Therapie

In dieser Zeit, in der wir die Möglichkeit haben, Geist und Körper immer noch ein Stück weiter zu verfeinern, kann es passieren, dass wir damit vom 100sten ins 1000ste geraten. Das kann ein schönes Hobby sein. Aber klar ist, dass frustiert wird, wer meint, er könnte in diesem Weg ein Ziel erreichen.

Gesundheit ist relativ. Grenzen fließen. Selbstzweifel und Ambivalenzen erstrecken sich zwischen Handlungslähmung und großer Verantwortung. Ein erfülltes Leben kann man auch mit chronischen Schmerzen und körperlichen oder geistigen Hindernissen führen.

Ziel kann es aber immer sein, innerhalb der notwendigen sozialen Gemeinschaft, sein eigenes unabhängiges Leben zu leben.

Pool

Das, was wir gerade von uns geben, was wir sagen, wie wir uns bewegen, wie wir uns fühlen, wonach uns gerade ist, denken wir uns nicht spontan aus und tun es dann. Unser Unbewusstes stellt es für uns bereit. Wir nehmen war, was passiert (was wir gerade tun) und identifizieren uns.

Es kann passieren, dass wir mit unseren Handlungen oder Gedanken intervenieren. Aber wer interveniert? Woher kommt der Impuls? Auch aus dem Unbewussten. Aus einem inneren Pool aus Worten, Werten, Bildern und Gefühlen, die sich im Gehirn tummeln, dort miteinander verknüpft und (mehr oder weniger) geordnet sind.

Was uns über den Weg läuft, findet seinen Eingang in diesen Pool und nimmt von da an Einfluss auf das, was unsere Gegenwart bestimmt. Eine besonders gute Möglichkeit, Eingang in diesen Pool zu finden, dort Suggestionen zu platzieren und die richtigen Verknüpfungen zu machen, ist Hypnose.

Werkzeug

Wir identifizieren uns mit den Dingen, die wir tun. Deshalb fällt es uns schwer, Dinge aufzugeben, auch wenn sie uns nicht mehr entsprechen. Doch die Fähigkeiten, die wir für dieses Dinge brauchen, nehmen wir mit. Und mit der Zeit setzen wir sie an sinnvolleren Stellen ein.

Die Fähigkeit, die wir zerstörerisch eingesetzt hatten, können wir konstruktiv einsetzen für Aufbau und Wachstum. In Friedenszeiten werden Waffen zu Werkzeugen.

Energieaufwand

Jeder Aufwand von Energie ist die Überwindung von Widerstand. Je kleiner wir unseren inneren Widerstand machen, desto geringere Hürden müssen wir überwinden. Daher ist es sehr ratsam, an große Aufgaben strategisch heranzugehen. Im Herzen das Ziel, vor Augen den kleinstmöglichen nächsten Schritt. 

Psychologische Tricks, die sich die Werbung zunutze macht, können wir uns auch zunutze machen, um für uns selbst unsere eigenen Ziele zu bewerben. Reframen, Emotionalisieren, den Zugang einfach machen, uns süchtig machen, schöne und kraftvolle Worte benutzen und ein Call to Action.

 

Versuchung

Wer merkt, dass nicht die anderen nervig sind, sondern man selbst schlecht gelaunt ist, ist trotzdem versucht, den anderen die Schuld zu geben. Die reine Erkenntnis ist keine Absicherung gegen eigenes Fehlverhalten. Unsere Stimmungen und Gefühle sind häufig stärker als der gute Wille. Am besten schützen wir uns durch Vorsorge. Wir können Ruhe-, Entspannungs-, Ausgleichsmethoden finden, die uns entsprechen und die uns helfen. Klassiker sind Bewegung, Kreativität, Schreiben, Therapie, Selbsthypnose und Meditation.

Fallhöhe

Wenn einem Dinge schwer fallen, heißt das nicht unbedingt, dass man untalentiert ist. Es kann auch ein Zeichen dafür sein, dass einem Dinge sehr wichtig sind und der persönliche Anspruch hoch ist. Thomas Mann sagte, Schriftsteller seien Menschen, denen das Schreiben besonders schwer fällt.

Und es ist tatsächlich so: wenn der Weg bis zur Zufriedenheit mit dem Ergebnis lang ist, muss man sich lange mit Unvollkommenem beschäftigen. Und wenn der Anspruch hoch ist, ist diese Unvollkommenheit schwer zu ertragen.

Menschen, die einen talentierten Einstieg in Fähigkeiten finden, verpassen leicht wichtige Grundlagen. Vor allem lernen sie weder Beharrlichkeit noch Geduld. Beides Schlüsselfähigkeiten, die für einen hohen Grad des Könnens früher oder später notwendig sind.

Literatur

Ziele sind erstmal Theorie. Aber unsere Ziele bieten einen fruchtbaren Boden für alles, was uns unseren Zielen näher bringt. Wenn man etwas in der Theorie gelernt hat, fallen die vielen Feinheiten, die einem in der Praxis begegnen, auf einen fruchtbaren Boden. Deshalb lohnt es sich, Ziele zu haben und sich dann weiterzubilden, über Themen, die man vielleicht aktiv noch nicht tun muss.

Da wir konstant mit Menschen und Sprache zu tun haben, lohnt es sich übrigens immer, Literatur und Lyrik zu lesen. Dort treffen wir auf die beste geschriebene Sprache (es sei denn, wir geraten an eine schlechte Übersetzung) und tiefe Einsichten über das Wesen der Menschen.

Torheiten

Weniger Stress im Job und dafür mehr verdienen. Wir meinen, haben zu wollen, was alle wollen, sei töricht und stehe am Ende niemandem zu. Doch wer weniger Stress im Job möchte, macht vielleicht tatsächlich einen zu stressigen Job.

Ich denke, wenn wir uns etwas wünschen, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass es keine freche Forderung ist, sondern ein berechtigter Wunsch, der uns zusteht.

Kritik

Wenn man kritisiert wird, hört man sich am besten an, was los ist. Wichtig ist dann, dass man Schuld offen eingesteht. Wer Klagen über eigene Fehler übergeht, relativiert oder beschwichtigt, gibt dem Kläger nicht die Gewissheit, gehört worden zu sein. So kann dieser das Thema nicht abschließen. Vielleicht reitet er auf der Kritik herum, in der Hoffnung eine Einsicht zu hören. Wenn es schlecht läuft, versucht er später seinen Punkt mit Sticheleien zu machen. Falls alle Versuche der Kritik eingestellt werden, hat man unter Umständen eine wahre Bezugsperson weniger.

 

Zwangsstörungen

Ich habe gerade einen Podcast mit den Illusionisten Penn Jillette gehört. Er schreibt jeden Tag 500 bis 1000 Worte Tagebuch. Er schreibt Zusammenfassungen aller Bücher, die er gelesen hat und aller Gespräche, die er geführt hat. Mir imponiert das erstmal. Meine Frau sagt lapidar, er habe offenbar eine Zwangsstörung. Vielleicht hat sie recht. Vielleicht kann man guten Gewissens ein Buch ein Buch und ein Gespräch ein Gespräch sein lassen und weiter ziehen.

Ich mache es mir leichter als Penn. Zur Zeit höre ich Hörbücher ohne aktiv zuzuhören. Ich habe gelesen, dass sich Sachinhalte sogar besonders gut einprägen, wenn man nicht aktiv zuhört. Ich finde es gut, Sachbücher zu lesen und danach die Kapitel nochmal kreuz und quer als Hörbuch zu hören.

Wir handeln aus dem Unbewussten. Es reicht, wenn wir Informationen nur an das Unbewusste weiter geben und den aktiven Verstand seines Weges ziehen lassen.

Fassade

Wer das Vertrauen eines intelligenten Menschen gewinnen möchte, tut sich keinen Gefallen, so zu tun, als ob er alles im Griff hätte, keine Unsicherheiten und nichts, was man nicht allein schaffen könnte. Wenn zu viel Aufwand in eine makellose Fassade gesteckt wird, entsteht der Verdacht, dass mit dem Innen etwas nicht stimmt.

Vertrauen bekommt, wer sich verletzbar macht, wer zeigt, dass er seine Schwachstellen kennt, wer weiß, dass das persönliche Glück nicht vollkommen getrennt ist vom sozialen Umfeld.

Klarheit

Wenn wir in einigen Feldern häufig auf Probleme stoßen, können wir die Quelle dafür in uns selbst suchen. Wer dauernd missverstanden wird, drückt sich nicht klar aus. Wer oft in Konflikten steckt, hat wahrscheinlich die echten Konflikte mit sich selbst.  Wenn wir andere dafür verantwortlich machen, wie es uns geht, haben wir keinen sicheren Stand.

Eine sehr gute Grundlage, um mit Menschen gut klar zu kommen ist, mit sich selbst klar zu kommen. Um mit sich gut klar zu kommen, muss man sich kennen lernen. Um sich kennen zu lernen, muss man ab und zu mit sich allein sein. Nicht mit sich und einem Medium, sondern mit sich und seinem Bewusstsein.

Risiko

Wir sollten einen freien Geist haben. Neues ausprobieren und hier und da mit dem Wandel der Zeit gehen. Nicht den nächsten Schritt zu gehen, um Risiken zu vermeiden, ist riskant. Denn Stillstand ist nicht möglich. Es geht auf oder ab im Leben, voran oder zurück. Wenn wir meinen, still zu stehen, beginnen wir in Wirklichkeit zu modern oder zu veröden. Zu Leben bedeutet zu  fließen. Leben ist Wandel. 

Aber unser Umfeld wandelt sich auch und wir können uns in Harmonie mit unserer Umwelt wandeln. Wir müssen nicht wild hin und her hüpfen, von Beziehung zu Beziehung, Land zu Land, von Handy zu Handy.

Schluckauf

Ein Schluckauf verschwindet, wenn man sich erschrickt. Jeglicher Ehekrach verfliegt mit der Nachricht, dass das Kind im Krankenhaus ist. Von einem vernünftigen Schreck verschwindet fast alles: Schmerz und Grübeleien, Erstarrung, Missgunst und Ego. 

Wir können diese Macht der starken Impulse für uns nutzen. Aber nicht, um vor unserem Leben davon zu laufen. Denn wenn die kleinen Sorgen des Alltags vom Billigfernsehen (heute Instagram) überrauscht werden, entsteht langsam aber sicher ein Alltagssorgenstau. 

Aber wenn wir durch Urinstinkte überheftig reagieren , wenn wir uns im Negativen verheddert haben oder wenn die Angst, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt erstarren lässt, können wir uns bewusst Impulse geben, die uns wieder auf den Boden der Tatsache zurückholen. Mit einer kalten Dusche bis man friert, mit Kopfstand, damit ins Schwitzen zu geraten, mit etwas Bitterem oder Scharfem. 

Reaktion

Dummes und Unwahres lässt man am besten gar nicht zum Thema werden. Mit schwer Betrunkenen, sehr aufgeregten und dummen Menschen lohnt sich keine Diskussion. Manchmal nützt es nicht, auf ignorante Unvernunft mit Vernunft zu reagieren. Noch schlechter ist es, auf Unvernunft mit Unvernunft zu reagieren. Auf aggressive Ignoranz reagiert man am besten so knapp, dass es keine Grundlage für eine Fortführung des Gesprächs gibt. Wenn man es schafft, die Unvernunft ins Leere laufen lassen, ohne dass dies als eine aktive Handlung interpretiert wird, hat man manchmal das Bestmögliche geschafft.

Definition

Wir tun es in jeder zwischenmenschlichen Zusammenkunft: die Einschätzung von Menschen gehört zum Wichtigsten, was wir tun. Sind sie ehrlich, was ist ihre Ehrlichkeit? Sind sie authentisch, was sind ihre Wurzeln? Was können wir erwarten? Sind sie eine große Bereicherung, wenn wir stark sind und grausam, wenn wir schwach sind? Drehen sie sich um sich selbst, oder mit der Welt? Wollen sie weiterkommen oder jammern? Kommen sie mit sich selbst klar, oder versuchen sie nur mit dem Außen klar zu kommen? Können sie etwas für uns tun, können wir etwas für sie tun, können wir uns gegenseitig helfen? Können wir miteinander die Welt erleben?

Die Welt der Menschen dreht sich um Menschen. Wir können überall über sie erfahren: In Filmen, Büchern, Kunst, Meditation, Reflektion und Kontakten. Wir können Menschen auf ihre niedrigsten Triebe reduzieren oder sie für ihre feinstofflichen Höhenflüge achten.

Wenn wir über Menschen reflektieren, lernen wir dann am meisten über sie, wenn wir versuchen, ihre Beweggründe zu verstehen. Die reine Feststellung ihrer Fehler nützt unserem Wissen über die Menschen nichts.

Dienst

Menschen wollen haben, was andere Menschen auch haben wollen. Als grünes Pesto nach Deutschland kam, konnte man es in Feinkostläden bekommen, oder frisch vom Markt. Als es bekannter wurde, konnte man bald auch merkwürdig schmeckende grüne Soßen, die sich Pesto nannten, in herkömmlichen Supermärkten und Discountern kaufen.

Es geht schnell nicht mehr darum, etwas zu haben, das so ist, wie es ist, weil es den Zweck erfüllt, für den es ursprünglich gemacht wurde. Es geht darum zu haben, was andere haben. Das ist so bei vielen Lebensmitteln, Design-Möbeln, Produkten und Kleidung.

Das eigentliche Wort für diesen Mitläufereffekt ist Mode. Man tut etwas, weil andere es auch tun. Und zu diesen andren möchten wir gehören. Negative Folgen der Modehörigkeit sind erhöhte finanzielle Kosten, schlechte Qualität und Anerkennung von Leuten, die denselben Fehler machen.

 

Steine

Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Es ist einfach, andere zu verurteilen. Aber wir können uns auch erst in die Schuhe der anderen Stellen. Wie würden wir handeln, wenn wir sie wären? Aufgewachsen wie sie: in ihrer Gegend, mit ihren Eltern, mit ihren Erfahrungen.

Wie sieht die Welt aus, wenn wir akzeptieren, dass es keinen freien Willen gibt? Was macht das mit unserem Urteil über Individuen?

Es ist okay, Schädliches und Schlechtes als das zu benennen, was es ist. Aber wir sollten uns gut überlegen, ob wir so weit gehen möchten, Personen zu verurteilen.

Stiche

Mit der Verbreitung schlechter Stimmung können wir andere zum Handeln motivieren. Doch Maulen, Sticheln und offener Ärger sind keine konstruktiven Lösungsansätze. Eine lösungsorientierte Handlung ist aktiv, nicht passiv aggressiv gegen andere oder, (nicht zu vergessen!), sich selbst.

Man sollte positiv bleiben und Auslöser von Unmut konstruktiv ansprechen. So wird man Dinge nachhaltig ändern und eine emotional positivere Zukunft erleben.

 

Natur

Jeder ist immer irgendwann und irgendwo im Leben auf der Suche nach Leben. Jeder ist an besonderen Orten unter besonderen Umständen und mit besonderen Sorgen. Sorgen um die Zukunft von uns selbst, unseren Mitmenschen, unseres Landes, der Umwelt und der Welt. Immerhin: ums Universum müssen wir uns keine Sorgen machen.

Aber wir feilen an unseren Gedanken, unserer Haltung, unserem Atem, unserem Empfinden, unserem geistigen und materiellen Konsum, unseren Worten, unseren Handlungen, unserem Input und Output, unserer Planung für gleich, nachher, morgen, die nächsten Wochen, Monate, Jahre und Jahrzehnte und um die Zukunft unserer Kinder und Enkel.

Es ist die Natur des Menschen aufwärts zu streben, wie es die Natur des Wassers ist, abwärts zu fließen. Während wir driften im Universum.

Genügsamkeiten

Geld ist nicht so schlecht, wie sein Ruf. Es ist so gut, wie die Hände, in denen es ist. Das gleiche gilt für Genügsamkeit. Eine falsche Genügsamkeit kann nagen, bis sie sich zu Verzagtheit und Verzweiflung durchgebissen hat. Eine echte Genügsamkeit bedeutet, dass ein Drang nach Mehr keine persönlichen Ressourcen raubt.

Aber das Leben eines Menschen geht immer in eine Richtung. Und wenn wir uns auf falsche Genügsamkeiten einlassen, schleift unser Antrieb und das Weiterkommen wird zäh.

Kleiden

Die Wahrscheinlichkeit, dass man wird, was man sich wünscht, steigt wenn man sich schon vorher dafür gehalten hat. Und wir meinen zu sein, wen wir im Spiegel sehen.

Beim Kleiden kann es darum gehen, gepflegt und wohlhabend zu wirken, oder verwegen und stark. In beiden Fällen schützt die Kleidung nicht nur vor Wind und Wetter. Wer wollen wir sein? Was sollen die anderen denken? Für wen wollen wir uns halten?

Persist

Werte, Ziele, Interesse, Anfangen und Motivation: Alles wichtig und machbar, aber ohne Beständigkeit und Zusammenhang meist unnütz. Hierfür müssen wir Professionalität entwickeln. Das bedeutet, auch dann weiter zu machen, wenn es uns schwer fällt. Auch Profis fühlen Trägheit, Mutlosigkeit und Uninspiriertheit. Und gerade für die Kreativen, die niemand um ihre Arbeit gebeten hat, scheint es manchmal unwiderstehlich, vor diesen Widerständen zu  verweilen. Aber wer sich als Profi versteht, sieht den Sinn seiner Tätigkeit und findet einen Weg, die Barrieren zu überwinden.

Dinge

Wir leben in einer Gesellschaft des Habens und An-Orten-gewesen-seins, einer Welt des Konsumiert- und Erlebthabens. Es gibt so viele Dinge und Orte! Was will man damit? Wer braucht sie? Wie viele Teller, Schalen, Gläser, Lampen, Teekannen, T-Shirts und Stifte kann ein Mensch brauchen? Durch wie viele Landschaften, Städte, Länder und Kontinente will man gelaufen und gefahren sein?

Wir verlieren uns in Dingen und Erlebnissen. Sie mögen unsere Persönlichkeit prägen. Aber was sagt das über den Wert von Persönlichkeit an sich aus? Im Kern sind wir Bewusstsein, das das Treiben der Welt wahrnimmt.

Regeln

Es ist weniger schlimm, häufig unaufmerksam und manchmal pampig in einer Beziehung zu sein, als sehr selten schwer brutal. Kleine Fehler zu machen und chronisch Fünfe gerade sein zu lassen, mag uns nicht gerade fördern, aber es führt auch zu keinem Sturzflug mit hartem Aufprall. 

Im Umkehrschluss kann man weit damit kommen, einmal brillant zu sein, und danach weniger falsch zu machen, als richtig.

Lehrgeld

Wer nicht hören kann, muss fühlen. Das hieß einst tatsächlich „wer nicht gehorcht, wird geschlagen“. Und auf die ein oder andere Weise muss jeder sein Lehrgeld bezahlen. Entweder, indem er Zeit ins Lernen investiert, oder indem er teure Fehler macht. Ich denke, eine Mischung ist nicht schlecht. Es passiert, dass man die Theorie eigentlich kennt. Wenn man es dann trotzdem falsch gemacht hat, weiß man schneller, was schief gelaufen ist und kann im nächsten Anlauf einen Schritt wachsamer sein und sein Wissen konsequenter anwenden. Wer nicht bereit ist, Lehrgeld zu zahlen, wird keine nennenswerten Gewinne machen.

Tiefe

Was will ich wirklich? Ist das, was ich wirklich will das, was mich glücklich macht? Ist das, was ich wirklich will etwas, das mir Frieden schenkt? Ist das, was ich wirklich will eine Herausforderung? Fördert das, was ich wirklich will, mein Wachstum? – Wachstum zu mehr Friede, zu mehr tiefem, wahren Glück? Ist das, was ich meine, was mir Glück und tiefen Frieden bringt, tatsächlich etwas, das mir Frieden und tiefes Glück bringen wird?

Das Leben ist nichts Überschaubares. Wir sind im Fluss des Lebens und haben die Chance den Moment zu genießen. Aber als Wesen in Zeit und Raum müssen wir abwägen, ob der Genuss dieses Moments auf Kosten der zahllosen Momente in der Zukunft geht.

 

Optimal

Die Uhrzeit können wir von einer Uhr für 10 Euro ablesen, oder von einer für 10.000. Wahrscheinlich ist die 10-Euro-Uhr angenehmer zu tragen. Aber wir wissen auch, wofür die teure Uhr da ist. Etwas weniger offensichtlich ist das bei anderen Gebrauchsgegenständen.

Es ist für den Erfolg und die Lebensqualität der meisten Menschen egal, ob sie einen Computer für 300 oder 3000 Euro, ein Smartphone für 150 oder 1500 Euro benutzen. Es ist für die Gesundheit nicht besser, gekauftes Wasser als Leitungswasser zu trinken. Wenn man schreibt, ist es nicht wichtig, ob mit Schreibmaschine, Computer, mit was für einem Stift oder auf was für Papier. Es ist nicht wichtig, ob man seinen Schreibtisch nach Norden oder Süden, oder an einem Platz mit Meerblick oder ohne Fenster stehen hat. Es ist nicht wichtig, ob man in den Urlaub ans andere Ende der Welt reist, oder ins übernächste Dorf.

Aber dies ist das Spiel, das wir spielen. Wir halten unsere Illusionen aufrecht. Sie geben uns Sinn und Perspektive. Es ist ein Vorteil zu wissen, dass wir uns in einem Spiel mit selbstgemachten Regeln befinden. So können wir gelassen in die Rolle des Beobachters unserer Person treten und die Stille genießen.

Nervensysteme

Was ist der Unterschied, ob man etwas gern tut, was einem Freude bereitet, und einer Sucht, der man nachgeht? Was ist der Unterschied, ob man noch eine Tafel Schokolade isst, oder von einem Computerspiel nicht loskommt? Ist es nicht auch eine Freude, eine Sucht zu befriedigen? Ist es nicht herrlich, süchtig zu sein und zu wissen, was man will und was einem Freude bereitet?

Wäre es nicht wunderbar, eine Sucht zu haben, die einem gut tut? Was ist der Unterschied, zwischen Sucht und Gewohnheit?

Es gibt tiefe und flache Befriedigungen. Tiefere Befriedigungen regen tiefere Gefühle an und bereichern das Leben. Flache Befriedigung dreht sich nur um den Moment. Sie birgt keine Weisheit, keine Einsicht. Sie berücksichtigt weder Individualität noch Persönlichkeit. Sie spricht nur den Trieb an. Schutz, Angst, chemische Sucht, Befriedigung des Nervensystems. Als Faustregel kann man sagen, dass Glück so schnell und so langsam versiegt, wie es gekommen ist.

Figuren

Zu selten passiert es, dass Menschen ihren Standpunkt erklären. Im Film sollen die Figuren Handeln anstatt zu reden. Mit dem dramaturgischen Mittel, dass Figuren sich nicht erklären, um sich anderen verständlich zu machen, werden die zwischenmenschlichen Spannungen im Film künstlich hoch gehalten.

Wir sind glücklicherweise keine Figuren, deren Daseinsberechtigung dadurch entsteht, dass wir in Konflikten leben. Wir dürfen uns unser Recht, uns zu erklären, zunutze machen.

Desinfizierung

Auch psychische Verletzungen verursachen Wunden. Wenn wir verletzt worden sind (oder uns verletzt haben), müssen wir unsere Wunde pflegen. Wenn wir sie ignorieren, oder sogar weiterhin stark belasten, fügen wir uns Schaden zu.

Wenn wir verletzt worden sind, müssen wir es merken und akzeptieren. Wir müssen die Wunde reinigen, das kann schmerzhaft sein. Wir müssen die Wunde schützen. Wenn die Wunde tief ist, nicht nur die Wundstelle: der ganze Körper braucht Ruhe. Vielleicht brauchen wir Hilfe.

Psychische Verletzungen können wir spüren. An unserer Haltung, unserem Appetit, daran, ob sich unangenehme Gedanken im Kreis drehen. Wir sind alle verletzbar. Wer es nicht ist, lebt zurückgezogen in einer Rüstung. Auch Thich Nhat Hahn sagt, dass er nach Gesprächen, in denen es um Unfrieden ging, eine Weile in Ruhe herumläuft, um sich wieder zu sammeln. (Peacefull Walking).

Geschenke

Man bildet sich gern ein, das Internet wäre eine Geschenkebox, wie ein Adventskalender. Man denkt, man könne sich unendlich viele kleine Freudenmomente herausholen.

Es ist aber eher so, dass das Internet ein großer Fachmarkt ist. Wenn man nicht weiß, was man genau möchte, streift man ewig durch die Gänge. Im Internet wird man nebenbei von allen Seiten mit schön verpacktem Müll beworfen. Wer nicht aufpasst, fängt an, alles mögliche auszupacken und vergeudet seine Zeit.

Widerstand

Wenn man nicht verrotten möchte, sind Umkehren und Stillstand keine Option. Man braucht eine Richtung und einen konstanten Drang im Fluss zu sein und weiterzukommen. Dann kann man den Weg des geringsten Widerstands gehen.

Wer meint, dass dieser Weg, wie eine endlose Rutsche abwärts sei, der irrt sich. Um den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, muss man in Bewegung sein. Wasser geht erfolgreich den Weg des geringsten Widerstands. Es drückt konstant so lange nach vorn, bis sich schließlich der nächste Weg ergibt. 

Feuer

Ob beim Lernen, Trainieren, dem Aufbau eines Geschäfts oder einer Freundschaft: Eine Starthilfe ist von großem Wert. Aber etwas daraus zu machen, kostet Mühe und Anstrengung, Langeweile und Durchhaltevermögen.

Jegliche Aufbaustrecken bestehen zu großen Teilen aus Plateaus. Diesen langen Strecken, auf denen wir uns mühen und weiterschleppen, ohne vom Gefühl belohnt zu werden, tatsächlich weiter zu kommen.

Wenn ein Funke zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, kann er ein Interessefeuer entfachen. Und angesichts des schnellen Lichts und der schnellen Wärme, die dieses Strohfeuer liefert, sind wir motiviert, aus der nahen Umgebung alles Brennbare zu holen und hineinzuschmeißen.

Mühsamer wird es, die großen Stämme zu holen, die lange brennen. Aber dies ist das Feuer, das uns nachhaltig versorgt, das andere anzieht und die wahre Grundlage bietet, etwas zu erschaffen.

Pause

Nach einer Anstrengungsperiode ohne echte Pausen, wird man innerlich wie leer. Die Kraft, die nötig ist, eine Aussage zu Ende zu bringen, oder sich für Gedanken, Systeme oder Erkenntnisse zu begeistern, ist erschöpft. Wenn Kraft und Quelle und diese Bestimmtheit, die man braucht, um sich zu melden und das Wort zu erheben, schlafen, braucht man eine Pause.

Gemeinschaft

Es ist erstaunlich, wozu eine Person fähig ist, wenn sie es für andere tut. Für andere können wir Herausforderungen annehmen und über uns selbst hinauszuwachsen. Eltern sind für ihre Kinder über Jahre die halbe Nacht wach. Menschen springen über ihren Schatten, um aus ihrem Trott zu kommen und das nötige Geld für ihre Familie zu verdienen. Und im Krieg kämpfen Menschen um Leben und Tod.

Der Mensch ist sozial. Was uns zu Höchstform treibt, sind die anderen und was sie über uns denken.

Es ist gut, wenn man versteht, dass wir ohne die Gemeinschaft Antrieb und Nutzen verlieren. Deshalb ist es wichtig zu prüfen, mit wem wir uns umgeben.

Sorge

Weniger Geld zu haben, als man zu brauchen meint, ist eine Last. Leicht passiert das, wenn man seine Finanzen nicht kontrolliert, stattdessen von seinen Finanzen kontrolliert wird. Dabei ist Geld trotz seiner Zählbarkeit mehr Gefühlssache, als objektiver Wert.

Ein guter Ratschlag, der seit wenigstens vielen Jahrzehnten umgeht, ist der Folgende: 10% legt man zurück, bzw. an, sobald man eine Eiserne Reserve hat, die es einem ermöglicht, die Sparrücklagen nicht anzutasten. 10% spendet man, vom Rest lebt man.

Und von jeder Einkommenserhöhung zahlt man direkt 50% konstant in die Sparanlage ein. So passt man seine Altersvorsorge seinem Lebensstandard an.

Noch eine gute Idee ist es, ein extra Konto für Sonderanschaffungen* und Urlaube zu haben. So hat man ein gutes Maß für seine nicht notwendigen höheren Ausgaben.

*Und noch etwas: Bevor man sich größere Anschaffungen durch die täglichen Kosten schönrechnet, sollte man lieber die Prozente von seinem täglichen Nettoüberschuss berechnen.

Rechercheur

Das Unbewusste ist unser privater Recherche-Assistent. Wenn wir wissen, was wir wollen, können wir fragen, wie wir es erreichen können. Schriftlich und gedanklich. Einzeln oder wieder- und  wiederholt.

Die richtigen Fragen muss man sich erarbeiten. Sie sollten so konkret wie möglich sein und nur eigene Handlungsmöglichkeiten betreffen.

Aber es gibt auch viele einfache Fragen verschiedener Ausrichtungen, die auch so weiterhelfen: Wie werde ich reich? Wie werde ich so freundlich, dass ich es leicht mit Fremden habe? Wer bin ich? Was will ich wirklich? Wo bin ich glücklich? Wann bin ich glücklich? Was fällt mir leicht und tut mir gut? Was kann ich tun, damit es mir gut geht und ich mich wohl fühle?

Schleier

Der Verstand springt hin und her. Er liebt es, sich an seinem Bauch- an seinem Körpergefühl zu orientieren. Dieses Gefühl ist allerdings von Urinstinkten geprägt, die unseren tatsächlichen Gegebenheiten gegenüber oft nicht zuträglich sind. Deshalb ist es gut, sich Dinge aufzuschreiben. Ganz davon abgesehen, dass ToDo-Listen gut sind, weil man in ihnen gut Prioritäten setzen kann und sich nicht in Unwichtigem verfriemelt.

Hervorragend ist auch eine ausführliche Liste mit Dingen, die man tun kann, wenn man sich gern besser fühlen würde. Dort kann vieles Stehen, was man einfach und immer tun kann. Dass in dieser Liste nicht stehen sollte, einen Cocktail trinken, oder Schlechte Stimmung verbreiten, versteht sich von selbst. Aber Dinge, wie Duschen, Aufräumen, 2 Minuten hüpfen, sich Dehnen, Musik hören und vieles andere ist gut. Diese vielen kleinen Dinge kann man tun, um sich von dunklen, schweren Schleiern zu befreien, auch mehrere hintereinander. Gut ist eine Liste mit mindestens 50 Ideen.

Sucht

Kaffee, Whisky, Tabak, Marihuana oder Opium sind auf Anhieb nicht wohlschmeckend. Fast niemand hat sich für eines dieser Mittel begeistert, weil er den Geschmack von je her unwiderstehlich findet. Aber wo die Wirkung überzeugt und Sucht einsetzt, werden wir auch bald Erfüllung im Geschmack finden. Wie man seinen Kaffee oder Tee trinkt, was für Zigaretten oder Bier man trinkt, sind normale Gesprächsthemen.

Vielleicht sprechen wir so viel über die Geschmacksnuancen von Suchtmitteln, weil wir uns mit diesen Geschmäckern langsam angefreundet und sie lieben gelernt haben.

Das gilt allerdings auch für Tätigkeiten, Lebensmittel und persönliche Beziehungen, die nicht süchtig machen. Wir beginnen uns einfach mehr und mehr für die Dinge zu interessieren, mit denen wir Zeit verbringen. Wir nehmen sie immer intensiver wahr und bauen unsere Welt um unsere unmittelbare Umgebung herum auf.

Der Mensch ist extrem anpassungsfähig und auf unendlich viele Weisen zufrieden zu stellen. Je nachdem, wo wir hineinwachsen, können wir mit den unterschiedlichsten Ernährungen, in verschiedenen Gesellschaftsformen und extremen Klimazonen glücklich sein. Wir lassen uns auf das ein, was Sicherheit gibt, was ernährt, was ein Gefühl von Glück und Leichtigkeit vermittelt.

Altern

Wie alt soll man werden? In welchem Alter soll man an Krankheit sterben? Mit wie vielen Zähnen soll man kauen? Wie viel Schmerz ist nicht okay? Wie wenig Schmerz ist nicht okay, um noch das echte Leben zu erfahren?

Leben ist Erfahren. Jeder Schmerz birgt Erfahrung. Jede Lebensphase, jedes Alter bringt neue Blicke auf die Welt. Jeder Altersabschnitt ist ein neues Leben.

Doch man sollte mit dem Wunsch alt zu werden nicht sein Jetzt verbauen. Man sollte nicht krampfhaft festhalten und erstarren. Man sollte nicht seine Jugend erhalten, sondern den Wandel.

Smartphones

Effektivität ist nur sinnvoll, wenn sie irgendwo hin führt. Man kann Abkürzungen gehen, Optimierungs-Apps benutzen, das neueste Smartphone und den besten Laptop anschaffen. Doch das Streben nach Effektivität kann zum Ersatz des Zieleverwirklichens werden. Woran man arbeitet ist wichtiger, als wie oder mit welchem Werkzeug man an etwas arbeitet.

 

Ertragen

Wenn die Zeit langsam vergeht, vergeht auch oft der Grund, etwas zu tun, was die Zeit schneller vergehen lässt. Im Flow ist nichts zu merken, von Vergehen oder Stillstand. Das Ego steht beiseite und wir sehen den Fluss vorüberziehen. Es gibt Flow im Arbeiten, aber auch Flow im Entspannen, im Treiben lassen und im Ertragen.

Schwung

Glück motiviert zum Handeln. Glück macht locker und agil. Wenn Angst und Sorge um das bestehende Glück auftauchen, ist es schon zu spät. Denn Angst und Sorge machen zaghaft und starr. Und neben Starrheit, Sorge und Angst ist wenig Platz für Glück.

Auch im Glück muss man in Bewegung bleiben und es damit aufs Spiel setzten. Wer aber handelt und agil bleibt, nutzt den Schwung. Und Schwung fühlt sich toll an und macht froh. Alles geht wie von selbst.

Aus der Starre heraus ist es schwieriger in Schwung zu kommen. Sie fördert Sorge und Angst. Aber hier genauso muss man schauen, dass man in Schwung kommt und nicht aufhört zu schieben und zu handeln und weiterzumachen, bevor man in Fahrt gekommen ist.

Entwicklung

Fähigkeiten entwickeln sich langsam, sprunghaft, gegenseitig und zum Teil undurchschaubar über Jahrzehnte. Manche Menschen werden zu komplexen Persönlichkeiten. Viele Individuen sind wie eine eigene Spezies.

Die Entwicklung des Menschen ist einzigartig. 15, 20 oder 30 Jahre ist ein Mensch am Leben, bis er anfängt, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Alle anderen Säugetiere haben weniger Zeit. Dafür kann man als Mensch dann natürlich mehr als rennen, verstecken, auflauern und zubeißen. Vor allem kann der Mensch innehalten, beobachten und begreifen, dass es nichts weniger als erstaunlich ist, was er im Leben erlebt.

 

Jahreswechsel

Es ist gut, positiv zu reflektieren. Täglich oder fast täglich eine Sache oder ein paar Sachen aufzuschreiben, die gut gelaufen sind, oder einfach gut sind. Zum Jahreswechsel, oder einfach zwischendurch ist es erbaulich, sich 100 Dinge aufzuschreiben, die im letzten Jahr gut gelaufen sind. Erfüllte Werte, erreichte Ziele, Freuden, Errungenschaften, Genüsse, Treffen, Finanzen, Gesundheit, Bewegung, Bücher, Gelerntes, Gesagtes, Gewünschtes, Gegessenes, Geändertes.

Intelligenz

Eine der großen Ängste der Menschen ist es, reingelegt zu werden, oder um es etwas bedrohlicher auszudrücken: betrogen zu werden. Reingelegt oder betrogen worden ist man, wenn man durch eine Täuschung so handelt, dass es ein vorteilhaftes Ergebnis für den Täuschenden gegenüber dem Getäuschten gibt.

Wir haben Angst, dass jemand nicht das tut, wofür wir ihn verpflichtet sehen. Wir haben Angst, dass wir nicht das Bekommen, was dem Wert entspricht, den wir meinen gegeben zu haben.

Je nachdem, um was es genau geht, steht entweder die Ehre (meist unsere Integrität oder das Ansehen unserer Intelligenz), Geld (es kann auch ein sehr geringer Betrag sein), Zeit oder Fairness auf dem Spiel.

Warum dreht sich soviel darum? Warum ist die Angst so groß? Wir werden übervorteilt und das Leben geht weiter. Und Vor- und Nachteile ändern sich mit der Zeit. Wir können gespannt warten, wann aus unserem kurzfristigen Nachteil ein Vorteil geworden sein wird.

Spielen

Wer meint, etwas zu verlieren zu haben, wird im Leben weniger Risiko eingehen. Wenn Nahrung, Fortpflanzung und soziale Sicherheit da sind, wird oft krampfhaft versucht am Status Quo festzuhalten.

Materielles nicht zu hoch zu schätzen, ist eine Lebenseinstellung, die es einem ermöglicht, mehr Geld, mehr Dinge, mehr Mehr zu bekommen. Und vielleicht ist es ein unfaires Paradox, dass man es zum Teil um so eher bekommt, je gleichgültiger es einem ist.

Raum

Wir brauchen Raum, um uns zu bewegen und zu entfalten. Wir müssen uns strecken und dehnen, um unsere Gelenke und Sehnen zu lockern, um ihr körperliches Potential zu gewährleisten und zu erweitern. Wenn wir uns nicht frei bewegen können, wird unser Körper rosten und schmerzen.

Starre Denk- und Wertstrukturen engen uns ein. Tabumaschen dürfen nicht so eng gestrickt sein, dass man häufig Gefahr läuft, sich in ihrem Netz zu verfangen.

Wir brauchen Interesse für Neues, für andere Ansichten, für Unbekanntes und  Kompliziertes.

Geschichten

Deine Geschichte sind deine Worte, deine Gesten, deine Kleidung, dein Umfeld, vielleicht deine Vergangenheit und dein Versprechen. Wenn Geschichten authentisch sind, werden sie geglaubt. Wenn Geschichten gekünstelt sind, schrill und laut, unglaubwürdig oder billig, können sie etwas Zeit vertreiben, sind aber schnell vergessen.

Denn gute Geschichten ziehen uns an und fesseln uns. Wer deine Geschichte glaubt, sie gut findet und darauf vertraut, dass sie gut bleibt, der wird auf deiner Seite sein.

 

Katastrophen

Man kann große Ziele haben. Wenn man aber vom Tsunami überrumpelt wird, oder Beifahrer bei einem schweren Autounfall ist, wird man diese Ziele vielleicht nie erreichen. Wenn der Krieg kommt, werden die Verhältnisse und Möglichkeiten unkenntlich.

Wenn man jedoch vor der Katastrophe Ziele hatte, hat man sich auf einem Weg befunden, der einen erfüllt hat. Man kennt das Konzept von Werten und Zielen. Damit hat man die Grundlage, weiterhin ein Leben voll Drive, Frieden und Dankbarkeit zu leben. Dieses spezielle Gefühl von Sinn ist Teil von einem geworden und es wird einem weiterhin helfen, zu leben.

Flow

Zu viel Wahlmöglichkeit, zu viel Freiheit überfordert den Verstand. Aber etwas Wahlfreiheit ist schön.

Eine Hilfe ist die Version des 16h-Fastens, bei der man das Frühstück auslässt. Am Morgen spart man Zeit. Wer das Frühstück auslässt, hat morgens eine Sache weniger zu tun. Das gibt Raum, für einen gelassenen Morgen und ermöglicht einen angenehmen Start in den Tag. Es ist eine Erleichterung, morgens noch nicht an Essen und seinen vollen Bauch denken zu müssen.

Auch das Mittagessen wird durch das Weglassen des morgendlichen und vormittäglichen Essens unkompliziert. Denn wer einen gesunden Hunger hat, freut sich über vieles. Auch über Gesundes, wie erstmal etwas Obst oder Nüsse und ein einfaches Essen.

Gleich

Wer seine Vorgehensweise nicht auf die gegebenen Grundwerte abstimmt, scheitert. Die Grundwerte definieren sich aus dem Kontext.

Links- und Rechtsverkehr funktionieren gleich gut. Ein System ist nicht besser, als das andere. Gegensätzliche Systeme – gleiches Ergebnis. Wenn vereinzelte Verkehrsteilnehmer ein System im anderen ausprobieren, werden sie schlechte Erfahrungen machen. Was aber nicht heißt, dass das System als Ganzes nicht funktionieren kann.

Wichtig ist, dass ein System den Grundwerten entspricht, und zweitens mit Überzeugung und konsequent umgesetzt wird.

Reparatur

Luftpumpen, die die Luft aus Reifen lassen. Schraubenzieher, die den Schraubenkopf zerstören. Gurus, die verwirren. Medizin, die den Körper vergiftet. Ärzte, die krank machen. Gewürze die das Essen ungenießbar machen. All dies gibt es.

Fehler passieren. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass nichts Schlechtes auf der Welt getan wird, ohne dass das Gute gemeint ist. Und vor allem sollte man nicht vergessen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine Luftpumpe einen Reifen aufpumpt, weit größer ist, als dass sie das Gegenteil tut. Wer sagt, er zögere vorm Schrauben, Würzen, Suchen nach Wahrheit oder vor Arztbesuchen, läuft Gefahr, stecken zu bleiben. Wer konstant weitermacht, hat Missgeschicke und Fehler schnell behoben.

 

Sicht

Alles, was von einer Person berichtet wird, ist nur eine Version der vergangenen Wirklichkeit, wie diese Person sie aufgenommen hat und nun erinnert. Erstmal ist es nur die persönliche Wahrheit der berichtenden Person. Sie kann die Wahrheit einer zuhörenden Person beeinflussen. Aber damit nimmt nur eine vorübergehende Wahrheit Einfluss auf eine andere vorübergehende Wahrheit.

Die Wahrheiten sind Teil der vorübergehenden Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist immer im Wandel, immer vergangen und daher nicht zu greifen. Für uns besteht sie aus sich wandelnden und vergehenden Wahrheiten.

Begeisterungsfähigkeit

Wer begeistert ist, weiß, was er will. Mit Begeisterungsfähigkeit ist es leicht, sich in ein Thema zu vertiefen, aufmerksam zu sein und zu lernen. Begeisterungsfähigkeit schafft Ziele, Werte, Motivation und Ambition.

Sie ist das Wundermittel gegen Gleichgültigkeit, Fadheit und zähes Vorankämpfen.

Es gibt keine besseren Wege im Leben, als seinen Begeisterungen zu folgen. Wer dies tut, trainiert auch nebenbei seine Fähigkeit zur Begeisterung.

Nutzen

Der Ausdruck von Reichtum impliziert: Wer mir schadet, tut sich keinen Gefallen. Ich habe Macht. Wer mir hilft, könnte reich belohnt werden. Denn was für dich viel ist, ist für mich wenig.

Bei teurem Schmuck war immer klar, dass es um Prestige geht. Selbst bei einer sehr teuren Uhr brauchte man nicht sagen, dass sie besonders genau geht. Sie ist offensichtlich ein Statussymbol. 

In unserer Zeit des Understatements, wird Prestige gern mit Optimierung, Nutzen und Sinn kaschiert. Teure Smartphones und Laptops sind die neuen teuren Uhren und Schmuck. Schwere Autos werden durch ihre vermeintlich höhere Sicherheit gerechtfertigt. Und Markennamen dienen häufig als Beweis für den Wert von Konsumgütern. 

Wir können nicht umhin, mit unserem Auftreten und unserem Besitz für andere etwas auszudrücken. Und es ist okay, vertrauensvoll und charismatisch auftreten zu wollen. Wir machen anderen und uns selbst das Leben dadurch leichter und angenehmer. Wir können uns aber klar darüber sein, welches Bedürfnis wir wir mit unseren Anschaffungen tatsächlich befriedigen möchten.

 

Strafe

Menschen, die gegen das Gesetz verstoßen, sind wenig von der Höhe der Strafe abgeschreckt. Ausschlaggebender ist der Grad der Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden.

Menschen haben mehr Angst vor Verlust, als Risikobereitschaft für Gewinne.

Wir möchten aus Vorsicht, dass die Dinge bleiben, wie sie sind. Es braucht Courage, zu den großen Gewinnen zu streben. Nein zu sagen zu dem sicheren Weg und ja zu dem einen persönlichen Weg, der kleine Verluste und große Gewinne ermöglicht.

Zucker

Was wird alles getan fürs Wachsein? Wie viel Kaffee und Zucker nehmen wir ein, um präsent, um fit, um wach zu sein?

Und was wird alles getan und eingenommen, um zur Ruhe zu kommen, um zu schlafen!

Wir brauchen einen langen Atem, um eine gewisse Balance unseres Schlaf- Wachrhythmus herzustellen. Und für ein befriedigendes Ergebnis müssen wir manchmal über unseren Tellerrand hinaus schauen. Die besten Methoden zeigen weder unmittelbare Wirkung, noch fallen sie auf Anhieb leicht. So schwer es zu verstehen sein mag: wenn wir weiter machen, wie bisher, werden wir bekommen, was wir auch vorher bekommen haben.

Rollen

Wenn wir hinausgehen und mit Leuten sprechen, treten wir in verschiedene Rollen. Der Alte, der Erwachsene, der Unbekannte, der Freund des Freundes, der Lehrende oder der Lernende. Der Anfänger, Unterwürfige, der Bestimmende, der Unnahbare, der Dumme, der Verehrte.

Wir bieten uns selbst und anderen diese Rollen von uns an. Und es ist das Einfachste, die Rolle zu übernehmen, die wir schon oft übernommen haben. Viel anstrengender ist es, jemand zu sein, der man noch nie oder erst selten gewesen ist. Wir haben neue Gefühle, eine neue Stimme, eine neue Haltung.

Wenn wir uns entwickeln möchten, sollten wir nicht versuchen, starr an alten Ich-Mustern festzuhalten um neue Aufgaben zu übernehmen. Wir müssen bereit sein, neue Rollen zu übernehmen.

Erfüllung

Ziele definieren den Sinn der Handlungen, die zu ihnen in Verbindung stehen. Und wir sind praktisch verrückt danach, allem und jeder Kleinigkeit einen Sinn zu geben. Wenn es keinen Sinn zu geben scheint, erfinden wir so viele Sinnmöglichkeiten, bis wir mit einer zufrieden sind.

Handlungen, die nur einem sehr kurzfristigen und vorübergehenden Ziel dienen, lassen uns mit einem leeren Gefühl zurück. Handlungen in Bezug auf Ziele, die man tatsächlich erreichen möchte, fühlen sich erfüllend an.

Rechte

Es gibt nichts Schlimmeres, als die eigene Integrität generell in Frage zu stellen. Wer bin ich, dass ich meine, vielleicht Recht zu haben, oder ein Anrecht zu haben? Sicher kann man Fehler, die man an anderen kritisiert, auch bei sich suchen, um Verständnis zu entwickeln.

Aber Taten, Aussagen und das Leben sind immer nur ein Versuch, das Richtige zu tun und zu sagen. Und meist ist es besser, man versucht etwas und macht sich angreifbar, als man bleibt im Vagen und in den Möglichkeiten. Das gibt niemandem halt, weder anderen, noch sich selbst. Besser, man bezieht Stellung und lernt, wenn nötig dazu und bezieht dann eine neue Stellung.

Vergangenes

Wofür hat man sich im Leben schon begeistert? Von merkwürdiger Kleidung, Kinderserien, nächtlichen Tanzveranstaltungen über Musikalisches und Spirituelles bis zu bestimmten Menschen, Familiengründung, Baby- und Kleinkinderziehung, oder auch mittlerweile vollkommen veralteter Technik. Wie viele hunderte Stunden und tausende Worte haben wir in Gesprächen verbracht, mit unseren Kindheitsfreunden, Jugendfreunden und Mittzwanziger Freunden und Bekannten.

Der genaue Inhalt ist austauschbar. Aber die Werte und Prinzipien, die dahinter standen sind universell. Und so kann man seine gegenwärtigen Tätigkeiten auch betrachten. Die genauen Inhalte sind so schnell veraltet, wie die Tageszeitung. Was zählt, sind die Wahrnehmung des Momentes und die Richtungsintention.

 

Tiere

Es gibt frohe und glückliche Momente für jeden, ebenso Momente der Trauer, Unsicherheit und Sorge.

Doch wenn es bei Menschen um ein allgemeines Froher und Zufriedener geht, geht es um Qualitäts- und Quantitätsfragen.

Man kann sich gerade über Wasser halten und wenn man zur nächsten Sandbank kommt, sagen: Geht doch! Alles klar, ich bin zufrieden. Doch ein echter, tiefer Friede entwickelt sich. Er breitet sich langsam aus, wenn er genährt wird und sickert nach und nach in die Tiefe der Person. Doch bevor das passieren kann, tastet er sich langsam heran, wie ein wildes Tier und ist genau so schnell wieder verschwunden, wenn er verschreckt oder misstrauisch wird.

Angst

Der Mut ist ein Teil der Angst. Weil Mut als Gegenpol der Angst entsteht. Ohne Angst kein Mut. Wer sich mehr Mut wünscht, nährt daher die Angst. Wer sich bewaffnet nährt die Konfrontation.

Tatsächlich steht unserer angeborenen Angst nicht der Mut, sondern die Arglosigkeit gegenüber. Also besser man würde sich mehr Arglosigkeit wünschen. Mit mehr Gelassenheit kann man nüchtern großen Aufgaben entgegentreten.

Kompliziert

Es ist unglaublich, wie einfach es ist, das Leben kompliziert zu machen. Zwänge, eigene Auflagen, Nachlässigkeiten, Verkrampfung und starre Ansichten lassen uns aufbrausen, auflehnen und wütend im Kreis tanzen. Sie machen Menschen und Umgebung zu Feinden.

Werte, Gelassenheit und Toleranz öffnen die Tür zum viel gepriesenen Loslassen. Wer den Menschen und den eigenen Werten vertraut, wird gelassen, entspannt und energetisch in die richtige Richtung driften.

Manche

Einige Menschen erkennen durch Verlust was sie haben. Andere vermissen, was sie nicht mehr haben. Erfüllung oder Verbitterung – der eine wird vom einen Überrascht, der andere vom Gegenteil. Wo ist unser Einfluss darauf, was wir unmittelbar erfahren? Wie sichern wir uns ab im Leben, um zu denen gehören, die nicht verbittern?

Auch hier folgen wir Gewohnheiten und auch hier ist es gut, diese im Kleinen zu etablieren. Aus kleinen Missgeschicken die Chancen lesen. Aus kleinen Fehlern die Lehre ziehen. Durch kleine Verluste die Dankbarkeit spüren für das, was ist und war.

Warum

Warum mache ich dies hier gerade eigentlich? Diese Frage sollten wir uns viel häufiger stellen. Und wir müssen wissen: Alles, was wir tun, ist immer der Versuch, ein persönliches Bedürfnis zu erfüllen.

Wollen wir das Bedürfnis nach Ruhe mit Lärm erfüllen? Das Bedürfnis nach Anerkennung durch Schimpfen? Das Bedürfnis nach Gesundheit durch zusätzlichen Stress? Das Bedürfnis nach Freude durch Betäubung? Das Bedürfnis zu Helfen durch Egozentrik?

Wenn wir wissen, weshalb wir gerade tun, was wir tun, können wir auch besser feststellen, ob wir einen sinnvollen Weg gewählt haben.

 

Härte

Schriftlich ausgedrückt klingt vieles härter, als es klingt, wenn man es sagt. Deshalb übermittelt man Kritik am besten gesprochen. Eine positive Nuance in der Betonung kann den ganzen Sinn verändern. Aber auch auf schriftlich erfahrene Kritik – und eine nicht eindeutige Bejahung klingt schriftlich oft schon nach Abweisung- reagiert man am besten mündlich oder persönlich. So erfährt man deutlich besser, woran man wirklich ist.

Zeitdruck

Es ist immer gut, sich zu entscheiden. Doch Entscheidungen in Wut und Angst sind nur zu empfehlen, wenn Zeitdruck es nicht anders zulässt, oder wenn diese starken negativen Gefühle notwendig sind, um überhaupt eine Entscheidung zu treffen.

Allgemein kann man sagen, dass Aufregung zum Handeln motivieren soll. Es lohnt sich nicht, sich aufzuregen, wenn keine Handlung folgt. Allerdings ist es gut abzuwarten, bis man einen klaren Kopf hat, um sich nicht für eine destruktive Handlung zu entscheiden, sondern für eine konstruktive Lösung.

Natürlich: am besten entscheidet man die wichtigen Dinge, wenn sie noch nicht dringend sind. Denn die besten Handlungen folgen aus einer positiven Haltung und aus Besonnenheit und Überlegung. 

Schichten

Das Leben ist vielschichtig. Unser soziales, berufliches, körperliches und geistiges Leben bedingen einander.

Wir sollten viele Ziele haben, die auf sich nicht widersprechenden Werten beruhen. Dann setzten sich diese Ziele in Beziehung zueinander. Ein einzelnes Ziel ist nicht kraftvoll genug. Ziele sind für sich gegenseitig Meilensteine, von denen man nicht sicher sein kann, welchen man zuerst passiert.

Und für jeden Lebensbereich können wir mehrere Ziele haben. Es gibt qualitative, quantitative und emotionale Komponenten. Es ist gut, viele davon zu kennen, zu berücksichtigen und für sie zu planen. Am besten schriftlich und mit System.

Teilen

Wer ein Sofa möchte, braucht nicht zu wissen, wie man den Sofastoff webt. Wer telefonieren möchte, braucht nicht zu verstehen, wie ein Telefon funktioniert. Wer sich bewegen möchte, braucht nicht wissen, wie die Muskeln funktionierten.

Wir müssen wissen, welche Fähigkeiten wir brauchen, um unseren Unterhalt zu verdienen. Das ist Arbeitsteilung. Wir können guten Gewissens einen Großteil des möglichen Wissens ignorieren. Wenn wir Kapazität haben, können wir uns aussuchen, ob wir Kunst, Technik, Philosophen oder Handwerke verstehen möchten.

Tod

Was auch immer ist, es wird vergehen. Das Erleben des Seins ist der größtmögliche Wert. Das Leben ist reich. Es ist einzig und mystisch, wie ein verlorener Funke im Universum. Jeder Moment im Jetzt ist erfüllt von Sinn. In stetiger Veränderung erleben wir immer neu und aus neuen Perspektiven. 

Anders als der Tod. Im Nichtleben ist Nichts. Nichts verändert sich. Es gibt keinen Wandel. Wenn man das Sein dem Nichtsein gegenüberstellt, ist jeder Moment im Sein erfüllt. Voll Farben, Klängen, Emotionen, Worten und Sinn.

Ausgangspunkte

Wir befinden uns immer wieder auf irgendeinem Weg, den wir in Richtung Glück eingeschlagen haben. Dieses Glück, auf das wir zusteuern, ist das jeweilige Versprechen eines Ziels.

Und das Gefühl zu haben, auf dem richtigen Weg zu sein, ist eine der höchsten Formen von Glück. Das ersehnte Glück selbst interessiert oft nicht mehr, wenn es erreicht ist.

Trotzdem sollten Ziele gute neue Ausgangspunkte erzeugen, die es eher leichter machen, weiterzuziehen, als beschwerlicher.

Behauptungen

Fast alles, was man über Lebensführung, über Moral oder Ethik sagt, ist nicht abschließend wahr. Aber man kann sich aussuchen, was man glauben möchte, nach welchen Werten man leben möchte. Man kann den Lebensentwurf fördern, den man gern für sich wahr haben möchte.

Die meisten Dinge kann man von verschiedenen Seiten betrachten und man hat Einfluss darauf, welche Seite man sieht. Wenn man seinen Blick auf die Dinge entwickelt, wird man immer mehr aus dieser Perspektive, die man sich ausgesucht hat, sehen können.

Ausschnitte

Manches will man nicht tun. Doch erstmal angefangen, hat man Freude und fühlt sich frei. Tatsächlich sind es nur ein paar kleine Momente, die man nicht mag. Vielleicht Warten, Schuheanziehen, Langeweile – kleine Moment der Anstrengung und des Widerstands.

Viele Dinge, die Stunden dauern, vermeiden wir wegen einigen Minuten der Anstrengung. Es lohnt sich zu hinterfragen, warum man einiges nicht tun möchte. Manchmal ist es sinnvoll, sich aufzuschreiben, wie viele Minuten potentielle Freude etwas verspricht und wie viel Zeit des Widerstands überwunden werden müssen.

Fragen

Es stimmt ja weder, dass Fragen nichts kostet, noch, dass es keine dummen Fragen gibt. Dafür gibt es umso mehr Standardsprüche, die einfach falsch sind. Anhand von den Fragen, die Menschen stellen, kann man sie gut einschätzen.

Sind sie ehrlich genug um zuzugeben, dass sie etwas nicht wissen? Fragen sie, um nicht selbst denken zu müssen? Fragen sie nochmal nach, weil sie auf ihrer eigenen Antwort nicht vertrauen. Fragen sie aus Verlegenheit?

Es gibt vieles, was man aus Fragen schließen kann. Im Selbstgespräch ist bei Fragen vor allem eins wichtig: Dass man danach fragt, wie man zur Lösung kommt, anstatt auf dem Fehler herumzureiten.

Bass

Bei der Musik von Nebenan stört hauptsächlich der Bass. Aber die Bitte, den Bass abzudrehen, ist der Bitte ähnlich, das Salz aus dem Essen zu nehmen.

Bei Menschen ist es häufig nicht anders. Die Schwächen einer Person sind häufig mit ihren positiven Seiten verbunden. Wenn wir das Schrille, das Vorlaute, das Unangemessene dämpfen, kann das leicht auf Kosten der Kreativität, des eigenwilligen Charisma und der Freiheit gehen.

Effizienz

Zu Zeiten der Indusrtialisierung hieß Effizienz für den Arbeitgeber mehr Auszubeuten, für den Angestellten oder Arbeiter, mehr ausgebeutet zu werden. Schneller, härter und länger Arbeiten.

Heute steht mehr Effizienz für mehr Motivation, mehr Tiefe, mehr Know-How und dafür, ressourcenschonender zum Ziel zu kommen. Effizienz macht Freude am Schaffen. Und Freude am Schaffen ist der Kern der Motivation.

Mammuth

Was ist die Angst zu scheitern? Angst, Zeit zu verlieren? Angst, dass andere oder wir selbst uns lächerlich finden? Haben wir nur diesen einen Versuch und der darf nicht misslingen? Haben wir Angst zu enttäuschen? Oder haben wir eine undefinierbare Urangst*, die uns zu absurden Ausreden verleitet? Auf jeden Fall haben wir am Ende immer Angst, uns unwohl zu fühlen.

Was wir paradoxerweise nicht berücksichtigen, ist dass wir durch Angst Zeit verlieren. Dass wir und andere unsere Angst lächerlich finden. Dass Dinge, die wir aus Angst nicht beginnen, zwangläufig misslingen. Dass wir enttäuschen, wenn wir uns nicht trauen.

Diese Angst sitzt tief. Und es ist klar, dass wir sie nicht einfach wegwischen können. Aber es ist auch klar, dass sie so eine essentielle Rolle in unseren Leben spielt, dass es sich lohnt, Zeit zu investieren und sich unsere Ängste eine nach der anderen vorzuknöpfen.

*Es lohnt sich, etwas zu scrollen und ein paar der Mammuth-Cartoons anzuschauen.

Stabilität

Ein zu großes Spielfeld ist nicht Sinnvoll. Man braucht einen Grund, warum man sich wofür entscheidet. Man braucht Anhaltspunkte. Es gibt so viele Möglichkeiten in Erziehung, Gerechtigkeitssystemen, Wertesystemen und im Denken. Vertrauen in Systeme kann hilfreich sein. Feng Shui, Vatsu, NLP, Placebomedizin, Religionen und Gebete können zu Stabilität und Richtung verhelfen.

Nicht dienen sollten diese Möglichkeiten zu einem vollständigen Eliminieren von Zweifeln. Ganz und gar stimmt es alles nicht und alles hat richtige und hilfreiche Elemente in sich. Wer lebendig bleibt, folgt und prüft und bleibt tolerant für andere Systeme.

Abkürzungen

Es ist wichtig zu sehen, was das Wesentliche ist und dorthin den direkten Weg zu nehmen. Der goldene Weg ist, die Dinge nicht zu verkomplizieren und es sich gleichzeitig nicht zu einfach zu machen.

Keep it simple heißt, sich nicht in Überflüssigem und langwierigen Unwichtigkeiten zu verfangen. Wer weiß, wo der direkte Weg zum Ziel ist, kann den seriösen und gut fundierten Weg gehen. Und vor allem braucht man sein Ergebnis nicht durch Abkürzungen zu gefährden.

Reklame

Jeder weiß, dass Zigaretten und Alkohol weder besser schmecken, als anderes, was der Markt zu bieten hat, noch dass sie auf Dauer entspannter oder fröhlicher machen.

Man sollte es sich nicht bieten lassen, ein Spielball der Suchtindustrie zu sein. Als man jung und dumm war, konnte sie einem die teure Illusion von Freiheit und Freude andrehen. Spätestens wenn man merkt, dass man mit Geld, Gesundheit und Zeit dafür zahlt, süchtig zu sein, sollte man sich Verbündete suchen, die einem helfen, dieses Spiel nicht mehr mitzuspielen.

90

Ganz oder gar nicht. Das kann leicht zum unproduktiven Motto werden. Es ist gut, keine absolute Konsequenz zu fordern. Weder von sich selbst, noch von anderen. Es ist gut, sich etwas Raum zu lassen. Mit 90% kommt man oft weiter, als mit 100, weil man auf deutlich weniger Widerstände stößt. Wenn es sich nicht um eine Sucht handelt, bedeuten diese 10% Nachlässigkeit 10-fachen Frieden.

100% sind schwer durchzuhalten. Von denen, die 100% von sich fordern, ist die Alternative oft nicht 90 oder 80 oder 70% sondern 30% oder 0. Wer sich vornimmt, etwas zu tun, kann bedenken, dass das Ganz viel schwieriger ist, als das fast Ganz.

Man kann in verschiedenen Tempos und von verschiedenen Wegen aus ins Ziel gehen.