, können wir die Quelle dafür in uns selbst suchen. Wer dauernd missverstanden wird, drückt sich nicht klar aus. Wer oft in Konflikten steckt, hat wahrscheinlich die echten Konflikte mit sich selbst.  Wenn wir andere dafür verantwortlich machen, wie es uns geht, haben wir keinen sicheren Stand.

Eine sehr gute Grundlage, um mit Menschen gut klar zu kommen ist, mit sich selbst klar zu kommen. Um mit sich gut klar zu kommen, muss man sich kennen lernen. Um sich kennen zu lernen, muss man ab und zu mit sich allein sein. Nicht mit sich und einem Medium, sondern mit sich und seinem Bewusstsein.

Risiko

Wir sollten einen freien Geist haben. Neues ausprobieren und hier und da mit dem Wandel der Zeit gehen. Nicht den nächsten Schritt zu gehen, um Risiken zu vermeiden, ist riskant. Denn Stillstand ist nicht möglich. Es geht auf oder ab im Leben, voran oder zurück. Wenn wir meinen, still zu stehen, beginnen wir in Wirklichkeit zu modern oder zu veröden. Zu Leben bedeutet zu  fließen. Leben ist Wandel. 

Aber unser Umfeld wandelt sich auch und wir können uns in Harmonie mit unserer Umwelt wandeln. Wir müssen nicht wild hin und her hüpfen, von Beziehung zu Beziehung, Land zu Land, von Handy zu Handy.

Schluckauf

Ein Schluckauf verschwindet, wenn man sich erschrickt. Jeglicher Ehekrach verfliegt mit der Nachricht, dass das Kind im Krankenhaus ist. Von einem vernünftigen Schreck verschwindet fast alles: Schmerz und Grübeleien, Erstarrung, Missgunst und Ego. 

Wir können diese Macht der starken Impulse für uns nutzen. Aber nicht, um vor unserem Leben davon zu laufen. Denn wenn die kleinen Sorgen des Alltags vom Billigfernsehen (heute Instagram) überrauscht werden, entsteht langsam aber sicher ein Alltagssorgenstau. 

Aber wenn wir durch Urinstinkte überheftig reagieren , wenn wir uns im Negativen verheddert haben oder wenn die Angst, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt erstarren lässt, können wir uns bewusst Impulse geben, die uns wieder auf den Boden der Tatsache zurückholen. Mit einer kalten Dusche bis man friert, mit Kopfstand, damit ins Schwitzen zu geraten, mit etwas Bitterem oder Scharfem. 

Reaktion

Dummes und Unwahres lässt man am besten gar nicht zum Thema werden. Mit schwer Betrunkenen, sehr aufgeregten und dummen Menschen lohnt sich keine Diskussion. Manchmal nützt es nicht, auf ignorante Unvernunft mit Vernunft zu reagieren. Noch schlechter ist es, auf Unvernunft mit Unvernunft zu reagieren. Auf aggressive Ignoranz reagiert man am besten so knapp, dass es keine Grundlage für eine Fortführung des Gesprächs gibt. Wenn man es schafft, die Unvernunft ins Leere laufen lassen, ohne dass dies als eine aktive Handlung interpretiert wird, hat man manchmal das Bestmögliche geschafft.

Definition

Wir tun es in jeder zwischenmenschlichen Zusammenkunft: die Einschätzung von Menschen gehört zum Wichtigsten, was wir tun. Sind sie ehrlich, was ist ihre Ehrlichkeit? Sind sie authentisch, was sind ihre Wurzeln? Was können wir erwarten? Sind sie eine große Bereicherung, wenn wir stark sind und grausam, wenn wir schwach sind? Drehen sie sich um sich selbst, oder mit der Welt? Wollen sie weiterkommen oder jammern? Kommen sie mit sich selbst klar, oder versuchen sie nur mit dem Außen klar zu kommen? Können sie etwas für uns tun, können wir etwas für sie tun, können wir uns gegenseitig helfen? Können wir miteinander die Welt erleben?

Die Welt der Menschen dreht sich um Menschen. Wir können überall über sie erfahren: In Filmen, Büchern, Kunst, Meditation, Reflektion und Kontakten. Wir können Menschen auf ihre niedrigsten Triebe reduzieren oder sie für ihre feinstofflichen Höhenflüge achten.

Wenn wir über Menschen reflektieren, lernen wir dann am meisten über sie, wenn wir versuchen, ihre Beweggründe zu verstehen. Die reine Feststellung ihrer Fehler nützt unserem Wissen über die Menschen nichts.

Dienst

Menschen wollen haben, was andere Menschen auch haben wollen. Als grünes Pesto nach Deutschland kam, konnte man es in Feinkostläden bekommen, oder frisch vom Markt. Als es bekannter wurde, konnte man bald auch merkwürdig schmeckende grüne Soßen, die sich Pesto nannten, in herkömmlichen Supermärkten und Discountern kaufen.

Es geht schnell nicht mehr darum, etwas zu haben, das so ist, wie es ist, weil es den Zweck erfüllt, für den es ursprünglich gemacht wurde. Es geht darum zu haben, was andere haben. Das ist so bei vielen Lebensmitteln, Design-Möbeln, Produkten und Kleidung.

Das eigentliche Wort für diesen Mitläufereffekt ist Mode. Man tut etwas, weil andere es auch tun. Und zu diesen andren möchten wir gehören. Negative Folgen der Modehörigkeit sind erhöhte finanzielle Kosten, schlechte Qualität und Anerkennung von Leuten, die denselben Fehler machen.

 

Steine

Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Es ist einfach, andere zu verurteilen. Aber wir können uns auch erst in die Schuhe der anderen Stellen. Wie würden wir handeln, wenn wir sie wären? Aufgewachsen wie sie: in ihrer Gegend, mit ihren Eltern, mit ihren Erfahrungen.

Wie sieht die Welt aus, wenn wir akzeptieren, dass es keinen freien Willen gibt? Was macht das mit unserem Urteil über Individuen?

Es ist okay, Schädliches und Schlechtes als das zu benennen, was es ist. Aber wir sollten uns gut überlegen, ob wir so weit gehen möchten, Personen zu verurteilen.

Stiche

Mit der Verbreitung schlechter Stimmung können wir andere zum Handeln motivieren. Doch Maulen, Sticheln und offener Ärger sind keine konstruktiven Lösungsansätze. Eine lösungsorientierte Handlung ist aktiv, nicht passiv aggressiv gegen andere oder, (nicht zu vergessen!), sich selbst.

Man sollte positiv bleiben und Auslöser von Unmut konstruktiv ansprechen. So wird man Dinge nachhaltig ändern und eine emotional positivere Zukunft erleben.

 

Natur

Jeder ist immer irgendwann und irgendwo im Leben auf der Suche nach Leben. Jeder ist an besonderen Orten unter besonderen Umständen und mit besonderen Sorgen. Sorgen um die Zukunft von uns selbst, unseren Mitmenschen, unseres Landes, der Umwelt und der Welt. Immerhin: ums Universum müssen wir uns keine Sorgen machen.

Aber wir feilen an unseren Gedanken, unserer Haltung, unserem Atem, unserem Empfinden, unserem geistigen und materiellen Konsum, unseren Worten, unseren Handlungen, unserem Input und Output, unserer Planung für gleich, nachher, morgen, die nächsten Wochen, Monate, Jahre und Jahrzehnte und um die Zukunft unserer Kinder und Enkel.

Es ist die Natur des Menschen aufwärts zu streben, wie es die Natur des Wassers ist, abwärts zu fließen. Während wir driften im Universum.

Genügsamkeiten

Geld ist nicht so schlecht, wie sein Ruf. Es ist so gut, wie die Hände, in denen es ist. Das gleiche gilt für Genügsamkeit. Eine falsche Genügsamkeit kann nagen, bis sie sich zu Verzagtheit und Verzweiflung durchgebissen hat. Eine echte Genügsamkeit bedeutet, dass ein Drang nach Mehr keine persönlichen Ressourcen raubt.

Aber das Leben eines Menschen geht immer in eine Richtung. Und wenn wir uns auf falsche Genügsamkeiten einlassen, schleift unser Antrieb und das Weiterkommen wird zäh.

Kleiden

Die Wahrscheinlichkeit, dass man wird, was man sich wünscht, steigt wenn man sich schon vorher dafür gehalten hat. Und wir meinen zu sein, wen wir im Spiegel sehen.

Beim Kleiden kann es darum gehen, gepflegt und wohlhabend zu wirken, oder verwegen und stark. In beiden Fällen schützt die Kleidung nicht nur vor Wind und Wetter. Wer wollen wir sein? Was sollen die anderen denken? Für wen wollen wir uns halten?

Persist

Werte, Ziele, Interesse, Anfangen und Motivation: Alles wichtig und machbar, aber ohne Beständigkeit und Zusammenhang meist unnütz. Hierfür müssen wir Professionalität entwickeln. Das bedeutet, auch dann weiter zu machen, wenn es uns schwer fällt. Auch Profis fühlen Trägheit, Mutlosigkeit und Uninspiriertheit. Und gerade für die Kreativen, die niemand um ihre Arbeit gebeten hat, scheint es manchmal unwiderstehlich, vor diesen Widerständen zu  verweilen. Aber wer sich als Profi versteht, sieht den Sinn seiner Tätigkeit und findet einen Weg, die Barrieren zu überwinden.

Dinge

Wir leben in einer Gesellschaft des Habens und An-Orten-gewesen-seins, einer Welt des Konsumiert- und Erlebthabens. Es gibt so viele Dinge und Orte! Was will man damit? Wer braucht sie? Wie viele Teller, Schalen, Gläser, Lampen, Teekannen, T-Shirts und Stifte kann ein Mensch brauchen? Durch wie viele Landschaften, Städte, Länder und Kontinente will man gelaufen und gefahren sein?

Wir verlieren uns in Dingen und Erlebnissen. Sie mögen unsere Persönlichkeit prägen. Aber was sagt das über den Wert von Persönlichkeit an sich aus? Im Kern sind wir Bewusstsein, das das Treiben der Welt wahrnimmt.

Regeln

Es ist weniger schlimm, häufig unaufmerksam und manchmal pampig in einer Beziehung zu sein, als sehr selten schwer brutal. Kleine Fehler zu machen und chronisch Fünfe gerade sein zu lassen, mag uns nicht gerade fördern, aber es führt auch zu keinem Sturzflug mit hartem Aufprall. 

Im Umkehrschluss kann man weit damit kommen, einmal brillant zu sein, und danach weniger falsch zu machen, als richtig.

Lehrgeld

Wer nicht hören kann, muss fühlen. Das hieß einst tatsächlich „wer nicht gehorcht, wird geschlagen“. Und auf die ein oder andere Weise muss jeder sein Lehrgeld bezahlen. Entweder, indem er Zeit ins Lernen investiert, oder indem er teure Fehler macht. Ich denke, eine Mischung ist nicht schlecht. Es passiert, dass man die Theorie eigentlich kennt. Wenn man es dann trotzdem falsch gemacht hat, weiß man schneller, was schief gelaufen ist und kann im nächsten Anlauf einen Schritt wachsamer sein und sein Wissen konsequenter anwenden. Wer nicht bereit ist, Lehrgeld zu zahlen, wird keine nennenswerten Gewinne machen.

Tiefe

Was will ich wirklich? Ist das, was ich wirklich will das, was mich glücklich macht? Ist das, was ich wirklich will etwas, das mir Frieden schenkt? Ist das, was ich wirklich will eine Herausforderung? Fördert das, was ich wirklich will, mein Wachstum? – Wachstum zu mehr Friede, zu mehr tiefem, wahren Glück? Ist das, was ich meine, was mir Glück und tiefen Frieden bringt, tatsächlich etwas, das mir Frieden und tiefes Glück bringen wird?

Das Leben ist nichts Überschaubares. Wir sind im Fluss des Lebens und haben die Chance den Moment zu genießen. Aber als Wesen in Zeit und Raum müssen wir abwägen, ob der Genuss dieses Moments auf Kosten der zahllosen Momente in der Zukunft geht.

 

Optimal

Die Uhrzeit können wir von einer Uhr für 10 Euro ablesen, oder von einer für 10.000. Wahrscheinlich ist die 10-Euro-Uhr angenehmer zu tragen. Aber wir wissen auch, wofür die teure Uhr da ist. Etwas weniger offensichtlich ist das bei anderen Gebrauchsgegenständen.

Es ist für den Erfolg und die Lebensqualität der meisten Menschen egal, ob sie einen Computer für 300 oder 3000 Euro, ein Smartphone für 150 oder 1500 Euro benutzen. Es ist für die Gesundheit nicht besser, gekauftes Wasser als Leitungswasser zu trinken. Wenn man schreibt, ist es nicht wichtig, ob mit Schreibmaschine, Computer, mit was für einem Stift oder auf was für Papier. Es ist nicht wichtig, ob man seinen Schreibtisch nach Norden oder Süden, oder an einem Platz mit Meerblick oder ohne Fenster stehen hat. Es ist nicht wichtig, ob man in den Urlaub ans andere Ende der Welt reist, oder ins übernächste Dorf.

Aber dies ist das Spiel, das wir spielen. Wir halten unsere Illusionen aufrecht. Sie geben uns Sinn und Perspektive. Es ist ein Vorteil zu wissen, dass wir uns in einem Spiel mit selbstgemachten Regeln befinden. So können wir gelassen in die Rolle des Beobachters unserer Person treten und die Stille genießen.

Nervensysteme

Was ist der Unterschied, ob man etwas gern tut, was einem Freude bereitet, und einer Sucht, der man nachgeht? Was ist der Unterschied, ob man noch eine Tafel Schokolade isst, oder von einem Computerspiel nicht loskommt? Ist es nicht auch eine Freude, eine Sucht zu befriedigen? Ist es nicht herrlich, süchtig zu sein und zu wissen, was man will und was einem Freude bereitet?

Wäre es nicht wunderbar, eine Sucht zu haben, die einem gut tut? Was ist der Unterschied, zwischen Sucht und Gewohnheit?

Es gibt tiefe und flache Befriedigungen. Tiefere Befriedigungen regen tiefere Gefühle an und bereichern das Leben. Flache Befriedigung dreht sich nur um den Moment. Sie birgt keine Weisheit, keine Einsicht. Sie berücksichtigt weder Individualität noch Persönlichkeit. Sie spricht nur den Trieb an. Schutz, Angst, chemische Sucht, Befriedigung des Nervensystems. Als Faustregel kann man sagen, dass Glück so schnell und so langsam versiegt, wie es gekommen ist.

Figuren

Zu selten passiert es, dass Menschen ihren Standpunkt erklären. Im Film sollen die Figuren Handeln anstatt zu reden. Mit dem dramaturgischen Mittel, dass Figuren sich nicht erklären, um sich anderen verständlich zu machen, werden die zwischenmenschlichen Spannungen im Film künstlich hoch gehalten.

Wir sind glücklicherweise keine Figuren, deren Daseinsberechtigung dadurch entsteht, dass wir in Konflikten leben. Wir dürfen uns unser Recht, uns zu erklären, zunutze machen.

Desinfizierung

Auch psychische Verletzungen verursachen Wunden. Wenn wir verletzt worden sind (oder uns verletzt haben), müssen wir unsere Wunde pflegen. Wenn wir sie ignorieren, oder sogar weiterhin stark belasten, fügen wir uns Schaden zu.

Wenn wir verletzt worden sind, müssen wir es merken und akzeptieren. Wir müssen die Wunde reinigen, das kann schmerzhaft sein. Wir müssen die Wunde schützen. Wenn die Wunde tief ist, nicht nur die Wundstelle: der ganze Körper braucht Ruhe. Vielleicht brauchen wir Hilfe.

Psychische Verletzungen können wir spüren. An unserer Haltung, unserem Appetit, daran, ob sich unangenehme Gedanken im Kreis drehen. Wir sind alle verletzbar. Wer es nicht ist, lebt zurückgezogen in einer Rüstung. Auch Thich Nhat Hahn sagt, dass er nach Gesprächen, in denen es um Unfrieden ging, eine Weile in Ruhe herumläuft, um sich wieder zu sammeln. (Peacefull Walking).

Geschenke

Man bildet sich gern ein, das Internet wäre eine Geschenkebox, wie ein Adventskalender. Man denkt, man könne sich unendlich viele kleine Freudenmomente herausholen.

Es ist aber eher so, dass das Internet ein großer Fachmarkt ist. Wenn man nicht weiß, was man genau möchte, streift man ewig durch die Gänge. Im Internet wird man nebenbei von allen Seiten mit schön verpacktem Müll beworfen. Wer nicht aufpasst, fängt an, alles mögliche auszupacken und vergeudet seine Zeit.

Widerstand

Wenn man nicht verrotten möchte, sind Umkehren und Stillstand keine Option. Man braucht eine Richtung und einen konstanten Drang im Fluss zu sein und weiterzukommen. Dann kann man den Weg des geringsten Widerstands gehen.

Wer meint, dass dieser Weg, wie eine endlose Rutsche abwärts sei, der irrt sich. Um den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, muss man in Bewegung sein. Wasser geht erfolgreich den Weg des geringsten Widerstands. Es drückt konstant so lange nach vorn, bis sich schließlich der nächste Weg ergibt. 

Feuer

Ob beim Lernen, Trainieren, dem Aufbau eines Geschäfts oder einer Freundschaft: Eine Starthilfe ist von großem Wert. Aber etwas daraus zu machen, kostet Mühe und Anstrengung, Langeweile und Durchhaltevermögen.

Jegliche Aufbaustrecken bestehen zu großen Teilen aus Plateaus. Diesen langen Strecken, auf denen wir uns mühen und weiterschleppen, ohne vom Gefühl belohnt zu werden, tatsächlich weiter zu kommen.

Wenn ein Funke zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, kann er ein Interessefeuer entfachen. Und angesichts des schnellen Lichts und der schnellen Wärme, die dieses Strohfeuer liefert, sind wir motiviert, aus der nahen Umgebung alles Brennbare zu holen und hineinzuschmeißen.

Mühsamer wird es, die großen Stämme zu holen, die lange brennen. Aber dies ist das Feuer, das uns nachhaltig versorgt, das andere anzieht und die wahre Grundlage bietet, etwas zu erschaffen.

Pause

Nach einer Anstrengungsperiode ohne echte Pausen, wird man innerlich wie leer. Die Kraft, die nötig ist, eine Aussage zu Ende zu bringen, oder sich für Gedanken, Systeme oder Erkenntnisse zu begeistern, ist erschöpft. Wenn Kraft und Quelle und diese Bestimmtheit, die man braucht, um sich zu melden und das Wort zu erheben, schlafen, braucht man eine Pause.

Gemeinschaft

Es ist erstaunlich, wozu eine Person fähig ist, wenn sie es für andere tut. Für andere können wir Herausforderungen annehmen und über uns selbst hinauszuwachsen. Eltern sind für ihre Kinder über Jahre die halbe Nacht wach. Menschen springen über ihren Schatten, um aus ihrem Trott zu kommen und das nötige Geld für ihre Familie zu verdienen. Und im Krieg kämpfen Menschen um Leben und Tod.

Der Mensch ist sozial. Was uns zu Höchstform treibt, sind die anderen und was sie über uns denken.

Es ist gut, wenn man versteht, dass wir ohne die Gemeinschaft Antrieb und Nutzen verlieren. Deshalb ist es wichtig zu prüfen, mit wem wir uns umgeben.

Sorge

Weniger Geld zu haben, als man zu brauchen meint, ist eine Last. Leicht passiert das, wenn man seine Finanzen nicht kontrolliert, stattdessen von seinen Finanzen kontrolliert wird. Dabei ist Geld trotz seiner Zählbarkeit mehr Gefühlssache, als objektiver Wert.

Ein guter Ratschlag, der seit wenigstens vielen Jahrzehnten umgeht, ist der Folgende: 10% legt man zurück, bzw. an, sobald man eine Eiserne Reserve hat, die es einem ermöglicht, die Sparrücklagen nicht anzutasten. 10% spendet man, vom Rest lebt man.

Und von jeder Einkommenserhöhung zahlt man direkt 50% konstant in die Sparanlage ein. So passt man seine Altersvorsorge seinem Lebensstandard an.

Noch eine gute Idee ist es, ein extra Konto für Sonderanschaffungen* und Urlaube zu haben. So hat man ein gutes Maß für seine nicht notwendigen höheren Ausgaben.

*Und noch etwas: Bevor man sich größere Anschaffungen durch die täglichen Kosten schönrechnet, sollte man lieber die Prozente von seinem täglichen Nettoüberschuss berechnen.

Rechercheur

Das Unbewusste ist unser privater Recherche-Assistent. Wenn wir wissen, was wir wollen, können wir fragen, wie wir es erreichen können. Schriftlich und gedanklich. Einzeln oder wieder- und  wiederholt.

Die richtigen Fragen muss man sich erarbeiten. Sie sollten so konkret wie möglich sein und nur eigene Handlungsmöglichkeiten betreffen.

Aber es gibt auch viele einfache Fragen verschiedener Ausrichtungen, die auch so weiterhelfen: Wie werde ich reich? Wie werde ich so freundlich, dass ich es leicht mit Fremden habe? Wer bin ich? Was will ich wirklich? Wo bin ich glücklich? Wann bin ich glücklich? Was fällt mir leicht und tut mir gut? Was kann ich tun, damit es mir gut geht und ich mich wohl fühle?

Schleier

Der Verstand springt hin und her. Er liebt es, sich an seinem Bauch- an seinem Körpergefühl zu orientieren. Dieses Gefühl ist allerdings von Urinstinkten geprägt, die unseren tatsächlichen Gegebenheiten gegenüber oft nicht zuträglich sind. Deshalb ist es gut, sich Dinge aufzuschreiben. Ganz davon abgesehen, dass ToDo-Listen gut sind, weil man in ihnen gut Prioritäten setzen kann und sich nicht in Unwichtigem verfriemelt.

Hervorragend ist auch eine ausführliche Liste mit Dingen, die man tun kann, wenn man sich gern besser fühlen würde. Dort kann vieles Stehen, was man einfach und immer tun kann. Dass in dieser Liste nicht stehen sollte, einen Cocktail trinken, oder Schlechte Stimmung verbreiten, versteht sich von selbst. Aber Dinge, wie Duschen, Aufräumen, 2 Minuten hüpfen, sich Dehnen, Musik hören und vieles andere ist gut. Diese vielen kleinen Dinge kann man tun, um sich von dunklen, schweren Schleiern zu befreien, auch mehrere hintereinander. Gut ist eine Liste mit mindestens 50 Ideen.

Sucht

Kaffee, Whisky, Tabak, Marihuana oder Opium sind auf Anhieb nicht wohlschmeckend. Fast niemand hat sich für eines dieser Mittel begeistert, weil er den Geschmack von je her unwiderstehlich findet. Aber wo die Wirkung überzeugt und Sucht einsetzt, werden wir auch bald Erfüllung im Geschmack finden. Wie man seinen Kaffee oder Tee trinkt, was für Zigaretten oder Bier man trinkt, sind normale Gesprächsthemen.

Vielleicht sprechen wir so viel über die Geschmacksnuancen von Suchtmitteln, weil wir uns mit diesen Geschmäckern langsam angefreundet und sie lieben gelernt haben.

Das gilt allerdings auch für Tätigkeiten, Lebensmittel und persönliche Beziehungen, die nicht süchtig machen. Wir beginnen uns einfach mehr und mehr für die Dinge zu interessieren, mit denen wir Zeit verbringen. Wir nehmen sie immer intensiver wahr und bauen unsere Welt um unsere unmittelbare Umgebung herum auf.

Der Mensch ist extrem anpassungsfähig und auf unendlich viele Weisen zufrieden zu stellen. Je nachdem, wo wir hineinwachsen, können wir mit den unterschiedlichsten Ernährungen, in verschiedenen Gesellschaftsformen und extremen Klimazonen glücklich sein. Wir lassen uns auf das ein, was Sicherheit gibt, was ernährt, was ein Gefühl von Glück und Leichtigkeit vermittelt.

Altern

Wie alt soll man werden? In welchem Alter soll man an Krankheit sterben? Mit wie vielen Zähnen soll man kauen? Wie viel Schmerz ist nicht okay? Wie wenig Schmerz ist nicht okay, um noch das echte Leben zu erfahren?

Leben ist Erfahren. Jeder Schmerz birgt Erfahrung. Jede Lebensphase, jedes Alter bringt neue Blicke auf die Welt. Jeder Altersabschnitt ist ein neues Leben.

Doch man sollte mit dem Wunsch alt zu werden nicht sein Jetzt verbauen. Man sollte nicht krampfhaft festhalten und erstarren. Man sollte nicht seine Jugend erhalten, sondern den Wandel.

Smartphones

Effektivität ist nur sinnvoll, wenn sie irgendwo hin führt. Man kann Abkürzungen gehen, Optimierungs-Apps benutzen, das neueste Smartphone und den besten Laptop anschaffen. Doch das Streben nach Effektivität kann zum Ersatz des Zieleverwirklichens werden. Woran man arbeitet ist wichtiger, als wie oder mit welchem Werkzeug man an etwas arbeitet.

 

Ertragen

Wenn die Zeit langsam vergeht, vergeht auch oft der Grund, etwas zu tun, was die Zeit schneller vergehen lässt. Im Flow ist nichts zu merken, von Vergehen oder Stillstand. Das Ego steht beiseite und wir sehen den Fluss vorüberziehen. Es gibt Flow im Arbeiten, aber auch Flow im Entspannen, im Treiben lassen und im Ertragen.

Schwung

Glück motiviert zum Handeln. Glück macht locker und agil. Wenn Angst und Sorge um das bestehende Glück auftauchen, ist es schon zu spät. Denn Angst und Sorge machen zaghaft und starr. Und neben Starrheit, Sorge und Angst ist wenig Platz für Glück.

Auch im Glück muss man in Bewegung bleiben und es damit aufs Spiel setzten. Wer aber handelt und agil bleibt, nutzt den Schwung. Und Schwung fühlt sich toll an und macht froh. Alles geht wie von selbst.

Aus der Starre heraus ist es schwieriger in Schwung zu kommen. Sie fördert Sorge und Angst. Aber hier genauso muss man schauen, dass man in Schwung kommt und nicht aufhört zu schieben und zu handeln und weiterzumachen, bevor man in Fahrt gekommen ist.

Entwicklung

Fähigkeiten entwickeln sich langsam, sprunghaft, gegenseitig und zum Teil undurchschaubar über Jahrzehnte. Manche Menschen werden zu komplexen Persönlichkeiten. Viele Individuen sind wie eine eigene Spezies.

Die Entwicklung des Menschen ist einzigartig. 15, 20 oder 30 Jahre ist ein Mensch am Leben, bis er anfängt, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Alle anderen Säugetiere haben weniger Zeit. Dafür kann man als Mensch dann natürlich mehr als rennen, verstecken, auflauern und zubeißen. Vor allem kann der Mensch innehalten, beobachten und begreifen, dass es nichts weniger als erstaunlich ist, was er im Leben erlebt.

 

Jahreswechsel

Es ist gut, positiv zu reflektieren. Täglich oder fast täglich eine Sache oder ein paar Sachen aufzuschreiben, die gut gelaufen sind, oder einfach gut sind. Zum Jahreswechsel, oder einfach zwischendurch ist es erbaulich, sich 100 Dinge aufzuschreiben, die im letzten Jahr gut gelaufen sind. Erfüllte Werte, erreichte Ziele, Freuden, Errungenschaften, Genüsse, Treffen, Finanzen, Gesundheit, Bewegung, Bücher, Gelerntes, Gesagtes, Gewünschtes, Gegessenes, Geändertes.

Intelligenz

Eine der großen Ängste der Menschen ist es, reingelegt zu werden, oder um es etwas bedrohlicher auszudrücken: betrogen zu werden. Reingelegt oder betrogen worden ist man, wenn man durch eine Täuschung so handelt, dass es ein vorteilhaftes Ergebnis für den Täuschenden gegenüber dem Getäuschten gibt.

Wir haben Angst, dass jemand nicht das tut, wofür wir ihn verpflichtet sehen. Wir haben Angst, dass wir nicht das Bekommen, was dem Wert entspricht, den wir meinen gegeben zu haben.

Je nachdem, um was es genau geht, steht entweder die Ehre (meist unsere Integrität oder das Ansehen unserer Intelligenz), Geld (es kann auch ein sehr geringer Betrag sein), Zeit oder Fairness auf dem Spiel.

Warum dreht sich soviel darum? Warum ist die Angst so groß? Wir werden übervorteilt und das Leben geht weiter. Und Vor- und Nachteile ändern sich mit der Zeit. Wir können gespannt warten, wann aus unserem kurzfristigen Nachteil ein Vorteil geworden sein wird.

Spielen

Wer meint, etwas zu verlieren zu haben, wird im Leben weniger Risiko eingehen. Wenn Nahrung, Fortpflanzung und soziale Sicherheit da sind, wird oft krampfhaft versucht am Status Quo festzuhalten.

Materielles nicht zu hoch zu schätzen, ist eine Lebenseinstellung, die es einem ermöglicht, mehr Geld, mehr Dinge, mehr Mehr zu bekommen. Und vielleicht ist es ein unfaires Paradox, dass man es zum Teil um so eher bekommt, je gleichgültiger es einem ist.

Raum

Wir brauchen Raum, um uns zu bewegen und zu entfalten. Wir müssen uns strecken und dehnen, um unsere Gelenke und Sehnen zu lockern, um ihr körperliches Potential zu gewährleisten und zu erweitern. Wenn wir uns nicht frei bewegen können, wird unser Körper rosten und schmerzen.

Starre Denk- und Wertstrukturen engen uns ein. Tabumaschen dürfen nicht so eng gestrickt sein, dass man häufig Gefahr läuft, sich in ihrem Netz zu verfangen.

Wir brauchen Interesse für Neues, für andere Ansichten, für Unbekanntes und  Kompliziertes.

Geschichten

Deine Geschichte sind deine Worte, deine Gesten, deine Kleidung, dein Umfeld, vielleicht deine Vergangenheit und dein Versprechen. Wenn Geschichten authentisch sind, werden sie geglaubt. Wenn Geschichten gekünstelt sind, schrill und laut, unglaubwürdig oder billig, können sie etwas Zeit vertreiben, sind aber schnell vergessen.

Denn gute Geschichten ziehen uns an und fesseln uns. Wer deine Geschichte glaubt, sie gut findet und darauf vertraut, dass sie gut bleibt, der wird auf deiner Seite sein.

 

Katastrophen

Man kann große Ziele haben. Wenn man aber vom Tsunami überrumpelt wird, oder Beifahrer bei einem schweren Autounfall ist, wird man diese Ziele vielleicht nie erreichen. Wenn der Krieg kommt, werden die Verhältnisse und Möglichkeiten unkenntlich.

Wenn man jedoch vor der Katastrophe Ziele hatte, hat man sich auf einem Weg befunden, der einen erfüllt hat. Man kennt das Konzept von Werten und Zielen. Damit hat man die Grundlage, weiterhin ein Leben voll Drive, Frieden und Dankbarkeit zu leben. Dieses spezielle Gefühl von Sinn ist Teil von einem geworden und es wird einem weiterhin helfen, zu leben.

Flow

Zu viel Wahlmöglichkeit, zu viel Freiheit überfordert den Verstand. Aber etwas Wahlfreiheit ist schön.

Eine Hilfe ist die Version des 16h-Fastens, bei der man das Frühstück auslässt. Am Morgen spart man Zeit. Wer das Frühstück auslässt, hat morgens eine Sache weniger zu tun. Das gibt Raum, für einen gelassenen Morgen und ermöglicht einen angenehmen Start in den Tag. Es ist eine Erleichterung, morgens noch nicht an Essen und seinen vollen Bauch denken zu müssen.

Auch das Mittagessen wird durch das Weglassen des morgendlichen und vormittäglichen Essens unkompliziert. Denn wer einen gesunden Hunger hat, freut sich über vieles. Auch über Gesundes, wie erstmal etwas Obst oder Nüsse und ein einfaches Essen.