Glanz

Einiges bleibt gut. Einiges wird besser. Einiges verliert seinen Glanz. Einiges verliert an Brisanz, um dann zögerlich und stetig an Tiefe zu gewinnen.

Vieles ist kurz höchst begehrenswert und dann schnell totaler Schrott. Vieles will man haben, weil viele es haben. Einiges will man haben, weil es sonst keiner hat.

Die Welt der Dinge, des Geldes, die Welt von Ansehen, Prestige und Ich-Erweiterung ist Alltag.

Gute Nahrungsmittel und gutes Essen erhöhen Moral, Gesundheit und Selbstrespekt.

Literatur, Lyrik und Sachbücher sind immer eine gute Investition. Wissen ist oft nicht in Geld zu messen. Und Sprache ist das grundlegende Gut unseres Verstandes.

Bei Alltagsgegenständen ist das Haltbare dem Modernen vorzuziehen. Küchengeräte, Möbel und Kleidung sollten haltbar und zeitlos sein. Dagegen sind Gimmicks und technischer Kram oft unnütz und teuer.

Einen edlen PC braucht kaum jemand, eine sehr gute Maus ist oft weit sinnvoller. Teure Kopfhörer sind gut für professionelle Audio-Arbeiten, aber Unterwegs braucht man fast nie brillanten Sound. Eine teure Kamera ist für die meisten unnütz. Die Welt quillt über von Fotos. Und Erinnerungen sind mit der Handy-Kamera meist der beste Weg für Nachbearbeitung und Cloudspeicher.

Luxus im allgemeinen ist überflüssig, aber okay, wenn man ihn sich leisten kann.

Hunger

Immer satt zu sein macht stumpf. Hungrig schmeckt das Essen besonders gut. Auch Essen, dass sonst nicht den höchsten Ansprüchen genügen würde, ist überaus befriedigend.

Hunger kann ein grosser Helfer sein. Enthaltsamkeit holt den Geist aus der Reserve. Hungrig ist man bereit, Neues auszuprobieren und das Andere zu schätzen. Und besonders würdigen wir Dinge oder Gerichte, die uns einst aus der Not geholfen haben.

So dient Urlaub der Arbeit. Das Fasten dem Essen. Das Schweigen dem Ausdruck und dem Miteinander. Das Luftanhalten der Sauerstoffversorgung und dem Hormon- und Säurehaushalt.

Und dass die Meditation einfache und verschobene Gedanken interessant, dringlich, fast unwiederstehlich macht, und uns selbst in den antriebslosesten Zeiten nach Handeln gieren lässt, kann jeder, der noch nie meditiert hat, in weniger als 5 Minuten des stillen Sitzens am eigenen Leib erfahren.

Packen

Wer häufig reist, erleichtert sich seine Reiseplanung mit einer Packliste in Trello aus drei Spalten.

  • Dinge – Dinge, die man mitnehmen könnte.
  • Mitnehmen – Dinge die man mitnehmen möchte. (Für die Kulturtasche kann man eine Extrarubrik anlegen).
  • Gepackt – Dinge die gepackt sind.

Diese Liste ergänzt sich von selbst. Und man kann die potentiell mitzunehmenden Dinge immer wieder zurückschieben, bevor man anfängt zu packen.

Wichtig ist es, dass man die Dinge erst in die Kategorie gepackt verrückt, wenn sie auch wirklich im Gepäck sind.

Wunderwaffen

Wenn wir fahrig, überlaufen oder lebensratlos sind, hilft fast immer eine der 2 Königsdiziplinen der Lebensführung: Schreiben und Meditation.

Ich vermute, die Wunderfrau Doris Dörrie würde mit mir übereinstimmen.

Ihr tolles neues Buch ist eine spezielle Hilfe, die die Freude und Leichtigkeit des Schreibens einem auf eine Weise nahebringt, die einen die Mühelosigkeit des Schreibprozesses schon beim Lesen spüren läßt. Und das Lesen weckt eine ungeheure Neugier, was man sich selbst schriftlich zu bieten hat.

Evolution

Auf dem Blog Wait but Why begann gestern ein neuer Eintrag. Der fertige „Post“ ist so lang, dass er über Wochen oder Monate verteilt erscheint, um den Lesern das Gefühl zu lesen, sie läsen noch einen Blog. Es geht in dem Betrag darum, wie die Menschheit tickt.

Im ersten Teil wird erklärt, was das Besondere am Menschen ist und wie er sich durch Logik, Vorstellungsvermögen und Einfühlungsvermögen von anderen Wesen unterscheidet.

Er sagt, dass wir immer  entweder nur mit dem triebgesteuerten Reptilienhirn denken, oder mit dem menschlichen Gehirn, dass die Triebe im Zaum hält.

Ich vermute, der Artikel wird lesenswert bleiben und freue mich auf die kommenden Posts.

Stau

Kleine und große Renovierungen, Anschaffungen, Papierkram, etc: heimlich und konstant schleichen sich Dinge ins Leben, die man nicht gern machen möchte. Sie sind nicht dringend, man hat keine Lust sie zu machen und in Gedankengängen, die mit ihnen zu tun haben, tauchen Worte auf wie eigentlich, sollte und nicht jetzt. Irgendwann entsteht ein Stau. Um zu wissen, womit man es zu tun hat, lohnt es sich, eine Liste mit diesen unscheinbaren Begleitern zu erstellen. Keine ToDo-Liste. Erstmal kann man einfach nur aufschreiben, was gerade alles liegen geblieben ist. So stellt sich immerhin schon mal heraus, dass diese Liste endlich ist.

Wo diese Liste nun schon mal existiert, ist es sicher ab und zu ein gutes Gefühl, eine der Dinge zu erledigen. Das kann erfüllender sein, als Ruhe und Suggestion und schafft neue Leichtigkeit.

 

Genuss

Gegenwind, Kälte, Wetter, Schlaglöcher und kleine Missgeschicke. Um zwei Dinge kommen wir im Leben nicht drumrum. Um die Welt und um uns selbst. Und wer die Welt verändern will, fängt am besten bei sich selbst an.

Wenn die Dinge gerade nicht so sind, wie wir sie uns wünschen, lohnt es sich häufig nicht, zu klagen. Weit besser ist, sich bei so vielen kleinen Gelegenheiten den magischen Satz zu sagen: Das muss man genießen!

Dieser Satz wirkt wie eine Zauberformel. Man kann damit kleine Ärgernisse in kleine Freuden verwandeln. Gelegenheiten es auszuprobieren, gibt es genug.