Ein und dieselbe Handlung kann sehr anders bewertet werden, je nachdem, wer sie ausführt. Was ein 60-jähriger tut, wird anders bewertet, als das, was ein 20-jähriger tut. Auch die selbe Handlung von einem 20-jährigen oder von einem 7-jährigen beurteilen wir sehr verschieden. Keine Wertung ohne Kontext. Wir brauchen Bezugssysteme, um zwischen Brillanz und Wahnsinn unterscheiden zu können. Nichts steht für für sich. Niemand ist ohne Umfeld von Bedeutung. Sich nicht all zu wichtig zu nehmen ist eine Erleichterung.
Monat: April 2019
Atem
Der Atem ist das zentrale und immer verfügbare Instrument, um uns in den Moment zu führen, wo das Bewusstsein sich selbst wahrnimmt. Der Atem bringt Sauerstoff in die Lungen und dann wird das Blut mit diesem Sauerstoff gefüllt und das Blut wird durch den Körper gepumpt und versorgt den ganzen Körper mit Sauerstoff.
Durch das Vergehen von Zeit finden lebenserhaltende Prozesse statt. Zeit ist Leben, Vergänglichkeit ist Leben. Das unendliche und unveränderliche Bewusstsein, nimmt sich durch das sich immer Wandelnde wahr.
Perfekt
Kann das Perfekte optimiert werden?
Die Welt steht nicht still. Alles hängt mit anderem zusammen. So wird alles wenigstens von den Veränderungen der unmittelbaren Umgebung verändert. Jede Altersstufe, jede Epoche, jede Gesellschaft, hat ihre Ideale, ihre Wertesysteme, die zwangsläufig überholt werden müssen. Einiges kann perfekt bleiben – für seine Zeit. Nach wie vor perfekt, aber belanglos für die Gegenwart.
Es geht immer weiter!
Sanft 3
Eins meiner liebsten und am meisten gehörtesten Musikstücke ist von Moby Long Ambients 6. Diese Musikstücke sind eigentlich als Einschlaf- und Schlafhilfe gedacht und werden von ihm kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt. Ich finde dieses 20-minütige Stück (la6) musikalisches Ambiente wunderbar zum Baden, Aufräumen, Schreiben, für Autosuggestion, Selbsthypnose und Metta-Meditation. Wer es hört, wird in eine Stimmung von tiefem Frieden versetzt.
PS: Hervorragend eignet sich solche Art schöner Ambient-Musik auch zum Unterlegen von Vorträgen und Audio-Workshops. Dafür muss man sie sich natürlich entweder vorher zusammenmischen, oder über zwei getrennte Wiedergabesysteme abspielen. Aber es lohnt sich. Text bekommt durch Musikunterlegung eine neue Tiefe und kann uns nachhaltiger berühren.
Ärger
Jedes Vermeiden von Ärger ist eine hervorragende Übung, um bei späteren Ärgernissen, Missgeschicken, dummen Zufällen oder unnötigen Verlusten konstruktiv zu bleiben. Oder wie Thich Nhat Hanh sagt: Wer sich ärgert, trainiert den Ärger. Es einfach mal raus zu lassen ist wie das Nähren einer Sucht.
PS: Wer sich noch nie einen Vortrag von Thich Nhat Hanh angehört hat, kann auf den obigen Link klicken und staunen.
Immer
Wohnst du noch oder lebst du schon? war ein genialer Werbeclaim von Ikea. Zwar nervig und pseudophilosophisch, aber unwiderstehlich. Und sofort so kultig geworden, dass es viele erbärmliche Variationskopien in der Werbung gibt.
Und was soll das denn heißen? Was hat das mit Ikea zu tun? Wer über diesen dreisten Claim von Ikea nicht weiter nachdenkt, der zieht den Schnellschluss, dass Ikea für Leben steht. Aber bei Ikea geht es doch eigentlich genau darum, billig und schnell zu wohnen, anstatt ehrlich und wertebasiert zu leben.
Viel besser gefällt mir der von der Clausthaler-Werbung in den Sprachgebrauch in Umlauf gebrachte Claim: Nicht immer, aber immer öfter. Immer öfter mal ein alkoholfreies Bier trinken. Immer öfter das Richtige tun. Immer öfter freundlich bleiben. Immer öfter die richtigen Wege gehen. Das gefällt mir!
Zeichen
Der Mensch lebt in einer Welt aus Zeichen. Deutung von Kleidung, Möbeln, verbalem und körperlichem Ausdruck ist wichtig, um sich zurechtzufinden. Status- und Schönheitsempfinden können im Menschlichen selten getrennt werden. Wer herausfindet, warum er was schön findet, kann etwas über die eigenen Werte erfahren.
Aufwand
Das Positive zu erhalten ist fast ebenso zeitaufwendig, wie das Schlechte zu bekämpfen. Man tut es allerdings aus einer weit angenehmeren Position heraus. Wohlstand zu erhalten ist mental eine einfachere Aufgabe, als die Gesundheit zu erhalten, weil der Wohlstand quantitativ messbar ist. Aber die Gesundheit ist eine sehr gute Grundlage für alles mögliche Andere, was man erzielen, oder sich erhalten möchte.
Heuschnupfen
Wenn das Wetter schön wird, geht es einigen Leuten schlechter, weil sie Heuschnupfen haben. Wenn diese nun durch die Tage gehen und über das Scheißwetter schimpfen würden, wäre allen klar, dass es eine sehr individuelle Sicht der Dinge ist – eine verständliche Sichtweise, aber nur auf die individuellen Umstände bezogen. Und so kann man es in den meisten Fällen sehen, wenn Menschen über Dinge schimpfen, die nicht nur sie selbst betreffen.
Intern
Manchmal gibt es keine externe Hilfe. Da muss man selbst sehen, dass man sich von der Stelle bewegt und etwas Strecke macht. Ab und zu muss man schauen, wie man sich aus einer Erstarrung befreit und in Bewegung kommen kann. Dann blühen Lösungen und Perspektiven am Wegesrand, wie Blumen. Wenn wir unserem Internen eine andere Perspektive geben, ändert sich auch das Externe.
Sanft 2
Die sanfte Kraft ist unaufhaltsam. Im Daoismus wird die Kraft des Wassers als die höchste Kraft beschrieben. Und es wird die Widerstandsfähigkeit des Nachgiebigen gelobt, des jungen Baums, der Wind und Wetter durch seine Biegsamkeit überlebt. Sobald etwas alt und fest wird, droht es zu brechen. Wer lernt, in den richtigen Momenten nachzugeben, hat damit häufig die Gelegenheit leicht erkauften Friedens und ein Abschwellen des Egos zu erwerben.
Gegner
Es gibt nicht nur die Flucht nach Vorn. Auch wenn Lebenshilfetipps diese gern stärker betonen, als die Flucht. Unter Umständen ist es ratsam, sich einem übermächtigen Gegner zu ergeben. Und wenn dieser einen Funken Würde besitzt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass er einen in Ruhe lässt, nachdem er bewiesen hat, dass er einen in die Knie zwingen kann.
Wenn er weitergezogen und man wieder in Sicherheit ist, kann man sich auf den nächsten Angriff besser vorbereiten. Oder man kann sich merken, wo die Gefahr lauert. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass man einen anderen, schöneren Weg gehen kann.
Medizin
Ohne die sogenannte Schulmedizin wäre ich nicht mehr am Leben. Den meisten, die in ihrem Leben auch nur einmal ein Antibiotikum nehmen mussten, geht es unter Umständen ähnlich. Die alltägliche Rettung nehmen wir nebenbei entgegen, als wäre sie immer schon da gewesen. Wie wäre es den Tag damit zu beginnen und zu beenden, sich bei der modernen Medizin zu bedanken für den Umstand dank ihrer noch am Leben zu sein Freunden und Familie?
Millionen
Als ich das letzte Mal schriftlich die Frage beantwortet habe, was ich tun würde, wenn ich eine Million Euro bekommen würde, habe ich geschrieben, dass ich mit meiner Frau im Tiergarten spazieren gehen würde. Das haben wir dann bald getan, ohne überraschend eine Million bekommen zu haben. Aber es fühlte sich trotzdem so an.
Wir sind so frei, dass wir die Möglichkeit haben, so vieles zu tun, was wir tun würden, wenn wir alles tun könnten, was wir wollen. Wenn wir uns das klar machen, können wir diese Tätigkeiten mit einem neuen Gefühl von Freiheit erleben.
Arbeiten
Vergangenheit verarbeiten, Zukunft erdenken. Wer diese beiden Tätigkeiten aktiv angeht, hat mehr Ruhe für den Moment.
Verarbeiten heißt: Gefühle zulassen und fühlen. Genug Schlaf, Pausen, Schreiben, Reflektionsmöglichkeiten, Treiben, damit das Unterbewußtsein Zeit dafür hat.
Zukunft erdenken heißt, eine Vorstellung, einen Wunsch eine Plan zu haben, wo es hin gehen soll – auch, wenn es im Moment gerade so gemütlich ist. Vielleicht ist es für viele Menschen eine große Hürde, hier konkret zu werden, weil sie daran glauben, dass es wirklich in Erfüllung geht, was sie sich wünschen. Aber sie trauen ihren Wünschen nicht, weil sie ihre Werte nicht kennen.
Dabei ist es nicht so schwer. Werte sind fast alle Gefühle, Einstellungen, Tugenden, Herangehensweisen, für die es Worte gibt. Es hilft, sich mit einigen konkret zu identifizieren und sich basierend auf diesen Werten vorzustellen, wie sich diese Werte auf der Grundlage des eignen Lebens steigern lassen.
Fahrt
Drive ist etwas anderes als Schwung, bzw. Momentum. Schwung ist gut und wichtig, er entsteht erst, wenn Fahrt aufgenommen wird. Und Drive ist die Eigenschaft, Schwung zu produzieren und aufrecht zu erhalten. Drive ist sich nach vorn entfaltendes Energiepotential. Drive ist auch eine Tugend und ein Wert. Drive bedeutet unterwegs zu sein und weiterzumachen. Jede Vollendung ist ein Teil des Weges. Ein kraftvoller Drive entsteht aus dem Ausblick auf ein großes Ziel.
Freiheit
Wenn man akzeptiert hat, dass es keinen freien Willen gibt, (und damit auch keine separate Persönlichkeit), dann macht das Sich-Entscheiden erst richtig Spaß! Die Person kann das Gefühl von Freiheit und Verantwortung nicht verlassen. Die Person ist frei. Frei von Verantwortung – die sie allerdings höchst selbst tragen muss. Man kann voll dabei sein und die Umstände des Moments betrachten, die Fürs und Widers seiner Abwägungen verfolgen und mit Spannung die Entscheidungen erwarten, die man getroffen haben wird.
Lust
Die Lust nicht in die Schule zu gehen ist für mich unbeschreiblich. Kindern kann und muss man es zumuten. Als Kind ist man hart im Nehmen. Man kennt noch nichts anderes. Außerdem gibt es keine andere Perspektive, keine Alternative.
Es ist aber auch eine große Lust, nicht in anderen misslichen Umständen zu stecken! Thich Nhat Hanh lobt den Umstand, keine Zahnschmerzen zu haben. Es ist schön, wenn man damit gesegnet ist, die geistige Möglichkeit zu haben, sich mit solchen Umdeutungen der erdachten Umstände in den Frieden des Moments zu schleudern, tief und beglückt einzuatmen und zu denken: Danke!
Nuancen
Kleinste Veränderungen oder Variationen führen zu großen Unterschieden. Der Geschmack von Kaffee, auch wenn er immer als Kaffeegeschmack identifizierbar bleibt, setzt sich aus Bohne, Röstgrad, Malgrad, Luftfeuchtigkeit, Brühtemberatur, Brühdruck, Brühdauer und Geschirr zusammen. Und so ist es mit der Wirkung von Koffein: Filterkaffee, Espresso, Mokka, Tee in vielen Nuancen, Koffeintabletten und Energydrinks – die Wirkung von allen Koffeinverbindungen hat eine leicht andere Wirkung.
Es gibt auch sehr viele Arten von Müdigkeit. Die Schläfrige, die Komatische, die Schwache, die Erschöpfte, die Verwirrte, die mit schweren Augen oden mit tränenden Augen.
Wir benutzen ein Wort und wissen, dass es sich um eine Abstraktion handelt. Aber wir können jederzeit eintauchen in eine vielfältige Welt voll feiner und feinster aber hoch interessanter und unterhaltsamer Unterschiede.
Die Nuancen, die unser Gemüt beschäftigen, sind ein bedeutender Teil unserer Persönlichkeit. Und wer die Menschen genau betrachtet findet Leben in unendlichen Facetten.
Bäume
Ich habe mal einen Tipp für Cross-Motorradfahrer gehört, die von ihrer Strecke abgekommen sind und versehentlich in den Wald rasen. Um nicht gegen einen Baum zu fahren, sollen sie nicht auf die Bäume achten, sondern auf die Lücken dazwischen.
Wir sollten dorthin schauen, wo wir hin möchten.
Es heißt, das Unbewusste verstehe keine Verneinungen. Ein Grund, warum Visualisieren ein Hilfsmittel ist, um an seine Ziele zu gelangen ist, dass das Unbewusste empfänglich für Bilder ist. Und man kann kein verneintes Bild denken. Es ist viel einfacher, Lücke zu denken und die Lücke zu sehen und durch die Lücke zu fahren, als Nicht-gegen-den-Baum zu denken, und nicht gegen den Baum zu fahren.
Scheuklappen
Vieles, was wir essen belastet den Körper. Vieles, was wir tun, belastet die Umwelt. Vieles, was wir nicht lernen, hätte uns das Leben erleichtert. Viele Menschen, die wir nicht treffen, hätten unser Leben bereichert.
Wer nicht auf seinem Weg bleibt, wird sein Ziel nicht erreichen. Er wird zwischen zusammenhangslosen Inhalten umherirren und Sinn suchen.
Bei Zweifeln hilft eine einfache Maxime: Einiges fokussieren, vieles ignorieren.
Pflanzen
Ich habe mir gerade erzählen lassen, dass die Menschen in Finnland im Winter, wenn es nicht mehr hell wird, kaum mehr sprechen.
Wenn es im Frühling hell und warm wird, dann blühen die Menschen auf. Sie sind nämlich sehr pflanzlich.
Wir brauchen uns nicht einbilden, dass nur unsere Gedanken unsere Gefühle steuern. Aber wir können uns warm anziehen, wenn es kalt ist. Wir können es hell machen, wenn es meist dunkel ist. Wir können unseren Verstand nutzen, um unsere Gefühle und unsere Einstellung zu beeinflussen.
Zonen
Welche Tiefs bringen einen in die nötige Tiefe, in der wir neue Erkenntnisse finden können? Wichtige Fortschritte machen wir häufig außerhalb unserer Komfortzone. Außerhalb unserer Komfortzone sind wir in Unsicherheit und Ambivalenz. Die Zone des Nichtkomforts ist ein meist selten betretenes Gebiet. Wenn wir uns entwickeln, also verändern möchten, müssen wir dieses Gebiet erforschen. Und wir müssen lernen zu unterscheiden, ob wir mutlos, verzagt und unscharf deprimiert sind, oder ob wir uns gerade in Wirklichkeit mutig auf von uns unerforschten Wegen befinden.
Ein guter Indikator ist, ob wir gerade alles und jeden skeptisch betrachten, oder ob wir verzagt sind und zurück in die Geborgenheit und Sicherheit des Altbekannten möchten.
Wunden
Wenn einem ein Messer im Fuß steckt, braucht man sich nicht zu fragen, ob man sich nicht eigentlich gut fühlen sollte. Es ist okay anzuerkennen, dass man in eine Lage geraten ist, in der man sich mit etwas Schmerz und Bewegungseinschränkung abfinden muss. Ebenso ist es auf psychischer Ebene. Es gibt auch im Geiste so etwas wie Muskelkater, Schürfwunden, Verspannungen und Verletzungen, die Heilungszeit benötigen. Wenn einen etwas erwischt hat, ist es ratsam, sich Erholungszeit zu genehmigen.
Candide
Irgendwann hat mein Vater meiner Frau das Buch Candide von Voltaire (1694-1778) geschenkt. Nun ist es irgendwie glücklicher Weise mir in die Hände gefallen. Gestern habe ich angefangen darin zu lesen. Seitdem greife ich es mir in jeder freien Minute. So frisch, lustig und spannend geschrieben, als sei es Topmodern. Pulp Fiction meets Forrest Gump mit Splatterelementen – da kommt ungeahnt Freude auf. Aus philosophischer Sicht ist da natürlich einiges zu holen! Jedoch übertrifft die unverfrore Spritzigkeit des Textes für mich den vermittelten Sinn.
Gegenüber
Solange kein verbaler oder tätlicher Angriff vorliegt, ist Unfreundlichkeit eine Frechheit. Nicht nur im Servicebereich, sondern immer und überall. Man muss niemands Freund sein. Man muss auch nicht zuvorkommend sein. Freundlichkeit ist ein Zeichen von Respekt. Nicht nur für das unmittelbare Gegenüber, auch für das allgemeine Zusammenleben.
Stunden
Jedes Jahr ist anders. Teils eine Variation des Vorjahrs, teils mit ganz neuen Elementen. Jeder Monat ist anders. Jeder Frühlingsanfang ist ein noch größeres Wiedersehen als im Vorjahr. Die Wochen vergehen schnell und was wir konsumieren an Essen, Kultur und Sozialem verändert sich wie die Landschaft, durch die das Wasser eines langen Flusses fließt. Durch den Tag ziehen sich Wachheit und Müdigkeit und Launen und Stimmungen und Reden und hoffentlich etwas Ruhen. Nur der Moment ist eine stehende Grundlage, die sich nie verändert. Er ist die Plattform, die Bühne auf der die Person getrieben wird und treibt.
Situationen
Wenn man sich in emotional belasteten Situationen gern anders verhalten würde, kann man Visualisieren, wie man sich in diesen Situationen anders verhält. Es ist allerdings eine große Herausforderung, sich dabei nicht von seinen Emotionen davontragen zu lassen und auf diese Weise gedanklich immer wieder in derselben unangenehmen Situation zu enden*.
Ein ausgezeichneter Trick ist es, sich den gewünschten Verlauf der Situation aufzuschreiben. Und dann die Visualisierung nach Anleitung durchzugehen. So oft, bis man sie kann. Das mag alles in allem 15 Minuten dauern, ist aber ein weitaus effektiverer Vorgang, als sich hilflos zu bemühen, sich eine Situation vorzustellen, in der man von seinen Gefühlen die immer gleichen Bilder und Gedanken serviert bekommt.
*Genau aus diesem Grund möchte man sich übrigens häufig nicht mit seinen Defiziten oder Situationen, die einem bevorstehen beschäftigen.
Skiurlaub
Wie entstehen und vergehen Dinge?
Vor 20 Jahren begann mit der Fernsehserie Sopranos eine neue Ära des qualitativ hochwertigen Fernsehens. In den frühen 2000ern wurden die neuen Serien gelobt, als die neue Literatur. Noch zehn Jahre später sind wir nun bei einem leicht angestumpften Netflix-Einerlei gelandet, das wieder stark an das alte Fernsehen erinnert… und HBO präsentiert uns ein zur Soap verwaschenes Game of Thrones. Es gibt wieder Raum für positive Innovation!
Nachdem in den 90ern Pesto als eine Spezialität aus Italien an italienischen Marktständen in Deutschland erhältlich und schnell bekannt wurde, haben grüne Gemische mit schwer definierbarem Geschmack ihren festen Platz in jedem Supermarkt.
Und wie konnte der Ski-Urlaub jemals so populär werden, dass jeder meint, er müsse das mal mitgemacht haben? Ich vermute, der Ski-Urlaub kommt aus einer Zeit, als Fliegen noch teuer war und man eine gute Idee brauchte, wie man zwei Wochen Urlaub in der Kälte halbwegs sinnvoll verbringen kann.
Vieles erregt Aufmerksamkeit, weil es gut ist. Sobald es für alle gemacht wird, mischt es sich als unüberprüft Gutes ins Alltagseinerlei der Mitläufer. Diese Dinge gehen nicht von selbst wieder weg, weil sie nicht gut sind. Sie trödeln erst langsam davon, wenn sie von anderem vermilderten Einerlei verdrängt werden.
Da das Mäßige den Schuss nicht hört und schnell wieder geht, sobald seine Scheinhaftigkeit entlarvt ist, sollte man die Ohren und Augen offen halten und sich stets fragen: Ist das wirklich gut? Will ich das wirklich auch haben? Oder gibt es wirklich Gutes, das nur darauf wartet von mir entdeckt und gewürdigt zu werden.
Anarchie
Es gibt in einigen Kreisen, den Ruf nach Anarchie. ???! Was soll das heißen? Dass alle Menschen machen können, was sie wollen? Dass sich jeder von jedem nehmen darf, was er möchte? Absoluter Liberalismus – wer die Mittel hat, sich zu schützen hat Schutz und wer keine Mittel hat, hat nichts?
Wenn ich ein eingekreistes A sehe, weiß ich nicht, was damit gemeint sein soll. Praktisch leben wir ja immer in der Anarchie, die sich aus der Gesetzlosigkeit entwickelt hat. Es kann keine Anarchie (also einen ungesteuerten Staat) geben, in der nicht das Recht des Stärkeren gilt. Dieses zu relativieren ist eine Weiterentwicklung des Sozialen.