Bass

Bei der Musik von Nebenan stört hauptsächlich der Bass. Aber die Bitte, den Bass abzudrehen, ist der Bitte ähnlich, das Salz aus dem Essen zu nehmen.

Bei Menschen ist es häufig nicht anders. Die Schwächen einer Person sind häufig mit ihren positiven Seiten verbunden. Wenn wir das Schrille, das Vorlaute, das Unangemessene dämpfen, kann das leicht auf Kosten der Kreativität, des eigenwilligen Charisma und der Freiheit gehen.

Trikots

Wer mit aufs Spielfeld will, muss sich ein passendes Trikot anziehen.

Wer einen Kredit möchte, erhöht die Wahrscheinlichkeit ihn zu bekommen, wenn er äußerlich zeigt, dass er das Vertrauen wert ist. Wer Teil einer Gemeinschaft sein möchte, der sollte zeigen, dass er bis zu einem gewissen Grad bereit ist, sich anzupassen.

Um unsere Individualität leben zu können, kann es helfen, sich anzupassen.

Vergleiche

Zu einem guten Selbstbewußtsein gehört, sich an seinen Schwächen nicht zu stören und anderen neidlos zuzugestehen, in etwas besser zu sein, als man selbst. Wer sich das nicht zugesteht, der wird kein Glück und Frieden finden.

Besser man schaut auf die eigenen Ziele und auf den nächsten Schritt. Und besser, man gönnt sich ab und zu etwas Zeit in Meditation, jenseits von Wert und Person und Gesellschaft.

Verantwortung

Wir sind nicht nur eine Person. Unsere Handlungen wachsen über uns hinaus und potenzieren sich. Als Trinker kommen Freunde und Bekannte, wenn sie Lust haben, zu trinken. Der Trinker trinkt noch mehr und stabilisiert nebenher eine Kultur des Trinkens. Er öffnet die Tür, gibt Richtung und Möglichkeit und Beeinflusst die Möglichkeiten, der Menschen um sich herum. Er stärkt die Alkoholindustrie und jede Industrie möchte Wachsen. Der Nichttrinker schafft eine Kultur des Nichttrinkens.

Um einen Vegetarier herum werden andere Menschen auch zu Vegetariern. Ohne, dass er etwas dafür tun muss. Menschen wollen haben, was andere Menschen auch haben. Menschen tun, was andere Menschen auch tun. Und die Menschen schauen dorthin, wo etwas aus Überzeugung getan wird. Sie lieben es, dorthin zu schauen, wo jemand Stellung bezieht und dann Ja oder Nein zu sagen.

Alles will wachsen. Jeder Gedanke hat den Drang, sich zu verwirklichen. Handlungen, Einstellungen, Stimmungen ziehen Kreise. So bewegen wir Dinge. So sind wir verantwortlich im Kleinen.

Verhandlungssachen

Wo Zusammenkunft und Kommunikation sind, ist Geben und Nehmen. Das Geben kann das Nehmen von Gesellschaft sein. Das Nehmen kann das Geben von Anerkennung sein. Überall werden Handel getrieben. Handel ist ein Austausch von Werten, die wir zu bieten haben.   

Es ist gut, wenn man weiß, was der andere will. Der direkte Weg ist oft der Beste. Auch in der Kommunikation. Hinschauen, Zuhören, Nachfragen. Wer es lernt, zu verhandeln, der lernt auch, herauszufinden was der andere wirklich will. Das steigert die Möglichkeit einer Win-Win-Situation.

Zusammenkünfte

Was man für sich nicht möchte, das sollte man auch für andere nicht fördern. Dass man von sich auf andere schließt, ist erstmal üblich und gesund. Man räumt anderen den gleichen Status und die gleichen Rechte ein, wie sich selbst. Jedoch:

Der eine mag gern süß, der andere nicht. Einer liebt die körperliche Anstrengung. Einige mögen, dass man für sie entscheidet. Einige mögen nicht, wenn man dauernd fragt, ob sie dies oder das nicht wollen.

Die Verschiedenheit der Menschen ermöglicht, dass sich Gesellschaften und Gruppen ausgleichen und ergänzen. Verschiedene Meinungen und Ambivalenzen sind wichtig – innerhalb einer Person, innerhalb einer Gesellschaft und über Grenzen hinweg. Sie geben dem Geist Freiheit und machen die Welt weit und interessant. Das Prinzip von Yin und Yang ermöglicht uns das Annehmen, weil es ein Ablehnen gibt. Und es ermöglicht uns, den erfüllenden Weg von der Ablehnung zum Annehmen zu gehen.

Konfrontation

Jemandem Recht zu geben, jemanden sein zu lassen, wie er ist, sich still zu distanzieren: das kann für alle Beteiligten die beste Lösung sein. Häufig sind diese Vorgehensweisen der (Nicht-)Kommunikation von Jetzt auf Gleich die am wenigsten anstrengenden: Keine Argumente, keine Auflistung vergangener Vorfälle, keine Verletzungen, keine Gegenschläge, kein Streit, keine Wut, keine Auslotung der hierarchischen Struktur!

Das klingt sehr verführerisch. Es ist aber häufig nicht der Weg, um gemeinsam das bestmögliche Ziel zu erreichen.